20 Betriebe präsentierten sich bei den Odenwälder Berufsinformationstagen an der Oberzent-Schule Beerfelden

Mathe und Physik können doch ihren Sinn haben. Dann nämlich, wenn sie in einem interessanten Ausbildungsberuf als Background einer handwerklichen Arbeit von Nutzen sind. Diese Erkenntnis gab es augenzwinkernd von einem Oberzent-Schüler bei den Odenwälder Berufsinformationstagen (OBIT), die jetzt an der integrierten Gesamtschule stattfanden. 20 Betriebe von Mosbach und Eberbach über Beerfelden bis hin nach Breuberg und Darmstadt präsentierten sich. Denn alle brauchen sie händeringend eines: Azubis.

Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis betonte in seiner Begrüßung die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung. „Die Schüler sollen in Ausbildung kommen“, nannte Grobeis als Hintergrund. Er lobte die Zusammenarbeit zwischen den Betrieben nicht nur des Odenwaldkreises und den mitwirkenden Schulen. Verschiedene Firmen sind durch die Mitarbeit der OREG bereits „gesetzt“, andere werden in diesem Fall von der Oberzent-Schule als lokale Anbieter mit ins Boot geholt.

Pirelli, Merck, Bosch Rexroth, die Kreditinstitute oder das Odenwaldkreis-DRK sind quasi an jeder Schule dabei. In Beerfelden kamen noch Betriebe wie die Schreinerei Pracht, Bechtold, Brunnen-Apotheke und Naas hinzu. Sie boten Wirkshops an, in denen über die Tätigkeit informiert wurde, es aber auch die eine oder andere praktische Arbeit zu tun gab. Wolfgang Bechtold von der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO) freute sich, dass es für die Firmen inzwischen viel einfacher ist, sich in den Schulen zu präsentieren.

Schulleiter Bernd Siefert zitierte in seinen einleitenden Worten aus dem Buch „Touch the sky“ von Christian Bischoff. Der war mit 16 Jahren jüngster Basketball-Bundesligaspieler und mit 25 Jahren jüngster Bundesliga-Cheftrainer. Heute ist er Life-Coach. „Jeder Tag hat 24 Stunden, 1440 Minuten und 86400 Sekunden. Es liegt an dir, wie du sie nutzt“, meinte Bischoff.

Klaus Seeh und Thomas Stricker hatten seitens der Schule den Tag vorbereitet. „Die Schüler konnten aus dem Angebot im Vorfeld Prioritäten nennen“, betonte Stricker. Jedes Kind durfte sich vier Workshops raussuchen. Es ging aber nicht nur um die Ausbildung per se, sondern auch das duale Studium. Auch wollte man mit dem Angebot den Schülern der Lernhilfe gerecht werden.

„Wir hatten zwei tolle, aufmerksame Gruppen“, freute sich Ausbildungsleiter Frank Bauer von Bosch Rexroth in Erbach. Es wurden „gute Frage gestellt“, einige wussten seinen Worten zufolge auch schon, in welche Richtung es beruflich gehen soll. Offene Gespräche gab es dann, „wenn die Lehrer nicht im Raum waren“, lachte Bauer.

Einen Teil der Präsentation übernahmen auch die Firmen-Azubis. „Die haben die gleiche Augenhöhe wie die Schüler“, so Bauer. Entsprechend werden Fragen unbefangener gestellt. „Wir wollen den Spaß an der Arbeit vermitteln“, betonte der Ausbildungsleiter. Acht bis zehn Azubis werden jedes Jahr eingestellt, über alle Berufe verteilt. „Mathe und Physik machen bei uns Sinn“, hob auch Bauer hervor.

André Weyrauch und Johanna Schmidt, bei Azubis bei der Volksbank Odenwald, stellten das Kreditinstitut vor. Die meisten Fragen sind ihrer Erfahrung nach grundsätzlicher Natur. Das geht vom Thema Tattoo über den Bewerbungsablauf bis hin zu Arbeitskleidung. „Gute Deutschnoten sind wichtig“, sagte Johanna Schmidt. Dazu Mathe mit Blick aufs Rechnungswesen, aber auch Fehltage sowie Arbeits- und Sozialverhalten, ergänzte Weyrauch. „Wir haben noch Stellen frei“, meinten beide mit Blick aufs nächste Lehrjahr.

Über 30 Azubis stellt Pirelli in Breuberg jedes Jahr ein. Zwei Drittel der Arbeitsplätze sind im technischen Bereich, für den Ausbildungsleiter Tilo Schwarz vor Ort war. Sein kaufmännischer Kollege war Christian Heckmann. „Wir wollen das Interesse an der Technik wecken“, betonte Schwarz. Dazu gab’s dann auch ein paar praktische Übungen. Und weiter: „Azubis werden immer gesucht.“

Die OBIT ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Industrievereinigung Odenwaldkreis (IVO), den sieben weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis und dem Wirtschafts-Service der Odenwald-Regional-Gesellschaft mbH (OREG). Sie findet einmal jährlich statt und ist als Kontaktbörse der Unternehmen zum Nachwuchs zu verstehen. Sie richtet sich an alle achten und neunten Haupt-, Real-, und Gymnasialklassen der sieben weiterführenden Schulen im Odenwaldkreis.

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