Ins Beerfeldener Ärztehaus kommt endlich Bewegung

Oft schon war es angekündigt, jetzt ist es wirklich soweit: Ins Breimer-Gebäude am Beerfeldener Ortsausgang Richtung Hetzbach, das als Interims-Ärztehaus dient, kommt jetzt Leben. Staatsbeauftragter Egon Scheuermann berichtete in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss im Senbacher Gemeindezentrum über den aktuellen Stand der Dinge. Am kommenden Montag kommt der hessische Gesundheitsminister Stefan Grüttner zur offiziellen Einweihung vorbei.

Für das neue Gesundheitsversorgungszentrum laufen die Planungen aber ebenfalls auf Hochtouren, sagte Scheuermann. Es gab bereits Workshops mit den Parlamentariern und interessierten Leistungsträgern. Aktuell nehme die Firma ASD die Auswertung aller Vorschläge, Daten und Anregungen vor. Daraus soll dann laut Scheuermann eine Checkliste erarbeitet werden, um die verschiedenen Standorte gegeneinander abwägen zu können.

Daneben geht es auch darum, welche Anfangsgröße für das Gebäude nötig ist. Das Thema ist aber zu komplex, um es in wenigen Wochen durchzuhecheln. Deshalb wird sich erst die Ende April neu gewählte Stadtverordneten-Versammlung mit der Beratung befassen und dann die entsprechenden Entscheidungen treffen.

Im Breimer-Gebäude ist bereits Chirurg Dr. Hartmann ansässig, sagte der Interims-Bürgermeister. Für Mitte des Jahres wird die Ansiedlung eines Hausarzts erwartet. Auf der Wunschliste steht ebenfalls ein Augenarzt. Allerdings gibt es hierzu laut Scheuermann „noch nichts Konkretes“. Sprechstunden von sozialen Dienstleistern und Psychotherapeuten finden ebenfalls am Ende der Mümlingtalstraße statt.

Scheuermann ging auch auf den Stand der Verwaltungsreform im Zuge der Oberzent-Fusion ein. Im Großen und Ganzen läuft alles wie erhofft und geplant, sagte er. In einzelnen Bereichen sind seinen Worten zufolge noch „Nachbesserungen und Aufarbeitungen“ notwendig. Die Mitarbeiter widmeten sich den Tätigkeiten „äußerst bestrebt und motiviert“, lobte der Bürgermeister. Sollte mal etwas nicht gleich so rund laufen, „sind wir dankbar für jeden Hinweis“, sagte er.

Aktuell läuft laut Scheuermann in den verschiedenen Standorten die Umschreibung der persönlichen Papiere. Er bezeichnete es als wichtig, dass in jedem ehemaligen Verwaltungsort der Bürgerservice erhalten blieb. Im Rahmen des Umzugs von verschiedenen Mitarbeitern in neue Büros und/oder andere Orte „werden die freiwerdenden Räume saniert und auf Vordermann gebracht“.

Im zweiten Halbjahr soll die Umgestaltung des unteren Bereichs im Rathaus Beerfelden anlaufen. Die dortigen Räume sollen als Bürgerservice-Büro hergestellt werden. Die Maßnahme wird Scheuermann zufolge in zwei Abschnitten vor sich gehen, damit im jeweils anderen weitergearbeitet werden kann. Erste Planungen hierfür gibt es jetzt vom Architekturbüro-Büro Holschuh.

Auf eine Frage aus dem Gremium sagte Scheuermann, dass derzeit sieben Kinder auf der Warteliste für den Besuch eines Kindergartens in Oberzent stehen. In der Kita „Abenteuerland“ Beerfelden könne man kurzfristig einen Raum für eine weitere Gruppe herrichten, erläuterte er. Allerdings ist der Arbeitsmarkt derzeit leergefegt, so dass als erste Maßnahme eine Vertragsverlängerung und eine Stundenaufstockung umgesetzt werden. Zur Jahresmitte hin sollen dann zwei Anerkennungspraktikantinnen mitarbeiten.

„Wir stehen beim Kiga-Personal mit dem Rücken an der Wand“, sagte der Bürgermeister. Aktuell ist die Situation durch die Krankheitswelle noch prekärer als sowieso. Brigitte Heckmann berichtete, dass der Kindergarten in Rothenberg „kurz vor der Schließung steht“. Dort seien gerade noch zwei von sieben Erzieherinnen gesund und könnten arbeiten.

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