Neukonzeption der Kinder- und Jugendarbeit in Oberzent gewünscht

Auf Anregung der SPD-Fraktion soll es eine Neukonzeption der städtischen Kinder- und Jugendarbeit geben. Die Stadtverordnetenversammlung beschloss den entsprechenden Antrag auf ihrer Sitzung in der Rothenberger Sporthalle einstimmig. „Diese wichtige Arbeit muss auf jeden Fall fortgeführt werden“, meinte Erwin Körber (SPD) vor dem Hintergrund, dass mit Gemeindediakon Ulrich Meyer demnächst der Zuständige auf Seiten der evangelischen Kirchengemeinde in Ruhestand geht. Städtischerseits ist es René Tunn.

Der SPD-Auftrag an den Magistrat sieht vor, dass zeitnah das bisherige Beerfelder Konzept der Kinder- und Jugendpflege für die neue Stadt fortgeschrieben und ergänzt werden soll. Dazu will man sowohl Tunn als auch weitere auf diesem Gebiet Tätige einbinden – insbesondere die evangelische Kirchengemeinde, örtliche Vereine und solche des Odenwaldkreises.

Laut Körber soll das Ziel der Überarbeitung die Ausweitung der Tätigkeit auf das gesamte größere Stadtgebiet und eine umfassende Beschreibung des Tätigkeitsfeldes sein. Auch will der Antrag aufgelistet wissen, welche Personal- und Sachaufwendungen anfallen, damit diese in den Entwurf des diesjährigen Haushaltsplans einfließen können. Man will auf jeden Fall vermeiden, so Körber, dass es Rückschritte oder Einschnitte gibt. Seiner Meinung nach könnte eine halbe Stelle mehr als bisher benötigt werden, um dem größeren Gebiet Rechnung zu tragen.

Die Grünen hatten zur Stellenbesetzung einen Zusatzantrag eingebracht, laut dem ein weiterer Schwerpunkt auf Mädchenarbeit gelegt werden solle. Bei der Ausweitung von Personalstellen sollte deshalb darauf geachtet werden, „eine Jugendpflegerin einzustellen“, begründete Fraktionssprecherin Elisabeth Bühler-Kowarsch. Denn der männliche Jugendpfleger erreiche nicht unbedingt das weibliche Geschlecht. Nachdem drei Mal ausgezählt worden war, stand das Ergebnis fest: Es gab 25 Ja- bei elf Nein-Stimmen und fünf Enthaltungen, womit der Antrag angenommen ist.

Erwin Körber hinterfragte, ob man angesichts des Personalmangels in diesem Bereich überhaupt eine große Wahl haben werde. „Wenn keine Frau zu finden ist, sollten wir einen Mann einstellen“, sagte er. Brigitte Heckmann (SPD) wünschte sich die Formulierung, bei gleicher Eignung den Job an eine Bewerberin zu vergeben. Aus der Runde wurde dazu hinterfragt, ob dies rechtlich machbar ist. „Das soll der Magistrat abklären“, wünschte sich Matthias Heiß (ÜWO). Birgit Theimer (FDP) konnte nicht so ganz nachvollziehen, wieso man unbedingt eine Frau braucht, um in der Jugendarbeit auch Mädchen anzusprechen. Sie habe früher als Lehrerin auch die Jungs erreicht, sagte sie.

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