Tolle Entwicklung bei den Odenwälder Minifeuerwehren

Die Jugendfeuerwehr (Jfw) des Odenwaldkreises ist eine starke Truppe. 655 Mitglieder zählt sie derzeit. Dass ein Drittel der Jugendlichen Mädchen sind, beeindruckte Kreisbrandinspektor Horst Friedrich. Einen solchen Anteil wünscht er sich für die 2100 Aktiven der Einsatzabteilungen auch. Von den verschiedenen Jugendkreiswehren waren die Abgeordneten nach Beerfelden in die Alte Turnhalle gekommen, um dort den Berichten bei der Jahreshauptversammlung zu lauschen.

Jfw-Wart Dominic Groh sprach in seinem Bericht von einem „immensen Aufwand an Stunden für die Arbeit in den Jugendfeuerwehren“. Für die Gruppenstunden wurden insgesamt 3540 Stunden absolviert. Für Vor- und Nachbereitung brachten die 212 Jugendfeuerwehrwarte, Jugendgruppenleiter und Betreuer nochmal über 1700 Stunden auf. Dieser Aufwand lohnt sich.

Am Beispiel Gammelsbach wurde exemplarisch deutlich, wie sich gute Werbung bei den Kids in Zahlen niederschlägt. Die Oberzent-Stadtteilwehr wurde für die meisten Neueintritte im vergangenen Jahr ausgezeichnet. Die Jugendwehr bestand Anfang 2017 nur noch aus zwei Jugendlichen. Man entschied sich dazu, einen Infotag am Feuerwehrhaus durchzuführen. Danach hatte die Jfw wieder eine stattliche Truppe von zwölf Mitgliedern, freute sich Groh. Für den dortigen Jfw-Wart Simon Sauter gab es deshalb einen Glückwunsch und einen Gutschein für die große Mini-Truppe.

365 Mitglieder sind in 24 Miniwehren aktiv, erläuterte Groh. Die 25. Wehr wird bereits gegründet. „Dies bedeutet 2017 kreisweit einen Anstieg von 85 Kindern“, freute er sich. „Eine ganz tolle Entwicklung.“ Leider gebe es immer noch Verantwortliche in den Feuerwehren, die das Konzept der Kinder- oder Minifeuerwehren als nicht sinnvoll oder nicht notwendig ansähen. „Ich glaube allerdings, diese haben die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt“, meinte er.

Groh wurde deutlich: „Ich rufe alle Feuerwehren auf, die noch keine Minifeuerwehr gegründet haben, schnellstmöglich darüber nachzudenken.“ Es gebe mittlerweile die ersten ausgebildeten Gruppenführer, die in den Miniwehren angefangen haben und „heute schon Führungsaufgaben in der Einsatzabteilung übernehmen“. Auch falle immer wieder auf, dass Kinder sich teilweise anderen Feuerwehren anschließen, weil es in ihrem Wohnort oder der Kommune keine Minifeuerwehr gibt.

Wichtig sei dorthin zu gehen, wo die Jugendlichen sind, betonte er. „Wir dürfen nicht warten, bis sich Jugendliche ins Feuerwehrhaus verirren.“ Es gebe gute Beispiele für erfolgreiche Mitgliederwerbung wie Gammelsbach und Höchst. Er wünsche sich Kreativität und etwas mehr Aufbruchstimmung bei Erwerb und Erhalt von Mitgliedern.

In den 60 Jugendfeuerwehren des Kreises sind 437 Jungen und 218 Mädchen aktiv. In der größten Jugendwehr des Kreises, Beerfelden, ist bei 34 Mitgliedern sogar die Hälfte weiblich, während es kreisweit 33 Prozent sind. Im vergangenen Jahr traten 96 Kinder und Jugendliche neu ein, dazu wechselten 44 von den Minis. Dem gegenüber stehen 83 Austritte. „41 Jugendliche konnten wir gut ausgebildet in die Einsatzabteilungen übergeben“, freute er sich.

Im vergangenen Jahr war das Programm der Jugendwehren prall gefüllt. Groh nannte Dreiländertreffen in Weiten-Gesäß, Kreisjugendfeuerwehrtag in Rothenberg, Tandemprojekt und deutscher Jugendfeuerwehrtag, Odenwaldcup und Delegiertentagung der hessischen Jugendfeuerwehr in Weilburg als herausragende Ereignisse. Dazu gab es natürlich viele andere Termine wie die Jubiläen der einzelnen Wehren oder die Teilnahme an überregionalen Wettkämpfen, wo sich besonders die Oberzent-Mannschaften hervortaten.

Grußworte gab es von Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann, dem Kreisbeigeordneten Oliver Grobeis, Bundestagsabgeordnetem Jens Zimmermann und KBI Horst Friedrich. Alle lobten die Arbeit der Kreisjugendfeuerwehr und der Betreuer der Odenwälder Jugendfeuerwehren. Dank gab es für die Beerfelder Jfw, die die Versammlung ausrichtete und dieses Jahr ihr 50. Jubiläum feiert.

Ehrungen

Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis: Andrea Wilk, Paul Ponath, Florian Fülöp, Stefan Beller, Marc Moldan, Holger Weimar

Florianmedaille der hessischen Jugendfeuerwehr in Silber: Christoph Erhard, Alexander Hupp, Michael Reeg

Florianmedaille der hessischen Jugendfeuerwehr in Gold: Michael Weis

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