Umsetzung des Oberzent-Tourismuskonzepts wird jetzt geprüft

Das Konzept „Oberzent-Tourismus 2025“ für den Bereich Sensbacher Höhe soll kommen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Diesen Grundsatzbeschluss fasste die vorläufige Stadtverordneten-Versammlung auf ihrer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl in der Rothenberger Sporthalle einstimmig bei mehreren Enthaltungen. Grundsätzlich herrschte Einigkeit, dass man – nach einem zähen Beginn – nun etwas schneller zu Werke gehen und das Projekt vorantreiben will. Diese Willenserklärung hatte man bereits im Ältestenrat so vorbesprochen.

Wie das Konzept ausgestaltet sein wird, welche Punkte mit aufgenommen werden, wie viel es kostet und welche Zuschüsse fließen können, soll jetzt erarbeitet werden. Wichtig war Parlamentariern der Hinweis darauf, dass noch nichts festgezurrt ist. „Es gibt noch keinen definitiven Beschluss für eine Umsetzung.“ Der Magistrat soll lediglich einen Förderantrag stellen, um keine Fristen zu versäumen. Die Stadtverordneten werden über alle Schritte zeitnah informiert.

Entgegen der landesweiten Entwicklung sind die Übernachtungszahlen in der Oberzent rückläufig. Ebenso verminderte sich die Zahl der Gastronomiebetriebe in der Vergangenheit deutlich. Da viele Betriebsinhaber bereits in fortgeschrittenem Alter sind, steht laut Interimsbürgermeister Egon Scheuermann zu befürchteten, dass sich der Negativtrend fortsetzen wird. Gute Gastronomie sei auch ein Stück Lebensqualität, „die es möglichst zu bewahren gilt“. Durch die Förderung touristischer Projekte werde auch die Gastronomie gestärkt.

Mit dem Bikepark Beerfelden wurde in den letzten zehn Jahrein touristisches Highlight geschaffen, das etwa 15.000 Besucher pro Jahr anzieht. Allerdings ist die Liftanlage aus dem Jahr 1971 in die Jahre gekommen. Sie ist reparaturanfällig und wurde bereits vom TÜV beanstandet. Außerdem ist der Lift 200 Meter zu kurz für die Biker. Im Hauptgeschäftsbetrieb gibt es einen Kapazitätsengpass mit Wartezeiten von bis zu einer Stunde.

Scheuermann bezeichnete den Lift als Kernstück der Konzeption. Der müsse auf jeden Fall erneuert werden, um einen funktionsfähigen Grundstock zu bilden. Inwieweit dann Flyline-Anlage mit Aufstiegsturm, Schaukel-/Erlebnispfad oder Kinderseilgarten und Relaxzone hinzukommen, muss sich zeigen.

Wie die OREG nach Prüfung der Förderkriterien mitteilte, wäre die reine Ersatzbeschaffung eines neuen Schlepplifts wohl nicht förderfähig. Im Rahmen eines touristischen Gesamtkonzepts mit einer Neukonzeption könnte eine Förderung von 50 Prozent aus EU-Mitteln erreicht werden. Gabriele Quanz der Wirtschaftsförderung stand Rede und Antwort. Sie will sich umschauen, inwieweit auch andere Fördertöpfe als der EU-Regionalfonds in Frage kommen könnten.

Die Mandatsträger beschlossen die Umsetzung des Konzepts unter mehreren Vorbedingungen: wenn keine unüberwindlichen, baurechtlichen oder naturschutzrechtlichen Gründe dagegen sprechen. Auch muss die Förderfähigkeit gegeben sein. Das Projekt soll außerdem in der langfristigen Haushaltsplanung der Stadt wirtschaftlich darstellbar sein.

Wie Scheuermann erläuterte, soll es Mitte Mai Gespräche mit der WI-Bank in Bezug auf die Förderfähigkeit geben. Das entsprechende EU-Programm läuft nur noch bis zum Jahr 2020. Danach sind keine Mittel mehr für touristische Projekte vorgesehen. Aus diesem Grund ist Eile geboten, um noch Mittel aus den Töpfen akquirieren zu können, bevor diese leer sind.

Der Bürgermeister wies darauf hin, dass sich die Stavo der ehemaligen Stadt Beerfelden bereits vor mehr als einem Jahr mit dem Thema befasst hatte. Es tat sich längere Zeit nichts, sodass man nun endlich Nägel mit Köpfen machen müssen. Sollte sich herausstellen, dass manche Punkte nicht gefördert werden, könnte man diese herausnehmen. Ähnlich verhält es sich mit Details, die vielleicht wirtschaftlich nicht darstellbar oder in der gewünschten Form nicht realisierbar sind. Scheuermann erwähnte darüber hinaus die Frage, ob sich vielleicht die gewünschte Förderung durch die erzielten Pachteinnahmen reduziert. Auch dies gelte es im Vorfeld zu klären.

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