Vom Erdbeben zerstörte Schule in Nepal wird mit Hilfe aus Olfen wieder aufgebaut

Die gute Nachricht kommt erst hinterher. Beim Gespräch ist Steffi Selic noch etwas unzufrieden mit dem Fortgang der Wiederaufbauarbeiten eines Schulgebäudes in Nepal. Denn die sind im Dorf Sagradanda ins Stocken geraten, nachdem das benötigte Holz fehlt. Kurze Zeit später dann eine aufmunternde Nachricht für sie und von ihr. „Der Schulbau wurde fortgesetzt, das Fundament ist gelegt“, freut sich die OIfenerin. Denn um dieses Projekt kümmerte sich das „Namaste Nepal Project“, das die 31-Jährige mit ihrer 28-jährigen Schwester Julia nach dem Erdbeben vor drei Jahren ins Leben gerufen hatte, schwerpunktmäßig.

Im Dorf Sagradanda, mit seinen 250 Bewohnern gelegen im Bezirk Solukhumbu abseits der Touristenströme, setzen sich die beiden für die Neuerrichtung eines beim Erdbeben völlig zerstörten Grundschul-Gebäudes ein. Der Distrikt liegt im Mount-Everest-Gebiet, allerdings nicht an einer der bekannten Wanderrouten. Es gibt in dem Ort sechs Klassen einer Primary School, die in drei Gebäuden unterrichtet werden. Alle wurden sie 2015 dem Erdboden gleich gemacht.

„Zwei Gebäude wurden zum Großteil wieder errichtet“, berichtet Steffi Selic. Die Dächer müssen noch erneuert und beide Häuser mit Zement verputzt werden. Das dritte Gebäude wird komplett neu gebaut. Alles erdbebensicher nach strengen Vorgaben. Namaste Nepal unterstützt in Zusammenarbeit mit dem dänischen „Himalayan Project“ den Bau des dritten Schulhauses mit drei Klassenräumen.

Ein Teil des im Winter in Deutschland gesammelten Geldes wurde bereits dafür verwendet, vor dem Monsun Holz für den Schulbau einzuschlagen. Allerdings wurde der nahe gelegene Wald ein paar Wochen vor Anreise der beiden Schwestern privatisiert. „Alles sehr undurchsichtig und korrupt“, meint Steffi Selic. Die Konsequenz: Die Leute aus dem Ort durften dort keine Bäume mehr fällen. Die nächste Einschlagmöglichkeit liegt einen Tagesmarsch entfernt. Sie schätzt, dass sich der Wiederaufbau deshalb etwas verzögert.

Zweites „Problem“: Es gibt derzeit keine Arbeiter. Das hat mit einer für die Einwohner positiven Entwicklung zu tun. Endlich, drei Jahre nach dem schweren Erdbeben, zahlt die Regierung Entschädigungen an die Erdbebenopfer aus. „Die Leute sind jetzt natürlich dabei, ihre Häuser wieder aufzubauen“, schildert sie. Und zerstört war sehr viel. Nun „ist Aufbruchsstimmung eingekehrt“. Langsam bewegt sich etwas, „es gibt Fortschritte“, freut sich Steffi nach dem sechswöchigen Aufenthalt vor Ort. Da Sagradanda am Ende einer Sackgasse liegt, können Arbeitskräfte auch nur aus einer Richtung angeworben werden.

Nach dem Sommer dürften die Reparaturarbeiten ziemlich durch sein, nimmt sie an. „Wir holen das Holz für die Schule dann aus dem anderen Wald.“ Das bedeutet zwar einen mehrstündigen Fußmarsch mit Trägern, ist aber immer noch die günstigste Lösung. „Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass das Projekt verwirklich wird“, betont die Olfenerin. „In Nepal ist es eben schwierig, mit deutschen Vorstellungen ranzugehen.“

Aus der Not machten die Schwestern eine Tugend. Nach einer Trekking-Tour zu einem heiligen Bergsee, „bei der ich meinen ersten Schneeleoparden gesehen habe“, ging es weiter nach Junbesi, wo es bereits Kontakte von einem früheren Aufenthalt gab. Die Selic-Schwestern besuchten dort die Familie von Ringi-Lama und entschlossen sich, sie nachhaltig zu unterstützen. Denn der Vater musste bisher sieben Tage die Woche auf dem Feld arbeiten, die Mutter hütete auf dem Feld die Kühe.

„Wir bezahlen Ringi den Führerschein“, erläutert Steffi. Denn der bekommt damit einen Job als Fahrer beim Kloster, hat dann eine Fünf-Tage-Woche und kann sich auch mehr ums Kind kümmern, das bald in die Schule kommt. „Er schickt uns immer Bilder vom Unterricht“, freut sie sich über den Fortschritt. Für die Schwestern ist klar: „Wir werden die Familie langfristig unterstützen.“ Damit gebe man den Menschen eine Perspektive und der Tochter die Möglichkeit einer guten Schulbildung.

Das Namaste Nepal Project engagiert sich außerdem beim Wiederaufbau einer weiteren Schule in Belcot, 45 Kilometer westlich von Katmandu gelegen. Die Errichtung des zweiten Gebäudes wird von der Ganesh-Nepal-Hilfe in Dortmund unterstützt. „Die leisten sehr gute Arbeit“, sagt sie. „Wir klinken uns da ein“, so Steffi Selic. Es handelt sich um ein Bauwerk für die Unterstufe, die von 480 Schülern besucht wird. Diese Schule wird gerade aktiv aufgebaut. Steffi Selic war zur Zeit des Erdbebens gerade in Nepal und entschied sich danach, vor Ort zu helfen.

Bankverbindung Namaste Nepal Project

Stefanie Selic, Stichwort: Namaste Nepal Project, IBAN DE35509514690011203621, Sparkasse Starkenburg

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/07/03/vom-erdbeben-zerstoerte-schule-in-nepal-wird-mit-hilfe-aus-olfen-wieder-aufgebaut/Namaste Nepal Project

Posted by Thomas Wilken on Tuesday, July 3, 2018

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