Finki-Festival kann am Wochenende unter erhöhten Auflagen stattfinden

Die anhaltende Hitze brachte die Stadtverwaltung gehörig ins Schwitzen. Das hatte nichts mit stickigen Büros oder ausgefallenen Klimaanlagen zu tun, sondern mit den wegen der Waldbrandgefahr abgesagten Veranstaltungen. Den Anfang machte Ende Juli der Kohlenmeiler auf der Raubacher Höhe. Dafür war aber trotz des Namens die Nachbargemeinde Wald-Michelbach zuständig, weil dieses Fleckchen noch auf ihrer Gemarkung liegt. Die Absage des – in eher kleinerem Rahmen stattfinden – Liederbachfestes stellte keine Probleme dar.

Dann kam es aber so richtig dicke. Das Festival „Sound of the Forest“ am Marbachstausee band die Kapazitäten in der Stadtverwaltung für eine Woche, erläuterte Bürgermeister Christian Kehrer. Acht Tage vor dem Start habe es bereits einen Vor-Ort-Termin mit den Veranstaltern gegeben, sagte er in der Stadtverordneten-Versammlung. Bereits damals wurde signalisiert, dass aktuell Veranstaltungen wegen der Waldbrandgefahr abgesagt werden mussten. Eine Hoffnung war der vorhergesagte Regen am Wochenende. Doch der kam „trotz einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit leider nicht“, so Kehrer.

Am Montag vor dem Festival gab es seinen Worten zufolge ein erneutes Treffen, bei dem dann klar wurde, dass das Festival nicht durchführbar sei. Sämtliche beteiligten Behörden (Hessen Forst, Odenwaldkreis, Polizei) sowie auch die beiden Nachbarkommunen Erbach und Mossautal hätten sich wegen der am 24. Juli ausgerufenen Waldbrandgefahr der zweithöchsten Stufe dagegen ausgesprochen. Die Bewässerungsmaßnahmen der Veranstalter wurden als nicht ausreichend angesehen. Überbringer der schlechten Nachricht musste Kehrer sein, wie er bedauernd sagte.

Schon am Dienstag, machte Kehrer klar, sei seitens der Stadt als zuständiger Behörde eine mündliche Untersagung von „Sound of the Forest“ gegenüber dem Veranstalter ausgesprochen worden. Der Bürgermeister verdeutlichte, wie schwer dies ihm fiel, er aber gleichzeitig keine Ermessungsspielräume sah. Am Mittwochmittag wurde eine schriftliche Untersagungsverfügung nachgereicht. Den Zeitabstand erklärte er durch die der Abklärung dieses Schriftstücks mit Odenwaldkreis sowie hessischem Städte- und Gemeindebund, damit es Rechtssicherheit hatte.

Nach aktuellem Stand und vorliegenden Stellungsnahmen der übergeordneten Behörden, so der Rathauschef weiter, könne das Finki-Festival am 10. und 11. August unter erhöhten Auflagen stattfinden. Hier gebe es ganz andere geografische Voraussetzungen. Aus forstlicher Sicht sei das Gelände anders zu beurteilen, weshalb Hessen Forst weniger Bedenken äußerte.

Kehrer machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass dem Veranstalter strenge Auflagen gemacht wurden. Dies betrifft eine Verstärkung des Sicherheits- und Rettungsdienstes sowie Brandschutzmaßnahmen. Das Rauchen auf der gesamten Campingwiese ist strikt untersagt. Gleiches gilt für offenes Feuer sowie die Errichtung und Nutzung von Grillstellen. Auch Gasflaschen und -kartuschen dürfen nicht benutzt werden. Weiter dürfen keine Fahrzeuge auf den Wiesen parken. Wer sich nicht daran hält, muss mit einem Platzverweis sowie einer Geldstrafe rechnen, warnen die Veranstalter.

Zum „Circle of Leaves“, das vom 17. bis 19. August am Marbachstausee stattfinden soll, konnte Kehrer noch keine endgültige Aussage treffen. Eine Absage ist weiterhin im Bereich des Möglichen, allerdings fehlen dem Bürgermeister zufolge noch diverse Stellungnahmen, um rechtssicher handeln zu können. Auch sind die Wettervorhersagen bis zum übernächsten Wochenende noch zu unpräzise.

 

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