Der Odenwaldkreis punktet mit viel Fläche und günstigem Wohnraum

Eigentlich liegt der Odenwald direkt neben dem Frankfurter Flughafen. „In internationalen Maßstäben ist eine Stunde Autofahrt gar nichts“, betonten die beiden Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain Gmbh, Werner Schwebel und Eric Menges, bei der Vorstellung der Marketinggesellschaft in Erbach.

Dort waren auf Einladung der Oreg Bürgermeister, Kreistagsabgeordnete und Vertreter aus der Wirtschaft zusammengekommen, um der Vorstellung der Ergebnisse aus dem Projekt „FRM 2030“ zu lauschen. Darin wird ein Zukunftsbild samt abgeleiteten Zielen für die weitere Entwicklung der Region bis zum Jahr 2030 gezeichnet.

Die Weitläufigkeit der Metropolregion mit der Finanzmetropole Frankfurt als Dreh- und Angelpunkt machte Oreg-Geschäftsführer Marius Schwabe in seinen einleitenden Worten deutlich. Von Nord nach Süd erstreckt sich diese über fast 200 Kilometer, umfasst mit Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz drei Bundesländer.

Landrat Frank Matiaske räumte mit zwei Vorurteilen über den Odenwald auf, die im Ballungsraum kursierten: dass außer Landwirtschaft und Tourismus nichts geboten wird. „Es gibt aber viel mehr“, betonte er. „Wir sind zwar eine Touri-Region, aber mit viel Industrie.“ Der Reifenhersteller Pirelli etwa erwirtschafte an seinem Standort im Odenwaldkreis allein den jährlichen Umsatz aus dem Tourismusbereich. In der Region seien 70 Betriebe im Bereich Kunststoff und Kautschuk tätig, machte er deutlich. Weshalb sich der Kreis auch in wirtschaftlicher Hinsicht als „Home of plastic and rubber“ vermarkte.

„Was ist schon da, was ist geplant, welche neuen Ziele sind notwendig“, nannte Schwebel als Zielsetzung des Projekts FRM 2030. „Wir wollen weg vom Tagesgeschäft hin zu einer langfristigen Betrachtung“, erläuterte er. Wohnen, Infrastruktur, Wissen, Wirtschaft und Erlebensqualität wurden in den Workshops für die Metropolregion thematisiert.

In die Tiefe, sprich auf die Ebene des Kreises, ging es eigentlich nur bei einem Punkt: der Odenwaldbahn. Sie wird in den 2030er-Zielen insofern genannt, dass Elektrifizierung und Taktverdichtung als notwendig angesehen werden. Dies vor dem Hintergrund der aus allen Nähten platzenden Ballungszentren und dem dort knapp werdenden Wohnraum. Die Menschen suchen bezahlbare Wohnungen, finden sie auf dem Land, ziehen aber nur dorthin, wenn die Anbindung in die Zentren stimmt. „Wir haben die Flächen“, postulierte es schon der Landrat.

Schwebel bezeichnete FRM als „Wirtschafts- und Arbeitshotspot mit internationaler Strahlkraft“, Ganz wichtig ist auch die digitale Anbindung: Ohne schnelles Internet „gibt es keine Chance auf die Ansiedlung junger Menschen und von Unternehmen“. Der Zustrom wird laut Schwebel weiter zunehmen. Internationale Konzerne siedeln sich zunehmend im Großraum an. FRM als „exzellente Wissensregion“, eine einheitliche Beschilderung von Rad- und Wanderwegen, ein Wohnungsbaukonzept für die gesamte Region, Ganztagesbetreuung, regionale Sportstättenstrategie und, und, und: Schwebel listete eine Vielzahl von Zielen für 2030 auf.

Die Aufgabe der FRM GmbH beleuchtete Eric Menges. Er nannte den Frankfurter Flughafen als Fixpunkt. „Wenn der gut zu erreichen ist, dann gibt es gute Chancen auf Firmenansiedlungen.“ Dem Odenwaldkreis attestierte er „ein in der Region konkurrenzloses Flächenangebot“ und erschwinglichen Wohnraum sowie ein gutes Breitbandnetz.

Mit der Lebensqualität „kann der Odenwaldkreis gegenüber vielen anderen Regionen punkten“, meinte Schwabe. Mit dem richtigen Job „gibt es Arbeit vor Ort“, sagte er. Deshalb ist für ihn die Fachkräftesicherung auf Kreisebene wichtig. Hierzu stehe man mit den Betrieben in Kontakt und biete Unterstützung an. Mit dem Projekt „Garantiert mobil“ will die Oreg außerdem dem Wunsch nach Mobilität gerecht werden. Am 1. September starten die Mobilitätsberater, „die die Leute an die Hand nehmen und ihnen zuhause erklären, wie die App funktioniert“. Ziel: Die Kreisbewohner sollen das Auto nicht mehr brauchen.

Für den Oreg-Mann ist der Austausch mit anderen Wirtschaftsförderern wertvoll. Das Thema „Best practice“, was läuft gut und „was müssen wir nicht versuchen“, spiele eine große Rolle. Schwabe sieht das in FRM 2030 genannte zentrale Baumanagement als interessant an: Wenn es um den Wohnort geht, „spielt der Kreis eine gute Rolle“.

 

Die FrankfurtRheinMain GmbH ist die internationale Standortmarketinggesellschaft der Metropolregion FrankfurtRheinMain (FRM). Sie präsentiert die Kreise und Städte der Region als schlagkräftige Gesamtregion im Ausland. Kern der Metropolregion ist der städtische Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main. Insgesamt hat das Rhein-Main-Gebiet ungefähr 5,7 Millionen Einwohner, von denen etwa 2,2 Millionen im Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main leben. Andere städtische Zentren neben Wiesbaden, Mainz und Darmstadt sind Rüsselsheim, Groß-Gerau, Bad Homburg, Offenbach, Hanau, Aschaffenburg, Gießen, Limburg und Fulda. In Frankfurt werden bis 2030 weitere 100.000 Einwohner mehr erwartet, in der Region weitere 150.000 bis 200.000. Der Flughafen Frankfurt bietet derzeit 81.000 Arbeitsplätze, in der Umgebung noch einmal das Doppelte. Die Flugbewegungen nehmen ständig zu.

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