Großer Andrang bei der 13. Zeltkerwe-Auflage in Beerfelden

Herrliches Wetter machte die Beerfelder Kerwe wieder zum vollen Erfolg für den veranstaltenden Verein. Nach dem Start am Freitagabend mit der Mallorca-Sause von DJ Jackson, bei dem die Veranstalter an die 500 Gäste zählten, brummte die Bude auch an den beiden folgenden Tagen. Am Samstag machte es sich bewährt, dass zuvor die Hand- und Fußballspiele stattfanden und die Aktiven danach im Festzelt in der Stried einliefen. Auch wenn nur die Handballer erfolgreich waren, hatten die Balltreter genauso viel Durst.

Am Abend gab es kaum noch ein Durchkommen, als Stefan und Jey aufspielten. Erfreut registrierte man auch viele Jugendliche unter den Besuchern. „Da wir eine Brauchtumsveranstaltung sind, dürfen auch 14-Jährige schon rein“, freute sich Vereinsvorsitzender Marc Gärtner. Der Sonntag ist seit jeher eine Bank, wenn die Feuerwehrkapelle mittags aufspielt und es nach dem Fassanstich Freibier gibt. Die 25 musikalischen Frauen und Männer unter der Leitung von Wolfgang Hörr und Dirk Bondes sind schon seit Jahren ein fester Bestandteil.

Schon der morgendliche Gottesdienst mit Pfarrer Roland Bahre war sehr gut besucht. Bei schönem Wetter fand er Open-Air statt. „Gott ist auch in den Kleinigkeiten“, betonte der Geistliche. Bei allem, was heute auf der Welt passiere, fühlten sich die Menschen ohnmächtig, sagte er. Deshalb sei es gut, „ein Senfkorn der Liebe in die Herzen der anderen zu pflanzen“.

Danach zog es die Feierwilligen wieder nach drinnen, denn es wartete das traditionelle Mittagessen auf sie. Zuerst spielte die Kapelle ein paar schmissige Weisen, ehe dann die neue Ortsvorsteher Christian Zimmermann herausgedeutet wurde und zur Tat schreiten musste. Er machte seine Sache gut, nach eine paar Schlägen floss erst der Schaum, dann auch das Bier. Unter den kritischen Augen von Andreas Schmucker, dessen Brauerei das Fass gestiftet hatte, sowie dem Vereinsvorstand mitsamt Bürgermeister Christian Kehrer schwang er kräftig den Hammer. Gärtner hatte zuvor zur 13. Kerwe im Stried begrüßt.

Weit über 100 Portionen Erdriewe mit Salzfleisch fanden im Anschluss als Stammessen einen reißenden Absatz. Wozu sicherlich auch der Nachtisch in Form von Panna Cotta mit Frucht beitrug. Wer zu spät kam, musste hungrig bleiben, denn viele lassen am Sonntag die Küche kalt. Schon seit dem ersten Jahr der Zeltkerwe wird das Gericht am Sonntag stets von den Vereinsmitgliedern selbst zubereitet. Renner an den drei Kerwetagen war wie im Vorjahr auch der Pulled-Pork-Burger.

Einen schönen Zuspruch gab’s bei gutem Wetter für den samstäglichen Kerwebaum-Marsch vom Metzkeil zur Stried. Viele Gäste schlossen sich gleich an und drängten sich dann ins Zelt. Von 15 Mann wurde das Nadelholz der alten Tradition folgend getragen und am Ziel nur mit Manneskraft aufgestellt. Den Richtspruch hielt Kerwebub Jochen Neff, Gabriel Kaufmann kümmerte sich später um das Ende des Kerwebobbes. Eine Hüpfburg stand für die Kinder bereit, außerdem gab es einen Luftballonwettbewerb und Kinderschminken.

Die folgende Nacht war für die Helfer aus dem Kerweverein sehr kurz. Denn mit „Stefan und Jey“ konnte bis 3 Uhr nachts getanzt werden. Schlager, Discofox und Popstücke von Andreas Gabalier, Münchner Freiheit oder Pur ließen die Tanzwütigen ein ums andere Mal die Bühne entern. Die Jugendfeuerwehr war am Nachmittag im Einsatz: Ab den Mittagsstunden füllte sich die Kuchentheke durch Spenden beständig, sodass deren Mitglieder dann später kräftig mit Ausgeben beschäftigt waren.

Wehe dem, der sich im vergangenen Jahr in Beerfelden etwas zu Schulden kommen ließ. Die Kerweschar hatte eifrig mitnotiert. Dieses Mal waren die Truppe gleich zu neunt auf der Bühne, um allerlei kund zu tun: Leonie Bundschuh, Svenja Schäfer, Lisa Kaden, David Baumgärtner, Adnan Hadzic, Sebastian Hartmann, Matthias Lang, Gianluca Eifert und Maxi Kahle legten los.

Die 13. Auflage der beliebten Beerfelder Zeltkerwe beweist, dass das Konzept des Vereins aufging und man aufs Neue ein breites Publikum erreichte. Laut Gärtner waren ungefähr 75 Helfer im Einsatz. Inzwischen hat der Kerweverein 160 Mitglieder, die sich um Erhaltung, Pflege und Förderung der Beerfelder Kerwe kümmern. Für ihn ist der wachsende Zuspruch der beste Beweis dafür, dass der 2010 gegründete Verein seinen Satzungszweck aufs Beste erfüllt: nämlich Brauchtum und Mundart durch die Ausrichtung am Leben zu erhalten.

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