Gewaltiger Nachholbedarf bei der Instandhaltung

Nach der Fusion „schwimmen wir nicht in Geld“, macht Bürgermeister Christian Kehrer deutlich. Denn in den vergangenen Jahren blieb in den vier vorherigen Kommunen eben wegen Geldmangel so viel liegen, dass jetzt gewaltiger Nachholbedarf besteht. Der Erhalt und die Ertüchtigung der Infrastruktur stehen dabei im Fokus. In Beerfelden muss etwa das Bürgerhaus saniert worden, in Falken-Gesäß wird das „Käffchen“ im Dorfgemeinschaftshaus über IKEK-Mittel angegangen.

Kehrers Ziel ist es, für jedes städtische Gebäude eine Bewertung zu erstellen, in welchem Zustand es ist, ob es und wenn ja wann (energetisch) saniert werden muss. Denn im Jahr gibt die Stadt allein 420.000 Euro für Strom aus, für Gas und Heizöl noch einmal 100.000 Euro. Ganz zu schweigen von den Instandhaltungskosten in Höhe von 600.000 Euro. Allerdings müsse auch geschaut werden, was „realistisch machbar ist“. Eine dringende Baustelle ist unter anderem die Hetzbacher Sporthalle. „Da muss unbedingt die alte Heizung ausgetauscht werden.“

Auch auf den vielen Friedhöfe in den einzelnen Stadtteilen stehen Umbaumaßnahmen an. Hier geht unter anderem um Urnengrabfelder. In den drei Schwimmbädern läuft derzeit eine Analyse, um an Mittel aus dem Landesprogramm „Swim“ ranzukommen, sagte Kehrer. Pumpen, Filteranlagen und Becken sind meist in die Jahre gekommen. „Wir wollen die Bäder zukunftsfähig machen“, betonte der Bürgermeister.

Ein großer Brocken sind ebenfalls Gemeindezentrum und Sporthalle in Unter-Sensbach. Letztere ist noch auf dem Stand des Baus vor 50 Jahren. Elektrik, Sanitär und Dämmung müssen angegangen werden. Etwa ein Drittel der Gesamtsumme von 450.000 Euro kommt über KIP-Mittel rein, der Rest bleibt an der Stadt hängen.

Dafür und für andere anstehende Dinge will mit die knapp drei Millionen Euro aus der Hessenkasse verwenden. Zehn Prozent davon muss die Stadt aus eigener Tasche dazulegen. Dazu kommt noch „viel Kleinkram“, wie der Rathauschef verdeutlicht. So fehlt dem Bauhof ein Pkw, weshalb die Mitarbeiter „mit dem Unimog auf einen Termin fahren müssen“, weil das andere Fahrzeug gerade belegt ist.

Ein anderes Thema ist eine zentrale Schließanlage für alle städtischen Gebäude. „Die Putzfrau hat einen monströsen Schlüsselbund dabei“, breitet Kehrer die Arme weit aus. Im Schlüsselschrank seines Büros hängen über 50 Haken voll mit jeweils mehreren Schlüsseln. „Da blickt keiner mehr durch“, betont er. Für ihn gilt dabei aber: „Erst einmal die kleinen notwendigen Dinge erledigen, bevor man an Großes denkt.“

Eine Erfolgsgeschichte ist die Stadtbücherei, für die man nun größere Räume sucht. „Die platzt aus allen Nähten“, so Kehrer. Einmal in der Woche von Ehrenamtlichen betreut, stoßen die 4000 Medien aus allen möglichen Sparten auf viel Nachfrage. Jedes Jahr kommen ein paar neue Bücher dazu. Gesucht wird ein Platz in der Innenstadt. Dafür steht die Stadt mit der Oreg in Kontakt, um freie Räume aufzutun.

Oberzent will sich daneben besser nach außen präsentieren, erläutert der Bürgermeister. Da geht es um neue Broschüren über die Sehenswürdigkeiten, die Fertigstellung der Homepage, neue Stadtpläne oder Neubürgerbroschüren. Außerdem soll für jeden Stadtteil eine einheitliche Beschilderung her. Friedhöfe, öffentliche Gebäude, touristische Punkte, Gaststätten, Pensionen stellt sich Kehrer darauf vor.

Info: Die Stadtbücherei Oberzent im Erdgeschoss des Bürgerhauses Beerfelden ist immer donnerstags von 16 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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