Lachen und Saunieren mit der Rothenberger Theatergruppe

Es ist fast wie im richtigen Leben, lacht Susanne Weyrauch. Die Personen aus dem lustigen Dreiakter „Der Sauna-Gigolo“ hatte jeder schon einmal vor der Nase: biestige Frauen, die sich nichts gönnen, dumm-dreiste, begriffsstutzige und dazu noch eifersüchtige Männer. Beste Voraussetzungen für viele Lacher in den drei Vorstellungen der Theatergruppe (RTG) am 10.,16. und 17. November in der Rothenberger Sporthalle.

Für viel Situationskomik, bei der die Laienschauspieler ihr komödiantisches Talent voll ausleben können, ist gesorgt. Drei Freundinnen in der Damen-Sauna himmeln den Masseur an, jede will ihn für sich, ihren Männern wiederum passt das gar nicht. Das führt zu Eifersüchteleien. Verwechslungen, Verwicklungen, Verwandlungen bestimmen die Aufführung. Schon bei den Proben hatten die Akteure sichtlich Spaß.

„Wenn wir wissen, wie viele mitmachen, bestellen wir uns mehrere Stücke zur Auswahl“, erläutert die RTG-Vorsitzende. Was allen am besten gefällt, kommt dann in die Endauswahl. „Dieses Stück war am lustigsten, deshalb haben wir es genommen.“ Jeder Schauspieler darf sich seine Rolle wünschen. In der Regel bekommt er sie. „Es gab bisher nie Streit darüber“, lächelt sie.

Die Fronten sind eh klar: Auf der einen Seite die streitlustigen Frauen, auf der anderen die etwas naiven, einfach strukturierten Männer, witzelt Weyrauch. Ein Grummeln in tiefer Stimmlage auf der anderen Seite des Tisches zeugt als Reaktion von einer gewissen Resignation. Bei der RTG ist klar: Wer nicht über sich selbst lachen kann, ist fehl am Platz.

Ende August begannen die Proben. Jetzt geht’s in die Vollen. Der Bühnenbau startet am 2. November. Entstehen wird ein Wellnesstempel: „Die Männer bauen, die Frauen schmücken aus“, heißt die Arbeitsteilung. „Zum Glück haben wir viele talentierte Handwerker“, sagt Weyrauch. Dann können die Aktiven eine Woche lang jeden Tag auf 14 Meter Aktionsfläche proben, wo bisher im Feuerwehrraum nur fünf Meter zur Verfügung stehen.

Die RTG-Aktiven freuen sich dieses Mal, mit Harry Foshag, Ulrike Beisel und Achim Bartmann ein paar Rückkehrer begrüßen zu können. „So viele waren noch nie auf der Bühne“, rechnet die Vorsitzende nach. In der diesjährigen Produktion wirken elf Akteure mit, drei mehr als 2017. „Die Zuschauer dürfen nach den drei Akten gerne sitzen bleiben“, betont Weyrauch. Denn die eingeschworene Theatertruppe freut sich auf viele Gäste, die nach dem offiziellen Ende „im vierten Akt mitfeiern“.

Wenn Ulrike Beisel sieht, wie sich die Zuschauer jedes Jahr aufs neue Stück freuen, „gibt das Auftrieb“, sagt sie. Schon bei den Proben „ist es total lustig“, hat sie festgestellt. Für Susanne Weyrauch sind die Lacher und der Applaus des Publikums der schönste Lohn für die stressigen Proben, die in der Woche vor der Premiere täglich stattfinden. Und danach „ist leider alles ganz schnell wieder vorbei“. Harry Foshag findet es „deutlich schöner“, auf der Bühne zu stehen als im Zuschauerraum zu sitzen.

„Obwohl anstrengend und aufregend“, macht die Regiearbeit seit 26 Jahren Marina Weinthäter jedes Mal aufs Neue Spaß. „Ich mache mich inzwischen nicht mehr verrückt“, betont sie. Kurz vor knapp wird es dann meistens doch bisschen hektischer, „weil der Text sitzen muss“, schaut sie ihre Pappenheimer zwinkernd an. Was diese gleich zum Anlass nehmen, über die mangelnde Textkenntnis des einen oder anderen herzuziehen.

Acht Theaterbegeisterte gründeten vor 34 Jahren die Theatergruppe. Drei davon sind heute noch dabei, weiß Weyrauch. Aktuell besteht die Truppe aus 22 Mitgliedern im Alter zwischen 24 und 61 Jahren. 22 Mal fanden RTG-Aufführungen im Gasthaus Adler statt, ehe man dann 2009 in die Sporthalle zog. 2013 hieß es dort letztmals „Allein unter Kühen“, ehe die Truppe wegen des Umbaus drei Jahre pausieren musste. „Rabatz auf dem Campingplatz“ bildete im vergangenen Jahr den mehr als erfolgreichen Neustart in der renovierten Halle.

Info: „Der Sauna-Gigolo“, eine Komödie in drei Akten von Andreas Wening, wird von der Rothenberger Theatergruppe am Samstag, 10., Freitag, 16., und Samstag, 17. November, in der Sporthalle aufgeführt. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass um 18.30 Uhr.

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