Neue DRK-Rettungswache in Beerfeldens Hirschhorner Straße wurde eingeweiht

Die rettungsdienstliche Versorgung der Menschen im Südkreis hat jetzt ein weiteres Standbein: Die neue DRK-Rettungswache in der Hirschhorner Straße wurde eingeweiht. Von ihr aus lassen sich Rothenberg, Gammelsbach und Ober-Hainbrunn, aber auch Güttersbach oder Olfen innerhalb der Zehn-Minuten-Hilfsfrist erreichen, wo das DRK zuvor von der Mümlingtalstraße aus länger unterwegs war. Die Verantwortlichen, zu denen auch der Landesverbands-Präsident Norbert Södler zählte, zeigten sich erfreut über diese Verbesserung.

DRK-Kreisvorsitzender Georg Kacila wies auf die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen und Qualitätsansprüche hin. Das Rote Kreuz besetze alle zehn Rettungswachen im Kreis, wovon sich sechs in eigenem Besitz befinden. Er blickte zurück in die Geschichte: 1990 wurde die erste Wache in der Gammelsbacher Straße in Betrieb genommen. 2004 begann man damit, den Standort in die Mümlingtalstraße zu verlegen, wo die neue Rettungswache Ende 2007 in Betrieb genommen wurde.

Damit war aber noch lange nicht Schluss. Die Zunahme von Einsätzen im südlichen Kreisgebiet führte laut Kacila dazu, dass im Mai 2013 eine weitere Rettungswache in Hetzbach errichtet wurde. Sie deckt vor allem das Gebiet von Hiltersklingen über Krähberg bis Sensbach ab. Zuvor war dort seit 2011 ein Rettungswagen im Feuerwehrhaus untergebracht.

Um Richtung Rothenberg schlagkräftiger zu werden und die Hilfsfristen einhalten zu können, begannen bereits 2015 die Überlegungen, den Beerfelder Standort weiter Richtung Westen zu verlagern. Als treibende Kräfte erwähnte Kacila in diesem Zusammehang den verstorbenen Dr. Roland Krauhs und den früheren Rothenberger Gemeindevertreter-Vorsitzenden Dr. Horst Schwinn.

Im Frühjahr 2015 starteten die Planungen, zwei Jahre später wurde der Kaufvertrag für das 800 Quadratmeter große Gelände unterschrieben. Vor etwa einem Jahr begannen die Bauarbeiten. Rettungsdienstleitung und Mitarbeiter waren in diese mit einbezogen. Zwölf regionale Handwerker waren laut Kacila mit den Gewerken beauftragt. Die prognostizierten Gesamtkosten von 530.000 Euro für das „optimale, zweckmäßige und schöne Funktionsgebäude“ wurden eingehalten, freute er sich.

Michael Reuter als Mitglied des Kreisausschusses sprach von einer Verdopplung der Einsätze in den vergangenen zehn Jahren seit Einzug in die Mümlingtalstraße. Es gelte, „den veränderten Anforderungen Rechnung zu tragen“, sagte er.  Der Ärztliche Leiter Dr. Bernhard Krakowka sah die Einweihung als weiteren Schritt zur lückenlosen Notfallversorgung im Odenwaldkreis. Das Phänomen steigender Einsatze sei „in relativ kurzer Zeit entstanden“, sagte er.

Gab es Odenwaldkreis-weit 2011 noch 13.000 rettungsdienstliche Einsätze, waren es 2017 schon 18.000. Pro Jahr stellte er im Schnitt eine fünfprozentige Steigerung fest. Damit ist man aber nicht allein. „Das ist überall in Hessen so“, betonte er. Die Schließung des Krankenhauses in Lindenfels vor knapp zwei Jahren „wirkt sich massiv aus“, so der Arzt. Dazu kämen noch eingeschränkte hausärztliche Notdienste.

Krakowka machte aber klar, „dass die Notarzteinsätze fast gleich geblieben sind“. Das ist für ihn ein Zeichen dafür, „dass die Bevölkerung nicht kranker wird“. Er wies darauf hin, dass Hessen „die strengste Hilfsfrist in ganz Deutschland hat“. Mit der neuen Rettungswache seien Rothenberg sowie die Ortseingänge von Olfen und Güttersbach in 9,5 Minuten erreichbar, wo es vorher 12 oder 13 waren. Eine ganz klare Verbesserung, weshalb er von einer „super Abdeckung des Südkreises“ sprach.

Der DRK-Rettungsdienst bewältigt landesweit jedes Jahr etwa 500.000 Einsätze und legt dabei 20 Millionen Kilometer zurück. Zwei Drittel der Rettungswachen sind vom Roten Kreuz besetzt. Der herrschende Fachkräftemangel macht auch vor den Helfern nicht halt, weswegen laut Landesverbands-Präsident Norbert Södler unkonventionelle Wege gefragt sind. Er sprach ebenso wie Bürgermeister Christian Kehrer Grußworte.

Die DRK-Rettungswache in der Hirschhorner Straße Beerfelden ist derzeit von 7 bis 22 Uhr mit je zwei Personen besetzt, einem Rettungs- und einem Notfallsanitäter. Die Fahrzeughalle des 160 Quadratmeter großen Gebäudes ist mit einem Rettungswagen besetzt. Ruhe-, Sozial-, Aufenthalts- und Sanitärräume komplettieren das Innere.

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