Der Vorverkauf fürs diesjährige Finki-Festival läuft

„Toppen wollen wir das (ausverkaufte) Finki 2018 nicht“, schmunzelt Mani Neumeier. „Aber gut werden soll es“, fügt er lächelnd hinzu. Der Kopf von Guru Guru und musikalische Leiter des Finki-Festivals tourte gerade mit seiner Band durch Japan. Auch im Land der aufgehenden Sonne hat das Krautrock-Urgestein seine Fans. Zwischenzeitlich „muss“ er aber auch an die Heimat denken, denn die Vorbereitungen fürs 37. „Guru-Feschd“ in 43 Jahren sind bald abgeschlossen. Zwei Drittel der Bands für den 9. und 10. August sind bereits verpflichtet.

Neumeier ist im Jahr nach dem 50. Bandjubiläum einfach nur glücklich darüber, dass „seine“ Musik immer noch so viele Anhänger hat. Dass die Band ein halbes Jahrhundert bestehen würde und das Guru-Feschd die Zuschauer massenhaft ins Finkenbachtal zieht, „hätte ich damals nie gedacht“, meint er. „Es ist ein Wunder, dass so etwas passieren kann“, sagt der 78-Jährige angesichts der heutigen Gesellschaft, in der nur das „Schneller, Höher, Weiter“ zählt.

Wenn der Ober-Guru Neumeier auf mehr als 50 Jahre zurückblickt, wird er etwas wehmütig. „Viele Kollegen von damals sind schon gestorben.“ Einen der alten Garde hat er aber für das diesjährige Festival verpflichten können: Leo Lyons, der 1969 mit „Ten Years After“ Woodstock aufmischte, ist 50 Jahre später mit seiner heutigen Formation „Hundred Seventy Split“ am Start.

Für den Musiker ist es faszinierend, „so lange diese Kultur machen zu können, die man sonst auf dem Land nicht findet“. Denn „wir haben einen hohen Qualitätsanspruch“. Die Besucher kommen von weit her, um auf dem Finki Bands geballt live zu sehen, die anderswo kaum noch zu erleben sind. Diese Sicht deckt sich mit der Manis, wie ihn alle nennen. „Warum er diese Bands?“, wird er gefragt. „Weil sie authentisch und gut sind“, sagt er. „Und erschwinglich“, fügt er grinsend an.

Selbst wenn es wie 2018 beim ausverkauften Guru-Feschd besonders voll ist, „bleibt es immer noch gemütlich“, weiß er. „Kein Tohuwabohu wie Wacken.“ Jeder kennt jeden. Der 78-Jährige ist ein Musiker zum Anfassen. Laufend muss er eine Hand schütteln, wird umarmt, signiert Plakate. Geduldig macht Neumeier alles mit. Für ihn ist die Durchführung des Finki immer wieder „eine große Ehre“.

Als erstes Musikfestival im Odenwald vor 43 Jahren ins Leben gerufen, wird es jedes Jahr aufs Neue durchgeführt. Der Musiker merkt immer, „dass das Feeling stimmt“. Neumeier spielt viele Konzerte auswärts, aber das Heimspiel ist für ihn etwas Besonderes. „Den Platz, die Musik, die Schwingungen“ empfindet er im Finkenbachtal anders. „Das ist echte und unverfälschte Kultur“, schwärmt er über die auftretenden Bands.

Ohne viel „Hitparaden-Brimborium“ spielen auf „seinem“ Finki Gruppen außerhalb des Üblichen. „Das wird von den Leuten geschätzt“, weiß er. Wie der tasmanische Gitarrenteufel Rob Tognoni, der nach 2015 in diesem Jahr wieder die Bühne entern wird. Oder Legende Arthur Brown, der „God of Hellfire“, ebenfalls ein Dinosaurier der Rockszene. Der 76-Jährige ist längst Stammgast.

Die Franzosen von „Lazuli“ sind eher „Jungspunde“ gegen diese Ur(groß)väter des Rock und Blues, auch wenn die Band schon 20 Jahre auf dem Buckel hat. Sie steht für den progressiven Part des Festivals, gepaart mit Folk-Einflüssen aus ihrer südfranzösischen Heimat. „Adesa“ wiederum sorgt für Weltmusik und Afrika im Odenwald. Bei allem nicht zu vergessen: Das traditionelle Konzert von Guru Guru, immer samstags um 21 Uhr.

„Wir wollen mit dem Programm ein schönes und gemütliches Festival haben“, betont auch Booker Karlheinz Osche. „Die Bands müssen einfach nur zum Finki passen“, sagt er. Beste Voraussetzung für ein gelungenes Event war die Tour zum 50-jährigen Bestehen von Guru Guru. „Die lief super gut und wir waren sehr zufrieden“, freut sich Osche. In diesem Jahr wird es weniger Konzerte geben, „denn wir spielen nicht jedes Jahr im selben Club“, erläutert er. Es läuft aber schon die Tour-Planung für 2020 an, die den „Elektrolurch“ im Titel trägt, verrät er.

Info: Der Vorverkauf fürs „Guru-Feschd“ am Freitag, 9. (ab 19 Uhr), und Samstag, 10. August (ab 15 Uhr), in Finkenbach hat begonnen. Alles weitere unter www.finki-festival.de. Schon vorher spielt Guru Guru am Samstag, 15. Juni, um 20 Uhr Open-Air im Mannheimer 7er Club.

Werbeanzeigen