Drei rauschten mit über 100 durch Airlenbach

Die Einwohner hatten es schon immer vermutet, jetzt haben sie es Schwarz auf Weiß. Im Stadtteil wird gerast, was das Gaspedal hergibt. Im Rahmen einer „versteckten“ Geschwindigkeitsmessung, die allerdings die Fahrzeughalter nicht erfasste (und damit keine direkten Konsequenzen für diese hat), stellte Stadtpolizist Nabil el Kadi fest, dass 35 Prozent aller fahrbaren Untersätze im Ort zu schnell unterwegs waren. „Für die Stadtpolizei ist hier in der Zukunft ganz klar ein Handlungsbedarf“, betonte er. Mit weiteren Messungen in Form von mobilen Blitzern „ist zu rechnen“, sagte der Mann aus dem Oberzent-Ordnungsamt.

In den zwei Wochen, in den das Geschwindigkeitszählgerät in Airlenbach hing, befuhren täglich im Schnitt 1200 Fahrzeuge Airlenbach, erläuterte El Kadi. „Das macht im Jahr fast eine halbe Millionen Fahrzeugbewegungen.“ In der Ortsdurchfahrt der L 3120 gelten 50 km/h. Würde hier eine Geschwindigkeitsmessung stattfinden, müssten unter Einbeziehung der Toleranz acht Prozent der Fahrerzeuglenker eine Geldbuße zahlen und „einige sogar Ihren Führerschein abgeben“, ergab seine Auswertung.

Spitzenreiter waren drei Autofahrer, die mit 113, 109 und 102 Stundenkilometern durch den Ort bretterten. Zwei davon abends kurz vor 21 Uhr, einer nach Mitternacht. „Wer meint, dass das wieder Motorradfahrer waren, der täuscht sich“, sagte der Stadtpolizist. Bei allen drei handelte es sich um Pkw. Er wird das Messgerät nun an einer anderen Stelle anbringen, die El Kadi natürlich nicht preisgeben will, wie er schmunzelnd meinte.

Das eingesetzte Gerät kostete um die 2000 Euro, erläuterte er. „Eine sehr gute Investition“, wie El Kadi betonte. Denn die beiden kleinen weißen Kästen werden einfach an einer Verkehrszeichen-Stange befestigt und sind für Durchfahrende so gut wie nicht zu erkennen. „So bekomme ich verlässliche Daten, wie schnell wirklich gefahren wird“, hob er hervor. Es lassen sich klare Aussagen treffen. Denn Blitzer werden viel stärker wahrgenommen, wodurch dann doch etliche langsamer fahren als zuvor.

Laut dem Stadtpolizisten kann das Gerät neben der Geschwindigkeit auch die Art des Fahrzeugs erkennen, da es dessen Länge feststellt. Er sieht den Einsatz „als eine besondere Art der Präventivarbeit“. Denn bedingt durch die große Ausdehnung der Stadt Oberzent und ihm als einzigen dafür zuständigen Mitarbeiter „kann ich nicht überall sein“. Deshalb ist es für El Kadi eine große Hilfe zu wissen, wo tatsächlich Handlungsbedarf in Form von Kontrollen besteht, weil viele zu schnell fahren. Wie eben in Airlenbach.

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