Hits der Neuzeit im Sound der 50er Jahre von der Rockabilly-Band „The Riwwels“

„Unsere Herkunft ist so verstreut wie unser Musikgeschmack“, lächelt Gitarrist Manuel Jörg. Wobei die räumliche Nähe noch eher gegeben sein dürfte als die musikalische. Denn alle Mitglieder der Rockabilly-Band „The Riwwels“ kommen aus dem Odenwald. Der Name entstammt der Urform „Merwes und die Riwwelkuche“. Nach einigen Personaländerungen ist das Beste vom Riwwelkuche übrig geblieben, schmunzelt der aus Frankfurt nach Hering (Otzberg) zugezogene: eben „The Riwwels“.

Seine Kollegen zeigen die ganze Vielfalt des Odenwaldkreises. Dirk Allman (Kontrabass/Vocals) kommt aus Vielbrunn, Bernd Heimer (Piano/Akkordeon) ist in Breuberg zuhause, Rainer Rapp (Drums) in Sandbach und Sängerin Judith Weimar, die auch Saxophon spielt, nennt den Brombachtaler Ortsteil Birkert ihre Heimat – ein sehr musikalisches Dorf, denn dort wohnen auch zwei Mitglieder der Depeche-Mode-Coverband „Depeche Reloaded“.

Ziel der Bandgründung war es laut Jörg, „sich aus der großen Menge der Musikschaffenden abzuheben und trotzdem eine breite Gruppe an Leuten anzusprechen“. Dabei war den Riwwels die kreative Komponente besonders wichtig, um nicht nur bekannte Lieder möglichst originalgetreu nachzuspielen, sondern sie mit eigener Note zu interpretieren, betont der Neu-Heringer. Kreativität sollte zum festen Bestandteil des Repertoires werden. Gesagt, getan.

Da Dirk Allmann Brian Setzer, Louis Prima und Bill Haley schon als Jugendlicher an der Wand hängen hatte und Rainer Rapp „bereits mit pomadisierter Tolle auf die Welt gekommen ist“, war die Idee naheliegend, Hits der Neuzeit in den Sound der 50er zu transportieren. „Rockabilly reißt mit seinem Groove, seinem Sound und seiner flockigen Leichtigkeit alle Generationen mit“, hat er beobachtet.

Gute Laune ist dabei garantiert, stellen die fünf Musiker bei den Konzerten fest. Oft ergreift das Kopfwippen der Zuhörer beim ersten Song mit der Zeit den ganzen Körper und „am Ende gibt es niemanden mehr, der nicht voll mitgeht“. Die Rückmeldungen der Fans sind euphorisch: „Überwältigend“, „überragend“, „vor allem in der Vielseitigkeit unübertroffen“.

Nicht nur für den Gitarristen, auch für den Rest der Truppe hat Rockabilly eine ganz besondere Faszination. Denn das Genre bildet den Grundstein für so viele Musikrichtungen, „dass die Bandbreite, die sich daraus ergibt, schier endlos erscheint“. Das Gerüst bildet ein schneller Blues, erläutert Jörg. „Nimmt man in der Hauptstimme ein paar Sexten dazu, landet man im Country-Feeling und dreht man alternativ den Zerrgrad der Gitarre hoch, wird ruckzuck Heavy Metal daraus.“

Das nennt er auch als Grund, warum sich die fünf, die aus „wirklich allen Bereichen der Musik stammen“, zusammengefunden haben. „Was bei keinem von uns freiwillig aus den Boxen kommt, ist HipHop und Techno“, gibt es eine klitzekleine Einschränkung. Bernd Heimer stand schon in frühester Kindheit auf der Bühne. Er war später an Posaune und Akkordeon in der Bigband der Jugendmusikschule zu hören. Rainer Rapps Schlagkünste liefern außerdem die Rhythmen bei der Partyband „Heimlichgut“, lacht der Gitarrist. Beide haben ihre Heimat im Schlager.

Judith Weimar hat mit ihrer klassischen Gesangsausbildung bei Musicals mitgewirkt. Ihr Organ war in diversen Funk-, Soul- und Rock-Coverbands zu hören, so war sie 15 Jahre bei „Hiptown“ und lange Zeit bei „Next Wave“ aktiv. Dirk Allmann hatte im vergangenen Jahr sein 30. Bühnenjubiläum. Er betourte mit „Billy and the lucky boys“ in den 80/90ern ganz Deutschland. Mit seinem Nebenprojekt „Fistfulofchili“ huldigt er den Red Hot Chili Peppers. Als Toningenieur beim ZDF ist zusätzlich für den guten Klang zuständig.

Manuel Jörg ist überzeugter Heavy-Metaller und hat jahrelang mit seiner ehemaligen Band „Dystonia“ Songs im Stil zwischen Creed, Metallica, StoneSour und Disturbed geschrieben und stand damit schon auf größeren Bühnen wie der Frankfurter Batschkapp. Die (musikalisch) harte Saite lebt der Gitarrist heute in seinem Nebenprojekt „Schobbeschubbe“ aus.

Info: Die „Riwwels“ treten am Samstag, 27. April, um 21 Uhr bei der Groß-Umstädter Musiknacht in der „Goldenen Krone“, Markt 7, auf. Sie bestreiten außerdem am Freitag, 12. Juli, ab etwa 19 Uhr die musikalische Unterhaltung am Eröffnungsabend der Oberzent-Expo während des Beerfelder Pferdemarkt. Mehr unter www.the-riwwels.de

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