Roberto Tardito macht Station in Hirschhorn

Es wird langsam zur Tradition: Roberto Tardito wird auch auf seiner diesjährigen Europatournee am Samstag, 4. Mai, 20 Uhr, Station bei der Kunstpflege Hirschhorn machen. Durch seine inzwischen 9 CDs und Liveauftritte in Europa und den USA ist der italienische „Cantautore“ mittlerweile international bekannt. Der Begriff „Cantautore“ entspricht dem deutschen „Liedermacher“, klingt aber natürlich wesentlich besser.

Tardito ist ein Poet, der sehr wohl auch gesellschaftskritisch werden kann. Sein Vortragsstil ist natürlich nicht nur sehr musikalisch, sondern auch gefühlsbetont – singt er doch über Themen, die ihn bewegen. Seine leicht raue Stimme (in Kritiken taucht immer wieder der Vergleich mit Paolo Conte auf) sorgt dabei für besondere Intensität.

Der Singer-Songwriter Tardito lebt seine manchmal poetischen, manchmal aber auch gesellschaftskritischen Songs. Nur mit seiner akustischen Gitarre, teilweise auch sich selbst auf der Mundharmonika begleitend – siehe Bob Dylan, mit dem er oft verglichen wird -, philosophiert er über den Sinn des Lebens, die vielen Verbote im täglichen Einerlei, das fehlende Engagement in der Gesellschaft. Eben die klassischen Liedermacher-Themen, die man dem völlig in seine Musik vertieften Italiener sofort abnimmt. Wie im vergangenen Jahr gibt es fürs Publikum wieder eine Übersetzung seiner Text vor dem jeweiligen Lied.

„Se fossi Dylan“, „Wenn ich Dylan wäre“, heißt eine CD von Roberto Tardito. Und wirklich lassen sich einige Parallelen zwischen dem italienischen „Cantautore“, wie die Liedermacher im Süden genannt werden, und dem amerikanischen Nobelpreisträger finden. Allerdings ist das Italienisch des aus dem Piemont stammenden Tardito eindeutig besser verständlich als das Genuschel des US-Poeten Bob Dylan.

Über den Kortelshütter Musiker Heiko Plank kam der Kontakt Tarditos zur Kunstpflege Hirschhorn zustande. Auf deren Einladung spielt der sympathische 35-Jährige jetzt eines seiner wenigen Deutschland-Konzerte. Seine raue und sehr einfühlsame Stimme liegt irgendwo zwischen Angelo Branduardi und Paolo Conte. Er ist in seiner Musik immer auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen den Kulturen und den verschiedenen musikalischen Traditionen.

Tardito singt Balladen und Revolutionslieder, aber auch populäre Songs aus der ganzen Welt. Seine Texte sind voller Reife und Aussagekraft, wie sie in der Tradition eines Hannes Wader, Reinhard Mey oder Konstantin Wecker zu finden sind.

Man darf sich am Samstag, 4. Mai, um 20 Uhr wieder auf ein besonderes Erlebnis freuen. Der Auftritt findet im Atelier von Enno Folkerts in der alten Pappenfabrik in Hirschhorn-Langenthal, Waldmichelbacher Straße 2, statt. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende für die Gage des Künstlers gebeten.

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