Bauhof-Mitarbeiter schuften für den Pferdemarkt wie die Ackergäule

Wenn es langsam auf den Pferdemarkt zugeht, herrscht im städtischen Bauhof Hochbetrieb – und Urlaubssperre. Zwei Wochen vorher und eine Woche danach werden alle helfenden Hände benötigt, um das größte Fest in Oberzent zu stemmen. 14 Mitarbeiter plus die Wassermeister sind gefordert, damit an den vier tollen Tagen alles funktioniert. Am Wochenende ist dann einer im Dauereinsatz: Bauhofleiter Gerd Köppel. „Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagt er. Denn den „Gailsmarkt“ hat er quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen.

Der Einsatzplan ist zwar schon über die Jahrzehnte erprobt, aber trotzdem kommt jedes Jahr was Neues dazu, schildert Köppel. Das ist meistens den steigenden Auflagen gefordert. Ein Beispiel sind die fünf großen Wassertanks, die als Hindernisse auf den Zufahrtsstraßen dienen, sodass keiner ungebremst aufs Festgelände donnern kann. „Da ist ein Kubikmeter Kies drin“, erläutert Köppel verschmitzt. Kein Wasser, denn das könnte ja ein Scherzbold ablassen.

Vom Sportplatz kommend werden drei davon aufgestellt, aus Richtung Hirschhorner/Gammelsbacher Straße zwei. Die anderen Zufahrten haben einen 90-Grad-Winkel drin, sodass hier Fahrzeuge keine Geschwindigkeit aufnehmen können.

Dieses Jahr werden außerdem 300 Meter Bauzaun gestellt, zum einen als Abtrennung zwischen Markt- und Turniergelände, zum anderen um am Abschlussmontag einen Parkplatz fürs Feuerwerk zu sperren. Neben den Straßenlaternen hängen die Mitarbeiter zusätzliche LED-Strahler auf, damit es auch nach der Sperrstunde noch Licht für die Besucher gibt. Und sollte es einen Stromausfall geben, stehen zwei „Power-Moon“-Aggregate zur Verfügung, die den Festplatz im Notfall beleuchten.

Der Stromverbrauch „ist in den vergangenen Jahren stark gesunken“, freut sich Köppel. Denn die Betreiber der Fahrgeschäfte steigen nach und nach auf LED um, weil diese Beleuchtungsart viel weniger Strom verbraucht – und den müssen sie ja nach Verbrauch bezahlen. Die Markthändler werden nach einem Festbetrag abgerechnet.

Um die 15 Stromkästen hängen auf dem Festgelände, was locker 150 Schukosteckdosen bedeutet, rechnet der Bauhofleiter nach. Stromstrom natürlich außen vor. Die Fahrgeschäfte sind aufgrund des großen Bedarfs direkt angeschlossen. Mit Leitungen einmal quer durchs gesamte Marktgelände schätzt er um die zwei Kilometer an Kabeln, die zu verlegen sind. Dazu kommen noch einmal 15 Wasserstellen. Zum Glück „wurde die Stried damals als Marktgelände konzipiert“, erläutert Köppel, sodass die entsprechende Infrastruktur gegeben ist.

Die Kanäle werden im Vorfeld einmal kräftig durchgespült, damit auch alles richtig abläuft. Sträucher und Hecken gilt es auf dem kompletten Pferdemarkt-Gelände zurückzuschneiden. Dazu kommt noch der Rasenplatz fürs Springturnier. „Der muss mit sieben Zentimetern auf den Punkt sein“, kennt er die Vorgaben. Mit dem Rasensprenger lässt sich das Wachstum beeinflussen, solange die Witterung eher trocken-heiß ist. Schwierig wird es bei feucht-warmem Wetter. Da schießt das Grün unkontrolliert.

Damit aber nicht genug. 200 Verkehrsschilder werden aufgehängt, ohne die Hinweise auf dem Platz selbst, was noch einmal um die 50 Beschilderungen bedeuten dürfte. 30 Fahnen werden im Stadtgebiet verteilt. Somit Highlife bis am Eröffnungsfreitag um 14 Uhr. Dann beruhigt sich die Lage ein wenig. Samstag- und Sonntagmorgen stehen die Mitarbeiter aber schon wieder stramm, um den Platz zu reinigen und die Schilder zu kontrollieren. Montags geht es sogar schon um 5 Uhr los, weil dann alles für die Tierschau aufzubauen ist.

Die Schausteller werden zur Mülltrennung verdonnert, erläutert der Bauhofleiter. Alles muss schön säuberlich nach Papier, Restmüll, Glas und Wertstoffen differenziert werden. Das ist die Voraussetzung dafür, „dass das Standgeld nicht erhöht wird“. Wer vorher auf dem Wimpfener Talmarkt war, ist bereits eingetroffen. Die vom Heinerfest trudeln Anfang der Woche ein, das Gros der Markthändler Donnerstag.

 

Info: Am Eröffnungsfreitag, 12. Juli, ist um 14 Uhr Restplatzvergabe auf dem Beerfeldener Pferdemarkt für alle kurzentschlossenen Markthändler, die unangemeldet anreisen. Dann öffnen auch schon Verkaufs- und Fahrgeschäfte. Von 14 bis 17 Uhr findet der Familiennachmittag statt. Um 18 Uhr startet die Oberzent-Expo in der Oberzent-Halle. Der Eröffnungsmarsch mit dem Spielmannszug Schöllenbach steigt um 19.30 Uhr von der Oberzent- zur Prof.-Walter-Hofmann-Halle. Mehr unter http://www.beerfelder-pferdemarkt.de

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