Bieriges beschäftigt Beerfelden: Schmucker ist nicht immer Schmucker

Der Fassbieranstich beim Pferdemarkt wird zwar mit Schmucker-Bier vor sich gehen, aber nicht dem vom Beerfellmer Andreas Schmucker, sondern dem Mossautaler. Bürgermeister Christian Kehrer bestätigte jetzt das, was in der Stadt am Berge schon die Spatzen von den Dächern pfeifen: Festwirt Alfred Groll schenkt in der Reithalle (Prof.-Walter-Hofmann-Halle) den Gerstensaft aus der Nachbarschaft aus.

Nach den Worten des Stadtoberhaupts gab es früher eine 1968 geschlossene Vereinbarung, dass für eine bestimmte Laufzeit auf dem Gailsmarkt nur Beerfeldener Bier ausgeschenkt werden sollte. Hintergrund: Das betreffende Stried-Gelände, das damals an die Stadt verkauft wurde, gehörte der ortsansässigen Schmucker-Familie.

Das galt für alle Veranstaltungen auf dem kompletten Stried-Gelände bis 2003, für den Beerfelder Pferdemarkt bis 2004. „Dieser Vertrag ist jetzt abgelaufen“, betonte Kehrer. Die Bierbezugsverpflichtung sei erloschen. Ein Gerichtsurteil aus den Jahr 2001 habe damals noch bestätigt, dass es zu dieser Zeit noch das Monopol gab, aber später erlosch es dann. Später wurde bereits einmal Erbacher Bier dort ausgeschenkt.

Seitens des Magistrats wurde auf die freie Marktwirtschaft und die Entscheidungsfreiheit des Festwirts verwiesen, welches flüssiges Gold er ausschenkt. Vorgabe war lediglich, dass es aus dem Odenwaldkreis sein soll. Auch aus der Stadtverordnetensammlung kam seinen Worten zufolge das Signal, dass die Auswahl regional sein könne und nicht auf die Stadt beschränkt sein müsse. Wie er erfuhr, soll in der Stadt bereits eine Unterschriftenliste pro Beerfelder Bier kursieren.

Galt früher die Biervorgabe fürs komplette Pferdemarkt-Gelände, so ist sie heute auf die Reithalle beschränkt, informierte er. Was deshalb laut Kehrer heißt, dass auf dem viertägigen Fest „für jeden (Bier-)Geschmack etwas dabei ist“. Denn fürs restliche Gelände gibt es keine Vorgabe. Regional sollte es nach dem Wunsch der Organisatoren sein, aber es kein absolutes Muss.

2018, so Kehrer, geschah der Fassbieranstich noch mit Beerfellmer Bier, bestätigt er. Dieses Jahr wird er mit Mossemer Schmucker geschehen. Grundsätzlich sei die Auswahl aber Sache des Festwirts. „Der ist nicht daran gebunden“, denn der Vertrag von 1968 sei nicht mehr gültig. In der gegenüber liegenden Oberzent-Halle kommen Freunde der städtischen Gerstensafts auf jeden Fall auf ihre Kosten, denn auf der Oberzent-Expo (OX) gibt es Beerfelder Bierspecialitäten aus der Felsenkeller-Brauerei. Andreas Schmucker, im OX-Team mit dabei, betreibt dort seinen eigenen Stand.

Info: Der Fassbieranstich findet am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr in der Prof-Walter-Hofmann-Halle statt. Mehr unter http://www.beerfelder-pferdemarkt.de

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