Jugendförderverein bündelt Fußball-Aktivitäten

Oberzent als Vorreiter: In der neuen Stadt wurde jetzt der erste Jugendförderverein des Odenwaldkreises gegründet. In ihm bündeln sieben Fußballvereine ihre Arbeit im Jugendbereich. Ziel ist es, ab der Saison 2020/21 Mannschaften von den A- bis G-Junioren in die Wettbewerbe zu schicken. Derzeit eifern etwa 130 Kinder und Jugendliche in Oberzent dem runden Leder nach, angeleitet von 20 Trainern und Betreuern.

Das Orga-Team mit Sebastian Siefert, Hartmut Beisel, Marcel Daub und Steffen Ulrich ging vor etwa einem Jahr an die Vorbereitung. Denn in den vergangenen Jahrzehnten wurde es für die Vereine immer schwieriger, eigene Jugendmannschaften zu stellen, schilderte Beisel vom SV Beerfelden. Der ist neben FC Finkenbachtal, SV Gammelsbach, TV Hetzbach, SG Rothenberg, TSV Sensbachtal und Türkspor Beerfelden einer der Partner.

Die Folge war die Gründung von immer mehr Spielgemeinschaften, so vor zehn Jahren auch die JSG Oberzent, „um den Jugendfußball zu stabilisieren“. Aber auch dieses Modell erwies sich über die Jahre hinweg als problemanfällig. Denn logischerweise, so Beisel, standen für die beteiligten Einzelvereine erst einmal die eigenen Interessen im Vordergrund. „Wir haben dann überlegt, wie sich das verbessern lässt“, schilderte er.

Heraus kam der Gedanke, einen eigenständigen Verein für Jugendfußball zu gründen. In den verschiedenen Vortreffen wurden die Vereinsvertreter mit ins Boot genommen. „Wir haben vieles schnell erreicht“, freute sich der SV-Mann. Über einen Kooperationsvertrag wird die jeweilige Mitwirkung im JFV Oberzent vertraglich geregelt. Der soll offiziell zu Beginn des neuen Jahres an den Start gehen, damit zur kommenden Runde alles steht.

Sebastian Siefert dankte den beteiligten Vereinen „für die schnelle und positive Einigung“. Es gab zehn Organisationstreffen im Vorfeld, dann „nur“ zwei mit den Vereinsvorständen und der neue Verein war im Sack. „Die sind uns sehr entgegengekommen“, war die Kooperationsbereitschaft groß. Er hätte, schmunzelte Siefert, „mehr Widerstand erwartet“.

Es gab noch ein zusätzliches Bonbon: Der neue Verein bekommt von seinen Gründervätern mehr Geld zur Verfügung gestellt, als die Organisatoren gedacht hatten. Der offizielle Startschuss war das eine, „die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst“, meinte Siefert. Ziel sei es, in allen Altersklassen eine Mannschaft zu melden und mit Großfeldteams auch höherklassig zu spielen.

Mittelfristig, sagte er, werde mit dem JFV die Qualität verbessert, da man als Verein andere Möglichkeiten habe, an qualifizierte Trainer zu kommen. Siefert zeigte sich optimistisch, in spe auf genügend Betreuer zurückgreifen zu können. Zwar ist die Vereinsbindung nicht mehr wie früher, aber wenn die eigenen Kinder kicken, „ist vielleicht einfacher, die Eltern zur Mitwirkung zu bewegen“. Robin Hemberger vom SVB bezeichnete die Entwicklung als „alternativlos“. Dem Orga-Team sprach er seinen großen Danke für die viele Arbeit aus.

Bürgermeister Christian Kehrer wertete die Zusammenarbeit im JFV als „Schritt in die richtige Richtung“. Die Stadt werde ihren Beitrag dazu in Form einer Anschubfinanzierung leisten. Eine freiwillige Fusion, so Kehrer mit Blick auf den Oberzent-Zusammenschluss, „ist immer zielführend“. Den ersten Jugendförderverein im Odenwaldkreis begrüßte ebenfalls Kreisjugendwartin Birgit Johe. „Das macht es organisatorisch um einiges einfacher“, erläuterte sie. Denn die Spielgemeinschaften müssten jedes Mal aufs Neue gemeldet werden.

 

Info: Der neue Jugendförderverein (JFV) 2020 Oberzent wird im Herbst bei einer Info-Veranstaltung allen Interessierten vorgestellt.

 

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