Kindergarten-Neubau zeichnet sich in Rothenberg ab

Entsteht im Höhendorf ein komplett neuer Kindergarten an der Sporthalle? Beengte Räume in der bisherigen Kita „Himmelsauge“, steigende Kinderzahlen, aber keine Erweiterungsmöglichkeiten, gepaart mit immer größerem Sanierungsbedarf lassen die Möglichkeit des „großen Wurfs“ in Reichweite rücken. Denn als Bonbon für einen Neubau gäbe es vom Land noch 250.000 Euro pro geschaffener Gruppe obendrauf.

Damit die Stadt diese Fördermittel abgreifen kann, muss es aber schnell gehen. Denn der entsprechende Antrag soll bis Anfang Oktober beim Kreisjugendamt vorliegen. Weswegen jetzt Verwaltung und Energiegenossenschaft Odenwald (EGO) dem gemeinsam tagenden Bau- und Finanzausschuss eine Bestandsaufnahme zusammen mit einer möglichen Neuplanung vorlegten, den die Mandatsträger einstimmig befürworteten.

Das letzte Wort haben die Stadtverordneten voraussichtlich Ende des Monats. Dabei wird es sicherlich um die Kosten gehen. Denn auch wenn es für eine fünfgruppige Einrichtung 1,25 Millionen Euro Zuschuss gibt, bleibt der Großteil der Bausumme an der Stadt hängen. Denn diese wird von der EGO mit 4,1 Millionen Euro prognostiziert.

Fachbereichsleiter Helmut Ulrich skizzierte die aktuelle Situation. Die viergruppige Kita ist seinen Worten zufolge voll belegt. Es gibt drei Ü3- und eine Krippengruppe. Wenige Parkplätze in der Hauptstraße führten zu einer „angespannten Verkehrslage“. Die Engstelle skizzierte er sogar als „Sicherheitsproblem“. Die Raumgröße liege derzeit bei 42 Quadratmetern, der heutige Standard bei 60.

„Das Gesamtgebäude wird voll genutzt“, informiert Ulrich. „Es geht sehr beengt zu.“ Die Kita wurde in den vergangenen Jahren mehrfach erneuert, aber nie grundlegend saniert. Die Mehrgeschossigkeit verhindert eine Barrierefreiheit, führt zu langen Wegen und gehte zu Lasten der Sicherheit. Dazu kommt noch das Außengelände in „ausgeprägter Hanglage“. Der Verwaltungsmitarbeiter erkannte einen „umfangreichen Sanierungsstau auch in energetischer Hinsicht“.

Allerdings wird eine Optimierung durch den Gebäudeschnitt verhindert. „Eine Erweiterung ist ausgeschlossen“, so Ulrich. 437 Quadratmetern Gesamtfläche stehen einem Soll von 750 qm gegenüber, sagte er. Vor dem Hintergrund des Mehrbedarfs, formulierte es Ulrich, „sollte ein Weiterbetrieb in Frage gestellt werden“. Diese Punkte, erläuterte er, würden auch vom Jugendamt so gesehen.

Denn mehr Plätze braucht es dringend. Schon aktuell fehlen bei 75 verfügbaren sechs Stück. Durch die sukzessive Besiedlung des neuen Baugebiets Alt-Schulzenfeld dürften weitere Kinder hinzukommen, da es vor allem von jungen Familien nachgefragt ist. Deshalb wollte Ulrich „mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit“ einen Neubau geprüft wissen. Damit gewinne Rothenberg an Attraktivität.

EGO-Vorstand Thomas Mergenthaler informierte zusammen mit Architekt Peter Arras über die dem Förderantrag zugrunde liegenden Annahmen. Die beiden Grundstücke unterhalb der Sporthalle mit einer Größe von 6200 qm gehören bereits der Stadt. Die Erschließung gestalte sich einfach. Die Bauleitplanung wird durchs Stadtbauamt vorangetrieben. Seitens der EGO wird eine fünfgruppige Einrichtung mit zwei U3- und drei Ü3-Gruppen vorgeschlagen, was einen Flächenbedarf von rund 1000 qm bedeutet.

Da die Kinder gemeinsam essen, wird ein Kinderrestaurant mit etwa 50 Plätzen benötigt, erläuterte Mergenthaler. Die in der jetzige Kita vorhandene Küche ist neuwertig und soll übernommen werden. Der Mehrzweck-/Turnraum entfällt. Hierfür soll die benachbarte Sporthalle dienen. Die Technikräume könnten an das Feuerwehrhaus angedockt werden, sagte er.

Zum Zeitrahmen meinte der EGO-Vorstand, dass im Frühwinter bereits eine Ausschreibung eingeleitet werden könnte. Bei Vorliegen eines Förderbescheids bis Jahresende gehe es im Frühjahr 2020 in die Detailplanung, bei gutem Verlauf verbunden mit Bauantrag über den Sommer und Baubeginn im kommenden Herbst. Gemäß den Förderrichtlinien soll die Fertigstellung spätestens Mitte 2022 erfolgt sein, so Mergenthaler.

 

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