Ehemaliger „Adler“ hätte sich auch angeboten

Der Rothenberger Ortsbeirat ist nicht so ganz glücklich mit der Hauruck-Entscheidung der Stadtverwaltung, das Gelände unterhalb der Sporthalle für einen möglichen Kindergarten-Neubau zu präferieren. Denn im Frühjahr hatte das Gremium einen anderen Vorschlag gemacht: Demnach sollte das Gelände des ehemaligen Gasthauses „Zum Adler“ für eine mögliche Nutzung untersucht werden. Es tat sich aber: nichts.

Ortsvorsteher Jürgen Sauer stellte zu Beginn das mögliche Neubau-Bauvorhaben kurz vor. Unter anderem wurden seitens der Verwaltung als Begründung die derzeit zu geringe Fläche der bestehenden Kita Himmelsauge und der wachsende Bedarf an Plätzen vorgetragen, referierte er. Darüber hinaus gibt es Landesförderungen für den Um- und Neubau von 250.000 Euro pro neuer Gruppe. 300.000 Euro sind laut Sauer zu bekommen, wenn die Stadt ein Gelände dafür ankauft.

Der Ortsbeirat Rothenberg hat Sauer zufolge aufgrund des engen Zeitplans und der schon fortgeschrittenen Planungen keine Einwände zum geplanten Änderungsverfahren der städtischen Fläche Sporthalle/Alt-Schulzenfeld. Denn der Bedarf steigt, dazu kommt auch noch das neue Baugebiet mit fast 50 Plätzen, wo sich voraussichtlich junge Familien ansiedeln werden.

Vom Ortsbeirat wurde aber auf die März-Sitzung verwiesen. Dort hatte das Gremium unter anderem beantragt, schnellstmöglich Kosten für den Kauf und Abriss des ehemaligen „Adlers“ zu berechnen, um die Grundstücksfläche für einen möglichen Neubau zu verwenden. Das Grundstück liegt an der Ecke von Odenwälder Land- und Schulstraße gegenüber der evangelischen Kirche.

Sauer nannte verschiedene Gründe, warum sich das Objekt anbietet. Er erwähnte die gute Infrastruktur im Herzen des Ortes mit der nebenan liegenden Bushaltestelle. Die Grundschule befindet sich nur ein paar Meter weiter. Auch für Familien aus Hainbrunn und Finkenbach wäre es gut erreichbar. An dieser Stelle würde ein Kindergarten den Ortskern Rothenberg entlasten. Parkflächen gäbe es ausreichend.

Wie der Ortsvorsteher weiter ausführte, würde eine Nutzung den Gebäudeleerstand am „Knotenpunkt“ von Rothenberg verhindern. Ein Neubau könnte daneben eine Ortsbild-Verschönerung mit sich bringen. Am bisherigen Standort wäre eine bessere Nutzung der Parkplatzfläche neben dem Verwaltungsgebäude möglich, da Busse nicht mehr wenden müssten. „Zu diesem Antrag folgten nach unserem Kenntnisstand keine Tätigkeiten“, berichtete er. „Eine Gegenbetrachtung wäre aus Sicht des Ortsbeirates sinnvoll und notwendig gewesen“, so Sauer.

Jürgen Sauer berichtete im Anschluss, dass für 2020 alle anstehenden Flurbereinigungsverfahren der Straßen und Wege nochmals genauer betrachtet und Pakete zur Durchführung erstellt werden. In der Planung soll laut ersten Informationen auf jeden Fall der Weg von der Sporthalle zum Sportplatz Rothenberg und der Verbindungsweg über den Matzenbrunnen nach Ober-Hainbrunn enthalten sein.

Unter dem Motto „Alte Pfade, neu getreten“ soll am 14. September der Freiwilligentag des Odenwaldkreises auch in Rothenberg stattfinden. An folgenden Örtlichkeiten stehen Arbeiten an: Sporthalle-Rauchel, alter Kirchenweg bis nach Finkenbach, Wanderweg Wasser im Geo-Park, Krämersbrunnen, Verbindungsweg Berndsbrunnen-Hofstraße, Klemertsbrunnen, Oberer Homerichsbrunnen, Neugestaltung des „Alten Schulgartens“

Der Ortsbeirat ist sich einig, dass von seinem Budget in diesem Jahr eine Liegebank beschafft werden soll. Geplanter Aufstellort ist am ehemaligen Abenteuerspielplatz. Zudem sollen eventuell zwei Ziehkarren mit geeignetem Ständer zur Befestigung für den Friedhof beschafft werden. Diese sind beim Transport von Erde, Pflanzen und Blumen sehr hilfreich.

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