Neue Finanzchefin liefert erste Zahlen

Die Stadt hat eine Chefin der Zahlen. Franziska Michel leitet seit ein paar Wochen die Finanzabteilung. Die 25-Jährige war vorher auf dem Wald-Michelbacher Rathaus als Sachbearbeiterin in der Finanzabteilung tätig. Sie hatte auf der neuen Stelle auch gleich einiges zu tun, denn ein Bericht über den Haushaltsvollzug wurde in der Vergangenheit schmerzlich vermisst. Die Verwaltungsstelle war längere Zeit vakant, entsprechend blieb einiges unerledigt.

Im Wesentlichen rechnet Michel damit, dass Haushaltsansatz und Ergebnis zum Jahresende 2019 einigermaßen passgenau sein werden. Mit Datum 31. Juli fehlen allerdings noch zu viele Variablen, um genauere Auskünfte machen zu können. Beim Holzverkauf, durch Dürre, Borkenkäfer und Windwurf stark durch die Mangel gedreht, stehen fast 900.000 Euro Umsatzerlöse als Annahme drin. Da bisher 560.000 Euro bereits in der Kasse sind, geht die Finanzfachfrau davon aus, dass die komplette Summe erreicht wird.

Eine ähnliche Prognose gibt sie auch für die zu erwartenden kommunalen Steuern und Gemeindeanteile ab. Die Gewerbesteuer, mit über zwei Millionen im Haushaltsansatz, beruht in ihrem Aufkommen auf Landeszahlen, erläutert sie. Ob auf den Euro genau alles in den Stadtsäckel reinkommen wird, vermag sie nicht zu sagen. Aber es sollte nicht allzustarke Abweichungen geben.

Einen Kassenkredit musste Oberzent in diesem Jahr noch nicht aufnehmen. Auch die möglichen Investitionskredite von 3,3 Millionen wurden noch nicht angetastet. Stattdessen griff die Stadt auf die Darlehensermächtigung 2018 zurück und nahm darüber ein Darlehen von zwei Millionen (von möglichen 3,2 Millionen Euro) auf.

Die Haushaltsverfügung der Kommunalaufsicht für den Doppeletat 2019/2020 ist zwischenzeitlich ebenfalls bei der Stadt eingetrudelt. Oberzent wird demnach zwar als leistungsfähig eingestuft, aber ebenso als finanzschwach. Durch Zuwendungen aus der Hessenkasse gab es quasi aus „Fremdmitteln“ eine Ergebnisverbesserung von einer Million Euro.

Nicht hinterm Berg hält die Kommunalaufsicht damit, dass eine Verbesserung der Haushaltszahlen in spe gewünscht ist – ob dies durch Kürzung freiwilliger Leistungen oder Steuer- und Entgelterhöhungen passiert, lässt sie dem Kommunen gnädigerweise offen. Vor allem bei der Grundsteuer sieht die Aufsichtsbehörde Luft nach oben. Beim Gebührenhaushalt Friedhof wird die Deckungsrate von nur 70 Prozent moniert und eine Neufestsetzung gefordert.

Belastbare Ist-Daten zum Haushaltsvollzug sind nun durch die Wiederbesetzung der Stelle in der Finanzabteilung möglich. Die noch ausstehenden Jahresabschlüsse aus 2016 und 2017, jeweils fünf Stück für die ehemaligen Gemeinden und den Kommunalservice Oberzent, soll das Büro Eckermann und Krauß ebenso erstellen wie auch die Oberzent-Eröffnungsbilanz 2018.

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