Verlockendes aus dem süßen Orient im Odenwald

Kulinarisch eine Brücke zwischen Orient und Odenwald schlagen: Das hat sich Azadeh Seip vorgenommen. Die 30-Jährige beglückt die hiesige Region seit einiger Zeit mit den süßen Versuchungen Persiens. Ihre Karamell-Honig-Pralinés oder die Kokos-Ingwer-Kugeln sind fremd für den hiesigen Gaumen, der sich aber nur zu gerne auf die kalorienreiche Begegnung mit den Backwaren der jungen Unternehmerin einlässt.

Dass es Azadeh Gholamy, wie sie vor ihrer Hochzeit hieß, einmal nach Falken-Gesäß verschlagen würde, war auch nicht unbedingt vorgezeichnet. Ihre Eltern, politische Flüchtlinge aus dem Iran, strandeten im schwedischen Bjornekulla, wo sie auch geboren wurde. In der Folgezeit war die Familie viel unterwegs, bis „Aza“, wie Freunde sie nennen, dann mit Mann und Sohn im Odenwald sesshaft wurde.

Die gelernte Konditorin kam durch ihre Freundin Ulrike Klein aus Wald-Michelbach auf die Idee, Süßes mit orientalischem Touch zu produzieren. Denn die Imkerin aus dem Überwald wollte ihre Produktpalette erweitern und stieß damit auf offene Ohren. „Ich habe während der Elternzeit oft darüber nachgedacht, was ich später machen will“, schildert Seip. Es sollte was Eigenständiges sein und nicht die Rückkehr in den angestellten Job.

Nach verschiedenen Probierphasen entstand schließlich die Geschäftsidee „Orient küsst Odenwald“ oder kurz OkO. Rosenwasser, Kardamom oder Safran verwendet die 30-Jährige neben weiteren Gewürzen aus der Heimat ihrer Eltern für ihre Kreationen, vermischt diese aber mit hiesigen Zutaten, „damit es bodenständig bleibt“. Den Honig bezieht sie aus Wald-Michelbach, Sahne und Butter von der Molkerei Hüttenthal.

„Das sind alles Eigenkreationen“, zeigt sie stolz auf die Palette von Leckereien, die das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Hergestellt werden sie im eigenen Backwagen auf dem Grundstück in Falken-Gesäß, mit Herd, Kühlschrank, Tierkühler und Arbeitsflächen ganz nach den Vorgaben des Gesundheitsamts ausgestattet. Seit dessen Fertigstellung „ist jetzt alles möglich“, lacht die 30-Jährige.

Etwa die Karamellen mit Honig auf einem Mandel-Dattel-Boden. Oder persisches Baklawa mit Safran, Rosenwasser und Pistazien. Abgerundet von Energiekugeln Marke Schoko-Feige. „Nirgends ist Zucker drin“, betont sie. Es ist immer der Honig, der für die Süße sorgt. Dazu kommt noch die Karamell-Honig-Kombi als nahrhafter Brotaufstrich. Wird Azadeh Seip für Catering angefragt, gibt’s es auch Deftiges dazu – immer mit leichtem persischem Touch.

Der Nachschub an persischen Produkten ist nicht direkt um die Ecke zu finden. Safran und Rosenwasser organisierte bisher ihr Vater in einem einschlägigen Geschäft in Hannover und schickte es. Manchmal lässt sich Seip auch Gewürze direkt von der Verwandtschaft aus Iran schicken. „Bisher kamen alle Pakete an“, schmunzelt die kreative Unternehmerin mit Blick auf die angespannte politische Lage.

Für ihre Geschäftsidee gab’s bisher viel positive Resonanz. „Selbst Leuten, die nicht so gerne Honig essen, schmeckte es“, stellt Azadeh Seip fest. Denn der wirkt ganz anders als Zucker auf den Körper, weiß sie. Die Nachfrage wird größer. So bedient sie auch den Unverpackt-Laden „Chez Martine“ in Birkenau und ist auf dem Michelstädter Weihnachtsmarkt präsent. „Die Energiekugeln sind der Renner“, hat die 30-Jährige festgestellt. Am besten funktioniert im Odenwald natürlich die Mund-zu-Mund-Propaganda.

 

Infos: http://www.meinoko.de

 

 

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