„Mit gesundem Menschenverstand passt es doch“

Abstand halten – klar. Maskenpflicht – Blödsinn. Auf diesen Nenner lassen sich die Wortmeldungen bei der zweiten Versammlung zum Thema „Grundrechte, Freiheit, Demokratie“ auf dem Brunnenparkplatz Beerfelden bringen. Dort hatten sich wie beim ersten Mal wieder um die 30 Personen versammelt, die den aktuellen Anti-Corona-Maßnahmen (in Teilen) kritisch gegenüberstehen. Einige Plakate verdeutlichten, dass sich die Bürger gegängelt und in ihren Grundrechten beschnitten fühlen.

Diese Einschränkungen wurdeb von den Teilnehmern auf unterschiedliche Weise empfunden, schälte sich in den Wortmeldungen heraus: durch die „erzwungene Maskenpflicht“, durch Meinungsfilterung, durch Kinder, denen aufgrund des nur teilweise möglichen Unterrichts das Recht auf Bildung verwehrt wird und durch Kontaktsperren im öffentlichen Leben. Bei der „wunderbaren Diskussionsrunde“, wie es Mitorganisatorin Babett Böhm bezeichnet, wurde zu jeder Zeit sehr genau auf den Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet.

Der beim Einkauf und im öffentlichen Nahverkehr vorgeschriebene Mund-Nasen-Schutz stand im Mittelpunkt vieler Äußerungen. Vor allem in den Supermärkten wird er rigoros durchgesetzt, berichtete ein Versammlungsteilnehmer. Und das ohne zu hinterfragen, ob der Betreffende ohne Maske vielleicht einen Grund hat – wie Asthma –, keine Maske zu tragen. „Wer sie nicht trägt, wird als Staatsfeind hingestellt“, so der Tenor.

Die kleineren Geschäfte, schälte sich heraus, sind in der Durchsetzung oft weitaus kulanter. Die Ladeninhaber empfinden als es komisch, diese Verordnung durchzusetzen. Was Gabi Riesinger bestätigte. „Morgens kommen viele ohne Maske oder haben sie in der Hand“, berichtete sie aus der Bäckerei. Sie geht damit entspannt um.

Babett Böhm meinte, „ich bekomme unter der Maske Panik“. Das Tragen ist für sie so, „als ob ich bei diesen Temperaturen einen Wintermantel anziehen würde“. Sie monierte, dass der gesundheitliche Aspekt nicht zu erkennen sei, da sie selbst durch einen Mund-Nasen-Schutz eben nicht vor dem Virus geschützt werden. „Ich fühle das als Unterdrückung“, sagte Böhm. Natürlich verurteilt sie niemanden, der eine Maske trägt, aber es sollte freiwillig sein.

„Die Ausübung der Informationsweitergabe durch die öffentlich-rechtlichen Medien“ hinterfragten die Erschienen kritisch. Denn ihrer Meinung nach tragen die Berichterstattungen „leider in keiner Weise zur Aufklärung der Bevölkerung über das Virus bei“. Vielmehr werden, kam des Öfteren zum Ausdruck, tiefgreifende Ängste geschürt.

Daran anlehnend wünschten sich alle Teilnehmer einen neutralen, groß angelegten wissenschaftlichen Diskurs. Dessen Ergebnisse sollten dann in Studien allgemeinverständlich verwertet und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dies war ein ganz wichtiger Punkt, denn man fühlte sich oft mit Fachwissen überfrachtet, das für die „normalen Bürger“ kaum mehr nachvollziehbar ist. Auch hier standen die Themen Maskenpflicht, Impfzwang und Aufklärung im Vordergrund.

In der Bevölkerung, monierten die Versammlungsteilnehmer, werde durch viele griffige Schlagzeilen „eine große Angst verbreitet“. Wer dann noch normal denkt, was die Gekommenen für sich reklamieren, „wird gleich in eine krude Verschwörungsecke gedrängt“. Das Gegenteil ist der Fall, meinte Achim Böhm. Mit gesundem Menschenverstand und 1,5 Meter Abstand „passt es doch“ – aber eben ohne Maske -, wollte er die ganze Diskussion erden.

Abschließend betonten alle Anwesenden, dass ihnen „die Wiedererlangung der kompletten Grundrechte eine Herzensangelegenheit ist“. Mit einem Dank der Organisatoren an die anwesenden beiden Polizeibeamten und den Oberzent-Stadtpolizisten schloss das Treffen.

 

Info: Die nächste Versammlung unter dem Motto „Grundrechte, Freiheit, Demokratie“ findet am Samstag, 23. Mai, um 11 Uhr auf dem Brunnenparkplatz in Oberzent-Beerfelden statt.