Wissen, was finanziell Sache ist

Quo vadis, Haushaltsberatung? Die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in Beerfelden sprachen sicherlich auch für ihre Kollegen aus der Stadtverordneten-Versammlung, als sie die große Informationsflut und sich stetig ändernde Zahlen anführten, wenn es um die einzelnen Etat-Posten geht. Chris Poffo (ÜWO) brachte dieses Thema auf der vergangenen Sitzung vor. „Ein umfangreiches Konstrukt wird ständig erneuert“, meinte er. Weiter: „Wir können nicht sehen, was sich ändert und wo wir stehen.“

Oliver von Falkenburg (CDU) hatte dazu im Vorfeld die Vorgehensweise aus dem benachbarten Kreis Bergstraße erläutert. Es müsse unterjährig ein Informationsmanagement entlang den Produkten des Haushaltes erfolgen, forderte er, das in der Lage ist, die verschiedenen Berufsgruppen/Ehrenamtlichen in der Stavo angemessen zu informieren.

Darauf hob Poffo ab: Er wünschte sich eine Art „Änderungsmarkierung wie beim Word-Dokument in den städtischen Haushaltsunterlagen.“ In relativ kurzen Abständen sollten Infos über den Ist-Zustand des Haushalts erfolgen, damit die Parlamentarier wissen, was finanziell Sache ist.

Claus Weyrauch (ÜWO) attestierte ihm bei diesem Wunsch. Er schlug eine gewisse Regelmäßigkeit vor. So könnte eine Zusammenstellung der wichtigsten Zahlen monatlich an die Ausschussmitglieder gehen, quartalsweise dann an die Stavo. Immer von Jahresanfang bis zum Ende des jeweiligen Monats, präzisierte er auf Nachfrage von Finanzchefin Franziska Michel. Das fand auch Beifall bei Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne).

Michel und Bürgermeister Christian Kehrer machten jedoch darauf aufmerksam, „dass Höhen und Tiefen drin sind“, etwa durch Steuereinnahmen und Umlagezahlungen. Manchmal „gibt es gravierende Ausschläge“, sagte Michel. Vorsitzender Marcel Gerling (SPD) ergänzte, er würde gerade bei Großprojekten gerne einen Überblick haben, „wie gerade der Stand der Dinge ist“.

Allerdings wäre der regelmäßige Blick ins Detail laut Kehrer schwierig zu machen, da er sehr viel Personalaufwand bedeutet. Worauf Poffo anmerkte, dass es den Mandatsträger um einen ungefähren Rahmen geht, ums große Ganze.

Allgemein bedauert wurde im Rund, dass die drei Oberzent-Bäder dieses Jahr nicht öffnen können. Chris Poffo hätte sich die Möglichkeit gewünscht, dass man die Kräfte vielleicht auf ein Freibad konzentriert und wenigstens dieses den Planschwilligen zur Verfügung stellt. Laut Bürgermeister wurden alle Varianten durchgespielt, es fand sich jedoch kein Königsweg.

Die Furcht bei der Öffnung eines Freibads ist, dass dann ganz Oberzent in dieses strömt, so Kehrer. Auch wollen die Ehrenamtlichen nicht dafür verantwortlich sein, die Hygiene- und Abstandsregeln durchzusetzen, war der Tenor. Alternativ wäre nur der Betrieb mit von der Stadt bezahltem Personal möglich gewesen – und das kostet wieder Geld, das Oberzent nicht hat. Man will nun eventuell die Bad-lose Zeit dazu nutzen, Sanierungen im Rahmen des Swim-Förderprogramms in Finkenbach und Hetzbach vorzuziehen. Sonst müsste nächstes Jahr wieder geschlossen werden.