Land unter soll passé sein

Das Jahr 2018 ist im Oberzent-Stadtteil Hetzbach noch in unguter Erinnerung. Ende April kam ein Starkregen runter, den man so noch nie oder zumindest seit Jahrzehnten nicht gesehen hatte. Das Ergebnis: In Hetzbach hieß es komplett Land unter. Die B45 verwandelte sich zum reißen Bach. Die Grünen nahmen dies nun zum Anlass, für den Ort die Aufnahme in den Hochwasserrisikomanagementplan für das Gewässersystem Mümling zu beantrage. Beraten wird das Thema weiter im Bauausschuss, der am 9. Juli tagt.

Gastanks wurden abgerissen, Menschen in Autos eingeschlossen, schilderte Thomas Väth (Grüne) das Szenario 2018. Nur mit viel Glück passierte nichts Schlimmeres. In den zwei Jahren seitdem, bedauerte er, „hat sich leider nichts beim Hochwasserschutz getan“. Im Gegenteil: Am Krähberg wurden große Waldflächen gerodet, sodass es jetzt noch heftiger werden könnte.

Die Hochwasserrückhaltebecken bei Schönnen „bringt Hetzbach leider nichts“, sagte der Grünen-Sprecher. Für die Anwohner wiederum bedeutet das damalige Schadensereignis, dass sie keine Hochwasser-Versicherungen mehr für ihre Gebäude abschließen können. Väth sah die Stadt in der Pflicht, etwas zu unternehmen, um Menschenleben zu schützen. Was es damals noch schlimmer machte: Das Feuerwehrhaus war ebenfalls von den Fluten eingeschlossen.

André Assmann (ÜWO) wies darauf hin, dass Hochwasser und Starkregen zwei verschiedene Paar Stiefel sind. Denn in Hetzbach kam 2018 das Wasser aus allen Richtungen. Marcel Gerling (SPD) wollte alle Stadtteile in Bezug auf Hochwasser abgeklopft wissen. Denn auch in den anderen Tälern könnte so etwas passieren. Allerdings wird das dann nicht mit dem Mümling-Plan laufen, kam die Erwiderung aus dem Rund.