Den Rasern Einhalt gebieten

Kaum eine Woche ohne tödliche Motorradunfälle. Vor kurzem unterhalb von Kortelshütte, dann bei Heiligkreuzsteinach und jetzt zwischen Schöllenbach und Hetzbach: In diesem Sommer ließen schon einige Menschen auf zwei Rädern ihr Leben. Oliver von Falkenburg (CDU) thematisierte die Unfallserie auf der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung. Er wollte wissen, inwieweit Planungen laufen, um die Straßen sicherer zu machen.

Wie Bürgermeister Christian Kehrer entgegnete, befasst sich ein Arbeitskreis mit dem Thema. Ihm gehören an: die Bürgermeister von Mossautal, Brensbach, Höchst und Oberzent, die Straßenverkehrsbehörde des Odenwaldkreises und die hessische Polizei. Resultate waren laut Kehrer folgende Maßnahmen: verstärkte Polizeipräsenz, mehr Kontrollen, Zivilstreifen und Plakataktionen mit Beteiligung der Verkehrswacht.

Angestrebt wird die Bildung eines Netzwerkes mit anderen betroffenen Kommunen und Landkreisen. Außerdem laufen Gespräche mit der Initiative „Silent Rider“ gegen Motorradlärm. Mit dieser bundesweiten Initiative gegen unnötigen Motorradlärm soll ein Zusammenschluss aller betroffenen Akteure stattfinden, damit Kräfte gebündelt und Symbiosen geschaffen werden, um Veränderungen herbeizuführen. Sie geht von acht Eifel-Kommunen aus, denen sich bereits viele andere anschlossen.

Im vergangenen Jahr war im Rahmen der Biker-Präventionskampagne eine Schwerpunktaktion der Polizei auf der B 45 bei Beerfelden geplant, die aber wegen schlechten Wetters erst verschoben und dann abgesagt wurde. Es gibt weiterhin die Schilder in manchen Ortschaften, die auf Lärmbelästigung hinweisen. Außerdem war 2019 der südhessische Polizeipräsident Bernhard Lammel in der Bürgermeisterrunde zum Thema Motorradlärm zu Gast.

Von Falkenburg hält wenig von weiteren Straßensperrungen, weil sie eine Verdrängung auslösen. Die Biker wandern dann in andere Täler ab, wo sie noch fahren dürfen, befürchtet er. Für ihn sind ein härteres Durchgreifen und eine stärkere Sanktionierung die geeigneteren Mittel gegen Raser – wobei der CDU-Fraktionssprecher klar machte, dass es sich dabei nur um einen kleinen Teil der Motorradfahrer handelt.

Nachdem im vergangenen Jahr bei Rothenberg und Kortelshütte eine fast schon himmlische Ruhe herrschte, weil die Landesstraße saniert wurde, hat jetzt der Verkehr wieder stark zugenommen. Von Falkenburg bekommt aber nicht nur Rückmeldungen wegen Lärmbelästigung durch laute Bikes, sondern auch durch getunte Autos.

Er sprach daneben die frisch sanierte Mümlingtalstraße in Beerfelden an. Hier verzeichnete der Parlamentarier Nachfragen mit der Bitte um Einrichtung von zusätzlichen Zebrastreifen. Kehrer sagte die Nachfrage bei der Straßenbaubehörde Hessen Mobil zu. Er schränkte aber auch ein: „Bei Beginn der Planungen vor vielen Jahren wurde einiges versucht, aber vieles nicht als möglich deklariert.“