Finanzspritze für die Voraushelfer

Die Finkenbacher Voraushelfer werden seit April wegen der Corona-Pandemie nicht mehr alarmiert. Umso mehr freute die sich zwölfköpfige Gruppe jetzt, eine Spende über 2500 Euro von der Krombacher Brauerei entgegennehmen zu dürfen. Denn die Ersthelfer bekommen keine Zuschüsse und müssen ihre Ausrüstung selbst finanzieren. Es gab in der Zwischenzeit laut Wolfgang Buchert einige Fälle im Ort, bei denen „unsere Hilfe sicher benötigt worden wäre“.

Die Hängepartie geht weiter. Während Feuerwehren inzwischen schon wieder in Kleingruppen üben dürfen, fehlt den Voraushelfern die Perspektive. Eine Info, „wie und wann wir wieder aktiv werden können, haben wir bisher keine“, so der stellvertretende Wehrführer. Mit der Spende können die Ehrenamtlichen nun immerhin daran gehen, ihre Ausrüstung weiter zu optimieren. Denn ein Set mit Tasche, Material und Kleidung kostet pro Person an die 500 Euro.

Außendienstmitarbeiter Thomas Gösmann kam mit dem Scheck der Brauerei im Odenwald vorbei.  Die Finkenbacher sind einer von jährlich 100 Spendenempfängern. Die Vorschläge kommen von Verbrauchern und den Institutionen selbst. Nach intensiver Sichtung und Prüfung überzeugten die Voraushelfer das Auswahlgremium durch ihre ehrenamtlichen Rettungseinsätze.

Seit 2018 überbrückt die Gruppe die Zeitspanne zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes. Insbesondere auf dem Land kann dies etwas länger dauern, sodass die Voraushelfer bereits vor dem Erscheinen der Sanitäter schon Erste Hilfe leisten. Die Weiterbildungskurse sowie die Ausstattung werden rein durch Spenden finanziert.

Die Voraushelfer leisten aber nicht nur medizinische Hilfe. Sie kümmern sich auch um Angehörige, bis deren Verwandte oder das Kriseninterventionsteam eingetroffen sind. „Uns kennt man im Ort“, hebt Buchert hervor. Die Betroffenen sehen im Notfall bekannte Gesichter, denen sie sich anvertrauen. „Es muss in die Köpfe der Leute, dass es uns gibt“, sagt er.

Ein tödlicher Motorradunfall im Sommer 2017 in der Raubach gab den Ausschlag: DRK-Mann Christian Niesen wurde aus dem Schwimmbad per Piepser heraus als Ersthelfer alarmiert, die Finkenbacher Feuerwehr kam dann an die Unfallstelle hinzu. Aus dem späteren Gespräch heraus entstand die Idee, unter dem Dach des DRK eine Voraushelfer-Gruppe aufzubauen, die überwiegend mit Feuerwehrleuten „bestückt“ ist. Damit soll gewährleistet werden, dass immer jemand vor Ort in Notfällen greifbar ist.

Info:

Voraushelfer-Gruppe Rothenberg-Finkenbach: Zwölf Aktive aus Feuerwehr und DRK

Im Notfall weiterhin die 112 wählen

Weitere Infos bei Wolfgang Buchert unter E-Mail wolfgang.buchert@freenet.de

Spenden sind möglich auf das Konto des DRK Rothenberg-Finkenbach unter dem Verwendungszweck Voraushelfer Feuerwehr Finkenbach, IBAN DE16 5085 1952 0031 0000 60.