AC/ID ist pures Dynamit für die AC/DC-Fans

Seit 40 Jahren gibt es das AC/DC-Kultalbum „Back in Black“. Da passt es doch bestens, dass mit „AC/ID“ aus Mannheim die in Michelstadt bereits bekannten Epigonen der australischen Hardrocker Station auf der Kulturbühne vor dem Hüttenwerk machen, nachdem sie sonst immer drin auftraten. Mit den fünf spielfreudigen Musikern kommt so etwas wie ein Hauch von richtigem Open-Air-Feeling zurück: Bratwurst, Bier, fetzige, laute Musik. Fast wie früher.

Im Gepäck hat die Coverband vor allem die ganz alten Kracher Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre, als AC/DC einen Hit nach dem anderen produzierte, zeitlose Hits schuf, die auch heute im Radio noch hoch und runter laufen. Und nach wie vor auf den Bühnen der Welt angesagt sind, wie ausverkaufte Konzerte in den vergangenen Jahren zeigten. Die Hoffnung besteht, dass es sogar mal wieder eine neue Platte und/oder eine neue Tour mit Sänger Brian Johnson geben wird, nachdem er zwischenzeitlich – leider – mit Axl Rose ersetzt worden war.

Dass die Hardrock-Klassiker eben ihre große Fangemeinde haben, zeigt sich am guten Besuch. Die Jungs auf der Bühne hauen so richtig rein. Je oller, desto doller, könnte man in Bezug auf die Spielfreude sagen. Kein Weg ist für Ralf „Angus“ Keßler zu weit, Sänger Christian „Keule“ Hass schreit sich die Seele aus dem Leib, die Rhythmusgruppe mit Ekki Bock (Gitarre), Stefan Schiemer (Bass) und Jens Gellner (Drums) sorgt für den krachenden, treibenden, knalligen Background-Sound.

„Live Wire“, „Dirty Deeds“ oder „Walk all over you“ sind solche Kracher, die schon zu Beginn des Konzerts dafür sorgen, dass die Besucher voll mitgehen. Wenn ein „Touch too much“ oder ein „Shoot to thrill“ aus den Boxen dröhnen, der 42 Jahre alte „Down payment Blues“ angestimmt wird, „Dirty Deeds“ in die Anfangsjahre der Australier entführt oder mit „Sin City“ ebenfalls ein Stück von „Powerage“ erklingt, dann ist seliges Schwelgen in der Vergangenheit angesagt.

„Back in Black“, der gleichnamige Albumtitel von 1980, passt zum Jubiläum natürlich wie die Faust aufs Auge. Mit geschlossenen Augen steht da die Hardrockband in vollem Saft auf der Bühne, brettert Angus Young die Gitarren-Riffs in die Menge, dass es eine wahre Pracht ist. Neben ihm röhrt Brian Johnson oder bei einigen Songs wahlweise der schon verstorbene Bon Scott die alten Hits ins Mikro.

Die fünf Musiker leben ihre Songs, spielen sie voll aus, geben alles. Da sitzen die fetzigen Riffs, dass es die Originale auch nicht besser hätten machen können. Der eine gurgelt die alten Stücke, dass es eine wahre Pracht ist, der andere rennt wie ein Irrwisch von einer Seite der Bühne zur anderen, hat die Bewegungen des Gitarren-Gotts bis ins kleinste Detail drauf, treibt mit seinem Groove alles voran, spielt sich die Finger wund.

Nach der Pause setzt die Band noch einen drauf. Voller Sound mit zwei Gitarren, dazu noch das Glockengeläut aus der Hölle: „Hells Bells“ versetzt die Meute in Ekstase. Beim „Bad Boy Boogie“ kann Gitarrist Ralf Keßler mal wieder zeigen, was er drauf hat. Sowohl auf der Gitarre als auch auf den Hüften. Denn zuvor ganz wie Angus mit Anzug, Krawatte, Hemd und kurzem Hosen gekleidet, lässt er das komplette Oberteil unter lautem Johlen fallen und macht danach einen auf sechs Saiten „oben ohne“.

Die unvergessenen Klassiker kommen zum guten Schluss. Bei „Thunderstruck“ zuckt es auch den letzten in den Beinen. Es darf getanzt und abgerockt werden, wenn auch mit Abstand. Bei „TNT“ fehlt das obligatorische „Hoi, hoi, hoi“ nicht, und über den „Highway to hell“ mit den Teufelshörnern bei Ralf-Angus muss man sowieso keine Worte mehr verlieren. Dass nach „Whole lotta Rosie“, bei dem sich die Band nochmal in einen wahren Rausch mit fetzigen, krachenden Gitarrensoli spielt, nicht wirklich Schluss sein würde, war eigentlich jedem klar.