Oberzent als kultureller Leuchtturm

Einen Appell für die Förderung der Kultur hielt der Ausschussvorsitzende Dirk Daniel Zucht (SPD) auf der Oberzent-Stadtverordneten-Versammlung. Der Lockdown hat „flächendeckend zu Ausfällen geführt“, sagte er. Ein Neustart steht an. „Wir müssen nun gemeinsam voranschreiten und beispielhaft für andere Kommunen wirken“, so seine Meinung. Der neue städtische Kulturbeauftragte Stefan Rosewick hat ein Kulturnetz Oberzent ins Leben gerufen, das für eine stärkere Verknüpfung der Akteure sorgen soll.

„Wir haben damit einen Türöffner in der Hand, den wir nutzen können. Endlich“, freute sich der Parlamentarier. Es gibt nun einen Adressaten für die Akquise von Fördermitteln des Landes und des Bundes. Durch diese und viele andere kleine Aktionen erzielt Oberzent seiner Beobachtung nach nun endlich wieder die positive Aufmerksamkeit, „die unsere Stadt verdient“.

Zusammen mit der Verwaltung gilt es nun, tragfähige Pläne zu entwickeln und umzusetzen. Zucht nennt hier Pferdemarkt, Brunnenfest, Ausstellungen und Messen. Es darf seinen Worten zufolge nicht mehr um Durchführung im alten Stil oder Absage gehen – sondern um Wege, wie etwas trotzdem, eben mit Hygienekonzept und allen Auflagen, „dennoch durchführbar ist“.

Er weiß: Auch wenn die Corona-Krise vorüber sein wird, ist nichts wird mehr, wie es davor war. Bei den Anstrengungen können die relativ kleine Verwaltung, die flachen Hierarchien und die enge Verknüpfung mit Vereinen und Akteuren helfen, schnelle und vergleichsweise unorthodoxe, aber regelkonforme Wege zu beschreiten. „Dazu müssen wir jedoch zusammenarbeiten“, lautet jedoch seine Aufforderung an alle. Das immer wiederkehrende „Wir und Die“ muss aufhören, so sein Appell.

Der Mandatsträger forderte, schleunigst stabile Kommunikationswege zwischen den Institutionen zementieren. Er stellt sich darunter regelmäßige Treffen vor, die erstmal eine Stunde kosten, „aber am Ende etliche Sitzungen, Mutmaßungen und Missverständnisse einsparen können“. Dies beginnt konkret bei Sitzungsvorbereitungen und zieht sich bis zur aktiven Zusammenarbeit mit den zuständigen Verwaltungsangestellten.

„Es kann und darf nicht sein, dass wir im Denken von vor fünf Jahren festhalten“, so Zuchts Worte.  Das Umfeld hat sich alleine während der letzten Monate „radikal und rasend schnell verändert“. Für die Öffentlichkeit in Heidelberg, Mannheim und Mosbach muss Oberzent zum Begriff für Innovation im ländlichen Raum werden, so seine Vorstellung. Diesen Gedanken „dürfen wir nicht belächelnd ignorieren oder schlechtreden“.

Der Kulturbereich bringt Aufmerksamkeit, ist er sich sicher. „Alles andere wird zwangsläufig folgen.“ Das Ganze kostet kostet relativ wenig Geld, sagte der Ausschuss-Vorsitzende, aber hohen persönlichen Einsatz von jedem Aktiven. „Nie mehr: Das wird eh nichts“, lautete sein Credo. Denn mit dieser Haltung „zerstören wir die Möglichkeiten, die wir uns jetzt gemeinsam erarbeiten“.