„Aufeinander zugehen“ in Corona-Zeiten

Wenn jetzt, in der Weihnachtszeit, wegen der Corona-Pandemie erneut ein Lockdown kommt, setzt die Oberzent-Schule Beerfelden ein Zeichen und sendet mit ihrem Gruß ein Licht in die vier Alten- und Pflegeheime der Stadt Oberzent. Die Idee, unter anderem den Bewohnern des Hauses Henneböhl einen Brief zu schreiben, wurde im Rahmen der „Aktion der 1000 Sterne“ des Rotary-Clubs Erbach-Michelstadt geboren. Bei der sorgten die Oberzent-Schüler Anthony Rosin (Schlagzeug), Nils Haushammer (Gitarre) und Silas Daum (Trompete) für den musikalischen Rahmen.

Das Projekt „Aufeinander zugehen“ von Oberzent-Schule und Haus Henneböhl gibt es bereits seit acht Jahren. Schüler besuchen sonst in regelmäßigen Abständen die älteren, pflegebedürftigen Menschen in der Seniorenresidenz, sprechen mit ihnen, hören zu, spielen, arbeiten, lachen und singen. Die Resonanz ist jedes Mal riesig, alle Teilnehmenden sind begeistert. Das alles muss in diesem Schuljahr ausfallen. Das Bedauern darüber ist groß. Doch „schnell geschlagen geben“ wollten sich die Jugendlichen nicht so einfach.

Denn „Geht nicht, gibt’s nicht“, sagten sich die Schüler. In diesem besonderen Schuljahr sind nicht nur die neunten Klassen in das Projekt einbezogen, sondern alle Lernenden der Oberzent-Schule. Die ganze Schülerschaft macht mit. Alle schreiben im Ethik- und Religionsunterricht einen Brief an die Bewohner der vier Einrichtungen (Cordula I und Cordula II Rothenberg, Hedwig Henneböhl und Bergfrieden Etzean) und setzen damit ein Zeichen des aufeinander Zugehens.

Wenn es gelingt, in der Schule alle zu Beteiligten zu machen, dann fühlt sich das sehr gut an, sagt Schulleiter Bernd Siefert. „Darauf bin ich stolz.“ Deutsch- und Ethiklehrer Erdogan Suna war sofort begeistert, als er ihm von dieser Möglichkeit berichtete, anderen Menschen eine Freude zu bereiten, erzählt er. Noch am gleichen Abend holte der alle Ethik- und Religionslehrer der Lernanstalt ins Boot.

Die Schülerverwaltung „zeigt nicht nur bei diesem Projekt soziales Engagement“, betont Siefert. So werden beispielsweise seit Jahren von diversen Klassen Waisenkinder in Afrika finanziell unterstützt. Schulsprecherin Marlene und ihre Stellvertreterin Alicia waren sofort Feuer und Flamme für das Projekt. Es war schnell klar, dass alle vier Senioren- und Pflege-Einrichtungen in den Oberzent-Stadtteilen einbezogen werden.

Wenn alle anpacken und füreinander einstehen, dann gelingt nicht nur das Zusammenleben in der Schule, dann geht es darüber hinaus – bis in die Altenpflege, erläutert Siefert. Nicole Kelbert-Gerbig von der Sparkasse Odenwald sorgte dafür, dass über 300 Karten für das Projekt gedruckt wurden. Als Zeichen für Hoffnung und Leichtigkeit in herausfordernden Zeiten wurde ein Bild mit Luftballons vom 50. Jubiläum der Oberzent-Schule ausgewählt. Der Tannenbaum als Weihnachtssymbol ist ja schon im Logo integriert, das auf der Rückseite angebracht ist.

Die Übergabe der gesammelten Werke ist für Montag, 21.Dezember, geplant. Schulleiter Bernd Siefert wird die Karten übergeben und Fünftklässler Silas Daum wird noch einmal – unterstützt durch Musiklehrer Andreas Weinmann – die Trompete erschallen lassen, sodass man es in allen Zimmern des fast neben der Schule liegenden Haus Henneböhl hört.