Beats bringen Sandbach zum Beben

Die Musik begleitet den Sandbacher Pierre Hallstein schon von klein auf. Der heute 20-Jährige begann so früh mit dem Schlagzeugunterricht, dass er sich kaum noch daran erinnert. Sein weiterer „Berufsweg“ war somit fast schon vorgezeichnet: Mit dem Kommunionsgeld wurde die erste PA-Anlage finanziert, nach der Schule startete er die Ausbildung als Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Der erste große Event mit dem Namen „Galaxy Beats“ war im Januar 2020 gerade über die Bühne gegangen, als Corona zuschlug.

Auch wenn der Schlagzeug-Unterricht nach sechs Jahren irgendwann dem Sport weichen musste, eines war für den Sandbacher immer schon klar: „Ich wollte irgendetwas mit Events machen.“ Deshalb war es nur folgerichtig, den entsprechenden Beruf zu erlernen. Damit ging es 2017 in Aschaffenburg bei einem dortigen Unternehmen los.

Dort war dem 20-Jährigen aber zu viel Catering neben der Veranstaltungs-Organisation mit im Boot, weshalb er Ende 2019 ins Michelstädter Hüttenwerk zu Achim Tischler wechselte. Parallel besuchte er die Berufsschule, zuerst in München, dann in Wiesbaden.

Schon vor zwei Jahren hatte Hallstein sein Kleingewerbe „PHA_Events“ angemeldet, bei dem aktuell wegen der Pandemie „tote Hose“ herrscht, wie er bedauert. Im eigenen Ein-Mann-Betrieb mit dem Fokus auf Ton, Licht und Traversensystemen erfährt Pierre Hallstein Unterstützung von seinem Vater Uwe, in Breuberg bestens auch als „Dusty“ bekannt. Er will „möglichst alle Eventbereiche abdecken“, erläutert der Jungunternehmer. Was er nicht selbst machen kann, wird bei Bedarf weitervermittelt.

„Im Odenwald findet nicht viel für junge Leute statt“: Darüber war sich der 20-Jährige einig mit einem Kollegen aus der Berufsschule. Der, aus Erfurt kommend, empfand die hiesige Eventszene natürlich als verbesserungswürdig. „Er hat mich solange bearbeitet, bis ich 2018 in Sandbach meine erste Veranstaltung organisiert habe“, schmunzelt er.

Die lief noch nicht so wie erhofft. Drei Nachwuchs-DJs traten an, hatten aber nicht die Zahl an Publikum wie erhofft. „Das war ein kleiner Dämpfer“, bekennt Hallstein. Davon ließ er sich aber nicht unterkriegen. Nach und nach ergaben sich die weiteren Kontakte. Durch die Mitarbeit an „Aschaffenburgs next DJ“ lernte er unter anderem Nico Klein aus Erbach kennen.

Das Vorhaben, etwas für die jungen Odenwälder auf die Beine zu stellen, ließ den 20-Jährigen nicht los. Es sollte etwas Besonderes sein, „was es lange nicht gab“: acht oder neun DJs nicht nur auf einer Bühne. Das Ergebnis hieß „Galaxy Beats“ und wurde im Januar mit 550 Gästen zum vollen Erfolg. Allein vier DJs legten auf der Hauptbühne auf, vier weitere auf dem Techno Floor und noch einmal zwei im kurzfristig hinzugefügten Mini Floor. „Eine echte Megaparty“, lautete das begeisterte Feedback der Besucher.

Kein Wunder, dass Hallstein mit ein paar Gleichgesinnten gerne eine Wiederholung starten wollte, die auf dem Bewährten aufbaut, es sogar erweitert. Er stellt sich vor, den Event zu verstetigen. Seine „Galaxy Beats“ sollen im Odenwald, in der Unterzent, bleiben, betont er. Mit dem Treffpunkt Thierolf und Radeberger wurden zwei potente Partner gefunden. Die zweite Auflage im Januar 2021 fällt Corona-bedingt jedoch erst einmal aus. „Aktuell steht alles still“, bedauert der Eventmacher. Seine letzte Arbeit war die Begleitung der Sandbacher Fastnachtskampagne.

Als Trostpflaster soll nun am 22. und 23. Januar ein Livestream über zwei Abende stattfinden. Acht DJs legen dann für die Online-Community auf. Richtig live geht’s dann erst wieder im Oktober 2021 ab. Hallstein hat fürs zweite Wochenende in der Heinrich-Böhm-Halle Sandbach die galaktische Beat-Wiederholung angesetzt. Seine DJs kommen zwar auch aus Aschaffenburg und Erfurt, aber der Event soll „auf jeden Fall eine Odenwälder Komponente haben“. Weshalb Hallstein natürlich auch Cracks von hier akquiriert. Thema dann: „Urban Style“.

Die Galaxy Beats „sind mein Baby“, sagt der 20-Jährige. Da steckt viel Herzblut drin. „Die Leute waren sofort dabei“, hat er beobachtet. Das Konzept soll nicht unter der Corona-Pandemie leiden, wünscht er sich. Er denkt immer darüber nach, was sich Neues integrieren ließe. Mit DJ Duo hat Hallstein etwa für den Stream und die Veranstaltung im Oktober zwei Leute aus Göttingen als Mitwirkende gewinnen können. Die lernte er beim Aschaffenburger DJ-Contest kennen.