Gleich 20 Erstspender lassen Blut

„Ausgebucht“ vermeldete Elke Wilhelm freudestrahlend. Die aktuelle Blutspende in Corona-Zeiten hatte wieder einen so großen Andrang, dass die verfügbaren Zeitfenster schon vor dem Termin aufs Neue komplett belegt waren. 110 Mehrfach- und stolze 20 Erstspender fanden dieses Mal den Weg in die Alte Turnhalle Beerfelden, vermeldete die zweite Vorsitzende des DRK Beerfelden. Damit bleibt der bisherige 130er-Schnitt über die Jahre erhalten.

Die dritte Aktion unter Corona-Bedingungen lief wieder wie am Schnürchen ab. Inzwischen hat sich ja schon eine gewisse Routine eingestellt, da das DRK wieder in der Alten Turnhalle mit ihren großzügigen Räumlichkeiten zu Gast war. Das Bürgerhaus als bisherige „Location“ wäre zu eng gewesen. Neben den sieben DRK-Aktiven (bei anderen Terminen sind es bis zu zehn) waren vom Blutspendedienst Baden-Württemberg/Hessen zwei Teams mit Ärzten und Punktierern vor Ort.

Die Abstands- und Hygieneregeln wurden in Zeiten von wieder stark steigenden Infiziertenzahlen „peinlich genau beachtet“, versicherte die Blutspende-Verantwortliche. Am Eingang gab’s eine ganz frisch desinfizierte Mund-Nasen-Bedeckung. Bei allen Eintretenden wurde Fieber gemessen. Bei einer Temperatur unter 37,5 Grad durfte man rein – die hielten alle ein.

Die verschiedenen Stationen waren weitläufig angeordnet: Formulare ausfüllen, Labor und Arztbesprechung galt es zu absolvieren. Es gab feste Laufwege, informierte Diana Zimmermann und „keinen Begegnungsverkehr“, weil die Turnhalle einen Hinterausgang hat. Zwischendurch wurde in regelmäßigen Abständen gelüftet.

Die DRK-Mitwirkende freute sich, dass die Spenderzahlen nach wie vor auf einem hohen Niveau sind. Die Terminvereinbarung im Vorfeld hat sich ihren Worten zufolge sehr gut bewährt. Die festgelegten Zeitfenster bringen es mit sich, dass die Spendenwilligen weniger Wartezeit haben, als wenn sich bei einem normalen Blutspendetermin zu bestimmten Zeiten ein Rückstau bildet.

Für die Ehrenamtlichen und das Blutspendeteam sind die Abende darüber hinaus besser planbar – der Feierabend ist absehbar, weil die Timeslots am Ende nur von einer vorher abgezählten Zahl an Spendenwilligen gebucht werden können. Einziger Nachteil: Mehr geht von der Bettenzahl her nicht, was sich beim jetzigen Termin zeigte.

 „Bisher habe ich nur Positives über das Terminsystem gehört“, erläuterte die zweite Vorsitzende. Deshalb gibt es Überlegungen, es auch in Zeiten nach Corona beizubehalten. Wenn die Blutspende in Beerfelden stattfindet, dann ist natürlich Oberzent mit seinen Stadtteilen ganz stark vertreten. Aus der Ecke Erbach/Michelstadt sowie Hüttenthal und Güttersbach kamen aber auch einige vorbei, beobachtete Wilhelm.

Coronabedingt darf es ja keinen Imbiss mehr nach der Spende von 500 Milliliter Blut geben. Deshalb hatte sich das Orga-Team zusammen mit dem Gewerbeverein Beerfelden eine besondere Aktion überlegt: Jeder Spender erhielt einen Fünf-Euro-Einkaufsgutschein, einzulösen in den angeschlossenen Geschäften des örtlichen Handels. Als man das ausmachte, war allerdings noch nicht die Rede davon, dass ab heute wieder Lockdown sein und die Einzelhandelsbetriebe großteils geschlossen sein würden.

Wilhelm hob die an diesem Abend besonders hohe Zahl an Erstspendern hervor. Normalerweise sind es immer um die zehn „Neulinge“, jetzt die doppelte Anzahl. Denn die jungen Leute bedeuten die Zukunft für den Blutspendedienst, weiß auch Vorsitzender Joachim Zimmermann. Er stellte fest, dass gerade in der Pandemie die Hilfsbereitschaft für die Mitmenschen bei der jüngeren Generation steigt und diese verstärkt Blut spendet. Denn es wird gebraucht, wissen alle. Ressourcen sind zu jeder Jahreszeit knapp.

Einen 130er-Schnitt hatte das örtliche DRK in den vergangenen Jahren die ganze Zeit – umso schöner, dass dieser jetzt, unter erschwerten Corona-Bedingungen, auch konstant erreicht wird. Die vielen treuen Spender, die oftmals zwischen 50 und 70 liegen, teilweise aber schon die 100er-Marke geknackt haben, sind nach wie vor eine Bank.

Diese „Wiederholungstäter“ müssen gar nicht groß benachrichtigt werden, sie haben sich die Termine sowieso vorgemerkt, weiß Wilhelm. Alle anderen spricht das DRK mit Plakaten und Facebook-Posts an, erläuterte sie. Gerade auf dem Land gibt es aber schon eine gewisse Tradition in der Familie: Die Eltern spendeten schon Blut, deshalb gehen die Kinder auch hin, sobald sie dürfen.