Oberzent schießt 90 Prozent bei taxOMobil-Fahrten zu

TaxOMobil-Fahrten im Rahmen des Angebots „Garantiert mobil“ werden in der südlichen Kreisstadt noch attraktiver. Auf Antrag von FDP, CDU und SPD beschloss die Oberzent-Stadtverordnetenversammlung mehrheitlich den „Oberzent-Discount 2.0“ – mit einer Erhöhung des städtischen Zuschusses auf jetzt 90 Prozent. Es geht darum, „ein Zeichen für die Flächenstadt zu setzen“, sagte Oliver von Falkenburg (CDU).

Damit wird, erläuterte er, die bereits eingeführte Sofortmaßnahme zur Steigerung der Attraktivität von „Garantiert mobil“ in Höhe von 75 Prozent verlängert und noch einmal aufgestockt. Die drei Fraktionen erhoffen sich dadurch einen zusätzlichen Mobilitätsschub. Als integrierter Bestandteil des ÖPNV im Odenwaldkreis sichern taxOMobil-Fahrten die Mobilität der Bürger von der Ortschaft zum jeweiligen Zentrum, ging von Falkenburg auf den Hintergrund ein.

Diese Mobilitätsgarantie besteht seinen Worten zufolge an allen Tagen in der Woche und unabhängig von Schul- und Ferienzeiten Montag bis Freitag von 5 bis 22 Uhr, an Samstagen von 6 bis 22 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 22 Uhr. Für eine taxOMobil-Fahrt zahlt der Kunde den RMV-Tarif und einen entfernungsabhängigen Zuschlagspreis.

Dieser Zuschlagspreis kann in vielfältiger Weise und Höhe rabattiert oder auch subventioniert sein, wie es jetzt Oberzent tut, informierte er. Um das Projekt anzuschieben, wurde bereits von allen Städten und Gemeinden 2018 und 2019 der Zuschlagspreis zu 50 Prozent übernommen – in Oberzent 2020 sogar zu 75 Prozent.

Im Zuge der Verlängerung und Intensivierung der Subventionierung legen die Antragsteller besonderen Wert auf eine regelmäßige und umfassende Werbung, betonte der CDU-Fraktionsvorsitzende. Er stellte sich diese – auch mit Berechnungsbeispielen – in den verschiedenen lokalen und regionalen Medien vor. „Damit soll der mangelnden Bekanntheit in der Einwohnerschaft weiter entgegengewirkt werden“, hob er hervor.

Nach Ende des einjährigen Testzeitraums, wünschte sich von Falkenburg, soll eine erneute Kosten- und Erfolgsevaluation erfolgen und über die Fortsetzung der Maßnahme entschieden werden. Die Mobilität im ländlichen Raum – insbesondere in einer Flächenstadt wie Oberzent – „ist eine Herausforderung“, betonte er.

In Anerkennung der topographischen Verhältnisse und der Bedürfnisse der Bevölkerung soll der höhere Oberzent-Discount als Sofortmaßnahme die zuschlagspflichtigen taxOMobil-Fahrten noch stärker fördern, so die Intention hinter dem Antrag der drei Fraktionen. Denn der Aufpreis kann sonst ganz schön ins Geld gehen. In Zeiten einer weltweiten pandemischen Lage „trägt das individuelle Mobilitätsangebot außerdem zu einer Minimierung der sozialen Kontakte im ÖPNV bei“, sagte er.

Die große Mehrheit im Rund stand hinter dem CDU-, SPD- und FDP-Ansinnen. Chris Poffo und andere Kollegen der ÜWO plädierten allerdings dafür, es erst einmal beim Anfang 2020 eingeführten Rabatt von 75 Prozent zu belassen und diesen unter „normalen“ Bedingungen zu testen. Worauf von Falkenburg entgegnete, dass eine Rücknahme des 90-Prozent-Zuschusses jederzeit wieder möglich ist.

Thomas Ihrig (SPD) wollte die Erhöhung mit einer besseren Werbung verbunden wissen. Bürgermeister Christian Kehrer ergänzte, dass Oberzent beim Zuschuss Spitzenreiter ist. Jedoch musste die Stadt im vergangenen Jahr nur 1300 Euro drauflegen, was deutlich macht, wie wenig das Angebot genutzt wurde.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) regte einen zusätzlichen Punkt an: nämlich, dass auch Fahrten nach Erbach mit dem Oberzent-Discount gefördert werden. Sie hatte dabei vor allem Zeiten im Auge, „wenn sonst nichts fährt“ – etwa abends oder am Wochenende. Das sei wichtig für die Mobilität in den sonst ÖPNV-schwachen Zeiten.

Über Sinn oder Unsinn des Antrags wurden im Anschluss viele Worte gewechselt. Hinterfragt wurde unter anderem, warum es nur das eine Zentrum Erbach und nicht auch Hirschhorn oder Eberbach sein sollen. Auch gab es den Hinweis, dass Beerfelden mit der Linie 50 gut mit Erbach vernetzt ist. Den gordischen Knoten zerschlug Walter Gerbig (CDU) mit seiner Anregung, das Thema doch im kommenden Ausschuss abzuklären. Dem folgten die Mandatsträger.

Info: Buchbar sind taxOMobil-Fahrten über das Informations- und Buchungssystem http://www.odenwaldmobil.de via Internet oder App. Es geht auch telefonisch über die Mobilitätszentrale der OREG.