Vollzeitstellen für die Schwimmbäder?

Rein ehrenamtlich lassen sich die drei Freibäder in Oberzent nicht mehr stemmen. Um den Betrieb zu gewährleisten, hat der Magistrat nun im Haushaltsplanentwurf jeweils eine Stelle für Finken- und Hetzbach sowie Beerfelden ausgeschrieben, erzählte Bürgermeister Christian Kehrer. Im Vergleich zu anderen Kommunen hat die Stadt für ihre Bäder mit 20.000 Euro bisher relativ wenig Geld im Haushalt stehen, sagte er.

In Hetzbach, erläuterte Kehrer dem Bau- und Infrastrukturausschuss, wurde bereits mehrfach die Kioskverpachtung vergeblich ausgeschrieben. In Finkenbach ist im Sommer der parallele Betrieb von Bäckerei und Schwimmbad sehr zeitintensiv, weiß er. Und am Waldschwimmbad Beerfelden ist allein durch die schiere Größe schon einiges zu tun. Der Rathauschef betonte jedoch: „Ohne das Ehrenamt geht es nicht.“

Deshalb will man für jedes Bad eine Vollzeitstelle vorsehen. Die kümmert sich dann um Kiosk, Reinigung, Technik oder Eingangskontrolle. Außerhalb der Saison werden dem Bürgermeister zufolge erst einmal die aufgelaufenen Überstunden abgefeiert, ehe dann die Mitarbeiter in der restlichen Zeit im Bauhof zum Einsatz kommen. Wie es mit der Öffnung in diesem Sommer aussieht, kann Kehrer zu seinem Bedauern noch nicht sagen. Hier ist Abwarten angesagt, wie es mit der Corona-Pandemie weitergeht.

Eine betrübliche Mitteilung hatte der Bürgermeister für die „Garantiert mobil“-Nutzer. Eigentlich wollte Oberzent die Taxomobil-Fahrten zu 90 (statt bisher 75) Prozent subventionieren. Dagegen legte die OREG aber ihr Veto ein. Begründung: Damit wäre eine Taxi-Fahrt so günstig, dass die Leute nicht mehr den Linienbus nutzen. Denn das Taxomobil hätte den Vorteil eines Haus-zu-Haus-Services.

Die Befürchtung: Der ÖPNV würde damit noch mehr Defizite produzieren. Die angestrebten 90 Prozent wurden bisher noch nicht umgesetzt, informierte Kehrer. Die Stadtverordneten müssen nun in der kommenden Sitzung ihren Beschluss rückgängig machen. Langsam, aber sicher, gehen die Nutzerzahlen des Taxomobils nach oben, beobachtet er. 

Sehr gut angenommen werden dem Stadtoberhaupt zufolge die Impffahrten nach Erbach mit dem Taxomobil. Für die müssen die Bürger nur den regulären RMV-Tarif bezahlen. Die restlichen Kosten teilen sich Odenwaldkreis und Stadt.