Steht das Rathaus bald zum Verkauf?

Was wird mit dem Schöllenbacher Rathaus, wenn am Bauhof ein neues Dorfgemeinschaftshaus (DGH) entsteht? Der Ortsbeirat hat keine Bedenken gegen eine Veräußerung, sagte Ortsvorsteher Martin Pollak. Allerdings kann er Vorbehalte nachvollziehen, dass bei einem eventuellen Verkauf dieses ortsbildprägenden Gebäudes es nicht mehr in der bisherigen Form gepflegt und erhalten werden könnte. Er weist jedoch auf den Denkmalschutz hin, der enge Grenzen für die künftige Nutzung setzt.

Aktuell sind im ehemaligen Hessenecker Rathaus noch der Bürgerservice und das Friedhofsamt der Stadt Oberzent untergebracht. Außerdem probt dort – außerhalb Corona – der Sängerkranz. Der Spielmannszug ist im Obergeschoss des bisherigen Feuerwehrhauses untergebracht. Das soll ebenfalls verkauft werden, wenn die Brandschützer in den geplanten Anbau am Bauhof umgezogen sind. Die entsprechenden Pläne hatte Bürgermeister Christian Kehrer bereits in einer Ausschusssitzung vorgestellt.

Baulich und energetisch ist das alte Feuerwehrgebäude in keinem guten Zustand. Eine Sanierung macht keinen Sinn mehr, weiß Pollak. Er denkt, dass dafür gut ein Käufer zu finden sein wird. Die Bauhofdienste würden dann von Beerfelden aus organisiert, erläutert der Ortsvorsteher. „Das wird sicher zufriedenstellend geleistet“, denkt er. Gerade der Winterdienst ist hier ein Thema. Entsprechende Vorbereitungen laufen bereits.

Auch die anderen beiden Feuerwehrhäuser im ehemaligen Hesseneck sind nicht auf dem neuesten Stand. Hesselbach ist zu klein für das neue Fahrzeug. Deshalb soll auf dem früheren Schulhof eine neue Halle erstellt werden. Die Umkleiden sind im DGH. In Kailbach geht es um einen Umkleideraum, da dieser separat von den Fahrzeugen vorhanden sein muss. Die Vorplanungen dazu haben laut Pollak bereits stattgefunden.

Die Planung für die Erweiterung der Kailbacher Kita „Wirbelwind“ wurde leicht verändert, erläutert er auf der Ortsbeiratssitzung im Hesselbacher Dorfgemeinschaftshaus. Demnach werden die zusätzlichen Räume in direkter Linie Richtung Spielplatz angebaut und nicht, wie zuvor angedacht, schräg. Das ist kostengünstiger. Pollak hofft, dass die Realisierung im kommenden Jahr ihren Abschluss findet. Während des Umbaus ist ein Ausweichen ins ISV-Vereinsheim möglich.

Parallel richten die Kindergarten-Eltern das gemeindliche Waldgrundstück her und ertüchtigen es, informiert der Ortsvorsteher. Dann können sich die Kinder – nicht nur während des Umbaus – bei schönem Wetter auch dort aufhalten. Denn aktuell geht es ziemlich eng im Wirbelwind zu. Es gilt unter anderem eine alte Hütte abzubauen, die dann vom Bauhof entsorgt werden soll. Das Gelände wurde bereits in früheren Zeiten schon einmal von der Kita genutzt.

Bis zum Jahresende soll die Glocke hoffentlich läuten. Aktuell wird das notwendige Holz für die beiden Glockentürme in Hebstahl und Kailbach in einem örtlichen Sägewerk zugeschnitten, teilt Pollak mit. Angestrebt wird eine Errichtung durch den Bauhof, um eine Ausschreibung zu vermeiden und alles zeitnah realisieren zu können.

Wenn es endlich mal wieder Sommer wird, könnte ein weiteres Waldsofa am Eutersee zum Relaxen einladen. Dieser Wunsch des Ortsbeirats wird gerade vom Magistrat geprüft. Fürs Gremium gibt es viel junges, frisches Blut bei der Wahl, stellt Pollak lobend das Engagement der Ortsbevölkerung heraus.