Volksläufer haben einen langen Atem

Rothenberg. Langer Atem zahlt sich aus. Die Planungen für den Rothenberger Panorama-Lauf starteten bereits 2019. Als er 2020 das erste Mal stattfinden sollte, funkte Corona dazwischen. Dieses Jahr stehen die Zeichen für die Premiere aktuell sehr gut. Die Inzidenzzahlen sinken. Zupass kommt den Verantwortlichen bei der Werbung für den Event am 4. Juli das Internet. „Das geht wesentlich schneller als wenn alles gedruckt werden müsste“, meint Mitorganisator Stefan Pahl.

„Was heute beschlossen wird, kann nächste Woche wieder Makulatur sein“: Bisher galt dieser Satz eher in die negative Richtung. Inzwischen, freuen sich die Macher, werden sie von den positiven Ereignissen überholt. „Wir hoffen, dass zum Termin möglichst wenige Vorgaben noch zu beachten sind“, erklärt Pahl. Wo zuerst nur 100 Teilnehmer pro Starterwelle möglich waren, sind es nun durch abnehmende Inzidenzzahlen bereits 200.

Diese Zahl, betont der Rothenberger, gilt wohlgemerkt nicht für die „3G“, also Genesene, Geimpfte und Getestete. Die kommen noch einmal oben drauf. Da diese Gruppe Pahls Schätzung nach um die 50 Prozent ausmachen dürfte, könnten somit um die 300 Läufer bei einem der beiden Startzeitpunkte auf die fünf oder zehn Kilometer lange Strecke gehen. 

Die Rothenberger haben mit dem Termin aufs richtige Pferd gesetzt. Es finden praktisch keine anderen Volksläufe statt. „Das spielt uns in die Karten“, lächelt Pahl und hofft auf viele namhafte Läufer, die den Weg ins Höhendorf finden. Bereits jetzt haben ein paar Top-Athleten zugesagt. Tobias Balthesen vom TV Eberbach etwa, ein Spezi des Triathleten Timo Bracht. Oder Julian Beuchert von der LAZ Mosbach.

Der Mit-Organisator freut sich „über ein starkes Feld in Spitze und Breite“. Es werden täglich mehr Starter, hat er beobachtet. Die kommen nicht nur aus dem Odenwälder Umfeld. Inzwischen hat die Ausschreibung Kreise bis nach Heidelberg, Frankfurt, Worms und Karlsruhe gezogen. Und vielleicht, so seine Hoffnung, schauen spontan ein paar internationale Spitzencracks vorbei, um auf der herrlichen Strecke ein paar Trainingseinheiten zu absolvieren.

Initialzündung für die Rothenberger Veranstaltung war der Feuerwehrlauf. An dem nahm auch Sascha Hafner teil, der in der folgenden Zeit die treibende Kraft für einen Volkslauf im Oberzent-Stadtteil wurde. Bei der SG Rothenberg wurden die Laufbegeisterten „mit offenen Armen empfangen“, erinnert sich Pahl, und firmieren nun unter deren Dach als Lauftreff.

Apotheker Frank Knecht bringt seine Erfahrungen vom Eberbacher Frühlingslauf mit und kümmert sich um die Zeitmessung. Da er gleichzeitig auch die Testzentren in seinen Apotheken betreibt, ist er fit in Sachen Hygieneverordnungen und allem anderen rund um Corona. Die Homepage baute bereits im vergangenen Jahr Benjamin Beisel.

Um den Jahreswechsel öffneten die Rothenberger die Anmeldung. Allerdings gingen dann erst einmal wieder die Zahlen nach oben, bedauert Pahl. Man wartete Ostern ab. Als langsam die Hoffnung auf gute Rahmenbedingungen stieg, ging die Planung in die Vollen. Als man erfuhr, dass der Lauf in Frankfurt-Enkenheim durchgeführt werden soll, „sagten wir, das machen wir auch“.

Bei der Stadt Oberzent erfuhr man viel Unterstützung, können die Veranstalter auf die Unterstützung von Marco Johe im Ordnungsamt zählen. Zahlreiche Sitzungen des fünfköpfigen Orga-Teams folgten. Dann wurden die Strecken vermessen, damit sie auch nach international gültigen Kriterien anerkannt sind.

„Wir wollen ein schönes Fest für Rothenberg bieten“, blickt Pahl nach vorn. Das alles zu einem kleinen Startgeld, da einige Sponsoren mit im Boot sind. Er preist die „tolle Laufstrecke“ an. Startend an gewaltigen Eichen, führt die Tour an glücklichen Hühnern vorbei, bevor sich zu beiden Seiten der Ausblick zu Katzenbuckel, Königstuhl und bei besonders guter Fernsicht zu den Vogesen eröffnet. „Wir wollen Flagge zeigen“, signalisiert er.

Nach aktuellen Vorgaben dürfen keine Duschmöglichkeiten angeboten werden, bedauert Pahl. Vielleicht erlauben es sich verändernde Verordnungen noch, dass ein kleines Kuchenbüffet möglich ist, hofft er. Aktuell ist im Start-/Zielbereich eine Verpflegungsstelle mit Wasser und Bananen vorgesehen.

Die Aufstellung muss etwas entzerrt erfolgen, erläutert der Organisator. Durch die Netto-Zeitmessung „ist aber keiner benachteiligt“. Das Orga-Team „ist für alles gewappnet“, versichert Pahl. Je nach Bedarf kann man kurzfristig reagieren.

Info: http://www.panorama-lauf.de