Vereine bekommen städtische Unterstützung

Rothenberg. Freude bei den Oberzent-Vereinen. Die Jugendförderung 2020 und die Vereinsnothilfe werden ausgezahlt. Das gab Bürgermeister Christian Kehrer auf der vergangenen Stadtverordneten-Sitzung bekannt. Zuvor waren in den konstituierenden Sitzungen die Vorsitzenden der Ausschüsse bestimmt worden. Das sind Thomas Ihrig, Stellvertreter Johannes Barth (Haupt und Finanz), Katharina Riesinger, Stellvertreter Walter Gerbig (Bau und Infrastruktur) sowie Pia Mester, Stellvertreter Nico Frisch (Sozial, Kultur und Tourismus).

Die Vereine und Organisationen im Stadtgebiet Oberzent haben ihre betreuten Kinder und Jugendlichen für die Jugendförderung gemeldet, informierte Kehrer. Es erfolgt seinen Worten nach eine Auszahlung in Höhe von zehn Euro pro Person für insgesamt 1421 gemeldete Mitglieder unter 18 Jahren an die Vereine.

Für die Vereinsnothilfe gingen elf Anträge bei der Stadt ein. Ein Antrag konnte nicht berücksichtigt werden, so der Bürgermeister. Zwei Vereinen wurden 2100 Euro bereits gezahlte Mietkosten für kommunale Räumlichkeiten erlassen oder erstattet. Im Rahmen der Vereinsnothilfe wurde somit dem Rathauschef zufolge an acht Vereine eine Auszahlung von rund 13.100 Euro geleistet. Den verbleibenden Restbetrag wird der Magistrat in einer zweiten Runde vor Jahresende auf Antrag auszahlen.

Das Stadtoberhaupt ging auch auf die neue Anlaufstelle „Stark im Amt“ ein. Die versorgt Volksvertreter auf kommunaler Ebene mit Informationen und Orientierung, wenn sie das Ziel von Beleidigungen, Bedrohung oder Attacken sind. Denn diese Aktionen nehmen zu. „Kommunalpolitik ist die Basis unserer Demokratie. Hass und Gewalt haben in diesem Feld keinen Platz“, betonte Kehrer. Wer Menschen bedroht oder angreift, die sich fürs Gemeinwesen einsetzen, „greift immer auch unsere freiheitliche und demokratische Gesellschaft an“.

Ganz gleich, ob jemand Bürgermeisterin, Landrat oder Mitglied im Stadtrat ist: Das Portal nimmt eine Lotsenfunktion ein und soll für alle aus dieser Gruppe Handlungsoptionen und Kontakte aufzeigen, um die Herausforderung eines Angriffs zu meistern und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, führte er aus. Auch sollen Wege der Prävention genannt werden. Gleichzeitig soll das öffentliche Bewusstsein für die Lage der Kommunalpolitiker gestärkt werden. Mehr unter www.stark-im-amt.de.

Beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ ging Oberzent leer aus, informierte der Bürgermeister. Auf den Förderaufruf hatten Städte und Gemeinden rund 1300 Interessenbekundungen eingereicht. Der städtische Antrag zur Sanierung des Erlebnis-, Sport- und Freizeitgeländes Sensbacher Höhe wurde nicht ausgewählt, bedauerte er. Die Verwaltung sucht jetzt anderweitige Fördermöglichkeiten.

Die Stadt beteiligt sich am Programm „Ladesäulen für Ihre Kommune 2.0“ der Entega, sagte der Rathauschef weiter. Eine oder zwei E-Ladestationen werden von der Firma zur Verfügung gestellt. Alle möglichen Standorte (in unmittelbarer Nähe zu Trafostationen) wurden besprochen, teilte er mit, und zwei Standorte priorisiert:  Parkplatz Odenwaldstraße/Beerfelden und Freifläche Freiensteinstraße in Gammelsbach.

Er sagte außerdem, dass die Veranlagung für die Erhebung der Zweitwohnungssteuer durchgeführt wurde. Die Bescheide gingen raus. Von der Steuerpflicht befreit sind seinen Worten zufolge Schüler und Studenten, sofern eine entsprechende Bescheinigung vorgelegt wird. Die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes ist im Odenwaldkreis angedacht, so Kehrer. Eine Auftaktveranstaltung findet am 30. Juni statt.

Eröffnet wurde die Stadtverordneten-Versammlung und die vorgeschalteten Ausschusssitzungen vom Stadtverordneten-Vorsitzenden Dirk Daniel Zucht. Der wies darauf hin, dass er bei der Konstituierung des Odenwälder Kreistages 14 Kollegen aus Oberzent zählte. „Damit sind wir quasi der kleine Kreistag“, schmunzelte er. Zucht betrachtete es als positiv für alle Bürger der Stadt, dass man somit davon ausgehen könne, „dass unsere städtischen Belange, aber auch überregionale Informationen stets im aktuellen Fokus sein können“.

Dem neuen Vorsitzenden ging es auch um die Sitzungsökonomie. Er bat darum, Anträge an die jeweiligen Ausschüsse zu adressieren. Die werden dann direkt dort besprochen und nicht zuvor in der Stadtverordnetenversammlung „vorberaten“. Zucht möchte so bei bestimmten Themen „effektiver und schneller ans Ziel kommen“.