Die neue Glocke soll in einem Jahr erklingen

Unter-Sensbach. Es vergeht kaum eine Ortsbeiratssitzung, auf der nicht die Sanierung der Sporthalle in Unter-Sensbach Thema wäre. Die positiven Nachrichten halten sich dabei in Grenzen. Meist geht es um den stockenden Baufortschritt oder Kostensteigerungen, was dem Alter des Bauwerks geschuldet ist. Allerdings gab es in anderer Hinsicht auch Positives zu vermelden: Mit den Planungen zum Bau des Glockenturms auf dem Hebstahler Friedhof geht es voran, berichtete der frühere Bürgermeister Egon Scheuermann.

Bürgermeister Christian Kehrer erläuterte den Mandatsträgern die aktuellen Entwicklungen bei der Hallenerneuerung. Nach der Sitzung ging’s gleich mit den Vereinsvertretern weiter. Durch das hohe Alter der Sporthalle kommt es immer mal wieder zu Überraschungen während der Sanierungsarbeiten, bilanzierte Ortsvorsteher Tobias Kuhlmann. Die derzeitige Situation im Baugewerbe lässt seinen Worten zufolge abzuwarten, ob Zeit- und Kostenpläne eingehalten werden können. Denn es ist nicht einfach, Firmen für bestimmte Gewerke zu finden.

Die Kirchengemeinde Beerfelden hat Scheuermann zufolge zugesagt, die Kosten für eine Glocke (mit Inschrift und Armaturen) zu übernehmen. Die restlichen Gelder (Glockenantrieb, bauliche Maßnahmen) sind zunächst Sache der Stadt, erläuterte er. Eine überschlägige Kostenermittlung habe ergeben, dass von der Kirchengemeinde etwa 4500 Euro (Kostenschätzung der Glockengießerei in Neunkirchen) und von der Stadt etwa 14.000 Euro zu tragen wären.

Allerdings beruhen diese Kostenschätzungen auf den Angaben zum Glockenturm auf dem Friedhof in Gammelsbach, sagte Scheuermann. Dort ist jedoch eine Glocke mit etwa 100 Kilo Gewicht und 52 Zentimeter Durchmesser vorhanden. In Hebstahl soll alles eine Nummer kleiner werden. Die Glocke soll sich an der auf dem Sensbacher Friedhof orientieren, soll hell klingen und ist deshalb nicht so groß und schwer wie Kirchenglocken an sich. Damit „werden sich die Kosten deutlich reduzieren“, führte das Ortsbeiratsmitglied aus.

Dies resultiert seinen Worten nach daher, dass die vorgesehene Glocke in Hebstahl ein Gewicht von etwa 50 Kilo und einen Durchmesser von nur 43 Zentimeter haben soll – wie eben auf der Sensbacher Höhe. Bürger aus dem Stadtteil sind Scheuermann zufolge bereit, bei der Vorbereitung und Erstellung des Glockenturms Eigenleistungen zu erbringen.

Mit Pfarrer Roland Bahre wurde daneben vereinbart, dass Ortsbeirat und Kirchengemeinde gemeinsam eine Haussammlung durchführen werden. Nächster Schritt wird sein, berichtete der frühere Bürgermeister, mit der Kirchengemeinde die Größenordnung der Glocke festzulegen und auf dieser Grundlage ein konkretes Angebot einzuholen.

Der Ortsvorsteher wiederum hofft, „dass die Glocke in einem Jahr läuten wird“. Das aus städtischen Wäldern stammende Holz ist bereits zum Einschneiden bei Volker Holschuh eingetroffen. Parallel wird auch ein Glockenturm für Kailbach in der gleichen Bauweise erstellt. Die ehemaligen Hessenecker haben gegenüber den Hebstahlern den Vorteil, dass es ihre Glocke schon gibt und sie nicht extra gegossen werden muss. Denn das kann sechs bis neun Monate dauern.

Mit dem privaten Zuspruch fürs IKEK-Dorferneuerungsprogramm zeigte sich Kuhlmann nicht zufrieden. Während in Beerfelden großes Interesse besteht, sogar „ein Run“, hält sich der im früheren Sensbachtal in Grenzen. Er geht davon aus, dass sich die Beantragung sehr kompliziert darstellt und es zu lange für eine Bewilligung braucht. „Da machen es die Leute eben selbst auf eigene Kosten“, so sein Eindruck.

Zum integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes auf Gemeindeebene gehört ebenso die Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Hebstahl, erklärte der Ortsvorsteher. Das steht zwar auf der Prioritätenliste, „aber wir müssen abwarten, wann es losgeht“. Es geht ebenfalls um die Spielplätze. Der in Hebstahl müsste verlegt werden, wenn der notwendige Anbau ans Feuerwehrhaus fürs neue Fahrzeug realisiert wird.

Thematisiert wurde auf der Sitzung auch die Verkehrssituation im Alten Weg. Der teilt sich kurz nach der Abzweigung von der Durchgangsstraße. Eigentlich gilt ja Rechts vor Links, so Kuhlmann, aber für die von oben kommenden Autofahrer ist die Sicht durch eine Mauer verdeckt. Deshalb gab es die Anregung, dies mit einer Markierung auf dem Boden deutlich zu machen. Das städtische Ordnungsamt will sich um die Angelegenheit kümmern.