Super Musik im Hüttenwerk-Wohnzimmer der Damen

Premiere perfekt gelungen: Das Hüttenwerk hat ein neues Veranstaltungsformat. Auf Idee von Michi Tischler soll es in unregelmäßigen Abständen ein „Wohnzimmerkonzert“ im großen Saal geben – als Zwischending zwischen den Freitagsevents in der Bar und den großen Konzerten in der Halle. Tischer zusammen mit ihren Sängerinnen-Kolleginnen Sandie Wollasch und Ira Diehr, begleitet nur von Markus Schramhauser am Piano, boten bei der Erstauflage eine mitreißende Auswahl ihrer Lieblingsstücke.

Sehr gemütlich war das Drumherum eingerichtet. Die Zuschauer hatten es sich auf Sofas und an Tischen bequem gemacht, Stehlampen mit einem Flair der 60er Jahren erleuchteten sanft das Geschehen, der lila glitzernde Vorhang schuf eine heimelige Atmosphäre. Dazu noch ein paar Knabbereien an den Tischen, die angenehme Lautstärke und vor allem: die „Damen“, die mit ihren Songs begeisterten. „Ich wollte ein hochwertiges Format gegenüber den Bar-Events haben“, erläuterte Michi Tischler.

Mit Ira und Sandie „singe ich schon sehr lange zusammen“, sagte die Hüttenwerk-Chefin, die dafür „ihre Männer“ kräftig auf Trab hielt, damit der Saal genauso ausstaffiert war, wie sie es sich wünschte. Dafür gab’s dann aber auch einen großen Dank für die viele Vorbereitungsarbeit in den vergangenen zwei Wochen. Ihre Kolleginnen „waren natürlich sofort dabei“, freute sich Michi Tischler. „Denn ich sage auch immer gleich Ja, wenn die beiden mit irgendetwas ankommen“, lächelte sie.

Die Unterschiede machen die Gemeinsamkeit: Vom Auftreten und der Stimme her sind die drei sehr verschieden. Hier die quirlige, sprudelnde Sandie Wollasch als quietschbunter Paradiesvogel, immer in Bewegung, kaum eine Sekunde stillstehend, eher für die hohen Töne zuständig. Für jeden Spaß und alle Faxen zu haben. Dort die Femme Fatale Ira Diehr, mit roter Mähne lasziv die Männer um den Verstand bringend, mit einer dunklen Stimme eher Richtung Marlene Dietrich. Und schließlich, quasi als verbindendes Element zwischen den beiden Polen, die burschikose Michi Tischler als Mutter der Frauen-Kompanie mit Power-Stimme.

Alle haben sie einen Riesen-Spaß bei der Sache, albern herum, nehmen sich und den einzigen Mann im Team gerne auf die Schippe. Und singen, teilweise sogar a-cappella, so klasse, dass der begeisterte Applaus nur so sprudelt. Ganz still wird es im Saal, als Sandie Wollasch „Love of my life“ von Queen zelebriert. „Ich bin ganz geflasht vom Film Bohmian Rhapsody“, hatte sie zuvor erklärt. Eine Stimme, ein Klavier: Mehr braucht es nicht für einen Gänsehaut-Song.

Die Party gibt’s gleich hinterher: „Walk like an Egyptian“ von den Bangles gibt’s als knallige Version auch von den „Puppini Sisters“. Die ist wiederum den „Damen“ wie auf den Leib geschnitten. Dreistimmig grellbunt schallt das Lied von der kleinen Bühne in die Menge. Ob sich Markus Schramhauser einen Gefallen getan hat, allein unter Frauen zu spielen? Bei „I wanna be loved by you“ macht Ira Diehr einen auf Marylin und sorgt dafür, dass dem Pianisten die Schweißperlen auf die Glatze treten, als sie ihn nach allen Regeln der Kunst umgarnt.

Dass die Damen eigentlich kein Mikro brauchen, zeigen sie mit dem „Einmarsch“ nach der Pause. Der Zuschauerraum wird nach allen Regeln der Kunst aufgemischt. Die drei haben einen Riesenspaß dabei, losgelöst aller Band-Konventionen voll aufdrehen zu dürfen. „Lady Marmelade“ von Patti Labelle ist ein solcher Kracher, bei dem sich das Trio selbst hochpusht, alles gibt, und dafür Jubelrufe einheimst.

Es folgen noch ein paar dieser klasse Songs. Ob es „Oh darlin‘“ von den Beatles ist, das Sandie Wollasch mit der unvergessenen Joy Fleming verbindet, oder „Put your records on“: Die Damen leben die Stücke mit jeder Faser und spielen sich die musikalischen Bälle zu. Natürlich darf die Zugabe nicht fehlen: Ein „Video killed the radio star“, bei dem Schramhauser auch mal ans Mikro darf, und schließlich der A-Cappella-Song „Seafood“ sind noch einmal das Tüpfelchen auf dem I.

Info: Das nächste Wohnzimmerkonzert findet am Freitag, 10. Mai, in Form einer „Irischen Nacht“ mit der „Seán Treacy Band“ statt. Reservierung ist erwünscht: Entweder über www.huettenwerk.info oder Telefon 06061/969389.

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Neuer Stadtpolizist in Oberzent: Tempo 70 soll die Motorradraser ausbremsen

„Hier lässt sich etwas aufbauen“, ist Nabil El Kadi voll des Lobes über seine neue Tätigkeit als Stadtpolizist in Oberzent. Der 28-Jährige ist seit Jahresbeginn im Ordnungsamt tätig. Die überall zu spürende Aufbruchstimmung und die flachen Hierarchien in einer kleinen Verwaltung sind für ihn das Besondere – auch im Vergleich zu seiner letzten Arbeitsstelle in Maintal. „Da waren wir 15 Leute, wo in Beerfelden zwei tätig sind“, erzählt er. Das Aufgabenspektrum ist riesig – genauso wie die Überraschung, dass nach längerer „rechtsfreier Zeit“ Falschparker plötzlich wieder aufgeschrieben werden.

Die Verkehrsüberwachung erstreckt sich aber nicht nur auf parkende Autos. Wenn der Oberzent-Haushalt durch ist, soll auch ein mobiler Blitzer angeschafft werden. Ein solches Gerät kostet um die 45.000 Euro. El Kadi betont vor dem Hintergrund dieser Summe jedoch, dass die Bürger nicht über den Umweg der Bußgelder den städtischen Haushalt sanieren sollen. Es geht um die Sicherheit im Straßenverkehr. „Damit soll kein Gewinn gemacht werden.“

Die beiden stationären Blitzer in Hetzbach und Gammelsbach werden im Frühjahr reaktiviert, erläutert der Stadtpolizist. Dann wird dort die Asphaltdecke erneuert und kommen die notwendigen Drucksensoren rein, sodass sie wieder scharf geschaltet sind. Wobei El Kadi aber durchblicken lässt, dass er die mobilen Kontrollgeräte für zielführender hält. Denn oft wird vor dem Blitzer abgebremst und danach wieder beschleunigt.

Als Straßenverkehrsbehörde ist der 28-Jährige auch für den Status des Verbindungswegs von Reußenkreuz nach Bullau zuständig, der aktuell in der Diskussion steht. „Wir wollen keine Autofahrer mit berechtigtem Interesse ausschließen“, betont er. Deshalb sind Anliegergenehmigungen auch kostenlos erhältlich. Es geht ihm darum, den überörtlichen Verkehr von diesem Waldweg zu verbannen, weswegen er für die Allgemeinheit gesperrt wurde.

Auf der Motorradraser-Strecke zwischen Beerfelden und Hirschhorn über Rothenberg und Kortelshütte hat die neue Stadt nun bessere Karten als früher. Denn aufgrund der größeren Bevölkerungszahl bekam sie die entsprechenden, zuvor beim Odenwaldkreis liegenden Befugnisse zur Baustellen- und Tempoanordnung übertragen. Die will El Kadi nutzen und versuchen, dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 anzuordnen. Er weiß aber, dass dies nicht einfach wird, denn „es ist schwer, außerhalb geschlossener Ortschaften eine Ausnahme von Tempo 100 zu begründen“.

Deshalb ist, so makaber es auch klingt, die Zahl der Unfälle auf der L 3410 maßgebend, um vielleicht ein Tempolimit durchzusetzen. „Wir haben eine Aufstellung gemacht“, so der Stadtpolizist. In Absprache mit dem Odenwaldkreis, der Polizei und Hessen-Mobil verschafft er sich derzeit einen Überblick, „weil es früher bestimmte Dinge einfach nicht gab“ – auch hier bedingt durch die kleinere Stadt.

Der neue Mann im Ordnungsamt ist weiterhin auch zuständig, wenn es Beschwerden darüber gibt, dass Tiere nicht ordnungsgemäß gehalten werden. In dem Fall arbeitet er mit dem Veterinäramt zusammen und versucht eine Klärung zu erreichen. El Kadi muss darüber hinaus tätig werden, wenn der Besitzer eines sogenannten „Kampfhundes“ die höhere Hundesteuer nicht zahlt. Letzte Konsequenz wäre dann der Entzug der Halterlaubnis. „Wir versuchen es immer erst im Guten“, betont er jedoch. „Denn das Tier hat nichts davon, wenn es danach im Tierheim sitzt.“

In den ersten zehn Wochen im neuen Job „habe ich überwiegend positive Erfahrungen gemacht“, blickt El Kadi zurück. Natürlich gab es auch einige Anrufe, „dass die Leute nicht mit kostenpflichtigen Verwarnungen einverstanden waren“, meint er. Der Stadtpolizist macht jedoch klar: „Wer falsch parkt, weiß es oftmals, dass er es macht.“ Außerdem, betont er, „hat noch kein Bürger 15 Strafzettel erhalten“. Diese kolportierte Zahl sei falsch. Im Januar stellte er 60 Knöllchen aus, im Februar 70. „Das hatte ich in Frankfurt an einem Tag“, ist für ihn diese Zahl „nicht die Welt“.

Info: Nabil El Kadi, 28, ist in Erbach aufgewachsen, arbeitete zuletzt im Landkreis Darmstadt-Dieburg, bei der Frankfurter Verkehrsüberwachung und der Ordnungspolizei in Maintal. Für Anregungen und Fragen der Bürger ist er unter E-Mail ordnungsamt@stadt-oberzent.de zu erreichen.

Neues Kapitel beim Langbein-Freundeskreis aufgeschlagen

Der Freundeskreis Langbein’sche Sammlung hat einen neuen Vorstand. Die bisherige zweite Vorsitzende Aloisia Sauer trat die Nachfolge des im vergangenen Jahr verstorbenen Ulrich Spiegelberg an. Sie erinnerte auf der Jahreshauptversammlung daran, dass es das Museum ohne Spiegelberg in dieser Form gar nicht gäbe. Er habe mit enormer Schaffenskraft ein immenses historisches Erbe hinterlassen, darunter eine beeindruckende Bibliothek und Bücher, die er als Autor verfasste. „Mit seinen Werken begleitet und lenkt er unsere Arbeit auch in Zukunft“, betonte Sauer.

Das Museum hat ihren Worten zufolge innerhalb der hessischen Museumslandschaft eine herausragende Position mit hoher Reputation. Die gelte es jetzt auch öffentlichkeitswirksam umzusetzen. „Der akute Schwund an Geschäften und damit Lebendigkeit im Ortskern von Hirschhorn hat unmittelbaren Einfluss auf den Tourismus“, sagte sie. Das Museum als eine der wenigen Sehenswürdigkeiten im Stadtkern übernehme eine wichtige Aufgabe, „der wir uns im Vorstand jetzt gemeinsam stellen“.

Zum einen geschieht das mit Veranstaltungen, die auch stärker mit dem Alltag der Einwohner verwoben sind. Dazu zählt beispielsweise der Expertenvortrag am 30. März über das Miteinander von Mensch und Wolf. Hans Jürgen Waibel gab dazu einige Detailinformationen. Er verwies auch auf weitere geplante Veranstaltungen wie etwa den Internationalen Tag des Museums am 19. Mai und die „Nacht der offenen Museen“ im September.

Derzeit laufen auch noch Gespräche mit der hessischen Burgen- und Schlösser-Verwaltung über eine Präsentation zum aktuellen Stand der Sanierung von Burg Hirschhorn. „Es ist ein Thema, das uns alle interessiert und als Bürger auch viel angeht“, so der Tenor. Der Verein möchte erreichen, dass die Hirschhorner über die Entwicklung auf dem Laufenden gehalten werden.

In ihrem Rückblick erwähnte Aloisia Sauer Eckpunkte wie die Neugestaltung des Dioramas nach einem Wasserschaden. Auch ging sie auf die neue Webseite ein, die das Museum in einem neuen Look nach außen repräsentiert (www.museum-hirschhorn.de). Das Haus lebt von interessanten Sachspenden und davon gab es 2018 reichlich: Steinmetzwerkzeug, Bücher aus der ehemaligen Gefängnisbibliothek, schöne Gemälde mit ungewöhnlichen Hirschhorn-Ansichten, historische Bierflaschen der Brauerei Jäger und vieles mehr.

Ein großer Dank des Vorstands galt Roswita Rossmann, die in den vergangenen zwölf Jahren den Adventskaffee in allen Details organisierte. Dr. Wolfgang Schuler wurde für seine akribische Arbeit an der bisherigen Webseite des Museums gedankt. Ohne ihn wäre dieses Fenster ins weltweite Netz in den vergangenen Jahren verschlossen gewesen. Bernd Meschede und sein Sohn Joachim gestalteten das Diorama mit dem im Museum vorherrschenden historischen Wandmuster neu. Sandra Fink investierte viel Zeit in die aufwändige Reinigung der Vitrinen.

„Es ist das Miteinander, das uns voranbringt“, zeigte sich der Vorstand des Freundeskreises Langbein’sche Sammlung zuversichtlich. Neue zweite Vorsitzende ist Dr. Irmtrud Wagner, Schriftführerin Petra Flachs, Schatzmeister Hans Jürgen Waibel, Kassenprüfer Ilona Dörr und Rainer Mathes, Beisitzer Wilfried Geyer, Dr. Arnt Heilmann, Roswita Rossmann, Elke Timmermann und Andrea Weber. Mit dem neuen Vorstand habe der Freundeskreis ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Es gibt viel zu tun“, betonte Aloisia Sauer in ihrem Ausblick.

Mitgliedszahlen der Jugendfeuerwehren in Odenwaldkreis steigen

Die Minifeuerwehren sind stark im Kommen. Auf der Mitgliederversammlung der Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis lobte Andreas Brunner das Erfolgsprojekt. 27 Kinderfeuerwehren mit knapp 400 Mitgliedern gibt es aktuell. Die älteste davon aus Neustadt blickte 2018 bereits auf ein 20-jähriges Bestehen zurück, die Minis aus Brombachtal feierten gerade ihre Gründung. Drei weitere Kindergruppen haben schon ihren Dienstbetrieb aufgenommen, so Brunner.

Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh begrüßte die vielen Gäste, zu denen neben den Delegierten aus den Jugendfeuerwehren auch Vertreter aus Politik und Feuerwehr zählten. Kreisjugendfeuerwehrsprecher Nick Maruhn gab einen Einblick in die Tätigkeiten und Aufgaben des Jugendforums. Er forderte die Führungskräfte auf, ihre Jugendsprecher zu unterstützen und mit einzubeziehen. Brunner berichtete im Anschluss von der ersten Abnahme der Kinderfeuerwehr-Tatze, einem Abzeichen, welches das erlernte Wissen aus den Gruppenstunden anfragt.

Magdalena Nöske ging auf die vielen vergangenen Veranstaltungen auf Kreisebene ein. Als Highlights nannte sie den Kreisjugendfeuerwehrtag am ersten Ferienwochenende in Beerfelden oder die Jugendfreizeit in Ansiao/Portugal, die bereits zum fünften Mal durchgeführt wurde.

Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh freute sich über zum dritten Mal in Folge leicht steigende Mitgliederzahlen. Aktuell sind 660 Kinder und Jugendliche in den 59 Jugendfeuerwehren aktiv. 56 Übertritten aus den Kinderfeuerwehren und 88 Neueintritten stehen seinen Worten zufolge 37 Übertritte in die Einsatzabteilungen und 102 Austritte gegenüber. Die Jugendfeuerwehren sind vielfältig in der Öffentlichkeit präsent „und zeigen, wie toll und vielseitig die Arbeit ist“, betonte er. Hieran sollten die Verantwortlichen anknüpfen.

In den Jugendwehren wurden wieder etliche Stunden geleistet, bilanzierte er: 1900 Stunden für die feuerwehrtechnische Ausbildung und 1200 Stunden für allgemeine Jugendarbeit. „Aber mit der eigentlichen Jugendstunde ist es ja nicht getan“. Daher kommen noch über 1400 Stunden für Vor- und Nachbereitung der Gruppenstunden oder auch von Zeltlagern oder anderen Veranstaltungen hinzu, listete Groh auf.

Der Kreisjugendfeuerwehrwart hob die Vorbildfunktion der Jugendwarte und die Bedeutung der Arbeit hervor. Die Jugendleitercard bezeichnet er „als besonders wichtig für die Betreuer der Odenwälder Kinder- und Jugendfeuerwehren“. Denn hier würden neue Ideen und Impulse vermittelt. Jugendfeuerwehrwarte sichern nicht nur die Zukunft vieler Wehren, „sie leisten außerdem noch einen wichtigen Beitrag zur Prägung der gesellschaftlichen Vorbilder von Morgen“, betonte Groh.

Der allgemeinen Jugendarbeit komme heutzutage eine noch größere Bedeutung zu als vielleicht noch vor ein paar Jahren. „Unser Ziel ist es nicht nur, Nachwuchs zu generieren, der in der Lage ist Feuer auszumachen und Leben zu retten“, erläuterte er. Ziel muss es seinen Worten zufolge auch sein, „Demokratie zu fördern und gemeinsam für die freiheitliche demokratische Grundordnung einzutreten“. Was heute leider nicht mehr selbstverständlich sei, bedauerte Groh. „Hier seid ihr als Betreuer und Jugendfeuerwehrwarte besonders gefordert.“

Neben dem Kassenbericht von Rechner Holger Weimer standen die turnusgemäßen Neuwahlen der Leitung auf dem Programm. Dominic Groh und Michael Estl wurden einstimmig bestätigt. In ihren Grußworten lobten die Gäste die vielseitige Arbeit der Jugendwehren und dankten für die vielen ehrenamtlichen Stunden.

Die internationalen Begegnungen und der dadurch gelebte europäische Gedanke in den Jugendfeuerwehren wurden in Grußworten hervorgehoben. Für ihre Verdienste wurden verdiente Betreuer ausgezeichnet. Dominic Groh wies zum Schluss darauf hin, dass die ausrichtende Jugendfeuerwehr Hainstadt ebenfalls den Kreisjugendfeuerwehrtag am ersten Ferienwochenende organisiert.

Ehrungen

Ehrenmedaille der Jugendfeuerwehr Odenwaldkreis: Christopher Schlörit und Daniel Zerbe

Florianmedaille der hessischen Jugendfeuerwehr in Silber: Tanja Vetter

Florianmedaille der hessischen Jugendfeuerwehr in Gold: Andreas Thamm

Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber: Klaus Semek

 

Bild von links: Kreisjugendfeuerwehrwart Dominic Groh, Christopher Schlörit und Daniel Zerbe (beide Michelstadt), Andreas Thamm und Tanja Vetter (beide Fränkisch-Crumbach), Klaus Semek (Erbach) und Linda Trieschmann (Vertreterin der Hessischen Jugendfeuerwehr).

Oberzent-Feuerwehrleuten wird’s in manchen Gerätehäusern nicht warm

Im Feuerwehrbereich brennt es zwar noch nicht, aber es glimmt zumindest kräftig vor sich hin. Oberzent muss sich nicht nur um die Ersatzbeschaffung der in die Jahre gekommenen Fahrzeuge kümmern, sondern auch etliche Altlasten aufarbeiten. Dabei geht es vor allem um die bauliche Substanz der diversen Feuerwehrhäuser, verdeutlichten Bürgermeister Christian Kehrer und Stadtbrandinspektor Marco Johe auf der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses im Unter-Sensbacher Gemeindezentrum.

Kehrer ging zuerst auf die Situation vor Ort ein. Ober- sei quasi mit Unter-Sensbach „fusioniert“. Ein Fahrzeug steht noch im oberen Gerätehaus, dessen Zustand aber die Prüfer die Hände über dem Kopf zusammenschlagen ließ, erläuterte er. Der Bürgermeister erklärte auch die in Hessen geltende zehnminütige Hilfsfrist. Auf der Karte betrachtet, lägen die einzelnen Gerätehäuser zwar dicht beieinander, aber die Hügellandschaft, verbunden mit vielen Kurven, macht die Anfahrt länger.

Es existieren Ausnahmegebiete wie Gebhardshütte oder Raubach, wo die Oberzent-Brandschützer mit den angrenzenden Einsatzabteilungen von Bullau und Schönmattenwag zusammenarbeiten. Anhand einer genauen Aufgliederung wird bestimmt, welche Fahrzeuge in welchem Ort bereitgehalten werden sollen und wer anhand des Alarmierungscodes ausrückt. Bewährt hat sich die Ausstattung der Stadtteilwehren mit Tanklöschfahrzeugen und Wassertank.

Marco Johe erläuterte die Ergebnisse der Begehung vom vergangenen September, an dem neben dem technischen Prüfdienst auch ein Mitarbeiter der Unfallkasse teilnahm. „Es ergab sich ein gewisser Bedarf“, übte er sich in Understatement. Den will der Stadtbrandinspektor jetzt mit den möglichen Zuschüssen abgleichen. Natürlich – und das sei auch den Prüfern bewusst – „kann nicht alles von heute auf morgen erledigt werden“.

Am Beispiel Airlenbach machte er deutlich, dass zuerst eine Vergrößerung des Stellplatzes geschehen muss, ehe dann der Ersatz für das 29 Jahre alte Fahrzeug kommt. Denn der 6,5-Tonner ist nicht nur drei Tonnen schwerer als das bisherige Geschoss, sondern auch höher und passt damit nicht mehr in die bisherige Garage.

In der Regel gibt es laut Johe einen Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Nur: „Das reicht heute bei weitem nicht mehr aus.“ Er machte das an einem Beispiel aus Beerfelden fest: Wenn 250.000 Euro förderfähig sind, aber das Fahrzeug insgesamt 350.000 Euro kostet, bleibt eine große Summe zusätzlich an der Stadt hängen. 560 Euro kostet die Ausstattung eines Brandschützers, ergänzte Johe. Ist er Atemschutzgeräteträger, kommen noch einmal 660 Euro hinzu.

Der Feuerwehrchef machte sich in seinem Alarmplan auch Gedanken über die Ausrückstärke. Während die in Beerfelden und Rothenberg auch tagsüber noch ziemlich gut ist, sieht es in den kleinen Orten ganz anders aus. Etwa in Hesselbach, wo niemand zur Verfügung steht. Zwischen 6 und 18 Uhr „rückt in der Regel deshalb die nächstgrößere Abteilung mit aus“, erläuterte er. Man müsse gegensteuern, „wo es nur geht“, damit weiterhin genügend Feuerwehrleute tagsüber verfügbar sind.

Im 170-Seiten-Prüfbericht geht es auch um fehlende E-Checks (die müssen alle vier Jahre gemacht werden) und teilweise unbeheizte Feuerwehrgerätehäuser wie in Kailbach. „Die stehen ganz oben auf der To-do-Liste“, so Johe. Außerdem ist die Umkleide manchmal noch im selben Raum wie das Fahrzeug untergebracht (auch Kailbach). In Hesselbach ist der Stellplatz zu klein, in Falken-Gesäß das Dach sanierungsbedürftig und, und, und…

Handlungsbedarf gibt es ebenfalls bei den Atemschutzwerkstätten und Beerfelden und Rothenberg. Dieses Thema will der Stadtbrandinspektor umfassen angehen und klären, inwieweit es Sinn macht, eine in eigener Regie weiter zu betreiben, eventuell dann als Dienstleister für andere Kommunen aufzutreten oder – wie dies bereits im ehemaligen Hesseneck und Sensbachtal geschieht – diese Arbeiten nach außen zu vergeben. Das würde, berechnete er, etwa 55.000 Euro im Jahr für ganz Oberzent kosten.

 

Oberzent-Feuerwehr in Zahlen

  • 15 Stadtteilwehren, 16 Standorte (Unter- und Ober-Sensbach bilden eine gemeinsame Einsatzabteilung, haben aber jeweils noch ein Feuerwehrhaus) bei 19 Statteilen und 165 Quadratkilometer Fläche
  • 204 Einsätze im Jahr 2018, davon Beerfelden 107 (weil die dortige Wehr wegen ihrer Tageseinsatzstärke in der Regel immer mitalarmiert wird)
  • 450 Mitglieder in der Einsatzabteilung, davon Beerfelden 68, Rothenberg 53
  • Drei Kindergruppen mit 36 Unter-Zehnjährigen
  • 15 Jugendfeuerwehren mit 145 Angehören
  • 169 Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung
  • 54 Mitglieder in zwei Musikzügen (Schöllenbach und Beerfelden)

Drei rauschten mit über 100 durch Airlenbach

Die Einwohner hatten es schon immer vermutet, jetzt haben sie es Schwarz auf Weiß. Im Stadtteil wird gerast, was das Gaspedal hergibt. Im Rahmen einer „versteckten“ Geschwindigkeitsmessung, die allerdings die Fahrzeughalter nicht erfasste (und damit keine direkten Konsequenzen für diese hat), stellte Stadtpolizist Nabil el Kadi fest, dass 35 Prozent aller fahrbaren Untersätze im Ort zu schnell unterwegs waren. „Für die Stadtpolizei ist hier in der Zukunft ganz klar ein Handlungsbedarf“, betonte er. Mit weiteren Messungen in Form von mobilen Blitzern „ist zu rechnen“, sagte der Mann aus dem Oberzent-Ordnungsamt.

In den zwei Wochen, in den das Geschwindigkeitszählgerät in Airlenbach hing, befuhren täglich im Schnitt 1200 Fahrzeuge Airlenbach, erläuterte El Kadi. „Das macht im Jahr fast eine halbe Millionen Fahrzeugbewegungen.“ In der Ortsdurchfahrt der L 3120 gelten 50 km/h. Würde hier eine Geschwindigkeitsmessung stattfinden, müssten unter Einbeziehung der Toleranz acht Prozent der Fahrerzeuglenker eine Geldbuße zahlen und „einige sogar Ihren Führerschein abgeben“, ergab seine Auswertung.

Spitzenreiter waren drei Autofahrer, die mit 113, 109 und 102 Stundenkilometern durch den Ort bretterten. Zwei davon abends kurz vor 21 Uhr, einer nach Mitternacht. „Wer meint, dass das wieder Motorradfahrer waren, der täuscht sich“, sagte der Stadtpolizist. Bei allen drei handelte es sich um Pkw. Er wird das Messgerät nun an einer anderen Stelle anbringen, die El Kadi natürlich nicht preisgeben will, wie er schmunzelnd meinte.

Das eingesetzte Gerät kostete um die 2000 Euro, erläuterte er. „Eine sehr gute Investition“, wie El Kadi betonte. Denn die beiden kleinen weißen Kästen werden einfach an einer Verkehrszeichen-Stange befestigt und sind für Durchfahrende so gut wie nicht zu erkennen. „So bekomme ich verlässliche Daten, wie schnell wirklich gefahren wird“, hob er hervor. Es lassen sich klare Aussagen treffen. Denn Blitzer werden viel stärker wahrgenommen, wodurch dann doch etliche langsamer fahren als zuvor.

Laut dem Stadtpolizisten kann das Gerät neben der Geschwindigkeit auch die Art des Fahrzeugs erkennen, da es dessen Länge feststellt. Er sieht den Einsatz „als eine besondere Art der Präventivarbeit“. Denn bedingt durch die große Ausdehnung der Stadt Oberzent und ihm als einzigen dafür zuständigen Mitarbeiter „kann ich nicht überall sein“. Deshalb ist es für El Kadi eine große Hilfe zu wissen, wo tatsächlich Handlungsbedarf in Form von Kontrollen besteht, weil viele zu schnell fahren. Wie eben in Airlenbach.

Ein Rock’n’Roll-, Pyro- und Lichtgewitter mit der Kiss-Tribute-Band im Hüttenwerk

Der Zeitpunkt passt: Im Frühsommer gehen die Meister der Rock’n’Roll-Show schlechthin, „Kiss“ auf große Europatour. Da haben Kiss-Tribute-Bands derzeit Saison. Mehrere touren derzeit durch die Republik, sodass die Auswahl schwer fällt, welche man besucht und welche die beste davon ist. Es ist die große Show, die zählt, denn musikalisch war der Vierer aus den Staaten ja noch nie der Weisheit letzter Schluss. Aber gepaart mit der vielen Schminke, den Pyro-Effekten, bei denen es einem ganz warm um die Nase wird, und schließlich einem Gewitter an Licht- und Soundeffekten wird daraus ganz großes Kino.

Wie eben bei der Tribute-Band aus dem südhessischen Raum, die jetzt im Hüttenwerk anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens vor einem sehr ansehnlichen Publikum auftritt. Die nahende Rückkehr der alten Haudegen zieht eben. Zum Schluss hin kommen sie dann alle, die ganzen Klassiker, die „Kiss“ weltberühmt gemacht haben. Einen Hit nach dem anderen spielt die Band perfekt wie das Original, versetzt die Fans in Entzücken. Über 40 Jahre zurück in die Zeit führt die Tour, die natürlich aber nicht nur Material aus den Anfangsjahren beinhaltet.

„You wanted the best, you got the best. The hottest band in the world. Kiss”, schallt es beim Intro aus den Lautsprechern. Was nicht übertrieben war. Denn was die vier Musiker auf der Bühne zaubern, wie sie die „Kiss“-Show abziehen, wie sie sich optisch und musikalisch dem Original perfekt nähern, ist schon eine Klasse für sich. Allein das Outfit ist eine Wucht. Und bestimmt sehr heiß unter den vielen Scheinwerfern, die zwischenzeitliche Feuershow mal ganz außen vor gelassen.

Silberne, hohe Plateauschuhe, eine Art futuristischer Mars-Anzug, Feldermaus- oder Katzenoutfit und natürlich die perfekt sitzende Schminke: Fertig ist „Kiss“. Dazu noch die Bühnenanimation wie bei den Originalen und keiner merkt, dass hier die Epigonen auf der Bühne stehen, die es aber ebenso gut drauf haben. Ulric Wurschy (Rhythmus-Gitarre/Lead Gesang) imitiert Frontmann Paul Stanley schlichtweg perfekt.

An der Länge seiner Zunge muss Ullrich Rauch (Bass/Gesang) noch arbeiten. Sein Gene Simmons ist aber ansonsten mit Fledermauskostüm und Körperumfang dem omnipräsenten Kiss-Bassisten angelehnt. Tobi Bartel (Lead Gitarre/Gesang) steht dem Meister Ace Frehley auf den sechs Saiten in nichts nach. Immer wieder haut er die bekannten Gitarrenriffs raus, dass es eine wahre Wonne ist.

Der Mann im Hintergrund sorgt nicht nur für den perfekten Rhythmus, sondern darf auch zwei Mal stimmlich ran: Max Friedrich (Drums/Gesang) hat seinen Peter Criss bis ins Letzte verinnerlicht. Das Schlagzeugspiel sorgt für den ordnenden Rahmen der überbordenden Songs von Musik-Exzentrikern. Es muss blinken, glitzern, leuchten, krachen, dann ist es „Kiss“. Die Bühnenshow ist für eine Coverband von allererster Sahne. Zwischendurch gehen auf den Seiten die Feuer hoch, dass die Wärme noch hinten im Saal zu spüren ist, und lässt Bartel seine Gitarre qualmen.

Und natürlich ist die Musik nicht vergessen: Irgendwo hat man die meisten Songs schon einmal gehört, wenn sie auch nicht alle im Gedächtnis haften geblieben sind. Trockeneis wabert in Massen durch die Luft, als die Band „Lick it up“ anstimmt. Der treibende Rhythmus und der mehrstimmige Gesang machen „Love gun“ zum Kracher.

Etwas sperriger sind die Songs mit Gene Simmons, pardon Ulli Rauch, am Mikro. „I love it loud“ ist ein solches. „Shout it out loud“ stimmt schon ein auf das, was die Band von den Gästen danach erwartet: dass sie Kiss-Hymne „God gave Rock’n’Roll to you“ lauthals mitsingen.

Der Schluss inklusive Zugabe ist quasi ein „Best of Kiss“. Erst „Black Diamond“, und dann nach „Beth“ das wummernde „Detroit Rock City“. Toppen lässt sich solch ein Song nur noch mit dem, worauf alle schon warten: „I was made for lovin‘ you“. Einer geht danach doch noch: „Rock and Roll all nite“ trifft genau den Nerv und beschreibt das Lebensgefühl der Musiker, die auf der Bühne ihre Helden leben.

Info: Die Kiss-Tribute-Band spielt das nächste Mal am Samstag, 4. Mai, in Groß-Umstadt am Max-Planck-Gymnasium. Mehr unter http://www.kiss-tribute-band.com