Grillfest des Gemischten Chors in Finkenbach war ein super Erfolg

Die Freude stand Rainer Maurer förmlich ins Gesicht geschrieben. „Das Grillfest ist ein super Erfolg“, strahlte der Vorsitzende des Gemischten Chors. Auch wenn der Blick ab und zu mal sorgenvoll nach oben ging: Das Wetter hielt einigermaßen, zwischendurch ließ sich sogar mal die Sonne blicken und der Chor war mit der Resonanz mehr als zufrieden. Zu den Stammgästen, die sich jedes Jahr am Feuerwehrhaus einfinden, kamen noch etliche Mitglieder befreundeter Ensembles und Gäste von außerhalb hinzu.

„Wir haben die Chöre eingeladen, bei denen wir auch zu Gast sind“, sagte Maurer. Nicht nur zum Besuch, sondern auch zum Singen. So ließen die Mitglieder des MGV Ober-Hainbrunn und die des Singkreises Odenwald aus Hetzbach ihre Stimmen unter viel Beifall erklingen. Natürlich durften auch die Gastgeber unter Leitung von Uschi Egler mit dem „Lion King“ und „A wonderful day“ nicht fehlen. Weitere Gäste aus Falken-Gesäß und Olfen oder aus den Chören des Sängerkreises Neckartal schauten ebenfalls gerne dabei.

Das Fest hat eine jahrzehntelange Tradition, fand unter MGV-Regie erst am Sportplatz statt, später dann am Saubuche-Parkplatz Richtung Raubach. Seit einiger Zeit genießt der Chor nun die Gastfreundschaft der Brandschützer. Hier können sich die hungrigen Mäuler im Grünen niederlassen oder, falls es am Himmel zu dunkel wurde, unters Zeltdach oder ins Innere der Fahrzeughalle „flüchten“, die für diesen Zweck leergeräumt wurde.

Knapp 30 Aktive des Vereins, aber auch Helfer aus der Nachbarschaft, waren den Tag über für das Wohl der Gäste im Einsatz. Wildbratwurst, Steaks und Fleischspieße hielten die Sänger an diesem Tag für die Besucher parat. Und nicht zu vergessen das mehr als reichhaltige Kuchen- und Salatbüffet, dank vieler Spenden von Vereinsmitgliedern und -freunden in diesem Umfang möglich. „Alles wurde sehr gut angenommen“, so Maurer. Für Unterhaltung sorgten zwischendurch immer wieder Dirigent Karlfried Schicht und Dirk Bondes.

Das Grillfest nutzte der Verein auch gleich, um Mitgliederwerbung zu betreiben. Auf die donnerstägliche Singstunde wurde hingewiesen. Denn Nachwuchs – der gerne auch älter sein darf – ist im Gemischten Chor mit seinem eher gehobenen Altersdurchschnitt gerne gesehen. Ein Erfolgserlebnis in Gestalt einer neuen aktiven Sängerin gab es vor kurzem bereits, was den Vorsitzenden sehr freute.

Der schöne Erfolg des Grillfests hatte aber auch einen Wermutstropfen. Denn die Bockskerwe Ende August, bisher das dritte Standbein neben dem Weihnachtskonzert, fällt wohl definitiv flach. „Auf den Aufruf zur Unterstützung bei der Ausrichtung gab es keine Rückmeldungen“, bedauerte Maurer. Wenn nicht noch ein Wunder geschehe, dann werde die Traditionsveranstaltung nicht mehr stattfinden.

Die dort geplant Tombola wurde deshalb aufs Grillfest vorgezogen. Dessen Zulieferer sowie Gewerbetreibende aus der Region, die von Maurer alljährlich abgeklappert werden, sorgten für schöne Preise und entsprechend gute Resonanz darauf. Der Erlös fließt ebenso wie die Einnahmen der Veranstaltung in die Vereinskasse, die nun nur noch zweimal im Jahr durch diese Events gefüllt werden kann.

Beste Stimmung und bestes Wetter beim 25. Rock im Hirschhorner Klosterhof

Wenn die katholische Kirchenmusik zu ihrem Klosterrock ruft, kann sie sich (fast) immer des Beistands von oben sicher sein. Dieses Jahr, zum 25. Jubiläum der Kultveranstaltung im Innenhof, bildete das gute Wetter zum Glück wieder mal keine Ausnahme. Ein lauschiger Sommerabend führte gefühlt mehr Gäste als 2016 in die altehrwürdigen Mauern des Karmeliterklosters. Die feierten mit der Band „Art Donuts“ eine rauschende Party bis nach Mitternacht.

Dann war zwar mit der Musik Schluss, aber noch lange nicht mit der Fete. Karibische Cocktails taten ein Übriges dazu, dass neben den von den Vereinsmitgliedern ansonsten vorgehaltenen Speisen und Getränken das richtige Sommerfeeling aufkam. Die Musik hatte ihren Anteil dabei. Funk und Soul, der kräftig in die Beine ging, fand sich vor allem im Set der „Art Donuts“ aus der Wieslocher Ecke.

Frontfrau Indra Wahl war es, die musikalisch dem Sextett ihren Stempel aufdrückte. Ihre wandlungsfähige, voluminöse und raumgreifende Stimme kam auch im letzten Winkel des Klosterhofs, ebenso ganz oben auf der Balustrade, bestens an. Sie wurde nicht müdem die etwas Klatsch- und Tanzmüden kräftig in Fahrt zu bringen. Uli Himmelmann am Bass und Frank Amler an der Gitarre bildeten das Animations-Dreigestirn, das dem Publikum kräftig einheizte.

Jürgen Winkler (Keyboards), Tom Schubkegel (Drums) und Uwe Eisinger (Percussion) steuerten ihren Teil dazu bei, dass die Band die Songs sehr routiniert und mit einem fetten Sound runterspielte. Ein paar Ausflüge in aktuelle Popsongs, aber auch ein paar Rockkracher sorgten dafür, dass trotz aller Funklastigkeit praktisch alle Besucher auf ihre Kosten kamen. Seit 15 Jahren mischt die Band die Region mit Disco-, Pop-, Rock- und Soulnummern aus den 70ern, 80ern und 90ern auf.

„Ain’t Nobody“ war so ein Klassiker von Chaka Khan, der durch den Klosterhof knallte, aber ebenso Loverboy und AC/DC kamen ebenso zu ihrem Recht. Nicht nur vor der Bühne wurde kräftig abgetanzt, auch oberhalb auf dem Rundgang waren die Zuschauer am Abrocken. Hier bot sich ein ganz besonderes Ambiente mit der beleuchteten Bühne unten und der Klosterkirche im Hintergrund. Im Publikum waren wie auch bei der Musikauswahl alle Generationen vertreten. Bei der KKM war man mit dem guten Vorverkauf und dem Besuch am Abend zufrieden. Alles bewegte sich mehr oder weniger auf Vorjahresniveau.

„First Echo“ hieß die 2015 gegründete Support-Band von vier Musiker aus Heidelberg, Hirschhorn und Eberbach. Musikalisch verbanden sie rauen Thrash Metal der 80er Jahre mit modernem Progressive Metal, variierten dabei Taktarten und spielten selbstbewusst mit mehrstimmigen Gitarrenriffs. Fans von Metallica bis Dream Theater kamen auf ihre Kosten. An Gitarre und Gesang war Julian Best zu erleben, Bass spielte Gustav Schneider, Gitarre Tim Staat und Schlagzeug Maximilian Geller.

Die „Episode 2017“ der Oberzent-Schüler ist passé: Verabschiedung der Entlassschüler in der Alten Turnhalle

„Das wars – Episode 2017“, hatten die Abschlussschüler der Oberzent-Schule ihren Jahrgang selbst betitelt. Zusammen mit dem Slogan „Das Erwachen der 10“ in Anlehnung an die Star-Wars-Saga. Und wie eine Reise mit dem Raumschiff oder dem Flugzeug war auch die Verabschiedung in der Alten Turnhalle gehalten. Im Stil von Stewardessen moderierten Annika Leidermann, Ida Birkenstock und Isabell Pantel die Veranstaltung, die vom „Final Countdown“ beschlossen wurde. Von den 72 Abgängern der zehnten Klassen haben 26 einen Notendurchschnitt von 2,0 und besser.

„It’s my life“ von Bon Jovi hieß passenderweise der Eingangssong von Jule Pförsich, Annalea Kumpf und Andreas Weinmann, ehe Schulleiter Bernd Siefert mit dem „Eimer voller Selbstvertrauen“ von Christian Bischoff seine Begrüßung eröffnete. Neben vielen Ehrengästen hieß er besonders diejenigen willkommen, „die euch gestärkt, unterstützt, gefahren, getröstet, Mut gemacht haben“: die Eltern.

Er wünsche den Abgängern, so Siefert mit Bezug auf sein Eingangszitat, „dass ihr immer wieder Menschen begegnet, die eure Eimer füllen“. Aber auch, die Eimer anderer und „dass ihr es schafft, eure eigenen Eimer zu füllen“. Weitere musikalische Umrahmung kam vom Oberzent-Chor, bestehend aus Emely Walz, Jasmin Rhein, Julia Pilger, Jule Pförsich, Annalea Kumpf und Andreas Weinmann, mit „Blank Space“ von Taylor Swift. Frenetischer Jubel wie auch bei der ersten Darbietung war der Lohn dafür.

Erster Stadtrat Horst Kowarsch lobte die Teilnahme der Oberzent-Schule am europäischen Erasmus-Programm. Gerade in der heutigen Zeit, in der Nationalisten Rückenwind hätten, sei es wichtig, ein Zeichen für ein friedfertiges Europa zu setzen. Die Schüler vermittelten im Ausland ein authentisches Deutschland-Bild abseits der Vorurteile, freute er sich. „Erasmus ist ein Gewinn für uns alle“, so Kowarsch, ehe er alles Gute auf dem weiteren Lebensweg wünschte.

Elternvertreterin Michaela Wimmer wies auf ein politisch spannendes Jahr mit drei Wahlen hin. Aber auch die Entlassschüler stünden vor der Wahl: weiter die Schule zu besuchen oder eine berufliche Zukunft einzuschlagen. Die Lehrer hätten mit Engagement Sorge getragen, „dass die Jugendlichen die richtige Wahl treffen können“, sagte sie. Die Eltern wünschten sich nun „Weisheit und Geduld“ bei dieser Wahl.

Viel Wiedererkennungswert hatte das „Abschlussgespräch“ von Lehrerin Heidi Domack und Schülerin Ida Birkenstock stellvertretend für den Jahrgang. Zu diversen Ereignissen, den Schülern noch bestens im Gedächtnis, gab es immer wieder Gelächter. Das Verhältnis zu den Lehrern, Ausflüge, Abschlussfahrten oder Wanderwoche waren einige der angeschnittenen Themen.

Aber auch Arbeiten an der Schule: „Während eurer sechs Jahre an der Oberzent-Schule habt ihr einiges miterlebt“, so Domack. Das Hallenbad wurde erneuert. „Zu eurer Freude durftet ihr zwei Schuljahre im Sportunterricht nicht schwimmen.“ Außerdem gab es im WP II-Angebot kein Kochen, da die Schulküche endlich modernisiert wurde. „Nicht zuletzt seid ihr MINT-Pioniere gewesen.“

Die praktische Anwendung von Politik stand laut Heidi Domack stets im Mittelpunkt. Viele Dinge wurden in der Klasse demokratisch und freudig diskutiert. „Bei ausbleibendem Ergebnis kam es dann zur Diktatur durch eure Klassenlehrerin“, lachte sie. „Wir waren nicht immer mit euch einer Meinung“ – das bringe schon die Tatsache Lehrer auf der einen und Schüler auf der anderen Seite mit sich. „Trotzdem oder gerade deswegen fand ich die letzten drei Jahre spannend und interessant“, so Domack.

„Wir hatten während unserer Zeit an der Oberzent-Schule wirklich gute und schlechte Tage“, meinte Ida Birkenstock. Die eine oder andere schlechte Note wurde nach Hause getragen und irgendwie schaute die Angst, den gewünschten Schulabschluss nicht zu erreichen, gelegentlich vorbei. Dank der Klassenlehrer wüssten alle, „was wir nach den Sommerferien, nach der Schule machen werden“. Die Zeugnisübergabe schloss sich an.

Hinterbacher feuern am 28. Juli wieder den Kohlenmeiler an

Zehn Tage lang kokelt und schwelt es wieder in der Hinterbach an der Kreisstraße vom Rothenberger Ortsteil Richtung Raubach. Immer im Zwei-Jahres-Rhythmus erinnert das Kohlenmeiler-Team an das alte Handwerk aus früheren Jahrhunderten und pflegt im Wechsel mit dem Schimmeldewäer Kohlenmeiler im Finkenbachtal die alte Tradition. Die „Hinterbacher Köhlertage“ finden von Freitag, 28. Juli, bis Sonntag, 6. August, an der Olfener Straße statt. Das alte Handwerk wird vom Köhlerteam aus dem Ort schon seit über 30 Jahren hochgehalten.

Beginn ist am 28. Juli um 18 Uhr mit dem Anzünden des bereits in wochenlanger Vorarbeit aufgebauten Meilers durch Bürgermeister Hans-Heinz Keursten. Mit etwa 20 Ster Buchen- und Eichenholz rund um den so genannten Quandelschacht wurde er errichtet. Dazu wird glühende Holzkohle in den Quandelschacht gefüllt. Dadurch wird der Verkohlungsprozess eingeleitet.

Ab diesem Zeitpunkt muss der Meiler dann Tag und Nacht bewacht werden, um zu gewährleisten, dass das Holz ordnungsgemäß verkohlt. Es darf keinesfalls brennen. Die Verkohlung wird etwa eine Woche dauern. „Wer einmal mit Meilerkohle gegrillt hat, wird keine andere mehr haben wollen“, wissen die Fachleute. Deshalb ist sie auch am Abschlusstag heiß begehrt.

Die hochwertige Holzkohle wurde früher für Hufschmiede und Erzverhüttungsbetriebe gebraucht. Sogar die Bügeleisen im Haushalt wurden mit ihr gefüllt. Sie zeichnet sich durch einen hohen Brennwert und Langlebigkeit aus. Ihre gute Qualität kann man daran erkennen, dass sie leicht bricht, bläulich glänzt und kaum abfärbt. Um dies zu erreichen, ist ein hoher Arbeitseinsatz erforderlich, damit am Ende nicht nur ein Häufchen Asche übrig bleibt. Denn das um den Quandel aufgeschichtete und mit Gras und Erde luftdicht abgedeckte Holz darf nur langsam von innen nach außen verkohlen und nicht brennen.

Auf dem idyllisch am Waldrand gelegenen Meilerplatz ist die traditionelle Schlafstätte der Köhler aufgebaut. Neben fachkundigen Erläuterungen durch die Köhler sorgen Schautafeln, alte Werkzeuge und Geräte für einen authentischen Einblick in das heute kaum mehr praktizierte Köhlerhandwerk. Im Nachbarort Schönmattenwag gab es noch bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts einen aktiven Köhler, ehe auch dort das alte Handwerk erlosch. Und natürlich besucht man sich gegenseitig, wenn immer im Jahreswechsel die Köhlertage hüben wie drüben der Raubacher Höhe stattfinden.

Am Sonntag, 30. Juli, findet um 9.30 Uhr am Meilerplatz ein Gottesdienst statt. Nach dem Mittagessen folgt ein bunter Nachmittag mit Vorführungen alten Handwerks. Die Gäste können die einzigartige Stimmung und Gastfreundschaft, wie sie unter Köhlern Brauch ist, genießen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl der Besucher gesorgt, wobei das Köhlerteam unter anderem althergebrachte Odenwälder Spezialitäten bereithält. Ab dem 31. Juli werden täglich wechselnde Speisen wie zu Urgroßmutters Zeiten serviert, etwa Erdriewe mit Salzfleisch, Kadoffelgemies oder saure Bohnen aus dem Stänner.

Mittels Kohlenmeilern wird seit dem Altertum Holzkohle hergestellt. Holzkohle ist wesentlich leichter als Fällholz und somit einfacher zu transportieren. Die Köhlerei war in der frühen Neuzeit ein bedeutender Wirtschaftszweig. Damals war Holzkohle der einzige Brennstoff, mit dem man die nötige Hitze für die Eisenverhüttung erzeugen konnte. 1713 wurde ein Verfahren erfunden, um aus Steinkohle hochofentauglichen Koks herzustellen. Danach ging der Verbrauch der teuren Holzkohle trotz steigender Eisenproduktion immer mehr zurück.

Ab dem 17. Jahrhundert wurden zunehmend Pechöfen verwendet, im 19. Jahrhundert dann auch Retorten. Dies hatte zur Folge, dass immer weniger Kohlenmeiler gebraucht wurden. Das allmähliche Aus für die Holzköhlerei begann im 19. Jahrhundert, als die Steinkohle dann die Holzkohle praktisch ersetzte und später auch Gas und Elektrizität an Bedeutung gewannen. Die Köhlerei wird nur noch aus Traditionsgründen und für einige Spezialanwendungen von Holzkohle betrieben.

Info: Der Meilerplatz befindet sich in Hinterbach an der Kreisstraße 37 Richtung Raubach. Die Besichtigung des Kohlenmeilers ist an allen Tagen möglich. Am Ende der Köhlertage findet ein Holzkohleverkauf statt. Mehr Infos unter http://www.hinterbach-kohlenmeiler.de.

Oberzent will die badischen Windräder auf Abstand halten

Das Windkraft-Thema beherrscht derzeit die Diskussionen landauf, landab. Vor allem durch die geforderte Stellungnahme zum hessischen Regionalplan-Entwurf Erneuerbare Energien. Die vier Oberzent-Kommunen sind aber auch in südlicher Richtung gefragt. Denn direkt jenseits der Landesgrenze im Badischen plant die Stadt Eberbach die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans (TFNP), der vier Vorranggebiete für Windräder vorsieht. Damit hatte sich die Stadtverordnetenversammlung Beerfelden im Zuge der Beteiligung der Nachbargemeinden zu befassen. Zusammen mit den anderen drei Oberzent-Kommunen will man eine gemeinsame Stellungnahme verfassen.

Drei von vier geplanten Standorten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Gemarkungen „und berühren damit unsere Belange“, hieß es. Ins Gewicht fallen dabei die unterschiedlichen Kriterien, inwieweit ein Windpark an Siedlungen und Wohnbebauung heranrücken darf. Im Badischen sind 700 und 450 Meter erlaubt, laut dem noch in der Schwebe befindlichen Odenwaldkreis-FNP 1000 und 600 Meter.

Nimmt man dieses Planwerk zur Grundlage, dann ist die unterschiedliche Abstandsregelung ohne Belang. Anders sieht es mit den Abständen zwischen den einzelnen Windparks aus. Hier hatte man im Kreis 3000 bis 5000 Meter gewählt, um eine Überkonzentration zu verhindern. Die Standorte Augstel und Brombach-Nord wären unproblematisch, allerdings nicht die Hohe Warte. Die läge nämlich nur 1400 Meter von der Sensbacher Höhe entfernt, die sich im FNP wiederfindet – allerdings nicht im Regionalplan.

Da man sich bei der Stellungnahme auf den eigenen FNP referiert, wird darin gefordert, dass zwischen der Eberbacher Hohen Warte und der Sensbacher Höhe ein Mindestabstand von 3000 Meter gegeben sein sollte. Damit will man „einer Überbelastung des Landschafts- und Kulturraums“ vorbeugen. Gleichzeitig soll von der Burg Freienstein aus der südöstliche Blick in einem Teil ohne die Kulisse von Windrädern möglich sein.

Ganz anders sieht es aus, wenn der hessische Regionalplanentwurf zugrunde gelegt wird. Dann ergäbe sich „eine deutliche Überkonzentration und Umzingelung“ für Rothenberg. Neben dem Gebiet Flockenbusch auf Wald-Michelbacher Gemarkung sind dort zwei weitere Flächen in Rothenberger Richtung Beerfelden ausgewiesen. Plus eben Brombach- Nord und Hohe Warte im Badischen. Somit eine „massive Konzentration“ im Abstand zwischen einem und vier Kilometer. Weshalb man auf hessischer Seite die drei dortigen Gebiete vermeiden will.

Die „deutliche Überfrachtung“ des Landschaftsbildes hätte nach Meinung der Stadtverordneten „eine deutliche Umzingelungswirkung“ zur Folge. Mit 15 Ja- bei zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen wurde von den Mandatsträgern die Stellungnahme Richtung Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn beschlossen.

Die Stadt am Berge bekommt zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, teilte Bürgermeister Gottfried Görig mit. Diese sollen auf dem Parkplatz gegenüber der Alten Turnhalle voraussichtlich im Juli installiert werden. Die E-Steckdosen mit einer Leistung von 2 x 22 kW werden durch die Entega vorerst für fünf Jahre betrieben. Dafür zahlt die Stadt 2500 Euro netto. Sie können neben der Entega- auch mit vielen anderen Ladekarten und auch Paypal angezapft werden.

Wie Görig auf eine Frage von Walter Gerbig (CDU) sagte, werden die Züchter und Aussteller am Pferdemarkt-Montag um 9 Uhr begrüßt. Ein Rundgang mit den Ehrengästen schließt sich an. In den Vorjahren geschah der offizielle Teil erst nach deren Eintreffen, während somit die Tierschau schon in vollem Gange war. Aber den Züchtern sei das persönliche Gespräch wichtig, so Görig.

Das Programm am Eröffnungsabend des Volksfestes am 7. Juli steht nun auch fest: Um 20 Uhr gibt es den Fassbieranstich mit Grußworten, umrahmt von der Feuerwehrkapelle. Das nachfolgende Programm ab 22 Uhr, durch den Hallenwirt organisiert, spricht dann eher ein junges Publikum an. Ab 23 Uhr treten Stefan Stürmer, Ina Colada und „Die Autohändler“ auf.

Beerfeldener Mandatsträger wollen den eigenen Windkraft-Flächennutzungsplan statt Regionalplan

Das Meinungsbild war eindeutig: Mit großer Mehrheit verabschiedete die Stadtverordneten-Versammlung die gemeinsame Stellungnahme aller Odenwaldkreis-Kommunen zum Windkraft-Regionalplanentwurf. Sie forderte klipp und klar die Rückkehr zum zusammen erarbeiteten Flächennutzungsplan (FNP), der aber vom Regierungspräsidium abgelehnt worden war. Manche Mandatsträger gingen noch weiter und lehnten wortreich Windkraft im Odenwald in Bausch und Bogen ab.

Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Erwin Körber (SPD), skizzierte die dortigen Beratungen. Im Regionalplan seien 21 Flächen für Windkraft ausgewiesen, was 3,9 Prozent der Kreisfläche bedeute. Im eigenen FNP waren es aber nur acht und 1,61 Prozent. Er kritisierte dessen Ablehnung durch das RP, obwohl es zuvor eine einvernehmliche Zusammenarbeit gegeben habe.

Wie Körber erläuterte, wolle man eine Konzentration der Windräder auf möglichst zusammenhängende Flächen erreichen. Er wies darauf hin, dass ohne den Regionalplan – und den Einspruch dagegen – das weitergehende Baugesetzbuch greife, was ein „Riesenproblem“ bedeute. „Dann sind wir die Dummen.“

In seiner Eigenschaft als SPD-Fraktionsvorsitzender sagte Kröber, dass es um rechtssichere Vorgaben gehe. Nicht um die Sinnhaftigkeit der Windenergie, „da hat jeder eigene Vorstellungen“. Dem Regionalplanentwurf „können wir überhaupt nicht zustimmen“, betonte er. Allerdings ist ihm bewusst, „dass es ganz ohne Windkraft nicht geht“.

So ganz glücklich war Körber nicht, dass mit dem Verweis auf den FNP auch die Sensbacher Höhe wieder mit Plan ist. „Aber der Regionalplan sieht vier zusätzliche Gebiete in der Oberzent vor“, sagte er. Wenn man sich 2015 dafür entschieden habe, „dann sollten wir uns auch dran halten“. Das Gebiet „Meisenberg“ auf Wald-Michelbacher Gemarkung lehne man ab, weil es zu nah an der projektierten Vorrangfläche bei Olfen sei.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wies darauf hin, „dass der Bau von Windrädern kein Selbstzweck ist“. Es gehe nach wie vor darum, den Ausstieg aus der Atomenergie zu gestalten. Man habe den FNP immer als Kompromiss angesehen und halte daran fest. „Wir sind dafür, bestimmte Vorranggebiete auszuweisen und dort die Windkraftnutzung zu konzentrieren“, hob sie hervor.

Für die ÜWG betonte Klaus Seeh in einer Stellungnahme, dass „eine Überfrachtung mit Windrädern im Süden des Odenwaldkreises“ unbedingt verhindert werden müsse. „Die Höhenzüge sollen in ihrer Kulisse frei bleiben, ebenso die Umgebung von Denkmälern“. Insgesamt, sagte er, „halten wir die Windkraft im Odenwald für absolut überflüssig.“ Die Energiewende müsse im Gegenteil wesentlich innovativer und bürgerverträglicher gestaltet werden.

Ein Durchschnitt von 1,6 Prozent der Kreisfläche sei zu hoch, „wenn diese überwiegend der Südkreis bereitstellen soll“. Noch höhere Flächenanteile, wie vom Gesetzgeber gefordert, „halten wir für völlig überzogen“. Für die CDU betonte Walter Gerbig, „der Flächennutzungsplan der Kreiskommunen hat für uns weiterhin Priorität“. Es behebe nicht das Problem, „den Kopf in den Sand zu stecken“ und keine Stellungnahme abzugeben.

Schwere Geschütze fuhr für die FDP Frank Leutz auf. Seine Fraktion gehörte zusammen mit je einem Vertreter und SPD und Grünen zu den sechs Ablehnenden der gemeinsamen Stellungnahme. Leutz sah jedes Windrad im Odenwald als „ein Verbrechen an Mensch und Natur“. Es zerstöre ohne Nutzen funktionierende, schützenswerte, ökologische Systeme. Er kritisierte, dass mit dem Verweis auf den FNP nun auch wieder die Sensbacher Höhe in den Fokus rücke.

Wie der Fraktionssprecher sagte, könne „eine ernstzunehmende Gesundheitsgefährdung“ durch Windräder „nicht mehr mit altbewährter Arroganz negiert werden“. Er erwähnte in diesem Zusammenhang Luft-, Infra- und Körperschall. Der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten ist seiner Meinung nach viel effektiver, um den Ausstoß des klimaschädlichen Gases zu verhindern. Leutz kündigte an, in Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen eine eigene Stellungnahme beim RP abzugeben.

 

Gemeinsame Stellungnahme

Die Kreiskommunen profitieren von der regionalen Wertschöpfung ihres Tourismus mit kulturlandgebundener Erholung. Sie lehnen daher den TPEE in der vorliegenden Gesamtflächenbilanz wegen überproportionaler Raumbelastung mit 3,9 Prozent der Odenwaldkreisfläche ab und fordern im Sinne des Gegenstromprinzips die Zurücknahme der Ausweisungsflächen für Windenergieanlagen im Odenwaldkreis auf die abgewogenen acht Flächen des gemeinsamen Flächennutzungsplan für den sachlichen Teilbereich Windenergie mit 1,61 Prozent der Kreisfläche.

 

25. Rock im Klosterhof mit First Echo und Art Donuts findet am 23. Juni in Hirschhorn statt

Das silberne Jubiläum steht an: Zum 25. Mal veranstaltet die Katholische Kirchenmusik Hirschhorn am Freitag, 23. Juni, den alljährlichen Rockevent „Rock im Klosterhof“ – mit neuen, tollen Bands, die Musik für jedermann im Gepäck haben. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Karten kosten an der Abendkasse zwölf Euro.

Als Topact spielen die „Art Donuts“, eine sechsköpfige Formation, die sich dem Rock, Pop und Soul der 70er, 80er und 90er Jahre verschrieben hat. Aber auch topaktuelle Hits aus den Charts sind im Programm. Bei verschiedenen Auftritten in Heidelberg, Rauenberg, Wiesloch und Walldorf wurde die Band mit besten Kritiken gelobt. Mit Frontfrau Indra Wahl ist die Gruppe bestens im Gesangsbereich aufgestellt. Sie bildet mit ihren weiteren fünf Bandkollegen eine ausgereifte, tolle Einheit.

First Echo nennt sich die 2015 gegründete Support-Band von vier Musiker aus Heidelberg und Umgebung. Musikalisch verbinden sie rauen Thrash Metal der 80er Jahre mit modernem Progressive Metal, variieren dabei Taktarten und spielen selbstbewusst mit mehrstimmigen Gitarrenriffs. Fans von Metallica bis Dream Theater kommen definitiv auf ihre Kosten und sollten sich dieses lang gereifte Debüt keinesfalls entgehen lassen.

Info: http://www.rock-im-klosterhof.de