Auch der Hessenecker Ausschuss stimmt für den Oberzent-Grenzänderungsvertrag

Der Weg ist frei: In den parallel stattfindenden Stadtverordneten- und Gemeindevertreter-Sitzungen am 2. Mai können die Gremien über den Grenzänderungsvertrag beschließen und damit die Fusion zum 1. Januar 2018 festzurren. Von allen Ausschüssen der Oberzent-Kommunen gab es einstimmige Empfehlungen, das Vertragswerk wie vorgestellt umzusetzen. Als letzter in den vier Gemeinden sprach sich nun der Haupt- und Finanzausschuss von Hesseneck für die Ratifizierung aus.

Zuvor hatte Projektleiter Christian Kehrer vom Kommunalservice Oberzent in bewährter Manier die einzelnen Paragrafen des Grenzänderungsvertrags den Mandatsträgern vorgestellt. Er ging dabei noch einmal auf das Ortsrecht ein. Nachdem aus Gründen der Rechtssicherheit erst die 2018 tagende Interims-Stadtverordnetenversammlung die jeweiligen Satzungen rückwirkend beschließen soll, werden seinen Worten zufolge die Steuerbescheide einen Monat später als gewohnt verschickt.

Im Hessenecker Ausschuss war daneben die Waldbewertung ein Thema. Denn bisher setzen die vier Kommunen unterschiedliche Werte für Boden und Bewuchs an, die im Zuge der Fusion nivelliert werden müssen. Dies geschieht laut Kehrer in Absprache mit Hessen Forst. Die dortige Bewertungsstelle wird aber erst tätig, wenn der Grenzänderungsvertrag unter Dach und Fach ist. Das wird dann mit der offiziellen Unterschrift der Bürgermeister am 3. Mai der Fall sein.

Aktuell sind in der Bilanz bei Hesseneck und Sensbachtal 51 Cent pro Quadratmeter drin, bei Rothenberg 70 Cent und bei Beerfelden sogar 91 Cent. In einer früheren Sitzung war bereits angeklungen, dass der Beerfelder Wert zu hoch ist und sich das Level etwa auf Rothenberger Verhältnisse einpendeln könnte.

Letztlich ist Kehrer zufolge die Kommunalpolitik bis Ende des Jahres gefordert, den Wald neu zu bewerten. Denn die gewählten Zahlen müssen dann in die Eröffnungsbilanz zum 1. Januar 2018 einfließen. Hessen Forst wiederum muss aus vier Waldwirtschaftsplänen einen machen, der dann für kommendes Jahr gültig ist.

Aber auch wenn der Beerfelder Wald kräftig an Buchwert verlieren wird und sich dies im eigenen Vermögen bemerkbar macht, so ist das „nicht haushaltswirksam“, betonte Kehrer. Denn im Grenzänderungsvertrag sei der Vereinfachungspassus aufgenommen, den das Ministerium den vier Kommunen bei der Fusion eingeräumt habe. Was bedeute, dass dieser Wertverlust buchhalterisch mit dem Eigenkapital verrechnet werden könne.

Der neue gemeinsame Haushalt für 2018 wird laut dem KSO-Projektleiter danach erarbeitet. Alles, was nach dem 2. Mai erfolgt und die Zukunft betrifft, „wird von den vier Gemeinden zusammen erarbeitet und beschlossen“.

Hesseneck als bisherige Schutzschirm-Kommune behält Kehrer zufolge die bisher daraus gewährte Schuldenübernahme. Er erläuterte weiter, dass die Spielautomatensteuer, die bisher nur in Beerfelden galt, voraussichtlich auf die neue Stadt Oberzent ausgeweitet werden soll. Dies sei problemlos möglich, da es in den anderen Kommunen keine Automaten gab und deshalb kein Grund zur Vereinheitlichung besteht.

Vorbereitung für die Wiedereröffnung des Finkenbacher Freibads ist quasi abgeschlossen

Alles neu macht der Mai. Wenn er dazu noch den Schalter von April- auf Sommerwetter umlegt, dann haben sich die Vorarbeiten für die Wiedereröffnung des Finkenbacher Freibads gelohnt. Hand in Hand liefen in den vergangenen Wochen die Vorbereitungen von Gemeinde-Bauhof, Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) Finkenbach, Raubach und Hinterbach sowie der neuen Kiosk-Pächterin Mareike Niesen. Mit dem schönen Erfolg, dass eine Woche vor dem „Soft-Opening“ am 6. Mai bis auf Kleinigkeiten alles fertig war.

„Wir unterstützen den Bauhof, wo es nur geht“, unterstrich der zweite HVV-Vorsitzende Christian Niesen. So wurde neben dem Technikgebäude durch die Gemeinde eine zementierte Bodenplatte hergestellt, auf die dann die HVV-Mitglieder eine Holzhütte errichteten. Die soll in der Saison als Lagermöglichkeit für Sonnenschirme und Liegestühle der Besucher dienen.

Der Verein griff außerdem kräftig in die Kasse und spendierte dem Kiosk einen hochwertigen Gastro-Kaffeevollautomaten. Der soll auch anderen Finkenbacher Vereinen bei Bedarf ausgeliehen werden. Kühltruhe, Fritteuse, Grill, Pizzaofen und Regale sind weitere Anschaffungen, die auf das Konto der Pächterin gingen. „Da kam einiges zusammen“, so Niesen.

Die Gemeinde ließ sich aber auch nicht lumpen. Eine neue Metallbrücke statt der bisherigen Holzkonstruktion führt nun über den durchs Gelände plätschernden Finkenbach auf dessen andere Seite, wo eine weitere Liegeweise auf die Besucher wartet. Vom HVV wurden sämtliche Bänke und Tische frisch gestrichen und etwas marode Holzlatten ersetzt. Außerdem machten die Mitglieder auf dem über 3700 Quadratmeter großen Gelände die Maulwurfshügel platt, damit der Bauhof durchmähen kann.

Im 1933 gebauten Freibad gibt es ein Schwimmerbecken mit 25 auf 12,5 Meter und einer maximalen Tiefe von 1,90 Metern. Sein Wasser wurde vergangene Woche abgelassen, um das Becken vor Beginn komplett zu säubern. Außerdem wird es von einer Wartungsfirma in Augenschein genommen. Das Kinderbecken hat einen Durchmesser von etwa sechs Metern. Es soll laut Niesen im Herbst umgebaut werden. Bis zur Eröffnung reichte die Zeit nicht mehr.

Geplant ist laut Niesen auch eine Nachtbadeaktion an subtropischen Sommerabenden, die man sich bei den Hetzbachern abgeschaut hat. Eine eigene WhatsApp-Gruppe soll über jeweilige wetterabhängige Öffnungszeiten, Wassertemperatur oder besondere Aktionen auf dem Laufenden halten. In Planung ist noch eine „Guthabenverzehrkarte“, damit Kinder nicht mit so viel Bargeld rumlaufen müssen.

Wie Niesen sagte, ist der Verein schon lange Jahre aktiv in die Aktivitäten rund ums Schwimmbad eingebunden. „Wir machen die Vorarbeiten und stellen einen Teil der Badehelfer.“ Deshalb konnte man frühzeitig planen, als klar war, dass der bisherige Pächter aufhören würde. „Wir haben uns dann ein Modell überlegt, wie es in Eigenregie funktionieren würde.“

Das idyllische, im Finkenbachtal gelegene Bad ist für Niesen eines der schönsten in der Region. So attraktiv, dass neben den Rothenbergern auch viele Gäste aus Hirschhorn, Beerfelden, Wald-Michelbach oder sogar Neckargemünd zu Besuch kommen, um die Ruhe zu genießen. Spiel- und Bolzplatz neben dem Freibad-Gelände laden die Kinder zum Herumtollen ein.

Zur Attraktivität trägt laut dem HVV-Mann auch bei, dass „wir Trinkwasserqualität haben“. Die Chlorung werde aufs Minimum zurückgefahren, sodass selbst hautsensible Schwimmer in der Regel damit keine Schwierigkeiten hätten. Im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde viel Geld in die Wasseraufbereitungsanlage investiert.

Die Hoch-Zeit ist immer das Guru-Fest. Dann bietet das Freibad „die einzige reguläre Dusche im ganzen Tal“, schmunzelt Niesen. Die Woche davor und danach herrscht Hochbetrieb auf dem Gelände. Nicht nur für diesen Anlass wurde ein „Finki-Burger“ kreiert. Beim Fleisch, auch bei anderen Produkten setzt man auf das regionale Prinzip, bezieht möglichst viel von Produzenten aus der Region oder verkauft wie beim Kaffee fair gehandelte Ware.

Nach der wetterabhängigen vorzeitigen Öffnung am 6. Mai steht am Samstag, 13. Mai, das große Eröffnungsfest des Heimat- und Verschönerungsvereins an. In diesem Rahmen gibt es einen Flohmarkt mit Kaffee und Kuchen ab 12 Uhr. Spenden können von 9 bis 11.30 Uhr abgegeben werden Der Erlös kommt neuen Spielgeräten auf dem Spielplatz vor dem Bad zugute sowie wird für Anschaffungen zugunsten von Kindern verwendet. Die musikalische Umrahmung startet um 15 Uhr, um 16 Uhr wird der Grill angeschmissen. Das Bad ist ab 6. Mai je nach Wetter jeden Tag von 10 bis 19 Uhr geöffnet, an besonders schönen und lauschigen Sommerabenden auch etwas länger. Mehr auf Facebook unter Freibad Finkenbach oder Telefon 06068-478673.

Rothenberger Ausschuss empfiehlt der Gemeindevertretung einstimmig die Verabschiedung des Grenzänderungsvertrags

Auch die Rothenberger machten den Weg frei. Auf seiner gemeinsamen Sitzung empfahl der Haupt- und Finanz- mit dem Bau- und Umweltausschuss einstimmig der kommende Woche tagenden Gemeindevertretung, den Grenzänderungsvertrag für die Oberzent-Fusion in der vorliegenden Form zu verabschieden. Änderungen am Vertragswerk gab es keine mehr. Nach Beerfelden und Sensbachtal ist es das dritte eindeutige Votum der beteiligten Kommunen hin zur neuen Stadt „Oberzent“.

Der Projektleiter Fusion beim Kommunalservice Oberzent, Christian Kehrer, war zuvor mit den Mandatsträgern das Vertragswerk Punkt für Punkt durchgegangen. Wichtig war ihm der Hinweis auf die Mindestzahl der Ortsbeiratsmitglieder. „Wenn sieben gefordert sind, kommt mit sechs Mitgliedern kein Gremium zustande“, betonte Kehrer.

Deshalb kam von ihm und auch aus dem Gremium der Hinweis, „dass die Beteiligung der Bürger ausdrücklich gewünscht ist“. Der gemeinsame Ortsbeirat von Finkenbach, Raubach und Hinterbach hat sieben Sitze, ebenso wie der von Rothenberg-Ort. Kortelshütte und Ober-Hainbrunn kommen jeweils auf fünf.

Eigentlich war laut Kehrer geplant, dass das jeweilige Ortsrecht von Beerfelden, Rothenberg, Sensbachtal und Hesseneck noch in diesem Jahr als Satzung verabschiedet wird und in die neue Stadt übergeht. Aus Gründen der Rechtssicherheit habe man nun beschlossen, dass dies im neuen Jahr durch die vorläufige gemeinsame Stadtverordneten-Versammlung geschehen soll und dann rückwirkend gilt. Beides mit dem gleichen Ziel: einheitliche Gebühren zum 1.1.18.

Rothenberg hatte bisher als einzige der vier Kommunen eine Zweitwohnungssteuer. Die spült Kehrer zufolge jährlich 20.000 Euro in die Gemeindekasse. Aus Gründen der Gleichbehandlung müsste sie entweder ab 2018 auf die komplette Oberzent-Stadt ausgeweitet oder zumindest vorläufig auf Eis gelegt werden. Vorerst entschied man sich für die zweite Variante.

Denn die Vorarbeiten bedeuten laut Kehrer einen ziemlichen Verwaltungsakt, bei dem viel Zeit und Arbeitskraft gebunden werden. Das sei vor dem Jahreswechsel nicht mehr zu leisten. Die Entscheidung pro oder kontra „ist eine politische“, so der KSO-Mitarbeiter. Sie sei dann von der neuen Stadtverordneten-Versammlung zu treffen. Um ein bisschen Geld geht es allerdings auch: Auf ganz Oberzent ausgedehnt könnte die Zweitwohnungssteuer pro Jahr 50.000 Euro Einnahmen bringen.

Paragraf 14 des Vertrags beschäftigt sich mit der Organisationsstruktur. Hier erläuterte Kehrer, dass man den Aufbau eines Bürgerservices überdenke, der von Montag bis Donnerstag im rollierenden System in den vier Orten eine Öffnungszeit der jeweiligen Verwaltung bis 18 Uhr vorsieht. Damit sei gewährleistet, dass die Einwohner aus allen Kommunen bis zu dieser Zeit telefonisch einen Mitarbeiter erreichen und bei Bedarf in dem jeweiligen Ort auch direkt vorbeischauen können.

Der Bürgerservice kümmert sich laut dem Projektleiter dann um einfache Verwaltungsangelegenheiten. Dass kann die Beantragung eines Ausweises sein, ebenso An- und Abmeldungen, die Zweitwohnungssteuer, wenn sie wieder kommen sollte, Müllangelegenheiten oder die Abholung der gelben Säcke. Aktuell werde eine Checkliste dafür erstellt.

Beim Paragraf 16, öffentliche Einrichtungen, verdeutlichte Kehrer klar, dass „die neue Stadt die bestehenden weiterführt“. Damit wolle man Befürchtungen entgegentreten, dass im Zuge der Fusion ein Ort der Verlierer sein könnte, weil dort etwas geschlossen werde. Es geht bei den öffentlichen Einrichtungen etwa um Bürgerhäuser, Kindergärten, Sporthalle oder Schwimmbäder.

Im Paragraf 27 wurde verdeutlicht, dass jetzt die Interessen der neuen Stadt zählen und in die Zukunft gerichtete Entscheidungen nur noch gemeinsam getroffen werden. Unter anderem auch eine mögliche in Bikepark/Liftanlage und Sensbacher Höhe, die Claus Weyrauch kurz dem Gremium skizzierte. Außerdem wies Kehrer noch einmal auf die Umbenennung der Straßennamen hin. Bis nach den Sommerferien gebe es hier noch die Möglichkeit für Vorschläge oder Ideen.

MGV-Grillfest am 1. Mai in Ober-Hainbrunn

 

Am 1. Mai findet in Ober-Hainbrunn wieder das beliebte Grillfest nach guter, alter Tradition für alle Maiwanderer, Biker und die ganze Familie statt. Der MGV Liederkranz serviert ab 11 Uhr an der Sporthalle den beliebten Hainbrunner Spießbraten und weitere leckere Spezialitäten vom großen Buchenholzgrill. Während sich die Eltern gerne auch bei Kaffee und Kuchen gemütlich zurücklehnen können, haben die Kinder rund um den Festplatz viel Platz zum Toben und Spielen. Zum Beispiel auf dem Fußballfeld oder dem angrenzenden Spielplatz. Auch bei Regen bietet die nahe Sporthalle das passende Ambiente für schöne Stunden am 1. Mai in Ober-Hainbrunn.

 

 

Landesstraße zwischen Hirschhorn und Hainbrunn wird wieder voll gesperrt

Am Dienstag, 2. Mai, beginnt Hessen Mobil mit den Bauarbeiten zur Herstellung eines Steinfangnetzes im Zuge der Landesstraße L 3119 zwischen Hirschhorn und Unter-Hainbrunn. Für die Durchführung ist laut Mitteilung eine Vollsperrung der Landesstraße im Bereich der Baustelle bis voraussichtlich Freitag, 5. Mai, erforderlich. Die weiteren Bauarbeiten können unter halbseitiger Sperrung mit Baustellenampel abgewickelt werden und sollen bis voraussichtlich Mittwoch, 10. Mai, andauern.

Während der Vollsperrung führt die ausgeschilderte Umleitung ab dem Brombacher Tal (Einmündung K 35) über die L 3410 über Rothenberg nach Beerfelden und umgekehrt.
Im Rahmen der Baumaßnahme werden auf einem rund 600 Meter langen Streckenabschnitt teilweise Steinfangnetze in der Straßenböschung befestigt. Die Arbeiten sind Teil der Böschungssicherungsmaßnahme, bei der bereits im vergangenen Jahr ein Steinfangzaun entlang der Landesstraße errichtet wurde.

Die Sicherungsmaßnahmen sind laut Hessen Mobil notwendig, da das Sandgestein der Straßenböschung große Zerklüftungen aufweist, die teilweise nur durch vorhandenen starken Bewuchs gehalten werden. Zudem steigt der Hang teilweise bis zu 80 Grad auf. Die Gefahr besteht, dass Steine auf die Fahrbahn fallen können. Diese Gefahr wird durch starke Rotwildwanderungen im betreffenden Gebiet verstärkt, das zusätzlich Steine lostreten kann.
Die Kosten belaufen sich auf rund 140.000 Euro.

Maddin: Der Meister im hessischen Dummbabbeln zu Gast in Beerfelden

Der Meister ist wieder da. Gut, Maddin würde man normalerweise anders titulieren als den unangefochtenen Chef im Ring. Aber der hessische Comedian hat ein Selbstbewusstsein mindestens so groß wie sein Mund breit ist – also immens. Und deshalb geht es nicht unter diversen Superlativen, nicht nur was seine Person, sondern auch seine Anziehungskraft aufs weibliche Geschlecht betrifft. „Meister Maddin“ eben, der der Carneval Gesellschaft als Veranstalter eine ausverkaufte Alte Turnhalle bescherte.

Das Publikum hat er schnell auf seiner Seite, auch wenn seine Hommage an Beerfelden die eine oder andere Schleimspur auf der Bühne hinterlässt. Er war nie in der Oberzent-Stadt, so Maddin grinsend (und wer ihn kennt, weiß, wie breit dieses Grinsen ist), „aber es war schon immer mein größter Traum“. Denn wer hierher kommt, „der hat es geschafft“.

Flugs sind auch die ersten Opfer in der ersten Reihe rausgedeutet, die als willkommene Zielscheiben bei den diversen Gags herhalten dürfen. Dieter, Diana und Doschun wünschten sich danach sicherlich, sie hätten sich einen Platz weiter hinten gesucht und wären nicht so sehr auf Tuchfühlung mit dem Meister des verqueren Humor gegangen. Aber mitgefangen, mitgehangen: Die drei machten ihre Sache so gut, dass selbst dem Dummbabbler per excellence das eine oder andere Wort der ernsthaften Begeisterung über die Lippen kam.

Überhaupt: Einer wie Maddin Schneider kann eigentlich nur Komiker werden. Sein, positiv formuliert, extravagantes Aussehen prädestiniert ihn geradezu für den Job. Gut, als Quatschmacher könnte er vielleicht noch den Clown im Kindergarten geben, aber möglicherweise würde er dort sogar den Kleinsten auf den Nerv gehen. Dann doch besser gutes Geld vor eine Meute williger Fans verdienen, denen er lang und breit aus seinem Gefühlsleben erzählen kann und die auch die etwas flacheren Gags gerne goutieren.

Breites Grinsen von einem Ohr zum anderen, dazu breitestes Hessisch in seiner gedehnten, leicht einschläfernden Variante, rollende Augen, dass einem schon beim Zuschauen schwindlig wird, eine hagere Figur, sodass sich jede Diätkur danach die Finger schlecken würde: nein, Maddins Vorzüge sind eindeutig nicht körperlicher Art. Die Kleiderauswahl mit weißem Hemd, das um den schmalen Oberkörper schlottert, und den weiten, beigefarbenen Hosen über dünnen Stelzen sind ebenfalls dazu geeignet, nicht von seinem besten Kapital abzulenken: dem schiefen Schlappmaul.

Wobei: Das wäre nichts ohne seine Oma. Deren Weisheiten, immer mal wieder ins Programm eingestreut, sind fast die besten Lacher, weil einfach und doch treffend. Hessische Dorfweisheiten eben. Wie von den Leuten, „die ich jetzt schon gerne vermissen täte“. Oder das Einfache, das total simpel klingt. Und natürlich: „Die Seele einer Frau und das Innere von Lewwerworscht bleiben ewig unerforscht.“

Aber eigentlich geht’s dem Komiker in seinem neuen Programm um den Zusammenhang zwischen Hessen und Indien. Einen hat er natürlich schnell gefunden, die „Grün‘ Soße“, vulgo Curry. Oder Babbal-Yoga, das total entspannt – im Anfangsstadium Dummbabbeln genannt. Und genau hier ist natürlich der Meister am Werk, kennt Maddin aus dem Effeff, wovon er spricht – oder babbelt. Und weiß sich auf einer Ebene mit Sportlern und Politikern, die das bis zum Exzess beherrschen.

Diverse Sprechübungen machen auch den aus dem Badischen eingewanderten Besuchern klar, dass sie nicht ohne eine große Dosis Hessisch wieder zurück an den Neckar dürfen. Der Schlabberlabbe oder der Schoggelaaaaadehaaaaas sind perfekte Beispiele dafür, wie sich mit urhessischen Mantras das Herz-Chakra öffnen lässt. Und dann noch der Flenn-Club nach Maddins Beziehungsende, der sich dem Heul-Sauf-Yoga verschrieben hat.

Manchmal bleibt es bei seinen Monologen allerdings auch unerforscht, warum die besonders witzig sein sollen. Andererseits haut Maddin dann aus dem Nichts einen solchen Kracher raus, dass sich der Saal wieder vor Lachen biegt. Was heißt, dass seine Fans in Beerfelden absolut auf ihre Kosten kamen.

 

„Museumsführung in Wort und Ton“ am 12. Mai im Hirschhorner Langbein-Museum

Auf vielfachen Wunsch gibt es eine Wiederaufnahme der szenisch-musikalischen Führung im Langbein-Museum Hirschhorn unter dem Titel: „In welcher Welt, in welcher Zeit leben wir?“ Die „Museumsführung in Wort und Ton“ findet am Freitag, 12. Mai, um 19 Uhr im ersten Stock des Langbein-Museums statt. Die Dauer beträgt eine Stunde. Beim Durchschreiten der Räume entfaltet sich die Geschichte zweier Zeitgenossen Carl Langbeins: Sophie Körner, eine Bürgerliche, berichtet in Worten und Tönen aus ihrem Dasein als Frau des 19. Jahrhunderts und von ihrer Ehe mit dem Adeligen Johann Anton von Braitfeld, welcher auch seine Sicht der Dinge nicht verschweigt. Dargestellt werden die beiden von Frauke Bodinus, der „Wandermusikantin“ (Text, Musik, Regie und Kostüme), und Hans-Jürgen Waibel, auch als „Ritter Friedrich“ bekannt. Neben ihrer Geschichte gibt es viel zu erfahren über die Exponate der „Naturalien- und Alterthümersammlung“ Carl Langbeins. Unter jeweils einem Stichwort zusammengefasst, laden die einzelnen Räume mit ihren darin aufbewahrten Ausstellungsstücken zum Entdecken, Vergleichen, Betrachten und Verweilen ein. Im „Museum zum Anfassen“ ist nicht nur Schauen erlaubt, sondern (Be-)Greifen ist ausdrücklich erwünscht.

Info: „Museumsführung in Wort und Ton“  Freitag, 12. Mai, 19 Uhr, Langbein-Museum Hirschhorn, Alleeweg 2, Preis 15 Euro inklusive ein Freigetränk. Die Teilnehmerzahl liegt zwischen 15 und 25 Personen. Um vorherige Anmeldung bei der Tourist Information wird gebeten unter Telefon 06272-1742