Ourewällerisch babbeln beim Hausarzt in Beerfelden

Beim Hausarzt darf auch ourewällerisch gebabbelt werden: Die Mundartfreunde Südhessen zeichneten Bernhard Wagner, seit Anfang des Monats als Facharzt für Allgemein-, Notfall-, Ernährungsmedizin und Jagd im neuen Gesundheitsversorgungszentrum (GVZ) Oberzent ansässig, mit dem Kultschild „Mer babbele Mundart“ aus. Der junge Hausarzt und Jagdwirt ist ein bekennender Mundartfreund. Das Schild schmückt jetzt die Anmeldung des GVZ im Breimer-Gebäude Beerfelden.

Mundart baut Barrieren und Ängste bei den Patienten ab, wenn in der Praxis „schaij gebabbelt wird“. Außerdem dient sie dem Heilungsprozess, waren sich die zur Feierstunde erschienenen Gäste augenzwinkernd einig. Roland Bauer von den Mundartfreunden Südhessen bereicherte die Feierstunde mit Odenwälder Mundartliedern auf dem Akkordeon, bei denen kräftig mit eingestimmt wurde.

Vormann Fritz Ehmke bedankte sich für die Unterstützung bei der Werbung für die Benefiz-Mundart-CD mit Begleitbuch mit dem Titel „Tross, tross, trill, de Bauer hot e Fill“. Fast 300 Kinder aus der Region Südhessen wirkten auf ihr mit. Die Eröffnung spricht der bekannte Kinderliedermacher Rolf Zuckowski. Das Begleitbuch mit ansprechenden Bildern enthält alle Lieder, Noten und Texte in Mundart und auf Hochdeutsch. Es sind auf der CD auch traditionelle Odenwälder Mundartlieder zu hören, die die Älteren noch kennen.

„Die CD mit Begleitbuch dient als Familienspaß und zum Erlernen unseres kostbaren Kulturgutes“, so Fritz Ehmke. Der vollständige Verkaufserlös geht an den Verein für krebskranke und chronisch kranke Kinder Darmstadt/Rhein-Main-Neckar. Informationen zu den Mundartfreunden Südhessen mit Auflistung der CD-Verkaufsstellen gibt es auf Facebook unter MundartfreundeSüdhessen. Außerdem wird in Kürze die Seite http://www.gebabbel-suedhessen.de wieder freigeschaltet.

Das GVZ geht auf die 2014 entwickelte Gesundheitsstrategie des Odenwaldkreises zurück und wurde vom Hessischen Sozialministerium gefördert, um auch auf dem Land ein wohnortnahes, fachübergreifendes und zukunftsfähiges Versorgungsangebot zu gestalten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Stärkung einer koordinierten (fach- und sektorenübergreifenden) medizinischen und psychosozialen Versorgung der zunehmend älter werdenden Bevölkerung, oftmals mit mehreren Erkrankungen. Nähere Informationen unter http://www.gvk-oberzent.de

 Bild v.l. Horst Schnur, Nasir Tajik, Bernhard Wagner, Fritz Ehmke, Roland Bauer, Dietlinde Ehmke. Foto Jan Pastor

 

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A-Jugend des SV Sandhausen mit eindrucksvoller Leistung beim FC Finkenbachtal

Die U19 des SV Sandhausen war zu Gast bei Freunden: Zum wiederholten Male trafen sich die Teams von FC Finkenbachtal und SVS im schönen hessischen Odenwald für ein alljährliches Testspiel. Wieder einmal hatte der Profi-Nachwuchs zweistellig die Nase vorn: Dieses Mal mit 13:0 gegen den A-Ligisten. Möglich machten die Partie der sportliche Leiter des FC, Michael Kaufmann, und der Leiter des SVS-Nachwuchsleistungszentrums (NLZ), Joachim Stadler. Beide kennen sich auch privat sehr gut.

Bei besten Rahmenbedingungen wurde das Spiel um 16 Uhr angepfiffen. Nach 90 Spielminuten, in denen den Zuschauern von beiden Mannschaften leidenschaftlicher Fußball geboten wurde, endete die Partie 13:0 für die U19 des SVS. Die Tore für das neu formierte Team – in der sich der eine oder andere Spieler gute Hoffnungen auf eine Profilaufbahn machen kann – um Cheftrainer Frank Schwabe sowie die beiden Co-Trainer André Philipp und Hans-Jörg Daute erzielten Jassin Naainiaa, Roen Fordyce, Robin Mörmann, Filimon Gerezgiher, Andreas Schiler und Riccardo Rittersberger. Manche trugen sich dabei mehrfach in die Torschützenliste ein. Die Besucher erkannten neidlos an, dass beide Mannschaften bei großer Hitze eine engagierte Begegnung ablieferten.

In der Sandhäuser Mannschaft standen auch verschiedene Neuzugänge: Niklas Heeger (Torwart SV Waldhof Mannheim), Robin Mörmann (SV 08 Kuppenheim), David Reitarow (TSG 1899 Hoffenheim) und Adin Mujanovic (VfB Stuttgart). Letzterer ist im aktuellen Kader bei der bosnischen Nationalmannschaft. Stadler sagte zu den Neuen: „Wir konnten alle unsere Wunschspieler verpflichten. Alle Neuzugänge sowie die verbliebenen U19- und natürlich die aufgerückten U17-Spieler bilden eine geschlossene Einheit.“

Beim abschließenden gemeinsamen Essen der beiden Teams im FCF-Sportlerheim wurden Dankesworte von den Offiziellen ausgesprochen. Kaufmann und Stadler äußerten die Absicht, das Testspiel vor der kommenden Saison gerne wieder stattfinden zu lassen. „Wir fahren mit unserer U19-Truppe immer wieder gerne zu unseren Freunden nach Finkenbachtal“, meinte der SVS-Mann. Auch wenn das Ergebnis etwas hoch ausfiel, „ist es für unsere Jungs ein guter Test“. Zum Großteil spielte der SVS mit dem jüngeren Jahrgang, „für den ein Test gegen eine Aktivenmannschaft eine enorme Erfahrung bringt“.

 

Die neue Stadt soll mehr nach Süden blicken, fordern die Gammelsbacher

Früher war’s die Stadt Beerfelden, heute ist es die Verwaltung in Oberzent, von der sich die Einwohner des südlichsten Stadtteils etwas stiefmütterlich behandelt fühlen. Das kam vor allem bei der Friedhofsausgestaltung, dem Wege-Freischnitt und der -Pflege zum Ausdruck. Beim Thema Friedhof waren sich Ortsvorsteher Konrad Helm und der neue Bürgermeister Christian Kehrer einig, dass ein Ortstermin her soll, um anstehende Dinge zu besprechen.

Helm hatte zuvor angeführt, dass bei der Gestaltung der Urnengräber etwas im Argen liege. Man wünscht sich eine bessere Anlegung und Zugänglichkeit sowie einen „ansprechenderen Rahmen“. Ortsbeirat Gerhard Ulrich hatte festgestellt, dass die entsprechenden Bereiche auf anderen Friedhöfen „ordentlicher und aufgeräumter sind“. Vor allem Einfassungen und klare Strukturen liegen den Bürgern am Herzen, „damit man nicht kreuz und quer über die Wiese läuft“.

Gerhard Reinschild monierte, dass frühere städtische Arbeiten auf dem Friedhof nur unvollständig ausgeführt wurden. In Beerfelden sei dieser wunderbar angelegt, so ein Einwurf aus dem Zuschauerraum, aber in Gammelsbach „gibt es Handlungsbedarf“. Der Ortsvorsteher betonte, „wir müssen den Neustart ausnutzen und nochmal nachhaken“.

Die unzureichende Grababräumung wurde ebenfalls moniert. „Das sieht aus wie die Hügelgräber vor 2000 Jahren“, meinte ein Bürger süffisant. Nämlich dann, wenn danach große Höhenunterschiede bestehen. Heinrich Roth warf ein, dass auf dem Rothenberger Friedhof „einer nachschaut und dort Erde nachfüllt wo es nötig ist“. Das Gremium war sich mit Kehrer einig, der Friedhofs- und Bauverwaltung mit ins Boot holen will und dann bei einem Vor-Ort-Termin schauen möchte, was zu tun ist.

Vor allem das Freischneiden und Freihalten der in den 70er Jahren angelegten Wege sei notwendig, betonte der Ortsvorsteher beim nächsten Punkt. Es sei hier Aufgabe der Stadt, für den Rückschnitt zu sorgen, erinnerte er an entsprechende Vereinbarungen. Teilweise gebe es auf 1,50 Meter breiten Wegen nur noch eine Schneise von 50 Zentimetern, die durch herunterhängende Äste quasi unpassierbar sei. Sollte es der Bauhof nicht schaffen, ist laut Helm zu überlegen, wie es eventuell durch Fremdvergabe gewährleistet werden könne.

Kehrer war das Problem bekannt. Die neue Stadt habe 260 Straßen zu betreuen, von den Wegen erst gar nicht zu reden. Vom Organisatorischen her, sagte er, „wurde das nie so aufbereitet, dass nach Plan vorgegangen wird“. Die Verwaltung sei an der Sache dran, „aber es wird noch etwas Zeit dauern, um den Bauhof anders zu strukturieren“. Aus den Rückmeldungen der Bürger ließ sich erkennen, dass das Thema einiges an Konfliktpotenzial birgt.

Wie auch die Nutzung der engen Straßen durch viel zu große Fahrzeuge. Früher seien die für maximal 7,5 Tonnen ausgelegt gewesen, hieß es. Heute würden die schmalen Gassen von 40-Tonnern bei der Müllabfuhr genutzt. Die Fahrer wunderten sich dann, wenn sie steckenbleiben oder die Straße nachgibt. Eine spätere teure Sanierung auf Kosten der Anwohner wurde in den Raum gestellt.

Freienstein-Zukunft beschäftigt die Gammelsbacher

Das Schicksal der über dem Ort thronenden Burgruine Freienstein beschäftigt die Gammelsbacher. In ansehnlicher Zahl kamen sie deshalb zur Sitzung des Ortsbeirats, auf dessen Tagesordnung Ortsvorsteher Konrad Helm das Thema gesetzt hatte. Der Wissensdurst war groß, die Spannung über das, was angehende Architekten und Freiraumplaner am 20. Juli in der Alten Turnhalle Beerfelden an Vorschlägen zur weiteren Entwicklung präsentieren werden, auch.

Helm hatte zusammen mit Mitgliedern des Ortsbeirats schon vor drei Wochen einen Blick auf die Ideen werfen können und berichtete den Zuhörern über teils ausgefallene Gedankenspiele. Der Vorsitzende machte aber gleichzeitig auch klar, dass es noch in den Sternen steht, welcher Vorschlag oder ob überhaupt einer aus dieser Reihe in die Verwirklichung geht.

Der Ortsvorsteher hatte sich einleitend erfreut über die große Zahl an (15) Bewerbern für den Ortsbeirat gezeigt. Er hoffte auf ein weiteres Engagement auch der nicht Gewählten für den Ortsteil, um ihm eine Stimme in der neuen großen Stadt zu verschaffen. Helm ging dann kurz auf die Vorgeschichte der Präsentation ein. Mit dem Symposium „Burgruine Freienstein im Odenwald – Mit einem gemeinsamen Konzept in die Zukunft“ eröffnete das Landesamt für Denkmalpflege im vergangenen Spätjahr die Diskussion über Erhaltungs- und Nutzungsstrategien für die Ruine, die über Jahrhunderte Sitz des Amtes Freienstein war und damit historischer Ursprung von Oberzent ist, erläuterte er.

Über das Symposium hat sich laut Helm mit Vertretern der Stadt, der zuständigen Behörden, Eigentümern, Fachleuten und Oberzenter Bürgern die „Perspektivgruppe Freienstein“ zusammen gefunden, die die Entwicklung eines tragfähigen Zukunftskonzeptes auf dem Weg bringen soll. Neben die grundsätzlichen Überlegungen und Strategien des Symposiums treten nun konkrete Vorschläge der Studierenden. „Für die Gammelsbnacher ist das ein wichtiges Bauwerk“, betonte er. Eines, mit dem „sie sich auch identifizieren“. Die generelle und auch touristische Aufwertung stehe im Fokus.

Über die Präsentation hinaus „werden dann die Gremien entscheiden“, wie es weitergeht. Unter den Ideen seien auch „sehr freie, ausgefallene“, so der Ortsvorsteher. Seine Aufforderung mit Blick auf den 20. Juli lautete deshalb: „Geht hin, schaut es euch an.“ Auf Nachfrage sagte Helm, dass sowohl Pächter Andreas Tilly als auch das Fürstenhaus in die Planungen mit einbezogen seien. Es gehe nun darum, ein gemeinsames Konzept zu erstellen, das sich noch einmal stark von den vorgestellten unterscheiden könne.

Der Vorsitzende bezeichnete es als „großes Plus“, dass Leute vom Land am Projekt beteiligt sind und es unterstützen. Aus den Rückmeldungen der Bürger ließ sich erkennen, dass sie sich intensiv mit der Materie beschäftigen. Da wurde von einem alten Tunnel fabuliert, der früher als Fluchtweg diente, überlegt, ob sich ähnlich wie bei Schloss Zwingenberg eine Bühne für Aufführungen schaffen lässt, aber auch die Zufahrt- und Parkplatzsituation angesprochen.

Trotz des bewusst offen gehaltenen Rahmens ohne einschränkende Vorgaben seien die Arbeiten sehr realitätsnah angelegt. Die Studierenden wollen Ideen für die Bürger im Sinne eines identitätsstiftenden Wahrzeichens der Region finden und „ihnen nicht etwas Ungewolltes überstülpen“, lobt Bezirksdenkmalpflegerin Kristin Schubert. Großer Wert werde auf die Beteiligung der Oberzenter Bürger gelegt, die „den jungen Menschen aus der Stadt“ ihr Gammelsbach und ihre Burgruine nahe gebracht haben.

Knapp 20 angehende Architekten und Freiraumplaner der Technischen Universität Darmstadt und der Hochschule Geisenheim University unter Leitung von Prof. Dr. Constanze A. Petrow (Geisenheim) und Dr. phil. Meinrad von Engelberg (Darmstadt) präsentieren ihre Ideen zur Entwicklung der Burgruine Freienstein in Gammelsbach der Öffentlichkeit. Diese sind Ergebnis des interdisziplinären Studierenden-Workshops, der in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen und in Kooperation mit der Stadt Oberzent am 22. und 23. Juni vor Ort stattfand. Abschlusspräsentation: „Burgruine Freienstein im Odenwald – Stadtkrone von Oberzent“ am Freitag, 20. Juli, 16 bis 19 Uhr Beerfelden, Alte Turnhalle, Hirschhorner Straße 40

Am 10. und 11. August findet das Finki-Festival zum 36. Mal statt – Jubiläum 50 Jahre Guru Guru

Es ist zwar noch einen Monat hin bis zum „Finki“, dem legendären Krautrock-Festival im Odenwald Mitte August. Doch alle Fans der Traditionsveranstaltung können sich den Termin schon einmal dick im Kalender anstreichen. Denn das Line-up der 36. Auflage 42 Jahre nach dem ersten Festival steht fest. Zwei Unterbrechungen erklären die Zahlendifferenz. Noch eine Zahl, diesmal eine runde: Die Gründer von „Guru Guru“ um Mani Neumeier feiern dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Wenn das kein Grund für eine große Party ist.

Neun weitere Bands haben die Organisatoren für das Wochenende des 10. und 11. August zusammengetrommelt, die auf dem Festivalgelände beim Sportplatz des 450-Seelen-Dorfs zwei Tage lang für ausgelassene Stimmung und einen Hauch von Odenwald-Woodstock sorgen werden. Kraan, Jane, Birth Control, Amon Düül 2 und Epitaph sind alte Bekannte. Zusammen mit Faust und Embryo vervollständigen sie den Musik-Event. Mit Vibravoid und Marblewood ist das Line-Up für die beiden Tage komplett.

Kraan ist eine der dienstältesten heute noch aktiven Krautrockbands. Es wird interessanter Jazzrock mit arabischen und progressiven Einflüssen gespielt. Die 1969 gegründete Formation Epitaph hat insbesondere in den Siebzigern Musikgeschichte geschrieben. Als erste deutsche Band tourten sie in den USA. Massenhafte eigene Headlinertouren und gemeinsame Touren mit Joe Cocker, den Scorpions, ZZ- Top oder auch Saga sowie unzählige Festivalauftritte machten sie zu einer der kultigsten deutschen Rockbands.

Amon Düül II ist eine deutsche Rockband, die sich im Zuge der Studentenbewegung Ende der 1960er Jahre bildete und in verschiedenen Formationen bis in die Gegenwart besteht. Sie gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Krautrock. Marblewood ist ein Zürich beheimatetes Trio. Die Musiker verbinden in ihrer Klangkunst ausgedehnte Jams und freie Improvisationen mit vergleichsweise kurz zum Vorschein kommenden durchkomponierten Passagen.

Birth Control steht für exzellente progressive Rockmusik, die über Jahrzehnte die Fans im In- und Ausland vor allem bei den Live-Konzerten begeisterten. Die Band wird diesen Spirit im Sinne des verstorbenen Bernd Noske weiter leben lassen – und zwar mit Musikern, die schon in den vergangenen fünf Jahrzehnten den Sound mitgeprägt haben. Vibravoid spielen einen von den frühen Pink Floyd beeinflussten Psychedelic Rock. Embryo gelten als eine der bedeutendsten deutschen Krautrockbands der 1970er Jahre. Sie entwickelten sich vom jazzigen Krautrock zu einer Weltmusik-Band, die es versteht, verschiedenste Stile und Richtungen miteinander zu vereinen.

Faust entstand 1970 in Hamburg, als sich die Mitglieder zweier früherer Bands, Nukleus und Campylognatus Citelli, zusammenschlossen. Jane ist eine deutsche Rockband aus Hannover, ebenfalls 1970 gegründet. Bis heute konnte sie in ganz Europa, Neuseeland und Amerika an die zwei Millionen Schallplatten verkaufen. Seit einigen Monaten steht das aktuelle Werk „Traces“ in den Geschäften.

„Die Einmaligkeit dieser Veranstaltung“ und absolut positive Resonanz der Besucher ist laut Armin Löffler vom mitveranstaltenden FC Finkenbachtal die Motivation für alle Beteiligten, jedes Jahr das Festival wieder auf die Beine zu stellen. Nach dem Finki ist dabei schon vor dem Festival: Die Planungen für dieses Jahr starteten bereits rasch nach dem letztjährigen Event. Dazu setzten sich Löffler, der Vorstand des FC, Karl-Heinz Osche, der Booker von Guru Guru, und Mani Neumaier, Chef der Band, zusammen.

Wen verpflichtet Mani Neumaier fürs Finki? „Die Bands müssen mir gefallen“, erläutert er, musikalisch hochwertig sein, authentisch. „Keine Coverbands und keine Popsülze“ ist ein weiteres Kriterium. „Oft kenne ich sie persönlich, ich sehe mir Live-Auftritte oder Filme an“, erzählt er. Der besondere Reiz des Finki ist für ihn: „Ich kann echte Kultur machen, jenseits von kommerziellen Absichten.“ Zum 50. Guru-Jubiläum liegt der Schwerpunkt auf alten Bekannten.

Weitere Infos

Zeitplan: Freitag, 10. August, 17 Uhr Einlass, 19 Uhr Epitaph, 21 Uhr Faust, 23 Uhr Amon Düül II, 1 Uhr Marblewood.  Samstag, 11. August, 13 Uhr Einlass, 15 Uhr Embryo, 17 Uhr Birth Control, 19 Uhr Kraan, 21 Uhr Guru Guru, 23 Uhr Jane, 1 Uhr Vibravoid.

Vorverkauf: Online bei www.reservix.de (Stichwort „Finki“ in der Suche eingeben), per E-Mail unter ticket@finki-festival.de, telefonisch unter 06235/491997. Hard-Tickets gibt es in: Mannheim (Come Back), Finkenbach (Mareikes Backshop), Würzburg (H2O Plattenladen), Aschaffenburg (Echobeat), Darmstadt (Come Back), Weitere Infos unter www.finki-festival.de

Hintergrund Finki-Festival

„Es war 1976, als ein Fest der Finkenbacher Feuerwehr zu scheitern drohte, weil die Kapelle kurzfristig absagte“, erzählt Armin Löffler vom FC Finkenbachtal die Entstehung. „Spontan boten vier Wahl-Finkenbacher ihre Hilfe an: Mani Neumeier und seine Band Guru Guru.“ Die für ein Feuerwehrfest recht ungewöhnlichen Klänge seien so gut angekommen, dass Mani und Wilhelm Hotz, der inzwischen verstorbene, damalige Feuerwehrchef, fürs nächste Jahr eine Fortsetzung planten. „Das Finkenbach-Festival war geboren.“ Und erhielt im Ort den Namen „Guru-Fescht“.

Als die Besucherzahlen die Grenze von 10.000 überschritten, „drohte das kleine Dorf zu kollabieren“, weiß Löffler. Deshalb sei 1984 das Festival eingestellt worden, um 1988 neu aufzuleben. Seit dieser Zeit ist auch der FCF mit im Boot und kümmert sich um die Verpflegung. Nach der zweiten Einstellung 2005 „aufgrund von massiven Polizeikontrollen und dementsprechendem Rückgang der Besucherzahlen“ erfolgte das Revival 2008. Seitdem läuft das Festival bis heute.

Auch in der Hochsaison gibt es im familiären Finkenbacher Freibad immer freie Plätze

Die hessischen Sommerferien haben begonnen, das Wetter ist super, das Wasser angenehm temperiert: Im Finkenbacher Freibad ist aktuell Hochsaison. Durch das weitläufige Gelände mit der zusätzlichen Liegewiese jenseits des Bachs gibt es aber nie Gedränge, können die Bahnen im derzeit 25 Grad warmen 25-Meter-Becken problemlos bestritten werden. Eltern von kleineren Kindern genießen den Schatten unter dem vier Mal vier Meter großen Sonnensegel, während die Kleinen im gerade knöchelhohen Wasser plantschen. Die schattigen Bänke am Eingang ziehen wiederum viele Gäste an, die einfach nur im Schwimmbad-Biergarten sitzen wollen.

An den Samstagnachmittagen und Sonntagen geht es im Finkenbachtal heiß her. Aber auch an einem Wochentag kommen zwischen 200 und 250 Gästen ins schnuckelige Freibad. Die schätzen die Übersichtlichkeit, das Familiäre, den neu gestalteten Spielplatz direkt am Eingang und den großen Parkplatz vor dem Freibad, durch den es keine weiten Wege in der Hitze zum kühlen Nass gibt.

Eine Attraktion ist in dieser Saison die samstägliche Spaß-Wassergymnastik um 11 Uhr mit Salvatore Caruso. Der singt zwar im Wasser keine Arien, hat aber immer einen Scherz auf den Lippen, sodass die Gymnastik manchmal fast in den Hintergrund tritt. „Ich mache das aus Spaß an der Sache“, sagt der Italiener. 30 bis 40 Gäste zählt er wöchentlich. „Das ist einfach eine Riesen-Gaudi“, meint ein Teilnehmer schmunzelnd.

„Eine Jahreskarte haben wir sogar an einen Besucher aus München verkauft“, lacht Christian Niesen vom Heimat- und Verschönerungsverein (HVV). Er schmeißt mit seiner Frau Mareike auch den stark frequentierten Kiosk mit der Spezialität „Finki-Burger“. Die Gäste wissen die sehr moderaten Preise zu schätzen. Aber nicht nur fürs Essen und Trinken. 2,50 Euro kostet der Tageseintritt für Erwachsene, 30 Euro (wie in allen drei Oberzent-Freibädern) die Jahreskarte. „Wo zahle ich sonst nur 30 Euro quasi für einen Jahresurlaub“, meint ein Freibad-Besucher anerkennend.

Der Münchner Schwimmer ist natürlich ein Ausreißer, aber die Wasserratten kommen beileibe nicht nur aus der näheren Umgebung. Hirschhorn, Neckarsteinach, Schönmattenwag, sogar Neckargemünd und Bammental lauten die Herkunftsorte der Finki-Freibad-Fans. Durch eine Spende konnte das Spiel „Outdoor-Vier-gewinnt“ angeschafft werden, das auf dem Gelände zum Einsatz kommt. Stark frequentiert ist auch der gerade sanierte Spielplatz mit seiner neuen Doppelrutsche.

Ein wenig Baumaterial will ein Dreikäsehoch in seinem Spieleimer gerade mit ins Bad nehmen. „Der Sand bleibt im Sandkasten“, meint Christian Niesen strengen Blickes. Und prompt dreht der Junge wieder brav um. Seit Mareike und Christian Niesen vergangenes Jahr den Kiosk-Betrieb übernommen haben, gibt es von allen Seiten Lob. „Die beiden machen das echt super“, sagt Rothenbergs ehemaliger Bürgermeister Hans Heinz Keursten, selbst in Finkenbach wohnhaft. Auch er schaut gern mal ins Bad rein – nicht nur zum Schwimmen.

Info: Das Finkenbacher Freibad in der Beerfeldener Straße ist in den Sommerferien täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet, Telefon 06068/478673,www.facebook.com/FreibadFinkenbach

Die Rückkehr von Hündin Aura ist für Marita Fischer aus Falken-Gesäß „immer noch unglaublich“

„Das war bisher das schönste Geschenk in meinem Leben“, sagt Marita Fischer über ihre wiedergefundene Hündin Aura und schaut sie liebevoll an. Die kehrte vor zwei Jahren über Umwege völlig überraschend zu ihr zurück in den Odenwald, nachdem sie bei einem Bretagne-Urlaub 2007 ausgebüxt und nicht mehr aufzufinden war. War es damals für die gebürtige Finkenbacherin ein Wunder, das Tier wieder in die Arme schließen zu können, macht es sie umso glücklicher, dass Aura mit inzwischen über 16 Jahren immer noch eine Freude in ihrem Leben ist. „Ich wollte, es wäre unendlich“, meint Marita Fischer denn auch und streichelt der Hündin sanft über den Kopf.

Das heiße Wetter macht der Hunde-Seniorin an diesem Tag etwas zu schaffen. Sie muss ziemlich hecheln, ist aber trotzdem noch unterwegs, auch wenn die Beine nicht mehr so richtig wollen. „Sie verlässt sich absolut auf ihre Nase“, sagt ihr Frauchen. Denn Augen und Ohren mussten ebenfalls schon dem Alter Tribut zollen. Geht es aber in den Wald, ist es fast die alte Aura, die fröhlich umhertollt und an den Kirrungen schnuppert. „Wenn sie merkt, dass es raus geht, ist sie sogar vor mir unten an der Treppe“, schmunzelt Marita Fischer.

Sie tut alles dafür, dass ihr wieder heimgekehrtes Ein und Alles noch einen schönen Lebensabend in der alten Heimat hat. „Nachts stehe ich auf, wenn sie winselt“, berichtet Fischer. Denn die Deutsch-Drahthaar-Hündin hat auf der einen Seite kaum noch Muskeln und kann sich manchmal nicht von selbst drehen. Spaziergänge nachts um 2 Uhr, weil die Hündin halt mal raus muss, sind auch keine Seltenheit. „Dann muss ich eben raus auf die Guss“, lacht Fischer.

„Ich weiß dass es sehr schwer sein wird, eine Entscheidung zu treffen, wann es so weit ist“, sagt Frauchen traurig. Ihr ist aber bewusst, dass auch ein Hundeleben mal zu Ende geht. Vor zwei Monaten schien das bereits so, aber dann rappelte sich Aura wieder auf und zaubert ihrer Besitzerin jeden Tag ein Lächeln ins Gesicht. Eine Spritze und sie war wieder fit. Natürlich machen ihr die Gelenke stark zu machen, „aber die Nase funktioniert noch bestens“, lacht Frauchen.

In der Zeit nach ihrer Rückkehr hat sich Aura gut wieder zuhause eingelebt. Oft geht es nach Finkenbach in den Schulzengrund, wo das Tier geboren wurde. Dort lebt Marita Fischers Ex-Mann mit Hündin Nora. Die Tiere tollen dann zusammen herum. Aura vergisst dabei völlig, dass sie bereits im Großmutter-Alter ist. „Sie kannte sich dort sofort aus“, freut sich Fischer. Beim ersten Mal ging sie schnurstracks in die frühere Küche, das heutige Büro, um nach Fressen zu suchen, berichtet sie.

Wenn Marita Fischer einen Besuch in Finkenbach plant, „scheint Aura das sofort zu merken“. Autofahren liebt sie sowieso. Am Anfang war alles bisschen beschwerlich, weil das Tier verwahrlost war, nur noch 18 Kilo wog und nicht allein gelassen werden konnte. Heute wiegt Aura wieder stolze 32 Kilo. Sie wird von Marita Fischer mit leckerem Futter aufgepäppelt und schafft es, zwei Stunden allein zu bleiben. Mit den Hunden aus der Nachbarschaft hat sie Freundschaft geschlossen.

Der Bericht in dieser Zeitung über Aura Rückkehr schlug damals hohe Wellen. Marita Fischer hatte viel Besuch. Im Spätjahr 2016 kam ein Filmteam aus Berlin vorbei, das dann in Falken-Gesäß, im Tierheim und in der Bretagne dreht. Mit drei Hunden wurde die Szene an einer ähnlichen Küste nachgestellt. „Das wurde bei Terra Xpress gezeigt“, ist sie stolz über Auras Bekanntheitsgrad.

Auch in der Region hat die Hündin einen großen Wiedererkennungswert. An der Josefs-Klinik in Heidelberg, erinnert sie sich, stieg Marita Fischer aus dem Auto, redete auf die Hündin ein, die ein wenig allein bleiben musste. „Ach, das ist doch der Hund aus der Zeitung“, wurde diese dann von Passanten erkannt. „Es ist für mich immer noch unglaublich und unfassbar, dass sie zurückgekommen ist“, sagt Fischer auch noch zwei Jahre danach.

„Aura bereitet mir unheimlich viel Freude“, schaut sie die Heimkehrerin liebevoll an. Die ganze Familie ist unheimlich froh, dass die Hündin wieder dort zuhause ist, wo sie aufwuchs. Diese hat jetzt das Alter ihrer Mutter Cindy erreicht, die sechszehneinhalb Jahre alt wurde. Schwester Alpha starb bereits mit 14. Marita Fischer hofft nun, dass Aura die mit Abstand älteste der Familie sein wird.

Maria Fischer erinnert sich noch an den schlimmen Tag, als sei es gestern. Es war der 5. September 2007, als sie mit ihrem Mann Heinrich Urlaub in Plogoff/Bretagne machte. Dabei waren auch die drei Hunde, neben Aura noch Schwester „Alpha“ und Mutter „Cindy“. Alle drei richtige Wasserratten. Aura dazu noch eine passionierte Möwenjägerin. Die Hunde stürzten sofort Richtung Meer, als sie sie von der Leine ließ. „Cindy kam nach einer Stunde wieder zurück“, erzählt Marita Fischer. „Aura habe ich das letzte Mal auf der anderen Seite der Bucht gesehen“, als sie den Möwen hinterher schwamm. Auch nach intensiver Suche war sie nicht mehr zu finden.

Wie es der Zufall will, sah Fischer dann Ende Mai 2016 die Anzeige der Organisation „Tiere in Not Odenwald“ (Tino), dass eine 13-jährige „Toupie“ zu vermitteln sei. „Ich bin sofort zur Pflegestelle in Bad König gefahren“, schildert sie ihr rasches Handeln, nachdem das veröffentlichte Bild ihrer Aura aufs Haar glich. Dass Aura überhaupt in den Odenwald kam und damit als Pflegetier inseriert wurde, beruhte ebenfalls auf einem großen Zufall. Denn aus Frankreich wurde die Hündin von der Tierschutzinitiative Frankfurt geholt, die sich um herrenlose oder in Heimen befindliche Tiere kümmert. Da die Betreuerin in der Mainmetropole aber krank wurde, schickte sie Aura zur Pflege in die hiesige Region.