Oberzent-Schule Beerfelden begrüßt 40 neue Fünftklässler

Die Oberzent-Schule hat 40 neue Fünftklässler. Mit einem Einführungsgottesdienst und einer kleinen Feier wurden sie an der Schule willkommen geheißen. Insgesamt besuchen derzeit etwa 400 Jugendliche die integrierte Gesamtschule. Den Gottesdienst in der Martinskirche, für alle Schüler offen, gestalteten Dennis Hemberger und Gabriele Maurer in Zusammenarbeit mit Pfarrer Roger Frohmuth und den Religionsgruppen. Iris Thierolf begleitete an der Orgel. Thema war „Im Meer der Zeit“. Pfarrer Frohmuth erklärte das Gleichnis von der „Sturmstillung“ nachdem es von Schülern erzählt worden war. Gemeinsam wurden die Lieder „Ein neuer Anfang“, „Im Meer der Zeit“, „Herr, gib uns Frieden“ und „Das wünsch ich sehr“ gesungen.

Zurück in der Schule, trafen sich die neuen Fünftklässler mit ihren Eltern in der Mensa, wo sie von der Fördervereinsvorsitzenden Johanna Käpernick-Krämer willkommen geheißen wurden. Sie überreichte jedem als Geschenk ein Geodreieck. Von den beiden Klassenlehrerinnen Angela Jöst und Tanja Daub gab es einen Apfel als Vorgeschmack darauf, dass beim kommenden Begrüßungsfest ein Apfelbaum gepflanzt wird. Danach begrüßte Schulleiter Bernd Siefert jeden Schüler und jede Schülerin persönlich.

Mit Spannung erwartet war die Patenfindung zwischen Fünft- und Zehnklässlern. Die Buspaten und Mediatoren stellten sich vor. Nach einem gemeinsamen Frühstück gingen die Zehntklässler mit den Neulingen die wichtigen Punkte der Schule ab, zeigten das Gebäude und markante Anlaufpunkte wie die Verwaltung. Dies dient dazu, den Fünftklässlern das Gefühl zu geben, gut angekommen zu sein und „dass sie bereits am ersten Tag dazugehören“, so Siefert. Das Schuleingangsprogramm der Oberzent-Schule war von Mareike Hufer ausgearbeitet worden.

Während zu Schuljahresbeginn ab Klasse 7 aufwärts nur ein Tag Klassenlehrerunterricht folgt, sind es bei der Klasse 6 zwei Tage und bei den Fünftklässlern die ersten drei. Nach der ersten Vorstellung durften die Eltern dann wieder nach Hause gehen, während in der Klasse Kennenlernspiele starteten. Anhand von Post- und Landkarten ging es darum, Ferienerlebnisse zu erzählen. Außerdem wurden die Namen der Mitschüler spielerisch geübt. Auch Steckbriefe, Aufgaben und Verantwortung verteilen oder Geburtstagskalender dienten dazu, dass sich die Kinder näher kamen.

Die Oberzent-Schule war für die „Neuen“ keine Unbekannte. Sie hatten die Schule bereits während des Schnuppertags im vergangenen Schuljahr besucht und kennengelernt. Heidi Domack als zuständige Stufenleiterin hatte die Schüler darüber hinaus zu einem Sporttag eingeladen und mit ihnen gekocht. Kein Wunder also, dass bei der Einführung die Stimmung sehr gut war. Die meisten Schüler kommen aus der Oberzent und umliegenden Gemeinden. Nur vereinzelt gehen auch Kinder aus der Unterzent in Beerfelden auf die Schule – meistens, wenn es dort auch Geschwister gibt.

 

 

Die kleinste Schule Hessens in Gammelsbach ist ein Schatz, den es zu bewahren gilt

Ihren ersten Schultag wird die kleine Lilly nicht so schnell vergessen. Denn welche ABC-Schützin kann von sich schon behaupten, dass zu ihrer Einschulung der hessische Kultusminister zu Besuch war. Und nicht nur der: In der kleinsten Schule Hessens versammelten sich neben Prof. Alexander Lorz auch der Leiter des Staatlichen Schulamts in Heppenheim, Rainer Kilian, Kreisbeigeordneter Oliver Grobeis und der Landtagsabgeordnete Rüdiger Holschuh (SPD). Sie alle waren sich einig in dem Bestreben, die kleinen Schulen im ländlichen Raum zu erhalten.

Lilly, die einzige Erstklässlerin in ihrem Jahrgang, war durch die Schultüte in Regenbogenfarben mit Eule und dem Schulranzen mit Rehmotiv unschwer auszumachen. Ihre Mitschüler lernte sie bereits am Schnuppertag kennen, sagte Schulleiterin Nina Allmann. Da gefiel es ihr so gut, dass sie gleich noch zum Sportunterricht bleib. Allmann ging auf die vielfältigen Anstrengungen auch unter ihrer Vorgängerin ein, „die kleinste und schönste Schule des Kreises“ zu erhalten. Umso mehr freute es sie, den Kultusminister begrüßen zu dürfen.

In der vergangenen Zeit wurde bereits einiges in die fast 100 Jahre alte Reinhart-van-Gülpen-Schule investiert, erläuterte sie. So erhielt das Gebäude eine neue Küche und einen Laptopwagen. Daneben wurden zahlreiche Ausbesserungen vorgenommen. Mit denen wird es auch weitergehen. So steht eine Erneuerung der Toiletten auf der Agenda. „Wir sind es wert“, betonte Allmann. Die Schülerzahlen seien in den kommenden Jahren stabil, hob sie hervor.

„Die Schule ist eine kleine Oase“, sagte Allmann. Der ländliche Raum werde durch ihre Existenz gestärkt. Viele tragen ihren Worten zufolge zum Gelingen bei. Ein großer Aktivposten ist die sehr engagierte Elternschaft. Die Leiterin bezeichnete die Lehranstalt deshalb auch als „Schatz, den es zu bewahren gilt“. Das Kindermoderatorenteam Melike und Mika, das durch die Feier führte, kündigte danach den Kultusminister an.

„Dieses Aufgebot am ersten Schultag hat nicht jedes Kind“, meinte dieser scherzhaft an Lilly gewandt. Lorz wies darauf hin, dass die zwei kleinsten hessischen Schulen im Odenwaldkreis liegen: neben Gammelsbach noch Sensbachtal. Hinter dem Besuch stehe auch die Botschaft, „dass sich das Land zum Erhalt kleiner Schulen bekennt“.

Lorz betonte wie auch die anderen Redner die Bedeutung dieser Lehranstalten für einen Ort wie Gammelsbach. Der Erhalt funktioniere aber nur mit Unterstützung des Schulträgers. Und der hat sich, wie der Kreisbeigeordnete Oliver Grobeis sagte, diese ebenfalls auf die Fahnen geschrieben. Die Grenze für den Erhalt einer Grundschule sei in Hessen mit 13 ganz niedrig festgesetzt, so Lorz. Das Starterpaket, eigentlich nur für die Erstklässler gedacht, gab es angesichts der weniger Kinder gleich für alle.

Kilian freute sich über die Unterstützung des Landes, die auch dem Schulamt seine Arbeit erleichtere. „Feiert den Tag schön“, meinte er an die Kinder gewandt. Mit Rüdiger Holschuh ist ein ehemaliger Gammelsbacher Grundschüler jetzt Landtagsabgeordneter. „Damals waren wir 19 Erstklässler“, machte dieser den demografischen Wandelt deutlich. Gerade im Grenzgebiet nach Baden-Württemberg sei ein breites Schulangebot wichtig, betonte Holschuh. „Ihr seid in einer tollen Schule“, attestierte er den Kindern.

Für den Schulträger ist es „das Schönste überhaupt“, den Worten der Vorredner zu lauschen. Signalisierten diese doch die vollste Unterstützung für den Standort, meinte Grobeis. Die „Nestwärme“ sei in den kleinen Orten und Schulen wichtig, betonte er. Ihre Schüler zeichneten sich durch eine hohe Sozialkompetenz aus. Auch weiterhin werde man unter dem Slogan „Kurze Wege für kurze Beine“ investieren. Gerade in der neuen Stadt Oberzent mit ihren dann vier Grundschulen sei aufgrund der großen Entfernungen deren Erhalt von Bedeutung.

Reinhart-van-Gülpen-Schule Gammelsbach

  • Umrahmung der Feier mit dem Schulfestlied „Unsere Schule hat keine Segel“, dem Schullied und einem Sommer-Gedicht von drei Zweitklässlern. Zum Abschluss Überreichung eines von den Schülern gestalteten Warhol-Bilds an Prof. Lorz sowie einer Schulbrezel an Lilly und Lorz.
  • Kollegium: Leiterin Nina Allmann und zwei Lehrer mit fünf bzw. sieben Stunden Deputat
  • derzeit 17 Schüler in den Klassen 1 bis 4
  • Fritz Reinhart-van Gülpen war ein Unternehmer, der den Gammelsbachern 1924 ein Schulgebäude „spendiert“ hat. Geboren 1869 in Worms, starb er 1947 in Bensheim.

Eine eigene Postleitzahl für 25 Bürger: Unter-Hainbrunn behält die Rothenberger 64757

Wird es die Postleitzahl 64757 für Gesamt-Rothenberg nach der Oberzent-Fusion nicht mehr geben? Die Antwort klingt ein wenig wie Radio Eriwan: „Im Prinzip ja, aber.“ Denn für Ober-Hainbrunn, das ja zu Rothenberg im Odenwaldkreis gehört, gilt wie für alle anderen Ortsteile ab dem 1. Januar 2018 die neue PLZ 64760. Doch die 64757 überlebt, wenn auch in kleinem Rahmen: im direkt angrenzenden Unter-Hainbrunn, das zum benachbarten Hirschhorn und damit zum Kreis Bergstraße gehört. Es war bisher postalisch und telefonisch dem „Ober“-Nachbarn angeschlossen.

Damit dürfte der aus drei Höfen und sechs Häusern bestehende Stadtteil, der kleinste der „Perle des Neckartals“, wohl auch der kleinste Ort in Deutschland mit eigener Postleitzahl sein. Zumindest ist Unter-Hainbrunn das kleinste Dorf Hessens. Denn es leben gerade mal 25 Leute hier. Wie Hirschhorns Bürgermeister Oliver Berthold sagte, sei er im Rahmen seiner Stadtteilgespräche darauf angesprochen worden, was denn mit PLZ und Telefonvorwahl in Unter-Hainbrunn passiere, wenn das benachbarte Ober-Hainbrunn in der Oberzent-Stadt aufgehe.

Nach Abklärung mit Fusions-Projektleiter Christian Kehrer stellte sich heraus, dass alles beim Alten bleiben kann. Telekom und Post äußerten sich laut Berthold positiv zur Beibehaltung. Neben der Postleitzahl besteht auch die Telefonvorwahl 06275 weiter, die ebenso an den Hauptort Rothenberg angegliedert ist. Diese wird aber dort ebenso weiter bestehen. Der Nachbarort Finkenbach wiederum hat die Beerfeldener 06068.

„Hirschhorn bleibt damit eine Stadt mit drei PLZ und drei Telefonvorwahlen“, meinte Berthold schmunzelnd. Denn der Stadtteil Igelsbach ist in beiden Punkten dem badischen Eberbach mit der 69412 und der 06271 angegliedert, während sich die Kernstadt wiederum beides mit dem badischen Heddesbach teilt (69434 und 06272). Was mitunter zu einigen Verwirrungen führt.

Rothenbergs Bürgermeister Hans Heinz Keursten zeigte sich überrascht vom Postleitzahlen-Alleingang des kleinen Odenwälder Nachbar-Dorfs. „Ich dachte, es wird mit der 64760 die gleiche wie bei der Oberzent-Stadt sein“, meinte er. Das Kuriosum erhält einen kleinen Beigeschmack dadurch, dass es im Höhendorf und auch in Beerfelden im Vorfeld der Fusionsgespräche immer wieder Anfragen gegeben hatte, ob man nicht für alle vier Orte die alten PLZ beibehalten könne. Mit Blick auf den gewünschten Neustart war aber eine neue, einheitliche Postkennung festgeschrieben worden.

Der früheste erhalten gebliebene urkundliche Nachweis belegt das Bestehen des Ortes Himbrunne seit dem Jahr 1390. Die Namensform Undernheimbronn ist seit 1560 nachgewiesen. Andere Namen sind Hunbrunne, Hunbrunn, Hunebronne, Hunbrune und Himbrun. Die Siedlung wurde auch als Haimbronner Höfe bezeichnet und gehörte zum Amt Hirschhorn, das 1803 infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von Kurmainz zu Hessen kam. In der Statistik des Großherzogtums Hessen wird der Ort 1863 als Höfe von Hirschhorn mit acht Häusern und 53 Einwohnern geführt.

Hier kennt jeder jeden: Alle genießen die familiäre Atmosphäre auf dem Beerfelder Pferdemarkt

Es ist diese einzigartige Kombination aus Volksfest, Tierschau, aber auch Händlerständen, die den Charme des „Gailsmarkts“ ausmacht, wie der Beerfelder Pferdemarkt eigentlich überall genannt wird. Die Beschicker einerseits genießen die familiäre Atmosphäre und das große Hallo, wenn man sich wieder trifft. Viele kommen schon seit Jahrzehnten in die Oberzent. Die Besucher andererseits wissen, dass sie hier Dinge finden, die in den Läden auf dem Dorf schon längst nicht mehr erhältlich sind. Wenn es diese Läden überhaupt noch gibt…

„Es ist immer noch ein Markt wie in den guten alten Zeiten, übersichtlich, mit vielen Bekannten“, bekommt Marktmeister Gerd Köppel immer wieder von den Ausstellern zu hören. „Es ist von allem was dabei – Handel, Vergnügung und leckere Gastronomie“, loben die Besucher. Der Mann kauft sich einen Geldbeutel, die Frau eine Handtasche. Bei den Älteren sind es dann die Hosenträger oder Strohhüte und die Kiddlscherz (Küchenschürzen). Montags bringen die Mitwirkenden der Tierschau ihre Zwei- und Vierbeiner nach Hause und kommen dann noch einmal zurück aufs Fest, um gemeinsam weiterzufeiern.

Wenn es um Hosenträger und Gürtel geht, ist Daniel Walter der richtige Ansprechpartner. Der Offenburger selbst ist seit 17 Jahren auf dem Pferdemarkt. Vorher war schon der Schwiegervater 35 Jahre mit diesem Stand dabei. Bestimmte Modelle, die „besonders gut gehen“, gibt es nicht mehr, hat er beobachtet. Selbst Jugendliche kaufen heute zur Gaudi Hosenträger, während diese für die Älteren noch Gebrauchsgegenstände sind. Walter kommt auch „wegen der Gaudi“ in die Oberzent. „Wir sind hier ein schöner Clan“, sagt er. Der sich jedes Jahr trifft und dann auch gemeinsam feiert.

Zu den Urgesteinen zählen auch die Familien Spoo aus Völklingen und Sottile aus Mainz. Beide betreiben Kinderfahrgeschäfte. Marco Sottile hat eine ganz besondere Beziehung zu Beerfelden. „Meine Eltern lernten sich hier kennen und trafen sich zum ersten Mal im ‚Schwanen‘“, erzählt er. Sottile empfindet das Flair auf dem Pferdemarkt als nicht anonym wie in Großstädten. „Jeder kennt jeden.“

„Es ist immer einer da“, lobt der Mainzer der Hilfsbereitschaft. „Wenn ich sonntags einen Schlosser brauche, kriege ich den auch.“ Im kommenden Jahr ist die Familie 60 Jahre in Beerfelden dabei. Die Oma hatte in früheren Jahren einen Autoscooter, erinnert sich auch Gerd Köppel. „Vor 18 Jahren hat sie mich für Besorgungen in die Stadt geschickt“, lacht er.

Karlheinz Eberhardt ist ein ebensolches Urgestein auf dem Pferdemarkt. Er wurde vor 57 Jahren schon im Kinderwagen durchgeschoben. „Bestimmt 70 Jahre“ ist die Familie – inzwischen in der dritten Generation – mit dem Imbisswagen vor Ort, aber schon zuvor betrieb man Schiffschaukel und Pferdekarussell. „Damals wurde der Autoscooter wegen der Unebenheiten noch auf Bierfässer gestellt“, lacht Eberhardt – heute undenkbar.

„Ein Festplatz muss bunt sein“, setzt der Imbissbuden-Betrieb auf den Wiederkennungswert des Marktwagens. Seiner ist 45 Jahre alt und strahlt den Charme der Endsechziger-Jahre aus. Mit Nieren- und Fleischspießen in besonderer Soße will Eberhardt dem Essenseinerlei entgegentreten. „Hier kennt jeder jeden“, hat auch er registriert. Weil Eberhardt in Jugendjahren zu Marktzeiten in die hiesige Schule ging, „begrüße ich praktisch jeden zweiten“.

Ebenso „retro“ geht es am Süßwarenstand von Dieter Klingenfuß aus Heidelberg zu. Magenbrot, Popcorn und gebrannte Mandeln sind bei den Kids von heute immer noch angesagt. Vor allem, wenn sie mit der Oma vorbeikommen und die „einen ausgibt“. Über 20 Jahre ist die Familie inzwischen in Beerfelden dabei und kann jedes Mal viel Stammkundschaft begrüßen. Der Wagen wurde von den Eltern übernommen, die ihn auch einige Jahrzehnte betrieben. Da kann es schon mal vorbeikommen, dass früher Zehnjährige wegen der leckeren gebrannten Mandeln vorbeikamen, die heute längst erwachsen sind und mit ihren eigenen Kindern dem Markt einen Besuch abstatten.

Beerfeldener Oberzent-Schule will die Fünftklässler „gut an der Grundschule abholen“

Das neue Schuljahr steht an der integrierten Gesamtschule unter ganz besonderen Vorzeichen: An der Oberzent-Schule starten die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten zum 50. Jubiläum im Schuljahr 2018/19. Dann präsentiert sich die Bildungsanstalt mit dem, was sie im vergangenen halben Jahrhundert ausmachte: dem eigenen pädagogischen Konzept zur Stärkung der Schüler und den zahlreichen, darüber hinausgehenden inner- und außerschulischen Angeboten.

Das Konzept in der fünften und sechsten Klasse sieht laut Schulleiter Bernd Siefert vor, „die gute Arbeit an den Grundschule fortzusetzen“. Das soll unter anderem durch eine gute Betreuung der Kinder durch die Lehrkräfte gewährleistet werden. Dafür stehen die Pädagogen auch untereinander im Austausch. Da es in den unteren Klassen wenige Lehrer sind, kennt man sich untereinander. So unterrichtet etwa ein Pädagoge in zwei Klassen Deutsch. Über das Lernbüro bekommen die Kinder Übungszeit zur Festigung und Vertiefung des Gehörten – sie sollen quasi „das Lernen lernen“.

In Form des Logbuchs wird daneben der enge Austausch von Schülern und Lehrern mit den Eltern praktiziert. Diese sind quasi immer „up-to-date“, was sich bei ihren Sprösslingen gerade tut. Einerseits will die Oberzent-Schule die neuen Fünftklässler „gut an der Grundschule abholen“, andererseits möchte sie ihnen auch vermitteln, wie sie eigenverantwortlich lernen können.

Stolz ist Siefert darauf, dass im Kurssystem ab der Klasse 7 weiter der gymnasiale Zug eingeschlagen werden kann. „Das war ein einstimmiger Beschluss der Konferenz“, so der Schulleiter. Dieses Angebot möchte man trotz der demografischen Faktoren und zurückgehender Schülerzahlen beibehalten. Siefert sieht es auch als Standortvorteil, wenn in der Oberzent die Schüler diese Vorbereitung für einen Besuch der Gymnasien durchlaufen. Die Rückmeldungen von dort sind sehr positiv. „Die Kinder sind fachlich und sozial gut vorbereitet“, heißt es laut Siefert von dort.

Von den Oberzent-Gemeinden gebe es eine „große Wertschätzung“ der Schule, lobt Siefert. Die komme unter anderem auch darin zum Ausdruck, dass von kommunaler Seite her im neuen Schuljahr das „Power-Brain-Programm“ unterstützt wird. Es soll die Kinder stärken und Ängste vor dem und den Arbeiten abbauen. Entspannungsübungen und Stressabbau sind weitere Komponenten. In den USA und Kanada wird es bereits an vielen Stellen praktiziert.

Verschiedene Komponenten erweitern das Spektrum der Lehranstalt erheblich. So etwa der Kontakt mit den beruflichen Schulen des Odenwaldkreises, mit denen laut Siefert ein gemeinsamer pädagogischer Tag angedacht ist. Man stehe in engem Austausch, „damit die Jugendlichen dort gut ankommen“. Denn viele Schüler, die vorher in Beerfelden lernten, gehen später nach Michelstadt, auf allgemeine oder berufliche Gymnasium.

Daneben gibt es vielfältige Projekte und gemeinsame Aktivitäten mit den Grundschulen. Siefert nennt hier Experimentier- und Apfeltag, aber auch die Schnuppertage mit Heidi Domack. Mediencoach-Projekt und Schulsozialarbeit sind weitere Bausteine im vielfältigen schulischen Wirken und Angebot.

Fürs Jubiläumsschuljahr wurde auch ein neues Logo entwickelt. Es dient Siefert zufolge dazu, eine Art „Corporate Identity“ zu schaffen. Der Prozess dazu lief über ein Dreivierteljahr. Entwickelt von den Schülern, durchlief der Findungsprozess dann verschiedene Gremien, bis Ende des vergangenen Schuljahres der Gewinner gefunden war. Ebenfalls in die Kategorie gemeinsamer Auftritt fällt auch die neue Homepage, die seit dem Frühjahr scharf geschaltet ist.

Ein reges Schulleben und eine gute Zusammenarbeit mit dem Schulelternbeirat kennzeichnen laut Siefert die Arbeit. Man ist in Kontakt mit den einheimischen Betrieben, damit der Übergang Schule-Beruf funktioniert. Es gibt eine Kooperation mit der Musikschule Berg, daneben Chor, Schul- und Lehrerband. Die aktive Sportfachschaft beteiligt sich am Brunnenlauf oder trainiert für Olympia. Vielfältige Schüleraustausche und Exkursionen runden das Bild ab.

Info: Die Oberzent-Schule Beerfelden zählte im vergangenen Schuljahr 35 Lehrer und 432 Schüler.

Oberzent-Fusion ist durch: Bürgerbegehrens-Frist ist abgelaufen

Einen Sachstand zum Verlauf der Oberzent-Fusionsanstrengungen gab Bürgermeister Thomas Ihrig auf der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung. Die Frist zur Einreichung eines Bürgerbegehrens (acht Wochen seit dem Beschluss über den Grenzänderungsvertrag) sei zwischenzeitlich ohne eine solche abgelaufen, sagte er. Damit ist auch der Zeitraum verstrichen, in dem Namensgegner noch hätten agieren können. „Die Genehmigung des Vertrags durch die Regierungspräsidentin in Darmstadt wird in Kürze erwartet“, freute er sich.

Die Arbeit an der Umsetzung des Projekts läuft laut Ihrig. Dabei gelte es viele Details zu berücksichtigen. Er wies auf weitere Entscheidungen rund um das Thema hin, die die vier Kommunen ebenfalls berührten. So habe der Odenwälder Kreistag beschlossen, dem Verein „Metropolregion Rhein-Neckar“ beizutreten. Gerade für die Oberzent mit ihrer Nähe zum badischen Neckartal sei dieser zukunftsträchtige Schritt sehr wichtig.

Vom verstärkten Blick und von der Netzwerkpflege in Richtung Süden „profitiert insbesondere unsere Region“, so Ihrig. Vielfältige Verknüpfungen und Beziehungen in die Metropolregion müssten aktiviert und gepflegt werden. Außerdem solle eine Konzeption zur Einrichtung einer Servicestelle der Wirtschaftsförderung bei der OREG insbesondere für die neue Stadt erstellt werden, erläuterte er.

Der Rathauschef informierte weiter, dass das Mobilitätskonzept „Garantiert mobil“ des Odenwaldkreises am 8. September starten solle. Die Oberzent-Kommune(n) beteilige(n) sich finanziell während der Einführungsphase bis Ende 2019. Dies geschieht Ihrig zufolge durch Übernahme eines Teils der Kosten der sogenannten „TaxOMobil-Fahrten“ (Fahrten, für die es keine regulären Verbindungen und Mitnahmeangebote gibt). Denn diese sind eigentlich mit einem kräftigen Zuschlag versehen. „Hierdurch soll die Akzeptanz des neuen Angebots erhöht werden“, betonte der Bürgermeister.

Wie er weiterhin erläuterte, seien die gemeinsamen Auftragsvergaben aller vier Orte zur Gebührenkalkulation 2018 erfolgt. Denn zum Jahresbeginn 2018 „müssen einheitliche Wasser- und Abwasser-Satzungen vorliegen“. Vorrangig gehe es darum, Beitrage und Gebühren für Wasser und Abwasser zu ermitteln. In einem zweiten Schritt folgen Friedhofs- und Kindergartengebühren.

Im zweiten Halbjahr werden nach den Worten von Ihrig die Themen nicht ausgehen. So stehe, jetzt schon kurz angerissen, die Diskussion über Konzepte für Bau und Unterhaltung der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung und der Straßen an. Diese bilde eine wichtige Grundlage für künftige Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen nach Dringlichkeit. Hier sah er den „Bedarf an weiteren gemeinsamen Sitzungen zur Abstimmung des Vorgehens“.

Einstimmig beschloss das Gremium die neuen Gebühren für die Nutzung des Schlacht- und Kühlhauses im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Hintergrund waren steigende Kosten bei stark zurückgehenden Nutzerzahlen der – dort ausschließlich zugelassenen privaten – Schlachtungen. 83 waren es noch 1998, nur 20 im vergangenen Jahr. Weiterhin ist laut dem Rathauschef festzustellen, dass sich in den letzten Jahren die Entsorgungskosten für das Konfiskat (Schlachtabfälle) „deutlich erhöht haben“.

Hinzu komme, dass die Entsorgungskosten des Festabscheiders und die Wartungskosten des Kühlaggregats mit rund 500 bis 600 Euro brutto im Jahr zu Buche schlagen. Dies bedeute bei nur noch 20 Schlachtungen im Jahr einen Aufwand von jeweils rund 25 bis 30 Euro. Somit fallen laut dem Bürgermeister derzeit laufende Kosten (ohne sonstige Reparaturen, Bauhofeinsatz, Abrechnungen, Rindermeldungen, Abschreibungen) je Schlachtung bei Rindern über 66 Euro und bei Schweinen über 61 Euro an.

Im Jahr 2007/08 lagen Ihrig zufolge die vergleichbaren Kosten bei Rindern noch bei etwa 26 Euro und bei Schweinen bei 24 Euro je Schlachtung. Die seit 2008 erhobene Grundgebühr liege bei 30 Euro je Schlachtung. „Sie deckt somit bei weitem die anfallenden Kosten nicht mehr ab.“

Neue Schlachtgebühren in Hesselbach

Die Grundgebühr für die Schlachtung von Schwein/Kalb/Schaf beläuft sich auf 65 Euro pro Nutzung, für Rind/Pferd auf 70 Euro. Strom wird mit 30 Cent pro kWh abgerechnet, Heißwasser mit einem Cent pro Liter.

Das Programm bringt so richtig Power ins Gehirn: innovatives Bildungsprogramm an der Oberzent-Schule Beerfelden

Die Oberzent-Schule als Vorreiter: Als bundesweit erste Schule kommt ab dem neuen Schuljahr „Power Brain Education“ in allen fünften Klassen der integrierten Gesamtschule zum Einsatz. Das innovative Bildungsprogramm will das volle Potenzial des menschlichen Gehirns entwickeln. Einer Einführung mit Instruktorin Sabine Mohr wohnten jetzt 65 Schüler zusammen mit ihren Lehrerinnen in der Sporthalle bei. Der Kontakt kam über Vitaplus Odenwald von Frank Leutz zustande.

Den Kindern „hat es super gefallen. Sie haben toll mitgemacht“, lobte Mohr. Diese Begeisterung ist ihren Worten zufolge „genau das, was wir brauchen, damit mit Freude gelernt werden kann“. Dabei geht es auch um das positive Denken: „Wir können das“, verbunden mit dem Vertrauen dem/der anderen gegenüber. Schulleiter Bernd Siefert freute sich, dass die OZS die erste deutsche Schule sei, in der das Programm schuljahresübergreifend durchgeführt werde. Die Mittel dazu stelle die Stadt zur Verfügung.

Die Schulstunde der besonderen Art hilft laut Mohr den Heranwachsenden, „die Balance zu bewahren“. Gleichzeitig soll Lebensqualität vermittelt werden. Sie sollen „aufmerksam und achtsam mit der Welt umgehen“. Sie möchte den Kindern außerdem vermitteln, im Hier und Jetzt zu leben und mit gutem Beispiel voranzugehen. Ihren Worten zufolge ist es wichtig, „dass Körper und Geist kommunizieren können“.

Power Brain Education bringt ihrer Beobachtung nach „die Energie zum Fließen“ und helfe, die Aufmerksamkeit auf sich selbst zu richten, Selbstsicherheit zu gewinnen. Denn es werde der gute Umgang miteinander gefördert – was wiederum Mobbing entgegenwirke, das aus Unsicherheit entstehe. „Die Schüler sehen, dass sie etwas wert sind“, nannte Mohr einen weiteren Vorteil. „Ich zähle, ich bin wichtig, nicht nur eine Nummer“, werde vermittelt. Und weiter: „Auf der Welt zählt auch, was ich mache.“

Daneben möchte die Instruktorin dabei helfen, Stress abzubauen. Denn das pädagogische Konzept verbindet fortschrittliche Forschung aus den Bereichen Neurowissenschaften und Bildung mit traditionellen ostasiatischen Praktiken für vitale Entwicklung von Energie und Achtsamkeit. Geboten wird eine spannende Kombination von körperlichen, emotionalen und kognitiven Übungen, um das eigene Gehirnpotenzial zu erschließen.

„Wir haben die Energie in uns, wir müssen sie nur nutzen“, betonte Mohr. Das Programm helfe dabei, sie nach außen zu bringen und auch zu teilen. „Erst war alles neu“, standen die Schüler zu Beginn der Sache noch etwas skeptisch gegenüber, beobachtete sie. Aber dann ließen sich sie darauf ein – die Mädchen früher, die Jungs bisschen später. Sabine Mohr hatte einen Testlauf mit Musik und Gruppendynamik zusammengestellt, der die Teilnehmer zuerst „runterfahren“ ließen, dann sie aber auch wieder pushte und ihre Konzentration forderte.

Einerseits ist Power Brain laut Mohr kein Sportunterricht, andererseits aber auch nicht rein technisch. Es werden Naturelemente eingebaut, in Partnerübungen geht es darum, sich auf den anderen verlassen zu können. Alles auf die Fünftklässler ausgerichtet und dementsprechend spielerisch gestaltet. Bernd Siefert freute sich zu sehen, dass Kinder, die im Unterricht „sehr aktiv“ seien, „gut mit bei der Sache waren“.

„Just do it“, heißt das Credo des Programms. Fehler zu machen ist völlig in Ordnung. Es gelte einfach, auf sich selbst zu vertrauen, so Mohr, positiv zu denken, Spaß dabei zu haben. Und außerdem, seinem Gehirn zu vertrauen. Denn alle Antworten „befinden sich darin“. Stressabbau und Entspannung sind neben der Förderung von Kreativität weitere Komponenten.

 

 

Kursleiterin Sabine Mohr ist gebürtige Odenwälderin und lebte 17 Jahre in Kanada. Dort leitete sie internationale Schüleraustauschprogramme sowie organisierte Mitmach-Events, Seminare und Workshops für Kinder und Erwachsene. 2015 absolvierte sie eine Ausbildung zum Power Brain Education-Lehrer. Seitdem unterrichtete sie die Schülerprogramme auf Englisch in Nordamerika.

Power Brain Education ist in Deutschland noch relativ unbekannt. Es wird aber seit über zehn Jahren erfolgreich an Schulen in Nordamerika, Südkorea und El Salvador praktiziert. Seit 2016 wird das Programm im US-Bundesstaat New York an 1800 Schulen unterrichtet. Das Mindestalter beträgt zehn Jahre. Kursdauer und Einheiten werden individuell auf die jeweilige Gruppe abgestimmt.