Grillfest des Gemischten Chors in Finkenbach war ein super Erfolg

Die Freude stand Rainer Maurer förmlich ins Gesicht geschrieben. „Das Grillfest ist ein super Erfolg“, strahlte der Vorsitzende des Gemischten Chors. Auch wenn der Blick ab und zu mal sorgenvoll nach oben ging: Das Wetter hielt einigermaßen, zwischendurch ließ sich sogar mal die Sonne blicken und der Chor war mit der Resonanz mehr als zufrieden. Zu den Stammgästen, die sich jedes Jahr am Feuerwehrhaus einfinden, kamen noch etliche Mitglieder befreundeter Ensembles und Gäste von außerhalb hinzu.

„Wir haben die Chöre eingeladen, bei denen wir auch zu Gast sind“, sagte Maurer. Nicht nur zum Besuch, sondern auch zum Singen. So ließen die Mitglieder des MGV Ober-Hainbrunn und die des Singkreises Odenwald aus Hetzbach ihre Stimmen unter viel Beifall erklingen. Natürlich durften auch die Gastgeber unter Leitung von Uschi Egler mit dem „Lion King“ und „A wonderful day“ nicht fehlen. Weitere Gäste aus Falken-Gesäß und Olfen oder aus den Chören des Sängerkreises Neckartal schauten ebenfalls gerne dabei.

Das Fest hat eine jahrzehntelange Tradition, fand unter MGV-Regie erst am Sportplatz statt, später dann am Saubuche-Parkplatz Richtung Raubach. Seit einiger Zeit genießt der Chor nun die Gastfreundschaft der Brandschützer. Hier können sich die hungrigen Mäuler im Grünen niederlassen oder, falls es am Himmel zu dunkel wurde, unters Zeltdach oder ins Innere der Fahrzeughalle „flüchten“, die für diesen Zweck leergeräumt wurde.

Knapp 30 Aktive des Vereins, aber auch Helfer aus der Nachbarschaft, waren den Tag über für das Wohl der Gäste im Einsatz. Wildbratwurst, Steaks und Fleischspieße hielten die Sänger an diesem Tag für die Besucher parat. Und nicht zu vergessen das mehr als reichhaltige Kuchen- und Salatbüffet, dank vieler Spenden von Vereinsmitgliedern und -freunden in diesem Umfang möglich. „Alles wurde sehr gut angenommen“, so Maurer. Für Unterhaltung sorgten zwischendurch immer wieder Dirigent Karlfried Schicht und Dirk Bondes.

Das Grillfest nutzte der Verein auch gleich, um Mitgliederwerbung zu betreiben. Auf die donnerstägliche Singstunde wurde hingewiesen. Denn Nachwuchs – der gerne auch älter sein darf – ist im Gemischten Chor mit seinem eher gehobenen Altersdurchschnitt gerne gesehen. Ein Erfolgserlebnis in Gestalt einer neuen aktiven Sängerin gab es vor kurzem bereits, was den Vorsitzenden sehr freute.

Der schöne Erfolg des Grillfests hatte aber auch einen Wermutstropfen. Denn die Bockskerwe Ende August, bisher das dritte Standbein neben dem Weihnachtskonzert, fällt wohl definitiv flach. „Auf den Aufruf zur Unterstützung bei der Ausrichtung gab es keine Rückmeldungen“, bedauerte Maurer. Wenn nicht noch ein Wunder geschehe, dann werde die Traditionsveranstaltung nicht mehr stattfinden.

Die dort geplant Tombola wurde deshalb aufs Grillfest vorgezogen. Dessen Zulieferer sowie Gewerbetreibende aus der Region, die von Maurer alljährlich abgeklappert werden, sorgten für schöne Preise und entsprechend gute Resonanz darauf. Der Erlös fließt ebenso wie die Einnahmen der Veranstaltung in die Vereinskasse, die nun nur noch zweimal im Jahr durch diese Events gefüllt werden kann.

Die „Episode 2017“ der Oberzent-Schüler ist passé: Verabschiedung der Entlassschüler in der Alten Turnhalle

„Das wars – Episode 2017“, hatten die Abschlussschüler der Oberzent-Schule ihren Jahrgang selbst betitelt. Zusammen mit dem Slogan „Das Erwachen der 10“ in Anlehnung an die Star-Wars-Saga. Und wie eine Reise mit dem Raumschiff oder dem Flugzeug war auch die Verabschiedung in der Alten Turnhalle gehalten. Im Stil von Stewardessen moderierten Annika Leidermann, Ida Birkenstock und Isabell Pantel die Veranstaltung, die vom „Final Countdown“ beschlossen wurde. Von den 72 Abgängern der zehnten Klassen haben 26 einen Notendurchschnitt von 2,0 und besser.

„It’s my life“ von Bon Jovi hieß passenderweise der Eingangssong von Jule Pförsich, Annalea Kumpf und Andreas Weinmann, ehe Schulleiter Bernd Siefert mit dem „Eimer voller Selbstvertrauen“ von Christian Bischoff seine Begrüßung eröffnete. Neben vielen Ehrengästen hieß er besonders diejenigen willkommen, „die euch gestärkt, unterstützt, gefahren, getröstet, Mut gemacht haben“: die Eltern.

Er wünsche den Abgängern, so Siefert mit Bezug auf sein Eingangszitat, „dass ihr immer wieder Menschen begegnet, die eure Eimer füllen“. Aber auch, die Eimer anderer und „dass ihr es schafft, eure eigenen Eimer zu füllen“. Weitere musikalische Umrahmung kam vom Oberzent-Chor, bestehend aus Emely Walz, Jasmin Rhein, Julia Pilger, Jule Pförsich, Annalea Kumpf und Andreas Weinmann, mit „Blank Space“ von Taylor Swift. Frenetischer Jubel wie auch bei der ersten Darbietung war der Lohn dafür.

Erster Stadtrat Horst Kowarsch lobte die Teilnahme der Oberzent-Schule am europäischen Erasmus-Programm. Gerade in der heutigen Zeit, in der Nationalisten Rückenwind hätten, sei es wichtig, ein Zeichen für ein friedfertiges Europa zu setzen. Die Schüler vermittelten im Ausland ein authentisches Deutschland-Bild abseits der Vorurteile, freute er sich. „Erasmus ist ein Gewinn für uns alle“, so Kowarsch, ehe er alles Gute auf dem weiteren Lebensweg wünschte.

Elternvertreterin Michaela Wimmer wies auf ein politisch spannendes Jahr mit drei Wahlen hin. Aber auch die Entlassschüler stünden vor der Wahl: weiter die Schule zu besuchen oder eine berufliche Zukunft einzuschlagen. Die Lehrer hätten mit Engagement Sorge getragen, „dass die Jugendlichen die richtige Wahl treffen können“, sagte sie. Die Eltern wünschten sich nun „Weisheit und Geduld“ bei dieser Wahl.

Viel Wiedererkennungswert hatte das „Abschlussgespräch“ von Lehrerin Heidi Domack und Schülerin Ida Birkenstock stellvertretend für den Jahrgang. Zu diversen Ereignissen, den Schülern noch bestens im Gedächtnis, gab es immer wieder Gelächter. Das Verhältnis zu den Lehrern, Ausflüge, Abschlussfahrten oder Wanderwoche waren einige der angeschnittenen Themen.

Aber auch Arbeiten an der Schule: „Während eurer sechs Jahre an der Oberzent-Schule habt ihr einiges miterlebt“, so Domack. Das Hallenbad wurde erneuert. „Zu eurer Freude durftet ihr zwei Schuljahre im Sportunterricht nicht schwimmen.“ Außerdem gab es im WP II-Angebot kein Kochen, da die Schulküche endlich modernisiert wurde. „Nicht zuletzt seid ihr MINT-Pioniere gewesen.“

Die praktische Anwendung von Politik stand laut Heidi Domack stets im Mittelpunkt. Viele Dinge wurden in der Klasse demokratisch und freudig diskutiert. „Bei ausbleibendem Ergebnis kam es dann zur Diktatur durch eure Klassenlehrerin“, lachte sie. „Wir waren nicht immer mit euch einer Meinung“ – das bringe schon die Tatsache Lehrer auf der einen und Schüler auf der anderen Seite mit sich. „Trotzdem oder gerade deswegen fand ich die letzten drei Jahre spannend und interessant“, so Domack.

„Wir hatten während unserer Zeit an der Oberzent-Schule wirklich gute und schlechte Tage“, meinte Ida Birkenstock. Die eine oder andere schlechte Note wurde nach Hause getragen und irgendwie schaute die Angst, den gewünschten Schulabschluss nicht zu erreichen, gelegentlich vorbei. Dank der Klassenlehrer wüssten alle, „was wir nach den Sommerferien, nach der Schule machen werden“. Die Zeugnisübergabe schloss sich an.

Oberzent will die badischen Windräder auf Abstand halten

Das Windkraft-Thema beherrscht derzeit die Diskussionen landauf, landab. Vor allem durch die geforderte Stellungnahme zum hessischen Regionalplan-Entwurf Erneuerbare Energien. Die vier Oberzent-Kommunen sind aber auch in südlicher Richtung gefragt. Denn direkt jenseits der Landesgrenze im Badischen plant die Stadt Eberbach die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans (TFNP), der vier Vorranggebiete für Windräder vorsieht. Damit hatte sich die Stadtverordnetenversammlung Beerfelden im Zuge der Beteiligung der Nachbargemeinden zu befassen. Zusammen mit den anderen drei Oberzent-Kommunen will man eine gemeinsame Stellungnahme verfassen.

Drei von vier geplanten Standorten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Gemarkungen „und berühren damit unsere Belange“, hieß es. Ins Gewicht fallen dabei die unterschiedlichen Kriterien, inwieweit ein Windpark an Siedlungen und Wohnbebauung heranrücken darf. Im Badischen sind 700 und 450 Meter erlaubt, laut dem noch in der Schwebe befindlichen Odenwaldkreis-FNP 1000 und 600 Meter.

Nimmt man dieses Planwerk zur Grundlage, dann ist die unterschiedliche Abstandsregelung ohne Belang. Anders sieht es mit den Abständen zwischen den einzelnen Windparks aus. Hier hatte man im Kreis 3000 bis 5000 Meter gewählt, um eine Überkonzentration zu verhindern. Die Standorte Augstel und Brombach-Nord wären unproblematisch, allerdings nicht die Hohe Warte. Die läge nämlich nur 1400 Meter von der Sensbacher Höhe entfernt, die sich im FNP wiederfindet – allerdings nicht im Regionalplan.

Da man sich bei der Stellungnahme auf den eigenen FNP referiert, wird darin gefordert, dass zwischen der Eberbacher Hohen Warte und der Sensbacher Höhe ein Mindestabstand von 3000 Meter gegeben sein sollte. Damit will man „einer Überbelastung des Landschafts- und Kulturraums“ vorbeugen. Gleichzeitig soll von der Burg Freienstein aus der südöstliche Blick in einem Teil ohne die Kulisse von Windrädern möglich sein.

Ganz anders sieht es aus, wenn der hessische Regionalplanentwurf zugrunde gelegt wird. Dann ergäbe sich „eine deutliche Überkonzentration und Umzingelung“ für Rothenberg. Neben dem Gebiet Flockenbusch auf Wald-Michelbacher Gemarkung sind dort zwei weitere Flächen in Rothenberger Richtung Beerfelden ausgewiesen. Plus eben Brombach- Nord und Hohe Warte im Badischen. Somit eine „massive Konzentration“ im Abstand zwischen einem und vier Kilometer. Weshalb man auf hessischer Seite die drei dortigen Gebiete vermeiden will.

Die „deutliche Überfrachtung“ des Landschaftsbildes hätte nach Meinung der Stadtverordneten „eine deutliche Umzingelungswirkung“ zur Folge. Mit 15 Ja- bei zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen wurde von den Mandatsträgern die Stellungnahme Richtung Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn beschlossen.

Die Stadt am Berge bekommt zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, teilte Bürgermeister Gottfried Görig mit. Diese sollen auf dem Parkplatz gegenüber der Alten Turnhalle voraussichtlich im Juli installiert werden. Die E-Steckdosen mit einer Leistung von 2 x 22 kW werden durch die Entega vorerst für fünf Jahre betrieben. Dafür zahlt die Stadt 2500 Euro netto. Sie können neben der Entega- auch mit vielen anderen Ladekarten und auch Paypal angezapft werden.

Wie Görig auf eine Frage von Walter Gerbig (CDU) sagte, werden die Züchter und Aussteller am Pferdemarkt-Montag um 9 Uhr begrüßt. Ein Rundgang mit den Ehrengästen schließt sich an. In den Vorjahren geschah der offizielle Teil erst nach deren Eintreffen, während somit die Tierschau schon in vollem Gange war. Aber den Züchtern sei das persönliche Gespräch wichtig, so Görig.

Das Programm am Eröffnungsabend des Volksfestes am 7. Juli steht nun auch fest: Um 20 Uhr gibt es den Fassbieranstich mit Grußworten, umrahmt von der Feuerwehrkapelle. Das nachfolgende Programm ab 22 Uhr, durch den Hallenwirt organisiert, spricht dann eher ein junges Publikum an. Ab 23 Uhr treten Stefan Stürmer, Ina Colada und „Die Autohändler“ auf.

Beerfeldener Mandatsträger wollen den eigenen Windkraft-Flächennutzungsplan statt Regionalplan

Das Meinungsbild war eindeutig: Mit großer Mehrheit verabschiedete die Stadtverordneten-Versammlung die gemeinsame Stellungnahme aller Odenwaldkreis-Kommunen zum Windkraft-Regionalplanentwurf. Sie forderte klipp und klar die Rückkehr zum zusammen erarbeiteten Flächennutzungsplan (FNP), der aber vom Regierungspräsidium abgelehnt worden war. Manche Mandatsträger gingen noch weiter und lehnten wortreich Windkraft im Odenwald in Bausch und Bogen ab.

Der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses, Erwin Körber (SPD), skizzierte die dortigen Beratungen. Im Regionalplan seien 21 Flächen für Windkraft ausgewiesen, was 3,9 Prozent der Kreisfläche bedeute. Im eigenen FNP waren es aber nur acht und 1,61 Prozent. Er kritisierte dessen Ablehnung durch das RP, obwohl es zuvor eine einvernehmliche Zusammenarbeit gegeben habe.

Wie Körber erläuterte, wolle man eine Konzentration der Windräder auf möglichst zusammenhängende Flächen erreichen. Er wies darauf hin, dass ohne den Regionalplan – und den Einspruch dagegen – das weitergehende Baugesetzbuch greife, was ein „Riesenproblem“ bedeute. „Dann sind wir die Dummen.“

In seiner Eigenschaft als SPD-Fraktionsvorsitzender sagte Kröber, dass es um rechtssichere Vorgaben gehe. Nicht um die Sinnhaftigkeit der Windenergie, „da hat jeder eigene Vorstellungen“. Dem Regionalplanentwurf „können wir überhaupt nicht zustimmen“, betonte er. Allerdings ist ihm bewusst, „dass es ganz ohne Windkraft nicht geht“.

So ganz glücklich war Körber nicht, dass mit dem Verweis auf den FNP auch die Sensbacher Höhe wieder mit Plan ist. „Aber der Regionalplan sieht vier zusätzliche Gebiete in der Oberzent vor“, sagte er. Wenn man sich 2015 dafür entschieden habe, „dann sollten wir uns auch dran halten“. Das Gebiet „Meisenberg“ auf Wald-Michelbacher Gemarkung lehne man ab, weil es zu nah an der projektierten Vorrangfläche bei Olfen sei.

Elisabeth Bühler-Kowarsch (Grüne) wies darauf hin, „dass der Bau von Windrädern kein Selbstzweck ist“. Es gehe nach wie vor darum, den Ausstieg aus der Atomenergie zu gestalten. Man habe den FNP immer als Kompromiss angesehen und halte daran fest. „Wir sind dafür, bestimmte Vorranggebiete auszuweisen und dort die Windkraftnutzung zu konzentrieren“, hob sie hervor.

Für die ÜWG betonte Klaus Seeh in einer Stellungnahme, dass „eine Überfrachtung mit Windrädern im Süden des Odenwaldkreises“ unbedingt verhindert werden müsse. „Die Höhenzüge sollen in ihrer Kulisse frei bleiben, ebenso die Umgebung von Denkmälern“. Insgesamt, sagte er, „halten wir die Windkraft im Odenwald für absolut überflüssig.“ Die Energiewende müsse im Gegenteil wesentlich innovativer und bürgerverträglicher gestaltet werden.

Ein Durchschnitt von 1,6 Prozent der Kreisfläche sei zu hoch, „wenn diese überwiegend der Südkreis bereitstellen soll“. Noch höhere Flächenanteile, wie vom Gesetzgeber gefordert, „halten wir für völlig überzogen“. Für die CDU betonte Walter Gerbig, „der Flächennutzungsplan der Kreiskommunen hat für uns weiterhin Priorität“. Es behebe nicht das Problem, „den Kopf in den Sand zu stecken“ und keine Stellungnahme abzugeben.

Schwere Geschütze fuhr für die FDP Frank Leutz auf. Seine Fraktion gehörte zusammen mit je einem Vertreter und SPD und Grünen zu den sechs Ablehnenden der gemeinsamen Stellungnahme. Leutz sah jedes Windrad im Odenwald als „ein Verbrechen an Mensch und Natur“. Es zerstöre ohne Nutzen funktionierende, schützenswerte, ökologische Systeme. Er kritisierte, dass mit dem Verweis auf den FNP nun auch wieder die Sensbacher Höhe in den Fokus rücke.

Wie der Fraktionssprecher sagte, könne „eine ernstzunehmende Gesundheitsgefährdung“ durch Windräder „nicht mehr mit altbewährter Arroganz negiert werden“. Er erwähnte in diesem Zusammenhang Luft-, Infra- und Körperschall. Der Handel mit Kohlendioxid-Zertifikaten ist seiner Meinung nach viel effektiver, um den Ausstoß des klimaschädlichen Gases zu verhindern. Leutz kündigte an, in Zusammenarbeit mit Bürgerinitiativen eine eigene Stellungnahme beim RP abzugeben.

 

Gemeinsame Stellungnahme

Die Kreiskommunen profitieren von der regionalen Wertschöpfung ihres Tourismus mit kulturlandgebundener Erholung. Sie lehnen daher den TPEE in der vorliegenden Gesamtflächenbilanz wegen überproportionaler Raumbelastung mit 3,9 Prozent der Odenwaldkreisfläche ab und fordern im Sinne des Gegenstromprinzips die Zurücknahme der Ausweisungsflächen für Windenergieanlagen im Odenwaldkreis auf die abgewogenen acht Flächen des gemeinsamen Flächennutzungsplan für den sachlichen Teilbereich Windenergie mit 1,61 Prozent der Kreisfläche.

 

Kochen ist auf seiner Insel einfach eine Pracht: Mit seiner Meister-Kochinsel gewann Daniel Pracht aus Falken-Gesäß den Bad Wildunger Designpreis

Mit seiner Kochinsel hat er in Fachkreisen für Aufsehen gesorgt. Dabei ging es Daniel Pracht von der gleichnamigen Schreinerei im kleinen Beerfelder Ortsteil eigentlich erst einmal darum, im Rahmen seines Meisterkurses eine Idee fürs eigene Zuhause praktisch in die Tat umzusetzen. Der 31-Jährige hatte nicht damit gerechnet, dass er damit gleich den renommierten Bad Wildunger Designpreis gewinnen und extrem positives Feedback bekommen würde. Jetzt sammelt er Anregungen, damit das gute Stück in Serie gehen kann.

Eine Kochinsel wollte der Schreinermeister schon länger für seine Wohnung bauen. Als es im vergangenen Jahr darum ging, die 2011 begonnene Ausbildung zum Schreiner mit dem Meistertitel abzuschließen, kam der Gedanke als Meisterarbeit wieder ins Spiel. „So konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, lacht er. Dabei hat Pracht durchaus den Anspruch an sich selbst: „Wenn ich was baue, dann soll es auch etwas Gescheites sein.“

In dem halben Jahr an der Meisterschule entwickelte der Schreiner seine Idee weiter und verfeinerte sie. Dass sie so einschlagen würde, vermutete er selbst nicht. „Bis vor sechs Wochen dachte ich nicht im Traum daran, die Kochinsel zu verkaufen“, gesteht Pracht. Die Schablonen hatte er sogar schon entsorgt. Aber die „super Rückmeldungen“ nach der Ausstellung sorgten für ein Umdenken.

Den letzten Anstoß gab der Maimarkt, wo die Kochinsel ebenfalls aufgebaut war. Als die Besucher stehen blieben und staunten, „war klar, dass ich mir die Chance nicht entgehen lasse“. Design und technische Lösung wurden urheberrechtlich geschützt. Eigentlich, sagt Pracht, ist seine Kochinsel „eine vollwertige Küche“. Denn sie fungiert neben der Möglichkeit zur Essenszubereitung auch als Ess- oder Stehtisch. Der Komplex ist stufenlos höhenverstellbar. Ein Induktionskochfeld ist ebenso ausziehbar wie fünf Massivholzschubkästen für iPad, Messer, Gewürze oder Schneidbrett.

Wie geht es nun weiter mit dem 21.000 Euro teuren Meisterwerk unter dem Arbeitstitel „Square“? „Ich habe die Kochinsel zu verschiedenen Designpreisen angemeldet“, erläutert Daniel Pracht. Außerdem baut er sie als Demonstrationsobjekt in einer zum Verkauf stehenden, exklusiven Frankfurter Penthouse-Wohnung am Messeturm auf. Parallel dazu wird eine Marketingstrategie erarbeitet. Ihm ist wichtig, dass die Produktion im Odenwald stattfindet und „wir hier gut bezahlte Arbeitsplätze schaffen“.

Der Preis kommt nicht von ungefähr zustande, betont der 31-Jährige. „Alles daran ist quasi Handarbeit.“ Bis auf die Aussparung für die Herdplatte, die auf der Maschine gefertigt wird. Drei Wochen lang wird an einem Exemplar gefeilt. Sein Ausstellungsstück hat die Maße 1,32 auf 1,32 Meter, „aber man kann die Kochinsel in allen Größen bauen“. Auch sind zahlreiche Materialformen und -farben sowie Holztypen möglich. Mit diesen Dimensionen ist das besondere Stück laut Pracht vor allem für beengte Bereiche wie kleinere Stadtwohnungen oder Yachten passend.

Obwohl Daniel Pracht den Geruch von Holz und Sägespänen quasi schon mit der Muttermilch aufgesogen hatte, war überhaupt nicht absehbar, dass er einmal in den elterlichen Betrieb einsteigen würde. Im Gegenteil. „Nach der Schule wollte ich Pilot werden“, schmunzelt er. Denn schon in den Jugendjahren war er bei den Vielbrunner Segelfliegern aktiv. Doch schon während der Bewerbung merkte er: „Das ist nichts für mich.“ Wie auch das anschließende Physikstudium ihm viel zu theoretisch war.

„Ich wollte was Handfestes machen“, besann sich Pracht dann doch auf seine Wurzeln. Und klopfte sozusagen auf Holz. Er wollte eine Arbeit, bei der man „etwas bewegen und umsetzen kann“. Dafür war natürlich der elterliche Betrieb wie geschaffen. Und so überzeugt, wie der heute 31-Jährige seine Motivation schildert, kann man kaum glauben, dass er jemals mit einem anderen Berufswunsch liebäugelte. Pracht ist voll in dem Thema drin, wenn er von seiner Auffassung von Mitarbeiterführung und -motivation spricht, wie sich ein Handwerksbetrieb in der heutigen Zeit für die Zukunft aufstellen soll.

 

 

Schreinerei Pracht

Derr 31-jährige Daniel Pracht ist mit dem Schreinerberuf des elterlichen Betriebs seit Kindesbeinen an vertraut. Schon seit 60 Jahren gibt es die Firma, inzwischen in dritter Generation. Im Wohnhaus am Postweg in Falken-Gesäß ist gleichzeitig auch das Büro untergebracht, es geht beengt heimelig familiär zu.

Gleich neben dem Eingang hat Seniorchef Helmut Pracht seinen Schreibtisch stehen, der Blick nach vorn geht auf zwei Computer mit dem gesammelten Firmenwissen. 16 Mitarbeiter zählt die Schreinerei heute, davon allein vier aus der Familie. Sein Bruder hat gerade im ersten Lehrjahr die Ausbildung zum Schreiner begonnen.

„Die Arbeit soll erfüllen: Das geht nur zusammen“, betont Daniel Pracht. Ihm schweben für die Zukunft Komplettlösungen für Innenausbauten vor, bei denen die Schreinerei als eine Art Kompetenzzentrum mit vielen Spezialisten unter einem Dach fungiert. Dies immer mit dem Anspruch, dass Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen zufrieden sind.

600 Jugendfeuerwehrleute des Odenwaldkreises kommen in Rothenberg zusammen

Vom Freitag, 30. Juni, bis zum Sonntag, 2. Juli, findet der Kreisjugendfeuerwehrtag der Jugendfeuerwehren des Odenwaldkreises in Rothenberg statt. Rund um die Sporthalle werden sich etwa 600 Kinder und Jugendliche mit ihren Betreuern einfinden, um drei ereignisreiche und spannende Tage in einem großen Zeltlager zu verbringen.

Ihnen werden in diesen Tagen verschiedene Workshops und Turniere angeboten. Unter anderem finden neben Fußball- und XXL-Kicker-Turnier zahlreiche Workshops wie zum Beispiel Mountainbiken, Modellfliegen oder Geocaching statt. Ebenso messen sich die Jugendlichen beim jährlich stattfindenden Bundeswettbewerb in Schnelligkeits- und feuerwehrtechnischen Übungen, um den Kreissieger zu ermitteln.

Außerdem findet am Samstag, 1. Juli, ab 14 Uhr unter dem Motto „Old meets young“ das Veteranentreffen der Alterskameraden aus den Odenwälder Feuerwehren statt. Hierzu werden etwa 450 ehemalige Brandschützer der Ehren- und Altersabteilungen in der Sporthalle erwartet. In diesen drei Tagen kann es in der Umgebung des Zeltplatzgeländes rund um die Sporthalle etwas lauter werden, bitten die Rothenberger Wehrleute um das Verständnis der Anwohner.

Ab Donnerstag, 29. Juni, bis Sonntag, 2. Juli, gilt außerdem eine Einbahnstraßenregelung. Ab Höhe Landwehrstraße 25 bis zur Kreuzung Sonnenweg/Gammelsbacher Weg wird der Verkehr nur in eine Richtung möglich sein. Dies wird dementsprechend ausgeschildert. Zu diesem Festwochenende sind alle Mitbürger einladen, die Aktivitäten der Odenwälder Jugendfeuerwehren zu besuchen. Für das leibliche Wohl ist seitens der Rothenberger (Jugend-)Feuerwehr bestens gesorgt.

Viele Radler bei herrlichem Wetter zwischen Rothenberg und Beerfelden unterwegs

Volles Haus auf dem Rothenberger Metzkeil. Das herrliche Wetter bescherte dem Familien-Inliner- und Radtag auf der L 3410 zwischen den beiden Oberzent-Gemeinden einen großen Andrang. Etliche Mountainbiker, Freizeit- und Rennradler machten sich auf die etwa acht Kilometer lange Strecke. Inliner bilden inzwischen nur noch eine Randgruppe. Jeweiliger Ziel- und Startpunkt war in Beerfelden am Parkplatz „Deltaparcours“ und in der Rothenberger Ortsmitte am Metzkeil.

Zum 13. Mal stellten beide Orte die an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrte Straße der Bevölkerung zur Verfügung. Auch aus dem Tal kamen viele Radler, die sich zuerst den Berg hinauf abstrampelten, um dann kilometerlang die zwei Räder ohne große Anstrengungen einfach laufen zu lassen. Die Kinder hatten ebenso ihren Spaß, endlich mal Fahrrad fahren zu können, ohne dass gleich wieder ein paar Höhenmeter zu bewältigen waren.

Die fast ebene Strecke, die durch einen der landschaftlich reizvollsten Teil des Odenwalds führt, eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern, die stressfrei einen bewegungsreichen Sonntag erleben wollen. Denn ansonsten ist es schwierig, in der Oberzent eine längere Straße zu finden, auf der man sich ohne Autoverkehr in Ruhe fortbewegen kann. In Beerfelden übernahm der SV Gammelsbach und in Rothenberg der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) die Bewirtung.

Für den VVR ist es der größte Event im Jahreslauf, etliche Helfer sind ab 8 Uhr morgens im Einsatz. Pünktlich zur Mittagszeit bildeten sich kleine Schlangen an den verschiedenen Ständen. Das stete Kommen, Gehen und Fahren zauberte nach der Anstrengung ein Lächeln auf die Gesichter der Vereinsmitglieder. Denn der Erlös fließt in die Vereinskasse und wird unter anderem für die Instandhaltung der Ruhebänke und Schutzhütten verwendet.

Natürlich bilden ebenso immer die Einheimischen eine feste Bank unter den Besuchern. Die kommen auch ohne zweirädrigen Untersatz vorbei und essen an einer der Buden zu Mittag, nutzen das große Kuchenbüffet und trinken gemütlich ihren Kaffee. Das Angebot war denn auch reichhaltig genug. Inliner-Pfanne mit Geschnetzeltem und Gemüse als eher deftige Kost oder Waffeln und Eis für die Schleckermäuler fanden einen guten Absatz.

Neben dem Bierwagen mit der flüssigen Nahrung hatte der VVR einiges aufgeboten, damit die Teilnehmer am Aktionstag gut gesättigt wieder zurück nach Beerfelden radeln – oder einfach ein paar Straße weiter nach Hause gehen – konnten. Schattenplätze waren heiß begehrt, als die Sonne nach dem Mittag immer kräftiger vom Himmel brannte. Eilends wurden Tische und Bänke herbeigeschafft, damit die große Besucherzahl ein lauschiges Plätzchen finden konnte. Spätestens auf der Rückfahrt Richtung Beerfelden spendete dann der Wald wieder Schatten.

Die Radler waren eindeutig in der Überzahl. Nur vereinzelt ließ sich noch ein Inline-Fahrer ausmachen. Diese frühere Trendsportart hat scheinbar immer weniger Anhänger. Für den Verkehrs- und Verschönerungsverein bedeutete die Bewirtung keinen großen Aufwand im Vorfeld. Nur die Wurstbude werde schon am Vortag aufgestellt, „der Rest läuft morgens zwischen 8 und 10 Uhr“. 30 Mitglieder und Freuende in zwei Schichten sind den Tag über aktiv, um die Gäste zu bewirten.

Die touristische Bedeutung der Veranstaltung für die Höhengemeinde ist laut dem Gemeindevertreter-Vorsitzenden Horst Schwinn nicht zu verachten. „Viele kommen aus Erbach oder Michelstadt“, weiß er. Auch Richtung Neckartal macht der Event Rothenberg bekannt. Denn auf der ebenen Strecke auf 400 Metern Höhe lassen sich die Vorzüge der Region mit schönen Waldstrecken und tollen Ausblicken bestens genießen. „Wo kann man in der Oberzent völlig ohne Autoverkehr sonst so schön radeln“, sagte er.