Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule Beerfelden als stellvertretender Schulleiter zur Geschwister-Scholl-Schule Bensheim

Vom Odenwald an die Bergstraße: Thomas Stricker wechselt von der Oberzent-Schule (OZS) in der gleichnamigen Stadt als stellvertretender Schulleiter an die Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Bensheim. Der 41-Jährige war zuvor knapp acht Jahre in Beerfelden tätig. 2010 wurde er zum Rektor an einer Gesamtschule zur Wahrnehmung von Schulleitungsaufgaben befördert. Er nahm an seiner bisherigen Wirkungsstätte Aufgaben eines pädagogischen Leiters wahr.

Der aus Lippe in Westfalen stammende und derzeit noch in Erbach wohnende Stricker war vorher zwei Jahre an der Georg-Ackermann-Schule in Rai-Breitenbach tätig. Der Wechsel nach Bensheim bedeutet auch eine völlig neue Dimension weg von der „beschaulichen“ Oberzent-Schule mit ihren knapp 400 Kindern hin an eine kooperative Gesamt- mit Oberschule und 1600 Schülern.

Seit August 2011 war Stricker in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ans Staatliche Schulamt abgeordnet: als zertifizierter Fortbildner für kompetenzorientiertes Lernen in Gesellschaftswissenschaften (KoLLeG-Projekt), als fachlicher Unterrichtsentwicklungsberater Deutsch für Gymnasien und als Fachberater für Deutsch als Zweitsprache sowie pädagogischer Mitarbeiter. Besagte Scholl-Schule wurde von ihm in Guntersblum zusammen mit Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert (der Fortbildungen für Haupt- und Realschulen durchführte) eine Klausurtagung des Schulleitungsteams gemeinsam gecoacht.

In der Ausschreibung für den Stellvertreter-Posten fand sich Stricker wieder: Unter anderem ging es um die Schulentwicklung und die Verbesserung der Kommunikationsstruktur. Eine neue Herausforderung, der er sich gern stellen will und dafür auch einen Umzug in Kauf nimmt. „Thomas Stricker ist sehr gut bei uns angekommen“, freute sich bereits GSS-Schulleiterin Dr. Angela Lüdtke. Seit dem Amtsantritt Anfang Mai wurden von ihm bereits die ersten Neuerungen implementiert.

Auch wenn der Wechsel mitten im Schuljahr erfolgte, so kümmerte sich Stricker darum, dass es einen gut vorbereiteten Übergang gab. An seiner alten Wirkungsstätte bereitete er mit seiner Klasse noch die Abschlussprüfungen vor. Sein bisheriger Chef Bernd Siefert zeigte sich trotz des Abschieds stolz darüber, dass die OZS in den vergangenen 18 Monaten „drei Schulleiter ins System brachte“. Erst ihn, Siefert, als OZS-Eigengewächs zum Schuljahresbeginn 16/17, dann ein Jahr später Arndt Neumann als Stellvertreter an die Schiller-Schule Bensheim und jetzt Stricker.

Bei der Verabschiedung wünschte ihm Siefert ein glückliches Händchen bei den anstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Er zitierte aus der aktuellen dienstlichen Beurteilung: „Sein zielstrebiger, effektiver und wertschätzender Umgang mit allen Personen im Schulalltag verschafft ihm Respekt und Anerkennung“, heißt es dort über Stricker. Der Pädagoge beweise in allen Fragen schulischen Handelns einen guten Systemblick und entwickle zu organisatorischen wie personellen Sachfragen konstruktive Lösungsansätze.

 

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Smilla unterstützt die Kinder an der Oberzent-Schule beim Lernen

Fräulein Smilla hat ein Gespür für Kinder. Die sechsjährige Husky-Mix-Hündin von Klassenlehrerin Corinna Kosla ist an drei Tagen mit im Unterricht. „Wenn sie ins Klassenzimmer kommt, begrüßt sie jeden einzeln“, freuen sich die Schüler der Klasse für Lernhilfe. Die Schulhündin begleitet Kosla schon seit Kindheitspfoten in den Unterricht. Der „Smilla“-Dienst darf die Hündin vom Auto abholen und muss sich darum kümmern, dass sie immer Futter und frisches Wasser hat.

„Smilla ist an drei Tagen in der Schule mit dabei. Das sind ganz besondere Tage“, sagt Dennis. „Im Winter mag sie Schnee und im Sommer liebt sie es, durch das hohe Gras zu hüpfen“, stellt Besar fest. „Sie hat spitze Ohren wie ein Fuchs. Ihr Fell ist ganz weich und hat die Farbe schwarz-weiß und beige“, ergänzt Chiara. „Ihre Augen sind braun und sie hat einen ganz lieben Hundeblick“, meint Mira.

Die Hündin „ist super süß und total schlau“, haben die Schüler festgestellt. Sie kann auch schon ganz viele Tricks, „die wir ihr beigebracht haben“: Zum Beispiel Rolle, Give me Five, Gib Laut, Tanzen oder Peng und viele mehr. Im Unterricht lernen die Kinder auch mit ihr. Smilla ist quasi „Co-Lehrerin“, wenn die Klasse Rechen-, Schreib- und Denkaufgaben macht. In der Leseecke wird mit der Hündin gekuschelt und ihr vorgelesen.

Smilla hat ein Herz für Kinder. Wenn ein Schüler mal traurig ist oder jemand weint, spürt sie das sofort „und will das Kind trösten und mit ihm kuscheln“, weiß Dennis. In der Smilla-Stunde wird oft Fußball mit ihr gespielt. Sie ist ganz verrückt danach, sagt Mira. Am Ende des Schultages verabschieden sich alle von der Hündin und freuen sich sehr auf den nächsten Schultag mit ihr.

Smilla erfüllt eine wichtige Rolle im Klassenzimmer: Den Schülern ist sie Seelentrösterin und Aggressionshemmerin, Mutmacherin und Stimmungsaufhellerin, Lernbeschleunigerin und Stressfresserin in einem, weiß Kosla. Es gibt verschiedene Arten, Smilla im Unterricht einzusetzen: aktiv/unmittelbar, passiv/mittelbar, als Verstärker und Objekt der Metaebene. Welche Form zum Einsatz kommt, „entscheide ich je nach Situation und/oder Schüler“, betont die Klassenlehrerin.

„Smilla wurde von mir für die Arbeit als Schulhund ausgewählt und ausgebildet, da sie sehr menschenbezogen, lernfähig, belastbar und ausgeglichen ist“, sagt Corinna Kuska. Sie ist eine sehr verspielte Hündin und weist keinerlei Aggressionspotenzial auf. „Im Umgang mit Menschen zeigt sie eine hohe Toleranz bei Körperkontakt, besitzt eine hohe Reizschwelle gegenüber Lärm und ist nicht schreckhaft“, erläutert sie.

Es gibt einige Ziele in der Arbeit mit dem Schulhund: etwa Beziehungsaufbau und –gestaltung, Unterrichtung und Begleitung der Kinder, Übernahme von Verantwortung, Aufgabenerfüllung, Gestaltung von sozialer Interaktion und gemeinsame Entspannung. Bei den alljährlichen Themenwochen war „Smilla, unser Schulhund“ ein Projekt. Dort erarbeiteten die Schüler eigenständig Vorträge, beispielsweise zu den Themen Hundetricks oder Hundeerziehung.

Wie kann man Schülern und Schulhund eine entspannte, angenehme Lern- und Auszeitmöglichkeit bieten? Dafür hatten sich die Oberzent-Schüler Leon, Leo und Dennis als Projektprüfung eine praktische Arbeit der besonderen Bauart ausgedacht, um ihre Schule „schöner“ zu gestalten. Die drei nahmen mit der Firma Matho Palettenservice in Beerfelden Kontakt auf. Sie hatten Glück und bekamen 13 Euro-Paletten gesponsert. Die Schule unterstützte die drei Jungs mit einem finanziellen Beitrag für die Material-Beschaffung.

Nach einer Woche intensiver Vorbereitung, handwerklichem Geschick und vielen Schweißtropfen, Spänehobeln und Schleifen entstanden ein Paletten-Sofa für die Lernhilfe-Klasse LH und ein Hundekorb für Smilla. In dieser Projektwoche lernten die Jungs, im Team zusammenzuarbeiten, handwerkliche Kompetenzen zu entwickeln und ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Die Arbeit erhielt übrigens die Note „Sehr gut“.

Oberzent-Schüler schreiben ihr Musical selbst: Premiere am 20. Juni

„Mein stressiger Schulalltag“ heißt das neue Musical der Oberzent-Schule, für das schon eifrig geübt wird. Jeden Montag trifft sich das Team der Schulband-AG, geleitet von Andreas Weinmann und Maximilian Schulz, um für sein selbstgeschriebenes Musical zu proben. Es geht um ein gleichaltriges Geschwisterpaar, das verschiedener nicht sein könnte. Wie sich ein solch „stressiger“ Schulalltag aus der Sicht der beiden gestaltet, ist bei der Premiere am Mittwoch, 20. Juni, um 18 Uhr in der Aula der Oberzent-Schule zu erleben.

Tiffany und Julia sind eigentlich zerstritten und gehen sich aus dem Weg. Tiffany gehört nicht gerade zu den besten Schülern, ist jedoch durch ihr Auftreten auf dem Schulhof und in der Klasse in aller Munde. Julia ist eher die klassische Streberin. Eine entscheidende Mathe-Arbeit ändert gegen Ende des Musicals alles. Tiffany kommt mit einer schlechten Note nach Hause und das hat eben dann seine Konsequenzen. Zum Ende hin versöhnen sich die beiden Mädchen. Sie merken, dass sie miteinander besser auskommen als wenn sie im Streit liegen und gegeneinander arbeiten. Also quasi wie im wirklichen Leben.

Die Schüler erarbeiten sich mehr oder weniger alles selbst. Das Schreiben der Lieder läuft wie folgt ab: Die neun Jugendlichen treffen sich montags zur Schulband-AG. Die Mädchen gehen mit Andreas Weinmann in einen Raum und werfen dann ihre Ideen zusammen, bis das fertige Lied entstanden ist. Wichtig hierbei ist, dass wirklich alle Texte eine zusammenhängende Geschichte ergeben. „Das war die größte Herausforderung“, wissen die Mädchen. Zuerst werden die Lieder festgelegt, dann geht‘s los mit dem Schreiben.

Die Jungs bleiben derweil im Band-Raum und studieren mit Maximilian Schulz die abgesprochenen Lieder ein. Wenn alles perfekt läuft, treffen sich beide Gruppen gegen Ende der Probe und tragen gegenseitig ihre erarbeiteten Projekte vor. Danach wird alles abgestimmt und „fertig ist das Musical“. Die Schulband besteht in dieser Besetzung seit Juli vergangenen Jahres. Neun Schüler wirken in ihr mit.

An Instrumenten ist alles zu hören, was eine Band zu bieten hat: Klavier, Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und Gesang. Leonie Edelmann singt die Tiffany, Sarah Siebert die Julia. Dazu kommt ein kleiner Background-Chor mit drei Mädchen. Zu hören gibt es aktuelle Hits, aber auch alte Schlager und Rocksongs, etwa von Bon Jovi, Ed Sheeran oder Bon Jovi. Die Schüler haben die Texte individuell so umgeschrieben, dass sie zum Lauf der Geschichte beitragen.

Es handelt sich um das erste Musical dieser Art an der Oberzent-Schule, in dem sich die Schüler die Handlung selbst erarbeiten. Kleine Schauspieleinlagen kommen noch dazu. Eine Erzählerin schafft die Verbindung zwischen den Handlungssträngen. Eine weitere Aufführung findet am Montag, 9. Juli, um 16 Uhr in der Gewerbehalle beim Pferdemarkt statt. Der Eintritt ist jeweils frei, für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Krähbergrennen-Buch von Michael Schmitt bekommt Auto-Bild-Buchpreis

Tolle Würdigung für die Arbeit von Michael Schmitt: Sein Buch „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“ erhält am 15. Juni den ersten Auto-Bild-Buchpreis in der Kategorie Motorsport. Der Beerfeldener fährt zur Preisverleihung in die gerade eröffnete „Motorworld“ in Köln, um aus den Händen der Jury um Jürgen Lewandowski die Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Schmitts Buch erschien vergangenes Jahr in einer Auflage von 1000 Exemplaren.

Der Münchner Auto-Journalist und Erfinder des Buchpreises, Lewandowski, hatte Schmitt bereits 2012 gebeten, für den Preis sein vorheriges (inzwischen quasi ausverkauftes) Werk, „Als Caracciola an den Krähberg kam“, einzureichen. Letztes Jahr hatte es zwar noch nicht gereicht. Lewandowski, der über fünf Ecken vom ersten Schmitt-Buch erfahren hatte, erwähnte es aber bereits dort lobend.

Dieses Mal passte es. „Ich habe nicht wirklich mit dem Preis gerechnet“, freut es den 57-Jährigen, jetzt mit seinem Krähberg-Werk gewonnen zu haben. Denn normalerweise kämen nur Veröffentlichungen großer Verlage zum Zug und nicht ein in Eigenproduktion erstelltes Werk. Deshalb ist es für ihn „umso schöner, dass ein Amateur wie ich gewinnt“. Bis vor zwei Jahren wurde der Preis noch vom ADAC vergeben und ging 2017 an Auto Bild und Motorworld über.

Schmitt freut sich nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Veranstaltung als solche. Denn direkt im Anschluss an die Übergabe findet in der Kölner Motorworld die permanente Ausstellung „Michael Schumacher private Collection“ statt. In der werden etliche Fahrzeuge aus der Rennsport-Geschichte Schumachers zu sehen sein. Auch wird es einen ziemlich Auftrieb der Rennsport-Promis geben.

Die Veröffentlichung des Krähberg-Buchs vor einem Jahr geriet zu einem Treffen der Rennsport-Begeisterten, wie es zuvor selten stattfand. Die Luft im Foyer der Alten Turnhalle flimmerte im Benzin-Dampf. 352 Seiten zählt „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“, das dem Motorsport in der Oberzent zwischen Schöllenbach und Hetzbach im 20. Jahrhundert huldigt. Die erstaunliche Motorsportgeschichte eines Odenwaldberges von 1911 bis 1993 wird dort vom Rennsport-Enthusiasten beleuchtet.

„Ich bin völlig geplättet, wie viele ehemalige Fahrer erschienen sind“, freute sich Schmitt bei der Vorstellung über die riesige Resonanz. Die vielen Renn-Cracks, allen voran der 83-jährige Albert Pfuhl aus Otzberg, brachten sich auch immer wieder mit Anekdoten ein – was den Autor „absolut begeisterte“. Bei Pfuhls geballter Erzählkunst war es nicht verwunderlich, dass Michael Schmitt zusammen mit ihm eine Biographie veröffentlichte, die das Leben des Rennfahrers nachzeichnet. Sie erschien in einer Auflage von 300 Stück im Februar und ist über den Autor zu beziehen.

Wie Pfuhl in Italien den Preis für einen Ferrari 250 GT mit Aluminium-Karosserie und kurzem Radstand erst den Preis runterhandelte und dann auch noch die Fahrt über den Gotthard-Pass mit Autopanne beschrieb, ist eine Pracht. Denn er wollte unbedingt mit dem Auto am Krähbergrennen teilnehmen, das am nächsten Tag mit dem Training begann. Er schaffte es, pünktlich am Start zu sein und gewann – noch mit Turiner Kennzeichen – seine Klasse.

Eigentlich, so Schmitt, wollte er im Buch nur die Rennen der Nachkriegszeit beleuchten. Aber bei seinen Recherchen förderte er noch so viel Material zutage, dass er auch die Zeit zuvor noch mit aufnahm. „Schon vor dem ersten Weltkrieg sind die Autos den Krähberg hochgefahren“, machte er deutlich. Mit allen möglichen Modellen.

Viele bekannte Fahrer waren am Krähberg unterwegs: Klaus Assmuth aus Mühltal, der mit kleineren Unterbrechungen bis ganz zum Schluss dabei war. Dazu noch Erhard Thierolf und Horst Hafer aus Michelstadt, Werner Eckert aus Rimbach, Horst Fendrich aus Zotzenbach, Norbert Unger aus Wald-Michelbach, Jochen Seitz aus Bad König, Hubertus Hellweg aus Höchst oder Dr. Harry Niemann aus Heppenheim, um nur ein paar wenige zu nennen. Dazu auch noch Teilnehmer aus dem Erbacher Fürstenhaus.

Info: Michael Schmitt, „Am Krähberg donnern wieder die Motoren“, Die erstaunliche Motorsportgeschichte eines Odenwaldberges von 1911 bis 1993, herausgegeben vom Heimat- und Geschichtsverein Oberzent. Das Buch hat das Format 21 mal 26 Zentimeter und ist 352 Seiten stark. Es beinhaltet 440 Farb- und Schwarzweiß-Fotos. Preis: 29 Euro. Verkauf bei: Michael Schmitt, 64760 Oberzent-Beerfelden, Friedhofsweg 4, Telefon 06068/3371, E-Mail michael.schmitt3@gmx.net, beim Heimat- und Geschichtsverein im Museum der Oberzent, im regionalen Buchhandel sowie in den Tourist-Informationen Beerfelden und Erbach sowie im Erbacher Schloss.

Ganz Oberzent trifft sich auf der Flaniermeile beim Brunnenfest

Wenn das Brunnenfest ansteht, dann findet sich halb Oberzent in der Innenstadt von Beerfelden. Und nicht nur die: Aus Unterzent, Überwald und Neckartal kommen die Gäste auf den Berg, um das riesige Angebot von Gewerbe und Vereinen, gepaart mit einem großen Unterhaltungsangebot, für einen Tag zu genießen. Denn neben dem Pferdemarkt ist das Brunnenfest „die“ Veranstaltung der Stadt am Berge. Man trifft sich, kommt ins Gespräch, tauscht Erinnerungen aus, sieht alte Freunde wieder.

Es eigentlich nichts, was es nicht gibt: Leckereien, fest oder flüssig, in allen Formen, sodass keine Wünsche übrig bleiben. Informationen übers Handwerk, Pflanzen, Kinderkarussell, Musik, und, und, und. Dazu auch was fürs Auge von Fans alter Bulldogs. Die Oldtimer- und Traktoren-Freunde Beerfelden haben ein paar alte Schnauferl direkt an Metzkeil gestellt.

Wilfried Krämer nennt einen Lanz Aulendorf aus dem Jahr 1956 sein Eigen. Er steht seit zehn Jahren jedes Mal auf dem Brunnenfest. Fast wäre es jetzt nichts geworden. „Heute Morgen hat es nur klack gemacht“, sagt er. Die Batterie. Beim Sohn holte er schnell eine neue und dann war der Tag gerettet. Über 1200 Kubik hat sein Schmuckstück, das er mit Liebe pflegt. Frieder Backoff gehört ein 50 Jahre alter Krämer mit 32,5 PS gleich nebenan.

Oberzent-Schulleiter Bernd Siefert, der mit seiner Familie quasi jedes Jahr auf dem Markt unterwegs ist, freut sich über die Belebung der neuen Stadt. „Das Brunnenfest zeigt, was in Oberzent alles geboten wird.“ Für die Freiwillige Feuerwehr bedeutet die Veranstaltung einen Großeinsatz. „Von morgens bis abends sind 80 Mann gefordert“, berichtet Marc Gärtner. Dazu noch Auf- und Abbau.

Aber für die Feuerwehr ist das Brunnenfest auch eine Ehrensache, denn sie rief es damals zusammen mit dem Gewerbeverein ins Leben. Nicht nur zur Eröffnung, bei der auch Landrat Frank Matiaske dabei war, herrscht im großen Zelt volles Haus. „Etwas ganz besonderes“ war der Start auch für Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann, der das erste und letzte Mal die Freude hatte, zum Freibier zu bitten. Beim Pferdemarkt ist schon sein Nachfolger im Amt – und früher durfte er als Sensbachtaler Rathauschef in Beerfelden nicht an den Zapfhahn.

Eine Tradition älter als das Fest hat die Bäckerei Heilmann aus Hetzbach. Seit über 100 Jahren ist sie im Stadtteil ansässig und wird heute von Stefan Schmitt geleitet. Daniela Bietz und Katharina Hartmann hielten unter anderem im Holzofen gebackenen Dinkelknorz und einen Landmühlenlaib für die Gäste parat, letzterer aus 80 Prozent Roggen, 20 Prozent Weizen, Sauerteig und Sonnenblumenkernen.

Schräg  gegenüber, bei der Beerfellmer Landmetzgerei Sattler, kommt Fleischliches aus eigener Produktion auf den Teller. Bratwurst und Steak sind die Klassiker, erstmals in diesem Jahr gab es einen frisch belegten Pulled-Beef-Burger. „Das Brunnenfest gehört für uns einfach dazu“, betont Isabella Sattler, die den Stand vor allem mit Familienangehörigen schmeißt. Mann Norbert steht am Grill, Sohn Tobias hat die Rinderzucht, die das Fleisch für die Leckermäuler liefert.

Vielen Brunnenfest-Besuchern geht es darum, Bekannte hier zu treffen, die man sonst das Jahr über wenig sieht. Johanna Käpernick-Krämer nutzt die Gelegenheit, dass sie in diesem Jahr nicht wie letztes Mal am Stand der Generationenhilfe tätig ist und schlenderte durch die Straßen. Auch  Katharina Riesinger, Rainer Flick oder Chris Poffo freuen sich, viele bekannte Gesichter zu treffen. Riesinger findet das große Angebot ansprechend, das es sonst in Oberzent so nicht gibt. „Das hat Flair“, betont sie übereinstimmend mit Poffo.

Monika Jung aus Finkenbach ist das erste Mal mit ihren Holzarbeiten dabei. Seit zweieinhalb Jahren widmet sie sich bereits diesem Hobby. „Ich habe eine große Verbundenheit mit Holz“, sagt sie, deren Schwiegereltern lange Jahre die Bürstenfabrik Edelmann führten. Für EGO-Vorstand Thomas Mergenthaler ist die Teilnahme am Brunnenlauf seit über 20 Jahren Pflicht. „Man kennt die Leute“, sagt er, und wird von der guten Stimmung getragen. Er freut sich jedes Mal darauf, sein Flüssigkeitsdefizit danach bei den umliegenden Ständen wieder auffrischen zu können.

 

Theater, Musik und Kunst an der Oberzent-Schule Beerfelden

„The-Mu-Ku-Festival“ hieß es geheimnisvoll im Veranstaltungskalender der Oberzent-Schule. Dahinter verbarg sich die Präsentation von Theater (The), Musik (Mu) und Kunst (Ku), womit Einblicke in Aktionen der Schule gewährt wurden. Organisiert wurde alles von Lehrerin Conny Frank. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Bernd Siefert übernahm Schulsprecher Jascha Fink, der auch durchs weitere Programm führte. Das Team der 6a bot dazu köstliche Cocktails, Muffins, Brownies, Pizzaschnecken und Obstspieße an.

Am Anfang stand eine Kunst-Performance der zehnten Klasse zum Thema Wissen: „We know“. Schüler nutzten Bücher zum Trommeln, um Aufmerksamkeit zu erhalten, balancierten diese dicken Wälzer unter dem Thema Baustile auf ihren Köpfen und stapelten sie zu einem Turm. Sie nahmen dazu Stellung oder einen Standpunkt ein, wahrten Distanz dazu im nächsten Schritt und applaudierten abschließend jubelnd über das erworbene Wissen.

Spanisch tänzerisch lernen: In einem Salsakurs unter Anleitung zweier kolumbianischen Austauschschülerinnen war dies auch fürs Publikum möglich. Das Erasmusteam performte außerdem seinen Tanz „A Fashion Kiss for Peace“ zum Song „Katchi“. Der war anlässlich des Besuchs der polnischen Schule aus Elblag im Projekt erarbeitet und erstmals im April beim Abschluss der Erasmuswoche aufgeführt worden.

Im musikalischen Bereich stellte die Schülerband Ausschnitte ihres selbst erdachten Musicals unter Leitung von Andreas Weinmann virtuos vor. Das soll anlässlich des 50. Jubiläums aufgeführt werden. Am 20. Juni ist es in der Schule zu sehen, am 8. Juli auf dem Pferdemarkt. Das LH-Team der Klasse für Lernhilfe mit Eric Gehrmann am Saxophon spielte im Big-Band-Sound mitreißende Rhythmen. „Einfach großartig“, so die Resonanz.

Unter Leitung von Daniela Banse wurde von der fünften und sechsten Klasse in der Aula ein englisches Theaterstück mit viel Engagement aufgeführt. „Eine tolle Leistung“, lobte Frank. Im Foyer zeigten die Schülerinnen Lea Siefert, Dalia Rankowa, Louisa Schmitt und Laura Scheuermann ihre mit viel Applaus gewürdigten Talente am Klavier. Musiklehrer Volker Reichl begleitete dazu auf der Gitarre. Die Mädchen leiteten mit ihren bravourös vorgetragenen Songs zum künstlerischen Teil über.

Kunstwerke mit fantasieanregenden surrealistischen Traumbildern auf Staffeleien, Video-Installationen, verfremdete Porträts und weitere Objekte luden zu unterschiedlichen Interpretationen ein. „Ein rundum gelungenes Festival“, freute sich Conny Frank. Sogar spontane Gesangseinlagen am Klavier wurden geboten. Es herrschte eine Riesenstimmung, ergänzte Bernd Siefert. „Schön war’s“, so sein Fazit.

 

Kortelshütter siegen bei Feuerwehrleistungsübung des Odenwaldkreises

Die Freiwilligen Feuerwehren in Oberzent haben es einfach drauf. Sie schneiden regelmäßig bei regionalen und überregionalen Wettbewerben super ab und belegen laufend vordere Plätze. So jetzt wieder bei der Freiwilligen Feuerwehr Breuberg-Neustadt, wo die Feuerwehrleistungsübung des Odenwaldkreises stattfand. Sieger: Die erste Staffel der Abteilung Kortelshütte mit Anja Hinrichs, Tina Uhrig, Malte Hinrichs, Timo Fink, Maurice Fink und Manuel Heiß.

Die ersten drei Plätze hatten alle 100 Prozent. Deshalb musste der Entscheid durch die Knotenzeit fallen, da ebenso alle vier richtige Knoten hatten. „Wir waren dann die schnellsten mit 19 Sekunden“, freute sich der stellvertretende Kommandant Timo Fink. Auf den weiteren Plätzen folgten Kirchbrombach (eine Sekunde Rückstand) und Beerfelden 1.

Zu absolvieren waren ein Theorieteil mit 15 Fachfragen in 10 Minuten und eine praktische Übung: ein Löschangriff mit Menschen-Rettung innerhalb von achteinhalb Minuten. Einen besonderen Dank statteten die beiden Staffeln ihrem Coach Günter Braner ab, der sie optimal vorbereitet hatte.

Insgesamt kämpften zwölf Odenwälder Mannschaften um die begehrten ersten zwei Plätze, welche ein Weiterkommen auf Bezirksebene bedeuten. Zusätzlich nahm eine Mannschaft aus dem Kreis Offenbach teil. Alle erreichten die Leistungsstufe Gold. Kortelshütte 2 nahm in der Besetzung Jana Kabel, Dennis Leibner, Klaus Kleinhans, Benedikt Ludwig, Max Fink und Florian Fink teil.

Weitere Platzierungen: Nieder-Kainsbach 1, Beerfelden 2, Vielbrunn (Gruppe), Nieder-Kainsbach 2, Hainstadt, Kirchbrombach 2, Kortelshütte 2, Beerfelden 3 und Lützelbach (Gruppe).

Abzeichen: Eisen Max Fink, Florian Fink, Benedikt Ludwig, Gold 5 (fünfmalige Teilnahme und extra Fragebogen) Maurice Fink, Gold 10 (zehnmalige Teilnahme und extra Fragebogen) Tina Uhrig

Personen auf dem Bild. Stehend von links: Anja Hinrichs, Timo Fink, Manuel Heiß, Maurice Fink, Max Fink, Florian Fink, Klaus Kleinhans. Knieend: Malte Hinrichs, Tina Uhrig, Günter Braner, Janna Kabel, Benedikt Ludwig, Dennis Leibner.