Hirschhorner Neujahrsempfang: Mit Ruhe die wichtigen Entscheidungen angehen

Es ist wieder Ruhe eingekehrt im Städtchen – eine Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindehaus zog. Nimmt man den Besuch der Veranstaltung, so wirkte sich diese Rückkehr zum gefühlten normalen Umgang miteinander extrem positiv auf den Besuch aus. Der Saal platzte aus allen Nähten, was die Redner sehr erfreut feststellten. Umrahmt wurde der Empfang von Hirschhorner Musikschülerinnen.

Hausherr Pfarrer Jörg Awischus lobte das ehrenamtliche Engagement. Es sei beileibe kein Selbstläufer und nicht selbstverständlich, dass sich Menschen politisch, sozial oder kulturell einbringen. Sie tun dies, um zur Lebensqualität im Ort beizutragen und ihren Mitbürgern ein Umfeld zu schaffen, in dem sich diese wohlfühlen. „Wir leben in einer Zeit, in der das, was früher selbstverständlich war, es nicht mehr ist“, sagte er.

Für die anstehenden Zukunftsprobleme gibt es keine Patentlösungen, stellte der Geistliche fest. Ihm machte Mut, dass zum Neujahrsempfang „so viele gekommen sind“. Veränderungen wird es immer geben, betonte der Pfarrer. Man könne die Zukunft zum Wohl der Mitmenschen entwickeln, wenn man im Gespräch bleibe, forderte er.

Die Rückkehr der Ruhe stimmte den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Martin Hölz zuversichtlich für die kommende Zeit. Er sah darin das beste Fundament, um zur Sacharbeit zurückzukehren. Hölz pflichtete Awischus in dessen Worten grundsätzlich bei. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, schloss er mit einem bekannten Buchtitel von Erich Kästner.

In der heutigen Zeit sei jeder gefragt, „die Fahne der Demokratie hochzuhalten“, betonte Bürgermeister Oliver Berthold. „Demokratie braucht Menschen, die Demokratie leben, sie braucht Demokraten, damit sie gut funktioniert und stabil bleibt“, meinte er mit Blick auf so manche Entwicklungen. Das gelte es aber auch fürs eigene Land zu beherzigen. Protest wählen zeige nicht, „dass die da oben“ etwas was ändern müssen. Vielmehr verhindere es, dass etwas geändert werden könne, weil keine vernünftige Regierung zustande komme.

Berthold nannte die Entscheidungen der hessischen Landesregierung aus dem vergangenen Jahr erfreulich. Er bezog sich dabei auf Hessenkasse und eine Teilübernahme der Kindergartengebühren. Erstere dient dazu, die Kommunen bei der Tilgung ihrer Kassenkredite zu unterstützen. Das Land übernimmt die Hälfte, die andere Hälfte müssten die Städte mit etwa 25 Euro/Einwohner/Jahr selbst aufbringen. Für Hirschhorn bedeutet dies, dass innerhalb von 16 Jahren 1,4 Millionen Euro getilgt werden müssen.

Ab August übernehme das Land die Kosten für sechs Stunden Kindergartenbetreuung eines drei- bis sechsjährigen Kindes, führte er weiter aus. Das sei aber nur der Anteil, den eigentlich die Eltern bezahlen müssen, sagte Berthold. Früher war alles schlechter, drängte sich der Eindruck nach den weiteren Worten auf. Das vergangene Jahr habe man dazu genutzt, „wieder Struktur in die Verwaltung zu bringen, Altlasten aufzuarbeiten und zerrissene Bande neu zu knüpfen“, so der Bürgermeister.

„Die Verwaltung habe viele Fehler der vergangenen Jahre aufgedeckt, ist ihren Ursachen auf den Grund gegangen und hat Lösungsansätze erarbeitet“, meinte er. Er sei guter Hoffnung, dass die wichtigen politischen Entscheidungen in 2018 „im offenen Dialog zum Wohle Hirschhorns getroffen werden“, schloss Berthold.

Ehrungen

  • Jugendgruppenpreis für die katholische Kirchenmusik mit ihrem Jugendorchester. Das Ensemble ist vielfältig bei Veranstaltungen in der Stadt aktiv: 150 Euro
  • Silberne Ehrennadel für Arnt Heilmann, seit 15 Jahren Vorsitzender des Gewerbevereins
  • Goldene Ehrennadel für: Marlis Flachs, seit 1991 Vorsitzende, Dieter Klement, seit 1991 Präses des Kolpingvereins; Achim Heiduk, 1980-83 und seit 2008 Notenwart, 1992-2005 Schriftführer der katholischen Kirchenmusik; Karl Neidig, seit 1985 zweiter Vorsitzender, Klaus Zentler, seit 1985 Kassenwart und Vorsitzender des Akkordeon-Orchesters Langenthal.   
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Winterdienst ist bei der Straßenmeisterei in Beerfelden das ganze Jahr ein Thema

Der erste Wintereinbruch sorgte vor einer Woche bereits für weiße Strecken auf den Odenwald-Hügeln und die ersten Verkehrsbehinderungen. Das zweite Intermezzo von Väterchen Frost lässt nicht lange auf sich warten. Für die Straßenmeistereien ist das alle Jahre wieder „Business as usual“. Denn nach dem Winter bedeutet für die Mitarbeiter quasi direkt vor dem nächsten: Die Vorarbeiten starten nahtlos. Welche Vorbereitungen im Odenwaldkreis getroffen wurden, erläuterten jetzt die Verantwortlichen.

Jochen Vogel, Pressesprecher Hessen Mobil in Heppenheim, skizzierte das Prozedere auf den Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, für die die Behörde zuständig ist. Vom Landratsamt des Odenwaldkreises war Volker Weyrauch zugegen, für die Erbacher Polizei Ralf Löring. Hausherr in Beerfelden ist Harald Körner, in Bad König Werner Riesinger. Beide Straßenmeistereien teilen sich die Zuständigkeit im Odenwaldkreis.

Ein harter Winter ist nicht unbedingt einer, in dem es viel schneit, sagten die Fachleute. Sondern einer „mit wechselhaftem Wetter“, tagsüber mit Plus-Temperaturen, nachts mit Frost. Denn dann muss quasi nonstop gestreut werden, erläuterte Mitarbeiter Bernd Bechtold von der Beerfelder Straßenmeisterei. Da eine Tonne Salz 90 Euro kostet, geht dies dann kräftig ins Geld.

Polizeihauptkommissar Löring appellierte an die „Teamarbeit“ von Räumdienst und Autofahrern bei winterlichen Straßenverhältnissen. Zum einen sei Vorsicht in Waldgebieten geboten, weil das Salz Tiere an den Straßenrand ziehe. Zum anderen solle immer die Fahrgasse für die mit vier Meter überbreiten und mit 23 Tonnen ganz schön schweren Räumfahrzeuge freigelassen werden. „Bitte nicht überholen und die Geduld aufbringen, dahinter zu bleiben“, wünschte er sich.

Neben der Rücksichtnahme nannte Löring als wichtiges Kriterium auch vorausschauendes Fahren. In Höhenlagen müsse man auf offenen Flächen mit Eisbildung rechnen, sagte er. Ein noch so guter Winterdienst „kann keine sommerlichen Verkehrsverhältnisse schaffen“, ergänzte Riesinger. Am schwierigsten sei die Lage, „wenn es im Berufsverkehr anfängt zu schneien“, meinte Vogel. Dann seien auch eine Stunde zuvor geräumte Straßen rasch wieder zu.

Auf Autobahnen nonstop und auf den anderen Straßen von 6 bis 22 Uhr: So stellt sich der Schichtdienst in den Straßenmeistereien dar. Wobei um 6 Uhr zum Berufsverkehr die Strecken schon frei sein sollen. Deshalb beginnt der Dienst für die Mitarbeiter bereits im 1.30 Uhr nachts mit den Vorbereitungen Dann wird per Computer die Lage auf den Straßen überprüft.

„Winterdienst ist das ganze Jahr ein Thema“, verdeutlichte Vogel. Im Frühjahr gibt es Reparaturen, Ausschreibungen und Neuanschaffungen, im Sommer wird das Salz bezogen, im Herbst werden die Dienstpläne für die kalte Jahreszeit gemacht. Danach geht es schon auf die Strecken, um Schneenetze und -stangen zu stellen. „Ende Oktober sind die Vorbereitungen abgeschlossen.“

Neben dem Rückgriff auf die Wetterdienste helfen laut Jochen Vogel auch die jahrzehntelangen Erfahrungen der Hessen-Mobil-Leute, um zu wissen, „wo es an Brücken oder Waldpassagen glatt werden kann“. Ist Schnee gemeldet wie es derzeit fast jeden Tag vorkommen kann, „wird die Rufbereitschaft ausgelöst“, so der Pressesprecher. Jeder Fahrer hat eine vorgegebene Route, die etwa drei bis vier Stunden dauert.

Verwendet wird dabei eine Mischung aus 70 Prozent Trockensalz und 30 Prozent Lauge, die in der Straßenmeisterei hergestellt wird. Das Ganze nennt sich Feuchtsalz FS 30. „Dann haftet das besser auf dem Asphalt“, weiß Körner. Es wird nicht so schnell verweht, setzt den Auftauprozess schneller in Gang und hält die Straßen länger eisfrei. Laut Vogel testet man auf der Autobahn bei wechselhafter Witterung bereits FS 100, womit sich der Salzverbrauch um 30 Prozent reduzieren lässt. Sollten die 3300 im Odenwaldkreis gelagerten Tonnen Salz doch mal knapp werden, „füllen wir die Hallen unverzüglich wieder auf“, versichert er. Nur in den schneereichen Wintern 2010 und 2012 wurde es einmal knapp.

Die Straßenmeisterei Beerfelden mit ihrem Chef Harald Körner betreut 215 Straßenkilometer im südlichen Odenwaldkreis, dazu im benachbarten Kreis Bergstraße das hessische Neckartal und den Überwald rund um Wald-Michlebach bin hin nach Birkenau und ins Gorxheimertal. Daneben werden ein paar dazwischenliegende badische Straßen wie etwa durch Heddesbach oder Richtung Eberbach abgefahren. In der Oberzent-Stadt lagern etwa 1000 Tonnen Salz.

Die Straßenmeisterei Bad König mit Werner Riesinger an der Spitze ist für 285 Kilometer Bundes-, Landes- und Kreisstraßen im nördlichen Kreisgebiet zuständig. Das neue Silo fasst 2000 Tonnen Salz. In Beerfelden sind sieben Schneeräumer im Einsatz, davon fünf eigene, die im Drei-Schicht-Betrieb von 18 Mitarbeitern gefahren werden. In Bad König sind es acht Fahrzeuge, davon vier eigene mit 15 Angestellten. Alle zusammen kümmern sich um die 500 Kilometer Strecke im Odenwaldkreis.

Weitere kleinere Salzlager gibt es in Hirschhorn und Wald-Michelbach. Insgesamt hält Hessen Mobil im Odenwaldkreis 3300 Tonnen Salz vor, was für einen durchschnittlichen Winter ausreicht. Sollte es einmal den ganzen Tag heftig durchschneien, werden pro Tag und Meisterei etwa 150 Tonnen benötigt.

v.l. Werner Riesinger und Harald Körner, Leiter der Straßenmeistereien Bad König und Beerfelden

Paddy Schmidt bringt musikalisch ein Stück Irland nach Hirschhorn in den Weinkeller Grimm

Ein Mann weiß mühelos einen ganzen Weinkeller zu unterhalten. Paddy Schmidt als bekennender Whiskey-Liebhaber begeistert mit seiner Spiel- und Erzählfreude im vollgestopften Grimm’schen Gewölbekeller. Der Kopf von „Paddy goes to Holyhead“ unterhält die eng sitzenden Gäste im dämpfigen Raum über zwei Stunden mit keltischen Songs jeglicher Couleur und wird dabei noch etliche Geschichten aus seinem reichen Musikerleben los.

Der Fundus seiner Lieder ist dabei ebenso reichhaltig wie die witzigen Überleitungen dazwischen, die manchmal schon fast ausarten in eine Lesung, bei der der 54-Jährige kaum noch den Schlenker zurück findet. Da merkt man, dass er ab und zu auch Musik-Lesungen und gehaltvolle Tastings und Dinners moderiert. Interpretationen bekannter Popsongs und eigene Stücke runden den Set ab.

Paddy Schmidt ist ein Tausendsassa. Das kommt auch musikalisch zum Ausdruck. Allein mit seiner volltönenden Stimme dringt er bis in den hintersten Winkel des Kellers vor. Er weiß sie geschickt zu modulieren, sodass treibende, fetzige irische Jigs und Reels ebenso darin Platz finden wie auch todtraurige Balladen über den Verlust der Liebe oder des Sohnes – oder den Untergang der Titanic.

Ein Hauch von Irland wabert durch den Gewölbekeller. Vor dem geistigen Auge entsteht ein Bild der Insel mit ihren weiten, sattgrünen, manchmal auch kargen Landschaften, am Himmel entlang treibenden Wolkenfetzen, den vier Jahreszeiten an einem Tag. Schmale Straßen schlängeln sich durch Hügel, hinter jeder Kurve stehen ein paar der unzähligen Schafe. In diese Eindrücke mischt sich langsam die Musik, die akustische Gitarre oder die virtuose Mundharmonika, auf der es Paddy zur Perfektion geschafft hat. Die Luft ist ebenso feucht wie in Irland, nur um einiges schwüler und wärmer, sodass das Guinness in Strömen fließt.

Für seine Songs bekommt der Liebhaber keltischer Musik immer viel Applaus. Der fällt aber wohl doch nicht so frenetisch aus wie er es manchmal kennt. Schmidt umschreibt das liebevoll, indem er sein Publikum als intellektuell und in Weihnachtsstimmung kennzeichnet. Aber es dürfte auch einfach zu heiß in der Hütte gewesen sein, um sich mehr zu bewegen. Denn nicht nur einmal fordert der Ausnahmekünstler zum Tanzen auf der engen Fläche auf – aber bleibt damit unerhört.

Andererseits: Es macht einfach nur Laune, Harald Kligge zu lauschen. Denn so heißt der in Lippe/NRW geborene Paddy mit richtigem Namen. 1988 formierte er seine Liebe zur keltischen Musik in Gestalt von „Paddy goes to Holyhead“ als Folkrockband und feierte damit zahlreiche Erfolge. Genauso ist er aber auch Solist unterwegs und begeistert damit sein Publikum. Denn dann kann er spielen und erzählen, was er will.

Das schlägt sich in dem furiosen „Wild-Rover“-Potpourri nieder. Schmidt macht deutlich, dass sich dieses irische Traditional quasi auf alle Musikarten und bekannten Songs covern lässt. Ob „Child in Time“ von Deep Purple, „Locomotive Breath” von Jethro Tull, Jazz, Reggae, Pop – was der Musiker daraus macht, ist eine Klasse für sich.

Ausfälle gegen den Blues („Musik von Frustrierten für Depressive“) kombiniert er mit einer hochprozentigen Version von Billy Joels „Piano Man“, auf Whiskey umgedichtet. Dazu noch ein 150 Jahre altes irisches Antikriegslied einer Witwe oder ein flotter Begräbnissong, der auf einer Novelle von James Joyce fußt: Paddy Schmidt hat sie alle drauf. Besonders die von ihm selbst auf der Mundharmonika begleiteten Songs haben es in sich.

Der Kelte in hessischem Gewand überholt sich beim Spielen fast selbst. Er schaltet um von traurig-besinnlich-melancholisch auf heiter-lebenslustig-fetzig-virtuos und macht dabei die ganze Bandbreite der irischen Mentalität deutlich. Pathetisch das „Foggy Dew“ über den Osteraufstand 1916, beschwing der „Johnny Boy“ als Mitklatsch-Songs. Als Zugabe darf natürlich das laut beklatscht aufgenommene „Whisky in the jar“ nicht fehlen.

Langenthaler Feuerwehr stellte bei Abschlussübung ihre Schlagkraft unter Beweis

Ein Verkehrsunfall mit drei verletzten Personen: So stellte sich das Szenario bei der Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehr Langenthal dar. „Unfallort“ war die Bushaltestelle neben dem Gasthaus „Zur Krone“ in der Waldmichelbacher Straße. Pünktlich wie von Übungsleiter Tristan Schlander geplant, ertönten um 17.02 Uhr die Funkmeldeempfänger und parallel die neuen digitalen Pager der Langenthaler Wehr. 35 Einsatzkräfte eilten mit Tragkraftspritzenfahrzeug-Wasser (TSF-W) und Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) zum Übungsort.

Dort hatten sich bereits zahlreiche Gäste eingefunden. Neben Bürgermeister Oliver Berthold sowie Magistratsmitgliedern und Stadtverordneten gehörten Kreisbrandmeister Sven Falter, Stadtbrandinspektor Marco Albert sowie Ehrenstadtbrandinspektor und ehemaliger Kreisbrandmeister Heinz Albert zu den interessierten Beobachtern. Dazu kamen noch einige interessierte Langenthaler Bürger, die sich ein Bild von der Schlagkraft ihrer Wehr machen wollten.

Wenige Minuten nachdem die Alarmierung durch die Leitstelle Bergstraße erfolgt war, trafen die ersten Retter am inszenierten Unfallort ein. Sogleich begann der erste Gruppenführer, der stellvertretende Wehrführer Steffen Guckenhan, mit der Erkundung. Die Übungslage stellte sich wie folgt dar: ein verunfallter Pkw mit drei Personen, der Fahrer eingeklemmt zwischen dem Sitz und einem Baumstamm, der sich durch die Windschutzscheibe gebohrt hatte.

Guckenhan erhielt nach der ersten Inaugenscheinnahme und der Einleitung von Maßnahmen zur Menschenrettung Unterstützung durch Einsatzleiter und Wehrführer Michael Siefert. In Absprache des gebildeten Führungsteams, zu dem auch der zweite Gruppenführer Matthias Kuntze zählte, gelang es, die nicht eingeklemmten Personen schnell dem Rettungsdienst zu übergeben und danach den Baumstamm mit der Kettensäge zu entfernen. Dadurch konnte auch der Fahrer geborgen werden.

Noch während dieser Aktion fing das Auto laut Übungsszenario mit starker Rauchentwicklung an zu brennen. Auch diese Situation wurde umgehend durch den standardmäßig bereitstehenden Brandschutz unter Kontrolle gebracht: Damit war die Lage bereits 20 Minuten nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte vollständig abgearbeitet.

Anschließend folgte eine Besprechung der Übungsbeobachter samt Übungsleiter. Damit einher ging eine kurze Manöverkritik mit den im Einsatz tätigen Führungskräften. Möglichkeiten zu Feinjustierungen auf hohem Niveau gibt es immer, darin waren sich die Beobachter und der Übungsleiter einig.

Lobende Worte gab es in Richtung der gesamten Mannschaft, welche die Übung zur vollen Zufriedenheit, ruhig, sachlich und zielführend unter vielen beobachtenden Augen abgearbeitet hatte. Nach der Besprechung wartete bereits die nächste Aufgabe auf die aktiven Kräfte. Die Fahrzeuge und Geräte mussten wieder gewartet, getankt und einsatzbereit gemacht werden.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1674978062546336.1073742030.100001024761983&type=1&l=fbf66e4b26

Viel Andrang beim Oktoberfest der Freiwilligen Feuerwehr Hirschhorn

Nach einem schleppenden Beginn verzeichnete die Hirschhorner Feuerwehr doch noch einen schönen Erfolg ihres Oktoberfests. Dirndl und Krachlederne waren bei den Brandschützern Trumpf, während bei den Gästen überwiegend Alltagskleidung vorherrschte. Die säumten nach der Mittagszeit, als der Nebel der wärmenden Oktobersonne Platz gemacht hatte, in großen Mengen die Sitzgelegenheiten.

Ein Jahr hatten die Floriansjünger wegen des Umbaus des Feuerwehrgerätehauses in der Hainbrunner Straße mit dem Fest pausiert. Eigentlich wollte man dieses gleich zusammen mit dem Florianstag einweihen. Doch beim Bau „ist leider kein Ende in Sicht“, bedauerte Vereinsvorsitzender Tim Pfisterer. Das Geld der Stadt ist alle. In einer Schauübung wurde am Nachmittag die Bekämpfung eines Wohnungsbrands im Nachbargebäude simuliert.

Bereits am Abend vorher war die Backdraft-Party in der großen Fahrzeughalle gut besucht. Der nächste Morgen startete erfreulich: Die Feuerwehrleute nahmen offiziell ihr neues Fahrzeug, ein LF 10 KatS, zusammen mit dem Rüstwagen in Betrieb. Die Übergabe geschah durch den Ersten Stadtrat Karlheinz Happes. Neben den vielen befreundeten Wehren aus der Umgebung (Brombach, Kortelshütte, Neckarhausen und Langenthal) freute man sich besonders über den Besuch der Kollegen aus Hirschhorn in Niederbayern, die traditionell jedes Jahr zum Oktoberfest vorbeikommen.

Fürs leibliche Wohl war naturgemäß die Auswahl groß. Bereits zwei Tage vorher hatten sich Aktive aus Einsatzabteilung und Verein an die Vorbereitung gemacht. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, brachte Pfisterer seinen Dank an die Helfer zum Ausdruck. Weißwürste und Fleischpflanzerl zur Maß Bier, aber auch Flammkuchen von der Jugendfeuerwehr oder Waffeln von den Bambini mundeten bestens. Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereits. Auf große Nachfragen stießen die traditionellen Rundfahrten mit den Feuerwehrfahrzeugen.

Cantautore Roberto Tardito macht mit neuem Programm am 27. Oktober Station bei der Kunstpflege in Hirschhorn

Der international renommierte italienische Cantautore Roberto Tardito macht auf seiner Europa- und Amerika-Tour auch Station in Hirschhorn-Langenthal. Dort ist er am Freitag, 27. Oktober, um 20 Uhr im Atelier Enno Folkerts in der Wald-Michelbacher Straße 2 (Alte Pappenfabrik Mayr) zu Gast. Die Kunstpflege Hirschhorn freut sich besonders darüber, dass Tardito die diesjährige Reihe der Atelierkonzerte abschließen wird. Sein Auftritt 2016 war eines der Highlights im letzten Jahr.

Roberto Tardito ist mit einem neuen Programm auf Tournee, die ihn bis Ende kommenden Jahres durch die Schweiz, durch Österreich, Frankreich, Belgien, England, Schottland, den USA und Kanada führen wird. In Deutschland gibt es einige wenige Stationen wie in Halle, Berlin und Frankfurt. Deshalb ist der Verein stolz, dass ein Auftrittsort nach Städten wie Aberdeen, Edinburgh, Liverpool oder London auch Hirschhorn sein wird.

Der Singer-Songwriter Tardito lebt seine manchmal poetischen, manchmal aber auch gesellschaftskritischen Songs. Nur mit seiner akustischen Gitarre, teilweise auch sich selbst auf der Mundharmonika begleitend – siehe Bob Dylan, mit dem er oft verglichen wird -, philosophiert er über den Sinn des Lebens, die vielen Verbote im täglichen Einerlei, das fehlende Engagement in der Gesellschaft. Eben die klassischen Liedermacher-Themen, die man dem völlig in seine Musik vertieften Italiener sofort abnimmt. Wie im vergangenen Jahr gibt es fürs Publikum wieder eine Übersetzung seiner Text vor dem jeweiligen Lied.

„Se fossi Dylan“, „Wenn ich Dylan wäre“, heißt eine CD von Roberto Tardito. Und wirklich lassen sich einige Parallelen zwischen dem italienischen „Cantautore“, wie die Liedermacher im Süden genannt werden, und dem amerikanischen Nobelpreisträger finden. Allerdings ist das Italienisch des aus dem Piemont stammenden Tardito eindeutig besser verständlich als das Genuschel des US-Poeten Bob Dylan.

Über den Kortelshütter Musiker Heiko Plank kam der Kontakt Tarditos zur Kunstpflege Hirschhorn zustande. Auf deren Einladung spielt der sympathische 33-Jährige jetzt eines seiner wenigen Deutschland-Konzerte. Seine raue und sehr einfühlsame Stimme liegt irgendwo zwischen Angelo Branduardi und Paolo Conte. Er ist in seiner Musik immer auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen den Kulturen und den verschiedenen musikalischen Traditionen. Tardito singt Balladen und Revolutionslieder, aber auch populäre Songs aus der ganzen Welt. Seine Texte sind voller Reife und Aussagekraft, wie sie in der Tradition eines Hannes Wader, Reinhard Mey oder Konstantin Wecker zu finden sind.

Um auch weiterhin die Konzerte bei freiem Eintritt ermöglichen zu können (ein freiwilliger Obolus für den Kulturbeutel ist allerdings auch immer willkommen), bietet der Maler Enno Folkerts zehn sehr dekorative Siebdrucke zum Kauf an. Jeweils fünf von zwei Motiven aus seiner Fensterserie zum Mindestpreis von 100 Euro. Die Auflage beträgt je 40 Stück, nummeriert und signiert, ohne Rahmen. Weitere Infos unter E-Mail erhard.folkerts@web.de.

 

Arbeitskreis kümmert sich jetzt um die interkommunale Zusammenarbeit zwischen Hirschhorn und Neckarsteinach

Ein Arbeitskreis soll die weitere interkommunale Zusammenarbeit der beiden hessischen Neckartalstädte koordinieren. Er löst damit den bisherigen, gemeinsam tagenden Ausschuss aus Neckarsteinach und Hirschhorn ab, der bisher drei Mal zusammenkam. Weiterhin wurde beschlossen, dass es spätestens ab dem 1. Januar 2019 ein gemeinsames Mitteilungsblatt für beide Städte geben soll.

Da Ausschuss für Stadtentwicklung (AfS) in Hirschhorn sowie Haupt- und Finanzausschuss in Neckarsteinach beratende Funktion haben, müssen die Beschlüsse noch durch die jeweilige Stadtverordneten-Versammlung. Was aber bei einstimmigen Entscheidungen eine Formsache sein dürfte. Überhaupt war die Versammlung von viel Einmütigkeit geprägt.

Die Einrichtung des Arbeitskreises geschah auf CDU-Antrag hin. Er soll zwölf Mitglieder haben, neben Bürgermeistern und Stadtverordneten-Vorstehern auch die jeweiligen Fraktionsvorsitzenden – oder jeweilige Vertreter. Dazu ist ein externer Berater angedacht. Man verspricht sich von der Verlagerung weg vom Ausschuss eine effektivere Arbeitsweise in kleinem Kreis, in dem auch mal offen Themen angesprochen werden können, die nicht gleich in die Öffentlichkeit sollen. Wobei abstimmungsfähige Ergebnisse auf die nächste Sitzung des jeweiligen Ausschusses kommen sollen.

Ein konkreter Zeitplan wurde noch nicht erstellt. Die Einladungen sollen den jeweiligen Stavo-Vorstehern vorbehalten bleiben, denn die Sitzungen finden abwechselnd in den Orten statt. Von den Mandatsträgern kamen durchweg positive Rückmeldungen. Gleichzeitig wurde aber deutlich gemacht, dass es auch von ihnen selbst abhängt, dass Bewegung in die Sache kommt. Aktuelle Themen können im Arbeitskreis schneller aufgegriffen werden, wurde als Vorteil herausgestellt. Und jeder kann so reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

In der Diskussion wurde mit Blick auf die Fusion in der benachbarten Oberzent aber auch klar, dass noch viel Wasser den Neckar hinunterlaufen wird, bis die beiden Städte in die Nähe eines Gemeindeverwaltungsverbands oder gar Zusammenschlusses kommen. Im südlichen Odenwaldkreis gab es eine Vorlaufzeit von etwa zehn Jahren, weshalb ein oder zwei Jahre am Neckar für den gleichen Prozess ziemlich unwahrscheinlich sein dürften. Zu viele kleine und große Dinge gilt es im Vorfeld noch zu klären.

Ein Punkt wurde nun bereits konkret angegangen. Spätestens zum 1. Januar 2019 soll es ein gemeinsames Mitteilungsblatt geben. Die Verzögerung ergibt sich dadurch, dass Neckarsteinach im kommenden Jahr noch vertraglich gebunden ist. Man will aber versuchen, früher zu Potte zu kommen. Die genauen Modalitäten müssen noch ausgearbeitet werden. Denn in Hirschhorn wurde der Stadtanzeiger bislang kostenlos haushaltsdeckend verteilt. In Neckarsteinach geschah dies auf Abo-Basis für eine jährliche Gebühr.

In Hirschhorn wäre man nicht glücklich damit, nun von den Bürgern Geld verlangen zu müssen. Andererseits gab es schon bisher mit Rothenberg ein gesplittetes Modell, bei dem die interessierten Leser des Höhendorfs bezahlen mussten. Denn letztendlich ist eine kostenlose Verteilung auch eine Geldfrage, wurde deutlich. In der künftigen Stadt Oberzent kostet das Amtsblatt in einer Auflage von 5400 Stück (haushaltsdeckend) 30.000 Euro im Jahr. Es wird dort kostenlos abgegeben.

Sowohl diese unterschiedlichen Modelle als auch andere Details wie Umfang, Kosten für die Stadt, Farbe oder Online-Verfügbarkeit müssen nun unter einen Hut gebracht werden. Eine erste Abfrage bei fünf Verlagen führte noch nicht zu wirklich belastbaren Ergebnissen. Zu viele Details waren noch unklar, weshalb die Verwaltung den Auftrag bekam, anhand von konkreten Vorgaben neue Verhandlungen aufzunehmen.