Sommerkonzert der Kunstpflege Hirschhorn mit lateinamerikanischer Musik von Palito Aché

Lateinamerikanische Rhythmen am Neckar: Da muss doch Sommerfeeling aufkommen. Am Samstag, 19. August, findet um 19 Uhr das nächste Konzert der Kunstpflege Hirschhorn statt. Nach längerer Zeit sind wieder Musiker der Gruppe „Palito Aché“ zu Gast. Das Konzert steigt diesmal nicht wie gewohnt im Langenthaler Atelier von Enno Folkerts, sondern im Garten von Vereinsmitglied Jens Hafner in Ersheim, Brentanostraße 8 (direkt hinter der Neckartalschule).

Wer die Musik von Lorenzo Guillén (Gitarre Gesang), Neophytos Stephanou (Bass/Gesang) und Pablo Pellecer (Percussion) hört, kann den rhythmischen Wurzeln der lateinamerikanischen Kultur nachspüren. Die schiere Lebensfreude, welche diese Musik sogar in ruhigen Stücken zum Ausdruck bringt, animiert dazu, sich in Bewegung zu setzen, zu tanzen oder wenigstens mit den Füßen zu wippen.

Bei solchen Rhythmen an einem Sommerabend kann sich mit ein wenig Phantasie das Neckarufer in einen karibischen Strand verwandeln. Und man hat noch den Vorteil, dass man hier keine unliebsamen Begegnungen mit Schlangen, Skorpionen oder Haien zu befürchten braucht. Der Eintritt ist wie immer frei. Es geht der Hut für die Musiker herum.

Beste Stimmung und Unterhaltung sind bei der Ersheimer Kerwe garantiert

Wenn die DLRG zur Ersheimer Kerwe ruft, dann ist Hochbetrieb. Denn beste Stimmung und Unterhaltung sind garantiert. Dazu stimmte bis Montagabend auch fast immer das Wetter. Die schwülwarme Luft ließ aber und zu ein paar (viele) Tropfen auf den Boden fallen. Ein Großteil des Geländes ist sowieso überdacht. So können die Gäste im Trockenen ungestört weiterfeiern, sollte einmal der Himmel seine Pforten öffnen.

DLRG-Vorsitzender Thomas Uhrig zeigte sich sehr erfreut darüber, „dass die traditionelle Kerwe so gut von der Bevölkerung angenommen wird“. Den Fassanstich zur Eröffnung am Samstagabend nahm Bürgermeister Oliver Berthold vor. Mit zwei gezielten Schlägen war der Hahn im Fass und der Gerstensaft konnte aus dem 30-Liter-Fass fließen. Danach konnten die Besucher im Biergarten die nette Atmosphäre, das DLRG-Stammessen vom Buchenholzgrill und die Gastfreundschaft der Helfer genießen.

Uhrig dankte für die breite Unterstützung bei der Kerwe-Durchführung. An den drei Tagen seien zwischen 60 und 70 Helfer im Einsatz, darunter auch die „Mallorca-Unterbrecher“, die sich einen Abstecher nach Hirschhorn nicht nehmen ließen. Seit weit über 20 Jahren wirkt die DLRG an der Organisation mit, erst als Mitveranstalter, dann ab 1998 in Alleinregie. Die genauen Anfänge der Kerwe hätten sich bisher noch nicht rekonstruieren lassen, so Uhrig.

Neben den Firmen und Betrieben, die traditionell montags zum Mittagessen vorbeikommen, gibt es auch andere Organisationen, die übers Wochenende gerne einen Abstecher machen – etwa die Feuerwehren. „Man besucht sich gegenseitig“, machte Uhrig die Verbundenheit deutlich. Dutzende Helfer tragen dazu bei, dass bei keinem so schnell Hunger oder Durst aufkommen muss.

Für die kleinen Gäste gab es am Sonntag und Montag einen vielseitigen und kostenlosen Themenpark. Neben einem Bastelzelt wurde auch Kinder-Schminken angeboten. Am Nachmittag stand das Mehrzweckrettungsboot für Rundfahrten auf dem Neckar zur Verfügung. Das wurde wie jedes Jahr sehr gut angenommen. Neben dem Stammessen (Gyros, Spießbraten, halbes Hähnchen mit Pommes) gab es eine reichhaltige Auswahl an Speisen und Getränken.

Auf die DLRG kann man immer bauen: Hirschhorner Ortsgruppe feierte das 40-jährige Bestehen

Ohne das Ehrenamt geht nichts: Deshalb stand die Würdigung der freiwilligen Leistungen im Dienste der Mitmenschen auch bei den Reden zum 40. Jubiläum der DLRG-Ortsgruppe Hirschhorn im Mittelpunkt, das im Rahmen des Ersheimer Kerwe am Gebäude der Bereitschaft gefeiert wurde. Vorsitzender Thomas Uhrig nutzte die Gelegenheit, einen Blick zurück auf vier Jahrzehnte lebensrettender Tätigkeit im hessischen Neckartal zu werfen.

1977 wurde die Ortsgruppe in der Mark-Twain-Stube des damaligen Hirschhorner Bürgerhauses gegründet. Ein Jahr später konnte man durch die Unterstützung der Volksbank bereits das erste Einsatzfahrzeug anschaffen. Während all der Zeit wurde immer ein Schwerpunkt auf die Fortbildung gelegt, betonte Uhrig. Fünf Jahre nach Gründung dann ein Meilenstein: Die DLRG-Station in der Ersheimer Straße wurde eingeweiht.

1992 gründete man zusammen mit dem DRK eine Sanitätsgruppe, 1993 waren die Lebensretter auf dem Wasser selbst betroffen vom Jahrhunderthochwasser des Neckars, das die eigenen Räume 30 Zentimeter hoch überflutete. 1997 wurde laut Uhrig ein Taucheinsatzfahrzeug angeschafft. Und dann in Hirschhorn das erste Hochwasserboot fürs hessische Neckartal stationiert.

2002 war die DLRG mit der Gründung einer First Responder Gruppe als Unterstützung des DRK Vorreiter in diesem Bereich. 2004 gab’s die Hochwassermedaille des Landes. Seit 2013 ist Hirschhorn mit Thomas Uhrig im Kreisvorstand vertreten. Seit 2016 ist er auch organisatorischer Leiter Rettungsdienst im hessischen Neckartal. In diesem Jahr ging man die Renovierung des vor 35 Jahren gebauten Vereinsheims an.

75 Kinder seien derzeit in der Schwimmausbildung im Eberbacher Schwimmbad, weshalb sich die DLRG stark für dessen Erhalt einsetze, sagte der Vorsitzende. Er zeigte sich stolz über die Jugendgruppe. Jugendarbeit generell bezeichnete er als „sehr wichtig“. Man strebe an, in diesem Bereich immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Harald Blum, der vor 40 Jahren die Ortsgruppe mitgründete und zwischenzeitlich als DLRG-Vorsitzender auf Landesebene gewirkt hatte (jetzt ist er Ehrenpräsident), wies auf den Verein als „größte freiwillige Wasserrettungsgesellschaft der Welt“ hin. Von 1950 bis 2015 wurden seinen Worten zufolge 22 Millionen Schwimmprüfungen abgenommen. Den Bau der Station bezeichnete er als sehr wichtig für den Fortbestand der Ortsgruppe. Er forderte mehr Wertschätzung für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Diese seien auch ins kulturelle Leben einer Stadt eingebunden.

Der Vorsitzende des Bergsträßer Kreisverbands, Matthias Denner, wies auf die nicht alltägliche First-Responder-Arbeit hin. Die Vereinsmitglieder opferten viel Zeit für ihre Mitmenschen, betonte er. Mit der Berufung Blums in den Landesvorstand wurden die Hirschhorner Fähigkeiten auch überregional anerkannt, freute er sich.

„Es ist bemerkenswert, was hier aufgebaut wurde“, sagte Bürgermeister Oliver Berthold. Er zeigte sich beindruckend vom Geleisteten. „Nur wenige kennen das vielfältige Aufgabenspektrum“, meinte er. Er würdigte die Arbeit der Verantwortlichen vor Ort als immer verlässliche Partner, die sich um unkomplizierte Lösungen bemühten. „Man kann auf die die DLRG bauen“, so Berthold.

Das kann nicht nur die Stadt, das können auch die Bürger, wie sich direkt im Anschluss zeigte. Kaum war die Feierstunde vorbei, brach plötzlich Hektik aus. Schnell sprangen ein paar Helfer in zwei Fahrzeuge, um mit Blaulicht nach Neckarhausen zu düsen. Dort war ein Traktor von der dortigen Fähre in den Neckar gestürzt. Zum Glück ohne Folgen für die Fahrerin, die nur nass wurde. Das Gefährt aber versank in den Fluten.

Beim 41. Ritterfest am 2. und 3. September taucht Hirschhorn wieder in seine Historie ein

Die Neckarstadt steht am Samstag, 2., und Sonntag 3. September, bereits zum 41. Mal ganz im Zeichen der Historie. Die Hirschhorner Ritter übernehmen das Regiment über die Stadt und laden zum Ritterfest ein. Zwei Tage lang heißt es rund um den Chateau-Landon- und Freien Platz „Hirschhorn lebt im Mittelalter“. Beginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Außerdem wird in diesem Rahmen das Jubiläum „600 Jahre Jahrmarktsrechte“ begangen. Das Fest beginnt auf dem Rathausvorplatz mit der offiziellen Markteröffnung durch die Hirschhorner Ritter und dem Böllerschuss.

Die bekannte Rittergruppe Fictum kommt auch 2017 gerne wieder an den Neckar. Die tapferen Recken aus Tschechien verstehen sich vortrefflich auf den Schaukampf in Rüstung mit historischen Waffen. Dabei außerdem: Luftartistik mit Trifabula, die Hirschhorner Gruppe kampfhûs mit Fechtvorführungen, die Komödianten Pill und Pankratz, das Gauklerduo Forzarello und der Feuerzirkus Bilenko. Viele Spielmänner und -frauen sind vertreten: Mit bereits 20-jähriger Erfahrung auf den Mittelalterbühnen bringen die Musikerinnen von „Mucker Pazza“ geballte Spielweiber-Power mit, die sich gewaschen hat.

Auch die vier Musiker von Musica Canora haben mit ihren gotischen Dudelsäcken, Saiteninstrumenten, allerlei Pfeifen und Trommeln bei den Auftritten sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mittelalterfans. Die Minnesänger der Ritter zu Hirschhorn runden zusammen mit dem Fanfarenzug der Stadt Eberbach, Hrabne der Barbardin und Christine Weniger an der Drehleier das musikalische Angebot des 41. Ritterfestes ab. Beim abendlichen Tavernenspiel mit feurigem Spektakel erleben die Besucher noch einmal alle Akteure zusammen. Die jeweiligen Auftrittszeiten und -orte sind im Ritterfestflyer und auf der Homepage ersichtlich.

Ein Markenzeichen des Ritterfests ist immer das große Handwerkerdorf mit unzähligen Mitwirkenden, wo man das alte Brauchtum aus vergangenen Jahrhunderten live erleben kann. Dort lässt sich den zahlreichen Künstlern über die Schulter schauen und so manches über die alten Handwerke erfahren. Zu bestaunen sind beispielsweise Buchdrucker, Bogenbauer, Scherenschleifer, Quacksalber, Brillenmacher, Papierschöpfer, historische Färberei und vieles mehr.

Hier ein Auszug: Der Brillenmacher Dahmen fertigt mittelalterliche Brillen aus Holz, Horn, Silber und Mammut. Alle seine Arbeiten sind Unikate. In der Buchdruckerei von meint man, Guttenberg und Kessler stehen persönlich in der Werkstatt. Unter dem Namen Elfgard stellt Eva Landmann besonderen Schmuck her: im hellen Tageslicht zauberhafte Kleinode und bei Nacht leuchten die Stücke wie durch Magie.

Auch einen Fellgerber kann man bei der Ausübung seines Handwerks beobachten und die von ihm gefertigten Produkte wie Hausschuhe, Westen oder Felle direkt erwerben. Die Glasmalerei ist eine traditionelle handwerkliche Technik mit einer über tausendjährigen Geschichte. Eine Hirschhornerin beherrscht diese Kunst perfekt. Ausschließlich mit alten originalgetreuen Werkzeugen wird in der Goldschmiedewerkstatt gearbeitet. Gelötet wird auf Holzkohlenglut mit Mundblasrohr.

Ein Meister seines Handwerks ist der Korbflechter. Er bietet seine handgeflochtenen Körbe feil, zeigt ihre Entstehung und bringt den Kindern das Korbflechten bei. In der Leuchteray fertigen Nicole und Michael Linke Lichterknoten und Holzlaternen an. Auch das von vielen vergessene alte archaische Handwerk des Mollenhauers wird dargestellt. Der Ausdruck bezeichnet den Beruf, bei dem hölzerne Sautröge komplett aus einem Pappel-Baumstamm gearbeitet werden.

Der Silber- und Bronzeschmied zeigt altes Handwerk mit Vorführungen. Man findet von ihm selbst gefertigte Armspangen, Gewandfibeln, Halsreife und Ringe sowie Amulette und Ohrhänger. In seiner mobilen historischen Schmiede schmiedet Thomas Hammer alles, was das Kinderherz begehrt. Ob Schnecken, Würfel, Minihufeisen oder andere Lieblingsstücke, hier wird jeder glücklich. Ein Wetterfahnenmacher berichtet über sein Handwerk und fertigt individuelle Einzelstücke von unvergänglichem Wert.

Allerlei Händler preisen ihre Waren an. Die weiblichen Besucher erfreuen sich an Kränzen aus Getreide und Blumen, mittelalterlichen Gewändern, Taschen, Tüchern, individuellem Schmuck, Kopfschmuck, edlen Steinen, Seifen, Körperölen und Düften, während die Herren sich für Zinnfiguren, Fahnen, Schwerter, Äxte, Rüstungsteile und Helme interessieren. Auch allerhand Nahrhaftes wie Honig, Konfitüren, Marmeladen und Gelees, Gewürze, Kerniges aus der Räucherkammer und Flüssiges vom Metbrauer, Kräuterweine, Frucht- und Sahneliköre, Kräuterliköre und Schnäpse werden feilgeboten.

Info: Der ganztägige „Wegezoll“ beträgt 7 Euro, für das Zweitagesticket 10 Euro. Kinder unter „Schwertmaß“ haben freien Durchlass. Der Eintritt für Gewandete beträgt 4/6 Euro. Im Wegezoll ist der Eintritt für die Bilderausstellung 125 Jahre evangelische Kirche im Langbein-Museum enthalten. Weiteres unter http://www.hirschhorner-ritter.de

Badische Resolution des GVV Schönau gegen hessischen Windrad-Wildwuchs im Kreis Bergstraße

Der Proteststurm gegen die in Südhessen geplanten Windenergieanlagen (WEA) ist schon längst über die Grenze ins Badische geschwappt. Gerade bei den wenige Kilometer entfernt liegenden Gemeinden des Ulfen- und Steinachtals ist man über die Neufassung des hessischen Regionalplanentwurfs nicht erfreut. Deshalb haben die vier dortigen Bürgermeister eine Protestresolution formuliert, die sie einem breiten Verteiler auf beiden Seiten der Ländergrenze zuschickten.

Die Botschaft darin ist klar: Hermann Roth für Heddesbach, Sieglinde Pfahl für Heiligkreuzsteinach, Marcus Zeitler für Schönau und Hans Zellner für Wilhelmsfeld – inzwischen ist sein Nachfolger Christoph Oeldorf im Amt – rufen den Planern im Darmstädter Regierungspräsidium (RP) ein ganz klares „Stopp“ zu. Das fußt vor allem auf zwei Argumenten: dem Naturschutz und der Einkesselung der badischen Anlieger, die durch den verschlungenen Verlauf der Ländergrenze manchmal auf drei Seiten von Hessen umgeben sind.

„Es ist völlig unverständlich und der Bürgerschaft nicht zu vermitteln“, heißt es in der Resolution, warum große zusammenhängende Waldflächen, die auf baden-württembergischer Seite „als besonders wertvoll und schützenswert und in der Abwägung deshalb höher eingestuft werden als die Belange der Windenergie“, auf der anderen Seite der Landesgrenze offenbar keine besondere schützenswerte Bedeutung hätten.

Bezug genommen wird beim Umweltaspekt auf die Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises. Die bezieht sich unter anderem auf Stillfüssel und Greiner Eck. Darin heißt es, dass die WEA aus dem badischen Kreis heraus weithin sichtbar sind und sein werden. Damit würden „das Landschaftsbild, die Erholungseignung und die Eigenart der Landschaft erheblich beeinträchtigt“. Dass etliche geplante Anlagen in einem Zehn-Kilometer-Umreis um die vier Gemeinden liegen, verstärke die nachteiligen Auswirkungen.

Die Resolution weist deshalb darauf hin, dass der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau eben wegen solcher Kriterien wie Natur- und Landschaftsschutz „auf die Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen in seinem Flächennutzungsplan verzichtet“. Auch fordert der GVV, dass die Anzahl von WEA auf einer bestimmten Fläche gedeckelt werden sollte. Allein die geplanten Vorrangflächen rund um das Verbandsgebiet schüfen die Möglichkeit für eine enorm hohe Anzahl, „die uns regelrecht einkesseln würde“.

Die Verfasser weisen darauf hin, dass nicht nur in Hessen WEA geplant werden, sondern auch in angrenzenden Vorranggebieten des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim. Genannt werden hier Weinheim oder Heidelberg, aber auch Eberbach. Hier ist durch den an Flockenbusch anschließenden Bereich Brombach-Nord Heddesbach besonders tangiert, das bereits „freie Sicht“ aufs Greiner Eck hat.

Der GVV argumentiert, dass es in Hessen ein sogenanntes „Umzingelungsverbot“ gebe, nach dem es nicht zulässig sei, dortige Gemeinden mit Windrädern einzukesseln. „Genau das scheint aber hier in Bezug auf die baden-württembergischen Gemeinden nicht beachtet zu werden“, schreibt Geschäftsführer Werner Fischer. „Jedenfalls fanden keine Gespräche zu unserer eigenen Planung dazu statt“.

Wie überhaupt die länderübergreifende Kommunikation zu wünschen übrig ließ. „Die Verfahrensbeteiligung stellt ein besonderes Ärgernis dar“, monieren die Unterzeichner. Sowohl zum Greiner Eck als auch zum Stillfüssel sei diese vom RP abgelehnt worden. Ebenso habe es keine Bürgerinformation gegeben, „die bei einem so bedeutsamen Projekt äußerst wichtig gewesen wäre“.

Fischer betont für den GVV, dass man einer „sinnvollen Ausweisung von Vorrangflächen“ sowie deren Bau konstruktiv gegenüber stehe. Deshalb sehe man auch keinen Widerspruch darin, sich gegen die geballte Ausweisung entlang der Landesgrenze auszusprechen. Auch der zweite Regionalplanentwurf weise „völlig inakzeptable Flächengrößen“ auf. Deshalb fordern die badischen Anlieger, im Stillfüssel und im Greiner Eck keine weiteren Anlagen als die bisher genehmigten zuzulassen. Im Bereich Flockenbusch sollte eine Begrenzung auf maximal fünf erfolgen.

Verteiler der Resolution: Fraktionen Regionalverband Südhessen, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, Landtags- und Bundestagsabgeordnete Bergstraße, Landtagsabgeordnete Wahlkreis Sinsheim, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises,  Landrat Kreis Bergstraße, Regierungspräsidium Darmstadt, Regierungspräsidium Karlsruhe, Staatsministerium Baden-Württemberg, Verband Region Rhein-Neckar, Fraktionen des Kreistages RNK, Fraktionen des Kreistages Bergstraße, Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim, BUND, NABU

Oberzent-Fusion ist durch: Bürgerbegehrens-Frist ist abgelaufen

Einen Sachstand zum Verlauf der Oberzent-Fusionsanstrengungen gab Bürgermeister Thomas Ihrig auf der vergangenen Sitzung der Gemeindevertretung. Die Frist zur Einreichung eines Bürgerbegehrens (acht Wochen seit dem Beschluss über den Grenzänderungsvertrag) sei zwischenzeitlich ohne eine solche abgelaufen, sagte er. Damit ist auch der Zeitraum verstrichen, in dem Namensgegner noch hätten agieren können. „Die Genehmigung des Vertrags durch die Regierungspräsidentin in Darmstadt wird in Kürze erwartet“, freute er sich.

Die Arbeit an der Umsetzung des Projekts läuft laut Ihrig. Dabei gelte es viele Details zu berücksichtigen. Er wies auf weitere Entscheidungen rund um das Thema hin, die die vier Kommunen ebenfalls berührten. So habe der Odenwälder Kreistag beschlossen, dem Verein „Metropolregion Rhein-Neckar“ beizutreten. Gerade für die Oberzent mit ihrer Nähe zum badischen Neckartal sei dieser zukunftsträchtige Schritt sehr wichtig.

Vom verstärkten Blick und von der Netzwerkpflege in Richtung Süden „profitiert insbesondere unsere Region“, so Ihrig. Vielfältige Verknüpfungen und Beziehungen in die Metropolregion müssten aktiviert und gepflegt werden. Außerdem solle eine Konzeption zur Einrichtung einer Servicestelle der Wirtschaftsförderung bei der OREG insbesondere für die neue Stadt erstellt werden, erläuterte er.

Der Rathauschef informierte weiter, dass das Mobilitätskonzept „Garantiert mobil“ des Odenwaldkreises am 8. September starten solle. Die Oberzent-Kommune(n) beteilige(n) sich finanziell während der Einführungsphase bis Ende 2019. Dies geschieht Ihrig zufolge durch Übernahme eines Teils der Kosten der sogenannten „TaxOMobil-Fahrten“ (Fahrten, für die es keine regulären Verbindungen und Mitnahmeangebote gibt). Denn diese sind eigentlich mit einem kräftigen Zuschlag versehen. „Hierdurch soll die Akzeptanz des neuen Angebots erhöht werden“, betonte der Bürgermeister.

Wie er weiterhin erläuterte, seien die gemeinsamen Auftragsvergaben aller vier Orte zur Gebührenkalkulation 2018 erfolgt. Denn zum Jahresbeginn 2018 „müssen einheitliche Wasser- und Abwasser-Satzungen vorliegen“. Vorrangig gehe es darum, Beitrage und Gebühren für Wasser und Abwasser zu ermitteln. In einem zweiten Schritt folgen Friedhofs- und Kindergartengebühren.

Im zweiten Halbjahr werden nach den Worten von Ihrig die Themen nicht ausgehen. So stehe, jetzt schon kurz angerissen, die Diskussion über Konzepte für Bau und Unterhaltung der Wasserversorgung, der Abwasserbeseitigung und der Straßen an. Diese bilde eine wichtige Grundlage für künftige Bau- und Unterhaltungsmaßnahmen nach Dringlichkeit. Hier sah er den „Bedarf an weiteren gemeinsamen Sitzungen zur Abstimmung des Vorgehens“.

Einstimmig beschloss das Gremium die neuen Gebühren für die Nutzung des Schlacht- und Kühlhauses im Dorfgemeinschaftshaus Hesselbach. Hintergrund waren steigende Kosten bei stark zurückgehenden Nutzerzahlen der – dort ausschließlich zugelassenen privaten – Schlachtungen. 83 waren es noch 1998, nur 20 im vergangenen Jahr. Weiterhin ist laut dem Rathauschef festzustellen, dass sich in den letzten Jahren die Entsorgungskosten für das Konfiskat (Schlachtabfälle) „deutlich erhöht haben“.

Hinzu komme, dass die Entsorgungskosten des Festabscheiders und die Wartungskosten des Kühlaggregats mit rund 500 bis 600 Euro brutto im Jahr zu Buche schlagen. Dies bedeute bei nur noch 20 Schlachtungen im Jahr einen Aufwand von jeweils rund 25 bis 30 Euro. Somit fallen laut dem Bürgermeister derzeit laufende Kosten (ohne sonstige Reparaturen, Bauhofeinsatz, Abrechnungen, Rindermeldungen, Abschreibungen) je Schlachtung bei Rindern über 66 Euro und bei Schweinen über 61 Euro an.

Im Jahr 2007/08 lagen Ihrig zufolge die vergleichbaren Kosten bei Rindern noch bei etwa 26 Euro und bei Schweinen bei 24 Euro je Schlachtung. Die seit 2008 erhobene Grundgebühr liege bei 30 Euro je Schlachtung. „Sie deckt somit bei weitem die anfallenden Kosten nicht mehr ab.“

Neue Schlachtgebühren in Hesselbach

Die Grundgebühr für die Schlachtung von Schwein/Kalb/Schaf beläuft sich auf 65 Euro pro Nutzung, für Rind/Pferd auf 70 Euro. Strom wird mit 30 Cent pro kWh abgerechnet, Heißwasser mit einem Cent pro Liter.

Steinachtal-Chortreffen und Kerwe Mitte Juli auf dem Heddesbacher Kirchplatz

Mitte Juli geht es rund in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises. Zuerst lädt am Freitag, 14. Juli, der evangelische Kirchenchor zum diesjährigen Steinachtaltreffen der Kirchenchöre ein. Es beginnt um 18.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Peterskirche. Neben den Gastgebern sind Ensembles aus Heiligkreuzsteinach, Schönau und Wilhelmsfeld dabei. Anschließend treffen sich alle Sänger sowie Gäste zum gemütlichen Beisammensein mit Chorgesang auf dem Kirchplatz.

Am Samstag, 15. Juli, geht es nahtlos mit der Heddesbacher Kerwe weiter. Freiwillige Feuerwehr und MGV Sängereinheit laden auf den Kirchplatz ein. Um 19.30 Uhr startet der Kerwerock mit den „Singles“. Eintritt frei. Zur Abkühlung geht’s dann in die Kerwe-Bar. Am Sonntag, 16. Juli, findet um 9 Uhr der Kirchweih-Gottesdienst mit Abendmahl in der Peterskirche statt. Ab 10 Uhr gibt es Frühschoppen und ab 12 Uhr das leckere Mittagessen. Die Heddesbacher Tanzgruppe verkauft Lose für ihre Tombola.

Nachmittags können die Gäste dann bei Kaffee sowie selbstgebackenen Kuchen oder Torten auf dem schönen Kirchplatz verweilen. Am Montag, 17. Juli, findet ab 11 Uhr zum Abschluss das beliebte Wellfleisch-Essen statt. Schiffschaukel, Kinderkarussell und Süßwarenstand warten ebenso auf die (kleinen) Besucher.