Ersheimer Brücke: Vollsperrung jetzt doch erst im Herbst

Die rund 160 Meter lange Wehrbrücke über der Schleusenanlage Hirschhorn im Zuge der Kreisstraße K 38 verbindet das westlich gelegene Hirschhorn mit dem östlichen Ersheim auf der gegenüberliegenden Neckarseite. Die Stahlkonstruktion aus den 1930er Jahren weist starke Korrosionsschäden auf und muss daher dringend instandgesetzt werden, teilt die Straßenbehörde Hessen Mobil mit. Der Landkreis Bergstraße als Baulastträger der K 38 hat Hessen Mobil mit der Planung und Durchführung der Brückeninstandsetzung beauftragt.

Derzeit wird durch ein von Hessen Mobil beauftragtes Ingenieurbüro die Ausführungsplanung und Bauablaufplanung für die Instandsetzungsmaßnahme erstellt. Gleichzeitig wird derzeit durch Hessen Mobil ein detailliertes Verkehrskonzept für die Durchführung der notwendigen Bauarbeiten an der Brücke entwickelt und in den kommenden Wochen mit der Stadt Hirschhorn, der Verkehrsbehörde der Landkreise Bergstraße und Rhein-Neckar, der Polizei und den Rettungsdiensten abgestimmt.

Für die Arbeiten an den Hauptträgern der Brücke sind unter anderem aus statischen Gründen jeweils mehrwöchige Vollsperrungen erforderlich, wobei der Fuß- und Radverkehr davon ausgenommen ist, lautet die Info der Behörde. In den Zeiten zwischen den statisch relevanten Arbeiten an den Hauptträgern kann die Fahrbahn jeweils wieder halbseitig für den Verkehr freigegeben werden. Mit den Bauarbeiten soll im Sommer 2021 begonnen werden. Die erste Vollsperrung der Brücke wird voraussichtlich im Herbst 2021 erfolgen (und nicht im Sommer, wie erst kürzlich noch von Hessen Mobil gemeldet wurde). Die Fertigstellung der Bauarbeiten ist für Ende 2022 geplant, heißt es weiter.

Neben der Verbindungsfunktion zwischen den beiden Hirschhorner Stadtteilen dient die Wehrbrücke zur Anbindung des Flusskraftwerks der Neckar AG, als Revisionsweg zu den Wehrpfeilern und als Leitungsbrücke für Wehr- und Kraftwerksbetreiber sowie den verschiedenen Versorgungsunternehmen. Die Wehrbrücke wurde im Zuge der Errichtung der Neckarstaustufe Hirschhorn in den Jahren 1931 bis 1935 als genietete Stahlkonstruktion errichtet und 1979/1980 umgebaut und erweitert.

Die Wehrbrücke setzt sich aus zwei Teilbrücken zusammen, der zweifeldrigen Schleusenbrücke auf der Seite Ersheim und der namensgebenden dreifeldrigen Wehrbrücke auf Hirschhorner Seite. Beide Stahlkonstruktionen besitzen einen offenen Querschnitt aus einem zweistegigen Plattenbalken und einer orthotropen Fahrbahnplatte aus Stahl. Die Wehrbrücke weist laut Hessen Mobil sichtbare Korrosionsschäden an der Überbaukonstruktion und insbesondere eine Spaltkorrosion an den Verstärkungsblechen der Längsträgeruntergurte auf. Hier wölbten sich die Stahllaschen infolge der Volumenvergrößerung des rostenden Stahls auf.

Da die Spaltkorrosion weiter fortschreitet und sich der Druck auf die Verstärkungsbleche weiter erhöht, besteht für die Instandsetzung der Längsträgeruntergurte der Brücke ein dringender Handlungsbedarf. Um die Verkehrssicherheit und die Standsicherheit des Bauwerks dauerhaft zu gewährleisten, ist die geplante Baumaßnahme zwingend erforderlich, so die Mitteilung.

Zur Beseitigung der Spaltkorrosion an den Brückenträgern müssen die Verstärkungsbleche an den Längsträgeruntergurten sowohl in den einzelnen Brückenfeldern als auch über den Innenstützungen ausgebaut und erneuert werden. Dabei müssen je Hautträger mehrere hundert Nieten aus der Stahlkonstruktion gelöst werden. Bevor die Hauptträger zerlegt werden können, muss das jeweilige Brückenfeld und der Hauptträger statisch über eine Hilfskonstruktion auf der Brücke entlastet werden. Hierfür sind aufwendige Auswechsel- und Gerüstbauten erforderlich. Diese Bauarbeiten am teilweise demontierten Hauptträger können aus statischen Gründen nur unter Vollsperrung der Brücke erfolgen, sagt Hessen Mobil.

Beim Ritterfest geht’s in Hirschhorn zurück ins Mittelalter

Die Neckarstadt steht am Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, bereits zum 43. Mal ganz im Zeichen der Historie. Die Hirschhorner Ritter übernehmen das Regiment über die Stadt und laden zum Ritterfest ein. Zwei Tage lang heißt es rund um den Chateau-Landon- und Freien Platz am Rathaus „Hirschhorn lebt im Mittelalter“. Beginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Das Fest startet auf dem Rathausvorplatz mit der offiziellen Markteröffnung durch die Hirschhorner Ritter und dem Böllerschuss.

Die bekannte Rittergruppe Fictum kommt auch 2019 gerne wieder an den Neckar. Die tapferen Recken aus Tschechien verstehen sich vortrefflich auf den Schaukampf in Rüstung mit historischen Waffen. Dabei außerdem: Nikodemaus, Kampfhus, Fabian le Corbeau, Fictum, Musica Canora und Irregang. Abends findet die große Feuershow mit „Chapeau Claque Rouge“ statt.

Die vier Musiker von Musica Canora haben mit ihren gotischen Dudelsäcken, Saiteninstrumenten, allerlei Pfeifen und Trommeln sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mittelalterfans. Beim abendlichen Tavernenspiel mit feurigem Spektakel erleben die Besucher noch einmal alle Akteure zusammen. Die jeweiligen Auftrittszeiten und -orte sind im Ritterfestflyer und auf der Homepage ersichtlich.

Ein Markenzeichen des Ritterfests ist immer das riesige Handwerkerdorf mit unzähligen Mitwirkenden, wo man das alte Brauchtum aus vergangenen Jahrhunderten live erleben kann. Dort lässt sich den zahlreichen Künstlern über die Schulter schauen und so manches über die alten Handwerke erfahren. Zu bestaunen sind beispielsweise Bogenbauer, Scherenschleifer, Quacksalber, Brillenmacher, Papierschöpfer, historische Färberei und vieles mehr.

In der Buchdruckerei von meint man, Guttenberg und Kessler stehen persönlich in der Werkstatt, verkörpert von Dieter Steiner. Auch einen Fellgerber kann man bei der Ausübung seines Handwerks beobachten und die von ihm gefertigten Produkte wie Hausschuhe, Westen oder Felle direkt erwerben. Die Glasmalerei ist eine traditionelle handwerkliche Technik mit einer über tausendjährigen Geschichte. Demonstriert wird sie von Martina Mechler-Flachs aus Eberbach.

Ausschließlich mit alten originalgetreuen Werkzeugen wird in der Goldschmiedewerkstatt gearbeitet. Gelötet wird auf Holzkohlenglut mit Mundblasrohr. Ein Meister seines Handwerks ist der Korbflechter. Er bietet seine handgeflochtenen Körbe feil, zeigt ihre Entstehung und bringt den Kindern das Korbflechten bei.

Auch das von vielen vergessene alte archaische Handwerk des Mollenhauers wird dargestellt. Dieser Ausdruck bezeichnet den Beruf, bei dem hölzerne Sautröge komplett aus einem Pappel-Baumstamm gearbeitet werden. Klangvoll wird’s woanders: Seit über zehn Jahren baut Drehleierbauer Fritz Hirsch Instrumente. Er hat sich ganz dem Holz gewidmet, dem die Töne des Mittelalters entlockt werden.

Der Silber- und Bronzeschmied zeigt altes Handwerk mit Vorführungen. Man findet von ihm selbst gefertigte Armspangen, Gewandfibeln, Halsreife und Ringe sowie Amulette und Ohrhänger. Ein Wetterfahnenmacher berichtet über seine Arbeit und fertigt individuelle Einzelstücke von unvergänglichem Wert. Die Liebe zum Bogenbau in der Familie Siebert begann mit Großvater Adolf, der bereits 1948 mit dem Handwerk in der damaligen Wagnerei begann.

Martin und Petra Bauer stellen den Beruf des Flachsbauers und -webers dar. Sie zeigen die Entstehung des Leinenstoffes von der grünen Flachspflanze bis zum fertigen Stoff. Eine 1000 Jahre alte Handwerkskunst lässt Johannes Ulrich Brenner wieder lebendig werden: die Drechselkunst. Auf einer nachgebauten Wippdrechselbank erlebt man eine Demonstration alten Handwerks, bei der man das Entstehen eines Werkstückes vom rohen Klotz bis zum fertigen Gegenstand mit verfolgen kann. Sogar Kinder können unter fachkundiger Anleitung auf Zugbank und Kinderdrechselbank selbst Hand und Fuß anlegen und sich ihr eigenes Hölzlein erarbeiten.

Allerlei Händler preisen ihre Waren an. Die weiblichen Besucher erfreuen sich an Kränzen aus Getreide und Blumen, mittelalterlichen Gewändern, Taschen, Tüchern, individuellem Schmuck, Kopfschmuck, edlen Steinen, Seifen, Körperölen und Düften, während die Herren sich für Zinnfiguren, Fahnen, Schwerter, Äxte, Rüstungsteile und Helme interessieren. Auch allerhand Nahrhaftes wie Honig, Konfitüren, Marmeladen und Gelees, Gewürze, Kerniges aus der Räucherkammer und Flüssiges vom Metbrauer, Kräuterweine, Frucht- und Sahneliköre werden feilgeboten.

 

Info: 43. Hirschhorner Ritterfest am Samstag, 31. August, und Sonntag, 1. September, jeweils ab 11 Uhr. Der ganztägige „Wegezoll“ beträgt 7 Euro, für das Zweitagesticket 10 Euro. Kinder unter „Schwertmaß“ haben freien Durchlass. Der Eintritt für Gewandete beträgt 4/6 Euro. Weiteres unter http://www.hirschhorner-ritter.de

Vortrag in Hirschhorn: Über die Nachbarschaft von Wolf und Mensch

Über Wölfe wird derzeit viel diskutiert. Überall dort, wo sie auftauchen, lösen sie Emotionen und Diskussionen aus – und Verunsicherung. Denn die heutigen Menschen haben längst vergessen, wie es ist, mit Wölfen einen Lebensraum zu teilen. Der letzte Wolf im Odenwald wurde vor mehr als 150 Jahren erschossen. Daher begegnet man dem neuen Nachbarn mit gemischten Gefühlen, mit Angst, Freude und Neugier.

Ende 2017 gab es in der Region bereits mehrere Wolfssichtungen. Einmal wurde ein Tier in Wald-Michelbach im September gesichtet. In Mossautal und Kailbach wurden im November 2017 einige Schafe und eine Ziege gerissen. Erst vor ein paar Wochen wurde ein Wolf bei Neckargerach gesehen, der kurze Zeit darauf bei Öhringen auf der Autobahn überfahren wurde.

Was bedeutet die Rückkehr der Wölfe? Wie kann sich eine solche Nachbarschaft gestalten? Welche Erfahrungen haben Menschen mit Wölfen bereits gemacht? Diese und mehr Fragen beantwortet der Kulturgeograph Sebastian Ehret in seinem Vortrag „Wie können wir mit Wölfen zusammenleben?“. Er hält diesen am Samstag, 30. März um 19 Uhr im Langbein-Museum Hirschhorn.

Sebastian Ehret ist ein Experte in diesem Thema. Im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Kiel forschte er über das Zusammenleben von Menschen und Wölfen. Er besuchte die Wolfsgebiete der Lausitz und sammelte Einblicke in die verschiedenen Positionen und Erfahrungen von Menschen, die seit fast 20 Jahren mit, gegen oder einfach neben dem Wolf leben.

Im Rahmen eines lebendigen Vortrags wird er im Langbein-Museum über seine Forschungsarbeiten berichten und schildern, wie es sich mit unserem neuen Nachbarn auskommen lässt. Ehret stellt sich im Anschluss den Fragen aus dem Publikum. Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

 

Weiter keine Einigung im Tarifstreit bei Meto

Auf der Betriebsversammlung von Meto in Hirschhorn, einem führenden Hersteller von Preisauszeichnungsprodukten, gab es nur ein Thema: Der seit knapp zwei Jahren anhaltende Tarifstreit zwischen dem Arbeitgeber und der Gewerkschaft IG Metall. Der Betrieb war laut Mitteilung der Gewerkschaft 2017 in die sogenannte OT-Mitgliedschaft (ohne Tarifbindung) des Arbeitgeberverbandes gewechselt. Betroffen sind etwa 140 Arbeitskräfte.

„Mit dieser Tarifflucht versucht sich Meto seiner tariflichen Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern zu entledigen“, so Jochen Homburg, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Darmstadt in seiner Nachricht. Auf der Betriebsversammlung ließ zunächst Betriebsratsvorsitzender Gernot Walter die verschiedenen Einigungsversuche der vergangenen beiden Jahre mit den gemachten Vorschlägen zur Lösung des Konfliktes Revue passieren. Mit jedem dieser Vorschläge „versuchte die Geschäftsleitung einen finanziellen Beitrag der Mitarbeiter zu bekommen“ sagte Walter. Als Grund werde die Sanierung des Betriebs genannt.

Danach erläuterte Homburg den Vorschlag eines Sanierungstarifvertrags von Gewerkschaft und Betriebsrat. Dieser hätte bei gleichzeitiger Zusage einer Standortgarantie und eines Kündigungsschutzes für die Laufzeit des Tarifvertrags den teilweisen Verzicht auf tarifliche Rechte bedeutet. „Dieser Sanierungstarifvertrag wurde von der Geschäftsleitung zurückgewiesen und insbesondere der Kündigungsschutz für alle Abteilungen abgelehnt“, bedauerte er.

Die Geschäftsleitung blieb laut IG Metall der Veranstaltung trotz vorheriger Zusage fern. „Sie entzog sich damit der Diskussion mit der Belegschaft“, so die Gewerkschafter. Walter und Homburg stellten auf der Versammlung noch einmal klar, dass die Herausnahme eines Belegschaftsteils aus dem Kündigungsschutz inakzeptabel sei. Aufgrund der fehlenden Stellungnahme der Geschäftsleitung zu diesem Thema wurde die Versammlung nicht beendet, sondern nur unterbrochen, teilte die IG Metall mit.

Evangelischer Kindergarten in Neckarsteinach brannte – keine Verletzten

Der evangelische Kindergarten war nicht mehr zu retten. Das einstöckige Gebäude im Rosenweg brannte in der Nacht zum Donnerstag nieder. Verletzte gab es keine. Über 100 Feuerwehrleute aus der gesamten Umgebung waren im Einsatz, die jedoch den Brandherd in einer Zwischendecke nicht richtig erreichen konnten. Deshalb wurde von den Verantwortlichen beschlossen, die „Schatzinsel“ kontrolliert abbrennen zu lassen. Der Schaden dürfte in den siebenstelligen Bereich gehen. Genaue Angaben – auch zur Brandursache – gab es allerdings noch nicht.

Wie Bürgermeister Herold Pfeifer sagte, wurde der Brand von einem vorbeilaufenden jungen Mann bemerkt, der sofort an einem Haus klingelte. Dessen Besitzer riefen dann die 112. Pfeifer, gerade bei einer Vorstandssitzung des Bürger- und Heimatvereins, eilte an den Brandort. Dort trafen dann nach und nach die Feuerwehren aus Neckarsteinach und den Stadtteilen, Hirschhorn, Schönau und Neckargemünd sowie der Messtrupp aus Wald-Michelbach ein. Die Eberbacher Brandschützer lösten gegen Morgen die Hirschhorner ab und überwachten das kontrollierte Abbrennen. Pfeifer lobte die „tolle Zusammenarbeit aller Wehren“.

Der Brand brach laut dem Bürgermeister gegen 19.30 Uhr in der Deckenkonstruktion zwischen Zimmerdecke und Dachhaut aus. „Das war nicht zu löschen“, sagte er. Pfeifer, Kreisbrandmeister Sven Falter, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares und Clemens Englmeier von der Brandschutzaufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt entschieden sich dann zusammen mit den Feuerwehr-Leitungen für ein kontrolliertes Abbrennen. „Zum Glück war es windstill und es gibt keine Häuser in der Nähe“, so Pfeifer.

Er betonte, dass die Abwägung aller Möglichkeiten ergab, dass Personal-, Material- und Wassereinsatz keine Wirkung gehabt hätten. Denn: „Das Wasser hätte den Brandherd nicht erreicht. Wir konnten das Gebäude nicht retten.“ Selbst jetzt seien noch Glutnester drin, sagte der Bürgermeister. Pfeifer hob hervor, dass bei einem Feuerausbruch im laufenden Kindergartenbetrieb genug Zeit gewesen wäre, alle Personen zu retten.

Die 42 Jahre alte Kindertagesstätte wurde in Holzständerbauweise errichtet. Sie wurde vor einigen Jahren saniert und brandschutzrechtlich auf den neusten Stand gebracht. Auch heutzutage würden Gebäude noch auf diese Weise errichtet. Baurechtlich sei alles in Ordnung, so der Rathauschef. Die Suche nach der Brandursache wurde von der Kripo übernommen.

Übergangsweise sind die 55 Kinder der dreigruppigen Einrichtung für zwei Tage im Martin-Luther-Haus untergebracht. Aktuell werden in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde alternative Standorte für die kommende Woche, erst einmal bis zu den Weihnachtsferien, gesucht. Pfeifer zeigte sich optimistisch, schnell sagen zu können, wie es weitergeht. „Wir sind dabei, eine Lösung für Eltern und Kinder zu finden“, betonte er.

Es gibt derzeit eine große Welle der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Wer etwas spenden möchte, solle sich unter E-Mail ev.kita.nst@gmail.com an die Kita-Leitung wenden, bat er. „Wir müssen das kanalisieren“, sagte der Bürgermeister. „Eine Garage ist schon voll.“ Am ehesten sei der Kirchengemeinde wahrscheinlich mit Geldspenden gedient, um Neues anschaffen zu können. Neben dem materiellen Schaden ist auch der ideelle kaum bezifferbar. Spielzeuge, Kuscheltiere oder gerade gebastelte Weihnachtsgeschenke verbrannten.

Info: Am Sonntag, 16. Dezember, findet um 10.30 Uhr ein Dankgottesdienst in der evangelischen Kirche Neckarsteinach statt, der auch der Aufarbeitung des Geschehenen dient. Zu ihm sind neben Eltern, Kindern und Angehörigen und auch Rettungskräfte eingeladen.

Oberzent stellt sich mit großer Mehrheit gegen den Windkraft-Regionalplan

Die Windkraft ist in Oberzent derzeit immer für eine steife Diskussions-Brise gut. Wobei auf der vergangenen Stadtverordneten-Versammlung dem stickigen Saal im Feuerwehrhaus ein frisches Lüftchen durchaus gut getan hätte. Die aktuelle Zielrichtung (fast) aller ist klar: Es geht gegen den Regionalplan Erneuerbare Energien, die am Freitag von der Regionalversammlung Südhessen beraten und beschlossen werden soll(te). Der scharfe Gegenwind aus dem Odenwald und festgestellter Nachbesserungsbedarf haben den Punkt allerdings zur Makulatur gemacht. 2018 herrscht noch Flaute.

Es ging jedoch nicht nur um den Regionalplanentwurf per se, sondern auch um die Resolution der Odenwaldkreis-Bürgermeister, die sich vehement gegen seine Umsetzung aussprechen. Stadtverordneten-Vorsteher Claus Weyrauch hatte zu Beginn der Sitzung angeregt, dass sich Oberzent dieser Resolution anschließt. Damit setze die Stadt ein klares Zeichen gegen eine „Verspargelung“ der Landschaft, denn auf der Gemarkung sind einige Vorrangflächen vorgesehen.

Das fand bei allen Fraktionen Zuspruch – außer den Grünen. Diese monierten, dass man zu einer Vorlage Stellung beziehen sollte, die von der Tagesordnung der Regionalversammlung am Freitag genommen wurde. Rüdiger Holschuh (SPD) erläuterte, dass das Regierungspräsidium bei der Vorlage formale Fehler gemacht habe. Deshalb gebe es die Verschiebung ins kommende Jahr. Im Übrigen, sagte er, seien die dortigen Mitglieder in ihren Entscheidungen frei und nicht einem Fraktionszwang unterworfen.

Grünen-Sprecherin Elisabeth Bühler-Kowarsch verlieh der Diskussion einen grundsätzlichen Touch über die Energiewende an sich. Damit erzeugte sie viel Stirnrunzeln und auch schärfere Widerworte, die von Weyrauch mit Blick auf die späte Stunde aber eingedämmt wurden. Von Horst Kowarsch wurde das Gerichtsverfahren rund um den FNP als verloren angesehen, machte er auf Nachfrage deutlich. Denn der Ökopartei war von Frank Leutz (FDP) vorgeworfen worden, dass sie diesen bisher mitgetragen habe, aber sich jetzt davon distanziere.

Bühler-Kowarsch stellte den Kampf gegen den Klimawandel über alles. Dessen Auswirkungen seien immer mehr, auch auf lokaler Ebene, spürbar. Ihren Worten zufolge muss die Energiewende so schnell wie möglich kommen. „Alle wollen den Ausstieg (aus fossiler und Kernenergie), aber nicht vor der eigenen Haustür“, kritisierte sie. Als einen Teil davon sieht sie die Forcierung der Windkraft ohne Wenn und Aber.

Die Grünen-Sprecherin relativierte den Regionalplan dahingehend, dass ja nicht auf jeder Vorrangfläche gleich ein Windrad entstehe. Auch bedeuteten 3,74 Prozent Vorrangflächen im Kreisgebiet, dass der Rest ohne Rotoren bleibe. Deshalb sah sie „die immer wieder ins Spiel gebrachte Zahl von 400 Windrädern als komplett übertrieben an“.

Leutz vermochte die Argumentation nicht nachvollziehen. Ihm erschloss sich nicht, warum die Grünen jetzt gegen den zuvor mitgetragenen FNP argumentieren. „Indem man den Odenwald opfert, retten wir weder Fukushima (wo sich 2011 die Atomkatastrophe abspielte) noch die Welt“, sagte er. Brigitte Heckmann (SPD) wies darauf hin, dass der FNP mit „viel Geld und Gehirnschmalz“ erstellt wurde. „Wir haben uns Gedanken gemacht“, betonte sie.

Die Bevölkerung lässt es sich ihren Worten nach nicht gefallen, als Ersatz für den Taunus herzuhalten, „wo die wichtigen Landespolitiker wohnen und keine Windräder haben wollen“. Auch Oliver von Falkenburg (CDU) erkannte in den 3,7 Prozent Vorrangflächen eine „unverhältnismäßige Belastung des Odenwaldkreises“. Es sei nicht einzusehen, warum man hier über den Zwei-Prozent-Ziel liegen solle. Die Resolution wurde mit 30 Ja- gegen vier Nein-Stimmen der Grünen und Lothar Löll (Linke) angenommen.

Die Bürgermeister fordern in ihrer Resolution das Regierungspräsidium Darmstadt auf, den Odenwaldkreis-Windkraft-Flächennutzungsplan (FNP) zur Grundlage der weiteren Windkraft-Planungen zu machen. Er wird als vertretbarer Kompromiss zwischen Windenergie und dem Schutz von Landschaft und Natur angesehen. Sollte die Regionalversammlung aber für den Regionalplanentwurf in seiner jetzigen Form votieren, „werden wir unseren Parlamenten empfehlen, mit Unterstützung des Kreises dagegen mit einer Normenkontrollklage vorzugehen“. Und weiter: „Die Bürger wissen uns im Einsatz gegen zu viele Windkraftanlage im Odenwaldkreis an ihrer Seite.“

Meto feierte in Hirschhorn gleich zwei Jubiläen

Die Firma Meto hatte allen Grund zum Feiern. Das Traditionsunternehmen, weltweit für seine Lösungen zur Aus- und Kennzeichnung im Handel bekannt ist, feierte in familiärer Atmosphäre sein 100. Markenjubiläum. Zu den Gästen gehörten die rund 170 Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden. Es war eine Feier, die zwei runden Geburtstagen würdig war. Denn zusätzlich wurde das 50-jährige Bestehen der Etikettenproduktion begangen. Nach dem offiziellen Teil konnten die Gäste in der „Meto-Challenge“ ihr Geschick unter Beweis stellen.

Zum Auftakt wandte sich Geschäftsführer Peter Sperl an die Gäste, um sich bei ihnen für ihr Kommen zu bedanken. Und weil zu einem Geburtstag nicht nur Gratulanten, sondern auch zumeist Geschenke gehören, hatte er eine besondere Bitte. „Wir wollen in dieser Stunde an die Schwächsten unserer Gesellschaft denken“, betonte Sperl. „Deshalb bitten wir unsere Gäste, von Geschenken abzusehen und stattdessen an das Kinder-Palliativteam Rhein-Neckar zu spenden.“

In einem Jahrhundert passiert eine Menge. So führte im Anschluss Marketing-Manager Klaus-Jürgen Ehret in einer kurzweiligen, informativen und emotionalen Rede durch die 100-jährige Geschichte. Seine Ansprache vermittelte einen interessanten Überblick über die Meilensteine des Unternehmens und war gespickt mit historischen Informationen zur allgemeinen Zeitgeschichte. Ehret brachte außerdem persönliche Erinnerungen und die nötige Prise Humor mit ein.

Die Kantine des Unternehmens hatte sich für das Fest in eine Mischung aus Museum und Messe verwandelt. Die Gäste konnten an Ständen Networking betreiben sowie sich über Neuheiten informieren und austauschen. Zudem hatten die Veranstalter die Geschichte des Konzerns in einer kleinen Ausstellung aufbereitet. In Vitrinen machten Sammelstücke die Geschichte greifbar.

Weil Meto nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Wirtschaftsmotor der Region ist, gratulierte auch der Hirschhorner Bürgermeister Oliver Berthold. Er hatte nicht nur zwei Handauszeichner aus der Meto-Geschichte dabei, sondern überreichte Peter Sperl auch zwei Flaschen Wein.

Danach waren die Gäste gefragt. In verschiedenen Disziplinen konnten Interessierte ihr Können unter Beweis stellen. Dazu gehörten Seifenkisten-Rennen, Hau-den-Lukas und Golf. Selbstverständlich durfte auch ein Geschicklichkeitstest in Form von Etikettieren mit dem Handauszeichner nicht fehlen. Für jede durchlaufene Station konnte man ein Etikett auf einer Sammelkarte erhalten, welche im Anschluss gegen einen Preis getauscht wurde.

Meto-Info

Die Firma Meto International ist ein weltweit führender Anbieter von Aus- und Kennzeichnungslösungen für den Handel und dessen Lieferkette. Meto entwickelt, produziert und vertreibt eine Vielzahl an Etikettenlösungen. Ergänzend bietet das Unternehmen kosteneffiziente Lösungen zur Frischwarenauszeichnung, Befestigungslösungen zur elektronischen Preisauszeichnung sowie Verkaufsförderungslösungen an. Viele der entwickelten Auszeichnungs- und Absatzförderungslösungen gehören heute zum Standard im Handel. Dazu zählen der erste Handauszeichner (1959), das Wellenrandetikett mit Sicherheitsschnitt (1968) sowie verschiedener Preiskassetten und -displays.

Der Betrieb wurde 1918 von Adolf Metzger und Oskar Kind in Köln gegründet. Seit 2016 gehört Meto zu CCL Industries Inc., ein Marktführer für Etiketten- und Verpackungslösungen für Unternehmen und Verbraucher, und wird dort als eigenständige Gesellschaft in der CCL-Sparte Avery geführt. Sitz der europäischen Meto-Zentrale, Produktion und Lager ist Hirschhorn.

Nacht der offenen Kirchen am 29. September in Hirschhorn

Mit einem neuen Konzept startet die dritte ökumenische „Nacht der offenen Kirchen“ am Samstag, 29. September, in Hirschhorn. Die Teilnehmer werden auf eine kleine Rundreise mitgenommen. Die zeitlich aufeinander abgestimmten Programmpunkte machen es möglich. Als Motto wählten die Organisatoren, zu denen die evangelische und katholische Kirchengemeinde Hirschhorns gehören, „Wie im Himmel so auf Erden“ aus. Es geht um das Vaterunser. Die acht Bitten des Vaterunsers werden musikalisch und mit Texten auf verschiedene Stationen aufgeteilt.

Den Anfang macht um 18 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Ersheimer Kapelle. Die erste Station „Vater – Unser Abba“ ist um 18.40 Uhr vor der Kapelle, die zweite, „Geheiligt werde dein Name“, um 19.10 Uhr auf dem Park-/Spielplatz in der Ersheimer Straße und die dritte, „Dein Reich komme“, um 19.40 Uhr am Schiffermast bei der Neckarbrücke.

Danach geht es hoch in die Klosterkirche auf der anderen Neckarseite. „Dein Wille geschehe“ wird dort ab 20.20 Uhr umrahmt mit den schönen Stimmen von Jugendchors und Band. Danach geht es wieder den Berg hinunter zur fünften Station, „Unser tägliches Brot gib uns heute“, die um 21.20 Uhr am Kreuz vor der Pfarrkirche gestaltet wird. Die Gläubigen gehen dann durch die Hauptstraße zur evangelischen Kirche. Dort beginnt um 22 Uhr die sechste Station „Und vergib uns unsere Schuld“.

Danach trifft man sich wieder vor der katholischen Pfarrkirche, im Hause des „Vaters“ angekommen. „Und führe uns nicht in Versuchung“ sowie „Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen“ sind die siebte und achte Station. Zu den Klängen der katholischen Kirchenmusik wird hier um 23 Uhr ein Herz aus vielen brennenden Kerzen gelegt. Es soll ausdrücken, dass viele Hoffnungslichter ein strahlendes Licht ergeben.

Auch wird an dieser Stelle eine kleine Stärkung angeboten, bis es dann zum Abschluss in die katholische Pfarrkirche geht. Zur Erholung gibt es dort ab 23.45 Uhr erst einmal was zum Lachen. Allerdings ist danach um 0.20 Uhr „Gänsehaut“ angesagt, denn es folgt das Mysterienspiel „Totentanz“. Das Spiel will zeigen, dass alle – ob reich oder arm – letztendlich den gleichen Weg gehen müssen. Zum Schluss sind die Teilnehmer um 1 Uhr mit dem Segen zur Nacht zum Brotbrechen und zu einem Glas Wein eingeladen.

Info: Interessierte können den ganzen Meditationsweg mitgehen, haben aber auch die Möglichkeit, nur bei einzelnen Stationen des Vaterunsers mitzumachen. Flyer mit dem gesamten Programmablauf und dem Meditationsweg liegen in den Kirchen und an verschiedenen anderen Stellen der Stadt aus. Gut wäre es, eine Taschenlampe mitzubringen. Sollte es regnen, werden die Außentermine in Ersheim in die Kapelle verlegt, die vor der Pfarrkirche in diese selbst. Ein schönes Kinderproramm wird ab 18.30 in der katholischen Pfarrkirche angeboten. Außerdem erwartet die Gäste eine interessante Ausstellung zum Vaterunser.

Großer Zuspruch für den Kunsthandwerkermarkt der Schreinerei Bellut in Airlenbach

„Die Kunden warten schon immer sehnsüchtig darauf“, freut sich Jürgen Bellut. Sie kommen dann immer gern in großer Zahl zum Kunsthandwerkermarkt vorbei, den die Schreinerei jetzt zum achten Mal veranstaltete. Künstler auf dem Odenwald zeigen hier ihre Arbeit quasi „zum Anfassen“ und haben ihre schönsten Exponate eingepackt. Die Dorfgemeinschaft Airlenbach kümmert sich darum, dass auch das Lukullische zu seinem Recht kommt.

Lederarbeiten, Messer, Porzellan, Drechselwaren, Kunstglaserei, Rasenkunst, Näh- und Schnitzarbeiten, Seife oder Gefilztes: Die Angebotspalette war groß, die Zahl der Besucher auch. Im Laufe des Mittags füllt sich der Innenhof zwischen den Schreinereigebäuden immer mehr, sodass sich sowohl der 58-jährige Jürgen Bellut als auch sein designierter Nachfolger, der 24-jährige Mitgeschäftsführer Moritz Schuhmacher, über den guten Zuspruch freuen. Immer wieder wird auch fachliche Beratung zum Möbel- und Treppenbau sowie zum gesunden Schlafen nachgefragt.

Für seine Lederwaren hat Frank Derikatz aus Wald-Michelbach ganz hohe Qualitätsansprüche. Alles wird so weit wie möglich in Handarbeit hergestellt. Der 55-Jährige kennt seine Produzenten genau, weiß, woher sein Leder kommt, sucht sich die Gerberei akribisch aus, bei der er die benötigte Rohware kauft. Was Derikatz darüber hinaus benötigt, findet sich vielleicht sogar auf dem eigenen Grundstück. Wie etwa das Wachs für den Leinenzwirn, das die eigenen Bienenvölker liefern. Genäht wird ausschließlich mit Leinenzwirn, nicht mit Polyester.

Mit Produkten aus dem Hammelbacher Imasgo-Atelier des Vereins „Christen für Afrika“ ist Martine Rüdinger dabei. Der Erlös der Produkte aus Burkina Faso geht direkt wieder an die Menschen vor Ort, damit sich diese ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. „Wir kaufen Stoff für einen Schneider in Imasgo“, so Rüdinger. Der näht dann Kleider auf Bestellung, bekommt seinen Lohn dafür und kann damit einen Teil seines Lebensunterhalts bestreiten. Unter den Waren sind auch afrikanische Tiere aus Ebenholz oder Kaïcedra, von den Dorfbewohnern hergestellter Schmuck aus Glas, Papier, Horn und Stoff oder filigrane Basteleien in Form von Autos oder Fahrrädern aus alten Blechdosen.

Thomas Weiterschan aus Forstel bei Höchst schnitzt schon 25 Jahre „Feine Wesen“ aus Holz. Seine Arbeiten entwickeln sich aus der Vorstellung heraus, „was zum Holz passt“. Aus einem Eichenbalken entsteht etwa eine Schleiereule. „Ein Kamel wäre unpassend“, schmunzelt er. Material ist für den Diplom-Designer manchmal auch Inhalt. Früher waren es vor allem Eulen, die unter seinen Händen entstanden, heute haben sich die Werke Richtung Naturgeister wie Feen oder Engel verlagert.

Peter Hermans beschäftigt sich seit 20 Jahren im Lindenfelser Stadtteil Winterkasten mit Kunstglaserei. Den im Stand hängenden Drachen malte er auf Glas, „bevor es das Drachenmuseum gab“, lächelt der Künstler. „Die Leute kommen mit ihren Vorstellungen zu mir und ich setze diese um“, beschreibt er einen Gutteil seiner Arbeit. Da passt es, dass seine Frau Jeanne Kloepfer als Illustratorin für die perfekten Entwürfe sorgt. Hermans ist wieder bei der Weihnachtsausstellung in Michelstadt anzutreffen.

Schreibgeräte, Gewürzmühlen und Holzgefäße hat Thomas Sauer aus Wahlen mitgebracht. Einheimische Obsthölzer wie Birne, Kirsche oder Zwetschge verwendet er ebenso für seine Arbeiten wie Eiche, Esche und Ulme. Seine Gewürzmühlen „sind der Renner“, freut er sich. Die Käufer kommen von weit her, um die filigran selbst gedrechselten Schmuckstücke zu erwerben. Sie können ihm auch bei der Herstellung zuschauen, als die Späne nur so fliegen.

Dorothee Flachs aus Hirschhorn stellt all ihre Kreationen selbst in ihrer Hirschhorner Werkstatt „Midlandfilz“ her. Filztiere wie Frösche, Hasen oder Katzen als Kantenhocker sowie Gartenstecker in Form von Mohnkapseln – natürlich mit einem Filzkopf – hat sie dieses Mal neu dabei. „Filz ist wasserabweisend“, erläutert sie. Es ist eher die Sonne, die das Material beeinträchtigen kann und ausbleichen lässt. Auch handgefärbte Schals aus Wolle und Seide ziehen die Blicke auf sich.

Zum Bericht geht's hier: https://hirschhorner.wordpress.com/2018/09/10/grosser-zuspruch-fuer-den-kunsthandwerkermarkt-der-schreinerei-bellut-in-airlenbach/Schreinerei Bellut

Posted by Thomas Wilken on Monday, September 10, 2018

Hirschhorner „Alterthümer- und Naturaliensammlung“ Carl Langbeins als „Museum des Monats August“ ausgezeichnet

Der hessische Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein war sichtlich angetan: „Alle Achtung“ und „super spannend“ war von ihm zu hören, als ihm Hans-Jürgen Waibel im Schnelldurchlauf das Langbein-Museum, die „Alterthümer- und Naturaliensammlung“ von Carl Langbein (1816-1881), zeigte. In das war der Minister gekommen, um es als „Museum des Monats August“ auszuzeichnen und mit einem Preisgeld von 1000 Euro zu würdigen. Die Hirschhorner Sammlung der Exponate von Carl Langbein ist hessenweit das dritte in dieser Form ausgezeichnete Museum, im südhessischen Raum sogar das erste.

Es sind nicht nur die großen, bekannten Einrichtungen, die das kulturelle Leben im Bundesland prägen, betonte Rhein. Die Kulturlandschaft lebe auch von den kleinen Perlen auf dem Land, „die oft von Ehrenamtlichen betreut werden“, so der Minister. Um die dort geleistete Arbeit hervorzuheben, sei die Auszeichnung „Museum des Monats“ ins Leben gerufen worden.

Mitarbeit gab es im Vorfeld auch aus Hirschhorn selbst und dem Kreis Bergstraße, erläuterte der Minister. So wirkte an der Idee bereits die frühere Bürgermeisterin und Landtagsabgeordnete Ilona Dörr mit, an der Entwicklung waren der ehemalige MdL Peter Stephan und seine Nachfolgerin Birgit Heitland beteiligt. „Wir arbeiten nicht einfach die Liste der Museen ab“, betonte Rhein. Vielmehr wird Wert auf gewisse Standards, das öffentliche Interesse und die Form der Präsentation gelegt. Letztere „ist beeindruckend“, attestierte der Besucher aus Wiesbaden dem Hirschhorner Kleinod.

In der „Wunderkammer“ Langbeins herrsche trotzdem museale Ordnung, sagte Rhein. Das Gebäude mitsamt den Museumsräumen wurde „auf besondere Weise saniert“, meinte er. Das koste eine Stadt natürlich Geld – bei sowieso knappen Mitteln. Der tägliche Betrieb „wird durch Menschen im Ehrenamt gestemmt“. Genau das mache die Einrichtungen vor Ort so spannend: „dass sie von denjenigen geführt werden, die sich am besten auskennen“.

Bei der Übergabe der Urkunde und des Preises an die zweite Vorsitzende des Freundeskreis Langbein’sche Sammlung und Heimatmuseum, Aloisia Sauer, wies diese auf die segensreiche Arbeit des kürzlich verstorbenen Vorsitzenden Ulrich Spiegelberg hin. Immer wieder wurde von den Rednern betont, welch großen Anteil der Heimatkundler am Entstehen der Ausstellung in dieser Form hatte und wie viel Herzblut er einbrachte.

Sauer wies auf den Audioguide als Besonderheit hin. Besucher können sich über diesen fast jedes Exponat erläutern lassen. „Das war ein besonderes Steckenpferd von Uli Spiegelberg“, betonte sie. Die Kinderspur wurde von Kindern gesprochen, „die noch gar nicht lesen konnten“, ergänzte Waibel. Er war es auch, der dem Gast aus Wiesbaden dann einige Exponate näher brachte und mit viel Witz die interessanten Aspekte aus dem einen oder anderen Stück herauskitzelte.

Ob es nun Tisch und Stühle im Eingangsbereich waren, die von dem Karmelitermönchen hergestellt wurden und in deren Besitz Langbein kam, der Hirsch ohne Geweih an der Wand (auch „Mönch“ genannt), das alte Gasthausschild des „Ochsen“, die „Carlsburg“ oder das Allsehende Auge: Waibel wusste zu allem etwas aus seinem profunden Wissensschatz beizutragen, den er sich in langen Jahren aneignete.

Bürgermeister Oliver Berthold freute sich, dass Hirschhorn zu den ersten Museen in Hessen gehört, die diese Auszeichnung erhalten. Dies trage dazu bei, dass die Stadt in einer hessischen Randregion stärker wahrgenommen werde. Er lobte die „Begeisterung für dieses Haus“ bei den Ehrenamtlichen. Der Bürgermeister erhoffte sich eine lange Fortsetzung des Engagements.

1806 wurde das heutige Museumsgebäude als Forstamt errichtet. Skurrile, anrührende und wertvolle Exponate befinden sich dort. Bekannt ist Langbeins „Naturalist“ durch die Schilderung in Mark Twains „Bummel durch Europa“, als dieser dort 1878 übernachtete und sich nachts Auge in Auge mit einer ausgestopften Eule sah. Denn die Tierpräparation war ein Steckenpferd des Gastwirts. Skulpturen, Gemälde, Grafiken, Möbel, Kleidung, Trachten, Harnische, Ritterhelme, Münzen und, und, und: Langbeins Sammelwut kannte keine Grenzen.

Info: Langbein-Museum, Alleeweg 2, 69434 Hirschhorn, www.museum-hirschhorn.de, Telefon  06272-1742, geöffnet Mittwoch bis Freitag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 17 Uhr, Samstag 10 bis 12 Uhr, Sonntag 15 bis 17 Uhr. Anlässlich des Hirschhorner Ritterfests am 1. (15 bis 19 Uhr) und 2. September (14 bis 18 Uhr) gibt es Sonderöffnungszeiten.

 

Carl Langbein (1816-1881)

  • 1816 geboren als Sohn des Hirschhorner Bürgermeisters Franz Langbein
  • 1840 übernahm er den elterlichen Gasthof „Zum Ochsen“
  • 1854 übernahm er den „Darmstädter Hof“ und machte daraus das Gasthaus „Zum Naturalisten“. Das Sammeln von wertvollen „Alterthümern“ hatte er zu dieser Zeit schon längst begonnen
  • 1858 erfolgte Heirat mit Marie, die Ehe blieb kinderlos. Seine Frau führte mit Langbeins Schwester Ida den Gasthof
  • 1881 verstarb er, ohne dass seine Sammlung katalogisiert worden wäre.

Da stecken Emotionen in den Autos: Treffen der Italo-Freunde Rhein-Main

Sie alle eint die Liebe zu den italienischen Autos, ob es jetzt der Fiat 500 oder der Lamborghini ist: Zum fünften Mal trafen sich auf Einladung der Italo-Freunde Rhein-Main nicht nur „Ferraristi“, sondern auch viele „Fiatisti“. Zum vierten Mal geschah dies auf dem Wiesenmarkt-Gelände in Erbach. 113 Fahrer mit ihren Karossen zählte das Orga-Team um den Vorsitzenden Timo Wahler. „Das sind Emotionen, die in den Autos stecken“, erläutert der 28-jährige Weinheimer die Faszination der Fahrzeuge vom Stiefel.

Seitdem sich die Italo-Freunde das erste Mal vor vier Jahren in Heppenheim trafen, „ist die Besucherzahl sehr konstant“, freut sich Wahler. Dazu kommen immer ein paar Interessierte aus der Region, die sich den Blick auf liebevoll gepflegte und gestylte Autos und dazu noch ein paar schicke Flitzer nicht entgehen lassen wollen. Um die 200 „Erbäscher“ dürften es wohl dieses Jahr gewesen sein, schätzt der Vorsitzende.

Sie hatten eindeutig den kürzesten Anfahrtsweg. Den weitesten dürften mit Abstand drei Briten auf sich genommen haben. „1180 Kilometer“, meint Wahler bewundernd. Die Italo-Auto-Liebhaber organisierten sich übers soziale Netzwerk und traten dann gemeinsam den Weg in den Odenwald an. Dort trafen sie auf Teilnehmer des angrenzenden europäischen Auslands wie Österreich, Schweiz oder Frankreich, vor allem aber auf Fahrer aus allen Ecken und Enden Deutschlands. Aus Italien war allerdings noch niemand dabei, sagt Wahler bedauernd. Jedoch natürlich hierzulande lebende Italiener.

Ruhrpott, Bayern oder der Norden: Den Fahrern sind keine Mühen zu viel und keine Straßen zu weit, um einen Tag unter Gleichgesinnten zu verbringen, erläutert der IG-Vorsitzende. Da wird dann über die eigenen und anderen Vehikel gefachsimpelt, gibt es viele Benzingespräche. „Es ist sehr familiär“, betont Wahler. Jeder kennt quasi jeden, meint er, denn es gibt nur fünf größere italienische Autoclubs in Deutschland. „Die kommen dann immer wechselseitig auf die Treffen.“ Grande Famiglia sozusagen.

Natürlich richten sich die Blicke der Fans auf die roten und gelben Rennwagen wie Ferrari und Lamborghini, die Prachtexemplare der italienischen Autobauerkunst. „Doch auch Serienfahrzeuge sind gerne gesehen“, hebt Wahler hervor. Diese machen in Gestalt von Fiat, Lancia oder Alfa Romeo sowieso die große Mehrzahl der Besucherautos aus. Natürlich bleibt die neue Giulia-Sportvariante mit 510 PS nicht unbeobachtet.

„Fare una bella figura“ gilt ebenso für Autos. Wer will nicht gut aussehen. Bei der Prämierung der 25 schönsten Teilnehmer-Untersätze gewann ein Fiat Grande Punto mit vergoldeten Applikationen, Flügeltüren oder angepassten Giuletta-Scheinwerfern, schwärmt der Vorsitzende. Ein blauer Fiat Coupé und ein weißer Stilo landen auf den Plätzen. Bestes Race-Car wird ein Punto Abarth, als schönster Oldtimer wird ein Fiat Uno ausgezeichnet.

Gewertet wird auch die Musikanlage nach Klang und Optik, es gibt eine dB-Messung der Subwoofer und eine Auspuffmessung unterteilt nach Turbo- und Saugmotoren. Ein Lackaufbereiter beseitigt vor Ort Dellen, ein Folierer steht mit Rat und Tat zur Seite. Dazu Foodtrucks, Hüpfburg, XXL-Dart, Tombola: Es ist ein großes Happening für die ganze Familie.

Die Rhein-Main-Italos bekamen auf ihre Veranstaltung ein sehr positives Feedback, freut sich ihr Vorsitzender. „Den befreundeten Clubs hat es super gefallen“, bilanziert er. „Die freuen sich schon auf eine Fortsetzung.“ Denn die Liebhaber der diversen Karossen sind über ganz Deutschland verteilt und nutzen die Treffen, um sich auszutauschen oder Ideen und Anregungen für die Optimierung der eigenen Fahrzeuge zu holen.

„Als Italo-Fahrer sind wir eine Randgruppe“, meint Wahler schmunzelnd. Die Szene ist überschaubar, kennt sich aber dafür umso besser. Die Modelle vom Stiefel „sieht man außer dem Fiat Panda oder 500 nicht so häufig auf den Straßen“. Ein echter Liebhaber „gibt seinen Wagen trotz aller Problemchen nicht her“, weiß der Vorsitzende. Früher etwas verschrieen für ihre Reparatur-Anfälligkeit, „hat die Zuverlässigkeit der Autos wesentlich zugenommen“, sagt er.

Die Mitglieder der Italo-Freunde kommen aus dem gesamten Rhein-Main-Neckar-Gebiet von Heidelberg bis Frankfurt über die Bergstraße bin hinein in den Odenwald. Derzeit sind etwa 15 Freunde der italienischen Fahrzeuge in der IG organisiert. Timo Wahler aus Weinheim leitet den seit 2012 existierenden Club seit seiner Gründung. „Bei mir ging es 2008 direkt nach dem Führerschein los“, sagt er über seine Leidenschaft. „Mein erstes Auto war ein Fiat Seicento und gab den Startschuss für diese Vorliebe.“ Derzeit hat er zwei Autos vom Stiefel: einen Fiat Bravo Baujahr 2007 und eine Alfa Romeo Giuletta von 2014. „Solange es Modelle gibt, die mir zusagen, gibt es keinen Grund zum Wechseln“, betont Wahler. „Meine Frau kann fahren was sie will“, grinst er.

Bild: Exost Photography

Ballonglühen nach der Inthronisation von Franziska beim Neckarsteinacher Tag des Gastes

Das bisherige Burgfräulein Franziska ist neue Vierburgenkönigin. Die 19-Jährige ist damit die Nachfolgerin von Sina I. (17), die beim Tag des Gastes feierlich verabschiedet wurde. Neues Burgfräulein ist jetzt Laura I. (18). Die Zepterübergabe ging auf der großen Freitreppe zwischen Altstadt und Neckarufer über die Bühne. Die beiden gingen abends zusammen mit vielen anderen Prinzessinnen und Königinnen vor allem aus Odenwald und Bergstraße auf große Schifffahrt, um Ballonglühen und Vierburgenbeleuchtung vom Wasser aus zu genießen.

Es war eine besondere Veranstaltung: Zum 50. Mal fand am Neckarufer unter großem Zuspruch der Bevölkerung der Tag des Gastes statt. Leider zum Jubiläum ohne Feuerwerk, denn die Waldbrandgefahr war durch die aktuelle Trockenheit einfach zu hoch. Dafür gab’s am Dilsberger Flussufer ein von Musik untermaltes Ballonglühen. Tagsüber war noch ein Gewitter befürchtet worden, doch die dunklen Wolken und der Wind hatten sich zum Glück abends verflüchtigt.

Die Neckarsteinacher Vereine sorgten an ihren Ständen neben allerlei Kulinarischem auch für Live-Musik der unterschiedlichsten Art. „Bagmo“, „Best Friends“ und „New Phantoms“ unterhielten die zahlreichen Gäste. Beim Turnerbund spielte nicht nur die Musik, sondern waren auch Turngruppen mit verschiedenen Darbietungen präsent. Bei den Opel-Freunden wurde es orientalisch mit Tänzen der „Askardia Oriental Dance Fusion“-Gruppe.

Kein Tag des Gastes ohne Freibier: Das entsprechende Fass stachen beim Mitveranstalter Heimat- und Kulturverein Bürgermeister Herold Pfeifer sowie die noch amtierende Vierburgenkönigin Sina und Burgfräulein Franziska an. Der Rathauschef dankte beiden für ihr Engagement als Repräsentanten der Stadt im vergangenen Jahr. Zur Krönung der neuen Hoheit hatten sich viele Gäste aus nah und fern eingefunden.

Als die Wasserschutzpolizei den Fluss gesperrt hatte, fuhren die aus Heidelberg kommenden Ausflugsschiffe vor, allen voran das Flaggschiff der Weißen Flotte, die Königin Silvia. Viele kleinere Boote und Yachten hatten sich bereits zuvor am badischen und hessischen Ufer eingefunden.

Für die Ehrengäste stand in Neckarsteinach die „Merian“ bereit, an deren Bord sie in der Abenddämmerung zunächst flussabwärts bis hinter Neckargemünd fuhren. Hartmut Quiring unterhielt dabei auf Akkordeon und Saxophon. Nach der Rückkehr begann gleich das Ballonglühen, vom Verein Ballonfahrt Kurpfalz organisiert. Die vier Burgen gaben danach im LED-Licht ein herrliches buntes Bild ab, wie sie sich Grün, Blau, Hell und Lila färbten. Das Fest war aber noch lange nicht beendet. Erst in den frühen Morgenstunden gingen nach einer lauschigen Nacht die letzten nach Hause.

 

Großes Interesse an der Oberzent-Schule

Der Schnuppertag an der Oberzent-Schule stieß wieder auf viel Interesse bei den kommenden Fünftklässlern und ihren Eltern. Sie verschafften sich einen Nachmittag lang einen umfassenden Eindruck des vielfältigen Angebots, das von der integrierten Gesamtschule offeriert wird. Zugleich mit den Infos über die Lernanstalt wurden auch die Ergebnisse der Projektwoche vorgestellt. Schulleiter Bernd Siefert freute sich, dass die OZS in der öffentlichen Wahrnehmung so präsent und gleichzeitig ein Identifikationsmerkmal der Region ist.

Die Oberzent-Schule hatte für den Nachmittag ein breites Programm zusammengestellt, das auch viel Unterhaltung für die Neun- bis Elfjährigen bereithielt. Krönender Abschluss war die „Jeremy-Show“ des Gammelsbachers Ralf Breitinger, der in der Sporthalle mit seinem Jongleur-Workshop diverse Vorführungen in petto hatte. Eltern und Kinder schauten fasziniert den verschiedenen Kunststücken zu.

Zur Begrüßung sangen Leonie Edelmann und Sarah Siebert in der Pausenhalle im Foyer, begleitet von Benedikt Schmitt und Andreas Weinmann. Zwei verschiedene Führungen durch das Gebäude und die diversen Räume gab es von Heidi Domack und Thomas Stricker. Die Kinder erhielten dazu ein großes rotes Papierherz, das sie nach dem Ausfüllen eines Quiz‘ in der Mensa abgeben konnten.

Bernd Siefert bezeichnete die Oberzent-Schule als Bildungsanstalt für die gesamte Region. Schon vor 50 Jahren – denn so alt wird sie dieses Jahr – hätten sich die Gründer beim Namen Gedanken darüber gemacht, wie man mit diesem ausdrücken könne, dass er Schüler aus dem kompletten südlichen Odenwaldkreis anspreche. Die „bestmögliche individuelle Förderung für jedes Kind“ habe man sich auf die Fahnen geschrieben.

„Es ist ganz wichtig, dass alle Oberzent-Viertklässler zu uns kommen“, betonte Siefert. Denn aktuell gibt es in den Grundschulen nur 51 Abschlusskinder – so wenig wie noch nie. „Wir bieten für jeden die auf ihn abgestimmte Förderung“ und begleiten die Kinder in die weiterführenden Systeme, hob er hervor. Siefert stellte fest, dass die OZS bereits fest in den Köpfen der Eltern und Schüler verwurzelt ist. „Für viele ist sowieso schon klar, dass sie hierherkommen.“ Den Schnuppertag nahm man trotzdem gerne an, um sich ein tiefergehendes Bild zu verschaffen.

Der Schulleiter zitierte in seiner Begrüßung der Neurobiologen Gerald Hüther. Nach diesem hat ein Mensch zwei Bedürfnisse: zum einen Verbundenheit, zum anderen wachsen zu können. „Wir als Schule wollen genau das verkörpern“, betonte er. Die Kinder sollen in die Schule hineinschnuppern und sie kennenlernen können. Die Heranwachsenden „als unser wichtigstes Gut“ sollen gut aufgehoben und gefördert werden, meinte Siefert.

Federführend für die Organisation des Schnuppertags war Heidi Domack, die dabei aber vom gesamten Kollegium unterstützt wurde. Es wurde nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch Leckeres angeboten: Die Tapas-Bar, ebenfalls Teil der Projektwoche, machte mit Spanien bekannt. Im „Schokoladenhimmel“ durften Pralinen selbst hergestellt werden. Ein Workshop widmete sich der Kosmetik-Herstellung. Dort wurden Lippenbalsams, Cremes und Seifen kreiert.

Es gab weiterhin einen Film über die Skifreizeit im Ahrntal zu sehen. Die Holz-AG stellte eine Bank aus – einen großen Eichenstamm, in den die Sehenswürdigkeiten der neuen Stadt und das Logo der Schule geschnitzt werden sollen. Überhaupt das Logo: Das findet sich auf Tassen, T-Shirts und Kulis, die zum 50. Jubiläum der OZS in Auftrag gegeben wurden. Sie fanden ebenso reißenden Absatz wie die Schlüsselanhänger aus Holz, von den Schülern für die Schnuppertag-Gäste vor Ort gebohrt und mit einem Ring versehen.

Der Förderverein kümmerte sich unter Leitung von Johanna Käpernick um die Bewirtung und verzeichnete rege Nachfrage nach den leckeren Pizzabrötchen. Schüler der neunten und zehnten Klasse unterstützten ihn dabei in der Mensa. Eltern und Schüler hatten die Gelegenheit, sich über das System der integrierten Gesamtschule mit allen Abschlussmöglichkeiten oder über das Europäische Erasmus-Austauschprogramm zu informieren, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Das gebotene Spektrum an diesem Tag war mehr als breit.

Hirschhorner Ritter zündeten drei Mal ein närrisches Feuerwerk

„Unser Motto kurz und knapp, bei uns regiert die Narrenkapp“: Unter diesem Motto veranstalteten die Hirschhorner Ritter drei feurige Sitzungen. Sechs Stunden wurde im ausverkauften Bürgerhaussaal ein unterhaltsames, abwechslungsreiches und sehenswertes Programm geboten.   Präsident Klaus-Jürgen Ehret begrüßte nach dem Auftritt der Fahnenschwinger und Trommler die Gäste und übergab das Mikrofon an die drei Moderatoren Ulli Schnetz, Martin Dudium und Horst Kern.

Die „Wonneproppen“ wirbelten als leuchtende Strichmännchen über die Bühne. Nachwuchstalent Bastian Zink wusste so einiges über seine zickige ältere Schwester zu berichten. Eine besondere Ehrung wurde Sonja Schreyer zuteil, die seit 44 Jahren in der Ritterfastnacht aktiv und seit 33 Jahren als Trainerin engagiert ist. In der zweiten Sitzung wurde sie an dieser Stelle vom Vorstand und ihren „Milleniums“ mit einer Tanzdarbietung der Deutschen Meister im Paartanz, Selina Hoffmann und Alexej Balzer, überrascht. Die Minigarde begeisterte das Publikum mit einem flotten Gardetanz.

Viel Beifall erntete wie immer Dieter Johann König als „Deutscher Michel“, der der Politik wieder mal tüchtig die Leviten las. Der „Showblock“ entführte tänzerisch in die zauberhafte Welt von Peter Pan, Käpt’n Hook und das Abenteuerland. Bettina Gärtner erzählte von der Midlife-Crisis und war sich sicher, dass der Klimawandel schuld sei für ihre körperlichen Temperaturschwankungen. Wahre Begeisterungsstürme entfachten die fünf Tanzmariechen und das Tanzpaar des Solistenblocks, die akrobatisch und gekonnt über die Bühne wirbelten.

Aus Bella Italia kam der Pizzabäcker Camillo alias Uwe Fellhauer, bei dem sogar schon Jogi Löw anrief und eine Pizza „Endstazione“ bestellte. Die Showtanzgruppe „Rhythmix“ hatten das Kriegsbeil ausgegraben, weil der weiße Mann Feuerwasser ausschenkte, und zeigte als Indianer tänzerisch die Schönheiten der Natur. Im Massagestudio der frustrierten Masseusen klagte der „Parodie-Express“ nicht nur über die Männer im zweiten Frühling, sondern verdeutlichte auch, wie man auf einen Schlag 90 Kilo los wird.

Die stimmgewaltigen Sänger von „Da Capo“ präsentierten dann Lieder über aktuelle Themen. Sie sangen von der Umleitung in Neckarhausen, von Kim Jong Un, Jamaika, Katalonien und über den Frieden. Nach der Pause animierte die „City Sound Group“ mit heißen Klängen zum Mitsingen und Mitfeiern. Die „Rasselbande“ heizte mit ihrem schmissigen Gardetanz noch weiter ein. Liebevolle Sticheleien verteilten die Zwillingsschwestern Claudia Schück und Susanne Konrad.

Einen Höhepunkt der Tanzdarbietungen bot Funkenmariechen Kristina Predikant, die elegant über die Bühne wirbelte. Das Publikum bog sich vor Lachen bei Günther Gärtner aus Görlitz, alias Lutz Schmidt, der zum Bademeister umgeschult hatte. Es folgte ein wahrer Augenschmaus: Der fetzige Gardetanz der Prinzengarde zu Ehren des Prinzenpaares. Von seinem Ausflug in die Südsee wusste Waldemar Böhm zu berichten.

Das Männerballett unternahm unter anderem mit „Flashdance“ eine Reise in die Vergangenheit und begeisterte das Publikum. Ein Highlight des Abends boten die 50 Tänzerinnen der „Millenniums“, die unter der Leitung ihrer Trainerin Sonja Schreyer die Zuschauer mit einem Beitrag zur Völkerverständigung, „Tanzen verbindet Kulturen“, begeisterten.

Tränen flossen bei der Verabschiedung des Prinzenpaares Tina I. und Lothar II. Nun endlich war es so weit, das lang gehütete Geheimnis um das neue Prinzenpaar wurde gelüftet. Prinzessin Sandra I. (Kübler-Link) und Prinz Manuel I. (Link) mit Funkenmariechen Kristina Predikant wurden von Herolden und Garden auf die Bühne geleitet. Nach der Proklamation durch Klaus-Jürgen Ehret begrüßte das neue Prinzenpaar das närrische Volk.

Widerstandslos rückte Bürgermeister Oliver Berthold den Rathausschlüssel raus – mit dem Hinweis, in der Stadtkasse sei eh nichts zu holen. Abordnungen befreundeter Karnevalsvereine sprachen dem Prinzenpaar Glückwünsche aus. Nachdem Blumensträuße, Präsente und Kampagneorden übergeben worden waren, versammelten sich alle Aktiven des Abends zum großen Finale nochmals auf der Bühne. (Bilder: Verein)

Hirschhorner Neujahrsempfang: Mit Ruhe die wichtigen Entscheidungen angehen

Es ist wieder Ruhe eingekehrt im Städtchen – eine Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindehaus zog. Nimmt man den Besuch der Veranstaltung, so wirkte sich diese Rückkehr zum gefühlten normalen Umgang miteinander extrem positiv auf den Besuch aus. Der Saal platzte aus allen Nähten, was die Redner sehr erfreut feststellten. Umrahmt wurde der Empfang von Hirschhorner Musikschülerinnen.

Hausherr Pfarrer Jörg Awischus lobte das ehrenamtliche Engagement. Es sei beileibe kein Selbstläufer und nicht selbstverständlich, dass sich Menschen politisch, sozial oder kulturell einbringen. Sie tun dies, um zur Lebensqualität im Ort beizutragen und ihren Mitbürgern ein Umfeld zu schaffen, in dem sich diese wohlfühlen. „Wir leben in einer Zeit, in der das, was früher selbstverständlich war, es nicht mehr ist“, sagte er.

Für die anstehenden Zukunftsprobleme gibt es keine Patentlösungen, stellte der Geistliche fest. Ihm machte Mut, dass zum Neujahrsempfang „so viele gekommen sind“. Veränderungen wird es immer geben, betonte der Pfarrer. Man könne die Zukunft zum Wohl der Mitmenschen entwickeln, wenn man im Gespräch bleibe, forderte er.

Die Rückkehr der Ruhe stimmte den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Martin Hölz zuversichtlich für die kommende Zeit. Er sah darin das beste Fundament, um zur Sacharbeit zurückzukehren. Hölz pflichtete Awischus in dessen Worten grundsätzlich bei. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, schloss er mit einem bekannten Buchtitel von Erich Kästner.

In der heutigen Zeit sei jeder gefragt, „die Fahne der Demokratie hochzuhalten“, betonte Bürgermeister Oliver Berthold. „Demokratie braucht Menschen, die Demokratie leben, sie braucht Demokraten, damit sie gut funktioniert und stabil bleibt“, meinte er mit Blick auf so manche Entwicklungen. Das gelte es aber auch fürs eigene Land zu beherzigen. Protest wählen zeige nicht, „dass die da oben“ etwas was ändern müssen. Vielmehr verhindere es, dass etwas geändert werden könne, weil keine vernünftige Regierung zustande komme.

Berthold nannte die Entscheidungen der hessischen Landesregierung aus dem vergangenen Jahr erfreulich. Er bezog sich dabei auf Hessenkasse und eine Teilübernahme der Kindergartengebühren. Erstere dient dazu, die Kommunen bei der Tilgung ihrer Kassenkredite zu unterstützen. Das Land übernimmt die Hälfte, die andere Hälfte müssten die Städte mit etwa 25 Euro/Einwohner/Jahr selbst aufbringen. Für Hirschhorn bedeutet dies, dass innerhalb von 16 Jahren 1,4 Millionen Euro getilgt werden müssen.

Ab August übernehme das Land die Kosten für sechs Stunden Kindergartenbetreuung eines drei- bis sechsjährigen Kindes, führte er weiter aus. Das sei aber nur der Anteil, den eigentlich die Eltern bezahlen müssen, sagte Berthold. Früher war alles schlechter, drängte sich der Eindruck nach den weiteren Worten auf. Das vergangene Jahr habe man dazu genutzt, „wieder Struktur in die Verwaltung zu bringen, Altlasten aufzuarbeiten und zerrissene Bande neu zu knüpfen“, so der Bürgermeister.

„Die Verwaltung habe viele Fehler der vergangenen Jahre aufgedeckt, ist ihren Ursachen auf den Grund gegangen und hat Lösungsansätze erarbeitet“, meinte er. Er sei guter Hoffnung, dass die wichtigen politischen Entscheidungen in 2018 „im offenen Dialog zum Wohle Hirschhorns getroffen werden“, schloss Berthold.

Ehrungen

  • Jugendgruppenpreis für die katholische Kirchenmusik mit ihrem Jugendorchester. Das Ensemble ist vielfältig bei Veranstaltungen in der Stadt aktiv: 150 Euro
  • Silberne Ehrennadel für Arnt Heilmann, seit 15 Jahren Vorsitzender des Gewerbevereins
  • Goldene Ehrennadel für: Marlis Flachs, seit 1991 Vorsitzende, Dieter Klement, seit 1991 Präses des Kolpingvereins; Achim Heiduk, 1980-83 und seit 2008 Notenwart, 1992-2005 Schriftführer der katholischen Kirchenmusik; Karl Neidig, seit 1985 zweiter Vorsitzender, Klaus Zentler, seit 1985 Kassenwart und Vorsitzender des Akkordeon-Orchesters Langenthal.