Eberbacher Grundschüler waren von den Beerfelder Bienen begeistert

Lustig zappelt der Drohn zwischen den Fingern von Su-Menekse. Interessiert und ohne Scheu schaut sich die Zweitklässlerin die männliche Biene von allen Seiten an. Nebendran freut sich Klassenlehrerin Pia Peters wie ein Schneekönig. „Genau das war mein Ziel“, sagt sie: nämlich den Kindern der 2a aus der Eberbacher Dr.-Weiß-Grundschule die Scheu vor den fleißigen Tieren zu nehmen. 22 Schüler waren zusammen mit ihr und fünf begleitenden Müttern zu Gast beim Imkerverein Beerfelder Land, wo es alles rund um die Bienen in spielerischer Form zu erfahren gab.

Etwa bei Alexander Friedel. Der wusste mit der Lust auf Süßes den Schülern die Angst vor der Bienenwabe zu nehmen. Drei Kilo ist der volle Honigraum schwer, berichtete er beim Herausnehmen aus der Beute, dem Bienenstock. Sol-Lady, Carolina, Erik und Anna schauten erst einmal etwas skeptisch auf das Gewusel und Geschwirre. Zaghaft steckten sie den Finger in den Honig, dann in den Mund – und der Bann war gebrochen. „Das schmeckt voll süß“, freute sich Carolina. Prompt tauchten sie die Finger zum Probieren noch mehrmals hinein.

„Unter dem Honigraum befinden sich zwei Bruträume“, erläuterte Friedel den Kindern. Die Honigsaison dauert von Mitte April bis Ende Juni. Die Bienen liefern pro Volk im Schnitt etwa 75 Kilo Honig im Jahr, leckeren Blütenhonig vom Bienenplatz Beerfelden. Aktuell sind es vor allem die stark blühenden Brombeeren, aber auch die Esskastanien, die als Nahrungsquelle dienen.

In der ersten Klasse galt es ein Maskottchen zu finden, erläutert Pia Peters den Hintergrund des Besuchs. „Da haben wir die Biene genommen.“ Kein Wunder, denn die Klassenlehrerin aus Michelstadt ist selbst Imkerin mit vier großen und zwei kleinen Völkern und Mitglied des Kreisverbands der Odenwälder Imker. Bei Dieter Berg, dem früheren Vorsitzenden des Beerfelder Vereins, ging sie „in die Lehre“. Es sei naheliegend, „dass die Bienenklasse mal bei den Bienen war“, schmunzelt sie.

Die Schüler waren bei den verschiedenen Aufgaben mit Begeisterung bei der Sache. Neben Friedel und Berg kümmerten sich auch die Vereinsmitglieder Norbert Kramer, Marlon Ihrig und Uwe Röglin um sie. Es ging um die Themen Kerzenrollen aus Bienenwachs, Königinnen zeichnen, Lebensräume schaffen, Futterquellen anlegen, die Entwicklung der Bienen oder männliche Tiere erkennen.

Im Unterricht war der Besuch natürlich im Vorfeld Thema. „Bis zu 60.000 Arbeiterinnen leben in einem Bienenstock“, erläuterte Peters dabei den Schülern. Dazu kommen maximal ein Drittel Drohnen und eine Königin. Im Laufe des Jahres nimmt die Zahl der Arbeiterinnen ab. Sie leben im Schnitt 35 Tage, während die Königin bis zu fünf Jahre alt werden kann. Sie legt am Tag etwa 2000 Eier.  Um Stock putzen, Wabenbau und Aufzucht kümmern sich die Weibchen. Die Männchen „fressen, fliegen aus, befruchten und werden dann gekillt“, brachte es die Lehrerin plastisch auf den Punkt.

„Das Kerzenrollen war besonders schön“, meinte Jule. Carolina schmeckte der Honig super, den sie direkt aus der Wabe naschen durfte. „Ich hatte keine Angst“, meinte sie selbstbewusst. Auch Anna machte alles viel Spaß. „Der Honig war sehr lecker“, sagte sie. Yusuf war von den „großen Glubschaugen“ der Drohnen beeindruckt. Auch hatte er sich den Unterschied zu den Arbeiterinnen gemerkt. Wie die Vereinsmitglieder ein verwildertes Grundstück wieder herrichteten, fand er toll.

Was es damit auf sich hat, erklärte Norbert Kramer. An der B45 nahm sich der Imkerverein ein Gelände vor, richtete es her, säte einen Grünstreifen ein und pflegt es regelmäßig. Wildbienen finden dort Nahrung. „Kürzlich haben wir Heu gemacht“, sagte er. Das geht dann an einen Bauern. An Birkenhöhe und Jahnstraße gibt es zwei weitere Grundstücke, auf denen Spätblüher angepflanzt wurden.

„Zehn Quadratmeter Blühstreifen pro Garten sind nicht viel“, meinte Kramer. Wenn es 1000 Einwohner machen, „kommt damit ein Hektar zusammen“. Er ist gegen einen kurz gehaltenen Rasen. „Wo was wächst, finden die Bienen genug Nahrung“, so sein Credo.

 

Bild: Alexander Friedel mit Sol-Lady, Carolina, Erik und Anna (v.l.)

 

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Eberbacher Segelflieger ehrten langjährige Mitglieder

Gerd Weinelt, Ehrenpräsident des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV), schaute kürzlich bei der Versammlung des Segelflieger-Clubs Eberbach vorbei. Der Grund: die Ehrung von drei seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Luftsport und hier besonders für den Eberbacher Verein engagierten Fliegern. Vorsitzender André Foshag freute sich über hohen Besuch.

Peter Schink konnte seine Ehrung nicht persönlich entgegennehmen. Er ist seit 1993 Mitglied. Ohne seine Spenden hätte sich der Verein verschulden müssen und die daraus resultierenden Flugstundenpreise wären für viele Mitglieder nicht mehr tragbar gewesen. Foshag bringt ihm die Urkunde und die „Wolf-Hirth“-Medaille in Bronze vorbei.

Dieter Gerbracht stand als Zweiter auf der Liste. Er ist seit 1961 Mitglied im Segelfliegerclub. Seine ehrenamtlichen Leistungen seit vielen Jahren als Fluglehrer sind beispiellos, führte Foshag aus. 1978 wurde ihm die bronzene Ehrennadel verliehen, jetzt erhielt er die silberne des BWLV für seine langjährige aktive Mitgliedschaft. Darüber hinaus wurde Gerbracht die Ehrennadel des Deutschen Aeroclubs in Gold für über 30 Jahre ehrenamtliche Fluglehrertätigkeit verliehen.

Mit der Goldenen BWLV-Ehrennadel wurde Armin Mohr geehrt, seit 1966 aktives Mitglied. Er war 35 Jahre lang Kassenwart und meist zugleich Schriftführer. Zusätzlich war Mohr von 1987 bis 1996 zweiter Vorsitzender der Segelflieger. 1981 wurde ihm die bronzene und 1997 die silberne Ehrennadel des BWLV verliehen. Foshag betonte, dass der Verein heute noch von Mohrs gründlichen Dokumentationen und Arbeiten vergangener Tage profitiert und sich sehr darüber freut, dass er ihm weiter mit Rat und Tat zur Seite steht. Bei der Übergabe der Ehrennadeln und Urkunden dankte auch Gerd Weinelt den Geehrten für ihre hervorragenden Leistungen für den Luftsport und den Segelfliegerclub.

 

 

Engagierte Ehrenamtliche wollen den Eutersee bei Schöllenbach als Naherholungsgebiet wieder attraktiver machen

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. „Da haben wir an einem Tag schon mal 3000 Besucher gezählt“, erinnert sich Rudolf Brandel. Das war in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region. Jetzt ist es in die Jahre gekommen. Engagierte Bürger wollen dem Gelände zu früherem Glanz verhelfen.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: Beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen badischen Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt. An der Grillhütte wurde vor fünf Jahren das letzte Mal gewerkelt.

Jetzt gibt es neue Möglichkeiten: Denn im Rahmen der Beratungen über das IKEK-Programm kam der Gedanke auf, auch am See tätig zu werden, erläutert Anneli Hieronymus. Sie trommelte zehn Interessierte für ein erstes vorbereitendes Treffen zusammen, bei dem Ideen gesammelt wurden, was man wie angehen kann. Vier Arbeitseinsätze im Jahr will die Truppe anstreben. Der erste findet am 17. Februar zwischen 10 und 14 Uhr statt. Dann soll es dem Wildwuchs an die Büsche gehen. Weitere Interessierte sind gerne willkommen.

Renovierungsarbeiten an der in den 80er Jahren entstandenen Hütte will man für den Sommer ins Auge fassen. Es geht außerdem darum, das Brückengeländer instand zu setzen, die Bankanlage wieder auf Vordermann zu bringen und dem Grillplatz neuen Glanz zu verleihen. Im Gespräch ist auch eine Art Hausmeister, der ein Auge auf das Gelände hat. Denn Wildcamper und Feierwütige haben ihre Spuren hinterlassen. Die Hütte ist öffentlich nutzbar, für größere Feiern empfiehlt sich eine Anmeldung, damit dann der Strom freigeschaltet wird.

Anneli Hieronymus stellt sich vor, über das Leader-Programm und den GEO-Naturpark Fördertöpfe anzuzapfen. Darüber hinaus „sind Sponsoren gerne willkommen“, lacht sie. Auch die neue Stadt ist natürlich im Boot. Mit Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann, Bauamt und Bauhof steht die Kontaktaufnahme an, um von dort Fachwissen und Manpower zu erhalten.

Rudolf Brandel erinnert sich noch wehmütig an all die vielen Grillfeste, die an dieser Stelle gefeiert wurden. Legendär ist die Beach-Party der Jugendfeuerwehr, die Gäste in großen Scharen anzog. Aber genau das war dann auch das Problem. „Wir konnten die Sicherheit nicht mehr gewährleisten“, bedauert er. „Das ist sehr schade, weil das Gelände ideal für Feiern ist.“ Jetzt dümpelt es seinen Worten nach nur noch vor sich hin, „keiner macht mehr Feste“.

Damit es am Eutersee aber mal wieder hoch hergehen kann, muss erst das Umfeld stimmen. Eine feste Zuwegung, die nötige Infrastruktur und einen Shuttleservice aufgrund begrenzter Parkplatzzahl nennt Hieronymus als Grundvoraussetzungen. Der Weg am anderen Seeufer sollte schon vor längerer Zeit saniert werden. „Wir wollen diese ganzen Maßnahmen jetzt wieder anstoßen“, sagen die Ehrenamtlichen.

Auf einer Wunschliste wurde darüber hinaus das zusammengetragen, was den Teilnehmern spontan in den Sinn kam. Dazu zählen eine Liegefläche, ein Steg im See, Befestigung der Wege, eine Spielinsel für Kinder, Erhalt der Schutzhütte und Sitzgelegenheiten rund um den See. Eine Toilettenanlage und die Erweiterung des Pflasters rund um die Hütte sind ebenfalls angedacht. Man würde auch gerne die direkt angrenzenden Bäume fällen, erläutert Brandner, aber die sind in Privatbesitz.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

 

Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff tritt am Freitag, 17. November, in der katholischen Pfarrkirche Hirschhorn auf

Eine festliche Konzert-Gala mit dem Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff findet am Freitag, 17. November, in der katholischen Pfarrkirche Hirschhorn statt. Um 19.30 Uhr geht es in Maria Immaculata los. Das Konzert findet unter Mitwirkung und in Zusammenarbeit mit dem Dreiklang-Frauenchor Igelsbach statt. Zu Gehör kommen festliche Gesänge der russisch-orthodoxen Kirche, Volksweisen und Lieder der klassischen Komponisten.

Der Don-Kosaken-Chor, bekannt aus unzähligen Fernsehsendungen und CD-Einspielungen, wird stimmgewaltig mit einem begeisternden Konzert-Programm zum ersten Mal in Hirschhorn gastieren. Ermöglicht wurde dieses Gastspiel durch eine enge künstlerische und organisatorische Zusammenarbeit mit dem Frauenchor. Die Zuschauer erwartet ein musikalisches Fest großer Stimmen, vertrauter Melodien und heitere, bravouröse Gesangsakrobatik.

Durch eine langjährige Gastspieltätigkeit hat der Chor unter seinem künstlerischen Leiter Wanja Hlbika überall begeisterte und treue Zuhörer. Die Konzerte des Ensembles aus studierten Sängern werden mit stehenden Ovationen gefeiert. Hlibka hat viele Jahre als damals jüngster Solist im weltberühmten Chor von Serge Jaroff gesungen und durfte die Original-Arrangements als Ausgangsbasis seiner künstlerischen Arbeit nutzen. Die anderen Sänger kommen von großen osteuropäischen Opernhäusern.

Die stimmgewaltigen Solisten werden von der Fachpresse immer wieder als „russisches Stimmwunder“ bezeichnet. Sie vermitteln den ganzen Zauber und auch die eigene Melancholie der russischen Musik in höchster Vollendung. Ihr Repertoire reicht von den festlichen Gesängen der russisch-orthodoxen Kirche über die immer wieder begehrten Volksweisen bis hin zu großen, klassischen Komponisten. Kartenvorverkauf bei Tabak Presse Shop Sohns, Barbaras Beauty Boutique und Buchhaus Erb, alle in Eberbach. Restkarten an der Konzertkasse.

Die Devise heißt üben, üben, üben: Dartfreunde „Double Trouble“ richteten die 2. Hainbrunn-Open aus

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? Uwe Kölbl lacht. „Nein. Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, verdeutlicht der Abteilungsleiter der Dartfreunde „Double Trouble“ unter dem Dach des SV Ober-Hainbrunn. Die richteten jetzt in der Sporthalle die 2. Hainbrunn-Open aus, als deren Hauptpreis bis zum nächsten Turnier der Wanderpokal mitgenommen werden darf. 39 Dartspieler gingen an den Start.

Welches Training hinter den Erfolgen der echten Profis steckt, erfuhr Kölbl beim Besuch von Max Hopp im vergangenen Jahr. Den Meisterspieler hatten die Dartfreunde als Stargast eingeladen. „Der trainiert fünf Stunden jeden Tag“, meint der Hobbyspieler andächtig. „Sogar acht, wenn es auf einen Wettkampf zugeht.“ Serafettin Ayar vom 1. DC Mosbach, der als Titelverteidiger an den Start ging, bringt es auf zwei Stunden. Zeiten, von denen die Cracks im Finkenbachtal nur träumen können. „Aber es macht tierisch Spaß, sich einmal die Woche zu treffen“, grinst Kölbl.

Der Abteilungsleiter freut sich, dass aus dem ehemaligen Kneipen- ein Hochleistungssport geworden ist. In Ober-Hainbrunn kommen die pfeilschnellen Akteure „just for fun“ zusammen. „Dartligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt“, erläutert Kölbl. Das ist dann doch etwas zu weit.

Während im ganzen Umkreis E-Dart (Automatendart) gespielt wird, setzen die Hainbrunner auf die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt. „Das ist der Klassiker wie früher in den Kneipen“, schwört Kölbl auf die ursprüngliche Spielweise. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro. „Zu viel für einen kleinen Verein wie den unsrigen“, sagt er.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Uwe Kölbl nennt etwa 23 Gramm schwere sein Eigen. Er spielt seit vier Jahren Dart, erst in Hirschhorn, dann in Ober-Hainbrunn, als dort SV-Vorsitzender Frank Flachs den Sport etablierte.

Wenn „Double Trouble“ zum Turnier ruft, kommen die Spieler aus der gesamten Region angefahren. Remseck, Eberbach, Heddesbach, Bonsweiher, Hirschhorn und Mosbach lauten die Adressen. Aus letzterer Stadt kommen die Cracks, die den Sieg in der Regel unter sich ausmachen. Kein Wunder, denn Serafettin Ayar (Spitzname Sahap), Norbert Schulte (Indio) und Musa Kara spielen beim 1. DC Mosbach und wurden mit diesem gerade deutscher Mannschaftsmeister im E-Dart.

Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. „Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen“, erläutert Kölbl. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.“ Manche wie Sahap „werfen sogar von oben runter“. Mit Erfolg.

„Die Richtung halten ist das A und O“, mahnt der Abteilungsleiter. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance „und schießen den Pfeil an die falsche Stelle“. Ein weitverbreiteter Irrtum ist seinen Worten zufolge, dass der rote Punkt in der Mitte die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Ring möglich.

Die Kunst beim „501 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von 501 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. „Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden“, so Kölbl. Das ginge nur mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Ergebnisse 2. Hainbrunn-Open

Teilnehmer: 39: Sieger Serafettin (Sahap) Ayar, 2. Norbert „Indio“ Schulte, 3. Kara Musa, 4. Sebastian Schulz. Alle vier Sieger kommen vom DC Mosbach. Gewinner einer Flasche Whisky für die erste 180 im Turnier wurde Micha Wagner vom DC Eberbach. Insgesamt wurde fünf Mal die 180 geworfen. Das höchste Finish mit 156 Punkten warf Sahap.

Dart im Selbstversuch

„Du musst schauen, dass dein Arm und deine Schulter in einer Richtung zeigen“, meint Uwe Kölbl und drückt mir seine 23-Gramm-Steeldartpfeile in die Hand. Der hintere Fuß dient zur Ausbalancierung. „Wichtig ist außerdem die Körperhaltung. Du darfst beim Werfen nicht nach vorn kippen“, sagt der Double-Trouble-Abteilungsleiter. So eingewiesen, versuche ich mein Glück. Und treffe tatsächlich mit den ersten drei Würfen gleich die Scheibe. Egal, dass eine 1 und eine 2 dabei sind.

Immerhin habe ich nicht unter den prüfenden Blicken der anderen Werfer das Holz der Bühnenwand in der Sporthalle punktiert und mich damit als absoluter Anfänger geoutet. Wie sich überhaupt zeigt: Die nur einfach zählenden Felder sind ganz gut zu treffen. Schwierig wird es dann, wenn es an die Double- oder Triple-Metallringe geht, die so richtig Punkte bringen und beim „501 Double out“ helfen, möglichst schnell auf null runterzuwerfen.

Schnell stelle ich fest, dass ich beim Werfen als Linkshänder einen Linksdrall habe. Den versuche ich beim zweiten Wurf auszugleichen, wodurch der aber wieder zu weit rechts landet. Also gleich ein bisschen weiter rechts gezielt, dann haut das mit der senkrecht stehenden 20 am besten hin. Stimmt. In der Theorie. Immerhin: Beim sechsten Durchgang höre ich das Metall des 20er- und 18er-Double- und Triple-Rings kratzen. Allerdings von der falschen Seite.

Dann bei Leg 10 das erste Erfolgserlebnis: Double 20 und der grüne Ring in der Mitte mit 25 Punkten. Kurz darauf sogar die 50 in der Scheibenmitte, ehe dann wieder etliche Durchgänge Kraut und Rüben vorherrschen. Verstohlene Blicke nach links und rechts zu den anderen Übenden zeigen, dass da deutlich mehr geballt in der 20 oder 18 sitzt. Nur wenige Ausreißer sind dabei. Es ist doch so, wie Uwe Kölbl sagt. „Üben, üben, üben“ heißt das Geheimnis des Erfolgs.

Den meine ich jetzt zu haben. Im inneren Metallkreis schlägt mein Pfeil ein. Sieht aus wie Triple 20. Der Schein trügt. Es ist nur eine Triple 1 direkt daneben. So langsam zeigt die Formkurve nach oben. Zwei von drei Pfeilen eines Legs landen in der 20. Dann steigt nebenan Serafettin Ayar (Spitzname Sahap) ein. Seines Zeichens frischgebackener deutscher Mannschaftsmeister im E-Dart. Er fängt an – und ich steige aus.

L 3410 von Hirschhorn Richtung Kortelshütte ist noch bis Ende des Monats gesperrt

Noch bis Ende des Monats sollen die Bauarbeiten auf der L3410 zwischen dem Brombacher Wasser bei Hirschhorn und dem Rothenberger Ortsteil Kortelshütte dauern. Dort wird eine Brücke erneuert, die kurz hinter der Abzweigung von der L 3119 zwischen Hirschhorn und Ober-Hainbrunn hinauf den Finkenbach quert. Die Arbeiten laufen unter Vollsperrung und dauern voraussichtlich bis Ende September.

Die Umleitung während der Vollsperrung erfolgt in nördlicher Richtung über die L 3119 über Finkenbach Richtung Beerfelden und dann weiter über die L 3410 wieder zurück nach Rothenberg und Kortelshütte. Einheimische können auch die verschiedenen Gemeindeverbindungsstraßen nutzen, die aber für den Schwerverkehr nicht freigegeben sind.

Laut der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil handelt es sich bei den Baumaßnahmen um einfache Instandsetzungsarbeiten am Brückenbauwerk. Das Natursteinmauerwerk des Gewölbebogens und der Stirnmauer wird gereinigt, beschädigtes Mauerwerk instandgesetzt sowie fehlende Steine ersetzt. Während der Baumaßnahme wird der Finkenbach mittels einer Verrohrung umgeleitet.

Im Rahmen der Maßnahme erfolgt eine naturschutzfachliche Baubegleitung, die unter anderem vor den Arbeiten an dem Bauwerk die Hohlräume auf brütende Vögel und dort lebende Kleintiere untersucht. Die Umweltbaubegleitung führt auch eine Elektrobefischung im Baubereich mit anschließender Freisetzung der Fische durch, die den Fischbestand des Baches schützt. Die Kosten belaufen sich auf rund 82.000 Euro.

Sensbachtaler Firma Walz Natursteine ist seit 50 Jahren im Denkmalschutz aktiv – Tag der offenen Tür in Gaimühle

Hier atmet jeder Stein, jede Pore, jahrhundertealte Geschichte. Auf dem Werksgelände der Sensbachtaler Firma Walz Natursteine im badischen Gaimühle lagern die Sandsteine in allen Forme und Variationen, dass es eine wahre Pracht ist. Anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Firma, verbunden mit den 50-jährigen Aktivitäten im Bereich Denkmalschutz, konnten jetzt Interessierte die Werkstätten in Augenschein nehmen.

Sechs Steinmetze sind im Betrieb tätig, erläutert Betriebsmeister Veselin Pusic, der sich mit zwei Technikern ums tägliche Geschäft kümmert. Eigentümer ist Dr. Michael Schön. Steinmetz ist allerdings „leider ein vom Aussterben bedrohter Beruf“, bedauert Pusic, da er in Zeiten von Smartphone und Computer „zu ungemütlich“ ist. Aber einer mit mehr als guten Zukunftsaussichten, da das Handwerk nach wie vor goldenen Boiden hat. „Wer einen guten Ausbildungsplatz findet, hat ausgesorgt“, schmunzelt Pusic. Denn fähige Leute werden überall gesucht.

Den Denkmalschutz, mit dem sich die Firma in den vergangenen 50 Jahren im ganzen Südwesten einen Namen machte, „gab es als Arbeitsweise eigentlich schon viel früher“. Denn seit Bestehen des Betriebs wurde eigentlich nie anders zu Werke gegangen. Die Materialien waren früher wie heute die gleichen. Mörtel auf Kalkbasis, regionale Sande und natürlich der passende Sandstein, wie er damals an den verschiedenen Bauten zum Einsatz kam.

Schmiedearbeiten sind weiterhin gefragt, denn Eisen härtet in den unterschiedlichen Steinarten immer unterschiedlich aus. „Ein Schmied in früheren Jahrzehnten hat das noch gelernt“, weiß Pusic. Deshalb ist für die Firma der Kontakt zum örtlichen Handwerker, dem man seit 50 Jahren verbunden ist, auch heute noch Gold wert.

Das Geheimnis des Erfolgs war vor 50 Jahren eben dieses Festhalten an den alten Traditionen. „Deshalb waren wir damals gut aufgestellt“, betont Pusic. Das Heidelberger Schloss und Burg Breuberg zählten zu den ersten größeren Objekten, die auch noch fünf Jahrzehnte später beackert werden. Aber auch die anderen Wirkungsstätten lesen sich wie ein „Who’s who“ der regionalen Kulturdenkmäler: Kloster Lorsch, Schloss Hirschhorn, Erbacher Schlossplatz oder Niederwalddenkmal Rüdesheim. Ganz zu schweigen von den unzähligen Burgen an der Bergstraße oder auch Limes-Arbeiten.

Grundsätzlich gilt es seinen Worten zufolge, „die Original-Substanz zu erhalten, wenn sie kaputt zu gehen droht“. Da sich die Firma auch um Mauerwerk-Sanierung kümmert, ist sie nicht nur mit den „kleineren“ Sanierungsarbeiten, sondern auch mit großflächigen Maßnahmen wie an der Außenanlage von Burg Lindenfels beschäftigt.

Für Betriebsmeister Pusic sind die alten Stadtvillen in Heidelberg und Mannheim ein ganz besonderes Schmankerl in seiner vielfältigen Arbeit. Die stammen oft aus Gründerzeit, Klassizismus oder Jugendstil – letztere mit einem sehr verspielten Interieur. „Wenn es um die Statik geht, ist das für einen Baumeister eine ganz besondere Herausforderung“, betont er. Wappen oder Krönungen an Burgen und Schlössern wiegen oftmals zwei oder drei Tonnen. Da ist dann eine ganz andere Herangehensweise gefragt.

Für Pusic ist es faszinierend, in verschiedenen Bauepochen zu arbeiten. „Ich komme hin und muss mich erst einmal in die jeweilige Zeit einarbeiten“, meint er. Es gebe kein Patentrezept für die Vorgehensweise. Die Fragestellung heißt vielmehr: „Was hat der sich damals dabei gedacht, als er das baute?“ Die „Zeitreise durch die Baugeschichte“ ist für ihn das absolut Spannende am Job.

Mitunter erfordern die Herausforderungen auch neue Gerätschaften. Um ein Duplikat der Figur eines Keltenfürsten herzustellen, deren Original nicht berührt werden durfte, schufen die findigen Tüftler ein Laserpunktiergerät, das Seinesgleichen sucht. Auch das Entsalzungsbecken ist in dieser Größe einmalig. Mit ihm werden den Steinen die Salze entzogen, die sonst auskristallisieren. Aktuell lagern in den Räumen auch zwei Skulpturen vom Stuttgarter Hauptbahnhof, die im Zuge von „Stuttgart 21“ weichen mussten. Nach ihrer Auffrischung und Fertigstellung der Baustelle kommen sie wieder zurück.

Als Peter Walz 1857 seinen Steinmetz- und Maurerbetrieb gründete, konnte er nicht ahnen, welches Renommee dieser einst erlangen würde. Und das einfach nur deshalb, weil man nicht mit der Zeit ging, sondern das Alte bewahrte. Der rote Bundstandstein, der seine Farbe vom eingeschlossenen Eisenoxid erhält, wurde für Brücken, Bahnhöfe, Schulen und Rathäuser verwendet.

Die Firma Walz Natursteine beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter, davon sechs Steinmetze und 19 Maurer. Mitarbeiter werden in allen Bereichen immer gesucht. Kontakt: Fa. Peter Walz Nachfolger Natursteine, E-Mail: m.schoen@walz-natursteine.de, Telefon 06068/93065, http://www.walz-natursteine.de