L 3410 von Hirschhorn Richtung Kortelshütte ist noch bis Ende des Monats gesperrt

Noch bis Ende des Monats sollen die Bauarbeiten auf der L3410 zwischen dem Brombacher Wasser bei Hirschhorn und dem Rothenberger Ortsteil Kortelshütte dauern. Dort wird eine Brücke erneuert, die kurz hinter der Abzweigung von der L 3119 zwischen Hirschhorn und Ober-Hainbrunn hinauf den Finkenbach quert. Die Arbeiten laufen unter Vollsperrung und dauern voraussichtlich bis Ende September.

Die Umleitung während der Vollsperrung erfolgt in nördlicher Richtung über die L 3119 über Finkenbach Richtung Beerfelden und dann weiter über die L 3410 wieder zurück nach Rothenberg und Kortelshütte. Einheimische können auch die verschiedenen Gemeindeverbindungsstraßen nutzen, die aber für den Schwerverkehr nicht freigegeben sind.

Laut der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil handelt es sich bei den Baumaßnahmen um einfache Instandsetzungsarbeiten am Brückenbauwerk. Das Natursteinmauerwerk des Gewölbebogens und der Stirnmauer wird gereinigt, beschädigtes Mauerwerk instandgesetzt sowie fehlende Steine ersetzt. Während der Baumaßnahme wird der Finkenbach mittels einer Verrohrung umgeleitet.

Im Rahmen der Maßnahme erfolgt eine naturschutzfachliche Baubegleitung, die unter anderem vor den Arbeiten an dem Bauwerk die Hohlräume auf brütende Vögel und dort lebende Kleintiere untersucht. Die Umweltbaubegleitung führt auch eine Elektrobefischung im Baubereich mit anschließender Freisetzung der Fische durch, die den Fischbestand des Baches schützt. Die Kosten belaufen sich auf rund 82.000 Euro.

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Sensbachtaler Firma Walz Natursteine ist seit 50 Jahren im Denkmalschutz aktiv – Tag der offenen Tür in Gaimühle

Hier atmet jeder Stein, jede Pore, jahrhundertealte Geschichte. Auf dem Werksgelände der Sensbachtaler Firma Walz Natursteine im badischen Gaimühle lagern die Sandsteine in allen Forme und Variationen, dass es eine wahre Pracht ist. Anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Firma, verbunden mit den 50-jährigen Aktivitäten im Bereich Denkmalschutz, konnten jetzt Interessierte die Werkstätten in Augenschein nehmen.

Sechs Steinmetze sind im Betrieb tätig, erläutert Betriebsmeister Veselin Pusic, der sich mit zwei Technikern ums tägliche Geschäft kümmert. Eigentümer ist Dr. Michael Schön. Steinmetz ist allerdings „leider ein vom Aussterben bedrohter Beruf“, bedauert Pusic, da er in Zeiten von Smartphone und Computer „zu ungemütlich“ ist. Aber einer mit mehr als guten Zukunftsaussichten, da das Handwerk nach wie vor goldenen Boiden hat. „Wer einen guten Ausbildungsplatz findet, hat ausgesorgt“, schmunzelt Pusic. Denn fähige Leute werden überall gesucht.

Den Denkmalschutz, mit dem sich die Firma in den vergangenen 50 Jahren im ganzen Südwesten einen Namen machte, „gab es als Arbeitsweise eigentlich schon viel früher“. Denn seit Bestehen des Betriebs wurde eigentlich nie anders zu Werke gegangen. Die Materialien waren früher wie heute die gleichen. Mörtel auf Kalkbasis, regionale Sande und natürlich der passende Sandstein, wie er damals an den verschiedenen Bauten zum Einsatz kam.

Schmiedearbeiten sind weiterhin gefragt, denn Eisen härtet in den unterschiedlichen Steinarten immer unterschiedlich aus. „Ein Schmied in früheren Jahrzehnten hat das noch gelernt“, weiß Pusic. Deshalb ist für die Firma der Kontakt zum örtlichen Handwerker, dem man seit 50 Jahren verbunden ist, auch heute noch Gold wert.

Das Geheimnis des Erfolgs war vor 50 Jahren eben dieses Festhalten an den alten Traditionen. „Deshalb waren wir damals gut aufgestellt“, betont Pusic. Das Heidelberger Schloss und Burg Breuberg zählten zu den ersten größeren Objekten, die auch noch fünf Jahrzehnte später beackert werden. Aber auch die anderen Wirkungsstätten lesen sich wie ein „Who’s who“ der regionalen Kulturdenkmäler: Kloster Lorsch, Schloss Hirschhorn, Erbacher Schlossplatz oder Niederwalddenkmal Rüdesheim. Ganz zu schweigen von den unzähligen Burgen an der Bergstraße oder auch Limes-Arbeiten.

Grundsätzlich gilt es seinen Worten zufolge, „die Original-Substanz zu erhalten, wenn sie kaputt zu gehen droht“. Da sich die Firma auch um Mauerwerk-Sanierung kümmert, ist sie nicht nur mit den „kleineren“ Sanierungsarbeiten, sondern auch mit großflächigen Maßnahmen wie an der Außenanlage von Burg Lindenfels beschäftigt.

Für Betriebsmeister Pusic sind die alten Stadtvillen in Heidelberg und Mannheim ein ganz besonderes Schmankerl in seiner vielfältigen Arbeit. Die stammen oft aus Gründerzeit, Klassizismus oder Jugendstil – letztere mit einem sehr verspielten Interieur. „Wenn es um die Statik geht, ist das für einen Baumeister eine ganz besondere Herausforderung“, betont er. Wappen oder Krönungen an Burgen und Schlössern wiegen oftmals zwei oder drei Tonnen. Da ist dann eine ganz andere Herangehensweise gefragt.

Für Pusic ist es faszinierend, in verschiedenen Bauepochen zu arbeiten. „Ich komme hin und muss mich erst einmal in die jeweilige Zeit einarbeiten“, meint er. Es gebe kein Patentrezept für die Vorgehensweise. Die Fragestellung heißt vielmehr: „Was hat der sich damals dabei gedacht, als er das baute?“ Die „Zeitreise durch die Baugeschichte“ ist für ihn das absolut Spannende am Job.

Mitunter erfordern die Herausforderungen auch neue Gerätschaften. Um ein Duplikat der Figur eines Keltenfürsten herzustellen, deren Original nicht berührt werden durfte, schufen die findigen Tüftler ein Laserpunktiergerät, das Seinesgleichen sucht. Auch das Entsalzungsbecken ist in dieser Größe einmalig. Mit ihm werden den Steinen die Salze entzogen, die sonst auskristallisieren. Aktuell lagern in den Räumen auch zwei Skulpturen vom Stuttgarter Hauptbahnhof, die im Zuge von „Stuttgart 21“ weichen mussten. Nach ihrer Auffrischung und Fertigstellung der Baustelle kommen sie wieder zurück.

Als Peter Walz 1857 seinen Steinmetz- und Maurerbetrieb gründete, konnte er nicht ahnen, welches Renommee dieser einst erlangen würde. Und das einfach nur deshalb, weil man nicht mit der Zeit ging, sondern das Alte bewahrte. Der rote Bundstandstein, der seine Farbe vom eingeschlossenen Eisenoxid erhält, wurde für Brücken, Bahnhöfe, Schulen und Rathäuser verwendet.

Die Firma Walz Natursteine beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter, davon sechs Steinmetze und 19 Maurer. Mitarbeiter werden in allen Bereichen immer gesucht. Kontakt: Fa. Peter Walz Nachfolger Natursteine, E-Mail: m.schoen@walz-natursteine.de, Telefon 06068/93065, http://www.walz-natursteine.de

 

Der Äskulapnatter geht’s im Neckartal gut

Es gibt nur vier kleine Vorkommen in Deutschland. Eines davon ist im südlichsten Kreis Bergstraße, im hessischen Neckartal: Die Äskulapnatter steht als bedrohte Schlangenart auf der roten Liste. Seit 2009 läuft ein Artenhilfsprogramm des Kreises Bergstraße zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Äskulapnatter. Die Ergebnisse stimmen optimistisch, erfuhr der Kreisbeigeordnete Karsten Krug bei einem Besuch im Brombacher Grund bei Hirschhorn. Der Bestand ist mehr als stabil. Die Helfer gehen von mehreren tausend Tieren in diesem Bereich aus. Die Art scheint sogar das Potenzial zur Ausbreitung weiter in den Odenwald hinein zu haben.

Für Krug war es der erste Kontakt mit dem Tier, seitdem er vor knapp einem Jahr seine Tätigkeit als Beigeordneter beim Kreis Bergstraße aufgenommen hat. „Kontakt“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn Michael Waitzmann und Jenny Behm von der AG Äskulapnatter ließen die Besucher in Berührung mit der bis zu 1,80 Meter langen Schlange kommen. Auch Hirschhorns Bürgermeister Oliver Berthold, der gemeinsame Umweltbeauftragte mit Neckarsteinach, Werner Hildwein, und Dr. Hermann Joachim von der Unteren Naturschutzbehörde waren vor Ort.

Da das Kreisprojekt über zehn Jahre läuft, steht im kommenden Jahr eine Neubewertung an. Das war auch mit ein Grund für Krug, sich vor Ort ein Bild der Aktivitäten zu machen. Über 80.000 Euro investierte man in den vergangenen acht Jahren. Die Mittel stammen aus sogenannten Ersatzgeldern, die nach dem Bundesnaturschutzrecht für Eingriffe in die Natur erhoben werden. Wobei Waitzmann betonte, dass die AG ehrenamtlich arbeite.

Der Fachmann erläuterte, dass es sich bei der Äskulapnatter um die größte Schlangenart in Mitteleuropa handle. In Hessen gebe es ein zweites Vorkommen bei Wiesbaden. Dazu kommen noch zwei in Südostbayern bei Burghausen und Passau. Aber das war es dann auch in Deutschland. „Wir haben hier einen relativ gesunden Bestand“, meinte er mit Blick aufs hessische und badische Neckartal zwischen Neckargemünd und Eberbach.

Waitzmann wies darauf hin, dass es sich um ein länderübergreifendes Schutzprojekt handelt. Inzwischen sind Vorkommen das Ulfenbachtal hoch bis nach Heddesbach und Flockenbusch (Wald-Michelbach) nachgewiesen, im Finkenbachtal bis nach Ober-Hainbrunn und Kortelshütte. Auf der anderen, badischen Neckarseite wurde die Schlange bereits im Pleutersbacher Tal gesichtet. Neckarabwärts gibt es erste Vorkommen über Neckarsteinach hinaus bei Neckargemünd. „Im Kerngebiet ist die Population sehr stabil“, betonte der AG-Mitarbeiter. Ob die Tiere immer weiter in den Odenwald vorrücken, vermochte er nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

Von der AG wurden laut Behm seit 2010 im Kerngebiet etwa 80 Eiablageplätze angelegt, „weil wir nie Jungtiere gefunden haben“. Dazu wurden verschiedene Materialien wie Sägespäne und Pferdemist verwendet. Im Herbst werden die Plätze laut Waitzmann umgegraben, weil die jungen Schlangen im September schlüpfen. „Das bedeutet viel Arbeit für uns“, betonte er, weil sie jedes Jahr gepflegt werden müssen. Deshalb versucht die AG auch die Wiesenbesitzer in diese Arbeit einzubinden. Der Erfolg kann sich sehen lassen.

„Seit das Projekt intensiv läuft, sind 186 Gelege dokumentiert“, sagte der Fachmann. Jede Äskulapnatter legt zwischen acht und zwölf Eiern. Aus 1650 schlüpften 1432 Schlangen. „Allerdings wissen wir nicht, wie hoch die Mortalitätsrate ist.“ Denn natürliche Feinde gibt es genug. Gleichzeitig ließ sich auf die Weise auch die Fortpflanzung der kleineren Ringelnatter beobachten. Hier stellte man bei 86 Gelegen über 3000 Eier fest.

Die „erfolgreiche Reproduktion“ und die „positive Zukunftsprognose“ machten die beiden Fachleute an der ausgeglichen Populationsstruktur von jung bis alt und der Mobilität der Schlangen fest. „Männchen können in der Paarungszeit bis zu einem Kilometer schlängeln“, hob Behm hervor. Wenn das Projekt auf dem bisherigen Niveau weitergeführt wird, ist Waitzmann um den Fortbestand der bedrohten Art im Neckartal nicht bange.

 

Äskulapnatter

Benannt wurde die Schlange nach dem griechischen Gott Asklepios, um dessen Stab sich eine solche Natter wand. Der Äskulapstab ist heute noch das Symbol der Heilberufe. Gefährdet ist sie durch den Verluste an Lebensräumen, so durch die Verbuschung von offenen, besonnten Biotopen oder durch Siedlungserweiterungen. Typische Lebensräume sind Wiesenhänge und Streuobstflächen mit guten Versteckmöglichkeiten wie Trockenmauern oder Holzstapel. Die Pflege der bestehenden, aber oft zugewachsenen Biotope hat einen großen Anteil am Kreis-Projekt. Darüber hinaus wird mit der Neuanlage von Habitatstrukturen eine Verbesserung der örtlichen Lebens- und Fortpflanzungsstrukturen erreicht. Damit einher geht ein intensives Monitoring.

Die Natter ist für den Menschen völlig ungefährlich. Die eher dünnleibige Würgeschlange ernährt sich vor allem von Kleinsäugern wie Mäusen und Eidechsen, aber auch von Vögeln, die sie aufgrund ihrer hervorragenden Kletterfähigkeit auch in Bäumen erreichen kann. Ihre Oberseite ist braun gefärbt, die Unterseite meist hellgelb. Von der Ringelnatter kann man die erwachsene Äskulapnatter durch das Fehlen der auffälligen hellgelben Flecke am Kopfende unterscheiden.

Badische Resolution des GVV Schönau gegen hessischen Windrad-Wildwuchs im Kreis Bergstraße

Der Proteststurm gegen die in Südhessen geplanten Windenergieanlagen (WEA) ist schon längst über die Grenze ins Badische geschwappt. Gerade bei den wenige Kilometer entfernt liegenden Gemeinden des Ulfen- und Steinachtals ist man über die Neufassung des hessischen Regionalplanentwurfs nicht erfreut. Deshalb haben die vier dortigen Bürgermeister eine Protestresolution formuliert, die sie einem breiten Verteiler auf beiden Seiten der Ländergrenze zuschickten.

Die Botschaft darin ist klar: Hermann Roth für Heddesbach, Sieglinde Pfahl für Heiligkreuzsteinach, Marcus Zeitler für Schönau und Hans Zellner für Wilhelmsfeld – inzwischen ist sein Nachfolger Christoph Oeldorf im Amt – rufen den Planern im Darmstädter Regierungspräsidium (RP) ein ganz klares „Stopp“ zu. Das fußt vor allem auf zwei Argumenten: dem Naturschutz und der Einkesselung der badischen Anlieger, die durch den verschlungenen Verlauf der Ländergrenze manchmal auf drei Seiten von Hessen umgeben sind.

„Es ist völlig unverständlich und der Bürgerschaft nicht zu vermitteln“, heißt es in der Resolution, warum große zusammenhängende Waldflächen, die auf baden-württembergischer Seite „als besonders wertvoll und schützenswert und in der Abwägung deshalb höher eingestuft werden als die Belange der Windenergie“, auf der anderen Seite der Landesgrenze offenbar keine besondere schützenswerte Bedeutung hätten.

Bezug genommen wird beim Umweltaspekt auf die Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises. Die bezieht sich unter anderem auf Stillfüssel und Greiner Eck. Darin heißt es, dass die WEA aus dem badischen Kreis heraus weithin sichtbar sind und sein werden. Damit würden „das Landschaftsbild, die Erholungseignung und die Eigenart der Landschaft erheblich beeinträchtigt“. Dass etliche geplante Anlagen in einem Zehn-Kilometer-Umreis um die vier Gemeinden liegen, verstärke die nachteiligen Auswirkungen.

Die Resolution weist deshalb darauf hin, dass der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau eben wegen solcher Kriterien wie Natur- und Landschaftsschutz „auf die Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen in seinem Flächennutzungsplan verzichtet“. Auch fordert der GVV, dass die Anzahl von WEA auf einer bestimmten Fläche gedeckelt werden sollte. Allein die geplanten Vorrangflächen rund um das Verbandsgebiet schüfen die Möglichkeit für eine enorm hohe Anzahl, „die uns regelrecht einkesseln würde“.

Die Verfasser weisen darauf hin, dass nicht nur in Hessen WEA geplant werden, sondern auch in angrenzenden Vorranggebieten des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim. Genannt werden hier Weinheim oder Heidelberg, aber auch Eberbach. Hier ist durch den an Flockenbusch anschließenden Bereich Brombach-Nord Heddesbach besonders tangiert, das bereits „freie Sicht“ aufs Greiner Eck hat.

Der GVV argumentiert, dass es in Hessen ein sogenanntes „Umzingelungsverbot“ gebe, nach dem es nicht zulässig sei, dortige Gemeinden mit Windrädern einzukesseln. „Genau das scheint aber hier in Bezug auf die baden-württembergischen Gemeinden nicht beachtet zu werden“, schreibt Geschäftsführer Werner Fischer. „Jedenfalls fanden keine Gespräche zu unserer eigenen Planung dazu statt“.

Wie überhaupt die länderübergreifende Kommunikation zu wünschen übrig ließ. „Die Verfahrensbeteiligung stellt ein besonderes Ärgernis dar“, monieren die Unterzeichner. Sowohl zum Greiner Eck als auch zum Stillfüssel sei diese vom RP abgelehnt worden. Ebenso habe es keine Bürgerinformation gegeben, „die bei einem so bedeutsamen Projekt äußerst wichtig gewesen wäre“.

Fischer betont für den GVV, dass man einer „sinnvollen Ausweisung von Vorrangflächen“ sowie deren Bau konstruktiv gegenüber stehe. Deshalb sehe man auch keinen Widerspruch darin, sich gegen die geballte Ausweisung entlang der Landesgrenze auszusprechen. Auch der zweite Regionalplanentwurf weise „völlig inakzeptable Flächengrößen“ auf. Deshalb fordern die badischen Anlieger, im Stillfüssel und im Greiner Eck keine weiteren Anlagen als die bisher genehmigten zuzulassen. Im Bereich Flockenbusch sollte eine Begrenzung auf maximal fünf erfolgen.

Verteiler der Resolution: Fraktionen Regionalverband Südhessen, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, Landtags- und Bundestagsabgeordnete Bergstraße, Landtagsabgeordnete Wahlkreis Sinsheim, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises,  Landrat Kreis Bergstraße, Regierungspräsidium Darmstadt, Regierungspräsidium Karlsruhe, Staatsministerium Baden-Württemberg, Verband Region Rhein-Neckar, Fraktionen des Kreistages RNK, Fraktionen des Kreistages Bergstraße, Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim, BUND, NABU

Brombacher Sommerfest mit Weinabend und Gesangsauftritt der Frauengruppe

Zum Sommerfest lädt der MGV Frohsinn im Mitteldorf ein. Am Samstag, 15. Juli, werden ab 19 Uhr bei einem romantischen und gemütlichen Abend im Eberbacher Stadtteil ausgesuchte Weinspezialitäten angeboten. Am Sonntag, 16. Juli, findet das bewährte Sommerfest ab 11 Uhr mit Gyros und Bratkartoffeln aus der großen Gusspfanne statt. Natürlich gibt es auch Kaffee und Kuchen und was sonst noch alles dazu gehört. Die vor vier Monaten neu gegründete singende Frauengruppe präsentiert sich zum ersten Mal am Sonntagnachmittag gegen 14.30 Uhr unter der Leitung von Dirigent Wolfram Blank in der Öffentlichkeit. Die Gruppe ist schon jetzt auf dem Weg, sich als Frauenchor zu etablieren und bereichert somit das kulturelle Leben im Dorf. Die Brombacher freuen sich an diesen zwei Tagen bei freiem Eintritt auf viele Gäste.

400 Einwendungen aus dem Ulfenbachtal gegen Eberbacher Windkraftpläne

Keine Windräder direkt jenseits der Ländergrenze, keine Windparks im gesamten Odenwald: Die Bürgerinitiative (BI) Gegenwind Ulfenbachtal hat jetzt fast 400 Protest-Einwendungen gegen den Windkraft-Teilflächennutzungsplan (TFNP) der Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn im Eberbacher Rathaus abgegeben. Dazu kamen einige Mitglieder jetzt in die badische Neckarstadt gereist.

Die Einwendungen richten sich vor allem gegen das geplante Gebiet bei Brombach-Nord, das auf badischer Seite unmittelbar an die hessische Fläche bei Flockenbusch anschließen würde. Denn dort sieht der TFNP sieben bis zehn Windräder vor. Für die BI zusammen mit den projektieren drei in Hessen untragbar. Wobei man sich generell gegen Windräder im Odenwald wendet, weil man ihre Sinnhaftig- und Wirtschaftlichkeit bezweifelt.

Die Protestler kommen vor allem aus den beiden Schönmattenwags mit den Weilern Ludwigsdorf, Korsika und Flockenbusch. Aber auch aus dem restlichen Ulfenbachtal inklusive Siedelsbrunn unterzeichneten Bürger die Einwendungen. Die richten sich außerdem gegen die drei anderen Vorranggebiete auf Eberbacher Gemarkung: Hebert, Augstel und Hohe Warte.

Bei der BI hat man daneben die Sorge, dass das im vergangenen Jahr zurückgestellte Flockenbusch-Gebiet über den Klageweg demnächst wieder zur Planung freigegeben wird. Denn der Interessent, der Greiner-Eck-Betreiber VBV, hatte die Rückstellung – auf Wunsch der Gemeinde – nicht akzeptiert. Sollte dieses Gebiet Wirklichkeit werden, befürchtet man eine Einkesselung zusammen mit dem Stillfüssel-Gebiet auf der anderen Hügelseite.

Für die BI nannte Edith Egner aber auch artenschutzrechtliche Belange. Denn im projektierten Bereich rund ums Ulfenbachtal kämen Schwarzstorch und Rotmilan vor. Ganz zu schweigen vom Naturschutz. Das Gebiet in Brombach-Nord ist ihren Worten zufolge stark waldbrandgefährdet, aber schwer erreichbar. „Wie kommt die Eberbacher Wehr bei einem Feuer schnell dorthin?“, fragte sie. Weiterhin würden die Gefahren von Infraschall unterschätzt.

Die BI-Sprecherin kritisierte, dass augenscheinlich mit den Eberbacher Plänen das Neckartal windradfrei bleiben solle, aber auf den Odenwaldhügeln die Rotoren sprießen. Dass die Gebiete in der Eberbacher Peripherie projektiert würden, oft direkt an der hessischen Landesgrenze, nannte sie „nicht nachvollziehbar“. „Die Stadt ist weit weg“, so Egner. Andererseits „müssen wir im Ulfenbachtal die Konsequenzen aus dieser verfehlten Planung tragen“. Dazu zählten auch sinkende Immobilienpreise.

Und das im „Schwachwindgebiet Odenwald“, monierte Egner. Die Windräder erzeugten nicht viel Strom. Ohne Subventionen „errichtet hier keiner Anlagen“. Sie betonte, dass sich die BI für einen Odenwald komplett ohne Windräder einsetze. Gegen den hessischen Regionalplan Erneuerbare Energien könnten noch bis 14. Juli Einwendungen eingereicht werde, sagte sie. Entsprechende Formulare stelle die BI auf ihrer Homepage unter www.gegenwind-ulfenbachtal.de zur Verfügung.

Oberzent will die badischen Windräder auf Abstand halten

Das Windkraft-Thema beherrscht derzeit die Diskussionen landauf, landab. Vor allem durch die geforderte Stellungnahme zum hessischen Regionalplan-Entwurf Erneuerbare Energien. Die vier Oberzent-Kommunen sind aber auch in südlicher Richtung gefragt. Denn direkt jenseits der Landesgrenze im Badischen plant die Stadt Eberbach die Aufstellung eines Teilflächennutzungsplans (TFNP), der vier Vorranggebiete für Windräder vorsieht. Damit hatte sich die Stadtverordnetenversammlung Beerfelden im Zuge der Beteiligung der Nachbargemeinden zu befassen. Zusammen mit den anderen drei Oberzent-Kommunen will man eine gemeinsame Stellungnahme verfassen.

Drei von vier geplanten Standorten befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Gemarkungen „und berühren damit unsere Belange“, hieß es. Ins Gewicht fallen dabei die unterschiedlichen Kriterien, inwieweit ein Windpark an Siedlungen und Wohnbebauung heranrücken darf. Im Badischen sind 700 und 450 Meter erlaubt, laut dem noch in der Schwebe befindlichen Odenwaldkreis-FNP 1000 und 600 Meter.

Nimmt man dieses Planwerk zur Grundlage, dann ist die unterschiedliche Abstandsregelung ohne Belang. Anders sieht es mit den Abständen zwischen den einzelnen Windparks aus. Hier hatte man im Kreis 3000 bis 5000 Meter gewählt, um eine Überkonzentration zu verhindern. Die Standorte Augstel und Brombach-Nord wären unproblematisch, allerdings nicht die Hohe Warte. Die läge nämlich nur 1400 Meter von der Sensbacher Höhe entfernt, die sich im FNP wiederfindet – allerdings nicht im Regionalplan.

Da man sich bei der Stellungnahme auf den eigenen FNP referiert, wird darin gefordert, dass zwischen der Eberbacher Hohen Warte und der Sensbacher Höhe ein Mindestabstand von 3000 Meter gegeben sein sollte. Damit will man „einer Überbelastung des Landschafts- und Kulturraums“ vorbeugen. Gleichzeitig soll von der Burg Freienstein aus der südöstliche Blick in einem Teil ohne die Kulisse von Windrädern möglich sein.

Ganz anders sieht es aus, wenn der hessische Regionalplanentwurf zugrunde gelegt wird. Dann ergäbe sich „eine deutliche Überkonzentration und Umzingelung“ für Rothenberg. Neben dem Gebiet Flockenbusch auf Wald-Michelbacher Gemarkung sind dort zwei weitere Flächen in Rothenberger Richtung Beerfelden ausgewiesen. Plus eben Brombach- Nord und Hohe Warte im Badischen. Somit eine „massive Konzentration“ im Abstand zwischen einem und vier Kilometer. Weshalb man auf hessischer Seite die drei dortigen Gebiete vermeiden will.

Die „deutliche Überfrachtung“ des Landschaftsbildes hätte nach Meinung der Stadtverordneten „eine deutliche Umzingelungswirkung“ zur Folge. Mit 15 Ja- bei zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen wurde von den Mandatsträgern die Stellungnahme Richtung Verwaltungsgemeinschaft Eberbach-Schönbrunn beschlossen.

Die Stadt am Berge bekommt zwei Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, teilte Bürgermeister Gottfried Görig mit. Diese sollen auf dem Parkplatz gegenüber der Alten Turnhalle voraussichtlich im Juli installiert werden. Die E-Steckdosen mit einer Leistung von 2 x 22 kW werden durch die Entega vorerst für fünf Jahre betrieben. Dafür zahlt die Stadt 2500 Euro netto. Sie können neben der Entega- auch mit vielen anderen Ladekarten und auch Paypal angezapft werden.

Wie Görig auf eine Frage von Walter Gerbig (CDU) sagte, werden die Züchter und Aussteller am Pferdemarkt-Montag um 9 Uhr begrüßt. Ein Rundgang mit den Ehrengästen schließt sich an. In den Vorjahren geschah der offizielle Teil erst nach deren Eintreffen, während somit die Tierschau schon in vollem Gange war. Aber den Züchtern sei das persönliche Gespräch wichtig, so Görig.

Das Programm am Eröffnungsabend des Volksfestes am 7. Juli steht nun auch fest: Um 20 Uhr gibt es den Fassbieranstich mit Grußworten, umrahmt von der Feuerwehrkapelle. Das nachfolgende Programm ab 22 Uhr, durch den Hallenwirt organisiert, spricht dann eher ein junges Publikum an. Ab 23 Uhr treten Stefan Stürmer, Ina Colada und „Die Autohändler“ auf.