Ural Kosaken mit Liedern aus der russischen Seele

„Lieder der russischen Seele – Erinnerungen an Alexandra“ heißt es am Sonntag, 21. Oktober, mit dem Ural Kosaken Chor und Dorothee Lotsch unter der Mitwirkung des Dreiklang-Frauenchors Igelsbach. Um 18 Uhr geht es in der evangelischen Michaelskirche an der Ecke Bahnhofstraße/Neuer Markt in Eberbach los.

Der berühmte Ural Kosaken Chor, der auf eine mehr als 90-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, begeistert sein internationales Publikum mit Können, Perfektion und authentischen Vorträgen. Zu den Solisten des wohl ältesten Vertreters aller Kosakenchöre zählten der Bass Ivan Rebroff und der charismatische Bariton Alexander Skovitan, Sohn der unvergessenen deutschen Sängerin Alexandra.

In Weiterführung der Tradition der großen russischen Arrangeure S. Jaroff und A. Scholuch präsentiert der Chor neben melancholischen Stücken auch ausdrucksstarke, temperamentvolle Volksweisen aus dem alten zaristischen Russland und der Ukraine, russische Klassiker sowie Lieder aus dem Repertoire von Alexandra wie zum Beispiel „Am großen Strom“, „Sehnsucht – Das Lied der Taiga“, „Ja lublu tebja“ (Schwarze Augen) und „Moskauer Nächte“.

Tradition wird beim Ural Kosaken Chor großgeschrieben. Dennoch wagt man es auch, etwas Modernes zu machen. Seit 2004 begleitet die deutsche Solistin Lotsch den Chor bei auserlesenen Galakonzerten: Eine Sängerin, die Gefühl ausstrahlt, eine Sängerin, die das Repertoire von Chansonsängerin Alexandra auferstehen lässt und die das Publikum mit ihrer anmutigen Stimme verzaubert.

Vorverkauf: Rhein-Neckar-Zeitung, Neuer Markt 8, Tabak Presse Shop Sohns, Neuer Weg 47/1 (Kaufland), Barbara´s Beauty Boutique, Hauptstraße 25, Buchhaus Eberbach, Bahnhofstraße 17, alle in 69412 Eberbach, Feines im Fachwerk, Hauptstraße 24, 69434 Hirschhorn. Kartenpreise: Vorverkauf 18 Euro, Abendkasse 23 Euro. Einlass und Restkarten etwa eine Stunde vor Konzertbeginn.

 

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Gelungener Brückenschlag in Schöllenbach

Der Brückenschlag von Hessen nach Baden ist mit Hilfe der Flurbereinigung gelungen. Knappe drei Monate war die Euterbachbrücke zwischen Hessisch- und Badisch-Schöllenbach gesperrt, jetzt ist die wieder offiziell für den Verkehr freigegeben. Ihre wichtige Funktion als West-Ost-Verbindung wurde schon bei der Einweihung deutlich, als sie der Pkw-Verkehr eifrig nutzte. Zwei Drittel der notwendigen Mittel wurden im Rahmen der Flurbereinigung durch das Amt für Bodenmanagement (AfB) Heppenheim zur Verfügung gestellt.

Ob badische oder hessische Beteiligte: Alle waren früh darüber, dass die seit 2014 provisorisch gestützte und zwischenzeitlich für den Schwerlastverkehr gesperrte Verbindung jetzt wieder frei befahrbar ist. Ohne die Flurbereinigung wäre es für die beiden beteiligten Städte schwierig geworden, die Gesamtkosten von 260.000 Euro zu stemmen.

Verfahrensleiter Thomas Fabian vom AfB erläuterte, dass die Brückensanierung im 2011 genehmigten Wege- und Gewässerplan zurückgestellt wurde, weil die Erneuerung der benachbarten Friedhofsmauer Priorität hatte. „Die war in einem katastrophalen Zustand“, sagte er. Jedoch „zickte“ 2014 auch die Brücke. Mit Stahlspriesen wurde sie provisorisch befestigt, jedoch bestand Handlungsbedarf. „In Einzelgenehmigungen haben wir das Projekt noch durchgebracht“, beschrieb er den kleinteiligen Weg.

Eigentlich sollte der Beginn der Maßnahme bereits 2017 sein, doch durch die verzögerte Hangsanierung der Verbindungsstraße zwischen Kailbach und Schöllenbach verschob sich der Termin. Somit wurde die Brücke erst Anfang April voll gesperrt, um sie dann in knapp drei Monaten zu erneuern. Das ging so schnell, erläuterte Heiko Stumpf vom Eberbacher Planungsbüro Moray, weil drei Stahlbeton-Fertigbausteile verwendet wurden.

„Die Finanzierung lief für beide Städte recht günstig“, betonte Fabian. In den sechs Vorbesprechungen „haben wir uns locker auf die jeweiligen Sätze geeinigt“. Angesichts der Gesamtkosten nur jeweils mit 40.000 Euro beteiligt zu sein, nannte er „eine schöne Sache für die Kommunen“. Die Planungskosten werden vom AfB getragen.

Stumpf widmete sich der Historie: Demnach gründete die Grenzbrücke auf alten Sandsteinklötzen, die auf Fels errichtet wurden. Die Ertüchtigung 1966 geschah nur bis für eine Last bis zu 18 Tonnen, allerdings seien heutige Lkw viel schwerer. Mit der jetzigen Ausführung „ist die Achslast von 30-Tonnern berücksichtigt“, sagte er.

AfB-Leiter Thomas Knöll wies darauf hin, „dass ohne die Kommunen die Finanzierung nicht möglich wäre“. Die Hälfte der ausgeschütteten Fördermittel komme von der EU, erläuterte er. Landrat-Stellvertreter Franz Löchner freute sich als alter Hesselbacher, dass nun die Verbindungsstraße wieder offen ist. „Früher bin ich hier zum Einkaufen oder zur Bahn oft drübergelaufen“, sagte er. Er wies auf die große Bedeutung des Bauwerks zwischen Hessen und Baden-Württemberg, Oberzent und Eberbach hin.

„Was gibt es Schöneres als Brücken zu schlagen“, meinte Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert, der seine Freude über die Erneuerung äußerte. Die Flurbereinigung bietet seinen Worten zufolge gerade „im ländlichen Raum zahlreiche Möglichkeiten“. Er dankte den Anwohnern, „dass sie so lange mit der Baustelle lebten“. Oberzent-Kollege Christian Kehrer sagte trocken, „der Verkehr ist schon da“, als nacheinander ein Schweizer und ein Frankfurter Auto die Brücke querten. „Für uns als Kommune ist es sehr wichtig“, dass die Flurbereinigung „jede Menge Geld in die Hand nimmt“, betonte er.

Hessenecks Ortsvorsteher Martin Pollack, der ebenso wie sein badischer Kollege aus Friedrichsdorf, Harald Friedrich, dabei war, dankte dem früheren Hessenecker Bürgermeister Thomas Ihrig für die ständige Baubegleitung auch über das Ende seiner Amtszeit hinaus. Pfarrerin Claudia Borck segnete danach das Bauwerk, ehe es für die Gäste einen Kuchen mit den Wappen beider Städte gab.

 

  • Die Euterbachbrücke verbindet das hessische Oberzent-Schöllenbach mit dem badischen Eberbach-Schöllenbach. Sie liegt zu 90 Prozent auf Oberzent-Gemarkung.
  • Ursprünglich für Pferdefuhrwerke errichtet, erfolgte in den 1960er Jahren eine Ertüchtigung für Autos und Holztransporter.
  • 2014 wurde die marode Brücke mit Stahlpriesen unterstützt und für die Holzabfuhr gesperrt
  • Beginn der Baumaßnahme im Zuge des Flurbereinigungsverfahren Kailbach-Schöllenbach Ende März 2018
  • Fertigstellung der Euterbachbrücke Ende Juni, Bauabnahme 20. August, offizielle Einweihung 21. August
  • Gesamtkosten 260.000 Euro, Bezuschussung durch das Amt für Bodenmanagement in Höhe von 65 Prozent
  • Eigenanteil für die Städte Oberzent und Eberbach 35 Prozent, jeweils etwa 40.000 Euro
  • Für die Erneuerung der Brücke wurde zunächst der alte Überbau komplett abgerissen. Im Anschluss wurden die vorhandenen Widerlager verstärkt, danach der neue Überbau hergestellt. Dieser besteht aus drei Fertigteilen aus Stahlbeton. Mit dem neuen Überbau erfolgte gleichzeitig eine Fahrbahnaufweitung entlang des Euterbaches.

Handkäs ist der Renner bei der Ober-Hainbrunner Feuerwehr

Handkäs, Kochkäs, Bembel und selbstgemachtes Gulasch: Wenn die Ober-Hainbrunner Feuerwehr zu Tisch bittet, dann gibt es die etwas andere, sehr hessische Speisekarte. Die Jugendwehr hat beim traditionellen Handkäsfest ihren großen Auftritt, denn die Einnahmen gehen in ihre Kasse. Da schmeißen sich die Jugendlichen doch gern in ihre Feuerwehr-Shirts und flitzen an den Bierbänken vorbei. Aber natürlich packt an diesem Tag die Einsatzabteilung mit Anhang mit an.

Über Mittagszeit füllen sich Fahrzeughalle und Vorgelände schnell mit vielen Besuchern, die das namensgebende Gericht probieren möchten. Der Betrieb bis fast zur Straße hin ist kein Problem, da sie in den Nachwehen des Finki-Festivals überregional noch als gesperrt gekennzeichnet ist. Für die Ober-Hainbrunner ist das Fest dieses Mal Stress pur: Seit Donnerstag bei der Brandsicherheitswache rund ums Finki aktiv, dürfen sie nach deren Ende gleich weiter ranklotzen, während es sich die Kollegen auf den Holzbänken gemütlich machen und die anstrengenden Tage runterspülen.

„Der Handkäs ist eine super Konstante“, freut sich Kommandant Stefan Hofmann. 165 Portionen mit Musik waren am Ende des Tages verkauft. Für die Zubereitung ist das Frauenküchenteam im Keller zuständig, das seine ganz speziellen Kreationen einbringt. Am Vortrag wurde die Lieferung eingelegt, damit sie das ganze besondere Aroma bekommt. „Alles wird selbst zubereitet“, sagt der Chef der Stadtteilwehr.

Dazu noch 90 Portionen Kochkäse und als Mittagessen Gulasch – aus dem Keller wird nonstop das Beste aufgefahren. Fürs Gulasch schnippelte Hofmann mit Tränen in den Augen kiloweise Zwiebeln, während sich Klaus Wendler, früher Koch im Rothenberger Hirsch, ums Fleisch kümmerte. „Ab 7 Uhr morgens“, merkt er an. 70 bis 80 Portionen wurden zubereitet. Der Lohn der vielen Arbeit waren leere Kühlschränke: Die Gäste futterten alle Vorräte auf.

Damit’s auch richtig schön zünftig zugeht, haben die Brandschützer etliche Bembel im Umlauf, aus denen der Äppelwoi in Strömen fließt. Auch die Floriansjünger aus dem badischen Brombach werden langsam ans hessische Nationalgetränk herangeführt. Die Badener sind nicht die einzigen Besucher von befreundeten Wehren. Neben den Abteilungen Kortelshütte und Rothenberg (die Finkenbacher waren noch durchs Festival gefordert) sind auch die Hirschhorner und Langenthaler gerne gesehene Gäste.

Zu diesen gesellen sich aber über den Tag auch viele andere Besucher sowohl aus der neuen Stadt als auch von außerhalb. Nach dem HSV-Spiel in Sandhausen kamen auf dem Rückweg noch ein paar Rentner vorbei und feierten den Sieg der Hamburger. Angeschaut werden konnten den Tag über auch die beiden neuen Feuerwehrfahrzeuge.

Seit elf Jahren, mit Einweihung des Feuerwehrhauses am Ortsausgang Richtung Finkenbach, feiern die Floriansjünger nun dort ihr Handkäsfest. Zuvor war man in der freien Natur bei der unteren Hommerischen Quelle zuhause. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung Ende der 70er Jahre zur Unterstützung der 1975 gegründeten Jugendwehr. In deren Kasse fließt auch der Erlös. Neue Feldbetten werden davon bezahlt.

Zehn Heranwachsende zählt die Jugendwehr, von denen einige an diesem Tag auch eifrig am Bedienen sind, nonstop die Treppe hoch und runter laufen. Natürlich tatkräftig unterstützt von der 21 Köpfe zählenden Einsatzabteilung. 70 Passive und zwischen sieben und acht Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung gehören ebenfalls mit zur Hainbrunner Truppe. 30 Aktive stemmen an diesem Tag das Fest, weitere sind an Auf- und Abbau beteiligt.

Eberbacher Grundschüler waren von den Beerfelder Bienen begeistert

Lustig zappelt der Drohn zwischen den Fingern von Su-Menekse. Interessiert und ohne Scheu schaut sich die Zweitklässlerin die männliche Biene von allen Seiten an. Nebendran freut sich Klassenlehrerin Pia Peters wie ein Schneekönig. „Genau das war mein Ziel“, sagt sie: nämlich den Kindern der 2a aus der Eberbacher Dr.-Weiß-Grundschule die Scheu vor den fleißigen Tieren zu nehmen. 22 Schüler waren zusammen mit ihr und fünf begleitenden Müttern zu Gast beim Imkerverein Beerfelder Land, wo es alles rund um die Bienen in spielerischer Form zu erfahren gab.

Etwa bei Alexander Friedel. Der wusste mit der Lust auf Süßes den Schülern die Angst vor der Bienenwabe zu nehmen. Drei Kilo ist der volle Honigraum schwer, berichtete er beim Herausnehmen aus der Beute, dem Bienenstock. Sol-Lady, Carolina, Erik und Anna schauten erst einmal etwas skeptisch auf das Gewusel und Geschwirre. Zaghaft steckten sie den Finger in den Honig, dann in den Mund – und der Bann war gebrochen. „Das schmeckt voll süß“, freute sich Carolina. Prompt tauchten sie die Finger zum Probieren noch mehrmals hinein.

„Unter dem Honigraum befinden sich zwei Bruträume“, erläuterte Friedel den Kindern. Die Honigsaison dauert von Mitte April bis Ende Juni. Die Bienen liefern pro Volk im Schnitt etwa 75 Kilo Honig im Jahr, leckeren Blütenhonig vom Bienenplatz Beerfelden. Aktuell sind es vor allem die stark blühenden Brombeeren, aber auch die Esskastanien, die als Nahrungsquelle dienen.

In der ersten Klasse galt es ein Maskottchen zu finden, erläutert Pia Peters den Hintergrund des Besuchs. „Da haben wir die Biene genommen.“ Kein Wunder, denn die Klassenlehrerin aus Michelstadt ist selbst Imkerin mit vier großen und zwei kleinen Völkern und Mitglied des Kreisverbands der Odenwälder Imker. Bei Dieter Berg, dem früheren Vorsitzenden des Beerfelder Vereins, ging sie „in die Lehre“. Es sei naheliegend, „dass die Bienenklasse mal bei den Bienen war“, schmunzelt sie.

Die Schüler waren bei den verschiedenen Aufgaben mit Begeisterung bei der Sache. Neben Friedel und Berg kümmerten sich auch die Vereinsmitglieder Norbert Kramer, Marlon Ihrig und Uwe Röglin um sie. Es ging um die Themen Kerzenrollen aus Bienenwachs, Königinnen zeichnen, Lebensräume schaffen, Futterquellen anlegen, die Entwicklung der Bienen oder männliche Tiere erkennen.

Im Unterricht war der Besuch natürlich im Vorfeld Thema. „Bis zu 60.000 Arbeiterinnen leben in einem Bienenstock“, erläuterte Peters dabei den Schülern. Dazu kommen maximal ein Drittel Drohnen und eine Königin. Im Laufe des Jahres nimmt die Zahl der Arbeiterinnen ab. Sie leben im Schnitt 35 Tage, während die Königin bis zu fünf Jahre alt werden kann. Sie legt am Tag etwa 2000 Eier.  Um Stock putzen, Wabenbau und Aufzucht kümmern sich die Weibchen. Die Männchen „fressen, fliegen aus, befruchten und werden dann gekillt“, brachte es die Lehrerin plastisch auf den Punkt.

„Das Kerzenrollen war besonders schön“, meinte Jule. Carolina schmeckte der Honig super, den sie direkt aus der Wabe naschen durfte. „Ich hatte keine Angst“, meinte sie selbstbewusst. Auch Anna machte alles viel Spaß. „Der Honig war sehr lecker“, sagte sie. Yusuf war von den „großen Glubschaugen“ der Drohnen beeindruckt. Auch hatte er sich den Unterschied zu den Arbeiterinnen gemerkt. Wie die Vereinsmitglieder ein verwildertes Grundstück wieder herrichteten, fand er toll.

Was es damit auf sich hat, erklärte Norbert Kramer. An der B45 nahm sich der Imkerverein ein Gelände vor, richtete es her, säte einen Grünstreifen ein und pflegt es regelmäßig. Wildbienen finden dort Nahrung. „Kürzlich haben wir Heu gemacht“, sagte er. Das geht dann an einen Bauern. An Birkenhöhe und Jahnstraße gibt es zwei weitere Grundstücke, auf denen Spätblüher angepflanzt wurden.

„Zehn Quadratmeter Blühstreifen pro Garten sind nicht viel“, meinte Kramer. Wenn es 1000 Einwohner machen, „kommt damit ein Hektar zusammen“. Er ist gegen einen kurz gehaltenen Rasen. „Wo was wächst, finden die Bienen genug Nahrung“, so sein Credo.

 

Bild: Alexander Friedel mit Sol-Lady, Carolina, Erik und Anna (v.l.)

 

Eberbacher Segelflieger ehrten langjährige Mitglieder

Gerd Weinelt, Ehrenpräsident des Baden-Württembergischen Luftfahrtverbands (BWLV), schaute kürzlich bei der Versammlung des Segelflieger-Clubs Eberbach vorbei. Der Grund: die Ehrung von drei seit vielen Jahren ehrenamtlich für den Luftsport und hier besonders für den Eberbacher Verein engagierten Fliegern. Vorsitzender André Foshag freute sich über hohen Besuch.

Peter Schink konnte seine Ehrung nicht persönlich entgegennehmen. Er ist seit 1993 Mitglied. Ohne seine Spenden hätte sich der Verein verschulden müssen und die daraus resultierenden Flugstundenpreise wären für viele Mitglieder nicht mehr tragbar gewesen. Foshag bringt ihm die Urkunde und die „Wolf-Hirth“-Medaille in Bronze vorbei.

Dieter Gerbracht stand als Zweiter auf der Liste. Er ist seit 1961 Mitglied im Segelfliegerclub. Seine ehrenamtlichen Leistungen seit vielen Jahren als Fluglehrer sind beispiellos, führte Foshag aus. 1978 wurde ihm die bronzene Ehrennadel verliehen, jetzt erhielt er die silberne des BWLV für seine langjährige aktive Mitgliedschaft. Darüber hinaus wurde Gerbracht die Ehrennadel des Deutschen Aeroclubs in Gold für über 30 Jahre ehrenamtliche Fluglehrertätigkeit verliehen.

Mit der Goldenen BWLV-Ehrennadel wurde Armin Mohr geehrt, seit 1966 aktives Mitglied. Er war 35 Jahre lang Kassenwart und meist zugleich Schriftführer. Zusätzlich war Mohr von 1987 bis 1996 zweiter Vorsitzender der Segelflieger. 1981 wurde ihm die bronzene und 1997 die silberne Ehrennadel des BWLV verliehen. Foshag betonte, dass der Verein heute noch von Mohrs gründlichen Dokumentationen und Arbeiten vergangener Tage profitiert und sich sehr darüber freut, dass er ihm weiter mit Rat und Tat zur Seite steht. Bei der Übergabe der Ehrennadeln und Urkunden dankte auch Gerd Weinelt den Geehrten für ihre hervorragenden Leistungen für den Luftsport und den Segelfliegerclub.

 

 

Engagierte Ehrenamtliche wollen den Eutersee bei Schöllenbach als Naherholungsgebiet wieder attraktiver machen

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. „Da haben wir an einem Tag schon mal 3000 Besucher gezählt“, erinnert sich Rudolf Brandel. Das war in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region. Jetzt ist es in die Jahre gekommen. Engagierte Bürger wollen dem Gelände zu früherem Glanz verhelfen.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: Beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen badischen Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt. An der Grillhütte wurde vor fünf Jahren das letzte Mal gewerkelt.

Jetzt gibt es neue Möglichkeiten: Denn im Rahmen der Beratungen über das IKEK-Programm kam der Gedanke auf, auch am See tätig zu werden, erläutert Anneli Hieronymus. Sie trommelte zehn Interessierte für ein erstes vorbereitendes Treffen zusammen, bei dem Ideen gesammelt wurden, was man wie angehen kann. Vier Arbeitseinsätze im Jahr will die Truppe anstreben. Der erste findet am 17. Februar zwischen 10 und 14 Uhr statt. Dann soll es dem Wildwuchs an die Büsche gehen. Weitere Interessierte sind gerne willkommen.

Renovierungsarbeiten an der in den 80er Jahren entstandenen Hütte will man für den Sommer ins Auge fassen. Es geht außerdem darum, das Brückengeländer instand zu setzen, die Bankanlage wieder auf Vordermann zu bringen und dem Grillplatz neuen Glanz zu verleihen. Im Gespräch ist auch eine Art Hausmeister, der ein Auge auf das Gelände hat. Denn Wildcamper und Feierwütige haben ihre Spuren hinterlassen. Die Hütte ist öffentlich nutzbar, für größere Feiern empfiehlt sich eine Anmeldung, damit dann der Strom freigeschaltet wird.

Anneli Hieronymus stellt sich vor, über das Leader-Programm und den GEO-Naturpark Fördertöpfe anzuzapfen. Darüber hinaus „sind Sponsoren gerne willkommen“, lacht sie. Auch die neue Stadt ist natürlich im Boot. Mit Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann, Bauamt und Bauhof steht die Kontaktaufnahme an, um von dort Fachwissen und Manpower zu erhalten.

Rudolf Brandel erinnert sich noch wehmütig an all die vielen Grillfeste, die an dieser Stelle gefeiert wurden. Legendär ist die Beach-Party der Jugendfeuerwehr, die Gäste in großen Scharen anzog. Aber genau das war dann auch das Problem. „Wir konnten die Sicherheit nicht mehr gewährleisten“, bedauert er. „Das ist sehr schade, weil das Gelände ideal für Feiern ist.“ Jetzt dümpelt es seinen Worten nach nur noch vor sich hin, „keiner macht mehr Feste“.

Damit es am Eutersee aber mal wieder hoch hergehen kann, muss erst das Umfeld stimmen. Eine feste Zuwegung, die nötige Infrastruktur und einen Shuttleservice aufgrund begrenzter Parkplatzzahl nennt Hieronymus als Grundvoraussetzungen. Der Weg am anderen Seeufer sollte schon vor längerer Zeit saniert werden. „Wir wollen diese ganzen Maßnahmen jetzt wieder anstoßen“, sagen die Ehrenamtlichen.

Auf einer Wunschliste wurde darüber hinaus das zusammengetragen, was den Teilnehmern spontan in den Sinn kam. Dazu zählen eine Liegefläche, ein Steg im See, Befestigung der Wege, eine Spielinsel für Kinder, Erhalt der Schutzhütte und Sitzgelegenheiten rund um den See. Eine Toilettenanlage und die Erweiterung des Pflasters rund um die Hütte sind ebenfalls angedacht. Man würde auch gerne die direkt angrenzenden Bäume fällen, erläutert Brandner, aber die sind in Privatbesitz.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

 

Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff tritt am Freitag, 17. November, in der katholischen Pfarrkirche Hirschhorn auf

Eine festliche Konzert-Gala mit dem Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff findet am Freitag, 17. November, in der katholischen Pfarrkirche Hirschhorn statt. Um 19.30 Uhr geht es in Maria Immaculata los. Das Konzert findet unter Mitwirkung und in Zusammenarbeit mit dem Dreiklang-Frauenchor Igelsbach statt. Zu Gehör kommen festliche Gesänge der russisch-orthodoxen Kirche, Volksweisen und Lieder der klassischen Komponisten.

Der Don-Kosaken-Chor, bekannt aus unzähligen Fernsehsendungen und CD-Einspielungen, wird stimmgewaltig mit einem begeisternden Konzert-Programm zum ersten Mal in Hirschhorn gastieren. Ermöglicht wurde dieses Gastspiel durch eine enge künstlerische und organisatorische Zusammenarbeit mit dem Frauenchor. Die Zuschauer erwartet ein musikalisches Fest großer Stimmen, vertrauter Melodien und heitere, bravouröse Gesangsakrobatik.

Durch eine langjährige Gastspieltätigkeit hat der Chor unter seinem künstlerischen Leiter Wanja Hlbika überall begeisterte und treue Zuhörer. Die Konzerte des Ensembles aus studierten Sängern werden mit stehenden Ovationen gefeiert. Hlibka hat viele Jahre als damals jüngster Solist im weltberühmten Chor von Serge Jaroff gesungen und durfte die Original-Arrangements als Ausgangsbasis seiner künstlerischen Arbeit nutzen. Die anderen Sänger kommen von großen osteuropäischen Opernhäusern.

Die stimmgewaltigen Solisten werden von der Fachpresse immer wieder als „russisches Stimmwunder“ bezeichnet. Sie vermitteln den ganzen Zauber und auch die eigene Melancholie der russischen Musik in höchster Vollendung. Ihr Repertoire reicht von den festlichen Gesängen der russisch-orthodoxen Kirche über die immer wieder begehrten Volksweisen bis hin zu großen, klassischen Komponisten. Kartenvorverkauf bei Tabak Presse Shop Sohns, Barbaras Beauty Boutique und Buchhaus Erb, alle in Eberbach. Restkarten an der Konzertkasse.