In schwierigen Zeiten den Einzelhandel stärken

Durch die kürzlichen Entscheidungen der Bundesregierung fallen nun auch Veranstaltungen und Events bis Ende August aus oder werden verschoben. „Das ist sehr schade, aber aufgrund der gegebenen Umstände absolut nachvollziehbar“, betont Dominik Seibert, einer der Köpfe hinter der Eberbacher PinVisit-App. Deshalb offerieren die Macher allen interessierten Städten und Gemeinden im Umkreis bis Ende August einen kostenlosen Partner-Account bei PinVisit.

„Events und Veranstaltungen sind natürlich auch einer der Kernpunkte der App“, betont Seibert. Sie dienen dazu, die Menschen in der Region auf das lokale Angebot aufmerksam zu machen und gezielt Anreize für Besuche vor Ort zu schaffen. Das Smartphone soll nicht dazu beitragen, über große Verkaufsportale online zu bestellen, sondern herauszufinden, was es vor Ort an interessanten Angeboten gibt.

Veranstaltungen und größere Reisen sind jetzt aber erstmal nicht angebracht oder sogar untersagt. Trotz dieser schwierigen Situation „möchten wir mit PinVisit aber gerne eine gewisse Hilfestellung für Städte, Gemeinden und deren Bürger leisten“, erläutert Seibert. Es werden über den Sommer nur sehr wenige Freizeitaktivitäten möglich sein. Trotzdem sind seinen Worten zufolge gerade jetzt auch Bewegung und Abwechslung, die sich derzeit die eigene Region beschränken muss, sehr wichtig.

Über diesen kostenlosen Account, „der ausdrücklich nicht automatisch in einer kostenpflichtigen Teilnahme bei PinVisit endet“, können alle sehenswerten Orte, Sehenswürdigkeiten, Startpunkte von Spazier-, Wander- oder Radwegen, Plätze oder Naherholungs-Spots bei PinVisit als sogenannte „PinSpots“ eingestellt werden, erklärt werden. Diese werden dem App Nutzer standortabhängig angezeigt und können einmalig mittels der App vor Ort eingesammelt werden.

Mit dem Smartphone-Tool können die Menschen so spielerisch entdecken, welche interessanten Orte es in der eigenen Region zu besuchen gibt, die man zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto erreichen kann. Das Ganze hat durch die Sammelfunktion und einem Ranking in der App auch noch einen spielerischen Charakter. Zusätzlich lernt man dabei seine eigene Heimat mal wieder besser kennen und vielleicht auch wieder mehr zu schätzen.

Seibert hat noch einen Tipp, wie Städte und Gemeinden mehr User und vielleicht dann auch mehr Leute auf ihre Gemarkung bekommen: „Es wäre toll, wenn die Kommunen zusätzlich etwas über die PinVisit App verlosen möchten“, regt er an. Die digitale Einpflegung wird übernommen.  Mit Punkten, die die App-Nutzer einmalig an den PinSpots einsammeln können, ist es dann möglich, an diesen Prämienverlosungen teilzunehmen, legt er dar.

In einer Gesellschaft, die immer mehr aufs Smartphone schaut, „wollen wir den Blick schärfen für das Angebot aus der näheren Umgebung“, betont Dominik Seibert. Er hat mit ein paar Kollegen die App in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut und dann „im Verborgenen programmiert bis zum Prototyp“.

Eberbach ist quasi das „Herzstück“ mit über der Hälfte der User. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in Erbach und Michelstadt. Die beiden Städte warben geschickt am 1. November um badische Kunden, als dort Feiertag war und in Hessen die Geschäfte offen. Mit Erfolg. Seit Ende des vergangenen Jahres ist auch Oberzent dabei.

Seibert kann sich vorstellen, dass gerade jetzt in Zeiten der Rückbesinnung aufs Lokale das hessische Neckartal, aber auch der Überwald sowie andere Kommunen im Odenwaldkreis wie Mossautal oder Reichelsheim Interesse haben könnten, sich mit den schon bestehenden zu einem großen Verbund zu verzahnen. So ergäbe sich eine Odenwald-weite Stärkung des lokalen Einzelhandels in Zeiten, wenn dieser jeden Cent gebrauchen kann.

 

Die PinVisit App steht für Nutzer generell kostenlos in den üblichen App-Stores zum Download zur Verfügung. Mehr unter http://www.pinvisit.de

Pin Visit „als neue Form eines Marketingtools“

Lokale Anbieter und Events sollen näher an den Menschen vor Ort sein: Dieses Ziel haben sich die Eberbacher Macher der Pin-Visit-App im Smartphone-Zeitalter gesetzt. Quasi eine Symbiose von „Old School“ mit der Zukunft. Neben Erbach und Michelstadt macht jetzt im Odenwaldkreis auch Oberzent mit, hat 30 Pin-Spots und 60 Events eingestellt. Bürgermeister Christian Kehrer erhofft sich davon positive Effekte für den Einzelhandel und den Tourismus.

In einer Gesellschaft, die immer mehr aufs Smartphone schaut, „wollen wir den Blick schärfen für das Angebot aus der näheren Umgebung“, betont Dominik Seibert. Er hat mit ein paar Kollegen die App in den vergangenen fünf Jahren aufgebaut und dann „im Verborgenen programmiert bis zum Prototyp“. Seit Ende September kann sie aufs Handy geladen werden.

Die Finanzierung ist aktuell auf drei Jahre gesichert, erläutert er. In dieser Zeit wollen die Betreiber neue Partner wie jetzt Oberzent gewinnen, um den Wirkungskreis zu erweitern. Da neben Eberbach und Schönbrunn bereits auch Neckargemünd mit im Boot ist, ist die hessische Neckarschiene mit Hirschhorn und Neckarsteinach natürlich ebenfalls eine Zielrichtung.

Ein lokaler Anbieter, etwa Gewerbe, Einzelhandel oder Gastronomie, kann laut Seibert sogenannte Pin-Spots schaffen, deren Besuch dann Punkte aufs Konto schaufelt. Gemeinden wiederum haben die Möglichkeit, diverse Sehenswürdigkeiten einzustellen. Die Dicke Eiche in Airlenbach, der Beerfelder Galgen (Bild), Burgruine Freienstein oder der Marbach-Stausee sind einige Beispiele aus Oberzent.

Die gesammelten Punkte lassen sich in der App einlösen, so Seibert. Geschäfte haben die Möglichkeit, die Nutzer zu bestimmten Rabattaktionen einzuladen. Außerdem werden Anreize geschaffen, Standorte in einem bestimmten Zeitrahmen zu besuchen. Wie Seibert hervorhebt, lässt sich damit nicht nur ein Mehrwert für die eigene Bevölkerung schaffen, sondern die App kann auch Touristen an die Hand gegeben werden, um zu zeigen, was in der Stadt alles geboten wird. „Das geht in Richtung Reiseführer“, betont er.

Nach den ersten Wochen haben die Macher die Erfahrung gemacht, „dass die Nutzer intensiv dabei sind“. Denn die App setzt ganz gezielt auch auf einen Spielecharakter und Sammeltrieb, um zum Mitmachen zu animieren. Der Eberbacher zählt über 10.000 Visits nach zwei Monaten, dazu 1500 Downloads der App. Allerdings hapert es noch etwas am Bekanntheitsgrad. Daran wird nun gearbeitet.

Eberbach ist quasi das „Herzstück“ mit über der Hälfte der User. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in Erbach und Michelstadt. Die beiden Städte warben geschickt am 1. November um badische Kunden, als dort Feiertag war und in Hessen die Geschäfte offen. Mit Erfolg. Seibert weiß aus Rückmeldungen, dass sich viele Eberbacher dorthin auf den Weg machten. „Ich wusste nicht, dass man dort so toll einkaufen kann“, bekam er mit.

Das Feedback bestätigt ihn in der Annahme, dass die Leute die Pin-Visit-App nutzen, vor Ort fahren „und dann dort Geld in Einzelhandel und Gastronomie lassen“. Aus Sicht einer Stadt ist deshalb die Verwendung der App „eine gute Sache“. Seibert sieht Pin Visit „als neue Form eines Marketingtools“. Er weist darauf hin, dass die Zielgruppe beileibe nicht nur aus den typischen Nonstop-Handy-Nutzern, nämlich jungen Leuten, besteht, sondern auch viele aus der Altersgruppe 35 aufwärts dabei sind.

Da mit der Teilnahme von Oberzent nun der komplette südliche Odenwaldkreis vertreten ist, sieht Seibert eine deutliche Bereicherung gegeben. Bei Pin Visit handelt es sich seinen Worten zufolge „nicht um eine geschlossenes System“ wie eine eigene städtische App. „Deshalb profitieren alle in einer bestimmten Region davon.“ Die Macher sind daran, auch Tourismusverbände für eine Mitwirkung zu begeistern, um so eine breitere Basis zu erreichen.

 

www.pinvisit.de

 

Großer Wurf bei der Flurbereinigung

Das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim hat in Oberzent noch Großes vor. Die beiden Verfahrensleiter Jens Bingenheimer und Thomas Fabian stellten dem gemeinsam tagenden Bau- und Hauptausschuss jetzt die bisherigen und kommenden Flurneuordnungs-Maßnahmen auf der Gemarkung vor. „Wir verstehen die Ungeduld“, betonte Fabian angesichts mancher Verzögerungen. Doch will die Behörde jetzt ein Signal setzen und die größeren Vorhaben en bloc angehen.

In den verschiedenen Ortsteilen wurden in der vergangenen Zeit immer wieder die noch ausstehenden Arbeiten thematisiert. Ein Schwerpunkt ist unter anderem das ehemalige Rothenberg mit Ober-Hainbrunn, wo man schon einige Zeit auf die Erledigung wartet. Ein Vorzeigeprojekt war im vergangenen Jahr die Fertigstellung der Brücke in Schöllenbach, die Hessen und Baden verbindet.

Da die Stadt einen Eigenanteil von 20 Prozent zu tragen hat, ist diese finanziell mit im Boot. Wie Fabian erläuterte, will man alle Asphaltweg-Erneuerungen mit einem Volumen von einer Million Euro in ein Paket packen und dann an ein Ingenieurbüro vergeben, das sie zusammen ausschreibt. Oberzent müsste somit um die 200.000 Euro Eigenanteil aufbringen. Da diese Summe im Haushalt drinsteht, könnte die Realisierung danach anlaufen.

„Viele Genehmigungen sind erforderlich“, ging Jens Bingenheimer auf die umfangreichen Verfahren ein. Wege- und Gewässer-, Ausführungs- und Kostenplan, Förderantrag und vorzeitiger Maßnahmenbeginn sind seinen Worten zufolge zu beachtende Punkte bei der Realisierung. Die Wünsche der Teilnehmergemeinschaften „bekommen ein Ranking“, sagte er.

Wie das aussehen könnte, erläuterte er am Beispiel eines Wegs zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn. Dessen Realisierung war eigentlich für 2019 geplant, konnte aber aufgrund fehlender Fördermittel nicht angegangen werden. In der Ranking-Simulation erreicht die Strecke nun für 2020 einen relativ hohen Wert von 79. Das Problem: Mit 86 steht ein anderes Verfahren besser da. Somit bleibt der hiesigen TG nur die Hoffnung, dass die höher gewertete Maßnahme eventuell nicht realisiert wird.

Bingenheimer erläuterte die maximale Förderung pro Gemeinde. 2500 Euro sind pro Hektar möglich, sagte er. Am Beispiel Rothenberg mit 1500 Hektar Fläche ergibt sich seinen Worten zufolge eine maximale Summe von 3,75 Millionen Euro. Derzeit genehmigt seien 2,6 Millionen – also noch Luft nach oben. Die ist auch nötig ist, denn es hängen noch einige Wünsche in der Pipeline.

„Sechs Verfahren sind in Oberzent am Laufen“, erläuterte Fabian. Früher gab es dafür 90 Prozent Zuschuss, heute sind es noch 80 Prozent, wenn es um die Flurneuordnung geht. Ziel der Verfahren sind die Erhaltung der Kulturlandschaft, die Förderung von Land- und Forstwirtschaft, Wege- und Brückenerneuerung, aber auch Regionalentwicklung oder die Ausweisung von Uferrandstreifen, wie es jetzt an der Mümling in Hetzbach geschah.

11,5 Millionen Euro an Förderung flossen bisher nach Oberzent, listete Fabian auf, davon sieben Millionen für Wegeerneuerung. Er nannte unter anderem den Buckelackerweg in Unter-Sensbach mit 240.000 Euro (inklusive städtischer Anteil) oder die Asphaltstraße von Schöllen- über Hesselbach bis zum Wildgatter Würzberg für 560.000 Euro.

Ob Brückenbau in Schöllenbach, Weg zum Sportplatz in Hetzbach oder Radweg an die Krähberghalle: In den vergangenen Jahren wurde einiges über die Flurbereinigung abgewickelt. Und es kommt noch etliches: „Es sind für Oberzent noch 3,7 Millionen an Fördermitteln geplant“, so der Verfahrensleiter auf. Zwei Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn finden sich darin mit 144.000 und 314.000 Euro, dazu noch der Panoramaweg auf 1900 Metern mit 300.000 Euro. Für Hetzbach führte Fabian den Golfplatz-Bereich, den Weg entlang der Bahntrasse unter anderem für Radler und landwirtschaftliche Fahrzeuge und die Strecke hoch zum Friedhof an.

 

Das Amt für Bodenmanagement in Heppenheim ist eines von sieben in Hessen. Es betreut die größte Fläche von allen. Zu ihr gehören unter anderem der Kreis Bergstraße und der Odenwaldkreis. Die Ämter sind Teil der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation (HVBG) und bündeln die Bereiche Landesvermessung, Liegenschaftskataster, Flurneuordnung und Wertermittlung. 42 Mitarbeiter beackern derzeit in Heppenheim 40 Verfahren. Jedes Jahr werden im Bundesland fünf Millionen Euro aufgeteilt. Heppenheim bekommt davon 420.000 Euro, somit im Schnitt pro Verfahren 14.000 Euro. Da die Maßnahmen aber nach Ranking abgearbeitet werden, können somit höhere Summen auf einzelne Vorhaben entfallen.

Narrhallas Narren lassen es krachen

Von dem bisschen Wind lassen sich Narrhallas Narren nicht die Feierstimmung wegblasen. Sturmtief „Bennet“ wurde am Rosenmontag einfach ausgesessen. Am Nachmittag waren Orkan und Regen durchgezogen, sodass dem Faschingsumzug durch die Narrenhochburg des Finkenbachtals nichts mehr im Wege stand. Trockenes Wetter, noch erträgliche Temperaturen und 31 ideenreiche Zugnummern bescherten dem Verein wieder einen großen Ansturm zum Nachtumzug.

Besonders am Moderationsstopp kurz vor der Abzweigung zur Sporthalle herrschte großer Betrieb, da die Narren dort auch eine Verpflegungsstation aufgebaut hatten. Dort schwenkte die vorausgehende Guggemusik des Fanfarenzugs Wiesenbach ein und beschallte anschließend die Gäste. Der 15. Rosenmontagsabendumzug im 36. Jahr der Narrhalla wurde an allen Ecken und Enden mit einem lautstarken Helau begrüßt.

31 Fußgruppen, Garden und Motivwagen zogen vom Alten Schulhaus aus über die gesperrte Landesstraße durch den Ort. Danach stieg in der Sporthalle die große Hawaii-Party im Trockenen und Warmen. Die meisten Zuschauer versammelten sich rund um den Dorfbrunnen an der Abzweigung zum Himmelreichweg, wo sie mit Speisen und wärmenden Getränken versorgt wurden. Zugmoderator Carsten Werner kündigte dort die jeweiligen Gruppen und Zugnummern an. Feuerwehr und DRK umrahmten den Narrenwurm.

Die Gäste sparten nicht mit aufmunternden Fastnachts-Rufen für die weit über 200 Aktiven, ähnlich viele wie im vergangenen Jahr. Erste Auflage des Umzugs war bereits im Jahr 2005 anlässlich des 22. Die Veranstalter vom SV stellten mehr als die Hälfte der Gruppen, darunter – neben anderen – Dancing Starlets, Minischautanzgruppe, Next Generation, Happy Feet, SV-Funken, Männerballett Biergorgler oder die Showtanzgruppe Crazy Girls.

Das Oberzent-Prinzenpaar Trudi und Jupp aus Rothenberg sowie Funkenmariechen Paula Manschitz beschlossen die große Demonstration fastnachtlicher Macht aus dem Oberzent-Stadtteil. Aus Hirschhorn war das Lachsbachperlen-Kinderprinzenpaar Aliyah I. und Elias I. mit Funkenmariechen Josephine dabei.

Auf der Suche nach Dagobert Ducks Tresor machten die Panzerknacker des badischen Äppelwoiteams Heddesbach eine Tour nach Hessen und brachten mit heißer Musik und tanzwütigen Insassen Hainbrunn zum Beben. Die „Wilde 13“ aus Brombach ließ allerlei Clowns aufmarschieren. Auch die Sensbachtaler Fastnachtsfreunde waren mit Elferrat und Garden auf Tour. Der „Wohnwagen Rothenberg“ hatte mal sich der Klempnerkrise angenommen und wieder einen Hingucker gebaut. „Super Mario“ richtet’s, hieß es bei ihnen.

Die Hirschhorner Ritter waren mit Prinzengarde und dem aktuellen Prinzenpaar Ulli I. und Mathias II. vertreten. Alle zusammen liefen sie dann in die Sporthalle ein, um dort schwupps auf Hawaii  anzukommen. Das Aufbauteam des SV Narrhalla hatte ganze Arbeit geleistet. An der Tiki-Bar blieben keine Wünsche offen. Mit lautem „Aloha“ wurden die Gäste begrüßt. Verführerische Südseeschönheiten stillten mit leckeren Cocktails, aber auch fastnachtlichen Standardgetränken den Durst der Narren.

Besonders schöne Stämme kommen unter den Hammer

Die besten und wertvollsten Stämme aus dem Bereich des Forstamts Beerfelden gibt’s derzeit bei der Eberbacher Nadelholz-Submission zu ersteigern. Je vier Lärchen und Douglasien hat Revierförster Stefan Aßmann bei Ober-Schönmattenwag ausgesucht, um mit ihnen bei der 12. Versteigerung dieser Art sehr gute Preise zu erzielen. Insgesamt 1206 Festmeter aus Baden-Württemberg, Hessen und Bayern kommen bis 14. Februar unter den Hammer.

Allen acht Stämmen mit zusammen 23 Festmetern ist gemein, „dass sie besonders schön und relativ gerade sind“, erläutert der stellvertretende Forstamtsleiter Sebastian Vocilka. Denn Käufer suchen Hölzer, die „an der Oberfläche astrein sind“, um in einem Stück verarbeitet werden zu können. Die jetzt zum Verkauf stehenden Bäume haben ihre Äste schon relativ früh verloren, weshalb schon Holz und Rinde darüber gewachsen ist. Es ist nicht so schlimm, wenn es einen einzelnen, dickeren Ast gab: Denn der konnte weggesägt werden, womit der Rest des Stamms noch verwertbar ist, sagt er.

Damit es sich fürs Forstamt lohnt, überhaupt einen voll beladenen Lkw nach Eberbach zu schicken, „müssen die Stämme eine gewisse Stärke haben“, so Vocilka. Ab 50 Zentimeter Durchmesser, also Stärke 5, „wird’s für den Käufer interessant“, weiß er. Zehn oder 20 Zentimeter mehr, Stärke 6 oder 7, „bringen gute Preise“. Bei der Douglasie kommt außerdem hinzu, dass sie groß gewachsen sein sollte.

Mit zehn bis 15 Metern Länge wuchern die vier in Eberbach befindlichen Stämme, dazu mit einem Durchmesser ohne Rinde von 58 bis 63 Zentimetern. „Die Sägewerke zahlen dafür in der Regel gute Preise“, weiß Vocilka. Denn auf den Submissionen sind „dicke Stämme gesucht“. Sie sollen außerdem einen guten Jahresring-Aufbau haben. Wenn diese zu breit sind (über einen Zentimeter), ist der Baum zu schnell gewachsen.

Lärchen der Stärkelasse 6 gibt es nicht so viele auf dem Markt, sagt der Forstmann. Deshalb rechnet er sich für diese und auch etwas schwächere Stämme ein nettes Sümmchen aus. Das muss unterm Strich auch rauskommen, damit sich der Aufwand lohnt. Gebühren, Kosten und Transport läppern sich zu einem Aufschlag von 40 Euro pro Festmeter, der mindestens zusätzlich zum normalen Verkaufspreis „aus dem Wald“ obendrauf kommen muss. Sonst würde es sich fürs das Forstamt nicht rechnen.

Wenn eine besonders gut gewachsene Douglasie direkt aus dem Gemeindewald verkauft wird, sind zwischen 120 und 180 Euro/fm machbar, erläutert der Forstbeamte. Damit also die Kosten „drin sind“, müssten es bei der Submission mindestens 200 bis 220 werden. Vocilka ist optimistisch, dass die anvisierten Preise erzielt werden können. Denn eine solche Qualität findet sich nicht überall. Die Bieter werden für die „richtig wertvollen Sachen“ auf jeden Fall höhere Angebote abgeben, damit sie den Kauf sicher haben. Manchmal komme man so sogar über 300 Euro pro Festmeter.

Anfang 2018 war das Forstamt Beerfelden mit stolzen 150 Festmetern aus den angeschlossenen Revieren vertreten. „Damals hatten wir vorher große Hiebe vor allem im Staatswald“, sagt Vocilka. „Die Submission war insgesamt ein Erfolg“, blickt er zurück, wenn sich auch einzelne Stämme nicht so lohnten. In den Süden Bayerns, in den Schwarzwald, aber auch in den Norden verkaufte man die Stämme. Jetzt ist alles anders. Erst kam Sturm Friederike, dann der Borkenkäfer, weshalb man gerade im Fichten- und Kiefernbereich die Einschlag-Bremse zog.

Bei der Submission zählt ebenfalls das Motto: „Dabei sein ist alles.“ Die Forstamts-Mitarbeiter „können etwas über unsere Kunden lernen“, betont Vocilka. „Wir erfahren, was gesucht wird.“ Auch ergeben sich Anschlussgeschäfte. Wie vergangenen Jahr, als ein Sägewerk aus Bayern nur einen halben Lkw voll hatte und noch ein paar Hölzer zum Auffüllen suchte. Die Nadelholz-Versteigerung ist eine Art Messe, auf der sich die Holzvermarkter präsentieren, so der Forstmann. Werbung in eigener Sache heißt die Devise auf einem hart umkämpften Markt.

Die Nadelholz-Submission in Eberbach wird seit 2008 jährlich von den unteren Forstbehörden des Rhein-Neckar- und Neckar-Odenwald-Kreis organisiert. Die Hölzer kommen aus den Regionen Odenwald, Bauland und Heilbronn und somit aus Hessen, Bayern und Baden-Württemberg. Im Schnitt werden 400 Stämme angeboten. Dieses Jahr wird die Rekordmenge von über 1200 Festmetern, davon 730 fm Lärche und 473 fm Douglasie, versteigert. Kiefer ist zu vernachlässigen.

Die erste Abfrage an die Forstämter erfolgt bereits im September oder Oktober des Vorjahres: „Wie viel Holz bringt ihr dieses Mal her?“, heißt es dann an die Vermarkter. Bis Mitte Februar können sich Kunden nach der Anlieferung um die Jahreswende aufgrund des Losverzeichnisses und vor Ort einen Überblick verschaffen, um dann bis spätestens 14. Februar ein Angebot bei der Forstbetriebsleitung Schwarzach abzugeben. In der Regel erhält einen Tag später das höchste Angebot den Zuschlag. Die Käufer müssen die Hölzer bis Ende März abholen.

 

Am Eutersee: Warten auf die Genehmigung zum Ausbaggern

In dem einen Jahr seit dem Start der Arbeiten am Eutersee hat sich schon einiges getan, freut sich Projektlotsin Anneli Hieronymus. Im Rahmen der IKEK-Förderung wurde für das Projekt „Entwicklung der Anlage am Eutersee“ eine Zusage erteilt, was Anfang 2018 zum Start der ehrenamtlichen Tätigkeiten an diesem Naherholungsziel führte. Im Moment sind sie aber etwas ins Stocken geraten, weil eine Genehmigung des Regierungspräsidiums (RP) zur Ausbaggerung am Zulauf fehlt.

Vergangenen Februar liefen in Absprache mit der Naturschutzbehörde die Gehölzschnitte, erläutert Hieronymus. Im Juni gab es eine Mähaktion. Höhepunkt war der Freiwilligentag Mitte September. Es wurde gemäht und zurückgeschnitten, was das Zeug hielt. Mit 20 Freiwilligen „ein voller Erfolg“, betont sie. Im Schnitt kommen zwischen zehn und zwölf Helfer zu den Aktionen, erläutert die Schöllenbacherin. Meistens sind diese im Alter von 60 aufwärts, weswegen sie sich mehr Engagement von Jüngeren wünscht. „Die nutzen den See doch auch als Ausflugsziel“, meint sie schmunzelnd – und könnten deshalb mal mit anpacken.

Für die Ausbaggerung gibt es bereits die Zusage auf Kostenübernahme durch die Stadt, sagt die Projektlotsin. Man warte nun aber auf die Freigabe durch das RP, weswegen derzeit „alles auf Eis liegt“. Dabei wäre der Zeitpunkt optimal. Nach dem Schaden an der Fischtreppe durch das Hochwasser im vergangenen April wurden ein bis zwei Meter Wasser abgelassen, um diese reparieren zu können. Somit beste Bedingungen zum Baggern.

Denn der Eutersee verlandet am nördlichen Einlauf immer mehr. Es wäre jedoch viel zu teuer, die dort entstandene Insel abzutragen. Stattdessen soll lieber im Umfeld abgelagerter Sand ausgebaggert und aufgeschüttet werden. Damit könnte eine begehbare Sandspielinsel für Kinder entstehen. Die Vorarbeiten leisteten die Helfer bereits im vergangenen Jahr, als sie dort die wild gewucherten Sträucher entfernten.

Die Ehrenamtlichen wollen aktuell abwarten, bis die RP-Genehmigung vorliegt. Sollte dies zeitnah erfolgen, „können wir bis Ende Februar noch einmal die Gehölze zurückschneiden“, erläutert Hieronymus. Im Sommer wäre dann eine erneute Mähaktion drin. Sie wünscht sich, dass das freiwillige Engagement auch von Behördenseite dadurch honoriert wird, dass diese für einen zeitigen Fortgang durch entsprechende Genehmigungen sorgt.

Weiterhin gibt es die Überlegung, ob sich auf dem Gelände zusätzliche Ruhebänke aufstellen lassen. Mit dem Naturpark ist man wegen der Erneuerung des Grillplatzes an der Schutzhütte in Kontakt. Ein Mitarbeiter war im Herbst vor Ort. „Leider haben wir seitdem nichts mehr gehört“, bedauert sie. Sollte sich nichts tun, „müssen wir eben im Februar oder März den Leuten nochmal auf die Füße treten“, kündigt die Projektlotsin an.

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. Da zählten die Schöllenbacher an einem Tag schon mal 3000 Besucher. Das war aber in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach aufwärts Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen (badischen) Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

Ural Kosaken mit Liedern aus der russischen Seele

„Lieder der russischen Seele – Erinnerungen an Alexandra“ heißt es am Sonntag, 21. Oktober, mit dem Ural Kosaken Chor und Dorothee Lotsch unter der Mitwirkung des Dreiklang-Frauenchors Igelsbach. Um 18 Uhr geht es in der evangelischen Michaelskirche an der Ecke Bahnhofstraße/Neuer Markt in Eberbach los.

Der berühmte Ural Kosaken Chor, der auf eine mehr als 90-jährige Erfolgsgeschichte zurückblicken kann, begeistert sein internationales Publikum mit Können, Perfektion und authentischen Vorträgen. Zu den Solisten des wohl ältesten Vertreters aller Kosakenchöre zählten der Bass Ivan Rebroff und der charismatische Bariton Alexander Skovitan, Sohn der unvergessenen deutschen Sängerin Alexandra.

In Weiterführung der Tradition der großen russischen Arrangeure S. Jaroff und A. Scholuch präsentiert der Chor neben melancholischen Stücken auch ausdrucksstarke, temperamentvolle Volksweisen aus dem alten zaristischen Russland und der Ukraine, russische Klassiker sowie Lieder aus dem Repertoire von Alexandra wie zum Beispiel „Am großen Strom“, „Sehnsucht – Das Lied der Taiga“, „Ja lublu tebja“ (Schwarze Augen) und „Moskauer Nächte“.

Tradition wird beim Ural Kosaken Chor großgeschrieben. Dennoch wagt man es auch, etwas Modernes zu machen. Seit 2004 begleitet die deutsche Solistin Lotsch den Chor bei auserlesenen Galakonzerten: Eine Sängerin, die Gefühl ausstrahlt, eine Sängerin, die das Repertoire von Chansonsängerin Alexandra auferstehen lässt und die das Publikum mit ihrer anmutigen Stimme verzaubert.

Vorverkauf: Rhein-Neckar-Zeitung, Neuer Markt 8, Tabak Presse Shop Sohns, Neuer Weg 47/1 (Kaufland), Barbara´s Beauty Boutique, Hauptstraße 25, Buchhaus Eberbach, Bahnhofstraße 17, alle in 69412 Eberbach, Feines im Fachwerk, Hauptstraße 24, 69434 Hirschhorn. Kartenpreise: Vorverkauf 18 Euro, Abendkasse 23 Euro. Einlass und Restkarten etwa eine Stunde vor Konzertbeginn.