Engagierte Ehrenamtliche wollen den Eutersee bei Schöllenbach als Naherholungsgebiet wieder attraktiver machen

Früher war von der „Adria des Odenwalds“ die Rede, wenn die Sprache auf den Eutersee kam. „Da haben wir an einem Tag schon mal 3000 Besucher gezählt“, erinnert sich Rudolf Brandel. Das war in den 70er Jahren, der Marbachstausee damals noch nicht gebaut. Auch in späteren Zeiten war das Gewässer, wildromantisch im Tal von Schöllenbach Richtung Bullau gelegen, Ziel vieler Ausflügler aus der gesamten Region. Jetzt ist es in die Jahre gekommen. Engagierte Bürger wollen dem Gelände zu früherem Glanz verhelfen.

Idyllisch murmelt der Euterbach ins Tal hinunter, eine Holzbrücke führt übers gurgelnde Gewässer, der See gewinnt nur langsam an Tiefe, auf einem unbefestigten Weg lässt er sich gemütlich umrunden: Beste Bedingungen, um hier ein paar unbeschwerte Stunden zu verbringen. Das genossen schon vor 30 oder 40 Jahren Ausflügler aus dem hohen badischen Odenwald mitsamt den Hessen. Doch die Natur hat sich in der Zwischenzeit das Gelände wieder zurückgeholt. An der Grillhütte wurde vor fünf Jahren das letzte Mal gewerkelt.

Jetzt gibt es neue Möglichkeiten: Denn im Rahmen der Beratungen über das IKEK-Programm kam der Gedanke auf, auch am See tätig zu werden, erläutert Anneli Hieronymus. Sie trommelte zehn Interessierte für ein erstes vorbereitendes Treffen zusammen, bei dem Ideen gesammelt wurden, was man wie angehen kann. Vier Arbeitseinsätze im Jahr will die Truppe anstreben. Der erste findet am 17. Februar zwischen 10 und 14 Uhr statt. Dann soll es dem Wildwuchs an die Büsche gehen. Weitere Interessierte sind gerne willkommen.

Renovierungsarbeiten an der in den 80er Jahren entstandenen Hütte will man für den Sommer ins Auge fassen. Es geht außerdem darum, das Brückengeländer instand zu setzen, die Bankanlage wieder auf Vordermann zu bringen und dem Grillplatz neuen Glanz zu verleihen. Im Gespräch ist auch eine Art Hausmeister, der ein Auge auf das Gelände hat. Denn Wildcamper und Feierwütige haben ihre Spuren hinterlassen. Die Hütte ist öffentlich nutzbar, für größere Feiern empfiehlt sich eine Anmeldung, damit dann der Strom freigeschaltet wird.

Anneli Hieronymus stellt sich vor, über das Leader-Programm und den GEO-Naturpark Fördertöpfe anzuzapfen. Darüber hinaus „sind Sponsoren gerne willkommen“, lacht sie. Auch die neue Stadt ist natürlich im Boot. Mit Interims-Bürgermeister Egon Scheuermann, Bauamt und Bauhof steht die Kontaktaufnahme an, um von dort Fachwissen und Manpower zu erhalten.

Rudolf Brandel erinnert sich noch wehmütig an all die vielen Grillfeste, die an dieser Stelle gefeiert wurden. Legendär ist die Beach-Party der Jugendfeuerwehr, die Gäste in großen Scharen anzog. Aber genau das war dann auch das Problem. „Wir konnten die Sicherheit nicht mehr gewährleisten“, bedauert er. „Das ist sehr schade, weil das Gelände ideal für Feiern ist.“ Jetzt dümpelt es seinen Worten nach nur noch vor sich hin, „keiner macht mehr Feste“.

Damit es am Eutersee aber mal wieder hoch hergehen kann, muss erst das Umfeld stimmen. Eine feste Zuwegung, die nötige Infrastruktur und einen Shuttleservice aufgrund begrenzter Parkplatzzahl nennt Hieronymus als Grundvoraussetzungen. Der Weg am anderen Seeufer sollte schon vor längerer Zeit saniert werden. „Wir wollen diese ganzen Maßnahmen jetzt wieder anstoßen“, sagen die Ehrenamtlichen.

Auf einer Wunschliste wurde darüber hinaus das zusammengetragen, was den Teilnehmern spontan in den Sinn kam. Dazu zählen eine Liegefläche, ein Steg im See, Befestigung der Wege, eine Spielinsel für Kinder, Erhalt der Schutzhütte und Sitzgelegenheiten rund um den See. Eine Toilettenanlage und die Erweiterung des Pflasters rund um die Hütte sind ebenfalls angedacht. Man würde auch gerne die direkt angrenzenden Bäume fällen, erläutert Brandner, aber die sind in Privatbesitz.

Der Eutersee, 1971 als Hochwasserrückhaltebecken gebaut, liegt nordöstlich von Badisch- und Hessisch-Schöllenbach. Mit seinem Ostteil gehört er zu Baden-Württemberg. Nur ein paar Meter weiter nördlich ist die bayrische Grenze. Der Stausee hat knapp einen Hektar Fläche. Er wird in Nord-Süd-Richtung vom namengebenden Euterbach durchflossen, der sich im Dorf mit dem Schöllenbach zum Itterbach vereint. Der wird talwärts Itter genannt und mündet bei Eberbach in den Neckar.

Info: Interessierte und Förderer können sich bei Anneli Hieronymus unter Telefon 06276/554 oder E-Mail anneli.hieronymus@web.de melden.

 

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Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff tritt am Freitag, 17. November, in der katholischen Pfarrkirche Hirschhorn auf

Eine festliche Konzert-Gala mit dem Don-Kosaken-Chor Serge Jaroff findet am Freitag, 17. November, in der katholischen Pfarrkirche Hirschhorn statt. Um 19.30 Uhr geht es in Maria Immaculata los. Das Konzert findet unter Mitwirkung und in Zusammenarbeit mit dem Dreiklang-Frauenchor Igelsbach statt. Zu Gehör kommen festliche Gesänge der russisch-orthodoxen Kirche, Volksweisen und Lieder der klassischen Komponisten.

Der Don-Kosaken-Chor, bekannt aus unzähligen Fernsehsendungen und CD-Einspielungen, wird stimmgewaltig mit einem begeisternden Konzert-Programm zum ersten Mal in Hirschhorn gastieren. Ermöglicht wurde dieses Gastspiel durch eine enge künstlerische und organisatorische Zusammenarbeit mit dem Frauenchor. Die Zuschauer erwartet ein musikalisches Fest großer Stimmen, vertrauter Melodien und heitere, bravouröse Gesangsakrobatik.

Durch eine langjährige Gastspieltätigkeit hat der Chor unter seinem künstlerischen Leiter Wanja Hlbika überall begeisterte und treue Zuhörer. Die Konzerte des Ensembles aus studierten Sängern werden mit stehenden Ovationen gefeiert. Hlibka hat viele Jahre als damals jüngster Solist im weltberühmten Chor von Serge Jaroff gesungen und durfte die Original-Arrangements als Ausgangsbasis seiner künstlerischen Arbeit nutzen. Die anderen Sänger kommen von großen osteuropäischen Opernhäusern.

Die stimmgewaltigen Solisten werden von der Fachpresse immer wieder als „russisches Stimmwunder“ bezeichnet. Sie vermitteln den ganzen Zauber und auch die eigene Melancholie der russischen Musik in höchster Vollendung. Ihr Repertoire reicht von den festlichen Gesängen der russisch-orthodoxen Kirche über die immer wieder begehrten Volksweisen bis hin zu großen, klassischen Komponisten. Kartenvorverkauf bei Tabak Presse Shop Sohns, Barbaras Beauty Boutique und Buchhaus Erb, alle in Eberbach. Restkarten an der Konzertkasse.

Die Devise heißt üben, üben, üben: Dartfreunde „Double Trouble“ richteten die 2. Hainbrunn-Open aus

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? Uwe Kölbl lacht. „Nein. Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, verdeutlicht der Abteilungsleiter der Dartfreunde „Double Trouble“ unter dem Dach des SV Ober-Hainbrunn. Die richteten jetzt in der Sporthalle die 2. Hainbrunn-Open aus, als deren Hauptpreis bis zum nächsten Turnier der Wanderpokal mitgenommen werden darf. 39 Dartspieler gingen an den Start.

Welches Training hinter den Erfolgen der echten Profis steckt, erfuhr Kölbl beim Besuch von Max Hopp im vergangenen Jahr. Den Meisterspieler hatten die Dartfreunde als Stargast eingeladen. „Der trainiert fünf Stunden jeden Tag“, meint der Hobbyspieler andächtig. „Sogar acht, wenn es auf einen Wettkampf zugeht.“ Serafettin Ayar vom 1. DC Mosbach, der als Titelverteidiger an den Start ging, bringt es auf zwei Stunden. Zeiten, von denen die Cracks im Finkenbachtal nur träumen können. „Aber es macht tierisch Spaß, sich einmal die Woche zu treffen“, grinst Kölbl.

Der Abteilungsleiter freut sich, dass aus dem ehemaligen Kneipen- ein Hochleistungssport geworden ist. In Ober-Hainbrunn kommen die pfeilschnellen Akteure „just for fun“ zusammen. „Dartligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt“, erläutert Kölbl. Das ist dann doch etwas zu weit.

Während im ganzen Umkreis E-Dart (Automatendart) gespielt wird, setzen die Hainbrunner auf die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt. „Das ist der Klassiker wie früher in den Kneipen“, schwört Kölbl auf die ursprüngliche Spielweise. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro. „Zu viel für einen kleinen Verein wie den unsrigen“, sagt er.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Uwe Kölbl nennt etwa 23 Gramm schwere sein Eigen. Er spielt seit vier Jahren Dart, erst in Hirschhorn, dann in Ober-Hainbrunn, als dort SV-Vorsitzender Frank Flachs den Sport etablierte.

Wenn „Double Trouble“ zum Turnier ruft, kommen die Spieler aus der gesamten Region angefahren. Remseck, Eberbach, Heddesbach, Bonsweiher, Hirschhorn und Mosbach lauten die Adressen. Aus letzterer Stadt kommen die Cracks, die den Sieg in der Regel unter sich ausmachen. Kein Wunder, denn Serafettin Ayar (Spitzname Sahap), Norbert Schulte (Indio) und Musa Kara spielen beim 1. DC Mosbach und wurden mit diesem gerade deutscher Mannschaftsmeister im E-Dart.

Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. „Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen“, erläutert Kölbl. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. „Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.“ Manche wie Sahap „werfen sogar von oben runter“. Mit Erfolg.

„Die Richtung halten ist das A und O“, mahnt der Abteilungsleiter. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance „und schießen den Pfeil an die falsche Stelle“. Ein weitverbreiteter Irrtum ist seinen Worten zufolge, dass der rote Punkt in der Mitte die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Ring möglich.

Die Kunst beim „501 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von 501 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. „Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden“, so Kölbl. Das ginge nur mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Ergebnisse 2. Hainbrunn-Open

Teilnehmer: 39: Sieger Serafettin (Sahap) Ayar, 2. Norbert „Indio“ Schulte, 3. Kara Musa, 4. Sebastian Schulz. Alle vier Sieger kommen vom DC Mosbach. Gewinner einer Flasche Whisky für die erste 180 im Turnier wurde Micha Wagner vom DC Eberbach. Insgesamt wurde fünf Mal die 180 geworfen. Das höchste Finish mit 156 Punkten warf Sahap.

Dart im Selbstversuch

„Du musst schauen, dass dein Arm und deine Schulter in einer Richtung zeigen“, meint Uwe Kölbl und drückt mir seine 23-Gramm-Steeldartpfeile in die Hand. Der hintere Fuß dient zur Ausbalancierung. „Wichtig ist außerdem die Körperhaltung. Du darfst beim Werfen nicht nach vorn kippen“, sagt der Double-Trouble-Abteilungsleiter. So eingewiesen, versuche ich mein Glück. Und treffe tatsächlich mit den ersten drei Würfen gleich die Scheibe. Egal, dass eine 1 und eine 2 dabei sind.

Immerhin habe ich nicht unter den prüfenden Blicken der anderen Werfer das Holz der Bühnenwand in der Sporthalle punktiert und mich damit als absoluter Anfänger geoutet. Wie sich überhaupt zeigt: Die nur einfach zählenden Felder sind ganz gut zu treffen. Schwierig wird es dann, wenn es an die Double- oder Triple-Metallringe geht, die so richtig Punkte bringen und beim „501 Double out“ helfen, möglichst schnell auf null runterzuwerfen.

Schnell stelle ich fest, dass ich beim Werfen als Linkshänder einen Linksdrall habe. Den versuche ich beim zweiten Wurf auszugleichen, wodurch der aber wieder zu weit rechts landet. Also gleich ein bisschen weiter rechts gezielt, dann haut das mit der senkrecht stehenden 20 am besten hin. Stimmt. In der Theorie. Immerhin: Beim sechsten Durchgang höre ich das Metall des 20er- und 18er-Double- und Triple-Rings kratzen. Allerdings von der falschen Seite.

Dann bei Leg 10 das erste Erfolgserlebnis: Double 20 und der grüne Ring in der Mitte mit 25 Punkten. Kurz darauf sogar die 50 in der Scheibenmitte, ehe dann wieder etliche Durchgänge Kraut und Rüben vorherrschen. Verstohlene Blicke nach links und rechts zu den anderen Übenden zeigen, dass da deutlich mehr geballt in der 20 oder 18 sitzt. Nur wenige Ausreißer sind dabei. Es ist doch so, wie Uwe Kölbl sagt. „Üben, üben, üben“ heißt das Geheimnis des Erfolgs.

Den meine ich jetzt zu haben. Im inneren Metallkreis schlägt mein Pfeil ein. Sieht aus wie Triple 20. Der Schein trügt. Es ist nur eine Triple 1 direkt daneben. So langsam zeigt die Formkurve nach oben. Zwei von drei Pfeilen eines Legs landen in der 20. Dann steigt nebenan Serafettin Ayar (Spitzname Sahap) ein. Seines Zeichens frischgebackener deutscher Mannschaftsmeister im E-Dart. Er fängt an – und ich steige aus.

L 3410 von Hirschhorn Richtung Kortelshütte ist noch bis Ende des Monats gesperrt

Noch bis Ende des Monats sollen die Bauarbeiten auf der L3410 zwischen dem Brombacher Wasser bei Hirschhorn und dem Rothenberger Ortsteil Kortelshütte dauern. Dort wird eine Brücke erneuert, die kurz hinter der Abzweigung von der L 3119 zwischen Hirschhorn und Ober-Hainbrunn hinauf den Finkenbach quert. Die Arbeiten laufen unter Vollsperrung und dauern voraussichtlich bis Ende September.

Die Umleitung während der Vollsperrung erfolgt in nördlicher Richtung über die L 3119 über Finkenbach Richtung Beerfelden und dann weiter über die L 3410 wieder zurück nach Rothenberg und Kortelshütte. Einheimische können auch die verschiedenen Gemeindeverbindungsstraßen nutzen, die aber für den Schwerverkehr nicht freigegeben sind.

Laut der Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil handelt es sich bei den Baumaßnahmen um einfache Instandsetzungsarbeiten am Brückenbauwerk. Das Natursteinmauerwerk des Gewölbebogens und der Stirnmauer wird gereinigt, beschädigtes Mauerwerk instandgesetzt sowie fehlende Steine ersetzt. Während der Baumaßnahme wird der Finkenbach mittels einer Verrohrung umgeleitet.

Im Rahmen der Maßnahme erfolgt eine naturschutzfachliche Baubegleitung, die unter anderem vor den Arbeiten an dem Bauwerk die Hohlräume auf brütende Vögel und dort lebende Kleintiere untersucht. Die Umweltbaubegleitung führt auch eine Elektrobefischung im Baubereich mit anschließender Freisetzung der Fische durch, die den Fischbestand des Baches schützt. Die Kosten belaufen sich auf rund 82.000 Euro.

Sensbachtaler Firma Walz Natursteine ist seit 50 Jahren im Denkmalschutz aktiv – Tag der offenen Tür in Gaimühle

Hier atmet jeder Stein, jede Pore, jahrhundertealte Geschichte. Auf dem Werksgelände der Sensbachtaler Firma Walz Natursteine im badischen Gaimühle lagern die Sandsteine in allen Forme und Variationen, dass es eine wahre Pracht ist. Anlässlich des 160-jährigen Bestehens der Firma, verbunden mit den 50-jährigen Aktivitäten im Bereich Denkmalschutz, konnten jetzt Interessierte die Werkstätten in Augenschein nehmen.

Sechs Steinmetze sind im Betrieb tätig, erläutert Betriebsmeister Veselin Pusic, der sich mit zwei Technikern ums tägliche Geschäft kümmert. Eigentümer ist Dr. Michael Schön. Steinmetz ist allerdings „leider ein vom Aussterben bedrohter Beruf“, bedauert Pusic, da er in Zeiten von Smartphone und Computer „zu ungemütlich“ ist. Aber einer mit mehr als guten Zukunftsaussichten, da das Handwerk nach wie vor goldenen Boiden hat. „Wer einen guten Ausbildungsplatz findet, hat ausgesorgt“, schmunzelt Pusic. Denn fähige Leute werden überall gesucht.

Den Denkmalschutz, mit dem sich die Firma in den vergangenen 50 Jahren im ganzen Südwesten einen Namen machte, „gab es als Arbeitsweise eigentlich schon viel früher“. Denn seit Bestehen des Betriebs wurde eigentlich nie anders zu Werke gegangen. Die Materialien waren früher wie heute die gleichen. Mörtel auf Kalkbasis, regionale Sande und natürlich der passende Sandstein, wie er damals an den verschiedenen Bauten zum Einsatz kam.

Schmiedearbeiten sind weiterhin gefragt, denn Eisen härtet in den unterschiedlichen Steinarten immer unterschiedlich aus. „Ein Schmied in früheren Jahrzehnten hat das noch gelernt“, weiß Pusic. Deshalb ist für die Firma der Kontakt zum örtlichen Handwerker, dem man seit 50 Jahren verbunden ist, auch heute noch Gold wert.

Das Geheimnis des Erfolgs war vor 50 Jahren eben dieses Festhalten an den alten Traditionen. „Deshalb waren wir damals gut aufgestellt“, betont Pusic. Das Heidelberger Schloss und Burg Breuberg zählten zu den ersten größeren Objekten, die auch noch fünf Jahrzehnte später beackert werden. Aber auch die anderen Wirkungsstätten lesen sich wie ein „Who’s who“ der regionalen Kulturdenkmäler: Kloster Lorsch, Schloss Hirschhorn, Erbacher Schlossplatz oder Niederwalddenkmal Rüdesheim. Ganz zu schweigen von den unzähligen Burgen an der Bergstraße oder auch Limes-Arbeiten.

Grundsätzlich gilt es seinen Worten zufolge, „die Original-Substanz zu erhalten, wenn sie kaputt zu gehen droht“. Da sich die Firma auch um Mauerwerk-Sanierung kümmert, ist sie nicht nur mit den „kleineren“ Sanierungsarbeiten, sondern auch mit großflächigen Maßnahmen wie an der Außenanlage von Burg Lindenfels beschäftigt.

Für Betriebsmeister Pusic sind die alten Stadtvillen in Heidelberg und Mannheim ein ganz besonderes Schmankerl in seiner vielfältigen Arbeit. Die stammen oft aus Gründerzeit, Klassizismus oder Jugendstil – letztere mit einem sehr verspielten Interieur. „Wenn es um die Statik geht, ist das für einen Baumeister eine ganz besondere Herausforderung“, betont er. Wappen oder Krönungen an Burgen und Schlössern wiegen oftmals zwei oder drei Tonnen. Da ist dann eine ganz andere Herangehensweise gefragt.

Für Pusic ist es faszinierend, in verschiedenen Bauepochen zu arbeiten. „Ich komme hin und muss mich erst einmal in die jeweilige Zeit einarbeiten“, meint er. Es gebe kein Patentrezept für die Vorgehensweise. Die Fragestellung heißt vielmehr: „Was hat der sich damals dabei gedacht, als er das baute?“ Die „Zeitreise durch die Baugeschichte“ ist für ihn das absolut Spannende am Job.

Mitunter erfordern die Herausforderungen auch neue Gerätschaften. Um ein Duplikat der Figur eines Keltenfürsten herzustellen, deren Original nicht berührt werden durfte, schufen die findigen Tüftler ein Laserpunktiergerät, das Seinesgleichen sucht. Auch das Entsalzungsbecken ist in dieser Größe einmalig. Mit ihm werden den Steinen die Salze entzogen, die sonst auskristallisieren. Aktuell lagern in den Räumen auch zwei Skulpturen vom Stuttgarter Hauptbahnhof, die im Zuge von „Stuttgart 21“ weichen mussten. Nach ihrer Auffrischung und Fertigstellung der Baustelle kommen sie wieder zurück.

Als Peter Walz 1857 seinen Steinmetz- und Maurerbetrieb gründete, konnte er nicht ahnen, welches Renommee dieser einst erlangen würde. Und das einfach nur deshalb, weil man nicht mit der Zeit ging, sondern das Alte bewahrte. Der rote Bundstandstein, der seine Farbe vom eingeschlossenen Eisenoxid erhält, wurde für Brücken, Bahnhöfe, Schulen und Rathäuser verwendet.

Die Firma Walz Natursteine beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter, davon sechs Steinmetze und 19 Maurer. Mitarbeiter werden in allen Bereichen immer gesucht. Kontakt: Fa. Peter Walz Nachfolger Natursteine, E-Mail: m.schoen@walz-natursteine.de, Telefon 06068/93065, http://www.walz-natursteine.de

 

Der Äskulapnatter geht’s im Neckartal gut

Es gibt nur vier kleine Vorkommen in Deutschland. Eines davon ist im südlichsten Kreis Bergstraße, im hessischen Neckartal: Die Äskulapnatter steht als bedrohte Schlangenart auf der roten Liste. Seit 2009 läuft ein Artenhilfsprogramm des Kreises Bergstraße zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Äskulapnatter. Die Ergebnisse stimmen optimistisch, erfuhr der Kreisbeigeordnete Karsten Krug bei einem Besuch im Brombacher Grund bei Hirschhorn. Der Bestand ist mehr als stabil. Die Helfer gehen von mehreren tausend Tieren in diesem Bereich aus. Die Art scheint sogar das Potenzial zur Ausbreitung weiter in den Odenwald hinein zu haben.

Für Krug war es der erste Kontakt mit dem Tier, seitdem er vor knapp einem Jahr seine Tätigkeit als Beigeordneter beim Kreis Bergstraße aufgenommen hat. „Kontakt“ ist dabei durchaus wörtlich zu nehmen, denn Michael Waitzmann und Jenny Behm von der AG Äskulapnatter ließen die Besucher in Berührung mit der bis zu 1,80 Meter langen Schlange kommen. Auch Hirschhorns Bürgermeister Oliver Berthold, der gemeinsame Umweltbeauftragte mit Neckarsteinach, Werner Hildwein, und Dr. Hermann Joachim von der Unteren Naturschutzbehörde waren vor Ort.

Da das Kreisprojekt über zehn Jahre läuft, steht im kommenden Jahr eine Neubewertung an. Das war auch mit ein Grund für Krug, sich vor Ort ein Bild der Aktivitäten zu machen. Über 80.000 Euro investierte man in den vergangenen acht Jahren. Die Mittel stammen aus sogenannten Ersatzgeldern, die nach dem Bundesnaturschutzrecht für Eingriffe in die Natur erhoben werden. Wobei Waitzmann betonte, dass die AG ehrenamtlich arbeite.

Der Fachmann erläuterte, dass es sich bei der Äskulapnatter um die größte Schlangenart in Mitteleuropa handle. In Hessen gebe es ein zweites Vorkommen bei Wiesbaden. Dazu kommen noch zwei in Südostbayern bei Burghausen und Passau. Aber das war es dann auch in Deutschland. „Wir haben hier einen relativ gesunden Bestand“, meinte er mit Blick aufs hessische und badische Neckartal zwischen Neckargemünd und Eberbach.

Waitzmann wies darauf hin, dass es sich um ein länderübergreifendes Schutzprojekt handelt. Inzwischen sind Vorkommen das Ulfenbachtal hoch bis nach Heddesbach und Flockenbusch (Wald-Michelbach) nachgewiesen, im Finkenbachtal bis nach Ober-Hainbrunn und Kortelshütte. Auf der anderen, badischen Neckarseite wurde die Schlange bereits im Pleutersbacher Tal gesichtet. Neckarabwärts gibt es erste Vorkommen über Neckarsteinach hinaus bei Neckargemünd. „Im Kerngebiet ist die Population sehr stabil“, betonte der AG-Mitarbeiter. Ob die Tiere immer weiter in den Odenwald vorrücken, vermochte er nicht mit Bestimmtheit zu sagen.

Von der AG wurden laut Behm seit 2010 im Kerngebiet etwa 80 Eiablageplätze angelegt, „weil wir nie Jungtiere gefunden haben“. Dazu wurden verschiedene Materialien wie Sägespäne und Pferdemist verwendet. Im Herbst werden die Plätze laut Waitzmann umgegraben, weil die jungen Schlangen im September schlüpfen. „Das bedeutet viel Arbeit für uns“, betonte er, weil sie jedes Jahr gepflegt werden müssen. Deshalb versucht die AG auch die Wiesenbesitzer in diese Arbeit einzubinden. Der Erfolg kann sich sehen lassen.

„Seit das Projekt intensiv läuft, sind 186 Gelege dokumentiert“, sagte der Fachmann. Jede Äskulapnatter legt zwischen acht und zwölf Eiern. Aus 1650 schlüpften 1432 Schlangen. „Allerdings wissen wir nicht, wie hoch die Mortalitätsrate ist.“ Denn natürliche Feinde gibt es genug. Gleichzeitig ließ sich auf die Weise auch die Fortpflanzung der kleineren Ringelnatter beobachten. Hier stellte man bei 86 Gelegen über 3000 Eier fest.

Die „erfolgreiche Reproduktion“ und die „positive Zukunftsprognose“ machten die beiden Fachleute an der ausgeglichen Populationsstruktur von jung bis alt und der Mobilität der Schlangen fest. „Männchen können in der Paarungszeit bis zu einem Kilometer schlängeln“, hob Behm hervor. Wenn das Projekt auf dem bisherigen Niveau weitergeführt wird, ist Waitzmann um den Fortbestand der bedrohten Art im Neckartal nicht bange.

 

Äskulapnatter

Benannt wurde die Schlange nach dem griechischen Gott Asklepios, um dessen Stab sich eine solche Natter wand. Der Äskulapstab ist heute noch das Symbol der Heilberufe. Gefährdet ist sie durch den Verluste an Lebensräumen, so durch die Verbuschung von offenen, besonnten Biotopen oder durch Siedlungserweiterungen. Typische Lebensräume sind Wiesenhänge und Streuobstflächen mit guten Versteckmöglichkeiten wie Trockenmauern oder Holzstapel. Die Pflege der bestehenden, aber oft zugewachsenen Biotope hat einen großen Anteil am Kreis-Projekt. Darüber hinaus wird mit der Neuanlage von Habitatstrukturen eine Verbesserung der örtlichen Lebens- und Fortpflanzungsstrukturen erreicht. Damit einher geht ein intensives Monitoring.

Die Natter ist für den Menschen völlig ungefährlich. Die eher dünnleibige Würgeschlange ernährt sich vor allem von Kleinsäugern wie Mäusen und Eidechsen, aber auch von Vögeln, die sie aufgrund ihrer hervorragenden Kletterfähigkeit auch in Bäumen erreichen kann. Ihre Oberseite ist braun gefärbt, die Unterseite meist hellgelb. Von der Ringelnatter kann man die erwachsene Äskulapnatter durch das Fehlen der auffälligen hellgelben Flecke am Kopfende unterscheiden.

Badische Resolution des GVV Schönau gegen hessischen Windrad-Wildwuchs im Kreis Bergstraße

Der Proteststurm gegen die in Südhessen geplanten Windenergieanlagen (WEA) ist schon längst über die Grenze ins Badische geschwappt. Gerade bei den wenige Kilometer entfernt liegenden Gemeinden des Ulfen- und Steinachtals ist man über die Neufassung des hessischen Regionalplanentwurfs nicht erfreut. Deshalb haben die vier dortigen Bürgermeister eine Protestresolution formuliert, die sie einem breiten Verteiler auf beiden Seiten der Ländergrenze zuschickten.

Die Botschaft darin ist klar: Hermann Roth für Heddesbach, Sieglinde Pfahl für Heiligkreuzsteinach, Marcus Zeitler für Schönau und Hans Zellner für Wilhelmsfeld – inzwischen ist sein Nachfolger Christoph Oeldorf im Amt – rufen den Planern im Darmstädter Regierungspräsidium (RP) ein ganz klares „Stopp“ zu. Das fußt vor allem auf zwei Argumenten: dem Naturschutz und der Einkesselung der badischen Anlieger, die durch den verschlungenen Verlauf der Ländergrenze manchmal auf drei Seiten von Hessen umgeben sind.

„Es ist völlig unverständlich und der Bürgerschaft nicht zu vermitteln“, heißt es in der Resolution, warum große zusammenhängende Waldflächen, die auf baden-württembergischer Seite „als besonders wertvoll und schützenswert und in der Abwägung deshalb höher eingestuft werden als die Belange der Windenergie“, auf der anderen Seite der Landesgrenze offenbar keine besondere schützenswerte Bedeutung hätten.

Bezug genommen wird beim Umweltaspekt auf die Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises. Die bezieht sich unter anderem auf Stillfüssel und Greiner Eck. Darin heißt es, dass die WEA aus dem badischen Kreis heraus weithin sichtbar sind und sein werden. Damit würden „das Landschaftsbild, die Erholungseignung und die Eigenart der Landschaft erheblich beeinträchtigt“. Dass etliche geplante Anlagen in einem Zehn-Kilometer-Umreis um die vier Gemeinden liegen, verstärke die nachteiligen Auswirkungen.

Die Resolution weist deshalb darauf hin, dass der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau eben wegen solcher Kriterien wie Natur- und Landschaftsschutz „auf die Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen in seinem Flächennutzungsplan verzichtet“. Auch fordert der GVV, dass die Anzahl von WEA auf einer bestimmten Fläche gedeckelt werden sollte. Allein die geplanten Vorrangflächen rund um das Verbandsgebiet schüfen die Möglichkeit für eine enorm hohe Anzahl, „die uns regelrecht einkesseln würde“.

Die Verfasser weisen darauf hin, dass nicht nur in Hessen WEA geplant werden, sondern auch in angrenzenden Vorranggebieten des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim. Genannt werden hier Weinheim oder Heidelberg, aber auch Eberbach. Hier ist durch den an Flockenbusch anschließenden Bereich Brombach-Nord Heddesbach besonders tangiert, das bereits „freie Sicht“ aufs Greiner Eck hat.

Der GVV argumentiert, dass es in Hessen ein sogenanntes „Umzingelungsverbot“ gebe, nach dem es nicht zulässig sei, dortige Gemeinden mit Windrädern einzukesseln. „Genau das scheint aber hier in Bezug auf die baden-württembergischen Gemeinden nicht beachtet zu werden“, schreibt Geschäftsführer Werner Fischer. „Jedenfalls fanden keine Gespräche zu unserer eigenen Planung dazu statt“.

Wie überhaupt die länderübergreifende Kommunikation zu wünschen übrig ließ. „Die Verfahrensbeteiligung stellt ein besonderes Ärgernis dar“, monieren die Unterzeichner. Sowohl zum Greiner Eck als auch zum Stillfüssel sei diese vom RP abgelehnt worden. Ebenso habe es keine Bürgerinformation gegeben, „die bei einem so bedeutsamen Projekt äußerst wichtig gewesen wäre“.

Fischer betont für den GVV, dass man einer „sinnvollen Ausweisung von Vorrangflächen“ sowie deren Bau konstruktiv gegenüber stehe. Deshalb sehe man auch keinen Widerspruch darin, sich gegen die geballte Ausweisung entlang der Landesgrenze auszusprechen. Auch der zweite Regionalplanentwurf weise „völlig inakzeptable Flächengrößen“ auf. Deshalb fordern die badischen Anlieger, im Stillfüssel und im Greiner Eck keine weiteren Anlagen als die bisher genehmigten zuzulassen. Im Bereich Flockenbusch sollte eine Begrenzung auf maximal fünf erfolgen.

Verteiler der Resolution: Fraktionen Regionalverband Südhessen, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, Landtags- und Bundestagsabgeordnete Bergstraße, Landtagsabgeordnete Wahlkreis Sinsheim, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises,  Landrat Kreis Bergstraße, Regierungspräsidium Darmstadt, Regierungspräsidium Karlsruhe, Staatsministerium Baden-Württemberg, Verband Region Rhein-Neckar, Fraktionen des Kreistages RNK, Fraktionen des Kreistages Bergstraße, Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim, BUND, NABU