Landesstraße zwischen Hirschhorn und Hainbrunn wird wieder voll gesperrt

Am Dienstag, 2. Mai, beginnt Hessen Mobil mit den Bauarbeiten zur Herstellung eines Steinfangnetzes im Zuge der Landesstraße L 3119 zwischen Hirschhorn und Unter-Hainbrunn. Für die Durchführung ist laut Mitteilung eine Vollsperrung der Landesstraße im Bereich der Baustelle bis voraussichtlich Freitag, 5. Mai, erforderlich. Die weiteren Bauarbeiten können unter halbseitiger Sperrung mit Baustellenampel abgewickelt werden und sollen bis voraussichtlich Mittwoch, 10. Mai, andauern.

Während der Vollsperrung führt die ausgeschilderte Umleitung ab dem Brombacher Tal (Einmündung K 35) über die L 3410 über Rothenberg nach Beerfelden und umgekehrt.
Im Rahmen der Baumaßnahme werden auf einem rund 600 Meter langen Streckenabschnitt teilweise Steinfangnetze in der Straßenböschung befestigt. Die Arbeiten sind Teil der Böschungssicherungsmaßnahme, bei der bereits im vergangenen Jahr ein Steinfangzaun entlang der Landesstraße errichtet wurde.

Die Sicherungsmaßnahmen sind laut Hessen Mobil notwendig, da das Sandgestein der Straßenböschung große Zerklüftungen aufweist, die teilweise nur durch vorhandenen starken Bewuchs gehalten werden. Zudem steigt der Hang teilweise bis zu 80 Grad auf. Die Gefahr besteht, dass Steine auf die Fahrbahn fallen können. Diese Gefahr wird durch starke Rotwildwanderungen im betreffenden Gebiet verstärkt, das zusätzlich Steine lostreten kann.
Die Kosten belaufen sich auf rund 140.000 Euro.

Besucheransturm beim „freilaufenden“ Brombacher Feuerrad

Das freilaufende Feuerrad in Eberbachs Stadtteil Brombach ist immer etwas Besonderes. Denn die Brombacher setzen bei diesem Traditions-Spektakel das Feuerspringen und das „freilaufende“ Rad. Beides sind optische Highlights, die man sonst in den Odenwald-Gemeinden nicht zu sehen bekommt und die deshalb auf große Resonanz stoßen. Diesmal sorgte das trockene und schöne Wetter für einen Besucheransturm. Über 200 Besucher wurden gezählt, darunter auch Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert mit seiner Familie.

Das Feuerrad wird in Brombach schon mit Unterbrechungen seit Ende des 19. Jahrhunderts veranstaltet – früher als Bienenkörbe-Schwingen. Der Ablauf ist mehr oder weniger der gleiche, allerdings wurde der Veranstaltungsort schon ein paar Mal gewechselt. Erstmals bekannt wurde das Rad am alten Skilift zu Tal gelassen. Dort steht auch noch der Gedenkstein mit der Aufschrift „Sinnbild der Sonne springe zu Tal, künde den Frühling viel tausend Mal“. Der Feuerrad-Brauch stammt ursprünglich von den alten Germanen ab. Es wurde zu Tal gerollt, um durch Licht und Wärme die bösen Winterdämonen zu vertreiben.

Zwischen zehn und 20 Aktiven, Jugendliche und Männer zwischen zehn und 50 Jahren, sind immer bei der Gaudi dabei. Vier Wochen vor der Veranstaltung besorgt Landwirt und Hauptorganisator Dennis Weber das Stroh. Am Tag des Herablassens treffen sich die jungen und älteren Burschen und richten das vom Vorjahr beschädigte Eisenrad. Nachmittags kommen weitere Helfer hinzu.

Dann werden die Schwedenfackeln eingesägt (sie sorgen für geheimnisvolles Licht auf halber Strecke und am Schützenhaus-Parkplatz) und wird eine frische Fichtestange besorgt, die durchs Rad hindurchgeschoben. An ihr führen es die Männer zu Tal. Dann stopfen die Mitwirkenden das Rad. Dies wird seit 2002 so praktiziert. Vorher wurde das Stroh Wochen vorher getrippelt, zu langen Strohtrudeln zusammengebunden und in ein über Wochen eingeweichtes Holzrad geflochten.

Auch wird an diesem Nachmittag der Feuerhaufen für das Springen aufgetürmt. Dieser Brauch des Feuerspringens ist so alt wie das Rad selbst und dient den jungen Männern als Mutprobe. Eine Besonderheit in Brombach ist das im unteren Drittel „freilaufende“ Feuerrad, laut den Veranstaltern auch „das einzige uns bekannte im Odenwald“. Denn der Vorteil am Brombacher Hang ist, dass er unten in ein Tal mündet, in dem das Rad von selbst zum Stehen kommt.

Dies Jahr lief es absolut gerade und zog aufgrund der Trockenheit noch eine Feuerspur hinter sich her. Viele Gäste am Wegrand bei den Schwedenfackeln bezeugten, dass sich das gewählte Datum zwei Wochen nach Faschingsende zum Winteraustreiben absolut bewährt hat. Für die vielen Kinder wurden Fackeln ausgegeben.

Zwischen 100 und 200 Zuschauer aus dem Dorf, aber auch umliegenden Ortschaften zählen MGV und SSV jedes Jahr. Dieses Mal zur Freude der Organisatoren 200 und mehr. Die Bedingungen waren optimal, nach einem Sonnentag war es abends klar. Die anschließende Feier im benachbarten Schützenhaus dauerte bis in die frühen Morgenstunden an.

Brombach ist einer der wenigen Orte in Deutschland, in denen dieser alte germanische Brauch wieder gepflegt wird. Den ersten schriftlichen Beleg für einen Feuerbrauch dieses Typs bietet die Chronik des Klosters Lorsch. Am 21. März 1090 vernichtete ein Feuer große Teile des Klostergebäudes, hervorgerufen durch eine brennende Holzscheibe, die als Volksbrauch zur Frühlings-Tag-und-Nacht-Gleiche in die Luft geschleudert wurde.

Brombach macht dem Winter am 11. März mit dem freilaufenden Feuerrad Beine

Unter dem Motto „Sinnbild der Sonne, springe zu Tal, grüße den Frühling viel tausendmal“ findet am Samstag, 11. März, das freilaufende Feuerrad in Brombach statt. Mit Fackeln, Feuer, Feuerrad und großem Hallo vertreiben die Einwohner des Eberbacher Stadtteils ab 19 Uhr am Gelände des Schützenhauses endgültig den Winter. Große Baumfackeln säumen die Strecke des Feuerrades. Es ist einzigartig in dieser Region: Es läuft völlig frei und wird nur ein kurzes Stück geführt. Wer sich schon einmal einen Eindruck verschaffen möchte, kann dies auf der Homepage des MGV Frohsinn unter www.mgv-brombach.de tun. Veranstalter sind MGV und SSV Brombach sowie die Brombacher Jugend. Für Groß und Klein gibt es Handfackeln zum Abbrennen. Natürlich ist für das leibliche Wohl der Gäste gesorgt.

Die Präsi-Polonäse ist beim Kinderfasching des SV Narrhalla Ober-Hainbrunn der krönende Abschluss

Prinzessinnen in allen Farben und Formen. Ob in blau, rosa oder weiß, ob mit Krone, Diadem, Schleier oder Haarreif: Die Mädchen wussten eher was wollten. Auf dem Kinderfasching der Narrhalla Ober-Hainbrunn war die Präferenz bei den Jungs nicht ganz so deutlich auszumachen. Löwen, Cowboys, Indianer, Frösche oder Fußballer liefen da wild durcheinander. Sowieso herrschte ein buntes Gewusel in der Sporthalle, wo der SV Gäste aus der näheren Region willkommen hieß.

Bestimmt mehr als 200 Eltern, Großeltern, Verwandte und Bekannte waren es, die mit den Kindern zusammen ein paar lustige Stunden bei hohem Geräuschpegel verlebten. Für die Bewirtung sorgte die Happy-Feet-Garde, dazu kamen noch ein paar Eltern in der Küche und zwei oder drei Helfer in der Technik, sodass alles passte. Um die 20 ehrenamtliche Aktive kamen so für den Nachmittag zusammen, die für Frohsinn und Heiterkeit sorgten.

Der Kinderfasching hat im Finkenbachtal schon eine lange Tradition. Kleine Pimpfe, die in den Anfangsjahren dabei waren, haben schon längst eigenen Nachwuchs und kommen mit diesem Jahr für Jahr gerne wieder. Denn sie erwarten neben ein paar Spielen auch Aufführungen einiger Gruppen. Dieses Mal waren es die Minigarde des SV und die Formation „Next Generation“, die aus der SV-Fastnachtshochburg im Rothenberger Ortsteil ihr Können zeigten.

Aus Heddesbach war die Showtanzgrupe vorbeigekommen. Die bekam mit ihrer Darbietung „Boxen“, dem Rocky-Musical angelehnt und durch den Hit „Eye of the Tiger“ von Survivor untermalt, begeisterten Beifall. Denn es wurden neben dem Tanz auch verschiedene Boxszenen oder das Training im Ring nachgespielt. Nicht nur aus den verschiedenen Rothenberger Ortsteilen, sondern auch aus dem benachbarten Hirschhorn oder Brombach kamen die kleinen und großen Besucher.

Das Herrichten der Halle ist nach dem Rosenmontagsumzug und der folgenden Party ein Kraftakt für die Aktiven. Früh morgens rücken alle ein, um sie aufzuräumen, einen Teil der Bühne ab- sowie Tische und Stühle aufzubauen. Auch die Piratentheke muss weg. Amelie Ihrig und Trajana Heckmann leiteten dann die verschiedenen Spiele, zu denen auch Sackhüpfen und Eierlaufen gehörte. Da hatten Bayern, Marienkäfer, Piraten, diverse Feen, Schmetterlinge, Bienen und Schildkröten allerhand zu tun. Zum Schluss durfte natürlich die Polonäse mit dem Präsi Frank Flachs nicht fehlen.

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Kommission des Petitionsausschusses beriet über Gemeindeverbindungsweg Brombach-Heddesbach

„Nach Gelde drängt, am Gelde hängt doch alles“, könnte man frei nach Goethes Faust die Quintessenz des hochkarätig besetzten Expertentreffens in der alten Schule von Brombach beschreiben. Denn die Reaktivierung des vor einem Jahr entwidmeten Gemeindeverbindungswegs zwischen dem Eberbacher Stadtteil Brombach und Heddesbach auf der anderen Bergseite sahen alle Teilnehmer als sinnvoll und notwendig an. Allein: Wer soll das bezahlen?

Am besten alle zusammen, lautete nicht nur einmal die Forderung aus der Runde und dem dicht gefüllten Zuschauerraum. Doch dazu müsste man eben wissen, wie viel Geld jeder Einzelne bereit ist beizusteuern. Eine solche Summe gibt es bisher nur von Heddesbach: 30.000 Euro würde die kleinste selbständige Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises locker machen. Natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein bei geschätzten Sanierungskosten von 700.000 Euro, wie sie das Eberbacher Bauamt laut Stadtbaumeister Steffen Koch für die 3,5 Kilometer lange Strecke errechnet hat.

Zur Vorgeschichte: Den Verbindungsweg zwischen den beiden Dörfern gibt es seit etwa 50 Jahren. Genutzt wurde er vor allem von Brombachern, die sich auf dem Weg in die Rheinebene damit zehn Kilometer Umweg über Hirschhorn sparen. Die Straße war vor zwei Jahren in einem solch schlechten Zustand, mit Schlaglöchern übersät, dass sie nicht befahren werden konnte. Gelder für die Sanierung waren keine vorhanden. Deshalb betrieb Heddesbach die Entwidmung, die vom Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau bestätigt wurde.

Gegen die Schließung für den Autoverkehr wandte sich eine schnell gegründete Bürgerinitiative (BI) aus Brombach. Sie reichte Petitionen an die Landtage von Baden-Württemberg und Hessen ein, um eine Sanierung und Wiedereröffnung zu erreichen. Denn Brombach hat die Besonderheit, dass es aufgrund seiner Tallage nun nur noch über eine – ebenfalls in sehr schlechtem Zustand befindliche – Kreisstraße erreichbar ist, für die je zur Hälfte Hessen und Baden-Württemberg zuständig sind.

Nachdem es bereits im Sommer einen Runden Tisch gegeben hatte, fand jetzt eine Sitzung der Kommission des baden-württembergischen Petitionsausschusses statt. Geleitet wurde sie von dem Grünen-Landtagsabgeordneten Hermino Katzenstein (Neckargemünd) und seinem FDP-Kollegen Friedrich Bullinger. Der Grüne machte klar, „dass wir noch keine Entscheidung treffen, sondern nur Argumente hören“. Der Idealfall wäre, wenn die Beteiligten eine gemeinsame Lösung fänden.

Landtagsabgeordneter Dr. Albrecht Schütte verdeutlichte wie auch Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert im Laufe der Diskussion, dass sicherlich nicht mit einer Hochstufung der Strecke zur Kreisstraße zu rechnen sei. Weil dieser damit in die Baulast komme – und zahlen müsse. Somit müssten andere Lösungen gefunden werden. Wie die aussehen könnten, machte seitens der BI Matthias Heinzmann deutlich.

Denn 2018 soll die von Hirschhorn kommende K35 auf hessischem Gebiet erneuert werden – unter gesetzlich notwendiger Vollsperrung. Da sie die einzig verbliebene Zufahrt nach Brombach ist, muss eine Ausweichstrecke her. Warum also nicht das Geld nehmen und damit die Gemeindeverbindungsstraße ertüchtigen. „Alle weiteren Umleitungsstrecken sind nicht praktikabel“, sagte Heinzmann. Im Laufe des Termins wurde weiterhin angeregt, dass der Rhein-Neckar-Kreis seinen Sanierungsteil der Straße doch zeitgleich angehen könnte und sich somit Synergieeffekte ergäben.

Wie viel Hessen Mobil als vom Kreis Bergstraße beauftragter Bauträger in die Ausweichstrecke investieren könnte, vermochte Jochen Vogel nicht zu sagen. Er nannte als Zahl lediglich 600.000 Euro für die Sanierung des hessischen Teils, was zwischen sechs und acht Wochen dauern soll. Eine Umleitung würde sicherlich nur so hergerichtet, dass sie für eine Übergangszeit bestehen könne und nicht als langfristige Lösung, meinte er.

Heddesbachs Bürgermeister Hermann Roth machte klar, dass seine Gemeinde, auf deren Gebiet 90 Prozent der Strecke liegen, die Kosten nicht stemmen könne. Werner Fischer vom GVV Schönau wies darauf hin, dass nach einer Sanierung auch über die Unterhaltungsmaßnahmen gesprochen werden müsse, wofür Roths Aussagen ebenfalls gälte. In diesem Punkt sah Schütte Möglichkeiten einer unbürokratischen Handhabung.

„Wir brauchen eine pragmatische Lösung“, betonte Fischer. Viel zu lang drehe man sich schon im Kreis. „Wie viel bringt Hessen Mobil ein, was Eberbach, was das Land, wie viel der Thein-Neckar-Kreis“, wollte er auf dem Tisch wissen. „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“, kam allerdings Goethes Faust jetzt noch einmal zu seinem Recht. Denn die Diskussion zerfaserte langsam, aber sicher, über die Gründe der Sperrung und andere nicht zielführende Kleinigkeiten. Ein weiterer Runder Tisch im Januar soll nun Zahlen auf den Tisch bringen. „Verschärft“ will man dazu den Rhein-Neckar-Kreis einladen. Das Fehlen eines Vertreters aus dem Landratsamt war mehrfach moniert worden.

Oliver Berthold wurde als neuer Bürgermeister von Hirschhorn in sein Amt eingeführt

Oliver Berthold ist als neuer Bürgermeister von Hirschhorn vereidigt. Der 38-Jährige wurde auf einer öffentlichen Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus in sein Amt eingeführt. Er hatte Ende September die Wahl zum Stadtoberhaupt bereits im ersten Urnengang mit fast zwei Drittel der abgegebenen Stimmen für sich entschieden. „Offiziell“ nimmt der zuvor bei der Stadt Heidelberg tätige Verwaltungsfachmann seine Arbeit in der Neckarstadt am 1. Dezember auf.

Durch die Sitzung führte Stadtverordneten-Vorsteher Harald Heiß. Bevor er die Ernennungsurkunde übergab, blickte der Erste Stadtrat Karlheinz Happes auf die Vakanz nach der Abwahl von Bürgermeister Rainer Sens zurück. Die Zeit habe gezeigt, dass es „nicht nur notwendig war, das Alltagsgeschäft zu erledigen, sondern es mussten auch Baustellen bearbeitet werden“. Bei einigen sei „die Brücke wieder befahrbar“, meinte er, bei anderen müsse noch durch den neuen Bürgermeister weitergearbeitet werden.

Happes sagte den städtischen Mitarbeitern Dank für die „spontane Unterstützung“ vom ersten Tag an. Die notwendigen Beratungen mit den städtischen Gremien seien von gegenseitigem Verständnis und Miteinander geprägt gewesen. Er wünschte sich, dass dies auch dem neuen Rathauschef gegenüber so fortgeführt werde. „Machen Sie ihm das Arbeiten leicht“, meinte der Stadtrat. Berthold werde das entgegengebracht Vertrauen gerne nutzen: „zum Wohle von uns allen“.

Happes skizzierte mit Ironie die vielfältigen Aufgaben eines Bürgermeisters, der eine Kreuzung aus „volkstümlichem Bierzeltkönig und kreativem Verwaltungsmanager mit betriebswirtschaftlichem und juristischem Sachverstand“ sein solle. Er zitierte in diesem Zusammenhang die humorvollen „Zwölf Regeln für den Umgang mit Bürgermeistern“, die der geschäftsführende Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, aufgestellt hatte. Zusammen mit den anderen Magistratsmitgliedern übergab der Stadtrat im Anschluss die Urkunde.

Bevor er die Vereidigung und Verpflichtung vornahm, wünschte Heiß dem neuen Verwaltungschef unter anderem eine glückliche Hand, Fingerspitzengefühl und gute Nerven. Sein Blick müsse sich nach vorn richten. Das Wohl der Stadt solle Maßstab des kommunalpolitischen Handelns sein. Er wünschte Berthold eine erfolgreiche Amtsführung und bot ihm die kollegiale Zusammenarbeit des städtischen Parlaments an.

Für die drei in der Stadtverordneten-Versammlung vertretenen Fraktionen sprachen Wolfgang Schilling (CDU), Marin Hölz (Profil) und Max Weber (SPD). Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz überbrachte die Grüße des Landrats. Sie wünschte Berthold Weitsicht, Durchhaltevermögen und Menschlichkeit, die es zum Wohl der Stadt einzusetzen gelte. Hirschhorn mit seinen „besonderen Voraussetzungen“ hatte es ihr sehr angetan. Stolz erwähnte unter anderem die gute Infrastruktur durch den S-Bahn-Anschluss.

Für die beiden Kirchengemeinden überbrachten Diakon Dieter Klement, Pfarrer Pater Joshy und Pfarrer Jörg Awischus Glückwünsche. Seitens der Bürgermeister aus den umliegenden Gemeinden sprach Herold Pfeifer aus Neckarsteinach. Neben ihm waren auch Peter Reichert (Eberbach), Hans-Heinz Keursten (Rothenberg) und Jan Frey (Schönbrunn) anwesend. Aus Brombach waren Ortsvorsteher Victor Hartmann, aus Heddesbach Bürgermeister-Stellvertreterin Annemarie Backfisch und aus Wald-Michelbach der Beigeordnete Manfred Gölz erschienen. Für die Hirschhorner Theatergruppe sprach Anja Stangl Grußworte.

In seiner Ansprache würdigte der neue Bürgermeister den „riesigen Vertrauensvorschuss“ durch die Bürger. Er hoffe, dass er in den berühmten 100 Tagen schon einige seiner Zeile erreichen könne. Feuerwehrgerätehaus-Anbau, das Neubaugebiet in Langenthal und den Windpark am Greiner Eck nannte er als vorrangige Themen. Berthold dankte Happes für dessen „beispielloses Engagement“, mit dem dieser in der Übergangszeit die Geschicke der Stadt gelenkt habe.

Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte die katholische Kirchenmusik mit drei Stücken. Unter der Leitung von Kerstin Obert gab es „The Liberty Bell“, den „Moldau-Walzer“ und die „Celebration Overture“ zu hören. Viele Bürger und auch Besucher aus den umliegenden Orten hatten sich zur Amtseinführung im Bürgerhaus eingefunden und nutzten im Anschluss die Gelegenheit zur Gratulation und zum Austausch. Die zahlreichen flüssigen Geschenke für Berthold werden diesem eine beschwingte Vorbereitung seines Amtsantritts ermöglichen.

Der MGV Igelsbach dankte beim Liederabend seinen Gründungsmitgliedern

Wer feiert, lädt sich gerne Freunde ein. Und der MGV 1950 Igelsbach hat einige davon. Deshalb war der Liederabend mit Ehrungen auch hochkarätig besetzt und durften die vielen Gästen ein buntes, abendfüllendes Programm genießen. Höhepunkt waren dabei die Auszeichnungen von verdienten Sängern, unter denen sogar Gründungsmitglieder des vor 66 Jahren ins Leben gerufenen Vereins waren.

Die evangelische Jugendkantorei Rothenberg, der MGV Frohsinn Brombach, der gemischte Chor Finkenbach und der Frauenchor „DreiKlang“ aus Igelsbach hatten sich zusammen mit den Gastgebern im Sängerheim eingefunden, um mit jeweils zwei Liedvorträgen vor und nach der Pause prächtig zu unterhalten. Für die Unterhaltung während der Pause und nach dem offiziellen Ende sorgte das Orchester der Freiherr-vom-Stein-Schule Neckarsteinach. Als besonderes Schmankerl traten DreiKlang-Frauenchor und MGV bei zwei Stücken gemeinsam auf.

MGV-Vorsitzender Karlheinz Walter freute sich, unter den Gästen Eberbachs Bürgermeister Peter Reichert sowie aus Hirschhorn die Magistratsmitglieder Willi Dreher und Ursula Lischer willkommen heißen zu dürfen. Grußworte sprach für den Sängerbezirk 4 Eberbach auch Bezirksreferent Wolfgang Haag. „Glory Halleluja“ in der Bearbeitung von Hans Schlauch, das „Rheinische Fuhrmannslied“ von Paul Zoll sowie „Lobt den Herrn der Welt“ von Willy Trapp boten die Gastgeber dar, bevor es an die Ehrungen ging.

25 Jahre ist Olga Hofherr bereits MGV-Mitglied. Seit 40 Jahren hält Georg Münch den Sängern die Treue, der vor langer Zeit bei den Fußball-Stimmtischturnieren auf dem Igelsbacher Bolzplatz mitspielte und dabei meist im Tor der Mannschaft „Hirschweg“ stand, wie Walter schmunzelnd anmerkte.

Gründungsmitglieder sind Ernst Kaidel, der in diesem Jahr 85 Jahre alt wurde, und der 90-jährige Marjan Kos. „Sie waren von Anfang an aktiv dabei, halfen beim Bau der Sängerhalle mit und als die Stimme nicht mehr so richtig wollte, blieben sie als aktive Mitglieder dem MGV treu“, sagte der Vorsitzende. Allen vieren wird die Auszeichnung nachgereicht, da sie an diesem Abend nicht dabei sein konnten.

Ein halbes Jahrhundert ist bereits Wilhelm Bartmann dem MGV treu. Er ist aktiver Sänger im zweiten Tenor, war Schriftführer von 1980 bis 1997 und ist seitdem Kassenwart. „Er macht seine Sache so gut, dass er immer wieder bei der Jahreshauptversammlung ohne Gegenstimme entlastet wird“, so Walter. „Hoffentlich noch viele Jahre lang.“

Ehrenvorsitzender Ernst Müller leiht dem Verein schon 60 Jahre seine Stimme. Er ist aktiver Sänger im ersten Tenor. Von 1983 bis 2001 leitete er den MGV. Unter seiner Regie gab es drei große Feste: 1985 die Fahnenweihe mit 35. Vereinsjubiläum, „625 Jahre Igelsbach“ 1995 und das 50. Jubiläum im Jahre 2000.

Ganz besonders stolz war Karlheinz Walter auf die Ehrung eines Gründungsmitglieds und immer noch aktiven Sängers. Urgestein Reinhard Kaidel begründete den MGV 1950 mit und ist mit seinen 89 Jahren immer noch im ersten Tenor an vorderster Front. „Seine Fehlzeiten bei den Singstunden und Auftritten liegen im Promille-Bereich“, freute sich der Vorsitzende. Kaidels Hilfe bei allem, was in der und um die Sängerhalle gefeiert, gebaut und repariert wurde, „ist unbezahlbar“. Laut Walter „ein absolutes Vorbild“. Zum Abschluss gab es von den Hausherren noch ein passendes „Wochenend‘ und Sonnenschein“, bevor sich der Abend dem Ende zuneigte.

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