Verbindungsstraße: Nach fünf Jahren herrscht immer noch Stillstand

Die Bürgerinitiative (BI) „Pro Erhalt Verbindungsstraße“ ist sauer. Es tut sich einfach nichts bei der Sanierung des kleinen Sträßleins zwischen den badischen Randgebieten Brombach und Heddesbach. Seit über fünf Jahren ist die Strecke bereits gesperrt. Lange dauerte es, Gelder und Genehmigungen für die Erneuerung zusammenzukratzen – und jetzt stehen sowohl Baubeginn als auch Erneuerung überhaupt in den Sternen.

Die Straße ist nicht nur für die Brombacher wichtig, da es sonst außer der maroden Kreisstraße über hessisches Gebiet keine andere Zufahrt des zu Eberbach gehörenden 360-Seelen-Dorfs gibt. Der Weg wurde vor der Sperrung auch gern als Ausweichstrecke von Rothenberg oder Kortelshütte Richtung Bergstraße genutzt, wenn im Neckartal auf der B 37 der Verkehr stockte.

Der im August 2020 angekündigte Baubeginn Anfang 2021 „wird nicht mehr bestätigt“, kritisiert Raphael Seib seitens der BI. Damit wird das Risiko des Verfalls genehmigter Fördermittel, gebunden an einen spätesten Baubeginn bis zum 14. November, immer größer, befürchtet er. Seitens des Flurneuordnungsamts fließen trotz Nachfrage keine Informationen, Grundstücksangelegenheiten sind nach wie vor ungeklärt und dazu gab es wohl behördliche Abspracheungenauigkeiten, bemängeln die BI-Vertreter.

Knappe zehn Minuten dürfte die Ersparnis in früheren Zeiten gewesen, wenn entweder die Brombacher nach Heddesbach gelangen wollten oder Pendler wahlweise vom Finken- oder Ulfenbachtal ins jeweils andere. Was damals nicht einmal fünf Kilometer mit dem Auto waren, sind jetzt 14.

Die BI gründete sich im Februar 2016 mit dem Ziel, die „verwaltungsrechtlich fragwürdige“ Entwidmung und Sperrung des Gemeindeverbindungswegs Brombach-Heddesbach Ende 2015 rückgängig zu machen, erklärt Seib. „Der Weg wurde und wird zwingend gebraucht“, betont er. Die Aktionen führten bis zum Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtages, begleitet von diversen Gesprächsrunden mit Vertretern von Ämtern, Bürgermeistern, Behörden und politischen Parteien.

Es wurde damals erreicht, dass sowohl Amtsträger als auch Parteien klar und deutlich zusagten, „den Bürgerwillen umzusetzen“ und den Gemeindeverbindungsweg zu reaktivieren. Der Petitionsausschuss empfahl, der Forderung der Bürgerinitiative zu folgen und die Straße zu sanieren, erinnert sich der Aktivist.

Seitdem wurden Haushaltsgelder geplant, Fördermittel beantragt und genehmigt, Vermessungs- und Rodungsarbeiten durchgeführt, Grundstücksfragen größtenteils geklärt und die Ausführungsplanung erstellt. Den Brombacher Bürgern wurde im August 2020 der Stand der Dinge erläutert und der Projekterfolg – mit verspätetem Baubeginn – bestätigt, schildert Seib.

Außerdem gab es bereits Absprachen und Vereinbarungen zur Sanierung der Brombacher Hauptzufahrt K 35. Da diese teilweise auf hessischem Gebiet liegt, ist hier auch die Heppenheimer Straßenbaubehörde Hessen Mobil mit im Boot. Diese Sanierung soll im Anschluss an den Neubau des Gemeindeverbindungswegs erfolgen. Letzterer ist als Umleitung/Ausweichstrecke zwingende Voraussetzung, da die Arbeiten auf der K 35 unter Vollsperrung erfolgen sollen.

Über Kommunal-, Kreis- und Landespolitiker wurden von der BI in den vergangenen Jahren immer wieder Anfragen zum aktuellen Stand der Dinge gestartet, da aus den Behörden selbst nur wenige Infos flossen. Nach der Planvorstellung wurde ein Informationsschreiben an die Brombacher Bürger verteilt. „Weitere freiwillige Statusmeldungen über den aktuellen Stand der Baumaßnahmen erfolgten trotz Zusage des Amtes und wiederholter Aufforderung des Ortschaftsrats bis heute nicht“, ärgert sich die BI.

Die Hinhaltetaktik der Behörden dauerte an: „Immer wieder wurden grundstücks- und naturschutzrechtliche Belange als noch nicht endgültig geklärt hingestellt“, berichtet Seib. Jedoch wurde der Projekterfolg trotz entstandener Verzögerungen zu keiner Zeit in Frage gestellt, erläutert er.

Die BI hat die Hängepartie nun satt. Sie fordert, dass die planerischen Probleme und Unstimmigkeiten endlich beseitigt werden sowie der Baubeginn vor dem Verfall der bereitgestellten Gelder forciert und vorangetrieben wird. Weiterhin soll eine „verbindliche, freiwillige, rechtzeitige und transparente Informationen an die Bürger“ erfolgen. Außerdem wünscht man sich „professionelles Arbeiten in den Behörden und die unverzügliche Umsetzung der Beschlüsse zum Neubau des Gemeindeverbindungsweges“.

Knapper Wahlausgang in Heddesbach: Volker Reibold neuer Bürgermeister

Gerade einmal 14 Stimmen fehlten am Schluss Martina Tavaglione, damit ihre Aufholjagd doch noch von Erfolg gekrönt sein würde. So aber musste sie sich bei der Heddesbacher Bürgermeisterwahl dem Führenden aus dem ersten Wahlgang, Volker Reibold, geschlagen geben. Der holte 51,8 Prozent der 278 abgegebenen (gültigen) Stimmen. Damit lag die Wahlbeteiligung erneut bei hohen 70,1 Prozent, war jedoch etwas geringer als beim ersten Urnengang.

Schon früh hatten sich die Plätze im Ratssaal gefüllt. Viele Bürger quetschen sich in den engen Raum, um der Auszählung beizuwohnen. Die Mitglieder des Wahlausschusses mussten sich vorkommen wie auf dem Präsentierteller, als sie zu acht begannen, die in auffälligen dunklen Pink gehaltenen Wahlzettel zu sortieren. Als die Uhr langsam vorrückte, wurden die ersten unruhig. Aber dann trat auch schon der scheidende Bürgermeister Hermann Roth vor und verkündete Punk 18.24 Uhr das Ergebnis.

Um stolze 60 Stimmen steigerte die aus dem benachbarten hessischen Weiler Flockenbusch stammende 42-jährige Tavaglione ihren Anteil, von 70 auf jetzt 130 (oder 46,7 Prozent). Damit „erbte“ Tavaglione einen Großteil dessen, was der Zweitplatzierte vor vier Wochen, Karl Lösch aus Altneudorf, mit 78 Stimmen auf sich vereint hatte. Da jedoch auch Reibold 13 Stimmen hinzugewann, schloss er letztendlich vor der stellvertretenden Ortsvorsteherin aus Schönmattenwag ab. Drei Stimmen bekam Heinz Beisel, eine entfiel auf einen weiteren Ortsbürger.

„Ich bin sehr froh über den enormen Stimmenzuwachs“, sagte Tavaglione am Wahlabend, auch wenn ihr die Enttäuschung anzumerken war, dass es knapp nicht reichte. „Ich konnte mein Ergebnis fast verdoppeln.“ Es war eine große Aufholjagd, wertete sie trotz der Niederlage die Zahl der Stimmen als Erfolg. Es war für sie, betonte die 42-Jährige, die richtige Entscheidung noch einmal anzutreten. Sie dankte ihren Wählern für die Unterstützung in den vergangenen Wochen.

Das gute Ergebnis sieht Tavaglione als Ansporn für ihre weitere kommunalpolitische Tätigkeit in Wald-Michelbach und darüber hinaus. „Wenn du dich allein daran machst, etwas in die Tat umzusetzen, dann brauchst du sehr viel Stehvermögen und Ausdauer“, sagte sie. Wenn aber Hilfe wirklich da ist und Menschen, „die dich unterstützen, dann ist das eine großartige Erfahrung“. Dem neugewählten Bürgermeister wünschte sie ein gutes Gelingen im Amt, einen weiten Blick und ein stets offenes Ohr für jeden Bürger.

Volker Reibold hätte den Ausgang nicht so knapp erwartet, gestand er. Er tritt am 1. Februar seinen Posten in der Nachfolge von Hermann Roth an und will in dessen Sinne weiterarbeiten. Die im Wahlkampf genannten Themen werden seine Agenda bestimmen, meinte er. „Ich bin der Materie schon 25 Jahre drin“, wies er auf seine langjährige Tätigkeit als Gemeinderat hin. Zwei Sitzungen des Gremiums werden noch stattfinden, ehe er dann den Stuhl wechselt und vorn Platz nimmt.

Vor allem ein möglicher Kindergarten-Neubau und die Erneuerung der Teichkläranlage werden den 56-Jährigen in den kommenden Jahren beschäftigen. Der eine (bessere) Zuschuss-Topf für eine Kita-Errichtung ist leider überzeichnet, bedauerte Reibold. Die Gemeinde hat zwar noch eine weitere Förderung in Aussicht, aber aus der gibt es nicht so viel Geld wie erhofft.

Bei der Kläranlage sind um die 800.000 bis 900.000 Euro zu investieren, was mit Landeszuschüssen realisiert werden soll. Weiter muss es für den neuen Bürgermeister darum gehen, das 450-Seelen-Dorf für Zukunft aufzustellen und auch attraktiv für Neubürger zu gestalten, damit die Einwohnerzahl nicht noch mehr abnimmt.

Heddesbacher Bürgermeister-Neuwahl wird zum Duell

Die Bürgermeister-Neuwahl in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises wird zum „Duell“. Am Sonntag, 8. Dezember, stehen Volker Reibold (56) und Martina Tavaglione (42) als einzige der ursprünglich vier Kandidaten wieder auf dem Stimmzettel in Heddesbach. Karl Lösch (62), der im ersten Wahlgang noch auf Platz zwei gelegen hatte, zog etwas überraschend zurück. Ebenso wie Heinz Beisel (63), der gerade einmal elf Stimmen bekam.

Genau zehn Stimmen fehlten Reibold, um den ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit für sich zu entscheiden. 45 Prozent holte der langjährige Gemeinderat, in Zahlen 131 von 291 abgegebenen Stimmen. Damit lag die Wahlbeteiligung bei sehr guten 74,3 Prozent. Die Neuwahl für den Nachfolger von Amtsinhaber Hermann Roth findet am zweiten Advent, Sonntag, 8. Dezember, statt.

Karl Lösch erhielt als Zweitplatzierter 78 Stimmen, in Prozenten knapp 27. Acht Stimmen dahinter lag Martina Tavaglione aus dem benachbarten hessischen Weiler Flockenbusch. 70 Bürger, die bei ihr das Kreuz machten, bedeuteten 24 Prozent. Abgeschlagen: Ur-Heddesbacher Heinz Beisel. In der 450-Seelen-Gemeinde waren knapp 400 Bürger wahlberechtigt.

Die Ertüchtigung der Kläranlage, ein möglicher Kindergartenneubau, weil Heddesbacher Kapazitäten im benachbarten Langenthal nicht mehr ausreichen, und die Attraktivierung des Orts für junge Familien standen im Fokus des aktuellen Wahlkampfs. 2012 war Hermann Roth einziger Kandidat und wurde mit über 99 Prozent gewählt. Allerdings war die Wahlbeteiligung mit 62,4 Prozent geringer.

„Die Entscheidung, nicht erneut zu kandidieren, fiel mir nicht leicht“, sagte der Ratsschreiber des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau, Karl Lösch aus Altneudorf, auf Anfrage. Aber in Anbetracht des Stimmenabstandes zum Erstplatzierten „sehe ich keine Chance, die erneute Wahl für mich zu entscheiden“, erläuterte er seine Entscheidung. „Ich danke meinen Wählern für ihr Vertrauen“, so Lösch.

„Für mich ist es selbstverständlich, mich wieder zur Wahl zu stellen“, betont die aus Heddesbach stammend Martina Tavaglione, Mitglied des Ortsbeirats im benachbarten Schönmattenwag. „Das ist mein demokratisches Grundverständnis“. Sie habe im ersten Wahlgang „einen Wählerauftrag bekommen, den ich erfüllen möchte“. Nur weil ihr Ergebnis etwas niedrig war, ist das für sie kein Grund hinzuschmeißen. „Ich stehe weiter zur Wahl für die Zukunft Heddesbachs und seiner Bürger“, betont sie. Es ist ihrer Meinung nach wichtig, dass auf diesem Posten die richtige Person mit kommunalpolitischer Erfahrung von der Pike auf sitzt.

„Ich komme aus Heddesbach, meine Eltern wohnen hier. Ich kenne die Anliegen der Menschen“, hebt die 42-Jährige hervor. Die Bürger brauchen nicht nur jemanden, der sie vor Ort vertritt, sondern auch über die Grenzen hinaus. Bestes Beispiel ist für sie das Thema Kindergarten, wo das benachbarte hessische Hirschhorn mit im Boot ist. Weiterführende Schulen gibt es wiederum im nördlich gelegenen Wald-Michelbach. „Ich werfe nicht nur meinen Hut in den Ring“, so Tavaglione. Sondern sie gehe die Wahl mit der gleichen Ernsthaftigkeit und Zuverlässigkeit an wie auch eine spätere Amtszeit.

Volker Reibold will in der kommenden Zeit bis zum nächsten Wahltag weitermachen wie bisher. Ein Haustürwahlkampf wie die Kollegin Tavaglione strebt er nicht an. Denn man kennt ihn im Ort. „Ich bin hier immer anzutreffen und für die Bürger ansprechbar“, sagt der bei Fruchtsaft-Falter Beschäftigte.

Ihm liegt viel an der weiteren positiven Entwicklung der Gemeinde, betonte Reibold bei der Kandidatenvorstellung. Der gemeindliche Schuldenstand soll niedrig gehalten werden. Er sprach sich für eine Attraktivierung des Ortskerns aus. Da die 17 Kindergartenplätze, die der Gemeinde im benachbarten Langenthal zustehen, nicht mehr ausreichen, sollte man über den Bau einer eigenen Einrichtung nachdenken. Reibold möchte in die eigene Kläranlage investieren. (Bild: Gemeinde)

Volker Reibold liegt in der ersten Runde der Heddesbacher Bürgermeisterwahl vorn

Genau zehn Stimmen fehlten Volker Reibold (56), um den ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit für sich zu entscheiden. 45 Prozent holte der langjährige Gemeinderat bei der Heddesbacher Bürgermeisterwahl, in Zahlen 131 von 291 abgegebenen Stimmen. Damit lag die Wahlbeteiligung bei sehr guten 74,3 Prozent. Die Neuwahl für den Nachfolger von Amtsinhaber Hermann Roth findet am Sonntag, 8. Dezember, statt.

Der Ratsschreiber des Gemeindeverwaltungsverbands Schönau, Karl Lösch aus Altneudorf, erhielt als Zweitplatzierter 78 Stimmen, in Prozenten knapp 27. Der 62-Jährige hat sich auf Nachfrage bis dato noch nicht geäußert, ob er wieder antreten will. Acht Stimmen dahinter lag Martina Tavaglione aus Flockenbusch. 70 Bürger, die bei ihr das Kreuz machten, bedeuteten 24 Prozent. Auch die 42-Jährige wollte noch keine Aussage zu einer erneuten Kandidatur treffen.

Abgeschlagen unter den vier Bewerbern: Ur-Heddesbacher Heinz Beisel (63) mit elf Stimmen. In der 450-Seelen-Gemeinde waren knapp 400 Bürger wahlberechtigt. Die Ertüchtigung der Kläranlage, ein möglicher Kindergartenneubau und die Attraktivierung des Orts für junge Familien standen im Fokus des Wahlkampfs. 2012 war Hermann Roth einziger Kandidat und wurde mit über 99 Prozent gewählt. Allerdings war die Wahlbeteiligung mit 62,4 Prozent geringer.

 

Viele Heddesbacher wollten die Kandidaten sehen

Riesen-Interesse an der Bürgermeisterkandidaten-Vorstellung in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises. Rund ein Drittel der Heddesbacher Wahlberechtigten quetschten sich ins Rathaus, um sich dort ein Bild von den vier Bewerbern zu machen. Der bisherige Amtsinhaber Hermann Roth geht nach acht Jahren Anfang 2020 in den Ruhestand. Gewählt wird am 10. November

Der scheidende Rathauschef leitete die Kandidaten-Präsentation und zeigte sich erfreut sowohl über die Anzahl der Aspiranten als auch das große Interesse. In seiner humorigen Einleitung streifte Roth seine eigene Vorstellungsrunde, „als deutlich weniger Bürger vorbeikamen“. Nicht nur Heddesbacher, auch Interessierte aus angrenzenden badischen und hessischen Kommunen schauten jetzt vorbei.

Drei Männer und eine Frau wollen den ehrenamtlichen Job in der 450-Seelen-Gemeinde in Zukunft machen: Volker Reibold, Martina Tavaglione, Heinz Beisel und Karl Lösch. In ihren Themen waren sie sich zum Großteil einig: Die Selbstständigkeit des Ortes soll erhalten bleiben, die Kläranlage muss saniert und eventuell ein neues Kindergarten gebaut werden. Außerdem geht es darum, Heddesbach für junge Familien attraktiv zu machen.

Volker Reibold (56) sitzt bereits seit 25 Jahren im Gemeinderat. Der Heddesbacher arbeitet bei einem örtlichen Betrieb. Ihm liegt viel an der weiteren positiven Entwicklung der Gemeinde, betonte er. Der Schuldenstand soll niedrig gehalten werden. Er sprach sich für eine Attraktivierung des Ortskerns aus. Da die 17 Kindergartenplätze, die der Gemeinde im benachbarten Langenthal zustehen, nicht mehr ausreichen, sollte man über den Bau einer eigenen Einrichtung nachdenken.

Schnelles Internet und guter ÖPNV waren weitere Themen Reibolds. Er möchte unabhängig vom Hirschhorner Abwasserverband Laxbach leiben und deshalb in die eigene Kläranlage investieren. Die bewährte Arbeit fortsetzen und eigene Impulse einbringen nannte er als Ziel.

Martina Tavaglione (42), aus Heddesbach stammend und im benachbarten Flockenbusch wohnend, freute sich über die vielen offenen Türen, die sie bei ihrer Vorstellungsrunde vorfand. „Die Leute haben sich viel Zeit genommen“, bedankte sie sich. Mit der Politik sei sie groß geworden, „die liegt mir in der DNA“ meinte Tavaglione mit Blick auf ihren Großvater Karl Fischer, von 1961 bis 1985 Heddesbacher Bürgermeister.

Die Arbeit im direkten Kontakt mit dem Menschen bezeichnete sie als „toll“. Heddesbach hat für die 42-Jährige „einen Riesencharme“. Einen Kindergartenneubau bezeichnete die Kandidatin als „großes Pfund, mit dem man wuchern kann“. Denn junge Familien suchen eine gesicherte Betreuungsmöglichkeit für die Sprösslinge und richten danach ihre Wohnortwahl aus. Die im Dezember kommende stündliche ÖPNV-Verbindung nach Hirschhorn und Wald-Michelbach ist für Tavaglione ebenfalls ein großes Plus.

Kurz und knapp machte es der „Ur-Heddesbacher“ Heinz Beisel (63). Neben den zuvor genannten Themen will er sich für einen Lebensmittel-Verkaufswagen einsetzen. Bauplatz-Ausweisung, Unterstützung der Vereine und Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche waren weitere Punkte. Was Beisel sehr komprimiert vorstellte, geriet bei Karl Lösch (62) sehr detailliert.

Der Altneudorfer ist im Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau für das Beitragswesen (Kanal-, Klär- und Wasserversorgungsbeiträge, Erschließungsbeiträge, Flächennutzungsplan) und die Heddesbacher Verwaltungsaufgaben zuständig. Lösch sprach davon, in den vergangenen 30 Jahren viele örtliche Projekte begleitet zu haben.

In seinen ausführlichen Worten ging er auch auf die Notwendigkeit eines Kindergartenneubaus ein, ohne die kommunalen Finanzen dadurch zu stark strapazieren zu wollen. Denn in diesem Jahr seien bereits ein paar Familien in Langenthal abgewiesen worden, weil die Heddesbacher Plätze ausgeschöpft waren. Lösch will daneben Jugendliche stärker an die Vereine heranführen. Ihm geht es auch um die Schließung von Funklöchern. Eine angeregte Fragerunde schloss sich an.

Zum 32. Mal findet auf dem Kirchplatz am ersten Adventssonntag der Heddesbacher Weihnachtsmarkt statt

Der 32. Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz beginnt am Sonntag, 3. Dezember, um 14 Uhr mit der Eröffnung durch Bürgermeister Hermann Roth. Veranstaltet wird er von der Gemeinde und den Ortsvereinen. Neben einer großen Tombola findet ein Verkauf von Basteleien und Leckereien der örtlichen Vereine statt. Um 16.30 Uhr kommt St. Nikolaus mit seinem Engel vorbei vorbei und bringt den Kindern süße Sachen.

Der romantische Weihnachtsmarkt in der kleinsten selbstständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises ist einmalig in der Region, weil von den örtlichen Vereinen nur Selbsthergestelltes zum Verkauf angeboten wird. Darunter ist auch der Heddesbacher Dorfkalender. Gäste können hier nach Herzenslust bummeln, etwas Köstliches essen und trinken. Sie finden sicher unter den angebotenen Basteleien und Handarbeiten, Gebäck und Leckereien, Marmeladen und Getränken sowie Adventskränzen und -gestecken etwas Schönes für sich und ihre Lieben zum Advent und für das bevorstehende Weihnachtsfest.

Viele Besucher beim Heddesbacher Sport- und Spieltag

Ende gut, alles gut. Nach tagelangem Dauerregen und unvorhersehbaren Schauern fragten sich alle Organisatoren, ob es zum Sport- und Spieltag wohl trocken bleiben würde. Es blieb. Während es noch grau und neblig war, als am Vormittag der Aufbauarbeiten liefen, zeigte sich um die Mittagszeit die Sonne, sodass alle noch einen schönen Spätsommertag genießen durften. Gleich zu Beginn der Wettbewerbe wurden zahlreiche Besucher aus nah und fern begrüßt.

Beim Hufeisenwerfen hatten Groß und Klein viel Spaß. Andere maßen sich bei Tischtennis oder Boule. Viel Freude bereitete den Kleinen ein riesiges „Mensch-ärgere-dich-nicht“-Spiel, den Großen das Brettspiel „Jakkolo“. Wie immer war auch das Schießen auf die Torwand sehr beliebt. Das von der Jugendfeuerwehr betreute Kistenstapeln fand viele interessierte Zuschauer.

Bei den Kindern bis zwölf Jahren stapelte ein Junge unter großem Beifall 21 Kisten übereinander und stand darauf, bevor der Turm zusammenfiel. Ein Erwachsener schaffte sogar 22 Kisten. Viel mehr ist wegen des Anreichens und der Höhe des Astes, an dem das Sicherheitsseil befestigt ist, nicht möglich. Für ein halbstündiges Fußballspiel fanden sich danach zwei Mannschaften zusammen.

Am späten Nachmittag unterhielt der Posaunenchor Wald-Michelbach unter der Leitung von Frank Bihn die Besucher mit schönen Weisen, die teilweise auch zum Mitsingen einluden. Zwischendurch gab es Kaffee und Kuchen, Getränke, einen kleinen Imbiss und die nicht nur bei den Kindern beliebten Pommes. Am Abend wurden die jeweils drei Bestplatzierten der einzelnen Wettbewerbe durch Bürgermeister Hermann Roth mit einer Urkunde geehrt. Sie durften sich einen der gestifteten Preise aussuchen.

Roth dankte zum Abschluss allen Teilnehmern und Besuchern, den vielen Helfern aus der Gemeinde für ihren Einsatz, aber auch den Firmen, die etwas gestiftet hatten. Beim Nachhause gehen waren sich Besucher und Veranstalter einig: Es war wieder ein gelungenes Spätsommerfest, das alle zwei Jahre im Wechsel mit dem Dorffest veranstaltet wird.

Sport- und Spieltag am 17. September in Heddesbach

Der Sport- und Spieltag in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises findet am Sonntag, 17. September, ab 14 Uhr an der Sportanlage im Tal statt. Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren – also die ganze Heddesbacher Bevölkerung mit Gästen aus nah und fern ist eingeladen, um gemeinsam Freude am Spielen und an sportlichen Aktivitäten zu haben. Organisiert wird die Veranstaltung durch die Gemeinde.

Um 14 Uhr begrüßt Bürgermeister Hermann Roth die Teilnehmer und Besucher. Dann folgt der Beginn der Wettbewerbe: Boulen, Torwand-Schießen, Kistenstapeln, Tischtennis, Hufeisenwurf und Jakkolo stehen auf dem Programm. Dazwischen gibt es um 16.30 Uhr das Fußballspiel „Wer gegen wen?“. Den ganzen Tag über musiziert der Bläserchor. Nach der Siegerehrung um 18 Uhr folgt das gemütliche Beisammensein. Für Speisen, Getränke sowie Kaffee und Kuchen ist bestens gesorgt.

Die Sonne lachte über der Heddesbacher Kerwe

Bei bestem Wetter für eine Open-Air-Veranstaltung feierte die kleinste selbstständige Gemeinde im Rhein-Neckar-Kreis ihre Kerwe vor der Peterskirche. So viele Gäste, unter ihnen zahlreiche Jugendliche auch aus umliegenden Gemeinden, durfte man schon lang nicht mehr begrüßen. Darüber freuten sich auch „Die Singles“, dass sie mit ihren Schlagern aus fünf Jahrzehnten nicht allein blieben. Sie heizten so richtig ein, luden sowohl zum Mitsingen als auch zum Tanzen ein. Das wurde gern ausgiebig angenommen. Die Fete dauerte noch bis in die frühen Morgenstunden.

Der Sonntag begann mit einem Gottesdienst in der mittelalterlichen Kirche, gehalten von Pfarrer Steffen Banhardt. Beim anschließenden Frühschoppen, der von vielen Feuerwehrleuten aus dem Kreis besucht wurde, konnte man sich an der Musik des Posaunenchors Wald-Michelbach erfreuen, der mit dem Bläserchor Heddesbach gemeinsam auftrat. Zum Mittagessen füllte sich der Kirchplatz erneut – und so blieb es über Kaffee und Kuchen bis zum späten Abend.

Ein Süßigkeitenstand mit Wurfspielen und eine Schiffschaukel wurden nicht nur von den Kindern freudig genutzt. Alle konnten bei der von der Heddesbacher Tanzgruppe angebotenen Tombola ihr Glück versuchen und viele durften schöne Preise mit nach Hause nehmen. Traditionsgemäß gab es dann am Montagmittag das Wellfleisch-Essen. Auch hier füllte sich bei schönstem Sonnenschein der Kirchplatz wieder, so mit Mitarbeitern der Firmen und Gemeinden aus der Nachbarschaft.

Man freute sich, wieder mit vielen anderen in Kontakt zu kommen, und genoss es, auf diesem schönen Platz in der Ortsmitte von Heddesbach im Sonnenschein sitzen zu können. Die Veranstalter von Freiwilliger Feuerwehr und MGV Heddesbach waren zufrieden mit ihrer Kerwe und waren angetan davon, dass so viele Jugendliche als „Kerweteam Heddesbach“ bei der Vorbereitung und Durchführung halfen.

Gotteslob aus 100 Kehlen: Kirchenchöre der Steinachtal-Gemeinden trafen sich in der mittelalterlichen Peterskirche Heddesbach

100 Stimmen aus den Kirchenchören der Steinachtal-Gemeinden vereinigten sich zu einem wunderbaren Gotteslob mit alten und neuen Gesängen. Dieses fand beim gemeinsamen Gottesdienst mit Pfarrer Steffen Banhardt anlässlich des traditionellen „Steinachtaltreffens“ auf Einladung des evangelischen Kirchenchors Heddesbach in der dortigen mittelalterlichen Peterskirche statt. Beteiligt waren daneben Schönau, Wilhelmsfeld und Heiligkreuzsteinach.

In seiner Predigt nahm Banhardt Bezug auf „evangelische Lieder“. Hier zunächst auf das allen Chören geläufige Kirchenlied „Danke“, um dann auf Lieder von Paul Gerhard und viele andere Komponisten sowie besonders von Martin Luther hinzuweisen. Dieser sagte, dass die Musik ein Geschenk Gottes sei, die Herzen fröhlich mache, den Teufel vertreibe, unschuldige Freude verbreite und in Friedenszeiten regiere.

Luther schrieb seine Lieder zum besonderen Zweck, das Volk zu lehren und das Wort Gottes unter die Leute zu bringen. Dies sei auch heute noch ein Anliegen aller Kirchenchöre. „Denn sie predigen mit – oft um vieles eindringlicher als es unsereins von der Kanzel könnte“, so der Pfarrer. Zur Freude der Anwesenden spickte er seine Ansprache mit gesungenen Liedbeispielen.

Die musikalische Gesamtleitung lag in den bewährten Händen von Birgit Hatzfeld, die den Kirchenchor Heddesbach seit über 20 Jahren leitet. Nach einem Dank des stellvertretenden Chorobmanns Dr. Andreas Schweitzer an die Beteiligten lud dieser dann zum Freundschaftssingen auf den geschmückten und eingedeckten Kirchplatz ein. Dort begrüßte er die Gäste und richtete Grußworte von Pater Joshy von der katholischen Kirchengemeinde Neckartal aus.

Der MGV Sängereinheit Heddesbach eröffnete mit Bravour den Liederreigen mit „Island In The Sun“, unterstützt durch Bezirkskantor Achim Plagge an der Trommel, und zwei weiteren Chorsätzen. Es folgte der Kirchenchor Altneudorf mit zwei ansprechenden, schönen Liedern, unterbrochen von der Ehrung zweier Chormitglieder für 25 (Annemarie Kratzert) und 50 Jahre (Irene Happes) Chormitgliedschaft durch Plagge.

Der Kirchenchor erfreute danach mit drei weiteren Chorsätzen: „Wirf Dein Anliegen auf den Herrn“, der Filmmelodie „Lenas Sang/Fly With Me“ und einem seiner Lieblingsstücke, „Schau auf die Welt“ von John Rutter. Das Publikum spendete allen Chören anhaltenden begeisterten Applaus. Nach dem Dank von Dr. Schweitzer kam noch einmal der Gesamtchor mit einem Abendlied und dem Irischen Segen „Möge die Straße“ zum Tragen.

Als man gerade sang „Sanft falle Regen auf deine Felder…“ hatte Petrus das wohl etwas falsch verstanden: Der Regen prasselte nur so auf den Kirchplatz, was aber – so nass man selbst auch wurde – alle Anwesenden zum Lachen brachte. Man zog dann um in die überdachten Plätze am Kirchplatz und blieb mit besten Wünschen für den weiteren Abend und einen guten Heimweg noch etliche Zeit bei Speis und Trank fröhlich zusammen.

Badische Resolution des GVV Schönau gegen hessischen Windrad-Wildwuchs im Kreis Bergstraße

Der Proteststurm gegen die in Südhessen geplanten Windenergieanlagen (WEA) ist schon längst über die Grenze ins Badische geschwappt. Gerade bei den wenige Kilometer entfernt liegenden Gemeinden des Ulfen- und Steinachtals ist man über die Neufassung des hessischen Regionalplanentwurfs nicht erfreut. Deshalb haben die vier dortigen Bürgermeister eine Protestresolution formuliert, die sie einem breiten Verteiler auf beiden Seiten der Ländergrenze zuschickten.

Die Botschaft darin ist klar: Hermann Roth für Heddesbach, Sieglinde Pfahl für Heiligkreuzsteinach, Marcus Zeitler für Schönau und Hans Zellner für Wilhelmsfeld – inzwischen ist sein Nachfolger Christoph Oeldorf im Amt – rufen den Planern im Darmstädter Regierungspräsidium (RP) ein ganz klares „Stopp“ zu. Das fußt vor allem auf zwei Argumenten: dem Naturschutz und der Einkesselung der badischen Anlieger, die durch den verschlungenen Verlauf der Ländergrenze manchmal auf drei Seiten von Hessen umgeben sind.

„Es ist völlig unverständlich und der Bürgerschaft nicht zu vermitteln“, heißt es in der Resolution, warum große zusammenhängende Waldflächen, die auf baden-württembergischer Seite „als besonders wertvoll und schützenswert und in der Abwägung deshalb höher eingestuft werden als die Belange der Windenergie“, auf der anderen Seite der Landesgrenze offenbar keine besondere schützenswerte Bedeutung hätten.

Bezug genommen wird beim Umweltaspekt auf die Stellungnahme der unteren Naturschutzbehörde des Rhein-Neckar-Kreises. Die bezieht sich unter anderem auf Stillfüssel und Greiner Eck. Darin heißt es, dass die WEA aus dem badischen Kreis heraus weithin sichtbar sind und sein werden. Damit würden „das Landschaftsbild, die Erholungseignung und die Eigenart der Landschaft erheblich beeinträchtigt“. Dass etliche geplante Anlagen in einem Zehn-Kilometer-Umreis um die vier Gemeinden liegen, verstärke die nachteiligen Auswirkungen.

Die Resolution weist deshalb darauf hin, dass der Gemeindeverwaltungsverband (GVV) Schönau eben wegen solcher Kriterien wie Natur- und Landschaftsschutz „auf die Ausweisung von Standorten für Windkraftanlagen in seinem Flächennutzungsplan verzichtet“. Auch fordert der GVV, dass die Anzahl von WEA auf einer bestimmten Fläche gedeckelt werden sollte. Allein die geplanten Vorrangflächen rund um das Verbandsgebiet schüfen die Möglichkeit für eine enorm hohe Anzahl, „die uns regelrecht einkesseln würde“.

Die Verfasser weisen darauf hin, dass nicht nur in Hessen WEA geplant werden, sondern auch in angrenzenden Vorranggebieten des Nachbarschaftsverbands Heidelberg-Mannheim. Genannt werden hier Weinheim oder Heidelberg, aber auch Eberbach. Hier ist durch den an Flockenbusch anschließenden Bereich Brombach-Nord Heddesbach besonders tangiert, das bereits „freie Sicht“ aufs Greiner Eck hat.

Der GVV argumentiert, dass es in Hessen ein sogenanntes „Umzingelungsverbot“ gebe, nach dem es nicht zulässig sei, dortige Gemeinden mit Windrädern einzukesseln. „Genau das scheint aber hier in Bezug auf die baden-württembergischen Gemeinden nicht beachtet zu werden“, schreibt Geschäftsführer Werner Fischer. „Jedenfalls fanden keine Gespräche zu unserer eigenen Planung dazu statt“.

Wie überhaupt die länderübergreifende Kommunikation zu wünschen übrig ließ. „Die Verfahrensbeteiligung stellt ein besonderes Ärgernis dar“, monieren die Unterzeichner. Sowohl zum Greiner Eck als auch zum Stillfüssel sei diese vom RP abgelehnt worden. Ebenso habe es keine Bürgerinformation gegeben, „die bei einem so bedeutsamen Projekt äußerst wichtig gewesen wäre“.

Fischer betont für den GVV, dass man einer „sinnvollen Ausweisung von Vorrangflächen“ sowie deren Bau konstruktiv gegenüber stehe. Deshalb sehe man auch keinen Widerspruch darin, sich gegen die geballte Ausweisung entlang der Landesgrenze auszusprechen. Auch der zweite Regionalplanentwurf weise „völlig inakzeptable Flächengrößen“ auf. Deshalb fordern die badischen Anlieger, im Stillfüssel und im Greiner Eck keine weiteren Anlagen als die bisher genehmigten zuzulassen. Im Bereich Flockenbusch sollte eine Begrenzung auf maximal fünf erfolgen.

Verteiler der Resolution: Fraktionen Regionalverband Südhessen, Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Rhein-Neckar, Landtags- und Bundestagsabgeordnete Bergstraße, Landtagsabgeordnete Wahlkreis Sinsheim, Landrat des Rhein-Neckar-Kreises,  Landrat Kreis Bergstraße, Regierungspräsidium Darmstadt, Regierungspräsidium Karlsruhe, Staatsministerium Baden-Württemberg, Verband Region Rhein-Neckar, Fraktionen des Kreistages RNK, Fraktionen des Kreistages Bergstraße, Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim, BUND, NABU

Steinachtal-Chortreffen und Kerwe Mitte Juli auf dem Heddesbacher Kirchplatz

Mitte Juli geht es rund in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises. Zuerst lädt am Freitag, 14. Juli, der evangelische Kirchenchor zum diesjährigen Steinachtaltreffen der Kirchenchöre ein. Es beginnt um 18.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Peterskirche. Neben den Gastgebern sind Ensembles aus Heiligkreuzsteinach, Schönau und Wilhelmsfeld dabei. Anschließend treffen sich alle Sänger sowie Gäste zum gemütlichen Beisammensein mit Chorgesang auf dem Kirchplatz.

Am Samstag, 15. Juli, geht es nahtlos mit der Heddesbacher Kerwe weiter. Freiwillige Feuerwehr und MGV Sängereinheit laden auf den Kirchplatz ein. Um 19.30 Uhr startet der Kerwerock mit den „Singles“. Eintritt frei. Zur Abkühlung geht’s dann in die Kerwe-Bar. Am Sonntag, 16. Juli, findet um 9 Uhr der Kirchweih-Gottesdienst mit Abendmahl in der Peterskirche statt. Ab 10 Uhr gibt es Frühschoppen und ab 12 Uhr das leckere Mittagessen. Die Heddesbacher Tanzgruppe verkauft Lose für ihre Tombola.

Nachmittags können die Gäste dann bei Kaffee sowie selbstgebackenen Kuchen oder Torten auf dem schönen Kirchplatz verweilen. Am Montag, 17. Juli, findet ab 11 Uhr zum Abschluss das beliebte Wellfleisch-Essen statt. Schiffschaukel, Kinderkarussell und Süßwarenstand warten ebenso auf die (kleinen) Besucher.

Mit vielseitigem Programm begeistert: Heddesbacher Kirchenchor nahm am Badischen Chorfest in Heidelberg teil

Kleiner Chor ganz groß: Beim badischen Chorfest nahm der evangelische Kirchenchor Heddesbach Aufstellung im Chorraum der Heidelberger Heiliggeistkirche. Birgit Hatzfeld hebt die Hände und leise und sanft erklingen die ersten Töne. Mit Felix Mendelssohn-Bartholdys „Wirf Dein Anliegen auf den Herrn“ aus dem Elias eröffnet der Kirchenchor sein Programm im Rahmen des Chorfests. Ton um Ton wird es leiser im Kirchenschiff und die vielen Zuhörer, die die große Heiliggeistkirche gut füllen, lauschen der Musik.

30 Minuten lang zeigt sich der Heddesbacher Chor in Höchstform. Mit einem vielseitigen Programm aus klassischen Kirchengesang, Spirituals und Pop ist der Klangkörper ein Teil im bunten Mosaik der Chöre, die sich an diesem Tag auf vielen unterschiedlichen Bühnen in der Heidelberger Innenstadt präsentieren. Es war ein gelungener Auftritt, den die Chorsänger sehr genossen. Sie freuten sich über zahlreiche Freunde des Ensembles aus Heddesbach und Umgebung, die extra nach Heidelberg kamen, um den Chor zu hören und zu unterstützen.

Info: Das Steinachtaltreffen der Kirchenchöre findet am Freitag, 14. Juli, in Heddesbach statt. Es beginnt um 18.30 Uhr mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Peterskirche. Anschließend treffen sich alle Sänger sowie Gäste zum gemütlichen Beisammensein mit Chorgesang auf dem Kirchplatz. Teilnehmer sind Chöre aus Heiligkreuzsteinach, Altneudorf, Schönau und Wilhelmsfeld.

Hildegard von Bingen mit allen Sinnen: Erwachsenenbildungskreis der katholischen Kirchengemeinde Neckartal hatte eingeladen

Der Erwachsenenbildungskreis der katholischen Kirchengemeinde Neckartal hatte eingeladen, in ökumenischer Runde einen Abend über Hildegard von Bingen zu erleben – zusammen mit einem köstlichen Fünf-Gänge-Menü. Ursula Ebert begrüßte im Bonifatiushaus die 24 Teilnehmer. Nach einstimmender Harfenmusik durch Christina Lechner gab es von Marlis Flachs einen interessanten und auch lustigen Vortrag über die verschiedenen Kräuter sowie ihre Herkunft und deren Einsatz in der Küche von Hildegard von Bingen. Danach lauschte man gern wieder den mittelalterlichen und irischen Harfenklängen.

Bevor das Hauptgericht serviert wurde, trugen Anneliese Denner, Ursula Ebert, Gudrun Kalke und Ursula Suermann Stationen aus dem Leben der Hildegard von Bingen vor, einer der bedeutendsten Frauen ihrer Zeit: Heilige, Visionärin, Mystikerin, Benediktinerin, Klostergründerin, Ärztin, Naturforscherin, Künstlerin, Prophetin, Autorin und Kirchenlehrerin. Sie verstarb 1179 und wurde 2012 von Papst Benedikt XVI. heiliggesprochen sowie als Kirchenlehrerin für die Gesamtkirche erhoben, nachdem man sie schon über die Jahrhunderte in Deutschland als solche verehrt hatte.

Anschließend gab es eine tolle Zaubershow, die alle Zuschauer verblüffte und auch zum fröhlichen Lachen animierte. Anhaltender Applaus dankte Zauberer Seppl Denner. Beim Nachtisch klang der schöne Abend mit angeregten Gesprächen aus. Anneliese Denner überreichte abschließend im Namen des gesamten Teams Geschenke. Das Fazit der Gäste: „Es war ein schöner Abend – wirklich für alle Sinne.“

Heddesbacher Maibaum wurde nur mit Muskelkraft aufgestellt – schönes Fest bei herrlichem Wetter

Auch in diesem Jahr wurde in der kleinsten selbständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises eine schöne Tradition fortgeführt: Ein stattlicher Maibaum wurde bei herrlichem Sonnenschein mit wehenden bunten Bändern nur durch Muskelkraft auf dem Heddesbacher Kirchplatz aufgestellt. Unter den Klängen des Posaunenchors Wald-Michelbach unter Leitung von Frank Bihn und dem Gesang der zahlreichen Festbesucher, die auch aus Nachbarorten gekommen waren, wurde der Mai herbeigerufen.

Der Veranstalter, der MGV Sängereinheit Heddesbach, freute sich mit Bürgermeister Hermann Roth darüber, dass dieses erste Fest des Jahres in der Ortsmitte so gut angenommen wurde. Denn bereits Tage zuvor musste vom Verein alles gerichtet und organisiert werden. Für die Bewirtung der Festbesucher war alles aufzubauen, der Maikranz wurde gebunden, die Fichte am Nachmittag des 30. April im Wald gefällt und zum Platz gebracht.

Endlich konnte man sich nach dem Winter wieder auf dem schönen Kirchplatz zu Speis und Trank, Musik und guten Gesprächen treffen. Am 1. Mai fand dann, bei doch etwas besserer Witterung als erwartet, eine Wanderung in kleinem Kreise unter der Leitung von Bürgermeister Roth statt. Es war sozusagen eine „Quellenwanderung“: Die interessierten Bürger liefen zur Baumaßnahme Hessmarsgrundquelle und dann weiter zur Hirschquelle. Über die Harfenburg ging es anschließend zurück ins Dorf.