Landesstraße zwischen Hirschhorn und Hainbrunn wird wieder voll gesperrt

Am Dienstag, 2. Mai, beginnt Hessen Mobil mit den Bauarbeiten zur Herstellung eines Steinfangnetzes im Zuge der Landesstraße L 3119 zwischen Hirschhorn und Unter-Hainbrunn. Für die Durchführung ist laut Mitteilung eine Vollsperrung der Landesstraße im Bereich der Baustelle bis voraussichtlich Freitag, 5. Mai, erforderlich. Die weiteren Bauarbeiten können unter halbseitiger Sperrung mit Baustellenampel abgewickelt werden und sollen bis voraussichtlich Mittwoch, 10. Mai, andauern.

Während der Vollsperrung führt die ausgeschilderte Umleitung ab dem Brombacher Tal (Einmündung K 35) über die L 3410 über Rothenberg nach Beerfelden und umgekehrt.
Im Rahmen der Baumaßnahme werden auf einem rund 600 Meter langen Streckenabschnitt teilweise Steinfangnetze in der Straßenböschung befestigt. Die Arbeiten sind Teil der Böschungssicherungsmaßnahme, bei der bereits im vergangenen Jahr ein Steinfangzaun entlang der Landesstraße errichtet wurde.

Die Sicherungsmaßnahmen sind laut Hessen Mobil notwendig, da das Sandgestein der Straßenböschung große Zerklüftungen aufweist, die teilweise nur durch vorhandenen starken Bewuchs gehalten werden. Zudem steigt der Hang teilweise bis zu 80 Grad auf. Die Gefahr besteht, dass Steine auf die Fahrbahn fallen können. Diese Gefahr wird durch starke Rotwildwanderungen im betreffenden Gebiet verstärkt, das zusätzlich Steine lostreten kann.
Die Kosten belaufen sich auf rund 140.000 Euro.

„Museumsführung in Wort und Ton“ am 12. Mai im Hirschhorner Langbein-Museum

Auf vielfachen Wunsch gibt es eine Wiederaufnahme der szenisch-musikalischen Führung im Langbein-Museum Hirschhorn unter dem Titel: „In welcher Welt, in welcher Zeit leben wir?“ Die „Museumsführung in Wort und Ton“ findet am Freitag, 12. Mai, um 19 Uhr im ersten Stock des Langbein-Museums statt. Die Dauer beträgt eine Stunde. Beim Durchschreiten der Räume entfaltet sich die Geschichte zweier Zeitgenossen Carl Langbeins: Sophie Körner, eine Bürgerliche, berichtet in Worten und Tönen aus ihrem Dasein als Frau des 19. Jahrhunderts und von ihrer Ehe mit dem Adeligen Johann Anton von Braitfeld, welcher auch seine Sicht der Dinge nicht verschweigt. Dargestellt werden die beiden von Frauke Bodinus, der „Wandermusikantin“ (Text, Musik, Regie und Kostüme), und Hans-Jürgen Waibel, auch als „Ritter Friedrich“ bekannt. Neben ihrer Geschichte gibt es viel zu erfahren über die Exponate der „Naturalien- und Alterthümersammlung“ Carl Langbeins. Unter jeweils einem Stichwort zusammengefasst, laden die einzelnen Räume mit ihren darin aufbewahrten Ausstellungsstücken zum Entdecken, Vergleichen, Betrachten und Verweilen ein. Im „Museum zum Anfassen“ ist nicht nur Schauen erlaubt, sondern (Be-)Greifen ist ausdrücklich erwünscht.

Info: „Museumsführung in Wort und Ton“  Freitag, 12. Mai, 19 Uhr, Langbein-Museum Hirschhorn, Alleeweg 2, Preis 15 Euro inklusive ein Freigetränk. Die Teilnehmerzahl liegt zwischen 15 und 25 Personen. Um vorherige Anmeldung bei der Tourist Information wird gebeten unter Telefon 06272-1742

‚Natur pur‘ ist der Titel des Stücks der Hirschhorner Theaterwerkstatt

‚Natur pur‘ ist der Titel des brandneuen Stücks der Hirschhorner Theaterwerkstatt. So neu wie das Theaterstück ist auch die Regisseurin. Nathalie Raule beweist hier ihr Können. Premiere ist am Freitag, den 26.05.2017, um 19.30 Uhr. Die beiden nächsten Aufführungen sind am Samstag, den 27.05.2017 um 19.30 Uhr und am Sonntag, den 28.05.2017 um 15.30 Uhr jeweils im Bürgersaal „Zum Naturalisten“.

Die rüstige Oma Maria sieht nicht ein, ihren 75. Geburtstag altersgemäß zu Hause oder im Restaurant zu feiern. Stattdessen lädt sie ihre „Sippe“ in ihre alte Hütte mitten im Wald ein, in der sie früher immer herrliche Ferien mit ihren Kindern verbracht hat. Ihre mittlerweile erwachsenen, nicht ganz einfachen und vor allem untereinander zerstrittenen Kinder folgen der Einladung zur Geburtstagsfeier im Wald nur sehr widerwillig und scheuen sich nicht, ihren Unmut „ungeschminkt“ zum Ausdruck zu bringen.

Der altledige Sohn Rudi wäre doch lieber fein Essen und Trinken gegangen. Der geizigen Tochter Martha ist die Waldparty viel zu aufwändig und zu teuer. Und Sohn Erich sieht sich bereits wieder den ständigen Nörgeleien seiner Frau Lydia ausgesetzt, die sich im Wald vor jedem noch so kleinen Lebewesen ekelt und ständig ihr Desinfektionsspray benutzt. Pudelwohl fühlt sich einzig und allein deren Tochter Christine, die Omas Idee von der Waldparty „voll cool“ findet. Das Zusammentreffen bei der Waldhütte artet bei dem vergeblichen Versuch, ein Zelt aufzubauen, in Zank und Sticheleien aus.

Als Oma Maria in der Hütte plötzlich einen Beutel mit 50.000 Euro Bargeld findet, aus einem Einbruch, wie alle vermuten, wird die Geldgier ihrer Kinder geweckt. Die Situation spitzt sich zu, im Laufe der Handlung tauchen immer neue Personen auf, die großes Interesse an dem schwarzen Beutel zeigen oder versuchen, unbedingt in die Hütte zu kommen vom überdrehten Schmetterlingsfänger über einen rustikalen Waldarbeiter bis hin zu einer schreckhaften Nordic-Walkerin und einem skrupellosen Immobilienmakler, der beinahe über Leichen geht …

Die Darsteller sind:  Denise Albert, Frank Albert, Hannelore Berger, Oliver Berthold, Willi Bock, Alesxandra English, Brigitte Gerhart, Ludwig Heyer, Andreas Körber, Karin Raule und Ralph Volk. Ob es ein Zufall ist, dass der Bürgermeister von Inzighofen, Bernd Gombold, dieses Stück geschrieben hat und dass Bürgermeister Oliver Berthold eine Rolle spielt – wer weiß? Das neue Werk  wird von Hirschhorner Sponsoren unterstützt.

Der Vorverkauf läuft ab sofort. Karten gibt es bei der Hirschhorner Tourist-Info, Alleeweg 2, Tel. (06272) 1742, „Beim Ätsche“, Jahnstraße 2, Tel. (06272) 2980, Café am Rathaus, Tel. (06272) 5130479, und  „Feines im Fachwerk“, Hauptstraße 24, Tel. (06272) 922853 zum Preis von 12,- Euro. Vorreservierungen sind nicht möglich

„Maurice Kühn Trio“ mit Hommage an Nat „King“ Cole beim Atelierkonzert der Kunstpflege Hirschhorn

Das erste Atelierkonzert der Kunstpflege Hirschhorn in diesem Jahr findet am Samstag, 29. April, um 20 Uhr statt. Es ist das inzwischen 16. in der Vereinsgeschichte und widmet sich dem Swing. Dieses Mal spielt im Atelier Enno Folkerts, Waldmichelbacher Straße 2 in Langenthal (Alte Pappenfabrik), das „Maurice Kühn Trio“. Der Eintritt ist frei, es wird wie immer am Ausgang um eine Spende gebeten.

Mit dem Programm „I tip my hat to Nat“ bringt das Maurice Kühn Trio seine Hommage an Nat „King“ Cole, einen der großartigsten und einflussreichsten Sänger und Pianisten des 20. Jahrhunderts, auf die Bühne. Gespielt in Coles Lieblingsbesetzung – mit Klavier, Bass, Gitarre und Gesang – erwarten die Zuhörer Originalarrangements des Nat Cole Trios sowie eigene Bearbeitungen der schönsten Songs aus der „Golden Era of Songwriting“.

Dabei spielt das Trio so frisch und unverstaubt auf, als wäre man mittendrin in der Zeit, als Musiker noch mit dem und für das Publikum spielten und Jazz noch keine verschrobene Kopfmusik war. Kein Gedudel oder Free-Irrfahrten, sondern ehrliche, handgemachte Musik, viel Kommunikation und vor allem: Swing.

Maurice Kühn singt und spielt Kontrabass. Dieser ist in Quinten gestimmt anstatt wie sonst üblich in Quarten. Dadurch entsteht ein klarer, singender Ton. Diese Klangveränderung sowie die vielseitigeren Möglichkeiten der Stimmung wie Akkorde und der größere Tonumfang ergeben einen Sound, den man so mit Sicherheit noch nicht gehört hat. Dazu singt er federleicht und improvisiert mit Stimme und gestrichenem Bass – à la Slam Stewart und Major Holley.

An Karsten von Lüpke kommt, wenn es um das Swing-Piano geht, niemand vorbei. Von Art Tatum und Bud Powell über Oscar Peterson bis Benny Green (und natürlich Nat Cole) hat er alles aufgesogen und nun dies perlt nur so aus seinen Fingern heraus.

Florian Hofmann spielt Jazzgitarre, so wie es sein soll: als beherzter Solist und sensibler Begleiter. Seine große Leidenschaft ist – wonach man bei den meisten Gitarristen vergeblich sucht – das Rhythmusgitarrenspiel. Mit dem richtigen Sound und Groove ist er der Motor des Trios und macht das Schlagzeug überflüssig.

Azurit-Gruppe investiert kräftig in die beiden Rothenberger Seniorenheime

In den beiden Azurit-Seniorenheimen des Höhendorfs tut sich einiges. Hell, freundlich, modern, offen präsentiert sich bereits das sanierte Gebäude in Rothenberg, in Kortelshütte laufen bis Ende Mai noch die Umbauarbeiten. Mehr als eine halbe Million Euro nimmt die Unternehmensgruppe in die Hand, um die Seniorenzentren nach der Übernahme vor zwei Jahren auf den neusten Stand zu bringen. Gleichzeitig bekommt „Cordula II“ in Rothenberg ein neues Konzept, das auf die Betreuung von Demenzkranken ausgerichtet ist.

Seit vergangenen Oktober betreut Jörg Wehrle als Hausleitung alle Arbeiten. Zunächst noch gemeinsam mit der Ende des letzten Jahres Richtung Heimat wechselnden vorherigen Chefin Kathleen Hanschke, ab Januar dann in Eigenregie. Ziel im Rothenberger Haus war es seinen Worten zufolge, möglichst jedes Zimmer mit einem eigenen Bad auszustatten. Zuvor teilten sich manchmal noch fünf Räume eine Nasszelle. „Bis auf zwei hat das auch geklappt“, freute sich Wehrle über die schwierigen Arbeiten in dem eher kleineren Objekt am Ortseingang von Hirschhorn kommend. Zusätzlich wurden die Bodenbeläge ausgetauscht und vereinheitlicht, erhielten alle Räume einen neuen Anstrich und ein frisches Ambiente.

„Demenzkranke sollen im Haus Cordula II in ihrer Krankheit ein Zuhause finden können“, beschreibt Wehrle das neue Konzept, das bereits in anderen Azurit-Gebäuden bundesweit umgesetzt wurde. Positiv wirkt sich bei der Verwirklichung aus, dass es kleine Gruppen gibt, weil in Rothenberg pro Etage gerade einmal zwölf Plätze zur Verfügung stehen, 37 im ganzen Haus. „Das ist gut umsetzbar“, so Wehrle. Betreut werden alle Arten von Demenz von leicht bis sehr schwer.

Für die besonders schwer Erkrankten wurde im Obergeschoss eine Pflegeoase geschaffen. Elf Zimmer sind so gestaltet, dass die Betten in eine „kommunikative Mitte“ geschoben werden können, wo es eine Fernsehecke mit Couch gibt, dazu noch eine Küchenzeile und einen Arbeitsbereich der Pflegekräfte in einer Art Bar-Charakter. Im näheren Umfeld ist diese Konzeption eines Seniorenheims Wehrle zufolge „etwas Besonderes“.

In Kortelshütte soll der Abschluss der Sanierung im Monat drauf mit einem Sommerfest gefeiert werden. Hier gab es ähnliche Arbeiten. Die Bodenbeläge werden erneuert, die Wände gestrichen, die Sanitärbereiche aufgefrischt. Wenn auch einen behüteter Demenzbereich geschaffen wurde, so bleibt „Cordula I“ laut Wehrle aber ein „klassisches Seniorenzentrum“. Neben Bewohnern aus dem Odenwaldkreis ist es auch bei Hirschhornern sehr beliebt, die ihre Angehörigen dort gut versorgt wissen.

Für beide Wohnheime verzeichne man „eine gute Nachfrage“, betont Wehrle. Durch den bereits erfolgten Umbau sind in Rothenberg noch nicht alle Plätze wieder belegt. Derzeit gibt es um die 25 Bewohner, Tendenz steigend. In Kortelshütte sind die zur Verfügung stehenden 75 Plätze aktuell ebenfalls nicht ausgeschöpft, da durch den Umbau nicht alle Zimmer zur Verfügung stehen. Die Azurit-Gruppe hatte die evangelisch-lutherischen Häuser nach der Insolvenz 2015 übernommen.

Zur Person: Jörg Wehrle, 34 Jahre alt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Der gebürtige Eberbacher lebt seit zehn Jahren mit seiner Familie in Gras-Ellenbach. Wehrle ist seit 14 Jahren in der Pflegebranche tätig, seit 2009 mit einer zweijährigen Unterbrechung für die Azurit-Gruppe, die auch die beiden Häuser in Rothenberg und Kortelshütte betreibt. Vor seinem Wechsel im vergangenen Oktober und der vollständigen Übernahme der Hausleitung war er im Azurit-Haus „Talblick“ in Gras-Ellenbach tätig.

Zwei neue Events des Geopark-Vor-Ort-Begleiters Richard Köhler in Hirschhorn

Ab April bietet Richard Köhler als neuer Vor-Ort-Begleiter des Geo-Parks in Hirschhorn  zwei neue Events an: Das Geo-Spiel  „Auf den Spuren von Mark Twain“  (Autor: Richard Köhler). Es ist vermutlich die legendärste Floßfahrt der Geschichte, über die Mark Twain im Rückblick seiner Reise ins Neckartal in seinem Buch: „A Tramp Abroad“ schreibt (erschienen 1880). Im Sommer des Jahres 1878 in dunkler Nacht bei Regen und Sturm angelandet, machen er und sein Begleiter Station im Hirschhorner Gasthaus „Zum Naturalisten“. Was er an dem folgenden Tag noch alles in Hirschhorn erlebt, wird durch das spannende Rate- und Suchspiel auf unterhaltsame Weise vor Ort erfahrbar. Indem man knifflige Aufgaben im Team mit 5-6 Teilnehmern löst, kommt man hinter so manches Geheimnis, das die Stadt mit Mark Twain teilt. Dauer ca. 2-3 Stunden. Termine:  20.05.,  24.06.,  01.07. Teilnahmegebühr Erwachsene: 10,-€, Kinder ab 13 Jahre, Auszubildende, Studenten: 8,-€. Beginn jeweils um 14 Uhr vor dem Rathaus. Mindestteilnehmerzahl: 10.

„Klangzauber in Waldbruders Hütte und Drachenquelle“: Diese  „Klang-Wanderung“ führt  zu einer uralten, geheimnisvollen Einsiedlerklause und einer sagenumwobenen Heilquelle, Plätze um „wieder aufzutanken“ und neue Kraft zu schöpfen oder einfach den Sagen und Geschichten zuzuhören. Dabei können die Teilnehmer auf Naturinstrumenten urzeitliche Klänge erfahren und in einem kleinen Waldorchester spielend ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Dauer ca. 3 Stunden. Termine: 23.04., 09.07., 24.09. Teilnahmegebühr Erwachsene: 10,-€, Kinder ab 13 Jahre, Auszubildende, Studenten: 8,-€. Beginn: 13 Uhr vor der Touristinfo Hirschhorn, Alleeweg 2. Mindestteilnehmerzahl: 10.

Unvergessene Ohrwürmer originalgetreu interpretiert: Reiner Roßkopf spielte in Hirschhorn Reinhard Mey

Ein Mann und seine Gitarre. Mit geschlossenen Augen scheint vorn Reinhard Mey zu stehen und nacheinander seine bekanntesten Stücke zu trällern, unvergessene Ohrwürmer, die seit Jahrzehnten mehrere Generationen begleiten. Selbst wenn man den Liedermacher und seine Songs nicht näher kennt, so hat er sich doch längst mit seinen Gassenhauern ins Gedächtnis eingegraben. Augen wieder auf und der Mann vor den Stühlen sieht dem Liedermacher nicht wirklich ähnlich: Reiner Rosskopf versteht es allerdings meisterhaft, einen authentischen Mey-Sound im April auf die Bühne zu zaubern.

Der 50-jährige Roßkopf als täuschend echter Mey-Darsteller bot in seiner zweieinhalbstündigen Show ein tolles Programm, das mehr Zuschauer als die 40 im Weinkeller Grimm verdient gehabt hätte. Die, die gekommen waren, zeigten sich begeistert von der Darbietung. Denn Roßkopf spielte nicht nur stur die Stücke runter, sondern hatte zu praktisch allen ein paar launige Worte parat, eine Geschichte zur Entstehung oder auch eine besondere Verbindung zu dem einen oder anderen Song.

Hintergründe aus seinem und dem Leben von Reinhard Mey rundeten das Komplettpaket ab. Roßkopf interpretierte sein Idol wie kaum ein anderer: nicht nur durch seinem dem Künstler täuschend ähnlichen Gesang in Tonfall und Stimmlage, sondern auch durch sein virtuoses, perfektes Spiel auf der Gitarre.

Mit seinen charmanten und amüsanten Wortbeiträgen, auch über seine Arbeit als „Kompostwerker“, vermochte der Künstler schnell eine Brücke zum Publikum zu schlagen. Da von diesem in Form von fleißigem Applaus ebenso viel zurückkam, zeigte sich Rosskopf mit Abend und Ambiente mehr als zufrieden. „Musikanten sind in der Stadt“ hieß passend sein erstes Stück, das Programm beschloss er mit „Gute Nacht, Freunde“ ebenso auf den Punkt gebracht.

Natürlich durften im prall gefüllten Set die Ohrwürmer und bekanntesten Stücke des Liedermachers nicht fehlen. „Männer im Baumarkt“, „Über den Wolken“, „Keine ruhige Minute“, „Wie vor Jahr und Tag“ oder der „Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars“, das Anfang der 90er Jahre im Radio hoch und runter lief, ließen bei den Besuchern wohlige Erinnerung an vergangene Jahrzehnte hochkommen. Aus dem reichhaltigen Mey-Fundus hatte Roßkopf für alle Lebenslagen Lieder mit viel Tiefgang parat. So über das Trinken in Gestalt von „Freunde lasst uns trinken“ mit dem „Augenblick der Ewigkeit“.

„Aller guten Dinge sind drei“, „Die heiße Schlacht am kalten Buffet“, „Diplomatenjagd“ oder die Hymne auf Zimmerwirtin Emma Pohl waren weitere musikalische Kleinode, die das Schaffen des Barden beleuchteten. Natürlich hat Roßkopf bereits eine Karte für die Reinhard-Mey-Tour im kommenden Jahr, gestand er. Seine Reise durch die Jahrzehnte gefiel so gut, dass der Nord-Odenwälder aus dem südhessischen Münster natürlich nicht ohne Zugabe vom Neckarstrand nach Hause gelassen wurde.

Wer kennt sie nicht, die gefühlvollen Chansons und Balladen des wohl bekanntesten deutschen Liedermachers. Seit bald fünf Jahrzehnten füllt Reinhard Mey die Konzertsäle und besingt das Leben wie es ist, mal heiter, mal betrübt, auf jedem Fall immer ganz nah am Menschen. Der Künstler ist eine Institution der deutschen Liedermacher-Szene. Zwischen 1967 und 2013 erschienen von ihm 26 Studioalben. Das erste 1967 mit dem Namen „Ich wollte wie Orpheus singen“, das letzte „Dann mach’s gut“ 2013.

Seine Lieder zeichnen sich durch oft umfangreiche Texte und eingängige Melodien aus. Sie sind stark vom französischen Chanson beeinflusst, manche zeigen außerdem Einflüsse von Countrymusik. Mey behandelt in seinen Songs im Wesentlichen aus dem Leben gegriffene Themen: Liebeslieder, Stücke über das Fliegen und den Tod oder einfach nur satirische Betrachtungen.