Handkäs ist der Renner bei der Ober-Hainbrunner Feuerwehr

Handkäs, Kochkäs, Bembel und selbstgemachtes Gulasch: Wenn die Ober-Hainbrunner Feuerwehr zu Tisch bittet, dann gibt es die etwas andere, sehr hessische Speisekarte. Die Jugendwehr hat beim traditionellen Handkäsfest ihren großen Auftritt, denn die Einnahmen gehen in ihre Kasse. Da schmeißen sich die Jugendlichen doch gern in ihre Feuerwehr-Shirts und flitzen an den Bierbänken vorbei. Aber natürlich packt an diesem Tag die Einsatzabteilung mit Anhang mit an.

Über Mittagszeit füllen sich Fahrzeughalle und Vorgelände schnell mit vielen Besuchern, die das namensgebende Gericht probieren möchten. Der Betrieb bis fast zur Straße hin ist kein Problem, da sie in den Nachwehen des Finki-Festivals überregional noch als gesperrt gekennzeichnet ist. Für die Ober-Hainbrunner ist das Fest dieses Mal Stress pur: Seit Donnerstag bei der Brandsicherheitswache rund ums Finki aktiv, dürfen sie nach deren Ende gleich weiter ranklotzen, während es sich die Kollegen auf den Holzbänken gemütlich machen und die anstrengenden Tage runterspülen.

„Der Handkäs ist eine super Konstante“, freut sich Kommandant Stefan Hofmann. 165 Portionen mit Musik waren am Ende des Tages verkauft. Für die Zubereitung ist das Frauenküchenteam im Keller zuständig, das seine ganz speziellen Kreationen einbringt. Am Vortrag wurde die Lieferung eingelegt, damit sie das ganze besondere Aroma bekommt. „Alles wird selbst zubereitet“, sagt der Chef der Stadtteilwehr.

Dazu noch 90 Portionen Kochkäse und als Mittagessen Gulasch – aus dem Keller wird nonstop das Beste aufgefahren. Fürs Gulasch schnippelte Hofmann mit Tränen in den Augen kiloweise Zwiebeln, während sich Klaus Wendler, früher Koch im Rothenberger Hirsch, ums Fleisch kümmerte. „Ab 7 Uhr morgens“, merkt er an. 70 bis 80 Portionen wurden zubereitet. Der Lohn der vielen Arbeit waren leere Kühlschränke: Die Gäste futterten alle Vorräte auf.

Damit’s auch richtig schön zünftig zugeht, haben die Brandschützer etliche Bembel im Umlauf, aus denen der Äppelwoi in Strömen fließt. Auch die Floriansjünger aus dem badischen Brombach werden langsam ans hessische Nationalgetränk herangeführt. Die Badener sind nicht die einzigen Besucher von befreundeten Wehren. Neben den Abteilungen Kortelshütte und Rothenberg (die Finkenbacher waren noch durchs Festival gefordert) sind auch die Hirschhorner und Langenthaler gerne gesehene Gäste.

Zu diesen gesellen sich aber über den Tag auch viele andere Besucher sowohl aus der neuen Stadt als auch von außerhalb. Nach dem HSV-Spiel in Sandhausen kamen auf dem Rückweg noch ein paar Rentner vorbei und feierten den Sieg der Hamburger. Angeschaut werden konnten den Tag über auch die beiden neuen Feuerwehrfahrzeuge.

Seit elf Jahren, mit Einweihung des Feuerwehrhauses am Ortsausgang Richtung Finkenbach, feiern die Floriansjünger nun dort ihr Handkäsfest. Zuvor war man in der freien Natur bei der unteren Hommerischen Quelle zuhause. Ins Leben gerufen wurde die Veranstaltung Ende der 70er Jahre zur Unterstützung der 1975 gegründeten Jugendwehr. In deren Kasse fließt auch der Erlös. Neue Feldbetten werden davon bezahlt.

Zehn Heranwachsende zählt die Jugendwehr, von denen einige an diesem Tag auch eifrig am Bedienen sind, nonstop die Treppe hoch und runter laufen. Natürlich tatkräftig unterstützt von der 21 Köpfe zählenden Einsatzabteilung. 70 Passive und zwischen sieben und acht Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung gehören ebenfalls mit zur Hainbrunner Truppe. 30 Aktive stemmen an diesem Tag das Fest, weitere sind an Auf- und Abbau beteiligt.

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Beim Ritterfest am 1. und 2. September taucht ganz Hirschhorn ins Mittelalter ein

Die Neckarstadt steht am Samstag, 1., und Sonntag 2. September, bereits zum 42. Mal ganz im Zeichen der Historie. Die Hirschhorner Ritter übernehmen das Regiment über die Stadt und laden zum Ritterfest ein. Zwei Tage lang heißt es rund um den Chateau-Landon- und Freien Platz „Hirschhorn lebt im Mittelalter“. Beginn ist an beiden Tagen um 11 Uhr. Das Fest startet auf dem Rathausvorplatz mit der offiziellen Markteröffnung durch die Hirschhorner Ritter und dem Böllerschuss.

Die bekannte Rittergruppe Fictum kommt auch 2018 gerne wieder an den Neckar. Die tapferen Recken aus Tschechien verstehen sich vortrefflich auf den Schaukampf in Rüstung mit historischen Waffen. Dabei außerdem: Kelvin Kalvus, kampfhûs, Ars Mystica, die Rapauken, Dr. Dr. Dr. Bombastus und Leonardo, Ignis Libra & Zacharias der Feuersöldner sowie Ars Floreo. Die vier Musiker von Musica Canora haben mit ihren gotischen Dudelsäcken, Saiteninstrumenten, allerlei Pfeifen und Trommeln sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit der Mittelalterfans.

Beim abendlichen Tavernenspiel mit feurigem Spektakel erleben die Besucher noch einmal alle Akteure zusammen. Die jeweiligen Auftrittszeiten und -orte sind im Ritterfestflyer und auf der Homepage ersichtlich. Ein Markenzeichen des Ritterfests ist immer das große Handwerkerdorf mit unzähligen Mitwirkenden, wo man das alte Brauchtum aus vergangenen Jahrhunderten live erleben kann. Dort lässt sich den zahlreichen Künstlern über die Schulter schauen und so manches über die alten Handwerke erfahren. Zu bestaunen sind beispielsweise Bogenbauer, Scherenschleifer, Quacksalber, Brillenmacher, Papierschöpfer, historische Färberei und vieles mehr.

In der Buchdruckerei von meint man, Guttenberg und Kessler stehen persönlich in der Werkstatt. Auch einen Fellgerber kann man bei der Ausübung seines Handwerks beobachten und die von ihm gefertigten Produkte wie Hausschuhe, Westen oder Felle direkt erwerben. Die Glasmalerei ist eine traditionelle handwerkliche Technik mit einer über tausendjährigen Geschichte. Ausschließlich mit alten originalgetreuen Werkzeugen wird in der Goldschmiedewerkstatt gearbeitet. Gelötet wird auf Holzkohlenglut mit Mundblasrohr.

Ein Meister seines Handwerks ist der Korbflechter. Er bietet seine handgeflochtenen Körbe feil, zeigt ihre Entstehung und bringt den Kindern das Korbflechten bei. Auch das von vielen vergessene alte archaische Handwerk des Mollenhauers wird dargestellt. Der Ausdruck bezeichnet den Beruf, bei dem hölzerne Sautröge komplett aus einem Pappel-Baumstamm gearbeitet werden. Seit über zehn Jahren baut Drehleierbauer Fritz Hirsch Instrumente. Er hat sich ganz dem Holz gewidmet, aus dem die Töne des Mittelalters gelockt werden.

Der Silber- und Bronzeschmied zeigt altes Handwerk mit Vorführungen. Man findet von ihm selbst gefertigte Armspangen, Gewandfibeln, Halsreife und Ringe sowie Amulette und Ohrhänger. Ein Wetterfahnenmacher berichtet über sein Handwerk und fertigt individuelle Einzelstücke von unvergänglichem Wert. Die Liebe zum Bogenbau in der Familie Siebert begann mit Großvater Adolf, der bereits 1948 mit dem Handwerk in der damaligen Wagnerei begann.

Martin und Petra Bauer stellen den Beruf des Flachsbauers und -webers dar. Sie zeigen die Entstehung des Leinenstoffes von der grünen Flachspflanze bis zum fertigen Stoff. Bei dem Futteral- und Schatullenmacher Frank Derikatz gibt es nur höchste Qualität. Er hat so gut wie alles ums Leder zu bieten. Der Korbflechter bietet seine handgeflochtenen Körbe feil, zeigt ihre Entstehung und bringt den Kindern das Korbflechten bei. Unter dem Namen Naowa bringt Myriam Veith sowohl die Kenntnisse über als auch die Kosmetika und Düfte selbst zum Ritterfest.

Allerlei Händler preisen ihre Waren an. Die weiblichen Besucher erfreuen sich an Kränzen aus Getreide und Blumen, mittelalterlichen Gewändern, Taschen, Tüchern, individuellem Schmuck, Kopfschmuck, edlen Steinen, Seifen, Körperölen und Düften, während die Herren sich für Zinnfiguren, Fahnen, Schwerter, Äxte, Rüstungsteile und Helme interessieren. Auch allerhand Nahrhaftes wie Honig, Konfitüren, Marmeladen und Gelees, Gewürze, Kerniges aus der Räucherkammer und Flüssiges vom Metbrauer, Kräuterweine, Frucht- und Sahneliköre werden feilgeboten.

Info: Der ganztägige „Wegezoll“ beträgt 7 Euro, für das Zweitagesticket 10 Euro. Kinder unter „Schwertmaß“ haben freien Durchlass. Der Eintritt für Gewandete beträgt 4/6 Euro. Weiteres unter http://www.hirschhorner-ritter.de

Karmelfest im Karmeliten-Kloster Hirschhorn

Das Fest „Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel“ ist jedes Jahr Anlass für die Karmelitenpatres, in die Klosterkirche und ins Kloster Hirschhorn einzuladen. Es fand ein festlicher Gottesdienst mit Mathias Berger, dem Diözesanjugendseelsorger aus Mainz, als Hauptzelebrant statt. Pfarrer Pater Joshy begrüßte ihn herzlich in Hirschhorn. In seiner Predigt ließ Berger die Geschichte der Karmeliten in Hirschhorn Revue passieren. „Welch‘ ein Segen, dass das Kloster seit 2009 mit fünf indischen Patres wiederbelebt ist“, so seine Worte.

Die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernahmen die Jugend der katholischen Kirchenmusik unter der Leitung von Katharina Weber, unterstützt von Paul Öhrig an der Orgel. Dieser ließ unter anderem spanische Orgelmusik aus dem 18. Jahrhundert erklingen, komponiert von einem Karmeliten aus Madrid. Im Anschluss luden die Patres traditionell ins Kloster ein zu Spundekäse, Brezeln und Karmeliterbier, untermalt von Musik der Jugendband. Auch Gäste aus Mörlenbach, Bad Wimpfen und Wald-Michelbach waren dabei. Denn dort wirken die Patres Cyril, Sijoy und Sudeesh. Pater Linto unterstützt Pater Joshy in Hirschhorn und Neckarsteinach.

Kroos sorgt für die große Party beim Public Viewing im Erbacher Volksbank-Atrium

Es gibt kein Halten mehr. Als Toni Kroos mit seinem Freistoß-Schlenzer in der letzten Minute der Nachspielzeit das 2:1 für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erzielt, geht ein kollektiver Aufschrei durch die Menge, dass das Volksbank-Atrium in seinen Grundfesten erbebt. Deutschland-Fahnen bestimmen das Bild, wildfremde Menschen liegen sich freudestrahlend in den Armen. Der Jubel will kein Ende nehmen, dass mit diesem Sieg in der WM-Vorrunde der Weg zum Achtelfinale wieder offen ist.

Dabei hatte es sich zwischenzeitlich ganz anders ausgesehen. Frustration hatte sich ab Mitte der ersten Hälfte bei den hunderten von Fans breit gemacht, die sich zum Public Viewing zwischen Haus der Energie und Volksbank-Gebäude eingefunden hatten. Nach starkem Beginn der Deutschen war förmlich zu beobachten, wie mit Erwachen der Schweden die Laune vor Ort in den Keller ging.

Dann auch noch das 0:1 in der 33. Minute als Stimmungskiller. Vereinzelte versteckte Jubelrufe zeigen, dass es wohl auch ein paar Fans der skandinavischen Mannschaft im Odenwald geben muss. Doch sie halten sich bedeckt. Beim Rest: hängende Gesichter, heruntergezogene Mundwinkel, schlechte Erinnerungen an der 0:1 gegen Mexiko. Der Kommentar von der großen Leinwand macht es auch gerade nicht besser, wenn er das erste Ausscheiden einer deutschen Mannschaft in der Vorrunde seit x-Jahren beschwört.

Kein guter Zeitpunkt, um ein paar Zuschauer nach ihrer Meinung über die Leistung von Jogis lahmender Elf zu fragen. Knurrige Bemerkungen, ein gegrummeltes „Mies“ oder die Hoffnung auf bessere Zeiten können sich die meisten gerade abringen, wenn sie nicht damit beschäftigt sind, auf dem Grund des Bierbechers einen Blick in die verschwommene Zukunft erhaschen zu wollen.

Die aufgemalten schwarz-rot-goldenen Fahnen im Gesicht drohen immer mehr zu verblassen, die Deutschland-Trikots scheinen in der Wäsche ausgebleicht zu sein, und die mannsgroßen Fahnen flattern etwas verloren um den Körper. Bis zur Halbzeit ist beim großteils jungen Publikum stimmungsmäßig nichts mehr zu holen. Bei der Großchance in der 39. Minute erstickt der Schrei schon im Keim. Keiner scheint mehr so recht ans Wunder zu glauben.

„Sehr schwach“, meint Alex Sizov in der Pause über die Präsentation der Deutschen. Jürgen Fix ergänzt: „In der zweiten Halbzeit muss noch was kommen. Zurzeit passt gar nichts“, kritisiert er. Nach dem vergurkten Spiel gegen Mexiko hätte Sergej Ivanov gedacht, „da kommt heute bisschen mehr“. Auch Gheorghita Radu ist unsicher, „ob die das nochmal drehen werden“. Optimistisch dagegen Wladimir Karpowitsch: „Das machen die noch.“ Mit 3:1 ist sein Tipp fürs Endergebnis sogar ziemlich gut.

Dass er mit seiner Siegprognose Recht behält, lässt die fünf natürlich nach dem Schlusspfiff umso mehr jubeln. Wie überhaupt die Minuten nach dem Ende des Spiels in einem lauten Getöse untergehen. Alles steht, die Arme sind oben, kaum einer hatte noch mit gerechnet. Beste Voraussetzungen für eine große Party. „Einfach nur klasse“, ruft Heinz Schmitt schnell herüber, bevor er weiterjubelt. Selbst die zu Beginn strengen Sicherheitsleute erlauben sich jetzt ein kleines Lächeln.

So schnell gehen die meisten nicht nach Hause – wie überhaupt die Spannung nach dem Ausgleich in der zweiten Hälfte die kompletten zweiten 45 (plus fünf) Minuten zum Greifen war. Der Ausgleich in der 48. Minute reißt das Atrium aus dem kollektiven Tiefschlaf. Sofort ist die Menge wieder da, die Mannschaft wird jetzt immer lautstarker angefeuert. „Jetzt packen die das noch“, sagt Alexander Krauth. Jeder Spielzug wird kommentiert, die Fans leiden mit. Bloß nicht in der Vorrunde ausscheiden. Die immer lauter werdenden Fangesänge starten. Von der Niedergeschlagenheit vor der Pause ist nichts mehr zu spüren.

Und dann das: Gelb-Rot für Boateng. „Völlig übertrieben bei dem Spielstand“, macht vorn einer seinem Unmut Luft. Alle beginnen sich mit dem 1:1 zu arrangieren. Erste Rechenspiele werden angestellt, wie es Deutschland doch noch ins Achtelfinale schaffen könnte. Das Spiel scheint gelaufen. Es folgt Brandts Pfostenknaller zu Beginn der Nachspielzeit. Laute Deutschlandrufe zeigen die angefachte Hoffnung auf den Last-Minute-Sieg. Und dann macht Kroos tatsächlich den alles entscheidenden Treffer. Es gibt kein Halten mehr.

 

Bebendes Festzelt beim Schmucker-Rockabend in Ober-Mossau

Das Festzelt bebte: Beim Rockabend zum Auftakt des Schmucker-Festes sorgten die Bands „BOBbastic“ und „Ballbreakers“ für fette Klänge in der Ortsmitte. Die AC/DC-Coverband „Ballbreakers“ hatte die größten Hits der australischen Hardrocker im Gepäck und glänzte bei den Ohrwürmern mit viel Spielfreude. „BOBbastic“ coverte sich durch die viele Jahrzehnte währende Rockgeschichte und hatte sich die größten Perlen herausgesucht. Vor der Bühne herrschte bis nach Mitternacht ausgelassene Stimmung.

Schwüles Gewitterwetter macht die Gäste auf dem Erbacher Mittelaltermarkt schlapp

Jungs spielen Ritter, Mädchen kleiden sich als Prinzessin: Auf einem Mittelaltermarkt werden die Kinderträume schlechthin wahr. Zum zweiten Mal gastierten „Heimdalls Erben“ aus Biebesheim mit ihrem Spektakel auf dem Wiesenmarkt-Gelände. Dieses Mal mit mehr Platz und mehr Ständen, aber weniger Besuchern. Die schwülheiße Gewitterluft am Wochenende schreckte scheinbar einige Ausflügler ab.

Mit Reiter- und Feuershow, mittelalterlicher Musik, orientalischem Tanz, Gaukelei und Spielmannskunst wurden die Besucher unterhalten. Dazu gab es noch reichlich „Fresserey und Sauferey“ aus früheren Zeiten – oder eher eine Annäherung an das, was man früher zu sich genommen haben könnte. Das Angebot war gegenüber dem vergangenen Jahr deutlich ausgeweitet worden, nachdem es 2017 teilweise schon gegen 17/18 Uhr „ausverkauft“ hieß.

Davon war man allerdings bei der zweiten Auflage weit entfernt. Veranstalter Holger Hörstkamp war mit dem Zuspruch am Samstag unzufrieden. Als es gegen Abend dann auch noch anfing zu platschen, war der Tag mehr oder weniger gelaufen. Der Sonntag entschädigte aber noch einmal mit deutlich mehr Besuchern bei den weit über 50 Marktständen und Lagergruppen.

Als „Prinzessinnen-Macher“ waren Doris Hensen und Günther Marks aus Limeshain mit ihrem mobilen Schmuckstand unterwegs. In Katharina Reeg fanden sie eine interessierte Kundin, die zwar nicht mehr im Mädchen-Alter war, die angebotenen Schmuckstücke aber zu schätzen wusste. Zuerst als Besucher von historischen Märkten unterwegs, starteten Hensen und Marks vergangenen Jahr in Büdingen ihre „Marktkarriere“ mit einer Standarte.

Für ihre selbst hergestellten Waren verwenden sie böhmisches Glas und allergiefreies Metall. Erst nur im Umkreis ihres Heimatorts unterwegs, „fragen uns die Veranstalter inzwischen schon an“, freut sich Marks. „Das ist etwas Ausgefallenes, was man sonst nicht findet“, bekommt er immer wieder zu hören. Auch trudeln immer mehr Aufträge für Kronen herein.

Ein „Dinosaurier“ auf den Mittelalter-Märkten ist Alexs Induashvili. Der Georgier ist inzwischen seit 22 Jahren mit der „Feldbeckerey“ unterwegs, bäckt Brot, belegte Fladen oder Rosinenbrötchen. Eigentlich ist der 57-Jährige ja Atomphysiker. Als er aus Tiflis nach Deutschland kam, wurde aber gerade keiner gebraucht, lacht er. Sechs Jahre später kam die Anfrage für eine Verpflichtung in den Schuldienst. Da hatte Alexs, wie ihn alle nur nennen, aber bereits die Luft der Freiheit auf den historischen Veranstaltungen geschnuppert.

Außerdem war er natürlich nicht mehr in der (Physik-)Materie drin, sodass er das Angebot ausschlug. Heute ist er deutschlandweit mit seinem auf historisch getrimmten Bäckerwagen und Feldofen unterwegs und schätzt das ungebundene Leben. Seine Heimat hat er in Wilgertshausen in der Pfalz gefunden. „Da habe ich meine absolute Ruhe“, lacht er. Mobilfunknetz gibt es erst wieder fünf Kilometer weiter.

Auch wenn Heimdall als nordischer Gott dem Team seinen Namen gab, sind seine Erben eigentlich ein ganz traditionelles Familienunternehmen. Mutter Margarethe Hörstkamp sitzt mit ihren 78 Jahren an der Kasse, Vater Hans betreibt trotz seiner 82 den Bratwurststand. Der 54-jährige Holger wiederum steigt bei der Reitershow aufs Pferd und gibt im ewigen Kampf Gut gegen Böse mit Lust den schwarzen Ritter. Ein festes Team von acht Personen schmeißt die komplette Veranstaltung.

Neben etlichen Verkaufsständen mit Fellen, Silberschmuck, Senf, Räucherwerk, Lederwaren, Met, Korbwaren, Fellen oder Gewürzen waren bei den Kindern vor allem die Mitmachangebote beliebt. Auch das Kamelreiten war ein Renner. Für die Erwachsenen gab es vielerlei Handarbeit zu bestaunen: so Lederarbeiten mit Metall, die Herstellung des eigenen Gürtels oder Schmuckkreationen nach eigenen Vorstellungen.

Patut der Gaukler vermochte Klein und Groß mit seinen Jonglage-Kunststücken zu bannen. Bei der Musik-Gruppe „Heidenlärm“ war natürlich der Name Programm. Die Spielleute „Maleficius“ kamen ganz klassisch mit Dudelsack, Gitarre und Nickelharpa rüber, während die Tribal Dance Tanzgruppe „Sharzad“ für orientalisches Flair sorgte. Chandra und Shanti waren für die tänzerischen und Feuer-Elemente zuständig.

Mehr Bilder hier:

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Posted by Thomas Wilken on Thursday, June 14, 2018

 

Dhalias Lane bringt heute (9. Juni) fetzigen Irish Folk in Perfektion nach Brensbach

Dhalias Lane, eine der ersten Adressen in Sachen Irish und Celtic Folk in Deutschland, kommt heute Abend (9. Juni) zum Irischen Abend in die Kleinkunstkneipe „Alte Post“ in Brensbach. Beginn ist um 20.30 Uhr (Einlass 19 Uhr). Veranstaltungsort: Heidelberger Straße 23, 64395 Brensbach. Vielen Fans ist die Band noch unter dem Namen „Wild Silk“ in guter Erinnerung. Auch heute sind mit Berk Demiray (Gitarre) und Rainer Burgmer (Flöten) noch zwei Musiker der Stammbesetzung mit an Bord.

So wundert es auch nicht, dass Dhalias Lane neuerdings wieder viele alte Wild-Silk-Stücke im Gepäck haben, auf die sich die Fans besonders freuen dürfen. Der Zauber der keltischen Musik mit seinen traumhaften Balladen und mitreißenden Tänzen verschmilzt mit gefühlvollen Eigenkompositionen, orientalischen und mittelalterlichen Elementen sowie südländischen Einflüssen zu einem musikalischen Gesamtkunstwerk, das an Ausdruck und Intensität Maßstäbe setzt und die Menschen begeistert.

Mit mehr als 1400 bundesweit gegebenen Konzerten, zahlreichen Auftritten in Funk und Fernsehen sowie sieben produzierten CDs gehören Dhalias-Lane zu einer der renommiertesten und beständigsten Gruppen dieses Genres hierzulande. Mit ihrer „Teufelsgeigerin“, der Musikpädagogin Bozena Woitasky, und Berk Demiray, der zu einem der besten Gitarristen der keltischen Musikrichtung zählt, wird die sympathische Gruppe für Gänsehaut-Stimmung sorgen und die Gäste auf eine beeindruckende musikalische Reise entführen.