In der Hirschhorner Altstadt wird es weihnachtlich

Nach der erfolgreichen Neuauflage des Hirschhorner Weihnachtsmarktes vor drei Jahren und den gelungenen Fortsetzungen findet die Veranstaltung am dritten Adventswochenende wieder in der Altstadt statt. Jeweils von 14 bis 21 Uhr sind am Samstag, 15., und Sonntag, 16. Dezember, 33 Aussteller in der Hauptstraße zwischen dem Rathausvorplatz und dem Marktplatz zu finden, die allerlei Advent- und Weihnachtliches anbieten. Natürlich kommt auch das leibliche Wohl an verschiedenen Orten nicht zu kurz.

Offizielle Eröffnung ist am Samstag um 16 Uhr am Stadtcafé in der Hauptstraße. An diesem Tag ist ein Holzkünstler vor Ort, der am Rathaus mit der Kettensäge Holzstatuen fertigt. „Der Hirschhorner Weihnachtsmarkt wird von den Besuchern super angenommen“, bilanziert Marianne Heisner, die damals wie heute zusammen mit Christian Grimm die Veranstaltung organisiert. „Alle sind begeistert.“

Nach 23 Jahren Pause gab es 2015 endlich wieder einen Adventsmarkt, der von den Einheimischen zwischenzeitlich sehnlichst gewünscht worden war. „Die Straße war bisher immer voll“, blickt Marianne Heisner zurück. Besucher kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus dem Odenwaldkreis, der Region Bergstraße sowie Heidelberg und Mannheim, beobachtete sie. „Wir waren jedes Mal rundum zufrieden.“

Die Teilnehmer stammen natürlich zum Großteil aus Hirschhorn, aber auch aus Weinheim und Aglasterhausen. Es werden selbstgefertigte Strickwaren und Kinderkleidung, Socken, hausgemachte Liköre, selbsthergestellte Weihnachtsdeko, Holzherzen, Lederschmuck, Kerzen, Honig, Pralinen, Blumengebinde, Marmelade und vieles mehr angeboten. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. Im Gewölbekeller der Hauptstraße 32 gibt es bei Marianne Heisner leckeren Glühwein und Bratwurst.

Den Geschenkideen sind keine Grenzen gesetzt. Das Angebot ist auf dem Hirschhorner Weihnachtsmarkt sehr vielseitig, sodass niemand ohne das passende „Last-Minute-Geschenk“ für die Verwandt- oder Bekanntschaft nach Hause gehen muss. Am Samstag um 16 und 17 Uhr sowie am Sonntag um 15, 16 und 17 Uhr zeigt ein Puppenspieler in der Hauptstraße seine Künste.

 

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Auf der Country-Road von der Pfalz ins Odenwälder Hüttenwerk

Ein Mann und seine Gitarre. Dazu noch das Lederband mit Sonnenbrillen- und Cowboy-Hut-Outfit, der verwegene Vollbart und die volltönende Reibeisenstimme: Fertig ist die Country-Illusion, wie sie Danny Wünschel im Hüttenwerk verbreitet. Country und Americana ist bei ihm nicht nur etwas für Cowboyhut-Liebhaber. Wünschel widerlegt dieses Klischee, indem er neue Wege geht, aber gleichzeitig die „Tradition“ bewahrt und in die Gegenwart transportiert.

In bester Singer-/Songwriter-Manier steht der Musiker vor den Gästen und erzählt seine musikalischen Geschichten, die er immer wieder mit ein paar launigen Ansagen garniert. Wünschel kann sich mit den Titeln „Bester Country-Sänger“, „Bestes Country-Album“ und Beste Country-Band“ aus dem Jahr 2017 schmücken, eingeheimst beim 35. Deutschen Rock- und Pop-Preis. Im Hüttenwerk zeigt er, dass diese Auszeichnungen nicht von ungefähr kommen, als der Musiker sowohl eigene Stücke als auch Klassiker des Genres professionell zum Besten gibt.

Als „Danny & the Wonderbras“ ließ sich Wünschel musikalisch ab 2005 eher in die Rockabilly-Schiene einordnen, wobei sich in den Folgejahren bereits Country-Einflüsse bemerkbar machten. Anfang 2016 dann der Umbruch:  Er lässt den Rock’n’Roll hinter sich und arbeitet an seiner Solokarriere als Singer-Songwriter. Vom Debütalbum „Lonesome Road“ wurde der Song „Laura Wood“ für den deutschen Countrypreis als „bester Song 2016“ nominiert.

Wünschel kommt auf der Bühne rau, unverfälscht, kantig rüber. Ihm nimmt man die vielen Geschichten und Eindrücke ab, die er in seinen Liedern verarbeitet. Den Titelsong seines Albums „Lonesome Road“ verkörpert er als der einsame Wolf auf der Bühne, der seinen Weg trotz aller Widerstände geht. Trotz eines vermeintlich harten Äußeren ist hinter der Fassade fragile Nachdenklichkeit zu spüren. Ein bisschen Südstaaten-Romantik darf nicht fehlen. Wünschel zitiert auch ein paar seiner Vorbilder wie Johnny Cash, Kris Kristofferson oder Merle Haggard.

Langbein-Museum mit neuem Internetauftritt auf www.museum-hirschhorn.de

Das Langbein-Museum Hirschhorn hat ein neues, virtuelles Gesicht. Die gerade ins Netz gestellte Webseite http://www.museum-hirschhorn.de ist seit kurzem freigeschaltet und vermittelt nun einen neuen, frischen Blick auf und in das Museum. Der moderne Look sowie die schlüssige und unkomplizierte Besucherführung sollen richtig Lust machen auf einen Besuch vor Ort. Deshalb werden auf der Homepage auch nicht zu viele Details verraten. Vielmehr sollen die Online-Nutzer neugierig gemacht werden auf eine außergewöhnlich(e) interessante Sammlung.

Der Besucher erfährt auf der Webseite alles, was er vor einen Besuch wissen muss – über das Museum, über Carl Langbein, den Besuch seines berühmten Gastes Mark Twain und über die ehrenamtlichen Helfer des Freundeskreises Langbein’sche Sammlung. Er kann aktuelle Ereignisse nachlesen und sich über künftig anstehende Termine informieren. Diese Rubriken werden sich laufend ändern und es lohnt sich, hier immer mal wieder reinzuschauen.

Einzelne Exponate sollen von Zeit zu Zeit einen Sonderplatz erhalten. Auch Zustiftungen und ihre Stifter können vorgestellt werden. Die Struktur der Seiten bietet viel inhaltlichen Gestaltungsspielraum. Die Heidelberger Agentur Monobloc mit Geschäftsführer Frank Deutschmann zeichnet – ehrenamtlich – für das Design und die Programmierung der Seite verantwortlich. „Ohne diese Experten und ihre Erfahrung hätten wir kaum ein solches Ergebnis erzielen können“, ist sich die zweite Vorsitzende Aloisia Sauer sicher.

Ein großes Dankeschön galt dem aktiven Mitglied und Beirat im Vorstand des Museumsvereins, Dr. Wolfgang Schuler, der über viele Jahre den bisherigen Webauftritt des Museums betreute und mit seinem Einsatz dafür sorgte, dass sich Besucher aus aller Welt online informieren konnten. Dr. Schuler unterstützte die Erneuerung der Webseite und sprach ihr als erster Online-Besucher den Machern ein „dickes Lob“ aus.

Info: http://www.museum-hirschhorn.de

Kunst „vun do“: Wochenende der offenen Ateliers bei Jens Hafner und Enno Folkerts

Die beiden Hirschhorner Künstler Jens Hafner und Enno Folkerts öffnen am Wochenende des 8. und 9. Dezember ihre Ateliers. Bei Folkerts in Langenthals Waldmichelbacher Straße 2 (alte Pappenfabrik Mayr) ist von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, bei Jens Hafner in Ersheim von 17.30 bis 20.30 Uhr (Brentanostraße 8). Für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wo und wie Kunst entsteht, was alles dazugehört und dahintersteckt, ist das ein Wochenende zum Schauen, Genießen, Plaudern und Entschleunigen.

Jens Hafner studierte an der Freien Kunstakademie Mannheim unter anderem bei Konstantin Voit. Stilistisch kann man einen Einfluss der Leipziger Schule erkennen, die die figurative Malerei seit Jahren neu belebt. Typisch sind assoziative Blicke auf eine ganz persönlich erlebte Realität, die in mehreren Bildebenen auf der Leinwand vereint werden. Die Welt erzählt sich wie in einem Traum, der rational nie ganz aufgelöst werden kann und geheimnisvoll bleibt. Man könnte fast von einer romanischen Weltsicht sprechen, die Hafner phantasievoll und mit großer Lust am Malen in unsere Zeit herüberholt.

Enno Folkerts verfügt über ein auffallend vielseitiges Repertoire an Themen und Techniken. Dazu gehören Fassaden- und Fenstermotive in fotorealistischer Manier, aber ebenso seine „metaphysischen Bilder“, in denen die Themen Zeit, Dekadenz und Untergang eine wichtige Rolle spielen, in denen jedoch auch die morbide Schönheit der Motive offenbart wird. Er arbeitet ebenso an Bildern im abstrakt-expressionistischem Stil, Collagen, Assemblagen oder Akte – „Kunst halt“, schmunzelt er. Arbeiten von Folkerts waren schon auf über 80 Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Seine Intention ist die pure Lust auf das Bild.

Sturm und Käfer lassen Nadelholz-Preise purzeln

Wohl dem Waldbesitzer, der viel Laubholz in seinen Beständen hat. Dafür sind derzeit noch gute Preise zu erzielen. Beim Nadelholz sieht es eher duster aus. Sturmtief „Friederike“ und der Borkenkäfer setzten vor allem der Fichte stark zu und ließen die Preise purzeln. Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, und sein Stellvertreter Sebastian Vocilka skizzierten die aktuelle Marktlage auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG). Diese umfasst die angegliederten Gemeinden des Forstamts Beerfelden, also auch Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach.

Der südliche Odenwald wurde im Januar von Friederike einigermaßen verschont, erläuterte Forstamtsdirektor Sasse. Im Bereich des Forstamts Beerfelden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen. Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern.

Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Allein in Hessen seien eine Million Festmeter betroffen. Bisher wurden im Forstamtsbereich Beerfelden bereits 40.000 fm weggeschafft, wobei er fürs komplette Jahr mit 60.000 rechnet. Betroffen ist vor allem die Fichte – die im Odenwald vorherrschende Baumart, mit der das meiste Geld verdient wird.

Das Problem beim Borkenkäfer: Er ist kein einjähriges Phänomen. „Das dauert mehrere Jahre, bis er wieder verschwunden ist“, so der Forstamtschef. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 plagte der Buchdrucker den heimischen Wald bis 2007. Sasse geht davon aus, dass somit in den kommenden Jahren immer um die 60.000 fm Schadholz anfallen, das auf dem Markt den Preis drückt.

Wie stark, machte Sebastian Vocilka deutlich. Vor einem Jahr erzielt das Forstamt noch 92/93 Euro für den Festmeter Fichte. Aber: „Ab dem 18. Januar ging es abwärts.“ An diesem Tag zog Friederike über Deutschland. Käferholz lässt sich derzeit für 45 bis 50 Euro verkaufen, „Tendenz fallend“. Beim Nadel-Frischholz, das allerdings wenig nachgefragt wird „sind wir von den früheren Preisen weit entfernt“, sagte er.

Er empfahl deshalb den Waldbesitzern, erst einmal das Schadholz aufzuarbeiten und den Rest stehen zu lassen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, so der Forstamts-Mitarbeiter. Zwar betreffen die Schäden vor allem die Fichte, „aber der Kieferpreis wurde mit runtergezogen“, bedauerte Vocilka. Lediglich die Douglasie „bringt ordentlich Geld“. Hier sind die Preise mit 100 Euro/fm stabil.

Mit Laubholz wie Buche, sonst oft das Stiefkind, „kann man derzeit viel Geld verdienen“, erläuterte er. Preise für Eichenholz „schießen durch die Decke“. Vocilka empfahl deshalb, wenn möglich diese Baumarten einzuschlagen, frisches Nadelholz stehen zu lassen und erst einmal das vom Borkenkäfer befallene zu verwenden. Kollegin Gudrun Kranhold ergänzte, dass im vergangenen Jahr im Privatwald sowieso weniger als zuvor eingeschlagen worden sei.

In ihrem Geschäftsbericht für 2017 sprach sie von einem Mitglieder- und Flächenzuwachs bei der FBG. Im vergangenen Jahr wurde auf knapp 900 Hektar gekalkt. Der Kassenstand ist laut Kranhold weiterhin ansehnlich im Plus. Sie betonte, dass die Kassengeschäfte wie bisher weitergeführt werden können, da die fusionierte Stadt Oberzent in den Vertrag von Beerfelden eintrat, wo dies zuvor Hans Mader erledigte. Der übernimmt auch weiterhin die Kasse. Die Geschäftsführung der FBG bleibt in den Händen des Forstamts Beerfelden.

Da der bisherige Vorsitzende Gottfried Görig, vormals Bürgermeister in Beerfelden, nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Ralf Kredel (Etzean), bisher Stellvertreter, übernimmt den Posten. Ihm zur Seite steht nun Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer als neuer Stellvertreter.

Odenwald will sein Holz selbst vermarkten

Die Holzvermarktung in Hessen muss neu organisiert werden. Ab 1. Januar 2019 darf Hessen Forst das Holz der Kommunen nicht mehr verkaufen. Eine Ersatzvermarktung muss somit dringend her. Für Oberzent läuft das auf einen Zweckverband der Odenwaldkreis-Kommunen hinaus, erläutert Bürgermeister Christian Kehrer. Daran anschließen können sich die angrenzenden Orte des Landkreises Bergstraße, sofern sie auch im Odenwald liegen. Bei ihnen sind die Interessen ähnlich gelagert.

Alles begann mit dem Urteil des Bundeskartellamts aus dem vergangenen Jahr gegen eine angebliche Machtkonzentration in den Händen der baden-württembergischen Forstämter. Die waren – wie die hessischen auch – für Beförsterung und gleichzeitig Holvermarktung zuständig. Zu viel der Kohle, zu viel Einfluss meinte das Gericht. Dieses Urteil schlägt nun auch ins Nachbarbundesland durch. Eile ist geboten.

Der Rathauschef macht keinen Hehl daraus, dass er die neue Lösung für falsch hält. „Die bisherigen Synergieeffekte fallen weg“, betont er. Hessen Forst konnte bis zu diesem Jahr die Holzernte aus Landes-, Privat- und Kommunalwald in einem Schwung abernten und unter die Abnehmer bringen. Das geht jetzt nur noch für die ersteren beiden. Was für die Gemeinden heißt, dass ein zwischengeschalteter Unternehmer ebenfalls sein Geld haben will, was vom Gewinn abgeht. Vor dem Hintergrund sowieso sinkender Preise und dem Buchdrucker-Befall keine glänzenden Aussichten.

Ursprünglich waren sechs Holzvermarktungsorganisationen auf Landesebene geplant, so Kehrer. Doch diese Gebilde stellten sich als zu groß und zu unterschiedlich gelagert heraus. Eine Stadt wie Oberzent, deren Fläche zu 70 Prozent von Wald bedeckt und für die das Holz ein veritabler Wirtschaftsfaktor ist, hat andere Interessen wie etwa Darmstadt, wo dem Wald vor allem eine Erholungsfunktion zukommt, führt er aus.

Auch die Variante, Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis unter ein Dach zu bringen, „war nicht der Favorit“, betont er. Dazu ist das Ried in der Rheinebene zu weit weg und völlig anders aufgestellt, was sich schon an der Waldfläche bemerkbar macht. Deshalb sind Oberzent (2400 Hektar) und Wald-Michelbach (1600 Hektar) als waldreichste Kommunen in den beiden Kreisen nun federführend bei der Neuorganisation, die die Gemeinden im Odenwald mit viel Waldbesitz kreisübergreifend zusammenführend soll. Aus dem Landkreis Bergstraße sind weiterhin Gras-Ellenbach, Abtsteinach, Hirschhorn, Neckarsteinach, Fürth und Mörlenbach mit involviert.

Zum einen muss es zwar schnell gehen, zum anderen sind aber „die Förderrichtlinien des Landes sind noch nicht draußen“, bedauert der Bürgermeister. Denn bei einer solchen Neuorganisation schießt das Land je nach Größe bis zu 500.000 Euro. Im konkreten Fall dürften es 200.000 Euro sein. „Wir sind zeitlich im Verzug“, so Kehrer. Es sollte dieses Jahr noch eine Entscheidung getroffen werden, um 2019 Beschlüsse fassen zu können.

„Wir haben eine Vorlage erstellt und eine Satzung ausgearbeitet“, erläutert das Stadtoberhaupt. Derzeit läuft die rechtliche Prüfung. Es geht um ein „verbindliches Gebilde“ in Form eines Zweckverbands oder eine Anstalt öffentlichen Rechts. Er rechnet damit, dass die entsprechenden Beschlussvorlagen in die Novemberrunde der verschiedenen Gremien kommen.

 

„Enemy Inside“ aus dem Aschaffenburger Raum ist mit dem Album „Phönix“ erfolgreich

„Mein größter Wunsch ist, mit der Musik, die ich liebe, erfolgreich zu werden“, sagt Dominik Stotzem. Der Dieburger ist mit der Metal-Band „Enemy Inside“ auf dem bestem Weg, dieses Ziel zu erreichen. „Das ist eine Gruppe mit unglaublichem Potenzial“, hat der 34-jährige Bassist festgestellt. „Mit der kann ich es mir gut vorstellen, durch die Welt zu touren.“ Bisherige Auftritte im deutschsprachigen Raum zeigen, dass die Band mit ihrer ersten Veröffentlichung „Phoenix“ in der Szene sehr gut ankommt.

Enemy Inside mit Mitgliedern aus dem Großraum Aschaffenburg formierte sich im Laufe des Jahres 2017. Als „Dark-Rock“ und „Modern-Metal“ bezeichnen die fünf Musiker ihr Genre. Da sich die Texte und die Story hinter dem Album wie ein roter Faden an den Themen „Scheitern und wieder aufstehen“ sowie „Den inneren Feind bekämpfen“ entlanghangeln, passt diese Einsortierung ganz gut, meint der Dieburger.

Sängerin Nastassja Giulia und Gitarrist Evan Koukoularis (auch bei Mystic Prophecy aktiv) lernten sich beim Studium an der Pop-Akademie in Mannheim kennen. Dort starteten sie das gemeinsame Songwriting. „Als sich erste brauchbare Kompositionen hören lassen konnten“, schmunzelt Stotzem, gründete sich das Projekt rund ums musikalische Geschehen.

Aus dem Projekt wurde eine Band, als David Hadarik (seit Jahrzehnten mit Giulia befreundet) für die Rhythmus-Gitarre gewonnen wurde, Stotzem für die tiefen Töne und Felix Keith an den Drums die Rhythmus-Sektion komplettierte. Hadarik und Keith sind in der Aschaffenburger Musikszene schwer aktiv. Somit gab es kein Casting, grinst der Bassist, „sondern die Band formte sich unter Freunden mit hohen musikalischen Ambitionen“.

„Jeder Musiker steht voll und ganz hinter dem Produkt“, hebt er hervor. „Zum Glück“ bringt jeder einen eigenen Stil mit ein, der sich harmonisch ins Gesamtkonzept einfügt. Das Songwriting übernehmen jedoch federführend Giulia und Koukoularis, damit der rote Faden beibehalten wird – „obgleich die Musik am Ende eine demokratische Entscheidung aller ist“. Ein namhafter Mischer kam dazu: kein geringerer als der Schwede Henrik Udd, 2017 mit dem Heavy Music Award ausgezeichnet, der bereits „The Architects“, „Hammerfall“ und „Delain“ im Studio hatte.

Seit Ende September ist die CD in den Regalen zu finden. Das Gefühl, nach einer monatelangen, sehr harten und kompromisslosen Arbeit das Ergebnis in den Händen zu halten, „ist kaum erklärbar oder vergleichbar“, beschreibt der Bassist das besondere Gefühl. Mit „ROAR“ (Rock of Angels Records) habe man einen kompetenten Partner gefunden, „der einen sehr guten Ruf genießt“.

Der gebürtige Frankfurter Stotzem verdiente sich ab 1999 die ersten musikalischen Sporen in der Schulband „Fall Out“ des dortigen Lessing-Gymnasiums. Später entwickelte sich die Gruppe zu einem professionellen Projekt namens „Beyond the Bridge“. Dabei lernte er auch Nastassja Giulia kennen. Die Band brachte 2012 das Album „The Old Man and the Spirit“ auf den Markt und erfreute Fans von Progressive Rock. Das renommierte ProgPower USA-Festival oder der Support von Künstlern wie Fates Warning, Haken oder Fish waren Stationen.

Parallel zum Progressive-Metal „schlägt mein Herz seit meinem 14. Lebensjahr für den Classic Rock“, erzählt der Wahl-Dieburger. Led Zeppelin, Black Sabbath, Uriah Heep und nicht zuletzt Deep Purple und Rainbow brachten ihn dazu, seine musikalische Vorliebe bei der Tributeband „Purple Rising“ auszuleben. Mit starkem Fokus auf die unsterblichen Hits von Deep Purple tourt die Band bereits seit 2011. Sie gibt ihm auch die Chance, „oftmals vor mehreren tausend Fans zu spielen“.

Musikalische Vorbilder hat jeder, erzählt der 34-jährige gelernte Veranstaltungskaufmann, heute als Event-Manager aktiv. „Aber ich werde niemals auch nur einem dieser das Wasser reichen können.“ Und vielleicht auch nicht einmal die Hand, lacht er. Musik ist für Stotzem immer mit sämtlichen Gefühlen und Emotionen verbunden, „egal ob Liebe oder Hass, Freude oder Trauer, Wut oder Partystimmung“. All das lässt sich in einer Bühnenshow mit geschlossenen Augen vereinen, sagt er.

„Zur Musik kam ich wie jeder Bub mit diesem Musikgeschmack, selbstverständlich durch eine außerordentlich sortierte Plattensammlung im Elternhaus. Mein Vater nahm mich mit zarten 14 Jahren mit auf ein Konzert von Page & Plant (Led Zeppelin), da war es um mich geschehen: Konzertbesuche von Kiss, Deep Purple, Eagles, Jethro Tull, Meatloaf, Joe Cocker und Roger Waters folgten. Stets zusammen mit meinen besten Kumpels aus Zeiten meiner Schulband, die ähnliches erfuhren wie ich. Irgendwann bin ich dann bei Dream Theater hängen geblieben, einer Musik, die so unglaublich vielseitig, kreativ und emotional ist: Progressive-Rock. Dann folgten Expeditionen auf diverse Festivals wie Wacken. Heute kann ich behaupten, Gast auf mehr als 25 Festivals gewesen zu sein, davon alleine 13 Mal Wacken – in meinen Augen die Mutter aller Rockfestivals.“

Besetzung Enemy Inside: Nastassja Giulia (Gesang, Texte), Evan Koukoularis (Lead-Gitarre, Komposition, Produktion), David Hadarik (Rhythmus-Gitarre), Dominik Stotzem (Bass), Felix Keith (Schlagzeug). Mehr unter www.enemy-inside.com. Nächster Auftritt am Samstag, 20. Oktober, 21 Uhr, anlässlich des Jubiläums „Zehn Jahre Rockclub“ in der Halle 02 Heidelberg.

(Foto: Fabian Klein)