Das alte Hirschhorn wird wieder lebendig: Altstadtfreunde haben für 2018 einen neuen Kalender mit früheren Stadtmotiven zusammengestellt

Nach einem Jahr Pause gibt es ihn wieder: den Kalender mit Motiven aus der Neckarstadt, veröffentlicht vom Verein der Altstadtfreunde. Seine Fans dürften den Vorverkaufsstart am 21. Oktober sehnsüchtig erwarten. 13 Motive inklusive Deckblatt haben die Verantwortlichen dieses Mal unter dem Titel „Hirschhorn wie es einmal war…“ für 2018 zusammengetragen. Zum sechsten Mal lässt sich so die Stadt in jedem Monat auf besondere Weise erfahren.

Hirschhorner Gaststätten, Geschäfte, Ortsimpressionen, Originale und die Fastnacht bildeten in den vergangenen Jahren die Themen des begehrten Kalenders. „Wir haben etwas längere Zeit für neue Ideen gebraucht“, begründet Altstadtverein-Vorsitzender Reiner Lange die einjährige Pause. Zusätzlich waren die drei Hauptverantwortlichen beruflich stark eingespannt. Als man dann im Frühjahr in die Diskussion einstieg, fiel das zeitlich zusammen mit Langes Sichtung des Nachlasses seines Vaters Heinz.

Dieser war viele Jahre Vorsitzender der Freunde der Hirschhorner Altstadt gewesen – ein Ehrenamt, in dem ihm der Sohn nachfolgte. Der Fundus war sehr umfangreich. So trug man dann Ansichten zusammen, die Hirschhorn vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zeigen. Die unterschiedlichen Blickwinkel auf die Stadt mit ihren Straßen und Gassen lassen erahnen, welche Veränderungen sich ergaben, aber auch welche Konstanz es noch gibt.

Mit der Bildauswahl, so Reiner Lange, „haben wir versucht, möglichst viele Facetten unserer Stadt aus der vergangenen Zeit zu beleuchten“. Nicht immer sah früher alles schöner aus. „Doch nehmen uns die Aufnahmen mit auf eine Zeitreise durch unsere Heimatstadt.“ Die zeitliche Einordnung der Aufnahmen und Postkarten ließ sich entweder durch Stempel, Datierungen oder genaue Inaugenscheinnahme der baulichen Aspekte erreichen.

Die verschiedenen Blickwinkel werden durch Bilder von Vorder- und Hinterstädtchen, Kirche und Schloss, aber auch Ersheim, Kapelle, Marktplatz, Hauptstraße, Klostergasse oder Neckaralm deutlich. Gerade dieses Motiv der ehemaligen Gaststätte aus den 1920er Jahren im September 2018 „fällt aus dem Rahmen“, macht Lange die Seltenheit deutlich. Denn normalerweise gibt’s Bilder nur aus der anderen Richtung. Dieses mit dem Schloss im Hintergrund, von Moosbrunn kommend, ist etwas Besonderes.

Die Neckaralm gibt es schon längst nicht mehr, sie wurde 1969 geschlossen. Zahlreich sind die Erzählungen über die verschiedenen Sperrstunden. Denn die Gaststätte wurde zwar Hirschhorn zugerechnet, lag aber auf badischer Gemarkung. Und die Sperrstunde differierte um eine Stunde von Land zu Land… Auch der Mai 2018 ist eine Seltenheit: Hier ist die Postkarte zum Anlass des Wettsingens aus dem Jahr 1906 abgebildet, ausgerichtet vom Sängerbund Neckartal. Ein wirkliches Unikat.

„Nicht für jede gute Idee gibt es immer Material“, erläutert Lange, dass es zahlreiche Anregungen gab. Die sich aber dann leider mangels Masse nicht verwirklichen ließen. Denn Resonanz aus der Bevölkerung bekommen die Altstadtfreunde immer viel. Mit der rechnet der Vereinsvorsitzende auch nach Veröffentlichung. „Da kommt von unseren Rentnern bestimmt noch der eine oder andere Tipp“, schmunzelt er.

Denn alles konnten die Initiatoren auch nicht zuordnen. So gibt es auf dem Februar-Motiv mit evangelischer Kirche, Kloster und Altstadt (entstanden in den 1950er Jahren) im Vordergrund ein kleines Gebäude, das Lange nicht bestimmen kann. Was er weiß: Die in der Bildmitte sichtbare Rennescheuer existiert nicht mehr. Dafür heute die Umgehungsstraße, wovon zu dieser Zeit noch nichts zu sehen. Hier plätschert der Neckar noch bis praktisch an die Stadt- und Kirchenmauer.

Info: Kalender 2018 „Hirschhorn wie es einmal war…“, herausgegeben vom Verein Freunde der Hirschhorner Altstadt, limitierte Auflage 300 Stück, Preis 13 Euro, Verkaufsstart am Samstag, 21. Oktober von 11 bis 13 Uhr am Freien Platz. Der Kalender ist ab Montag, 23. Oktober, in den Verkaufsstellen Sparkasse und Volksbank, Schreibwaren Münz und Sportlerheim „Bei Ätsche“ erhältlich.

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„E3“ gastiert am 28. Oktober im Hüttenwerk Michelstadt

„Musik muss berühren, sonst ist sie belanglos“, meint Thomas Wimmer. Er ist Schlagzeuger der Akustik-Band „E3“, die am Samstag, 28. Oktober, um 21.30 Uhr (Einlass 20.30 Uhr) im Hüttenwerk auftritt. „Back to the roots“ präsentiert die Band um Mark Patrick (ehemaliger Frontmann von „Paddy goes to Holyhead“) ihren Stil aus American Folk gespickt mit Blues-, Westcoast- und Irish Folk-Elementen. Die gelungenen Eigenkompositionen wechseln sich ab mit kreativen Coversongs im E3-Sound.

Der hervorragende vierstimmige Satzgesang ist eine Hommage an alte Klassiker von Poco, The Eagles sowie Crosby, Stills & Nash. Solo-Einlagen gibt es unter anderem Peter Reimer, als Instrumentalist mehrfacher deutscher Rock- und Pop-Preisträger, auf Gitarre und Mandoline. Von diesem einmaligen Musikerlebnis bis zur Moderation: Der Abend nimmt das Publikum mit auf eine akustische Reise – mit den Emotionen und dem Geist, mit den Ohren und den Herzen.

E3 steht dabei für „The Essence Of Emotional Energy“. Die hessische Akustik-Band gilt mit ihren virtuosen Instrumentalisten und gleich vier Solosängern, die auch im Satzgesang hervorragend miteinander harmonieren, als Garant für abwechslungsreiche, unterhaltsame Konzerte auf musikalisch hohem Niveau. E3 sind: Mark Patrick (voc, git), Erhard Koch (voc, b), Thomas Wimmer (dr, perc), Ralf Olbrich (voc, git, sax), Peter Reimer (voc, git, mando) und Gunnar Jürgens (fiddle).

„Iron – Made in Germany“ und „Crusader“ nehmen die Fans im Hüttenwerk mit in die Hoch-Zeit des Heavy Metal Anfang der 80er Jahre

Nur gut, dass Bruce Dickinson nicht auf dem Konzert von „Iron – Made in Germany“ im Hüttenwerk war. Denn der Shouter des Iron-Maiden-Originals wäre blass vor Neid geworden, was sein Epigone Bernd Glomsda da auf der Bühne ablieferte. Perfekt bis ins Detail zauberte der Sänger die Knaller der britischen Heavy-Metal-Legende auf die Bühne, dass es sich mit geschlossenen Augen wie das Original anhörte. Vor der Huldigung an die „Eisernen Jungfrauen“ von der britischen Insel hatte die Mannheimer Band „Crusader“ die besten Jahre von „Saxon“ wieder aufleben lassen.

„Das gemeinsame Ziel ist das Erschaffen einer perfekten Iron-Maiden-Illusion“ hatte sich die Band bei Gründung 2010 vorgenommen. Das kann als völlig gelungen betrachtet werden. Die fünf Musiker aus dem Südhessischen nehmen die – leider etwas wenigen – Fans mit auf eine Zeitreise in die „goldenen“, besten Jahre der Mitbegründer des NWoBHM, des New Wave of British Heavy Metal. Anfang der 80er Jahre räumten Iron Maiden mit ihren Alben so richtig ab.

Mit Bruce Dickinson am Mikro kam der richtige Durchbruch. „The Number of the Beast“, „Piece of Mind” und „Powerslave” sind die Klassiker aus dieser Zeit. Bis hin zum 1988er Album „Seventh son of a seventh son“ reicht die Setliste. „Hallowed be thy name“ als Abschluss des regulären Programms, auf das drei Zugaben folgten, ist leuchtendes Beispiel dafür, wie das Quintett die Heroen aus vergangenen Jahren hochleben lässt: Glomsda schreit sich die Seele aus dem Leib, erreicht mit seiner Stimme Höhen, von den Dickinson nach 40 Jahren im Musikgeschäft nur noch träumen kann.

Jens Richter und Marco Wandura an den Gitarren eifern den drei Saitenkünstlern des Originals, Dave Murray, Adrian Smith und Janick Gers, bis ins Detail nach. Die melodischen Soli sind eine Wucht und hüllen das Hüttenwerk in einen druckvollen Soundteppich. Apropos druckvoll: Bassist Steve Harris, der einzig noch verbliebene Gründungsmitglied, ist in seinen Kreisen eine Legende. Jochen Schnur hat den wummernden Bass bis ins Effeff drauf und umrahmt sein Spiel mit den richtigen Posen. Schlagzeuger Jürgen Rössel wirbelt an seiner Schießbude im Gedenken an Nicko McBrain und ist sich in der Verkleidung als Maskottchen Eddie für keinen Spaß zu schade.

Musik und Licht an. 35 Jahre geht’s zurück in die Zeit: „Aces High“, „2 Minutes to midnight“, „Children of the damned“ oder „22 Acacia Avenue“ heißen die Klassiker aus der Schaffensphase von 1982 bis 1984, die jedem Fan das Herz höher schlagen ließen. Die Besucher, oft mitgealtetert, aber teilweise noch mit wallender Haarmähne zum Headbangen, sind sofort drin in den Songs. Die gibt’s ohne viel Schnörkel, ohne viel Gerede, mit wenigen Ansagen. Heavy Metal pur, der einfach nur fetzt, in die Beine geht, dessen Bass-Drum die Hosenbeine zum Flattern bringt und den Magen vibrieren lässt.

Die Riffs, Breaks und Einsätze sitzen (fast alle), den fünf merkt man förmlich die Spielfreude an. Sie wagen sich sogar an Stücke, die das Original kaum auf die Bühne bringt. „The Prisoner“ oder „The Number oft he Beast“, titelgebend für eines der prägendsten Alben dieser Jahre überhaupt, sind eine Wucht. Die phänomenale Stimme von Bernd Glomsda trägt die Songs und bringt die Fans zum Jubeln. Das epische „Rime of the ancient mariner“ mit seinen 13:30 Minuten zeigt die Band daneben in all ihren musikalischen Fertigkeiten.

Aus der gleichen Zeit stammen „Saxon“. Auch diese britische Band ist einer der Urväter des britischen Heavy Metal. „Crusader“, die Gruppe um Sänger Joachim Strubel, hatte die alten Kracher von damals im Gepäck, mit denen der Fünfer auch heute noch immer auf Tour ist: „Wheels of Steel“, „Strong Arm of the Law“, „Denim & Leather“ und „Power & the Glory“.

Hymnen wie „Motorcycle Man“, „Princess of the Night“, „747“ und natürlich das namensgebende „Crusader“ als Namensgeber sind Songs, die sich ins Gedächtnis der Musikfans eingegraben haben. Die beiden Gitarristen Wolfgang Schulze und Jens Richter, Schlagzeuger Jens Gellner und Bassist Michael Walter zelebrieren mit harten Riffs und viel Energie ihre Vorbilder.

Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1647745261936283.1073742025.100001024761983&type=1&l=249c7e973f

Viel Andrang beim Oktoberfest der Freiwilligen Feuerwehr Hirschhorn

Nach einem schleppenden Beginn verzeichnete die Hirschhorner Feuerwehr doch noch einen schönen Erfolg ihres Oktoberfests. Dirndl und Krachlederne waren bei den Brandschützern Trumpf, während bei den Gästen überwiegend Alltagskleidung vorherrschte. Die säumten nach der Mittagszeit, als der Nebel der wärmenden Oktobersonne Platz gemacht hatte, in großen Mengen die Sitzgelegenheiten.

Ein Jahr hatten die Floriansjünger wegen des Umbaus des Feuerwehrgerätehauses in der Hainbrunner Straße mit dem Fest pausiert. Eigentlich wollte man dieses gleich zusammen mit dem Florianstag einweihen. Doch beim Bau „ist leider kein Ende in Sicht“, bedauerte Vereinsvorsitzender Tim Pfisterer. Das Geld der Stadt ist alle. In einer Schauübung wurde am Nachmittag die Bekämpfung eines Wohnungsbrands im Nachbargebäude simuliert.

Bereits am Abend vorher war die Backdraft-Party in der großen Fahrzeughalle gut besucht. Der nächste Morgen startete erfreulich: Die Feuerwehrleute nahmen offiziell ihr neues Fahrzeug, ein LF 10 KatS, zusammen mit dem Rüstwagen in Betrieb. Die Übergabe geschah durch den Ersten Stadtrat Karlheinz Happes. Neben den vielen befreundeten Wehren aus der Umgebung (Brombach, Kortelshütte, Neckarhausen und Langenthal) freute man sich besonders über den Besuch der Kollegen aus Hirschhorn in Niederbayern, die traditionell jedes Jahr zum Oktoberfest vorbeikommen.

Fürs leibliche Wohl war naturgemäß die Auswahl groß. Bereits zwei Tage vorher hatten sich Aktive aus Einsatzabteilung und Verein an die Vorbereitung gemacht. „Der Aufwand hat sich gelohnt“, brachte Pfisterer seinen Dank an die Helfer zum Ausdruck. Weißwürste und Fleischpflanzerl zur Maß Bier, aber auch Flammkuchen von der Jugendfeuerwehr oder Waffeln von den Bambini mundeten bestens. Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereits. Auf große Nachfragen stießen die traditionellen Rundfahrten mit den Feuerwehrfahrzeugen.

Cantautore Roberto Tardito macht mit neuem Programm am 27. Oktober Station bei der Kunstpflege in Hirschhorn

Der international renommierte italienische Cantautore Roberto Tardito macht auf seiner Europa- und Amerika-Tour auch Station in Hirschhorn-Langenthal. Dort ist er am Freitag, 27. Oktober, um 20 Uhr im Atelier Enno Folkerts in der Wald-Michelbacher Straße 2 (Alte Pappenfabrik Mayr) zu Gast. Die Kunstpflege Hirschhorn freut sich besonders darüber, dass Tardito die diesjährige Reihe der Atelierkonzerte abschließen wird. Sein Auftritt 2016 war eines der Highlights im letzten Jahr.

Roberto Tardito ist mit einem neuen Programm auf Tournee, die ihn bis Ende kommenden Jahres durch die Schweiz, durch Österreich, Frankreich, Belgien, England, Schottland, den USA und Kanada führen wird. In Deutschland gibt es einige wenige Stationen wie in Halle, Berlin und Frankfurt. Deshalb ist der Verein stolz, dass ein Auftrittsort nach Städten wie Aberdeen, Edinburgh, Liverpool oder London auch Hirschhorn sein wird.

Der Singer-Songwriter Tardito lebt seine manchmal poetischen, manchmal aber auch gesellschaftskritischen Songs. Nur mit seiner akustischen Gitarre, teilweise auch sich selbst auf der Mundharmonika begleitend – siehe Bob Dylan, mit dem er oft verglichen wird -, philosophiert er über den Sinn des Lebens, die vielen Verbote im täglichen Einerlei, das fehlende Engagement in der Gesellschaft. Eben die klassischen Liedermacher-Themen, die man dem völlig in seine Musik vertieften Italiener sofort abnimmt. Wie im vergangenen Jahr gibt es fürs Publikum wieder eine Übersetzung seiner Text vor dem jeweiligen Lied.

„Se fossi Dylan“, „Wenn ich Dylan wäre“, heißt eine CD von Roberto Tardito. Und wirklich lassen sich einige Parallelen zwischen dem italienischen „Cantautore“, wie die Liedermacher im Süden genannt werden, und dem amerikanischen Nobelpreisträger finden. Allerdings ist das Italienisch des aus dem Piemont stammenden Tardito eindeutig besser verständlich als das Genuschel des US-Poeten Bob Dylan.

Über den Kortelshütter Musiker Heiko Plank kam der Kontakt Tarditos zur Kunstpflege Hirschhorn zustande. Auf deren Einladung spielt der sympathische 33-Jährige jetzt eines seiner wenigen Deutschland-Konzerte. Seine raue und sehr einfühlsame Stimme liegt irgendwo zwischen Angelo Branduardi und Paolo Conte. Er ist in seiner Musik immer auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen den Kulturen und den verschiedenen musikalischen Traditionen. Tardito singt Balladen und Revolutionslieder, aber auch populäre Songs aus der ganzen Welt. Seine Texte sind voller Reife und Aussagekraft, wie sie in der Tradition eines Hannes Wader, Reinhard Mey oder Konstantin Wecker zu finden sind.

Um auch weiterhin die Konzerte bei freiem Eintritt ermöglichen zu können (ein freiwilliger Obolus für den Kulturbeutel ist allerdings auch immer willkommen), bietet der Maler Enno Folkerts zehn sehr dekorative Siebdrucke zum Kauf an. Jeweils fünf von zwei Motiven aus seiner Fensterserie zum Mindestpreis von 100 Euro. Die Auflage beträgt je 40 Stück, nummeriert und signiert, ohne Rahmen. Weitere Infos unter E-Mail erhard.folkerts@web.de.

 

„Depeche Reload“ huldigt im Michelstadter Hüttenwerk der britischen Synthie-Rock-/Pop-Gruppe mit den größten Hits

Schwarz ist Trumpf. Kein Wunder, wenn „Depeche Reload“ ihren Helden von „Depeche Mode“ huldigen, die bereits seit fast 40 Jahren Erfolge über Erfolge auf den Bühnen der Welt feiern. Mit ihren zehn Jahren auf dem Buckel kommt die Coverband da zwar nicht ganz mit. Aber der Titel als „Hessens beste Tribute Band“ aus dem Jahr 2009 zeigt, dass hier ebenfalls Profis am Werk sind, die ihre Sache beherrschen. Was sie im Hüttenwerk ein ums andere Mal unter Beweis stellen.

Dass die Bandmitglieder aus dem Odenwald kommen, verschafft ihnen einen unübersehbaren Heimvorteil: So voll wie an diesem Abend ist das Hüttenwerk selten, wenn dort eine Band auftritt. Aber auch ohne die Wurzeln in der Region machen der authentische Sound, das Bühnenbild und das Outfit des Quintetts deutlich, dass hinter der Sache mehr steckt als nur reine Covermusik. Synthesizer-Klänge wabern zu Beginn durch den Raum, ein „DR“ blinkt über die Bühne auf, ehe harte Gitarrenriffs einsetzen: Die Reminiszenz an eine Kultgruppe beginnt.

Die Fünf leben die Hingabe an die britische Synthie-Rock-/Pop-Gruppe, die in den 1980 und 90er Jahren ihre größten Erfolg feiert. Sänger Hermann Rang sieht dem Original Dave Gahan ein wenig ähnlich – natürlich gewollt und geschminkt. Er hat sich sogar ein Tattoo des Sängers auf seine Schulter stechen lassen. Mit geschlossenen Augen ist kaum ein Unterschied auszumachen, wer genau da auf der Bühne steht. Selbst mit geöffneten ist es schwierig, denn Rang hat sich auch die etwas erratischen Bewegungen seines großen Vorbilds 1:1 angeeignet. Er tanzt mit dem Mikrofonständer über die Bühne, animiert das Publikum zum Mitsingen.

Das lässt sich nie lange bitten. Schon bei den ersten Songs, etwa „Policy of Truth“ oder „Strange Love“, sind die Fans kräftig dabei. Das ändert sich auch im Verlauf des dreistündigen Konzerts nicht. Im Gegenteil. Wenn die Klassiker wie „Personal Jesus“, „Just Can’t Get Enough“, „Enjoy The Silence“, „People are people“ oder „Master and Servant“ angespielt werden, gibt es kein Halten mehr. Erst nach 30 und mehr Songs werden die Musiker von der Bühne gelassen.

Wie bei den Männern auf der Bühne gibt’s im Publikum auch einige Schwarztöne zu beobachten. Einer der kultigsten Bands der der 80er und 90er Jahre hat ihre Spuren hinterlassen. Die meisten, das zeigt sich beim Blick in die Menge, sind mit der Band gealtert. Depeche Mode war und ist ihr Lebensgefühl. Da die Heroen von damals aber dieses Jahr wieder auf Tour waren, gibt es auch einige jüngere Fans zu beobachten.

Als die fünf Musiker vor zehn Jahren ihre Coverband gründeten, „war es unser Ziel, mit diesem Projekt so zu klingen wie Depeche Mode“. Gespielt werden sollte sogar alles live, ohne irgendwelche Loops. Für die synthetischen Klänge im Hintergrund sind Axel Imhof und Markus Kosch mit ihren Keyboards zuständig. Somit kommt die Band sogar „liver“ als die Vorbilder rüber. Beim Gesang wird Rang auch von Schlagzeuger Marco Müller und Gitarrist Sven Kuhl unterstützt.

Zum Bericht geht's hier:…

Posted by Thomas Wilken on Monday, October 2, 2017

 

Gute Freibad-Bilanz in Finkenbach trotz verregnetem Finki

Beim Abschlussfest des Schwimmbads gab es einiges zu feiern. Die Saisonbilanz 2017 kann sich sehen lassen, meinte Armin Löffler vom Rothenberger Hauptamt. Zusammen mit dem Heimat- und Verkehrsverein Finkenbach (HVV) als Unterstützer und Mareike Niesen als neuer Kiosk-Pächterin lief es von Mitte Mai bis Anfang September sehr gut. Wäre nicht das Finki-Festival Mitte August total verregnet gewesen, hätte man noch ein paar hundert Besucher mehr begrüßen können.

Im Freibad helfen aber nicht nur die Vereinsmitglieder, sondern auch Rothenberger und Kortelshütter mit. Der HVV kümmert sich um die Badeaufsichten während der Saison. Anfang Juni, weiß Löffler, „war am meisten los“. Denn zu dieser Zeit herrschte eine zweiwöchige Schönwetterperiode. Die Sommerferien waren allerdings nicht so berauschend, da gab es nur wenige Tage am Stück schönes Wetter. Rund ums Finki präsentierte sich die Witterung sogar absolut verregnet.

Was aber auch zu einigen Erlebnissen führte, die man nicht so schnell vergisst. Da die Schwimmbad-Duschen gerne von den Festival-Gästen genutzt werden, die Lufttemperatur aber weit unter der des Wassers lag, warteten die Warmduscher lieber im Becken als draußen. „Die waren bis zur Nase im warmen Wasser. Wenn einer gerufen hat „Dusche frei“, ist der nächste reingesprintet“, erinnert sich Christian Niesen vom HVV lachend.

Die zwei Tage Finki bedeuten in Regel fürs Freibad so viele Besucher wie in einem ganzen Monat. Die fehlten natürlich etwas in der Bilanz. 2018 wird das Modell aber fortgesetzt, betonte Armin Löffler. „Wir wollen das Konzept in die neue gemeinsame Stadt Oberzent übertragen“, sagte er. Das Bad war aber nicht nur zum Schwimmen da. Gerade Senioren kamen gerne unter den Schirmen zum Stammtisch zusammen. „Da hat sich ein Ortstreffpunkt entwickelt“, freute sich der Verwaltungsmitarbeiter. „Der Ort hat gewonnen“, sagte er.

Die gute Resonanz lag aber auch an den beiden, die sich federführend ums Freibad kümmerten. „Mareike und Christian haben das sehr gut gemacht“, lobte Löffler. Viele Gäste kommen immer von auswärts. Gerade Hirschhorner zieht es gern ins Finkenbachtal. Wie bestellt lief in diesem Moment Jürgen Waibel zum Eingang. Er ist als „Ritter Friedrich“ Stadtführer in der Neckartal-Stadt. „Wir kamen schon früher sehr gerne nach Finkenbach“, meinte Waibel. Seitdem es „die beiden übernommen haben“, deutete er aufs Ehepaar Niesen, „macht das richtig Spaß hier zu sein“.