Kunst „vun do“: Wochenende der offenen Ateliers bei Jens Hafner und Enno Folkerts

Die beiden Hirschhorner Künstler Jens Hafner und Enno Folkerts öffnen am Wochenende des 8. und 9. Dezember ihre Ateliers. Bei Folkerts in Langenthals Waldmichelbacher Straße 2 (alte Pappenfabrik Mayr) ist von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, bei Jens Hafner in Ersheim von 17.30 bis 20.30 Uhr (Brentanostraße 8). Für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wo und wie Kunst entsteht, was alles dazugehört und dahintersteckt, ist das ein Wochenende zum Schauen, Genießen, Plaudern und Entschleunigen.

Jens Hafner studierte an der Freien Kunstakademie Mannheim unter anderem bei Konstantin Voit. Stilistisch kann man einen Einfluss der Leipziger Schule erkennen, die die figurative Malerei seit Jahren neu belebt. Typisch sind assoziative Blicke auf eine ganz persönlich erlebte Realität, die in mehreren Bildebenen auf der Leinwand vereint werden. Die Welt erzählt sich wie in einem Traum, der rational nie ganz aufgelöst werden kann und geheimnisvoll bleibt. Man könnte fast von einer romanischen Weltsicht sprechen, die Hafner phantasievoll und mit großer Lust am Malen in unsere Zeit herüberholt.

Enno Folkerts verfügt über ein auffallend vielseitiges Repertoire an Themen und Techniken. Dazu gehören Fassaden- und Fenstermotive in fotorealistischer Manier, aber ebenso seine „metaphysischen Bilder“, in denen die Themen Zeit, Dekadenz und Untergang eine wichtige Rolle spielen, in denen jedoch auch die morbide Schönheit der Motive offenbart wird. Er arbeitet ebenso an Bildern im abstrakt-expressionistischem Stil, Collagen, Assemblagen oder Akte – „Kunst halt“, schmunzelt er. Arbeiten von Folkerts waren schon auf über 80 Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Seine Intention ist die pure Lust auf das Bild.

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Sturm und Käfer lassen Nadelholz-Preise purzeln

Wohl dem Waldbesitzer, der viel Laubholz in seinen Beständen hat. Dafür sind derzeit noch gute Preise zu erzielen. Beim Nadelholz sieht es eher duster aus. Sturmtief „Friederike“ und der Borkenkäfer setzten vor allem der Fichte stark zu und ließen die Preise purzeln. Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, und sein Stellvertreter Sebastian Vocilka skizzierten die aktuelle Marktlage auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG). Diese umfasst die angegliederten Gemeinden des Forstamts Beerfelden, also auch Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach.

Der südliche Odenwald wurde im Januar von Friederike einigermaßen verschont, erläuterte Forstamtsdirektor Sasse. Im Bereich des Forstamts Beerfelden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen. Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern.

Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Allein in Hessen seien eine Million Festmeter betroffen. Bisher wurden im Forstamtsbereich Beerfelden bereits 40.000 fm weggeschafft, wobei er fürs komplette Jahr mit 60.000 rechnet. Betroffen ist vor allem die Fichte – die im Odenwald vorherrschende Baumart, mit der das meiste Geld verdient wird.

Das Problem beim Borkenkäfer: Er ist kein einjähriges Phänomen. „Das dauert mehrere Jahre, bis er wieder verschwunden ist“, so der Forstamtschef. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 plagte der Buchdrucker den heimischen Wald bis 2007. Sasse geht davon aus, dass somit in den kommenden Jahren immer um die 60.000 fm Schadholz anfallen, das auf dem Markt den Preis drückt.

Wie stark, machte Sebastian Vocilka deutlich. Vor einem Jahr erzielt das Forstamt noch 92/93 Euro für den Festmeter Fichte. Aber: „Ab dem 18. Januar ging es abwärts.“ An diesem Tag zog Friederike über Deutschland. Käferholz lässt sich derzeit für 45 bis 50 Euro verkaufen, „Tendenz fallend“. Beim Nadel-Frischholz, das allerdings wenig nachgefragt wird „sind wir von den früheren Preisen weit entfernt“, sagte er.

Er empfahl deshalb den Waldbesitzern, erst einmal das Schadholz aufzuarbeiten und den Rest stehen zu lassen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, so der Forstamts-Mitarbeiter. Zwar betreffen die Schäden vor allem die Fichte, „aber der Kieferpreis wurde mit runtergezogen“, bedauerte Vocilka. Lediglich die Douglasie „bringt ordentlich Geld“. Hier sind die Preise mit 100 Euro/fm stabil.

Mit Laubholz wie Buche, sonst oft das Stiefkind, „kann man derzeit viel Geld verdienen“, erläuterte er. Preise für Eichenholz „schießen durch die Decke“. Vocilka empfahl deshalb, wenn möglich diese Baumarten einzuschlagen, frisches Nadelholz stehen zu lassen und erst einmal das vom Borkenkäfer befallene zu verwenden. Kollegin Gudrun Kranhold ergänzte, dass im vergangenen Jahr im Privatwald sowieso weniger als zuvor eingeschlagen worden sei.

In ihrem Geschäftsbericht für 2017 sprach sie von einem Mitglieder- und Flächenzuwachs bei der FBG. Im vergangenen Jahr wurde auf knapp 900 Hektar gekalkt. Der Kassenstand ist laut Kranhold weiterhin ansehnlich im Plus. Sie betonte, dass die Kassengeschäfte wie bisher weitergeführt werden können, da die fusionierte Stadt Oberzent in den Vertrag von Beerfelden eintrat, wo dies zuvor Hans Mader erledigte. Der übernimmt auch weiterhin die Kasse. Die Geschäftsführung der FBG bleibt in den Händen des Forstamts Beerfelden.

Da der bisherige Vorsitzende Gottfried Görig, vormals Bürgermeister in Beerfelden, nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Ralf Kredel (Etzean), bisher Stellvertreter, übernimmt den Posten. Ihm zur Seite steht nun Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer als neuer Stellvertreter.

Odenwald will sein Holz selbst vermarkten

Die Holzvermarktung in Hessen muss neu organisiert werden. Ab 1. Januar 2019 darf Hessen Forst das Holz der Kommunen nicht mehr verkaufen. Eine Ersatzvermarktung muss somit dringend her. Für Oberzent läuft das auf einen Zweckverband der Odenwaldkreis-Kommunen hinaus, erläutert Bürgermeister Christian Kehrer. Daran anschließen können sich die angrenzenden Orte des Landkreises Bergstraße, sofern sie auch im Odenwald liegen. Bei ihnen sind die Interessen ähnlich gelagert.

Alles begann mit dem Urteil des Bundeskartellamts aus dem vergangenen Jahr gegen eine angebliche Machtkonzentration in den Händen der baden-württembergischen Forstämter. Die waren – wie die hessischen auch – für Beförsterung und gleichzeitig Holvermarktung zuständig. Zu viel der Kohle, zu viel Einfluss meinte das Gericht. Dieses Urteil schlägt nun auch ins Nachbarbundesland durch. Eile ist geboten.

Der Rathauschef macht keinen Hehl daraus, dass er die neue Lösung für falsch hält. „Die bisherigen Synergieeffekte fallen weg“, betont er. Hessen Forst konnte bis zu diesem Jahr die Holzernte aus Landes-, Privat- und Kommunalwald in einem Schwung abernten und unter die Abnehmer bringen. Das geht jetzt nur noch für die ersteren beiden. Was für die Gemeinden heißt, dass ein zwischengeschalteter Unternehmer ebenfalls sein Geld haben will, was vom Gewinn abgeht. Vor dem Hintergrund sowieso sinkender Preise und dem Buchdrucker-Befall keine glänzenden Aussichten.

Ursprünglich waren sechs Holzvermarktungsorganisationen auf Landesebene geplant, so Kehrer. Doch diese Gebilde stellten sich als zu groß und zu unterschiedlich gelagert heraus. Eine Stadt wie Oberzent, deren Fläche zu 70 Prozent von Wald bedeckt und für die das Holz ein veritabler Wirtschaftsfaktor ist, hat andere Interessen wie etwa Darmstadt, wo dem Wald vor allem eine Erholungsfunktion zukommt, führt er aus.

Auch die Variante, Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis unter ein Dach zu bringen, „war nicht der Favorit“, betont er. Dazu ist das Ried in der Rheinebene zu weit weg und völlig anders aufgestellt, was sich schon an der Waldfläche bemerkbar macht. Deshalb sind Oberzent (2400 Hektar) und Wald-Michelbach (1600 Hektar) als waldreichste Kommunen in den beiden Kreisen nun federführend bei der Neuorganisation, die die Gemeinden im Odenwald mit viel Waldbesitz kreisübergreifend zusammenführend soll. Aus dem Landkreis Bergstraße sind weiterhin Gras-Ellenbach, Abtsteinach, Hirschhorn, Neckarsteinach, Fürth und Mörlenbach mit involviert.

Zum einen muss es zwar schnell gehen, zum anderen sind aber „die Förderrichtlinien des Landes sind noch nicht draußen“, bedauert der Bürgermeister. Denn bei einer solchen Neuorganisation schießt das Land je nach Größe bis zu 500.000 Euro. Im konkreten Fall dürften es 200.000 Euro sein. „Wir sind zeitlich im Verzug“, so Kehrer. Es sollte dieses Jahr noch eine Entscheidung getroffen werden, um 2019 Beschlüsse fassen zu können.

„Wir haben eine Vorlage erstellt und eine Satzung ausgearbeitet“, erläutert das Stadtoberhaupt. Derzeit läuft die rechtliche Prüfung. Es geht um ein „verbindliches Gebilde“ in Form eines Zweckverbands oder eine Anstalt öffentlichen Rechts. Er rechnet damit, dass die entsprechenden Beschlussvorlagen in die Novemberrunde der verschiedenen Gremien kommen.

 

„Enemy Inside“ aus dem Aschaffenburger Raum ist mit dem Album „Phönix“ erfolgreich

„Mein größter Wunsch ist, mit der Musik, die ich liebe, erfolgreich zu werden“, sagt Dominik Stotzem. Der Dieburger ist mit der Metal-Band „Enemy Inside“ auf dem bestem Weg, dieses Ziel zu erreichen. „Das ist eine Gruppe mit unglaublichem Potenzial“, hat der 34-jährige Bassist festgestellt. „Mit der kann ich es mir gut vorstellen, durch die Welt zu touren.“ Bisherige Auftritte im deutschsprachigen Raum zeigen, dass die Band mit ihrer ersten Veröffentlichung „Phoenix“ in der Szene sehr gut ankommt.

Enemy Inside mit Mitgliedern aus dem Großraum Aschaffenburg formierte sich im Laufe des Jahres 2017. Als „Dark-Rock“ und „Modern-Metal“ bezeichnen die fünf Musiker ihr Genre. Da sich die Texte und die Story hinter dem Album wie ein roter Faden an den Themen „Scheitern und wieder aufstehen“ sowie „Den inneren Feind bekämpfen“ entlanghangeln, passt diese Einsortierung ganz gut, meint der Dieburger.

Sängerin Nastassja Giulia und Gitarrist Evan Koukoularis (auch bei Mystic Prophecy aktiv) lernten sich beim Studium an der Pop-Akademie in Mannheim kennen. Dort starteten sie das gemeinsame Songwriting. „Als sich erste brauchbare Kompositionen hören lassen konnten“, schmunzelt Stotzem, gründete sich das Projekt rund ums musikalische Geschehen.

Aus dem Projekt wurde eine Band, als David Hadarik (seit Jahrzehnten mit Giulia befreundet) für die Rhythmus-Gitarre gewonnen wurde, Stotzem für die tiefen Töne und Felix Keith an den Drums die Rhythmus-Sektion komplettierte. Hadarik und Keith sind in der Aschaffenburger Musikszene schwer aktiv. Somit gab es kein Casting, grinst der Bassist, „sondern die Band formte sich unter Freunden mit hohen musikalischen Ambitionen“.

„Jeder Musiker steht voll und ganz hinter dem Produkt“, hebt er hervor. „Zum Glück“ bringt jeder einen eigenen Stil mit ein, der sich harmonisch ins Gesamtkonzept einfügt. Das Songwriting übernehmen jedoch federführend Giulia und Koukoularis, damit der rote Faden beibehalten wird – „obgleich die Musik am Ende eine demokratische Entscheidung aller ist“. Ein namhafter Mischer kam dazu: kein geringerer als der Schwede Henrik Udd, 2017 mit dem Heavy Music Award ausgezeichnet, der bereits „The Architects“, „Hammerfall“ und „Delain“ im Studio hatte.

Seit Ende September ist die CD in den Regalen zu finden. Das Gefühl, nach einer monatelangen, sehr harten und kompromisslosen Arbeit das Ergebnis in den Händen zu halten, „ist kaum erklärbar oder vergleichbar“, beschreibt der Bassist das besondere Gefühl. Mit „ROAR“ (Rock of Angels Records) habe man einen kompetenten Partner gefunden, „der einen sehr guten Ruf genießt“.

Der gebürtige Frankfurter Stotzem verdiente sich ab 1999 die ersten musikalischen Sporen in der Schulband „Fall Out“ des dortigen Lessing-Gymnasiums. Später entwickelte sich die Gruppe zu einem professionellen Projekt namens „Beyond the Bridge“. Dabei lernte er auch Nastassja Giulia kennen. Die Band brachte 2012 das Album „The Old Man and the Spirit“ auf den Markt und erfreute Fans von Progressive Rock. Das renommierte ProgPower USA-Festival oder der Support von Künstlern wie Fates Warning, Haken oder Fish waren Stationen.

Parallel zum Progressive-Metal „schlägt mein Herz seit meinem 14. Lebensjahr für den Classic Rock“, erzählt der Wahl-Dieburger. Led Zeppelin, Black Sabbath, Uriah Heep und nicht zuletzt Deep Purple und Rainbow brachten ihn dazu, seine musikalische Vorliebe bei der Tributeband „Purple Rising“ auszuleben. Mit starkem Fokus auf die unsterblichen Hits von Deep Purple tourt die Band bereits seit 2011. Sie gibt ihm auch die Chance, „oftmals vor mehreren tausend Fans zu spielen“.

Musikalische Vorbilder hat jeder, erzählt der 34-jährige gelernte Veranstaltungskaufmann, heute als Event-Manager aktiv. „Aber ich werde niemals auch nur einem dieser das Wasser reichen können.“ Und vielleicht auch nicht einmal die Hand, lacht er. Musik ist für Stotzem immer mit sämtlichen Gefühlen und Emotionen verbunden, „egal ob Liebe oder Hass, Freude oder Trauer, Wut oder Partystimmung“. All das lässt sich in einer Bühnenshow mit geschlossenen Augen vereinen, sagt er.

„Zur Musik kam ich wie jeder Bub mit diesem Musikgeschmack, selbstverständlich durch eine außerordentlich sortierte Plattensammlung im Elternhaus. Mein Vater nahm mich mit zarten 14 Jahren mit auf ein Konzert von Page & Plant (Led Zeppelin), da war es um mich geschehen: Konzertbesuche von Kiss, Deep Purple, Eagles, Jethro Tull, Meatloaf, Joe Cocker und Roger Waters folgten. Stets zusammen mit meinen besten Kumpels aus Zeiten meiner Schulband, die ähnliches erfuhren wie ich. Irgendwann bin ich dann bei Dream Theater hängen geblieben, einer Musik, die so unglaublich vielseitig, kreativ und emotional ist: Progressive-Rock. Dann folgten Expeditionen auf diverse Festivals wie Wacken. Heute kann ich behaupten, Gast auf mehr als 25 Festivals gewesen zu sein, davon alleine 13 Mal Wacken – in meinen Augen die Mutter aller Rockfestivals.“

Besetzung Enemy Inside: Nastassja Giulia (Gesang, Texte), Evan Koukoularis (Lead-Gitarre, Komposition, Produktion), David Hadarik (Rhythmus-Gitarre), Dominik Stotzem (Bass), Felix Keith (Schlagzeug). Mehr unter www.enemy-inside.com. Nächster Auftritt am Samstag, 20. Oktober, 21 Uhr, anlässlich des Jubiläums „Zehn Jahre Rockclub“ in der Halle 02 Heidelberg.

(Foto: Fabian Klein)

 

93 Aussteller wecken beim Erbacher Bauernmarkt Lust auf regionale Produkte

Freitagmorgens geht es auf den Bauernmarkt noch gemächlich zu. Langsam trudeln die ersten Besucher ein, füllen sich die Markthallen und das Außengelände gemächlich. Gegen Mittag dann werden die Parkplätze sukzessive knapper. Für Liane Heist, die Vorsitzende der Odenwälder Direktvermarkter, ist das ein kleiner Vorgeschmack dessen, was die 93 Aussteller Samstag und Sonntag erwartet: Ein bis oben hin volles Gelände, auf dem sie angesichts des herrlichen Herbstwetters um die 30.000 Besucher auch aus dem Frankfurter, Mannheimer und Heilbronner Raum erwartet.

Unter den Ausstellern sind viele „Wiederholungstäter“, schmunzelt sie. Direktvermarkter vor allem aus dem Odenwaldkreis, die wissen, was sie am Werbeeffekt des Bauernmarktes haben. Das betont etwa Sylvia Schäfer am Stand der Molkerei Hüttenthal. Die gehört schon zu den „Urgesteinen“ und hat immer „eine sehr gute Resonanz“, freut sie sich. Viele Besucher „kommen danach auch in den Laden“, hat Schäfer festgestellt.

Frisch gepresster Apfelsaft ist einfach der Renner. Bei Familie Michel aus Seeheim kommen die Mitarbeiter mit dem Pressen kaum nach, so schnell wird ihnen der leckere Trank aus den Händen gerissen. Getrockneten Tee oder auch frischen zum sofort Probieren gibt es dieses Jahr ebenfalls. Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fisch und Fleisch: Es sind ja nicht nur 93 Aussteller, sondern eine Vielzahl an Produkten und Vorführungen, die sie mitgebracht haben. „Die Aussteller sind immer sehr zufrieden“, weiß Heist.

Das Wetter hat nur einen untergeordneten Einfluss auf den Andrang, sagt die Vorsitzende, die selbst mit dem Crumbacher Bauernlädchen vor Ort ist. Regionale, selbst hergestellte Produkte, bei denen der Verbraucher genau weiß, wo sie herkommen, wie sie verarbeitet werden und welchen Weg sie bis zum Verkauf haben, ziehen eben. Zehn Mitarbeiter sind bei ihr übers Wochenende im Einsatz, die Sonntagabend „ziemlich platt“ sein werden.

„Langsam, aber stetig“ gehen laut ihrer Beobachtung die Besucherzahlen des Bauernmarkts jedes Jahr nach oben. Das deckt sich mit der Wahrnehmung von Willy Baumann von der gleichnamigen Odenwälder Lebkuchenbäckerei. Den Betrieb gibt es bereits in der elften Generation. Die Baumanns sind schon von Beginn an im „Aufgebot“ der Bauernmarkt-Beschicker. „Wir produzieren alles frisch“, betont er. Am Montag „ist das Lager komplett leer“, sagt der Seniorchef. Dienstags wird dann wieder losgelegt und für den nächsten Termin gebacken.

Frischgebackenes Brot gab es an etlichen Ständen: Das ging überall weg wie warme Semmeln. Die Herstellung direkt vor Ort im Holzofen einer historischen „Zuckerbäckerei“ zog viele Schaulustige an. Vom herrlichen Duft ganz zu schweigen. Die Anbieter schätzen darüber hinaus die Möglichkeit, mit den Kunden ins Gespräch zu kommen. „Die Leute sind sehr interessiert“, meinte etwa Monica Gehrig-Himmel aus Litzelbach, die das dritte Mal mit den „Odenwälder Feinen Bränden“ dabei war. Alle Schnäpse und Liköre werden in der Brennerei auf dem eigenen Dreiseithof selbst hergestellt.

Neben den Erzeugnissen aus Hof, Keller und Küche ist es auch immer wieder das Rahmenprogramm, das die Besucher anspricht. Etwa die Ausstellung von alten und neuen Landfahrzeugen, Traktoren und Dreschmaschinen, die Tierschau, der Auftritt der Jagdhornbläser oder die Vorführung der Rettungshundestaffel Bergstraße-Odenwald (am Sonntag).

„Wir wollen die hiesige Landwirtschaft und die Regionalität der Produkte den Verbrauchern nahe bringen“, verdeutlicht Liane Heist die Idee. „Der Odenwald bietet alles“, sagt sie. „Wir brauchen keine Erdbeeren aus China.“ Immer neue Vorschriften und Auflagen machen den Direktvermarktern aber das Leben schwer, beklagt die Vorsitzende. „Die sind auf die großen Betriebe ausgerichtet, die kleinen hat man nicht im Blick“, sieht sie die Bauernhöfe vor immer mehr Schwierigkeiten gestellt, allem nachzukommen. Sie wünscht sich eine größere Differenzierung.

Info: Der Erbacher Bauernmarkt am Wiesenmarkt-Gelände ist Samstag und Sonntag von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Tipp von Liane Heist von den Odenwälder Direktvermarktern: Wer den Menschenmassen etwas aus dem Weg gehen möchte, sollte heute Vormittag vor 11 Uhr oder nachmittags ab 16 Uhr zum Besuch vorbeikommen.

 

Rothenberger Feuerwehrleute laufen zum deutschen Meistertitel

Die Feuerwehrleute aus dem Höhendorf sind nicht nur beim Brandlöschen spitze, sondern auch beim Langstreckenlauf ganz vorn: Zwei von ihnen, Stefan Pahl und Maria Edelmann, wurden bei der Zehn-Kilometer-Feuerwehr-Straßenlaufmeisterschaft deutscher Meister. Die Veranstaltung fand beim SV Friesenheim-Ludwigshafen statt. Fast 200 Läufer gingen an den am Start.

Maria Edelmann wurde in der Zeit von 50:39 Minuten neue deutsche Meisterin und lief damit etwa fünf Minuten schneller als die bisherige Seriensiegerin Birgit Kill aus Essen. Die Rothenbergerin startete bisher nur bei einem Fun-Lauf in Frankfurt. Sie bezieht ihre Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer aus dem Tanzsporttraining beim SV Narrhalla Ober-Hainbrunn. Dort ist die 30-Jährige seit 16 Jahren tanzend aktiv. Sie ist ein enormes Lauftalent, da nur wenige Trainingsläufe und eine harte Schlüsseleinheit zu der sehr beachtlichen Zeit reichten, sagt Mentor Stefan Pahl.

Sascha Hafner lief in 50:16 Minuten auf den vierten Platz in der Altersklasse männlich 30-40 Jahre. Er begleitete Maria bei ihrem Lauf ein Stück weit und motivierte sie. Als sein Mobiltelefon kurz vor der Siegerehrung klingelte, dachte Pahl schon, der 30-Jährige müsse nun mit „Sondersignal“ in den Kreißsaal gefahren werden. Denn das Ehepaar erwartet sein zweites Kind. Seine Frau wollte sich aber nur vergewissern, dass ihr Mann den Lauf gut überstanden hat, schmunzelte er.

Stefan Pahl wiederholte in 46:05 Minuten seinen Vorjahreserfolg und wurde in der Altersklasse männlich 50-60 Jahre erneut deutscher Meister. „Vor zwölf Jahren sprang ich bei einem Marathon-Team der Feuerwehr Mannheim, weil ein Läufer erkrankt war“, erinnert sich der 52-Jährige an die Lauf-Anfänge. In Mannheim war er 25 Jahre Feuerwehr-Mitglied als Löschmeister. Ein Jahr später kam ein Halbmarathon dazu, zwischenzeitlich absolvierte er einige Marathons in Berlin, Frankfurt, Roth und Mannheim. 2013 durfte er in Mannheim die Deutsche Feuerwehrmeisterschaft im Zehn-Kilometer-Straßenlauf, Halbmarathon und Marathon mitorganisieren.

Bei Laufseminaren mit dem Triathleten Timo Bracht und dem Langstreckenläufer Dieter Baumann sammelte Pahl Erfahrung. Bei Helfereinsätzen an der Strecke, so bei etwa zehn Triathlon- und Laufveranstaltungen pro Jahr in Frankfurt, Heidelberg, Ludwigshafen, Ladenburg, Viernheim und Mannheim, schaut er den Weltklassesportlern und ambitionierten Freizeitathleten „auf die Beine“ und nimmt Motivation mit.

Vergangenes Jahr wechselte Stefan Pahl in seinen Wohnort in die aktive Wehr und versucht seitdem, weitere Feuerwehrangehörige für den Laufsport zu begeistern. Eine überdurchschnittlich gute körperliche Leistungsfähigkeit ist im Einsatz wichtig, weiß er. Diese sorgt mit einem richtigen Laufstil und systematischem Training für ein positives Lebensgefühl.

„Es hat mir unglaublich viel Freude bereitet, ein Teil meiner Lauferfahrung an Maria und Sascha zu vermitteln“, sagt er. Mit der Vorbereitung durch Trainingspläne und bei einem gemeinsamen Trainingslauf konnte er beiden zu einem guten Ergebnis zu verhelfen, freut sich der Rothenberger. „Toll wäre es“, betont er, „wenn wir durch unseren Erfolg bei dieser Meisterschaft weitere Läufer aus den Wehren begeistern könnten“. Dann wäre es möglich, im nächsten Jahr mit einem noch größeren Team die Feuerwehr Oberzent bei der deutschen Feuerwehrmeisterschaft zu vertreten.

Meto feierte in Hirschhorn gleich zwei Jubiläen

Die Firma Meto hatte allen Grund zum Feiern. Das Traditionsunternehmen, weltweit für seine Lösungen zur Aus- und Kennzeichnung im Handel bekannt ist, feierte in familiärer Atmosphäre sein 100. Markenjubiläum. Zu den Gästen gehörten die rund 170 Mitarbeiter, Geschäftspartner und Kunden. Es war eine Feier, die zwei runden Geburtstagen würdig war. Denn zusätzlich wurde das 50-jährige Bestehen der Etikettenproduktion begangen. Nach dem offiziellen Teil konnten die Gäste in der „Meto-Challenge“ ihr Geschick unter Beweis stellen.

Zum Auftakt wandte sich Geschäftsführer Peter Sperl an die Gäste, um sich bei ihnen für ihr Kommen zu bedanken. Und weil zu einem Geburtstag nicht nur Gratulanten, sondern auch zumeist Geschenke gehören, hatte er eine besondere Bitte. „Wir wollen in dieser Stunde an die Schwächsten unserer Gesellschaft denken“, betonte Sperl. „Deshalb bitten wir unsere Gäste, von Geschenken abzusehen und stattdessen an das Kinder-Palliativteam Rhein-Neckar zu spenden.“

In einem Jahrhundert passiert eine Menge. So führte im Anschluss Marketing-Manager Klaus-Jürgen Ehret in einer kurzweiligen, informativen und emotionalen Rede durch die 100-jährige Geschichte. Seine Ansprache vermittelte einen interessanten Überblick über die Meilensteine des Unternehmens und war gespickt mit historischen Informationen zur allgemeinen Zeitgeschichte. Ehret brachte außerdem persönliche Erinnerungen und die nötige Prise Humor mit ein.

Die Kantine des Unternehmens hatte sich für das Fest in eine Mischung aus Museum und Messe verwandelt. Die Gäste konnten an Ständen Networking betreiben sowie sich über Neuheiten informieren und austauschen. Zudem hatten die Veranstalter die Geschichte des Konzerns in einer kleinen Ausstellung aufbereitet. In Vitrinen machten Sammelstücke die Geschichte greifbar.

Weil Meto nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern auch ein Wirtschaftsmotor der Region ist, gratulierte auch der Hirschhorner Bürgermeister Oliver Berthold. Er hatte nicht nur zwei Handauszeichner aus der Meto-Geschichte dabei, sondern überreichte Peter Sperl auch zwei Flaschen Wein.

Danach waren die Gäste gefragt. In verschiedenen Disziplinen konnten Interessierte ihr Können unter Beweis stellen. Dazu gehörten Seifenkisten-Rennen, Hau-den-Lukas und Golf. Selbstverständlich durfte auch ein Geschicklichkeitstest in Form von Etikettieren mit dem Handauszeichner nicht fehlen. Für jede durchlaufene Station konnte man ein Etikett auf einer Sammelkarte erhalten, welche im Anschluss gegen einen Preis getauscht wurde.

Meto-Info

Die Firma Meto International ist ein weltweit führender Anbieter von Aus- und Kennzeichnungslösungen für den Handel und dessen Lieferkette. Meto entwickelt, produziert und vertreibt eine Vielzahl an Etikettenlösungen. Ergänzend bietet das Unternehmen kosteneffiziente Lösungen zur Frischwarenauszeichnung, Befestigungslösungen zur elektronischen Preisauszeichnung sowie Verkaufsförderungslösungen an. Viele der entwickelten Auszeichnungs- und Absatzförderungslösungen gehören heute zum Standard im Handel. Dazu zählen der erste Handauszeichner (1959), das Wellenrandetikett mit Sicherheitsschnitt (1968) sowie verschiedener Preiskassetten und -displays.

Der Betrieb wurde 1918 von Adolf Metzger und Oskar Kind in Köln gegründet. Seit 2016 gehört Meto zu CCL Industries Inc., ein Marktführer für Etiketten- und Verpackungslösungen für Unternehmen und Verbraucher, und wird dort als eigenständige Gesellschaft in der CCL-Sparte Avery geführt. Sitz der europäischen Meto-Zentrale, Produktion und Lager ist Hirschhorn.