Vierburgenbeleuchtung und Brillantfeuerwerk

Zum 51. Mal in Folge veranstaltet die Stadt am Samstag, 27. Juli, den „Tag des Gastes“ mit Vierburgenbeleuchtung und Brillantfeuerwerk. Neckarsteinach zeigt sich mit seiner wunderschönen Landschaft um die vier Burgen, den bunten Schiffen auf dem Neckar und dem Festgelände am Ufer dann von seiner sonnigsten Seite. Viele Vereine laden mit Musik und Unterhaltung sowie einem vielseitigen Angebot an Speisen und Getränken ein.

Mit dem Fassbier-Anstich durch Vierburgenkönigin Franziska I. wird die Veranstaltung am Stand des Turnerbundes um 18 Uhr offiziell eröffnet. Zuvor bieten die Vereine bereits ab 16 Uhr Kaffee und Kuchen an. Um 19 Uhr wird die neue Vierburgenkönigin in Anwesenheit zahlreicher Hoheiten des Nibelungenlandes und der Metropolregion gekrönt. Nachdem dann das neue Burgfräulein in ihr Amt eingeführt wurde, flanieren die Königinnen mit ihrem Gefolge über das Festgelände.

Ab 20 Uhr bietet „Potzblitz“ beste musikalische Unterhaltung am Neckarufer (beim TB 04) und die jungen Tänzer des Vereins zeigen in temperamentvollen Darbietungen ihr Können. Zwischen 18 und 21 Uhr sind Aufführungen der „Askardia Oriental Dance Fusions“-Gruppe am Stand der Opelfreunde zu bewundern. Im Anschluss, etwa 21.30 Uhr, spielt dann „Bagmo“ Rock-Cover und mehr.

Um 20 Uhr startet weitere Live-Musik mit „Best Friends“ am Stand des Heimat- und Kulturvereines. Ab 22 Uhr erleben die Gäste vom Neckarlauer aus die Vierburgenbeleuchtung und das vielbewunderte Brillantfeuerwerk – ein Besuchermagnet Jahr für Jahr. An den Ständen der Vereine wird anschließend bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert. Das Festgelände ist auch bequem (ohne Parkplatzsuche) mit Bussen und der S-Bahn zu erreichen. Parkmöglichkeiten sind entlang der gesamten B 37 vorhanden.

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Hirschhorn Mal wieder von den Neckarfluten getroffen

Hirschhorn dieses Mal nicht am Neckar, sondern im Neckar. Die starken Regenfälle der vergangenen Tage ließen den Fluss auch im hessischen Neckartal kräftig anschwellen. In Hirschhorn wurde die Uferstraße samt den angrenzenden Altstadtgassen einmal wieder überschwemmt. Das zweijährliche Hochwasser sollte aber laut Vorhersagen bereits heute Nachmittag seinen Scheitelpunkt am maßgeblichen Pegel Gundelsheim erreicht haben. Somit ist für morgen bereits wieder mit einem Abflauen der Fluten zu rechnen. Für die Anwohner im hessischen Neckartal ist ein solches Hochwasser allerdings business as usual. Sie sind bei weiterem Schlimmeres gewöhnt. Zuletzt vor zweieinhalb Jahren gab es ein 20-jährliches hochwasser, das etliche Keller in den Altstadthäusern unter Wasser setzte. Somit sind es nicht die braunen Fluten, die am meisten Sorgen machen, sondern die unappetitlichen Hinterlassenschaften, die der Bauhof nach jedem neuen Hochwasser wieder von den Straßen kratzen muss. Wie auch im benachbarten Neckarsteinach, wo der Neckarlauer unter Wasser stand.

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Evangelischer Kindergarten in Neckarsteinach brannte – keine Verletzten

Der evangelische Kindergarten war nicht mehr zu retten. Das einstöckige Gebäude im Rosenweg brannte in der Nacht zum Donnerstag nieder. Verletzte gab es keine. Über 100 Feuerwehrleute aus der gesamten Umgebung waren im Einsatz, die jedoch den Brandherd in einer Zwischendecke nicht richtig erreichen konnten. Deshalb wurde von den Verantwortlichen beschlossen, die „Schatzinsel“ kontrolliert abbrennen zu lassen. Der Schaden dürfte in den siebenstelligen Bereich gehen. Genaue Angaben – auch zur Brandursache – gab es allerdings noch nicht.

Wie Bürgermeister Herold Pfeifer sagte, wurde der Brand von einem vorbeilaufenden jungen Mann bemerkt, der sofort an einem Haus klingelte. Dessen Besitzer riefen dann die 112. Pfeifer, gerade bei einer Vorstandssitzung des Bürger- und Heimatvereins, eilte an den Brandort. Dort trafen dann nach und nach die Feuerwehren aus Neckarsteinach und den Stadtteilen, Hirschhorn, Schönau und Neckargemünd sowie der Messtrupp aus Wald-Michelbach ein. Die Eberbacher Brandschützer lösten gegen Morgen die Hirschhorner ab und überwachten das kontrollierte Abbrennen. Pfeifer lobte die „tolle Zusammenarbeit aller Wehren“.

Der Brand brach laut dem Bürgermeister gegen 19.30 Uhr in der Deckenkonstruktion zwischen Zimmerdecke und Dachhaut aus. „Das war nicht zu löschen“, sagte er. Pfeifer, Kreisbrandmeister Sven Falter, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares und Clemens Englmeier von der Brandschutzaufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt entschieden sich dann zusammen mit den Feuerwehr-Leitungen für ein kontrolliertes Abbrennen. „Zum Glück war es windstill und es gibt keine Häuser in der Nähe“, so Pfeifer.

Er betonte, dass die Abwägung aller Möglichkeiten ergab, dass Personal-, Material- und Wassereinsatz keine Wirkung gehabt hätten. Denn: „Das Wasser hätte den Brandherd nicht erreicht. Wir konnten das Gebäude nicht retten.“ Selbst jetzt seien noch Glutnester drin, sagte der Bürgermeister. Pfeifer hob hervor, dass bei einem Feuerausbruch im laufenden Kindergartenbetrieb genug Zeit gewesen wäre, alle Personen zu retten.

Die 42 Jahre alte Kindertagesstätte wurde in Holzständerbauweise errichtet. Sie wurde vor einigen Jahren saniert und brandschutzrechtlich auf den neusten Stand gebracht. Auch heutzutage würden Gebäude noch auf diese Weise errichtet. Baurechtlich sei alles in Ordnung, so der Rathauschef. Die Suche nach der Brandursache wurde von der Kripo übernommen.

Übergangsweise sind die 55 Kinder der dreigruppigen Einrichtung für zwei Tage im Martin-Luther-Haus untergebracht. Aktuell werden in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde alternative Standorte für die kommende Woche, erst einmal bis zu den Weihnachtsferien, gesucht. Pfeifer zeigte sich optimistisch, schnell sagen zu können, wie es weitergeht. „Wir sind dabei, eine Lösung für Eltern und Kinder zu finden“, betonte er.

Es gibt derzeit eine große Welle der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Wer etwas spenden möchte, solle sich unter E-Mail ev.kita.nst@gmail.com an die Kita-Leitung wenden, bat er. „Wir müssen das kanalisieren“, sagte der Bürgermeister. „Eine Garage ist schon voll.“ Am ehesten sei der Kirchengemeinde wahrscheinlich mit Geldspenden gedient, um Neues anschaffen zu können. Neben dem materiellen Schaden ist auch der ideelle kaum bezifferbar. Spielzeuge, Kuscheltiere oder gerade gebastelte Weihnachtsgeschenke verbrannten.

Info: Am Sonntag, 16. Dezember, findet um 10.30 Uhr ein Dankgottesdienst in der evangelischen Kirche Neckarsteinach statt, der auch der Aufarbeitung des Geschehenen dient. Zu ihm sind neben Eltern, Kindern und Angehörigen und auch Rettungskräfte eingeladen.

Sturm und Käfer lassen Nadelholz-Preise purzeln

Wohl dem Waldbesitzer, der viel Laubholz in seinen Beständen hat. Dafür sind derzeit noch gute Preise zu erzielen. Beim Nadelholz sieht es eher duster aus. Sturmtief „Friederike“ und der Borkenkäfer setzten vor allem der Fichte stark zu und ließen die Preise purzeln. Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, und sein Stellvertreter Sebastian Vocilka skizzierten die aktuelle Marktlage auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG). Diese umfasst die angegliederten Gemeinden des Forstamts Beerfelden, also auch Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach.

Der südliche Odenwald wurde im Januar von Friederike einigermaßen verschont, erläuterte Forstamtsdirektor Sasse. Im Bereich des Forstamts Beerfelden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen. Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern.

Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Allein in Hessen seien eine Million Festmeter betroffen. Bisher wurden im Forstamtsbereich Beerfelden bereits 40.000 fm weggeschafft, wobei er fürs komplette Jahr mit 60.000 rechnet. Betroffen ist vor allem die Fichte – die im Odenwald vorherrschende Baumart, mit der das meiste Geld verdient wird.

Das Problem beim Borkenkäfer: Er ist kein einjähriges Phänomen. „Das dauert mehrere Jahre, bis er wieder verschwunden ist“, so der Forstamtschef. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 plagte der Buchdrucker den heimischen Wald bis 2007. Sasse geht davon aus, dass somit in den kommenden Jahren immer um die 60.000 fm Schadholz anfallen, das auf dem Markt den Preis drückt.

Wie stark, machte Sebastian Vocilka deutlich. Vor einem Jahr erzielt das Forstamt noch 92/93 Euro für den Festmeter Fichte. Aber: „Ab dem 18. Januar ging es abwärts.“ An diesem Tag zog Friederike über Deutschland. Käferholz lässt sich derzeit für 45 bis 50 Euro verkaufen, „Tendenz fallend“. Beim Nadel-Frischholz, das allerdings wenig nachgefragt wird „sind wir von den früheren Preisen weit entfernt“, sagte er.

Er empfahl deshalb den Waldbesitzern, erst einmal das Schadholz aufzuarbeiten und den Rest stehen zu lassen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, so der Forstamts-Mitarbeiter. Zwar betreffen die Schäden vor allem die Fichte, „aber der Kieferpreis wurde mit runtergezogen“, bedauerte Vocilka. Lediglich die Douglasie „bringt ordentlich Geld“. Hier sind die Preise mit 100 Euro/fm stabil.

Mit Laubholz wie Buche, sonst oft das Stiefkind, „kann man derzeit viel Geld verdienen“, erläuterte er. Preise für Eichenholz „schießen durch die Decke“. Vocilka empfahl deshalb, wenn möglich diese Baumarten einzuschlagen, frisches Nadelholz stehen zu lassen und erst einmal das vom Borkenkäfer befallene zu verwenden. Kollegin Gudrun Kranhold ergänzte, dass im vergangenen Jahr im Privatwald sowieso weniger als zuvor eingeschlagen worden sei.

In ihrem Geschäftsbericht für 2017 sprach sie von einem Mitglieder- und Flächenzuwachs bei der FBG. Im vergangenen Jahr wurde auf knapp 900 Hektar gekalkt. Der Kassenstand ist laut Kranhold weiterhin ansehnlich im Plus. Sie betonte, dass die Kassengeschäfte wie bisher weitergeführt werden können, da die fusionierte Stadt Oberzent in den Vertrag von Beerfelden eintrat, wo dies zuvor Hans Mader erledigte. Der übernimmt auch weiterhin die Kasse. Die Geschäftsführung der FBG bleibt in den Händen des Forstamts Beerfelden.

Da der bisherige Vorsitzende Gottfried Görig, vormals Bürgermeister in Beerfelden, nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Ralf Kredel (Etzean), bisher Stellvertreter, übernimmt den Posten. Ihm zur Seite steht nun Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer als neuer Stellvertreter.

Odenwald will sein Holz selbst vermarkten

Die Holzvermarktung in Hessen muss neu organisiert werden. Ab 1. Januar 2019 darf Hessen Forst das Holz der Kommunen nicht mehr verkaufen. Eine Ersatzvermarktung muss somit dringend her. Für Oberzent läuft das auf einen Zweckverband der Odenwaldkreis-Kommunen hinaus, erläutert Bürgermeister Christian Kehrer. Daran anschließen können sich die angrenzenden Orte des Landkreises Bergstraße, sofern sie auch im Odenwald liegen. Bei ihnen sind die Interessen ähnlich gelagert.

Alles begann mit dem Urteil des Bundeskartellamts aus dem vergangenen Jahr gegen eine angebliche Machtkonzentration in den Händen der baden-württembergischen Forstämter. Die waren – wie die hessischen auch – für Beförsterung und gleichzeitig Holvermarktung zuständig. Zu viel der Kohle, zu viel Einfluss meinte das Gericht. Dieses Urteil schlägt nun auch ins Nachbarbundesland durch. Eile ist geboten.

Der Rathauschef macht keinen Hehl daraus, dass er die neue Lösung für falsch hält. „Die bisherigen Synergieeffekte fallen weg“, betont er. Hessen Forst konnte bis zu diesem Jahr die Holzernte aus Landes-, Privat- und Kommunalwald in einem Schwung abernten und unter die Abnehmer bringen. Das geht jetzt nur noch für die ersteren beiden. Was für die Gemeinden heißt, dass ein zwischengeschalteter Unternehmer ebenfalls sein Geld haben will, was vom Gewinn abgeht. Vor dem Hintergrund sowieso sinkender Preise und dem Buchdrucker-Befall keine glänzenden Aussichten.

Ursprünglich waren sechs Holzvermarktungsorganisationen auf Landesebene geplant, so Kehrer. Doch diese Gebilde stellten sich als zu groß und zu unterschiedlich gelagert heraus. Eine Stadt wie Oberzent, deren Fläche zu 70 Prozent von Wald bedeckt und für die das Holz ein veritabler Wirtschaftsfaktor ist, hat andere Interessen wie etwa Darmstadt, wo dem Wald vor allem eine Erholungsfunktion zukommt, führt er aus.

Auch die Variante, Landkreis Bergstraße und Odenwaldkreis unter ein Dach zu bringen, „war nicht der Favorit“, betont er. Dazu ist das Ried in der Rheinebene zu weit weg und völlig anders aufgestellt, was sich schon an der Waldfläche bemerkbar macht. Deshalb sind Oberzent (2400 Hektar) und Wald-Michelbach (1600 Hektar) als waldreichste Kommunen in den beiden Kreisen nun federführend bei der Neuorganisation, die die Gemeinden im Odenwald mit viel Waldbesitz kreisübergreifend zusammenführend soll. Aus dem Landkreis Bergstraße sind weiterhin Gras-Ellenbach, Abtsteinach, Hirschhorn, Neckarsteinach, Fürth und Mörlenbach mit involviert.

Zum einen muss es zwar schnell gehen, zum anderen sind aber „die Förderrichtlinien des Landes sind noch nicht draußen“, bedauert der Bürgermeister. Denn bei einer solchen Neuorganisation schießt das Land je nach Größe bis zu 500.000 Euro. Im konkreten Fall dürften es 200.000 Euro sein. „Wir sind zeitlich im Verzug“, so Kehrer. Es sollte dieses Jahr noch eine Entscheidung getroffen werden, um 2019 Beschlüsse fassen zu können.

„Wir haben eine Vorlage erstellt und eine Satzung ausgearbeitet“, erläutert das Stadtoberhaupt. Derzeit läuft die rechtliche Prüfung. Es geht um ein „verbindliches Gebilde“ in Form eines Zweckverbands oder eine Anstalt öffentlichen Rechts. Er rechnet damit, dass die entsprechenden Beschlussvorlagen in die Novemberrunde der verschiedenen Gremien kommen.

 

Neckar-Fährmann dringend gesucht

Neckarhausen/Neckarhäuserhof. Lust auf einen ausgefallenen Beruf? Neckar-Fährmann dringend gesucht! Am besten soll ein erfahrener Binnen-Seebär her. Beginn: möglichst sofort. So liest sich die Stellenbeschreibung des Freundeskreises Fähre, mit dem dieser auf einer der letzten beiden Neckarfähren Personal sucht. Denn sonst ist ein ordnungsgemäßer Betrieb oder sogar der Fortbestand dieser kulturhistorischen Institution in Gefahr.

Zwischen dem hessischen, zu Neckarsteinach gehörenden Neckarhausen und dem badischen, zu Neckargemünd gehörenden Neckarhäuserhof verkehrt ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten: eine Hochseilgierfähre mit Dieselmotor. Bereits im Jahr 1803 wird an dieser Stelle ein Fährnachen mit dem Namen „Napoleon“ überliefert. Die zweite noch verbliebene Neckarfähre von ehemals etlichen schippert ebenfalls in einem Neckarhausen, aber dem bei Edingen, über den Fluss.

Da die Personal-Situation der Fähre prekär ist, startet der Freundeskreis laut der stellvertretenden Vorsitzenden Ute Fries jetzt eine Banner- und Plakatsuchaktion für einen zweiten und dritten Fährmann. Denn Urgestein Achim Landwehr will im Mai 2019 aufhören. Der „Färcher“ ist bereits eine Institution auf dem Neckar. Seit 38 Jahren, seit 1980, steht er jeden Tag parat und bringt Autofahrer, Fußgänger oder Radler von Baden nach Hessen – oder umgekehrt. Älter als er ist das Schiff selbst: Es wurde 1933 angeschafft und kann bis zu acht Autos gleichzeitig über den Neckar transportieren.

Markus Seibert aus Neckarhausen, der aktuell seine Ausbildung zum Fährmann macht, wird frühestens Anfang Dezember seine Prüfung absolvieren. Wenn sich kein Interessent mit Fährpatent findet, der spätestens zum Frühjahr einsteigen könnte, müsste der neu auszubildende Fährmann schon demnächst anfangen, da er 180 Tage Praktikum auf der Fähre benötigt.

Derzeit läuft der Fährverkehr bereits auf Sparflamme: Da ein bisheriger Färcher im April fristlos kündigte, ist das Schiff momentan nur alle zwei Wochen planmäßig unterwegs – und zwar in den ungeraden. In den geraden Wochen pendelt die Fähre nur Montag- bis Freitagvormittags von 6 bis 8 Uhr. Am Wochenende findet gar kein Fährverkehr statt. Die im Vorfeld der Kündigung angesprochenen Mängel „sind inzwischen behoben und ein Teil wurde als ‚kein Mangel‘ zurückgewiesen“, erläutert die stellvertretende Vorsitzende.

„Wir wollen mit unserer Plakat- und Banneraktion die Fährmannsuche nochmal etwas intensivieren und natürlich auch auf die Gefahr hinweisen, dass bald keine Fähre mehr auf dem Neckar verkehren könnte“, betont Ute Fries. „Das wäre für unsere Fähre, die Menschen im Umkreis und auch touristisch gesehen sehr fatal.“

Fries weist in diesem Zusammenhang auf die wichtige Verbindung zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen und den beiden Landkreisen Rhein-Neckar und Bergstraße hin. Außerdem sorgt die Fähre für eine kurze, Zeit und Sprit sparende Verbindung zwischen Neckarhausen und Neckarhäuserhof sowie den Anliegergemeinden (Hirschhorn, Neckarsteinach, Mückenloch, Haag, Schönbrunn, Waldwimmersbach) und des badischen Ufers mit der S-Bahn-Linie zwischen Heidelberg und Mosbach auf der hessischen Seite.

Ute Fries weist auf die Fähre als „wichtiges Symbol für die lange gemeinsame Geschichte von Neckarhausen und Neckarhäuserhof“ hin. Sie ist daneben ein historisches Denkmal, da sie eine der letzten beiden ihrer Art auf dem Neckar ist. Als „schwimmende Brücke‘“ verbindet sie den großen mit dem kleinen Odenwald und dem Kraichgau, dazu die Kreisstraßen 205, 4102 und 4103 und dient als Umfahrungsmöglichkeit bei Verkehrsstörungen auf der B37/45. Die Fähre ist eine „Stütze der Infrastruktur, des Tourismus und der Gastronomie“, betont die stellvertretende Vorsitzende.

Der früheste Hinweis auf eine Neckarquerung ist über 500 Jahre alt, datierend aus einem Rechtsstreit zwischen dem Kloster Schönau und Mückenloch. Nach Genehmigung des Betriebs einer Wagenfähre zwischen Neckarhausen und dem damaligen Finsterbach (Neckarhäuserhof) durch die Großherzoglich Hessische Regierung in Darmstadt wurde diese noch im gleichen Jahr 1812 eingerichtet.

Verstärkt kam in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Personentransport hinzu. Am 15. August 1837 wurde die Nähe erstmals meistbietend verpachtet an „Johannes Krieger zu Finsterbach, für 15 Gulden pro anno“. Damit wurde ein regulärer Fährbetrieb mit einem ständigen Fährmann eingerichtet, der bis heute Bestand hat. Die 1877 eingeführte Kettenschleppschifffahrt wie auch die Einweihung der Neckartaleisenbahn 1879 verlangten nach einer neuen Technik. Die neue, eiserne Gierbundfähre lief ab 1888 an einem Drahtseil, dass über zwei Buchnachen geführt wurde.

Nach dem Bau der Staustufen wurde 1933 eine Hochseilgierfähre aus der Schiffswerft Ph. Ebert & Söhne in Neckarsteinach in Betrieb genommen. Diese wurde mittels einer in Fahrtrichtung liegenden Verholkette über den Neckar gezogen. Diese kraftraubende Tätigkeit fand ab 1958 durch den Einsatz eines Dieselmotors ein Ende. Den nach dem Zweiten Weltkrieg sprunghaft angestiegenen Verkehr bekam auch die Fähre zu spüren – nicht ohne Folgen: Mit geänderten Fährzeiten leisten seitdem zwei Fährmänner im wöchentlichen Wechsel ihren Dienst.

Freundeskreis Fähre Neckarhausen-Neckarhäuserhof

Gründungsjahr: 2004

Mitgliederzahl: 350

Kontakt: Vorsitzender Jörg Polivka, Im Neckarhäuserhof 3, 69151 Neckargemünd, E-Mail info@ffnn.de, zweite Vorsitzende Ute Fries, Im Neckarhäuserhof 4, 69151 Neckargemünd, Telefon 06229-930604, http://www.ffnn.de

Ballonglühen nach der Inthronisation von Franziska beim Neckarsteinacher Tag des Gastes

Das bisherige Burgfräulein Franziska ist neue Vierburgenkönigin. Die 19-Jährige ist damit die Nachfolgerin von Sina I. (17), die beim Tag des Gastes feierlich verabschiedet wurde. Neues Burgfräulein ist jetzt Laura I. (18). Die Zepterübergabe ging auf der großen Freitreppe zwischen Altstadt und Neckarufer über die Bühne. Die beiden gingen abends zusammen mit vielen anderen Prinzessinnen und Königinnen vor allem aus Odenwald und Bergstraße auf große Schifffahrt, um Ballonglühen und Vierburgenbeleuchtung vom Wasser aus zu genießen.

Es war eine besondere Veranstaltung: Zum 50. Mal fand am Neckarufer unter großem Zuspruch der Bevölkerung der Tag des Gastes statt. Leider zum Jubiläum ohne Feuerwerk, denn die Waldbrandgefahr war durch die aktuelle Trockenheit einfach zu hoch. Dafür gab’s am Dilsberger Flussufer ein von Musik untermaltes Ballonglühen. Tagsüber war noch ein Gewitter befürchtet worden, doch die dunklen Wolken und der Wind hatten sich zum Glück abends verflüchtigt.

Die Neckarsteinacher Vereine sorgten an ihren Ständen neben allerlei Kulinarischem auch für Live-Musik der unterschiedlichsten Art. „Bagmo“, „Best Friends“ und „New Phantoms“ unterhielten die zahlreichen Gäste. Beim Turnerbund spielte nicht nur die Musik, sondern waren auch Turngruppen mit verschiedenen Darbietungen präsent. Bei den Opel-Freunden wurde es orientalisch mit Tänzen der „Askardia Oriental Dance Fusion“-Gruppe.

Kein Tag des Gastes ohne Freibier: Das entsprechende Fass stachen beim Mitveranstalter Heimat- und Kulturverein Bürgermeister Herold Pfeifer sowie die noch amtierende Vierburgenkönigin Sina und Burgfräulein Franziska an. Der Rathauschef dankte beiden für ihr Engagement als Repräsentanten der Stadt im vergangenen Jahr. Zur Krönung der neuen Hoheit hatten sich viele Gäste aus nah und fern eingefunden.

Als die Wasserschutzpolizei den Fluss gesperrt hatte, fuhren die aus Heidelberg kommenden Ausflugsschiffe vor, allen voran das Flaggschiff der Weißen Flotte, die Königin Silvia. Viele kleinere Boote und Yachten hatten sich bereits zuvor am badischen und hessischen Ufer eingefunden.

Für die Ehrengäste stand in Neckarsteinach die „Merian“ bereit, an deren Bord sie in der Abenddämmerung zunächst flussabwärts bis hinter Neckargemünd fuhren. Hartmut Quiring unterhielt dabei auf Akkordeon und Saxophon. Nach der Rückkehr begann gleich das Ballonglühen, vom Verein Ballonfahrt Kurpfalz organisiert. Die vier Burgen gaben danach im LED-Licht ein herrliches buntes Bild ab, wie sie sich Grün, Blau, Hell und Lila färbten. Das Fest war aber noch lange nicht beendet. Erst in den frühen Morgenstunden gingen nach einer lauschigen Nacht die letzten nach Hause.