125 Jahre Evangelische Kirche Hirschhorn: Ausstellungseröffnung am 27. August im Langbein-Museum

Im Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation feiert auch die Evangelische Kirchengemeinde Hirschhorn das 125-jährige Bestehen ihrer Kirche. Zu diesem Anlass zeigt das Langbein-Museum eine Sonderausstellung: „125 Jahre Evangelische Kirche Hirschhorn“. Diese wird am Sonntag, 27. August, um 17 Uhr eröffnet. Mit Bildmaterial, Dokumenten und Gegenständen wird die Geschichte der Kirche lebendig erzählt. Dazu werden Persönlichkeiten vorgestellt, die eine aktive Rolle in der Geschichte gespielt haben. „Das historische Material ist umfassend und erzählt seine eigene Story“, verspricht Initiator Dr. Ulrich Spiegelberg.

Die Evangelische Kirche ist bis heute unverwechselbarer Teil des Hirschhorner Stadtbildes und eines ihrer Erkennungsmerkmale. Zu ihrer Einweihung am 7. November 1892 reiste eigens der Großherzog an, um dem feierlichen Festgottesdienst beizuwohnen. Es sollte sein einziger Besuch in Hirschhorn bleiben. Relativ früh hielten Luthers Gedanken in Hirschhorn Einzug, als sich die Ritter ab 1526 der Reformation zuwandten, diese auch in ihrem Herrschaftsbereich förderten und durchzusetzen suchten.

Nach einer wechselhaften Geschichte erlosch 1719 die evangelische Gemeinde in Hirschhorn. Für die letzten Gemeindeglieder war die Neckarsteinacher Kirche – zumindest vorübergehend – der nächstgelegene Ort, wo sie noch einen evangelischen Gottesdienst besuchen konnten. Knapp 100 Jahre später, mit dem Übergang nach Hessen im Jahr 1803, kamen wieder die ersten Protestanten ins damals rein katholische Hirschhorn: Es waren vor allem hessische Beamten – Landrat, Landgericht, Forst, Finanzverwaltung, später Polizei, Post, Bahn.

Die kleine evangelische Gemeinde war zunächst nach Neckarsteinach eingemeindet. Doch der Kirchenbesuch in Neckarsteinach war ihnen zu mühsam, so dass bald der Wunsch nach einem Gottesdienst und einer Kirche vor Ort entstand. Im Jahr 1854 ergab sich die Möglichkeit, einen evangelischen Gottesdienst im ehemaligen Rittersaal des Schlosses zu feiern. Hirschhorn wurde sozusagen zur Neckarsteinacher Filiale mit eigenem Pfarrverwalter, bis die Gemeinde, inzwischen auch durch Langenthal verstärkt, so gewachsen war, dass sie sich 1890 als eigenständig etablieren konnte.

Dies war zugleich der Startschuss für ein weiteres großes Vorhaben, den Kirchenbau. Der Bauplatz wurde am 12. Juli 1891 eingeweiht, die Grundsteinlegung fand am 12. August statt. Auf den Tag genau zwei Jahre später wurden Turmkreuz und Hahn aufgesetzt. Der Gesamtbau kostete damals rund 60.000 Mark. Turmuhr und Orgel folgten in weiteren Abschnitten, ebenso das Pfarrhaus. Ab diesem Zeitpunkt verfügte die junge evangelische Gemeinde über alle wichtigen Einrichtungen für ihr kirchliches Leben – bis heute.

Die Sonderausstellung 125 Jahre Evangelische Kirche in Hirschhorn erzählt die Geschichte einer Gemeinde, die heute fester Bestandteil Hirschhorns ist und seine Identität wesentlich mitprägt. Sie zeigt mit altem Bildmaterial so manch neue Perspektiven und lässt nachempfinden, wie es ist, eine eigene Kirchengemeinde zu gründen und ihr eine Kirche zu errichten.

Auf die DLRG kann man immer bauen: Hirschhorner Ortsgruppe feierte das 40-jährige Bestehen

Ohne das Ehrenamt geht nichts: Deshalb stand die Würdigung der freiwilligen Leistungen im Dienste der Mitmenschen auch bei den Reden zum 40. Jubiläum der DLRG-Ortsgruppe Hirschhorn im Mittelpunkt, das im Rahmen des Ersheimer Kerwe am Gebäude der Bereitschaft gefeiert wurde. Vorsitzender Thomas Uhrig nutzte die Gelegenheit, einen Blick zurück auf vier Jahrzehnte lebensrettender Tätigkeit im hessischen Neckartal zu werfen.

1977 wurde die Ortsgruppe in der Mark-Twain-Stube des damaligen Hirschhorner Bürgerhauses gegründet. Ein Jahr später konnte man durch die Unterstützung der Volksbank bereits das erste Einsatzfahrzeug anschaffen. Während all der Zeit wurde immer ein Schwerpunkt auf die Fortbildung gelegt, betonte Uhrig. Fünf Jahre nach Gründung dann ein Meilenstein: Die DLRG-Station in der Ersheimer Straße wurde eingeweiht.

1992 gründete man zusammen mit dem DRK eine Sanitätsgruppe, 1993 waren die Lebensretter auf dem Wasser selbst betroffen vom Jahrhunderthochwasser des Neckars, das die eigenen Räume 30 Zentimeter hoch überflutete. 1997 wurde laut Uhrig ein Taucheinsatzfahrzeug angeschafft. Und dann in Hirschhorn das erste Hochwasserboot fürs hessische Neckartal stationiert.

2002 war die DLRG mit der Gründung einer First Responder Gruppe als Unterstützung des DRK Vorreiter in diesem Bereich. 2004 gab’s die Hochwassermedaille des Landes. Seit 2013 ist Hirschhorn mit Thomas Uhrig im Kreisvorstand vertreten. Seit 2016 ist er auch organisatorischer Leiter Rettungsdienst im hessischen Neckartal. In diesem Jahr ging man die Renovierung des vor 35 Jahren gebauten Vereinsheims an.

75 Kinder seien derzeit in der Schwimmausbildung im Eberbacher Schwimmbad, weshalb sich die DLRG stark für dessen Erhalt einsetze, sagte der Vorsitzende. Er zeigte sich stolz über die Jugendgruppe. Jugendarbeit generell bezeichnete er als „sehr wichtig“. Man strebe an, in diesem Bereich immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Harald Blum, der vor 40 Jahren die Ortsgruppe mitgründete und zwischenzeitlich als DLRG-Vorsitzender auf Landesebene gewirkt hatte (jetzt ist er Ehrenpräsident), wies auf den Verein als „größte freiwillige Wasserrettungsgesellschaft der Welt“ hin. Von 1950 bis 2015 wurden seinen Worten zufolge 22 Millionen Schwimmprüfungen abgenommen. Den Bau der Station bezeichnete er als sehr wichtig für den Fortbestand der Ortsgruppe. Er forderte mehr Wertschätzung für die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Diese seien auch ins kulturelle Leben einer Stadt eingebunden.

Der Vorsitzende des Bergsträßer Kreisverbands, Matthias Denner, wies auf die nicht alltägliche First-Responder-Arbeit hin. Die Vereinsmitglieder opferten viel Zeit für ihre Mitmenschen, betonte er. Mit der Berufung Blums in den Landesvorstand wurden die Hirschhorner Fähigkeiten auch überregional anerkannt, freute er sich.

„Es ist bemerkenswert, was hier aufgebaut wurde“, sagte Bürgermeister Oliver Berthold. Er zeigte sich beindruckend vom Geleisteten. „Nur wenige kennen das vielfältige Aufgabenspektrum“, meinte er. Er würdigte die Arbeit der Verantwortlichen vor Ort als immer verlässliche Partner, die sich um unkomplizierte Lösungen bemühten. „Man kann auf die die DLRG bauen“, so Berthold.

Das kann nicht nur die Stadt, das können auch die Bürger, wie sich direkt im Anschluss zeigte. Kaum war die Feierstunde vorbei, brach plötzlich Hektik aus. Schnell sprangen ein paar Helfer in zwei Fahrzeuge, um mit Blaulicht nach Neckarhausen zu düsen. Dort war ein Traktor von der dortigen Fähre in den Neckar gestürzt. Zum Glück ohne Folgen für die Fahrerin, die nur nass wurde. Das Gefährt aber versank in den Fluten.

Hirschhorner Soiree der Langbein-Freunde widmet sich dem Geburtstag der Nachbarstadt

Bereits zum dritten Mal treffen sich Interessierte und Freunde des Langbein-Museums zur „Soiree unter der Linde“ bei Plaudereien zur und in der Ausstellung des Museums. Gäste sind dazu eingeladen: am Freitag, 4. August, ab 19:30 Uhr. Anlässlich der Soiree, organisiert vom Freundeskreis Langbein’sche Sammlung und Heimatmuseum, widmet sich Dr. Ulrich Spiegelberg einzelnen Aspekten der Ausstellung „Happy Birthday Neckarsteinach“ und lässt ihre Geschichte mit interessanten Stories rund um die Exponate lebendig werden.

„Happy Birthday Neckarsteinach“ lautet der Titel der Wechselausstellung. In der Gründungsurkunde des Klosters Schönau aus dem Jahr 1142 werden die Herren von Steinach und die Kirche zu „Steinaha“ erstmals genannt. Die Vierburgenstadt hat mit ihrer malerischen Lage sowie der Verbindung von Natur, Landschaft und Geschichte immer wieder Künstler in ihren Bann gezogen. Begünstigt durch die Nähe zu Heidelberg gibt es eine Vielzahl qualitätsvoller historischer Ansichten. Schon damals waren Wanderungen ins Steinachtal mit dem Besuch der Burgen und der anschließenden Einkehr beim gastfreundlichen Burgherren der Mittelburg sehr beliebt. Im Nachen ging es dann auf dem Neckar zurück nach Heidelberg.

Gezeigt werden zahlreiche historische Ansichten aus Neckarsteinach, darunter auch solche, die entweder bislang unbekannt waren oder noch nie gezeigt wurden. So etwa die großformatige Zeichnung von Charles de Graimberg, die die Mittelburg aus der Perspektive des Steinachtals zeigt, oder Gesamtansichten der Stadt, aquarelliert von Charles‘ Sohn Philibert de Graimberg.

Was die Geschichte Neckarsteinachs so spannend macht: Infolge zahlreicher Herrschaftswechsel ist sie recht komplex und steckt vor allem im Hinblick auf die Frühzeit der Burgen voller Rätsel. Fehlende Überlieferungen liassen viel Raum für Spekulationen. Vielleicht kann die Sonderausstellung etwas Licht ins Dunkel bringen – mit seltenen und teilweise unveröffentlichten alten Ansichten und der überlieferten Geschichte Neckarsteinachs sowie der historisch gewachsenen Verbindung zu Hirschhorn.

Im Anschluss übernimmt Spiegelberg zusammen mit Richard Köhler von der Musikschule Hirschhorn als „Hirschhorner Vielharmoniker“ auf Klavier und Gitarre den musikalischen Part des Abends. Die Soiree ist eine offene Veranstaltung (mit freien Eintritt), zu der Besucher aus der gesamten Umgebung eingeladen sind. Seinen besonderen Reiz erhält der Abend durch das Ambiente unter der Linde vor dem Langbein-Museum in Hirschhorn, wo das gemütliche Beisammensein organisiert ist. Bei Regen wird das das Ganze in das Museum verlagert.

 

Die Schachjugend-Cracks geben sich in Neckarsteinach ein Stelldichein

Die offene baden-württembergische U8-Jugendmeisterschaft und das dritte Neckarsteinacher Jugendopen 2017 im Schach finden am Samstag, 29., und Sonntag, 30. Juli, statt. Ort ist die Vierburgenhalle, Veranstalter sind die Schachfreunde Neckarsteinach. Am 29. Juli finden Anmeldung und Anwesenheitsnachweis bis 9 Uhr statt. Die erste Runde startet um 9.30 Uhr, die zweite um 13 Uhr, die dritte Runde um 16 Uhr. Am Sonntag, 30. Juli, geht es mit der vierten Runde um 10 Uhr weiter, die fünfte und letzte beginnt um 13.30 Uhr.

Die Schachfreunde erwarten wieder Jugendliche aus ganz Süddeutschland und sind gespannt, wie sich die jüngsten Spieler (U8) aus Baden-Württemberg behaupten. Es kann durchaus sein, dass der künftige deutsche Meister schon dabei ist. Hier kann man die potenziellen künftigen Schachgroßmeister bestaunen, wie sie ihr erstes Turnier bestreiten. Wie immer ist jeder Interessierte eingeladen.

Es gelten die FIDE-Regeln, Anhang G entfällt. Mobilfunkgeräte sind nur im vollständig abgeschalteten Zustand im Turniersaal erlaubt. Es werden fünf Runden nach Schweizer System gespiellt. Die Bedenkzeit beträgt eine Stunde für 40 Züge sowie eine halbe Stunde für den Rest der Partie. Die Wartezeit zu Rundenbeginn beträgt maximal 30 min. Die Startranglisten werden nach DWZ laut den zuletzt vom DSB veröffentlichten Zahlen ermittelt. Bei Punktgleichheit entscheidet über den jeweiligen Rang die Buchholzzahl, danach die Sonneborn-Berger-Wertung.

Gespielt wird in drei Kategorien: U18 (1999 und jünger), U14 (2003 und jünger) und U10 (2007 und jünger). U 8 (2009 und jünger) wird als baden-württembergische U8-Meisterschaft gewertet. Jeweils die ersten Drei erhalten einen Pokal. Die Spieler werden in einem einheitlichen Turnier zusammengefasst, aber getrennt gewertet. Jeder teilnehmende Spieler erhält eine Medaille. Das beste Mädchen erhält einen Sonderpokal.

Infos: http://schachfreunde.neckarsteinach.org/

Hirschhorner Langbein-Museum gratuliert mit Ausstellung Neckarsteinach zum 875. Stadtjubiläum

Mit einer Sonderausstellung zur Stadtgeschichte von Neckarsteinach gratuliert das Langbein-Museum in Hirschhorn dem Nachbarort zum 875. Stadtjubiläum. Mit seltenen historischen Ansichten wird zugleich die enge Verbindung zwischen den beiden hessischen Neckartalstädten belegt. Zur Eröffnung der Sonderausstellung am Freitag, 14. Juli, um 19 Uhr im Langbein-Museum sind auch Repräsentanten und Gäste aus beiden Orten eingeladen. Musikalisch umrahmt wird sie von der Neckarsteinacher Harfenistin Laura Morweiser.

„Happy Birthday Neckarsteinach“ lautet der Titel der Wechselausstellung. In der Gründungsurkunde des Klosters Schönau aus dem Jahr 1142 werden die Herren von Steinach und die Kirche zu „Steinaha“ erstmals genannt. Die Vierburgenstadt hat mit ihrer malerischen Lage sowie der Verbindung von Natur, Landschaft und Geschichte immer wieder Künstler in ihren Bann gezogen. Begünstigt durch die Nähe zu Heidelberg gibt es eine Vielzahl qualitätsvoller historischer Ansichten. Schon damals waren Wanderungen ins Steinachtal mit dem Besuch der Burgen und der anschließenden Einkehr beim gastfreundlichen Burgherren der Mittelburg sehr beliebt. Im Nachen ging es dann auf dem Neckar zurück nach Heidelberg.

Gezeigt werden zahlreiche historische Ansichten aus Neckarsteinach, darunter auch solche, die entweder bislang unbekannt waren oder noch nie gezeigt wurden. So etwa die großformatige Zeichnung von Charles de Graimberg, die die Mittelburg aus der Perspektive des Steinachtals zeigt, oder Gesamtansichten der Stadt, aquarelliert von Charles‘ Sohn Philibert de Graimberg.

Was die Geschichte Neckarsteinachs so spannend macht: Infolge zahlreicher Herrschaftswechsel ist sie recht komplex und steckt vor allem im Hinblick auf die Frühzeit der Burgen voller Rätsel. Fehlende Überlieferungen liassen viel Raum für Spekulationen. Vielleicht kann die Sonderausstellung etwas Licht ins Dunkel bringen – mit seltenen und teilweise unveröffentlichten alten Ansichten und der überlieferten Geschichte Neckarsteinachs sowie der historisch gewachsenen Verbindung zu Hirschhorn.

So wird die Sonderausstellung „Happy Birthday Neckarsteinach“ zum beredten Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit: Gegenseitiges Kennenlernen und Informationsaustausch ist derzeit nicht nur auf kommunalpolitischer Ebene ein Thema. Das Langbein-Museum will dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. Die Ausstellung wird knapp sechs Wochen zu sehen sein.

Dem Thema wird auch die inzwischen traditionelle Soiree gewidmet sein, die am 4. August ab 19.30 Uhr stattfindet. Sie ist ein kleiner sommerlicher Event des Museums, das mit musikalischer Begleitung unter der Linde davor stattfindet. Ein zauberhafter Abend, gewidmet der gemeinsamen Geschichte der Städte, an dem die Hirschhorner noch einmal gratulieren.

Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Neckarsteinach mit sehr gutem Besuch – MdB Christine Lambrecht ehrte und referierte

So gut wie schon lange nicht mehr war der Besuch der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins. „Wir hatten offen eingeladen und ich bin froh, dass sich dieser Versuch gelohnt hat“, freute sich Neckarsteinachs SPD-Vorsitzende Sabine Wegehingel. Sogar einige Nicht-Mitglieder fanden den Weg ins Sportheim. MdB Christine Lambrecht war nicht ohne Grund in die Vierburgenstadt gekommen, gab es doch Anlass zu zahlreichen Ehrungen. Die zu Ehrenden berichteten lebendig und engagiert, wie sie ehemals zur SPD fanden.

Lambrecht überreichte Urkunden mit dankenden Worten für 40 Jahre an Karin Schindelbeck und Margot Hofherr. Seit kurzem zählt Prof. Dr. Walter Mühlhausen zum Ortsverein. Der geschäftsführende Direktor der Friedrich-Ebert-Stiftung in Heidelberg wohnt mittlerweile im hessischen Neckarsteinach. Er fand vor 40 Jahren in Nordhessen zur SPD. Geehrt wurde auch Bürgermeister Herold Pfeifer für 25 Jahre Mitgliedschaft. Sie alle hätten, so Lambrecht, an vielen Stellen für die Entwicklung der SPD gearbeitet und sich mit der Übernahme von Mandaten in der Kommunalpolitik Respekt und Anerkennung verschafft.

Groß war dann das Interesse am Bericht der Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Unterbezirksvorsitzenden, lebhaft und engagiert die Diskussion nach ihrer Rede. „Wir haben sehr viele Themen, die uns als Sozialdemokraten wichtig sind, in langen und zähen Verhandlungen im Koalitionsvertrag durchsetzen können. Und Punkt für Punkt haben wir sie dann abgearbeitet – teilweise auch gegen den erbitterten Widerstand der Union“, zog Lambrecht Bilanz der vergangenen Regierungsjahre. Beispielhaft nannte sie die Erhöhung des Mindestlohns, die Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren und das Lohngerechtigkeitsgesetz zur Beseitigung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.

Ein wichtiges Ziel für die SPD war es, so Lambrecht, dass die Kommunen in dieser Legislaturperiode erheblich entlastet wurden. „Nur finanziell handlungsfähige Kommunen können eine gute soziale Infrastruktur wie Schulen, Kitas oder Schwimmbäder bereitstellen.“ Deshalb habe man Städte und Gemeinden in Milliardenhöhe entlastet.

Bei den Sozialabgaben waren es jeweils eine Milliarde in den Jahren 2015 und 2016, dann 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 und 5 Milliarden ab 2018, erläuterte die Abgeordnete. Sie fügte hinzu: „Der Bund hat das Geld bereits gestellt. Es ist nun die Aufgabe der Länder, das Geld schnell weiterzugeben. Das könnte gerade in Hessen deutlich besser laufen“, sagte Lambrecht.

Mit Blick auf den anstehenden Wahlkampf verwies Lambrecht darauf, dass die SPD klare Forderungen habe. Im Bundestagswahlkampf geht es um viel. Das Thema soziale Gerechtigkeit stehe ganz eindeutig im Mittelpunkt, denn Gerechtigkeit ist die zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt und Wohlstand. „Wir haben sehr klare Vorstellungen: Bildung ist die wichtigste Investition in unsere Zukunft und muss von der Kita bis zum Studium oder Meisterabschluss kostenlos sein. Ebenso müsse die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen verboten werden. Sie machte aber auch klar, dass zum Thema soziale Gerechtigkeit auch ein gerechtes Steuersystem gehöre, das kleinere und mittlere Einkommen entlaste.

In der folgenden lebendigen Diskussion gab es auch viele kritische Fragen, die von Christine Lambrecht geduldig angehört und ausführlich beantwortet wurden. Die Themen waren vielfältig: von der Vermögenssteuer über Erbschaftssteuer, Rente und Flüchtlinge bis zu Martin Schulz, Bundestagswahl und Europa wurde das weite Spektrum aktueller Politik berührt.

 

Holzmarkt ist „auf einem extrem hohen Niveau“: Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald

Für die guten Nachrichten war auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Südlicher Odenwald der stellvertretende Beerfeldener Forstamtschef Ronny Kolb zuständig. Er sprach von einem Holzmarkt, der sich in den vergangenen drei bis vier Jahren mit Preisen „auf einem extrem hohen Niveau“ stabilisiert habe. Für die Fichte ließen sich teilweise über 90 Euro pro Festmeter erzielen.

Kolb erläuterte, dass mit den großen Holzverarbeitungsfirmen Ganzjahresverträge abgeschlossen werden konnten, wo sonst sechs Monate die Regel seien. Der Vorteil: „Es gibt eine absolute Stabilität bei den Holzpreisen auch für das zweite Halbjahr.“ Die Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Holz boomt. „Bei Buche und Eiche können wir sie kaum befriedigen“, sagte er. „Wir segeln in sehr ruhigem Wasser und auf hohem Niveau“, freute sich Kolb.

Von den Ergebnissen der Nadelholzsubmission in Eberbach waren die Forstleute besonders angetan. Nicht nur, dass man dort generell sehr gute Preise erzielte. Der höchstdotierte Stamm kam außerdem noch aus dem Forstamt Beerfelden. Es handelte sich um eine Lärche aus dem Gemeindewald Rothenberg „mit ein paar tausend Euro“ Erlös.

Auf diesen Baum war der Rothenberger Revierförster Reiner Grünberg besonders stolz: Elf Meter war der verwertbare Teil lang, hatte mehr als 80 Zentimeter durchschnittliche Dicke und war damit ein Prachtstück. Kolb mahnte aber, dass sich das Blatt schnell wenden könne. Nach ein paar extrem warmen Tagen „müssen wir aufpassen, dass sich der Borkenkäfer nicht ausbreitet“.

Gudrun Kranhold vom Forstamt trug den FBG-Geschäftsbericht vor. 734 Betriebe bzw. Privatpersonen waren Ende 2016 Mitglied, zu denen jetzt drei neue hinzukamen. Die größte Fläche haben die neun angeschlossenen Kommunen mit 5500 Hektar, gefolgt von den fünf großen Privatwaldbesitzern mit 2300 Hektar und den 719 kleinen Privatwaldeigentümern mit 3700 Hektar.

Das FBG-Konto weist laut Kranhold zum Ende des Jahres 2016 ein schönes Plus auf. Ein „hervorragender, ordentlicher Zustand der Kasse“ wurde ihr von Kassenprüfer Jens Schnur bestätigt, der die Zahlen zusammen mit Egon Scheuermann in Augenschein genommen hatte. Die Entlastung des Vorstands war somit nur noch Formsache.

In punkto Holzverkauf sagte Kranhold, dass dieser gegenüber 2015 leicht zurückgegangen sei. Das habe aber damit zu tun, dass es 2016 die neuen Verträge mit erhöhten Gebühren für die Privatwaldbesitzer gab. Von diesen hätten noch nicht alle unterzeichnet bzw. warteten noch etwas ab. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr über 52.000 Festmeter eingeschlagen, davon fast 38.000 fm in den Kommunalwäldern. Am meisten in Beerfelden mit über und Wald-Michelbach mit knapp unter 10.000 Festmetern.

Die Forstamtsmitarbeiterin wies auf die Wichtigkeit des PEFC-Zertifikats für die heimischen Wälder hin. Diese Zertifizierung werde auch von den Verarbeitungsbetrieben nachgefragt. Die Waldbesitzer sollten deshalb mit Akribie darauf schauen, dass die entsprechenden Vorgaben erfüllt werden. PEFC garantiert, dass Holz- und Papierprodukte aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammen. Letztlich bedeute das Zertifikat in der Vermarktung auch bares Geld, so Kranhold.