Lkw bei Darsberg von der Fahrbahn abgekommen – Vollsperrung wegen Bergungsarbeiten

Auf dem unbefestigten Randstreifen der Kreisstraße 36 zwischen Grein und Darsberg ist am heutigen Dienstag ein Sattelauflieger mit zwei leeren Cointainern in Schräglage geraten und kommt ohne Hilfe nicht mehr heraus. Der 55-jährige Fahrer aus Bayern blieb unverletzt. Nur mit einem Spezialkran kann der verunfallte Lastwagen wieder zurück auf die Straße gezogen werden. Die Polizei aus Hirschhorn sowie die Feuerwehren Neckarsteinach und Hirschhorn sind eingesetzt. Der Streckenabschnitt zwischen Grein und Darsberg ist bis mindestens 15.30 Uhr voll gesperrt. Eine Rundfunkwarnmeldung mit der Umleitungsempfehlung über Schönau  wurde an die Verkehrsteilnehmer herausgegeben.

Schnelles Internet in Hirschhorn und Neckarsteinach startet am 11. Mai: Telekom bietet Info-Abende an

In Hirschhorn und Neckarsteinach mit ihren Stadtteilen wird das schnelle Breitband-Internet mit bis zu 50 Mbit/s am 11. Mai in Betrieb genommen. Rund 1800 Haushalte können dann die neuen schnellen Anschlüsse buchen. Die Deutsche Telekom bietet dazu verschiedene Informationsveranstaltung für alle Bürger an.

Die Termine in Hirschhorn und Stadtteilen: Montag, 10. April, um 19 Uhr im Bürgersaal „Zum Naturalisten“ Hirschhorn; Dienstag, 11. April, um 19 Uhr in der Sängerhalle Igelsbach; Mittwoch, 12. April, um 19 Uhr in der Gaststätte „Zur Krone“, Wald-Michelbacher Straße 29, Langenthal.

Die Termine in Neckarsteinach und den Stadtteilen: Dienstag, 18. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Neckarhausen, Schulweg 1; Mittwoch, 19. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Grein, Im Bühl 2; Dienstag, 25. April, um 19 Uhr im Bürgerhaus „Zum Schwanen“, Neckarsteinach; Mittwoch, 26. April, um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Darsberg, Greiner Straße 20.

Mitarbeiter der Telekom stellen dort jeweils die Möglichkeiten des neuen Netzes und die aktuellen Angebote der Telekom vor. Weiterhin hat jeder Besucher die Möglichkeit, alle Fragen rund um das neue Netz zu stellen und sich aus erster Hand beraten zu lassen.

Baumfeld zur Urnenbestattung auf dem Darsberger Friedhof eingeweiht

„In der allgemeinen Trauer- und Bestattungskultur hat sich ein tiefgreifender Wandel vollzogen“, sagte Bürgermeister Herold Pfeifer bei der Eröffnung des Baumfelds zur Urnenbestattung auf dem Darsberger Friedhof. Gemeinsam mit dem Ortsbeirat und besonders mit dessen ehemaligem Ortsvorsteher Ralf Edelmann wurde es unter Unterstützung der städtischen Gremien verwirklicht.

Der Projektchor Darsberg unter der Leitung von Anja Emmerich eröffnete die Veranstaltung mit dem Stück „Das Meer der Liebe“. Bürgermeister Pfeifer bezeichnete die Gründe der Nachfrage nach alternativen Bestattungsformen als vielfältig: so die räumliche Zersplitterung traditioneller Familienverbände, aber auch die Auswirkungen des demografischen Wandels. Viele könnten aufgrund von Krankheit und hohem Alter oder wollten, aus welchen Gründen auch immer, die Grabstätten ihrer Angehörigen nicht mehr selbst pflegen.

Aus diesem Wunsch nach alternativen Bestattungsformen entstanden laut Pfeifer kommerzielle Friedwälder und Ruhehaine, die in kürzester Zeit einen enormen Zulauf erfahren hätten. „Da wir diesen Trend nicht aufhalten können, aber gleichzeitig für die Erhaltung der Friedhöfe verantwortlich sind, haben wir bereits mit der Errichtung von Urnenstelen auf dem Friedhof in Neckarhausen ein erstes Zeichen gesetzt“, so der Bürgermeister. Die Idee des Ortsbeirats Darsberg sei in den städtischen Gremien auf eine breite Zustimmung gestoßen.

Wie der ehemalige Ortsvorsteher Ralf Edelmann in seiner Projekterläuterung sagte, habe sich der Ortsbeirat bereits 2011 mit der Möglichkeit der Etablierung neuer Bestattungsformen beschäftigt. Der unterbreitete Vorschlag zur Umsetzung war Edelmann zufolge – „sowohl was die Funktionalität als auch die Anmut betrifft“ – durch eine Beschränkung auf das Wesentliche gekennzeichnet. Als Standort wurde der Grünsteifen entlang des Hauptweges gewählt.

Der vorhandene Baumbestand soll in die Gestaltung einbezogen sowie die bestehende Einzäunung zur inneren Abgrenzung in den Bereichen Wasserstelle als auch Abfallentsorgung ergänzt werden, sagte Edelmann. Das Baumfeld selbst bestehe aus zwei Grabfeldern und einem zentralen Bereich. Es biete Platz für die Bestattung von bis zu 110 Urnen. Die zur Aufstellung angedachte Sandsteinstele befinde sich bereits im Eigentum der Stadt und bedürfe nur der fachgerechten Aufarbeitung. Als Ort des Gedenkens soll eine Ablagemöglichkeit für Blumen geschaffen werden.

Die Kosten ließen sich laut Edelmann auf 4000 Euro begrenzen, da nicht allzu viel neu gestaltet werden musste. Das überschaubare Investitionsvolumen in Verbindung mit der Möglichkeit von zusätzlichen Einnahmen trägt seinen Worten zufolge maßgeblich zu einer Legitimation als auch Standortsicherheit des Friedhofes Darsberg bei.

Nach dem Gang zum Baumfeld und der Niederlegung der Schale brachte der Projektchor das Stück „Von guten Mächten“ dar. Es folgte die Entzündung des Friedenslichts durch Ortsvorsteher Holger Ludwig. Der geistliche Impuls kam von Pfarrer Norbert Feick, Diakon Dieter Klement und Vorsteher Heinz-Bernd Gramlich. Nach den Dankesworten von Bürgermeister Pfeifer an alle mit der Verwirklichung Beteiligten erfolgte der Ausklang durch Ortsvorsteher Ludwig.

Landrat Christian Engelhardt lobt auf seiner Sommertour das „hervorragende Potenzial“ Hirschhorns

Vier Tage nahm sich Landrat Christian Engelhardt Zeit, ein knappes Jahr nach seinem Amtsantritt auf einer Sommertour den verschiedenen Regionen des Landkreises Bergstraße einen Besuch abzustatten. Dabei ging es diesmal nicht ums Politische, sondern um touristische Aspekte. Daneben standen die Selbstvermarkter im Vordergrund. Letzte Station nach Ried, Bergstraße sowie Odenwald mit Weschnitztal und Überwald war das hessische Neckartal mit Hirschhorn und Neckarsteinach.

Nach dem Auftakt in der Kaffeemanufaktur Hirschhorn mit Geschäftsführerin Ulrike Schnetz und Investor Rolf van den Berg ging’s hoch zum Wahrzeichen der Neckartal-Perle, Schloss Hirschhorn. Hier waren die beiden Pächter Nadine Wagner und Andreas Schweitzer Gesprächspartner zur Stadtbild prägenden Burg, die vor etlichen Jahrhunderten durch die Ritter von Hirschhorn errichtet worden war.

Stadtführer Ludwig Heyer nahm dort den Landrat in Empfang, schaute mit ihm noch kurz in einen verwunschenen Raum hinein und erläuterte dem Gast dann auf dem Weg bergab die Geschichte der Stadt. Neben dem Kloster waren vor allem die engen Altstadt-Gassen mit ihren vielen Fachwerkhäusern und Zunftzeichen von besonderem Interesse.

„Kein Kreis weit und breit ist so vielfältig wie die Bergstraße“, betonte Engelhardt. Kultur, Natur und Freizeitangebote fänden sich hier dichtgedrängt. Man wolle seitens der Kreisverwaltung ganz gezielt für Urlaub in der eigenen Region werben, sagte er. Denn „in den Ferien bleiben viele zuhause“. Auf seiner Tour habe er deshalb ganz gezielt touristische Highlights wie das Schloss oder Direktvermarkter wie die Kaffeemanufaktur in Hirschhorn besucht.

Der Landrat erwähnte daneben den „fantastischen Boden“ im Ried, die Weine der Bergstraße, Kochkäse, Obstbrände oder naturbelassene Apfelsäfte im Odenwald. Wer im Landkreis urlaube, für den gehöre ein „interessantes gastronomisches Angebot dazu“, hob Engelhardt hervor. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung werde deshalb ein kleiner Prospekt mit einer Übersicht der Direktvermarkter aufgelegt.

Der Kreis-Chef nannte daneben das „hervorragende Potenzial“ Hirschhorns am Rand des Ballungsraums Rhein-Neckar mit einem S-Bahn-Anschluss direkt in die Städte. Allerdings brauche es ein Konzept für die Stadtentwicklung und Nutzung der Altstadt, war er sich mit van den Berg einig. Häuser müssten so umgestaltet werden, dass sie heutigen Erfordernissen genügten. Und: „Es reicht nicht, auf das eigene Angebot zu schauen“, sondern Vielfalt sei nötig. Durch eine abwechslungsreiche gastronomische Landschaft erreiche man viele Gäste, meinte Engelhardt.

Ludwig Heyer wies auf die zahlreichen Leerstände und den Investitionsstau in Hirschhorn hin. „Wir leben hier, wo andere Urlaub machen“, meinte er nicht nur mit Blick auf den Neckarsteig. Durch diesen habe es „einen immensen Zulauf an Touristen gegeben“. Heyer konnte sich den Seitenhieb nicht verkneifen, „dass es diese Wege schon viel früher gegeben hat“, aber eben die Vermarktung fehlte.

Richtige Vermarktung ist auch für den Landrat ein Schlüsselwort. Es gelte, Pakete zu schnüren, mit denen touristische und gastronomische Ziele zusammen gebucht werden könnten. Auch Incentives und Tagesangebote spielten eine wichtige Rolle, wenn die Region auf den Fachmessen für die Schönheiten der Region werbe. Weitere Stationen der Engelhardt‘schen Sommertour waren in Hirschhorn das Langbein-Museum und in Neckarsteinach der Hohe Darsberg.

Auch das hessische Neckartal surft bald auf der schnellen Datenautobahn

Die Internet-Zukunft fürs hessische Neckartal hat begonnen. An einem symbolträchtigen Ort, der Sängerhalle im zwischen Hessen und Baden-Württemberg geteilten Dorf Igelsbach, fand der Spatenstich fürs schnelle Breitbandnetz der Städte Hirschhorn und Neckarsteinach mit ihren Ortsteilen statt. Ab Mai 2017 sollen rund 3300 Haushalte mit 30 Mbit/s und mehr surfen können. Dafür werden von der Telekom etwa 30 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.

Das geplante VDSL-Netz erlaubt aber nicht nur Surfen, sondern auch Telefonieren und Fernsehen. Die Telekom war aus einer öffentlichen Ausschreibung als Kooperationspartner hervorgegangen. Sie will nach den Worten von Simone Remdisch im August mit den Tiefbauarbeiten ebenfalls in Hirschhorn-Igelsbach und im Neckarsteinacher Stadtteil Darsberg beginnen. 18 sogenannte Multifunktionsgehäuse werden in Hirschhorn gestellt, 14 in Neckarsteinach. Bis zu diesen werden dann die Glasfaserleitungen gelegt, von dort bis ins Haus geht’s per Kupferkabel weiter.

Unterstützt von der Wirtschaftsförderung Bergstraße, die für ihre Aktivitäten von allen Seiten Lob bekam, akquirierten die beiden Städte Fördermittel aus Landes- und Bundestöpfen. Im Hirschhorner Fall ist dies mit 78.000 Euro ein eher kleinerer Betrag, weil die Wirtschaftlichkeitslücke kleiner ist. Neckarsteinach erhält die Maximalfördersumme von 500.000 Euro und wird selbst auch nochmal einen sechsstelligen Betrag in den Ausbau stecken.

Von den verschiedenen Rednern wurde die Wichtigkeit eines schnellen Internets für alle Lebensbereiche genannt. Das reiche vom Hausbesitzer, der den Wert seine Immobilie damit steigere, über die lokale Wirtschaft bis hin zu touristischen Aspekten. Denn, wie es der Bergsträßer Landrat Christian Engelhardt formulierte, „ein Leben ohne Internet ist nicht mehr denkbar“. Er wies darauf hin, dass beim Breitbandausbau Hessen bundesweit vorn liege, in Hessen wiederum der Kreis Bergstraße an führender Stelle.

Umso wichtiger ist es laut Engelhardt, mit dem hessischen Neckartal jetzt eine der letzten Lücken auf der schnellen Internet-Karte schließen zu können. Die Kollegen aus der badischen Nachbarschaft „schauen fast bisschen neidisch“, meinte er, was da auf der anderen Seite in Hessen passiere. Er wies darauf hin, dass im Zuge dieser Arbeiten auch der badische, zu Eberbach gehörende Teil von Igelsbach mit versorgt werde. „Wir erhoffen uns positive Effekte für Wohn- und Wirtschaftsstandort“, so der Landrat.

Ähnlich äußerte sich auch der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße (WFB), Matthias Zürker. Er verglich den Baustart mit der Einführung der S-Bahn im Neckartal vor 13 Jahren, mit der es heute ähnlich rasant in die Metropolregion gehe. Zusammen mit dem WLAN-Programm des Kreises beginne heute in Igelsbach „Gegenwart und Zukunft“ des Internets.

Georg Matzner vom hessischen Wirtschaftsministerium erläuterte, dass es „viel Druck“ gegeben habe, den südlichsten Zipfel Hessens am Neckar ans schnelle Internet anzuschließen. Das sei wiederum heute „unverzichtbar“. Das Vorhaben bezeichnete Matzner als „nicht einfach realisierbar“. Wie der Referatsleiter betonte, hätten „beide Städte bei der Fördermittelbeantragung alles richtig gemacht“.

Simone Remdisch von der Telekom sagte, die Zusammenarbeit mit den Kommunen „klappt hervorragend“. Ende April 2017 könnten die Kunden die neuen Pakete buchen. Bis zum Winter sollen die Tiefbauarbeiten in Ersheim, Langenthal, Hirschhorn und Igelsbach sowie Neckarsteinach, Darsberg, Grein und Neckarhausen laufen. Danach folge der Einbau der Systemtechnik. 95 Prozent der Haushalte erhielten danach 30 Mbit/s Download-Geschwindigkeit. Vor der Inbetriebnahme wird es Remdisch zufolge Info-Veranstaltungen geben.

Für die beiden hessischen Neckartalstädte hatten Stadträtin Ursula Lischer (Hirschhorn) und Bürgermeister Herold Pfeifer (Neckarsteinach) begrüßt. Lischer erinnerte fast wehmütig „ans gute alte Telefon“. Gut sind ihr die Anfänge des Internets im Gedächtnis. „Langsam war gestern, bald sind wir schnell auf der Datenautobahn unterwegs“, sagte sie. Pfeifer wies auf die sich mehrenden Anfragen nach schnellem Internet seit Beginn seiner Amtszeit vor vier Jahren hin.

Mit großer Unterstützung der WFB habe man das Projekt stemmen können, sagte der Bürgermeister. Er wertete den Spatenstich als „maßgebliche strukturpolitische Weichenstellung für das gesamte hessische Neckartal“. Die beiden Städte würden als Wohn- und Arbeitsort „noch attraktiver“. Zum offiziellen Baustart waren auch Wolfram Koch, Leiter des Breitbandbüros Hessen, Dagmar Cohrs, stellvertretende WFB-Geschäftsführerin und der regionale Breitbandberater Südhessen, Berthold Passlack, anwesend.

Zu den Lebensmitteln gibt’s gerne auch noch ein Schwätzchen dazu: Der „rollende Bauernmarkt“ von André Kruppa ist eine Besonderheit in der Region

André Kruppa ist viel mehr als nur Betreiber des „Rollenden Bauernmarkts“, mit dem er in der Oberzent, im Neckartal und am Katzenbuckel unterwegs ist. Schon dieses Geschäftsmodell ist in der heutigen Zeit etwas Besonders und gibt es – wenn überhaupt -nur noch sporadisch in der hiesigen Region. Denn die Hoch-Zeit der Bauernverkaufswagen war in den 70er Jahren. Heutzutage findet man diese über Land fahren Lebensmittel-Komplettanbieter eher noch in südlichen Ländern.

Nein, Kruppa ist in den kleinen und kleinsten Ortschaften und Weilern des Odenwalds auch Ansprechpartner für die kleinen täglichen Sorgen der Menschen, oftmals einziger sozialer Kontakt von alten, nicht mehr mobilen Senioren – und darüber hinaus Lebensretter. So erinnert er sich an einem Stammkunden, der dienstags nicht am Wagen auftauchte. Weil er aber dessen Zuverlässigkeit kannte, machte sich Kruppa Sorgen, forschte nach – und tatsächlich, der Senior war am Wochenende zuhause die Treppe hinunter gefallen und lag hilflos im Haus.

„Ich bin manchmal die einzige Bezugsperson der Älteren“, so Kruppa. Da heiße es natürlich auch, immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Menschen zu haben. Die danken es ihm dann auch mal mit privaten Einladungen wie letztens zu einem Geburtstag in Hebstahl. Dieses Miteinander, dieses Geben und Nehmen, freut ihn sehr. Auf Wunsch bringt er auf seiner nächsten Tour immer auch gerne weitere Dinge des täglichen Bedarfs mit, die sich sonst erst Kilometer entfernt im Supermarkt finden: etwa die Tube Zahnpasta, Waschmittel oder andere Hygieneartikel abseits seines regulären Angebots.

Molkereiprodukte, Backwaren, Eier, Gemüse, Fleisch, Kartoffeln, Obst und auf Vorbestellung so etliches mehr hat Kruppa in seinem Transporter dabei. Mit dieser großen Produktpalette sieht er sich allein auf weiter Flur. Der 43-Jährige tourt von Montag bis Samstag durch den (kleinen) badischen und hessischen Odenwald. Unterstützt wird er dabei von seiner Frau Renate und dem 16-jährigen Sohn.

„Reich wird man nicht, aber ich kann gut davon leben“, lächelt Kruppa. Dafür klotzt er aber auch ran: Von 8.30 bis etwa 19 Uhr ist er von Montag bis Freitag in den Orten des südlichen Odenwalds unterwegs, danach ist noch Organisation angesagt. Samstags geht’s auf den Neckargemünder Markt, sonn- und feiertags ist der Bauernladen auf diversen Festen wie jetzt in Beerfelden anzutreffen. Den dortigen Geschäftsleuten ist der Marktmann sowieso sehr dankbar für die vielen Tipps, die ihm beim Aufbau der eigenen Existenz halfen.

In den kleinen Ortschaften wieder  Hinterbach, Olfen, Schöllenbach oder Falken-Gesäß auf hessischer Seite wie auch dem badischen Grenzland mit Friedrichsdorf, Mülben oder Waldkatzenbach ist Kruppa oftmals die einzige Möglichkeit für die Ortsbevölkerung, sich mit dem Nötigsten für den täglichen Bedarf eindecken zu können, ohne gleich etliche Kilometer zum nächsten Supermarkt fahren zu müssen.

Dass er damit eine Marktlücke gefunden hat, beweisen André Kruppa die vielen neuen Stammkunden. 480 waren es noch 2013 unter dem alten Betreiber, inzwischen hat er die Zahl in nicht einmal eineinhalb Jahren auf über 800 gesteigert. Bis Ende des Jahres möchte er auf 1000 Stammkunden kommen. Fernziel sind ein zweiter Verkaufswagen und ein kleiner Laden mit seinen Produkten in Finkenbach.

Zu seinem „Tante-Emma-Laden auf vier Rädern“ kam der aus der ehemaligen DDR stammende Kruppa wie die Jungfrau zum Kinde. Denn eigentlich hatte er sich, zuvor drei Jahre arbeitssuchend, als Verkaufsfahrer beworben. „Heimgekommen bin ich mit einer Firma“, meint der 43-Jährige schmunzelnd. Mit dieser auf vier Rädern ist er jetzt seit eineinhalb Jahren auf Tour.

Der Anfang des rollenden Bauernmarkts vor 45 Jahren war mit dem Verkauf von Eiern. Passenderweise hieß der Eigentümer damals Heinrich Eiermann und hatte das Hühnergehe am Eberbacher Krankenhaus. Irgendwann lohnte es sich nicht mehr, nur mit Eiern auf Verkaufsfahrt zu gehen – und so kamen mit Nachfolgerin Monika Lenz die anderen Produkte hinzu. Sie, die 1984 einstieg, ist noch bis Ende des Jahres als Unterstützung mit im Boot.

 

Info: Bei seinen Produkten setzt Kruppa ganz auf die Region. Die Backwaren bezieht er täglich frisch von den Bäckereien Riesinger in Gammelsbach und Beerfelden. Käse kommt von der Hofkäserei in Gammelsbach und der Molkerei Hüttenthal. Fleisch und Wurst steuert neben Beisel & Jehle in Rothenberg die Landmetzerei Sattler in Beerfelden bei, die Eier kommen von der Erzeuergemeinschaft Trunk und Möhler in Schloßau. Frisches Obst und Gemüse bezieht er von der Firma Keil aus Erbach. Das „Nudel-Lager“ stellt die Firma Heist in Rehbach. Kräuter, Grießklößchen, Säfte, Wein, Zucker und Mehl gehören daneben zum Standardsortiment.

Montags führt die Tour des rollenden Bauernmarkts von Rothenberg über Kortelshütte, Hainbrunn, Finkenbach und Hinterbach bis nach Falken-Gesäß. Dienstags werden zuerst Olfen und Airlenbach, dann Beerfelden, Hetzbach, Sensbachtal, Friedrichsodrf, Kailbach und Schöllenbach angefahren. Mittwochs ist die Ecke Neckarsteinach, Mückenloch und Dilsberg dran, donnerstags neben den Eberbacher Stadtteilen auch Langenthal und Heddesbach. Freitags schließlich geht‘s auf die Tour rund um den Katzenbuckel mit Abschluss in Gammelsbach. Infos zu den jeweiligen Standorten unter Telefon 0175-2815817.

Hirschhorner belegten den dritten Platz beim Jugendfeuerwehr-Wettkampf des Löschbezirks 3 in Langenthal

Doppelsieg für die Überwälder: Mit fünf Jugendteams war die frisch fusionierte Schönmattenwager Wehr beim Wettkampf des Löschbezirks 3 in Langenthal angetreten und räumte gleich kräftig ab. Auf Platz 3 kam die eine Hirschhorner Mannschaft, auf Platz 11 die andere. Die erste Mannschaft aus Schimmeldewog durfte den von Wald-Michelbachs Gemeindebrandinspektor Erwin Hartmann gestifteten Wanderpokal in Empfang nehmen. Die Veranstaltung fand zum 40-jährigen Bestehen der Jugendwehr im Hirschhorner Stadtteil statt.

Das Ergebnis freute natürlich Bezirksjugendfeuerwehrwart Tobias Walter, gleichzeitig Schönmattenwager Wehrführer, sehr. Er war zusammen mit der Langenthaler Jugendfeuerwehrwartin Lisa Morr und dem dortigen Wehrführer Michael Siefert sowie deren Team federführend an der Organisation beteiligt und den ganzen Tag auf Achse. Neckarsteinach I wurde 12., die zweite Mannschaft nahm aus Konkurrenz teil. Darsberg kam auf Platz 10. Rothenberg kam mit zwei Teams auf Platz 9 und 13, Hainbrunn auf 8.

17 Jugendteams zwischen zehn und 17 Jahren aus dem hessischen Neckartal und vor allem aus dem Überwald, aber auch dem benachbarten Heddesbach sowie dem angrenzenden Odenwaldkreis nahmen an diesem Wettbewerb teil, der jedes Jahr in einem anderen Ort des Löschbezirks 3 stattfindet. 2015 richtete ihn Unter-Abtsteinach aus, damals gewannen die Langenthaler Jugendlichen. Die traten dieses Mal nicht an.

Neckarsteinach, Darsberg, Siedelsbrunn, Wald-Michelbach, Hirschhorn, Kreidach, Schönmattenwag sowie Heddesbach, Hainbrunn und Rothenberg waren teilweise mit mehreren Teams (davon fünf aus Schimmeldewog) am Start. Acht Disziplinen waren beim Wettkampf zu bewältigen. Darunter vier Feuerwehrdisziplinen mit Aufbauen einer Saugleitung, Schnelligkeitsübung, allgemeine Theorie sowie Feuerwehrknoten und Stiche. Davon sind mit der Theorie und der Saugleitung zwei vorgegeben, die anderen beiden könne der Ausrichter wählen, so Siefert. Weiterhin gab es vier Spiele: Stelzenlauf, Schätz-, Wasserbomben- und Dachrinnenspiel.

Die Kreidacher Mannschaft an der Knoten-Station nahm außer Konkurrenz teil. Denn das siebenköpfige Team gibt es noch nicht so lange wieder. Es nutzte den Wettbewerb unter der Leitung von Jugendwart und Wehrführer Björn Kist zum „Reinschnuppern“. Schiedsrichter an dieser Station war Wald-Michelbachs Wehrführer Peter Capuani, der – manchmal ein wenig frotzelnd – so einige Tipps für den richtigen Knoten parat hatte.

Um die 150 Teilnehmer mit ihren Betreuern waren im ganzen Ort unterwegs, um zu den acht Stationen zu gelangen. Natürlich sind das im Hirschhorner Stadtteil mit seinen 320 Einwohnern keine weiten Wege. Die Wertungsrichter kamen zum einem von der ausrichtenden Langenthaler Wehr, zum anderen aus dem ganzen Löschbezirk 3. Unter ihnen waren Jan Hofmann aus Birkenau, Klaus Sieber von Affolterbach, Lukas Hofmann aus Unter-Abtsteinach, Joe Beisel von Hirschhorn, Sven Seib aus Darsberg oder mit Georg Korfant der ehemalige Stabführer des Löschbezirks 3.

Den Wettbewerb für die Jugendfeuerwehren gibt es seit über 25 Jahren, erläuterte Tobias Walter. Früher einmal wurde er immer dort ausgerichtet, wo die Sieger des Vorjahres herkamen. Inzwischen orientiere man sich an besonderen Ereignissen. Und das hatte die Langenthaler Jugendwehr an diesem Tag: Sie feierte ihren 40. Geburtstag. 1976 als 75. Nachwuchsorganisation im Kreis Bergstraße gegründet, gehören ihr heute vier Mädchen und acht Jungen an.

Natürlich gehe es vorrangig um die Ausbildung, so Walter. Aber man wolle auch durch den Wettkampfgedanken die Kenntnisse „mit Spaß an der Sache vermitteln“. Außerdem könnten so die Jugendlichen ihr bisher Gelerntes unter Beweis stellen. Von den Jugendfeuerwehrleuten aus Schimmeldewog weiß Tobias Walter, dass diese kräftig im Vorfeld üben, sobald die Übungen eine Woche vorher bekannt sind. „Die motivieren sich gegenseitig und sind dann ganz heiß auf den Wettkampf“, schmunzelte er. Mit Erfolg, wie sich am Ergebnis zeigte.

Das Zusammensetzen einer Saugleitung diene zur Simulation der Wasserentnahme aus einem offenen Gewässer, erläuterte Walter. Diese Übung sei identisch mit der, die auch die Erwachsenen absolvieren müssten. Somit seinen Worten zufolge ein gutes Training für die spätere Tätigkeit in der Einsatzabteilung, wenn die Jugendlichen 18 würden und weiter dabei bleiben.

Beim Schnelligkeitswettbewerb ging es darum, vier C-Schläuche mit je 15 Metern so zusammenzusetzen, dass keine Windungen drin sind. Das Schätzspiel beinhaltete Fragen nach der Zahl der Berufsfeuerwehren in Deutschland (107) oder dem gemeinsamen Gewicht von B- und C-Schlauch (14 Kilo).

Am Schluss der Veranstaltung gab’s Lob von allen Seiten. Tobias Walter freute sich über die perfekte Organisation und den reibungslosen Verlauf. Für die Langenthaler Organisatoren war Lisa Morr ebenso zufrieden. Denn schließlich wurde der Wettbewerb schon seit August von einem siebenköpfigen Orga-Team vorbereitet. Die heiße Phase lief seit einem Monat. Am Tag selbst brachten sich neben den 38 Mitgliedern der Einsatzabteilung noch einmal über zehn Ortsbürger ein, damit der Ablauf reibungslos klappte. Mehr Bilder hier: https://www.facebook.com/media/set/?set=a.1154756184568529.1073741923.100001024761983&type=1&l=7735908953

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