Hirschhorn Mal wieder von den Neckarfluten getroffen

Hirschhorn dieses Mal nicht am Neckar, sondern im Neckar. Die starken Regenfälle der vergangenen Tage ließen den Fluss auch im hessischen Neckartal kräftig anschwellen. In Hirschhorn wurde die Uferstraße samt den angrenzenden Altstadtgassen einmal wieder überschwemmt. Das zweijährliche Hochwasser sollte aber laut Vorhersagen bereits heute Nachmittag seinen Scheitelpunkt am maßgeblichen Pegel Gundelsheim erreicht haben. Somit ist für morgen bereits wieder mit einem Abflauen der Fluten zu rechnen. Für die Anwohner im hessischen Neckartal ist ein solches Hochwasser allerdings business as usual. Sie sind bei weiterem Schlimmeres gewöhnt. Zuletzt vor zweieinhalb Jahren gab es ein 20-jährliches hochwasser, das etliche Keller in den Altstadthäusern unter Wasser setzte. Somit sind es nicht die braunen Fluten, die am meisten Sorgen machen, sondern die unappetitlichen Hinterlassenschaften, die der Bauhof nach jedem neuen Hochwasser wieder von den Straßen kratzen muss. Wie auch im benachbarten Neckarsteinach, wo der Neckarlauer unter Wasser stand.

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Evangelischer Kindergarten in Neckarsteinach brannte – keine Verletzten

Der evangelische Kindergarten war nicht mehr zu retten. Das einstöckige Gebäude im Rosenweg brannte in der Nacht zum Donnerstag nieder. Verletzte gab es keine. Über 100 Feuerwehrleute aus der gesamten Umgebung waren im Einsatz, die jedoch den Brandherd in einer Zwischendecke nicht richtig erreichen konnten. Deshalb wurde von den Verantwortlichen beschlossen, die „Schatzinsel“ kontrolliert abbrennen zu lassen. Der Schaden dürfte in den siebenstelligen Bereich gehen. Genaue Angaben – auch zur Brandursache – gab es allerdings noch nicht.

Wie Bürgermeister Herold Pfeifer sagte, wurde der Brand von einem vorbeilaufenden jungen Mann bemerkt, der sofort an einem Haus klingelte. Dessen Besitzer riefen dann die 112. Pfeifer, gerade bei einer Vorstandssitzung des Bürger- und Heimatvereins, eilte an den Brandort. Dort trafen dann nach und nach die Feuerwehren aus Neckarsteinach und den Stadtteilen, Hirschhorn, Schönau und Neckargemünd sowie der Messtrupp aus Wald-Michelbach ein. Die Eberbacher Brandschützer lösten gegen Morgen die Hirschhorner ab und überwachten das kontrollierte Abbrennen. Pfeifer lobte die „tolle Zusammenarbeit aller Wehren“.

Der Brand brach laut dem Bürgermeister gegen 19.30 Uhr in der Deckenkonstruktion zwischen Zimmerdecke und Dachhaut aus. „Das war nicht zu löschen“, sagte er. Pfeifer, Kreisbrandmeister Sven Falter, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares und Clemens Englmeier von der Brandschutzaufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt entschieden sich dann zusammen mit den Feuerwehr-Leitungen für ein kontrolliertes Abbrennen. „Zum Glück war es windstill und es gibt keine Häuser in der Nähe“, so Pfeifer.

Er betonte, dass die Abwägung aller Möglichkeiten ergab, dass Personal-, Material- und Wassereinsatz keine Wirkung gehabt hätten. Denn: „Das Wasser hätte den Brandherd nicht erreicht. Wir konnten das Gebäude nicht retten.“ Selbst jetzt seien noch Glutnester drin, sagte der Bürgermeister. Pfeifer hob hervor, dass bei einem Feuerausbruch im laufenden Kindergartenbetrieb genug Zeit gewesen wäre, alle Personen zu retten.

Die 42 Jahre alte Kindertagesstätte wurde in Holzständerbauweise errichtet. Sie wurde vor einigen Jahren saniert und brandschutzrechtlich auf den neusten Stand gebracht. Auch heutzutage würden Gebäude noch auf diese Weise errichtet. Baurechtlich sei alles in Ordnung, so der Rathauschef. Die Suche nach der Brandursache wurde von der Kripo übernommen.

Übergangsweise sind die 55 Kinder der dreigruppigen Einrichtung für zwei Tage im Martin-Luther-Haus untergebracht. Aktuell werden in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde alternative Standorte für die kommende Woche, erst einmal bis zu den Weihnachtsferien, gesucht. Pfeifer zeigte sich optimistisch, schnell sagen zu können, wie es weitergeht. „Wir sind dabei, eine Lösung für Eltern und Kinder zu finden“, betonte er.

Es gibt derzeit eine große Welle der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Wer etwas spenden möchte, solle sich unter E-Mail ev.kita.nst@gmail.com an die Kita-Leitung wenden, bat er. „Wir müssen das kanalisieren“, sagte der Bürgermeister. „Eine Garage ist schon voll.“ Am ehesten sei der Kirchengemeinde wahrscheinlich mit Geldspenden gedient, um Neues anschaffen zu können. Neben dem materiellen Schaden ist auch der ideelle kaum bezifferbar. Spielzeuge, Kuscheltiere oder gerade gebastelte Weihnachtsgeschenke verbrannten.

Info: Am Sonntag, 16. Dezember, findet um 10.30 Uhr ein Dankgottesdienst in der evangelischen Kirche Neckarsteinach statt, der auch der Aufarbeitung des Geschehenen dient. Zu ihm sind neben Eltern, Kindern und Angehörigen und auch Rettungskräfte eingeladen.

In der Hirschhorner Altstadt wird es weihnachtlich

Nach der erfolgreichen Neuauflage des Hirschhorner Weihnachtsmarktes vor drei Jahren und den gelungenen Fortsetzungen findet die Veranstaltung am dritten Adventswochenende wieder in der Altstadt statt. Jeweils von 14 bis 21 Uhr sind am Samstag, 15., und Sonntag, 16. Dezember, 33 Aussteller in der Hauptstraße zwischen dem Rathausvorplatz und dem Marktplatz zu finden, die allerlei Advent- und Weihnachtliches anbieten. Natürlich kommt auch das leibliche Wohl an verschiedenen Orten nicht zu kurz.

Offizielle Eröffnung ist am Samstag um 16 Uhr am Stadtcafé in der Hauptstraße. An diesem Tag ist ein Holzkünstler vor Ort, der am Rathaus mit der Kettensäge Holzstatuen fertigt. „Der Hirschhorner Weihnachtsmarkt wird von den Besuchern super angenommen“, bilanziert Marianne Heisner, die damals wie heute zusammen mit Christian Grimm die Veranstaltung organisiert. „Alle sind begeistert.“

Nach 23 Jahren Pause gab es 2015 endlich wieder einen Adventsmarkt, der von den Einheimischen zwischenzeitlich sehnlichst gewünscht worden war. „Die Straße war bisher immer voll“, blickt Marianne Heisner zurück. Besucher kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus dem Odenwaldkreis, der Region Bergstraße sowie Heidelberg und Mannheim, beobachtete sie. „Wir waren jedes Mal rundum zufrieden.“

Die Teilnehmer stammen natürlich zum Großteil aus Hirschhorn, aber auch aus Weinheim und Aglasterhausen. Es werden selbstgefertigte Strickwaren und Kinderkleidung, Socken, hausgemachte Liköre, selbsthergestellte Weihnachtsdeko, Holzherzen, Lederschmuck, Kerzen, Honig, Pralinen, Blumengebinde, Marmelade und vieles mehr angeboten. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. Im Gewölbekeller der Hauptstraße 32 gibt es bei Marianne Heisner leckeren Glühwein und Bratwurst.

Den Geschenkideen sind keine Grenzen gesetzt. Das Angebot ist auf dem Hirschhorner Weihnachtsmarkt sehr vielseitig, sodass niemand ohne das passende „Last-Minute-Geschenk“ für die Verwandt- oder Bekanntschaft nach Hause gehen muss. Am Samstag um 16 und 17 Uhr sowie am Sonntag um 15, 16 und 17 Uhr zeigt ein Puppenspieler in der Hauptstraße seine Künste.

 

Kunst „vun do“: Wochenende der offenen Ateliers bei Jens Hafner und Enno Folkerts

Die beiden Hirschhorner Künstler Jens Hafner und Enno Folkerts öffnen am Wochenende des 8. und 9. Dezember ihre Ateliers. Bei Folkerts in Langenthals Waldmichelbacher Straße 2 (alte Pappenfabrik Mayr) ist von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, bei Jens Hafner in Ersheim von 17.30 bis 20.30 Uhr (Brentanostraße 8). Für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wo und wie Kunst entsteht, was alles dazugehört und dahintersteckt, ist das ein Wochenende zum Schauen, Genießen, Plaudern und Entschleunigen.

Jens Hafner studierte an der Freien Kunstakademie Mannheim unter anderem bei Konstantin Voit. Stilistisch kann man einen Einfluss der Leipziger Schule erkennen, die die figurative Malerei seit Jahren neu belebt. Typisch sind assoziative Blicke auf eine ganz persönlich erlebte Realität, die in mehreren Bildebenen auf der Leinwand vereint werden. Die Welt erzählt sich wie in einem Traum, der rational nie ganz aufgelöst werden kann und geheimnisvoll bleibt. Man könnte fast von einer romanischen Weltsicht sprechen, die Hafner phantasievoll und mit großer Lust am Malen in unsere Zeit herüberholt.

Enno Folkerts verfügt über ein auffallend vielseitiges Repertoire an Themen und Techniken. Dazu gehören Fassaden- und Fenstermotive in fotorealistischer Manier, aber ebenso seine „metaphysischen Bilder“, in denen die Themen Zeit, Dekadenz und Untergang eine wichtige Rolle spielen, in denen jedoch auch die morbide Schönheit der Motive offenbart wird. Er arbeitet ebenso an Bildern im abstrakt-expressionistischem Stil, Collagen, Assemblagen oder Akte – „Kunst halt“, schmunzelt er. Arbeiten von Folkerts waren schon auf über 80 Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Seine Intention ist die pure Lust auf das Bild.

Sturm und Käfer lassen Nadelholz-Preise purzeln

Wohl dem Waldbesitzer, der viel Laubholz in seinen Beständen hat. Dafür sind derzeit noch gute Preise zu erzielen. Beim Nadelholz sieht es eher duster aus. Sturmtief „Friederike“ und der Borkenkäfer setzten vor allem der Fichte stark zu und ließen die Preise purzeln. Der Chef des Forstamts Beerfelden, Norbert Sasse, und sein Stellvertreter Sebastian Vocilka skizzierten die aktuelle Marktlage auf der Versammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Südlicher Odenwald (FBG). Diese umfasst die angegliederten Gemeinden des Forstamts Beerfelden, also auch Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach.

Der südliche Odenwald wurde im Januar von Friederike einigermaßen verschont, erläuterte Forstamtsdirektor Sasse. Im Bereich des Forstamts Beerfelden wurden „nur“ 10.000 Festmeter umgeworfen. Jedoch wütete der Sturm in Nordhessen und Niedersachsen viel stärker. „Allein in Hessen wurden drei Millionen Festmeter (fm) umgeschmissen“, machte er deutlich. Dazu kommen noch die Schäden aus anderen Bundesländern.

Als wäre das noch nicht genug, war die Witterung seit dem Frühjahr „überdurchschnittlich warm und viel zu trocken“. Beste Voraussetzungen für den Borkenkäfer. „Der vermehrte sich wunderbar in Mitteleuropa“, nahm es Sasse mit Galgenhumor. Allein in Hessen seien eine Million Festmeter betroffen. Bisher wurden im Forstamtsbereich Beerfelden bereits 40.000 fm weggeschafft, wobei er fürs komplette Jahr mit 60.000 rechnet. Betroffen ist vor allem die Fichte – die im Odenwald vorherrschende Baumart, mit der das meiste Geld verdient wird.

Das Problem beim Borkenkäfer: Er ist kein einjähriges Phänomen. „Das dauert mehrere Jahre, bis er wieder verschwunden ist“, so der Forstamtschef. Nach dem Jahrhundertsommer 2003 plagte der Buchdrucker den heimischen Wald bis 2007. Sasse geht davon aus, dass somit in den kommenden Jahren immer um die 60.000 fm Schadholz anfallen, das auf dem Markt den Preis drückt.

Wie stark, machte Sebastian Vocilka deutlich. Vor einem Jahr erzielt das Forstamt noch 92/93 Euro für den Festmeter Fichte. Aber: „Ab dem 18. Januar ging es abwärts.“ An diesem Tag zog Friederike über Deutschland. Käferholz lässt sich derzeit für 45 bis 50 Euro verkaufen, „Tendenz fallend“. Beim Nadel-Frischholz, das allerdings wenig nachgefragt wird „sind wir von den früheren Preisen weit entfernt“, sagte er.

Er empfahl deshalb den Waldbesitzern, erst einmal das Schadholz aufzuarbeiten und den Rest stehen zu lassen. „Es kommen wieder bessere Zeiten“, so der Forstamts-Mitarbeiter. Zwar betreffen die Schäden vor allem die Fichte, „aber der Kieferpreis wurde mit runtergezogen“, bedauerte Vocilka. Lediglich die Douglasie „bringt ordentlich Geld“. Hier sind die Preise mit 100 Euro/fm stabil.

Mit Laubholz wie Buche, sonst oft das Stiefkind, „kann man derzeit viel Geld verdienen“, erläuterte er. Preise für Eichenholz „schießen durch die Decke“. Vocilka empfahl deshalb, wenn möglich diese Baumarten einzuschlagen, frisches Nadelholz stehen zu lassen und erst einmal das vom Borkenkäfer befallene zu verwenden. Kollegin Gudrun Kranhold ergänzte, dass im vergangenen Jahr im Privatwald sowieso weniger als zuvor eingeschlagen worden sei.

In ihrem Geschäftsbericht für 2017 sprach sie von einem Mitglieder- und Flächenzuwachs bei der FBG. Im vergangenen Jahr wurde auf knapp 900 Hektar gekalkt. Der Kassenstand ist laut Kranhold weiterhin ansehnlich im Plus. Sie betonte, dass die Kassengeschäfte wie bisher weitergeführt werden können, da die fusionierte Stadt Oberzent in den Vertrag von Beerfelden eintrat, wo dies zuvor Hans Mader erledigte. Der übernimmt auch weiterhin die Kasse. Die Geschäftsführung der FBG bleibt in den Händen des Forstamts Beerfelden.

Da der bisherige Vorsitzende Gottfried Görig, vormals Bürgermeister in Beerfelden, nicht mehr kandidierte, musste ein Nachfolger gefunden werden. Ralf Kredel (Etzean), bisher Stellvertreter, übernimmt den Posten. Ihm zur Seite steht nun Oberzent-Bürgermeister Christian Kehrer als neuer Stellvertreter.

Neckar-Fährmann dringend gesucht

Neckarhausen/Neckarhäuserhof. Lust auf einen ausgefallenen Beruf? Neckar-Fährmann dringend gesucht! Am besten soll ein erfahrener Binnen-Seebär her. Beginn: möglichst sofort. So liest sich die Stellenbeschreibung des Freundeskreises Fähre, mit dem dieser auf einer der letzten beiden Neckarfähren Personal sucht. Denn sonst ist ein ordnungsgemäßer Betrieb oder sogar der Fortbestand dieser kulturhistorischen Institution in Gefahr.

Zwischen dem hessischen, zu Neckarsteinach gehörenden Neckarhausen und dem badischen, zu Neckargemünd gehörenden Neckarhäuserhof verkehrt ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten: eine Hochseilgierfähre mit Dieselmotor. Bereits im Jahr 1803 wird an dieser Stelle ein Fährnachen mit dem Namen „Napoleon“ überliefert. Die zweite noch verbliebene Neckarfähre von ehemals etlichen schippert ebenfalls in einem Neckarhausen, aber dem bei Edingen, über den Fluss.

Da die Personal-Situation der Fähre prekär ist, startet der Freundeskreis laut der stellvertretenden Vorsitzenden Ute Fries jetzt eine Banner- und Plakatsuchaktion für einen zweiten und dritten Fährmann. Denn Urgestein Achim Landwehr will im Mai 2019 aufhören. Der „Färcher“ ist bereits eine Institution auf dem Neckar. Seit 38 Jahren, seit 1980, steht er jeden Tag parat und bringt Autofahrer, Fußgänger oder Radler von Baden nach Hessen – oder umgekehrt. Älter als er ist das Schiff selbst: Es wurde 1933 angeschafft und kann bis zu acht Autos gleichzeitig über den Neckar transportieren.

Markus Seibert aus Neckarhausen, der aktuell seine Ausbildung zum Fährmann macht, wird frühestens Anfang Dezember seine Prüfung absolvieren. Wenn sich kein Interessent mit Fährpatent findet, der spätestens zum Frühjahr einsteigen könnte, müsste der neu auszubildende Fährmann schon demnächst anfangen, da er 180 Tage Praktikum auf der Fähre benötigt.

Derzeit läuft der Fährverkehr bereits auf Sparflamme: Da ein bisheriger Färcher im April fristlos kündigte, ist das Schiff momentan nur alle zwei Wochen planmäßig unterwegs – und zwar in den ungeraden. In den geraden Wochen pendelt die Fähre nur Montag- bis Freitagvormittags von 6 bis 8 Uhr. Am Wochenende findet gar kein Fährverkehr statt. Die im Vorfeld der Kündigung angesprochenen Mängel „sind inzwischen behoben und ein Teil wurde als ‚kein Mangel‘ zurückgewiesen“, erläutert die stellvertretende Vorsitzende.

„Wir wollen mit unserer Plakat- und Banneraktion die Fährmannsuche nochmal etwas intensivieren und natürlich auch auf die Gefahr hinweisen, dass bald keine Fähre mehr auf dem Neckar verkehren könnte“, betont Ute Fries. „Das wäre für unsere Fähre, die Menschen im Umkreis und auch touristisch gesehen sehr fatal.“

Fries weist in diesem Zusammenhang auf die wichtige Verbindung zwischen den Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen und den beiden Landkreisen Rhein-Neckar und Bergstraße hin. Außerdem sorgt die Fähre für eine kurze, Zeit und Sprit sparende Verbindung zwischen Neckarhausen und Neckarhäuserhof sowie den Anliegergemeinden (Hirschhorn, Neckarsteinach, Mückenloch, Haag, Schönbrunn, Waldwimmersbach) und des badischen Ufers mit der S-Bahn-Linie zwischen Heidelberg und Mosbach auf der hessischen Seite.

Ute Fries weist auf die Fähre als „wichtiges Symbol für die lange gemeinsame Geschichte von Neckarhausen und Neckarhäuserhof“ hin. Sie ist daneben ein historisches Denkmal, da sie eine der letzten beiden ihrer Art auf dem Neckar ist. Als „schwimmende Brücke‘“ verbindet sie den großen mit dem kleinen Odenwald und dem Kraichgau, dazu die Kreisstraßen 205, 4102 und 4103 und dient als Umfahrungsmöglichkeit bei Verkehrsstörungen auf der B37/45. Die Fähre ist eine „Stütze der Infrastruktur, des Tourismus und der Gastronomie“, betont die stellvertretende Vorsitzende.

Der früheste Hinweis auf eine Neckarquerung ist über 500 Jahre alt, datierend aus einem Rechtsstreit zwischen dem Kloster Schönau und Mückenloch. Nach Genehmigung des Betriebs einer Wagenfähre zwischen Neckarhausen und dem damaligen Finsterbach (Neckarhäuserhof) durch die Großherzoglich Hessische Regierung in Darmstadt wurde diese noch im gleichen Jahr 1812 eingerichtet.

Verstärkt kam in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Personentransport hinzu. Am 15. August 1837 wurde die Nähe erstmals meistbietend verpachtet an „Johannes Krieger zu Finsterbach, für 15 Gulden pro anno“. Damit wurde ein regulärer Fährbetrieb mit einem ständigen Fährmann eingerichtet, der bis heute Bestand hat. Die 1877 eingeführte Kettenschleppschifffahrt wie auch die Einweihung der Neckartaleisenbahn 1879 verlangten nach einer neuen Technik. Die neue, eiserne Gierbundfähre lief ab 1888 an einem Drahtseil, dass über zwei Buchnachen geführt wurde.

Nach dem Bau der Staustufen wurde 1933 eine Hochseilgierfähre aus der Schiffswerft Ph. Ebert & Söhne in Neckarsteinach in Betrieb genommen. Diese wurde mittels einer in Fahrtrichtung liegenden Verholkette über den Neckar gezogen. Diese kraftraubende Tätigkeit fand ab 1958 durch den Einsatz eines Dieselmotors ein Ende. Den nach dem Zweiten Weltkrieg sprunghaft angestiegenen Verkehr bekam auch die Fähre zu spüren – nicht ohne Folgen: Mit geänderten Fährzeiten leisten seitdem zwei Fährmänner im wöchentlichen Wechsel ihren Dienst.

Freundeskreis Fähre Neckarhausen-Neckarhäuserhof

Gründungsjahr: 2004

Mitgliederzahl: 350

Kontakt: Vorsitzender Jörg Polivka, Im Neckarhäuserhof 3, 69151 Neckargemünd, E-Mail info@ffnn.de, zweite Vorsitzende Ute Fries, Im Neckarhäuserhof 4, 69151 Neckargemünd, Telefon 06229-930604, http://www.ffnn.de

Legendäre Herrensitzung bei der Narrhalla Hainbrunn – Vorverkauf läuft

Die Herren lassen bitten. Nach vier Jahren Pause ist es wieder so weit: Die Narrhalla Ober-Hainbrunn lädt zur legendären Herrensitzung. Die findet am Freitag, 16. November, um 20.11 Uhr in der Sporthalle statt. „Shoot-out in Hainbrunn City“ lautet das Motto. Der Abend wird ganz im Zeichen des Wilden Westens stehen.

Hochkarätige Büttenredner aus der Umgebung, etwa aus Zwingenberg, Eberbach und Rockenau, sowie aus Hainbrunn selbst und „extra aus Texas eingeflogene“ Saloon-Damen werden die Location in eine Wildwest-Kulisse verwandeln, versprechen die Organisatoren. Mottogetreue Kostümierung ist ausdrücklich erwünscht.

„Jetzt heißt es Kumpels mobilisieren und ab nach Hainbrunn City“, fordert Narrhalla-Präsident Franks Flachs die Herren-Narren auf. Da es nur eine Sitzung geben wird, sind die Tickets sehr begehrt. Es herrscht Fotoverbot, Einlass ist erst ab 18 Jahren. „Die berühmte Hainbrunner Bar ist bestens bestellt“, verspricht er.

Urheber dieser speziellen Sitzung war vor zwölf Jahren Narrhalla-Urgestein Ralph Volk, der selbst immer in den Faschingssitzungen als Weltenbummler oder „Schackeline“ in der Bütt dabei ist. Seitdem finden die Events in unregelmäßigen Abständen statt und sind in der Regel schnell ausverkauft. Frauen, auch in Männer-Klamotten, dürfen nicht rein, bedauert der Präsident.

Info: Der Vorverkauf läuft. Kartenbestellungen bis 6. Oktober unter E-Mail shootout@ober-hainbrunn.de oder WhatsApp 0163/1616134. Eine komplette Tischeinheit besteht aus 18 Plätzen, falls diese jemand buchen möchte.