Vierburgenbeleuchtung und Brillantfeuerwerk

Zum 51. Mal in Folge veranstaltet die Stadt am Samstag, 27. Juli, den „Tag des Gastes“ mit Vierburgenbeleuchtung und Brillantfeuerwerk. Neckarsteinach zeigt sich mit seiner wunderschönen Landschaft um die vier Burgen, den bunten Schiffen auf dem Neckar und dem Festgelände am Ufer dann von seiner sonnigsten Seite. Viele Vereine laden mit Musik und Unterhaltung sowie einem vielseitigen Angebot an Speisen und Getränken ein.

Mit dem Fassbier-Anstich durch Vierburgenkönigin Franziska I. wird die Veranstaltung am Stand des Turnerbundes um 18 Uhr offiziell eröffnet. Zuvor bieten die Vereine bereits ab 16 Uhr Kaffee und Kuchen an. Um 19 Uhr wird die neue Vierburgenkönigin in Anwesenheit zahlreicher Hoheiten des Nibelungenlandes und der Metropolregion gekrönt. Nachdem dann das neue Burgfräulein in ihr Amt eingeführt wurde, flanieren die Königinnen mit ihrem Gefolge über das Festgelände.

Ab 20 Uhr bietet „Potzblitz“ beste musikalische Unterhaltung am Neckarufer (beim TB 04) und die jungen Tänzer des Vereins zeigen in temperamentvollen Darbietungen ihr Können. Zwischen 18 und 21 Uhr sind Aufführungen der „Askardia Oriental Dance Fusions“-Gruppe am Stand der Opelfreunde zu bewundern. Im Anschluss, etwa 21.30 Uhr, spielt dann „Bagmo“ Rock-Cover und mehr.

Um 20 Uhr startet weitere Live-Musik mit „Best Friends“ am Stand des Heimat- und Kulturvereines. Ab 22 Uhr erleben die Gäste vom Neckarlauer aus die Vierburgenbeleuchtung und das vielbewunderte Brillantfeuerwerk – ein Besuchermagnet Jahr für Jahr. An den Ständen der Vereine wird anschließend bis in die frühen Morgenstunden weitergefeiert. Das Festgelände ist auch bequem (ohne Parkplatzsuche) mit Bussen und der S-Bahn zu erreichen. Parkmöglichkeiten sind entlang der gesamten B 37 vorhanden.

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Bombshells heizen beim Rock im Klosterhof ein

Der Rock im Klosterhof gehört einfach dazu. Er ist schon seit langen Jahren aus dem städtischen Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken, bringt all jene wieder zusammen, die sich das ganze Jahr über kaum über den Weg laufen. Der Termin im altehrwürdigen Innenhof des Karmeliterklosters über der Stadt ist gesetzt. Dieses Jahr unterhielten dort bei der inzwischen 27. Auflage „Traffic Jam“ und die „Bombshells“.

Wenn die Katholische Kirchenmusik als Veranstalter ruft, kommen sie alle. Musik wird dann manchmal fast zur Nebensache, wenn einem der lange nicht mehr gesehene Bekannte über den Weg läuft und man sich über das austauscht, was in der Neckarstadt gerade passiert. Doch der Klosterrock ist beleibe nicht nur auf die Hirschhorner beschränkt, auch viele Auswärtige finden an diesem Abend den Weg dorthin.

Zu Beginn bleiben doch einige Plätze auf der Tanzfläche frei, trauten sich die meisten noch nicht so recht. Vielleicht könnten es auch ein paar Besucher weniger als die vergangenen Jahre gewesen sein. Die kamen aber im Laufe des Abends so richtig in Fahrt. Spätestens im zweiten Set der fünfköpfigen Bombshells aus der Landauer und Mannheimer Ecke geht die Post ab. Kein Wunder, rockt die Band dann so richtig los, dass die Klostermauern beben.

Sängerin Dani hat eindeutig das Heft in der Hand. „Rhythm of the Night“ von Corona oder „Walking on Sunshine“ von Katrina and the Waves sind mit Queens „The show must go on“ oder einem Mischmasch aus „Let it be“ und „No Woman, no cry“ die beste Melange für einen unterhaltsamen Abend.

Die Fanfaren aus Europes „Finale Countdown“ bilden den passenden Auftakt nach der Pause und wirken wie ein Weckruf die müden Beine. Denn das Publikum ist bunt gemischt. Viele sind dabei, die beim ersten Klosterrock noch gar nicht auf der Welt waren, aber bestimmt genauso viele, die schon im Erwachsenenalter die erste Veranstaltung vor 26 Jahren mitmachten.

„We built this City“ von Starship bedient dann eher letzteres Klientel, während „Shut up and dance“ jüngeren Datums ist, aber genauso die etwas angegrauteren Tänzer zu begeistern weiß. Müde werden sie alle nicht, denn die Nacht ist noch jung und innerhalb der Klostermauern sehr angenehm. Die Balustrade ist zuerst stärker bevölkert, weil etwas frischer, aber nach und nach füllt sich später auch der Schlosshof, als die Temperaturen fallen. Bis weit nach Mitternacht geht die Post ab.

Erst 2021 geht’s auf dem Schloss wieder los

Schlossbesucher müssen sich noch eineinhalb Jahre gedulden. Nach Mitteilung des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen soll der Hotel- und Gaststättenbetrieb auf Schloss Hirschhorn erst zum Jahresbeginn 2021 wieder starten. Bis dahin soll das Areal trotz der Bauzeit für die Öffentlichkeit so weit möglich erreichbar bleiben. Deshalb steht für Ausflugsgäste auch ein Food-Truck bereit, der von der Pizzeria „Bei Peppe“ betrieben wird. Er ist von Mittwoch bis Sonntag jeweils ab 11 Uhr geöffnet.

Im Inneren von Schloss Hirschhorn haben die Arbeiter schon große Fortschritte gemacht, teilt Projektleiter Hermann Felleisen mit. Jetzt geht es auch an Dach und Fassade richtig los: In wenigen Tagen beginnen die Handwerker mit dem Aufbau des Gerüsts am Schlossgebäude. Dann wird die Dacheindeckung erneuert und die Fassade saniert. Schloss Hirschhorn gehört dem Land Hessen.

Im Inneren sind der Mitteilung zufolge die Heizungsbauarbeiten so gut wie geschafft. Auch alle weiteren Arbeiten im Gebäude sollen nach jetziger Planung voraussichtlich bis Ende dieses Jahres vorüber sein, so Felleisen. „Im Sommer sollen außerdem die Zwingermauern am Parkplatz eingerüstet werden, bevor dort ebenfalls die Handwerker mit der Sanierung beginnen“, blickt er nach vorn.

Im kommenden Jahr stehen dann noch verschiedene Sanierungsmaßnahmen an, etwa am Palas und an der Terrasse. Abschließend ist die Sanierung der Zufahrtsstraße zum Schloss geplant, lautet die Planung des Landesbetriebs. Insgesamt investiert das Land Hessen rund 2,8 Millionen Euro in das Schloss Hirschhorn. Nach jetziger Planung soll der Hotel- und Gaststättenbetrieb mit einer neuen Verpachtung ab Jahresanfang 2021 wieder anlaufen.

 

Info: In diesem Sommer finden im Rahmen der Reihe „Konzerte am Neckar“ insgesamt acht musikalische Termine im Schlosshof statt. Weitere Informationen zu den Schlosshof-Konzerten unter www.konzerte-am-neckar.net/blog. Höhepunkt ist das Schlossfest in Hirschhorn, organisiert von „Bei Peppe“, am 20. und 21. Juli, http://www.bei-peppe-hirschhorn.de

„Bombshells“ rocken den Hirschhorner Klosterhof

Beim diesjährigen „Rock im Klosterhof“ am Samstag, 28. Juni, freut sich die Katholische Kirchenmusik auf den Auftritt der „Bombshells“ aus Landau und Mannheim. Die Band ist aufgrund ihrer Songauswahl und hohen musikalischen Qualität eine „Allzweckwaffe“ für diesen Event. Seit nunmehr achteinhalb Jahren begeistert die Gruppe ihr Publikum – ein Ohrenschmaus, den sich kein Fan von „Rock im Klosterhof“ entgehen lassen sollte, denn musikalisch haben die Vollblutmusiker ihren ganz eigenen Stil gefunden. Weg von den Allerweltscovern haben sie sich den alten und neuen Ohrwürmern aus Rock und Pop zugewandt.

Sängerin Dani überzeugt die Zuhörer mit ihrer gewaltigen Stimme und mitreißenden Animation, Gitarrist Christoph rockt seit 20 Jahren und verkörpert quasi die Liebe zur Rockmusik. Der diplomierte Bassist Luca kennt alle Stilrichtungen des Pop und Rock aus seiner Bühnenerfahrung und Schlagzeuger Bene stand schon mit 20 Jahren mit den Goblins auf den größten Bühnen der Region. Unterstützt werden die vier Musiker regelmäßig von Keyboarder Thorsten Schäfer.

Vorgruppe ist „Traffic Jam“. Diese britisch-deutsche Band kann man nicht wirklich musikalisch einordnen. Sie sind sowohl Singer/Songwriter als auch Akustik-Rocker, die mal ruhige, einfühlsame Fingerpicking-Stücke spielen oder aber auch eingängige Rocksongs, perfekt gesungen, von sich geben. Unterstützt werden die beiden ehemaligen Hirschhorner Chis Tucker und Rober Mueller, die jetzt in Frankfurt leben, von musikalischen Weggefährten, die ebenfalls schon jahrelang an Bord sind.

Info: Karten gibt es in Hirschhorn im Service-Point am Bahnhof und im Sportlerheim „Beim Ätsche“, bei der Buchhandlung Greif in Eberbach sowie bei den Musikern der KKM. Einlass 19 Uhr, Beginn 19:30 Uhr. Veranstaltungsort ist der Innenhof des Karmeliterklosters über der Altstadt.

Das Neckartal ist demnächst nur noch auf Umwegen zu erreichen

Das Neckartal ist von der Höhe aus demnächst nur noch mit Einschränkungen zu erreichen. Denn Ende Juni startet die Fahrbahnerneuerung auf der Landstraße 3410 zwischen Kortelshütte und Hirschhorn (Brombacher Wasser) auf etwa dreieinhalb Kilometern. Sie soll dann bis August andauern, erhielten die Ortsbeiräte als Info auf der vergangenen Sitzung. Die offizielle Umleitung erfolgt über Beerfelden. Zusätzlich werden die Strecken zwischen Rothenberg und Ober-Hainbrunn sowie Finkenbach während dieser Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen werden.

„Hier sollte von der Stadt beachtet werden, ab wo die Einbahnstraßenregelung gilt“, so der Wunsch der Mandatsträger. Ihr Vorschlag lautete Richtung Finkenbach ab Beginn des Waldes, Richtung Ober-Hainbrunn ab dem Weg zum Friedhof. Zusätzlich sollten die Straßen, vor allem in Richtung Hainbrunn, auf Straßenschäden überprüft und durch den Bauhof mit Kaltasphalt ausgebessert werden. Denn diese Strecke hat etliche Schlaglöcher.

Einige Rothenberger fahren morgens mit dem Bus nach Hirschhorn und müssen dort die S-Bahn erreichen. Deshalb wurde der Wunsch an die Stadt herangetragen, über die OREG abzuklären, ob dies gewährleistet werden kann und wann die Busse während der Bauzeit fahren.

Zusätzlich zur Hundetoilette in der Verlängerung des Stichwegs Höhenstraße sollen noch drei weitere aufgestellt werden, so die Mittelung: am Sportplatz Rothenberg, auf dem Weg Richtung Schomen (an der „Doppeleiche“) und an der Schutzhütte bei den „Lehmlöchern“. Von einem Zuhörer kam die Anregung, größere Müllbeutel zu deponieren. Denn mit den sehr kleinen bestünden doch Probleme, diese anschließend zu verknoten. Vorreiter in Hinsicht XXL-Tüten ist Beerfelden.

Der Ortsbeirat hatte bereits angeregt, ob von Mai bis September zusätzliche Termine für die Grünschnittannahme im Bauhof Rothenberg möglich sind. Derzeit ist diese jeden zweiten Samstag im Monat möglich. Da die Bauhofmitarbeiter einmal in der Woche bis 16.30 Uhr arbeiten, wurde nachgefragt, eventuell an diesem Tag von 16 bis 16.30 Uhr in den Sommermonaten Grünschnitt anzunehmen. Bürgermeister Christian Kehrer will prüfen, ob dies machbar ist.

Über das Regionalbudget der Interessengemeinschaft Odenwald (IGO) können Projekte in der Gemeinde bezuschusst werden, lautete eine weitere Information. Der MGV Rothenberg versucht eine Schrankwand mit abschließbaren Kühlschränken für den Mannschaftsraum in der Sporthalle mitfinanziert zu bekommen. Diese Kühlschränke könnten dann von verschiedenen Vereinen benutzt werden.

Über den Ortsbeirat wurde bereits in einer vergangenen Sitzung angeregt, am Metzkeil in Rothenberg einen Stromanschluss zu installieren. Den könnten die Vereine für Festivitäten wie etwa am Rad- und Inlinertag nutzen. Eine neue Standsäule kostet etwa 3000 Euro, wurde nun berichtet. Weiterhin sind jährliche Zählerkosten von etwa 100 Euro fällig. Es soll jetzt geprüft werden, ob der in der Nähe liegende Anschluss der Kirchenbeleuchtung genutzt werden kann.

Stadtbaumeister Peter Bauer kümmert um die Planausarbeitung für den zusätzlichen Unterstand auf dem Friedhof. Im Ortsbeirat soll dann der ausgearbeitete Vorschlag vorgestellt werden. Der Blumenschmuck, jedes Jahr auf öffentlichen Bereichen gepflanzt, wird auch weiterhin von der Stadt bezahlt, hieß es. Er fällt nicht in das jährliche Budget des Ortsbeirats von 1900 Euro. Farben, die der Verkehrs- und Verschönerungsverein zur Pflege der Parkbänke benötigt, können über die Stadt abgerechnet werden.

Bei Dekodur geht es weiter: Rolf van den Berg und der ehemalige Arbeitsagentur-Chef Weise übernehmen

Eine gute Nachricht für die kleine hessische Neckarstadt: Beim Schichtstoffplattenhersteller „Dekodur“ geht es weiter. Der Hirschhorner Privatinvestor Rolf van den Berg und die Sagacious Beteiligungs GmbH mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Frank Jürgen Weise (früher Chef der Arbeitsagentur) übernehmen die wesentlichen Vermögenswerte der insolventen Firma. Sie führen den Geschäftsbetrieb mit allen etwa 65 Beschäftigten in der neu gegründeten DI Dekodur International fort. Rolf van den Berg hält 70 und Sagacious 30 Prozent an der neuen Gesellschaft.

Einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnete jetzt Rechtsanwalt Henrik Schmoll, Partner der Sozietät Wellensiek und Insolvenzverwalter von Dekodur, mit den Verantwortlichen. Das Hirschhorner Traditionsunternehmen, einer der größeren Arbeitgeber in der Stadt, mit einer über 170-jährigen Geschichte hatte im vergangenen Dezember Insolvenzantrag gestellt. Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

„Wir haben mit den beiden Gesellschaftern Investoren gefunden, die dem Unternehmen und den Beschäftigten von Dekodur gute Perspektiven für die Zukunft bieten“, sagt Schmoll. Er leitete kurz nach Insolvenzantragstellung einen geordneten Investorenprozess ein. Für ihn war es eine wesentliche Erfolgsvoraussetzung, dass Beschäftigte, Kunden, Lieferanten sowie die Mitglieder des Gläubigerausschusses und die Verantwortlichen der Sparkasse Neckartal-Odenwald die Betriebsfortführung sowie die erfolgreiche Übertragung eng und äußerst konstruktiv begleiteten.

„Wir sind von den Marktpotenzialen der Dekodur überzeugt und werden das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln“, teilt der neue geschäftsführende DI-Gesellschafter, Rolf van den Berg, mit. „Wir wollen dabei vor allem die vertrieblichen Aktivitäten weltweit stärken sowie die Produktion effektiver gestalten“, kündigte er zwei wesentliche Maßnahmen an. Dekodur sei ein herausragendes Unternehmen mit einer starken Marke, überzeugenden, innovativen Produkten und engagierten Mitarbeitern.

„Ich konnte nicht zuschauen, dass es die Firma vielleicht nicht mehr geben würde“, begründet van den Berg sein Engagement. „Ich habe mich für Hirschhorn in der Pflicht gesehen etwas zu tun, bevor ein Traditionsunternehmen untergeht“, betont er. „Wenn ich helfen kann, mache ich es gern.“ Er verweist auf die „weltweit geschätzte und bekannte Marke“ Dekodur, die einen sehr guten Ruf genieße. Deshalb ist er auch vom Erfolg der neuen Gesellschaft überzeugt.

Mit Weise arbeitete der Investor schon von 1996 bis 2003 beim Meto-Spinoff, der gemeinsamen Gesellschaft „Microlog Logistics“, zusammen. Weise war dann 2004 bis 2017 Vorstandsvorsitzender der Bundesagentur für Arbeit. Er ist aktuell Vorstandsvorsitzender der Hertie-Stiftung und ehrenamtlicher Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe.

Der Investor van den Berg engagierte sich in den vergangenen Jahren vielfach für seine Wahlheimat. Ab 2010 erweckte er viele Hirschhorner Objekte aus ihrem Dornröschenschlaf, hauchte der der Hauptstraße durchs Kartoffelhaus neues Leben ein, machte das Rathaus mit dem Café wieder salonfähig und schuf mit dem Steakrestaurant Debo 800 einen Hingucker an der Neckarpromenade. Fünf Millionen Euro investierte er in Gastronomie- und Wohnimmobilien.

Ein Stadtbild prägendes Fachwerkhaus in der Hauptstraße 24 ließ van den Berg mit viel Liebe zum Detail wieder herrichten. In der alten Brauerei gegenüber dem Bahnhof entstanden zusammen mit einem Neubau Eigentumswohnungen. Der Investor brachte sich auch mit weiteren, Tourismus steigernden Projekten in Hirschhorn ein: etwa die Eislaufbahn im Winter 2011/12, das viel beachtete Lightseeing-Projekt 2013/2014 oder die Geo-Spiele, eine Art virtuelle Schatzsuche in der Hirschhorner Altstadt. Ab dem Spätjahr 2016 zog er sich peu à peu zurück, nachdem es anonyme Drohungen gegeben hatte.

Die Dekodur entstand 1959 aus einem bereits seit 1846 existierenden Säge- und Furnierwerk in Hirschhorn am Neckar. Dekodur ist ein sehr innovatives Unternehmen, das sich mit der Entwicklung, Herstellung und dem Vertrieb von dekorativen HPL-Schichtstoffplatten befasst. Die Platten aus unterschiedlichsten Materialien werden sowohl in privaten Wohnräumen, etwa in Küchen, als auch im gewerblichen Bereich zur Oberflächengestaltung eingesetzt. Das Unternehmen erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von rund zwölf Millionen Euro.

Roberto Tardito macht Station in Hirschhorn

Es wird langsam zur Tradition: Roberto Tardito wird auch auf seiner diesjährigen Europatournee am Samstag, 4. Mai, 20 Uhr, Station bei der Kunstpflege Hirschhorn machen. Durch seine inzwischen 9 CDs und Liveauftritte in Europa und den USA ist der italienische „Cantautore“ mittlerweile international bekannt. Der Begriff „Cantautore“ entspricht dem deutschen „Liedermacher“, klingt aber natürlich wesentlich besser.

Tardito ist ein Poet, der sehr wohl auch gesellschaftskritisch werden kann. Sein Vortragsstil ist natürlich nicht nur sehr musikalisch, sondern auch gefühlsbetont – singt er doch über Themen, die ihn bewegen. Seine leicht raue Stimme (in Kritiken taucht immer wieder der Vergleich mit Paolo Conte auf) sorgt dabei für besondere Intensität.

Der Singer-Songwriter Tardito lebt seine manchmal poetischen, manchmal aber auch gesellschaftskritischen Songs. Nur mit seiner akustischen Gitarre, teilweise auch sich selbst auf der Mundharmonika begleitend – siehe Bob Dylan, mit dem er oft verglichen wird -, philosophiert er über den Sinn des Lebens, die vielen Verbote im täglichen Einerlei, das fehlende Engagement in der Gesellschaft. Eben die klassischen Liedermacher-Themen, die man dem völlig in seine Musik vertieften Italiener sofort abnimmt. Wie im vergangenen Jahr gibt es fürs Publikum wieder eine Übersetzung seiner Text vor dem jeweiligen Lied.

„Se fossi Dylan“, „Wenn ich Dylan wäre“, heißt eine CD von Roberto Tardito. Und wirklich lassen sich einige Parallelen zwischen dem italienischen „Cantautore“, wie die Liedermacher im Süden genannt werden, und dem amerikanischen Nobelpreisträger finden. Allerdings ist das Italienisch des aus dem Piemont stammenden Tardito eindeutig besser verständlich als das Genuschel des US-Poeten Bob Dylan.

Über den Kortelshütter Musiker Heiko Plank kam der Kontakt Tarditos zur Kunstpflege Hirschhorn zustande. Auf deren Einladung spielt der sympathische 35-Jährige jetzt eines seiner wenigen Deutschland-Konzerte. Seine raue und sehr einfühlsame Stimme liegt irgendwo zwischen Angelo Branduardi und Paolo Conte. Er ist in seiner Musik immer auf der Suche nach Berührungspunkten zwischen den Kulturen und den verschiedenen musikalischen Traditionen.

Tardito singt Balladen und Revolutionslieder, aber auch populäre Songs aus der ganzen Welt. Seine Texte sind voller Reife und Aussagekraft, wie sie in der Tradition eines Hannes Wader, Reinhard Mey oder Konstantin Wecker zu finden sind.

Man darf sich am Samstag, 4. Mai, um 20 Uhr wieder auf ein besonderes Erlebnis freuen. Der Auftritt findet im Atelier von Enno Folkerts in der alten Pappenfabrik in Hirschhorn-Langenthal, Waldmichelbacher Straße 2, statt. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende für die Gage des Künstlers gebeten.