Neues Kapitel beim Langbein-Freundeskreis aufgeschlagen

Der Freundeskreis Langbein’sche Sammlung hat einen neuen Vorstand. Die bisherige zweite Vorsitzende Aloisia Sauer trat die Nachfolge des im vergangenen Jahr verstorbenen Ulrich Spiegelberg an. Sie erinnerte auf der Jahreshauptversammlung daran, dass es das Museum ohne Spiegelberg in dieser Form gar nicht gäbe. Er habe mit enormer Schaffenskraft ein immenses historisches Erbe hinterlassen, darunter eine beeindruckende Bibliothek und Bücher, die er als Autor verfasste. „Mit seinen Werken begleitet und lenkt er unsere Arbeit auch in Zukunft“, betonte Sauer.

Das Museum hat ihren Worten zufolge innerhalb der hessischen Museumslandschaft eine herausragende Position mit hoher Reputation. Die gelte es jetzt auch öffentlichkeitswirksam umzusetzen. „Der akute Schwund an Geschäften und damit Lebendigkeit im Ortskern von Hirschhorn hat unmittelbaren Einfluss auf den Tourismus“, sagte sie. Das Museum als eine der wenigen Sehenswürdigkeiten im Stadtkern übernehme eine wichtige Aufgabe, „der wir uns im Vorstand jetzt gemeinsam stellen“.

Zum einen geschieht das mit Veranstaltungen, die auch stärker mit dem Alltag der Einwohner verwoben sind. Dazu zählt beispielsweise der Expertenvortrag am 30. März über das Miteinander von Mensch und Wolf. Hans Jürgen Waibel gab dazu einige Detailinformationen. Er verwies auch auf weitere geplante Veranstaltungen wie etwa den Internationalen Tag des Museums am 19. Mai und die „Nacht der offenen Museen“ im September.

Derzeit laufen auch noch Gespräche mit der hessischen Burgen- und Schlösser-Verwaltung über eine Präsentation zum aktuellen Stand der Sanierung von Burg Hirschhorn. „Es ist ein Thema, das uns alle interessiert und als Bürger auch viel angeht“, so der Tenor. Der Verein möchte erreichen, dass die Hirschhorner über die Entwicklung auf dem Laufenden gehalten werden.

In ihrem Rückblick erwähnte Aloisia Sauer Eckpunkte wie die Neugestaltung des Dioramas nach einem Wasserschaden. Auch ging sie auf die neue Webseite ein, die das Museum in einem neuen Look nach außen repräsentiert (www.museum-hirschhorn.de). Das Haus lebt von interessanten Sachspenden und davon gab es 2018 reichlich: Steinmetzwerkzeug, Bücher aus der ehemaligen Gefängnisbibliothek, schöne Gemälde mit ungewöhnlichen Hirschhorn-Ansichten, historische Bierflaschen der Brauerei Jäger und vieles mehr.

Ein großer Dank des Vorstands galt Roswita Rossmann, die in den vergangenen zwölf Jahren den Adventskaffee in allen Details organisierte. Dr. Wolfgang Schuler wurde für seine akribische Arbeit an der bisherigen Webseite des Museums gedankt. Ohne ihn wäre dieses Fenster ins weltweite Netz in den vergangenen Jahren verschlossen gewesen. Bernd Meschede und sein Sohn Joachim gestalteten das Diorama mit dem im Museum vorherrschenden historischen Wandmuster neu. Sandra Fink investierte viel Zeit in die aufwändige Reinigung der Vitrinen.

„Es ist das Miteinander, das uns voranbringt“, zeigte sich der Vorstand des Freundeskreises Langbein’sche Sammlung zuversichtlich. Neue zweite Vorsitzende ist Dr. Irmtrud Wagner, Schriftführerin Petra Flachs, Schatzmeister Hans Jürgen Waibel, Kassenprüfer Ilona Dörr und Rainer Mathes, Beisitzer Wilfried Geyer, Dr. Arnt Heilmann, Roswita Rossmann, Elke Timmermann und Andrea Weber. Mit dem neuen Vorstand habe der Freundeskreis ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Es gibt viel zu tun“, betonte Aloisia Sauer in ihrem Ausblick.

Werbeanzeigen

Vortrag in Hirschhorn: Über die Nachbarschaft von Wolf und Mensch

Über Wölfe wird derzeit viel diskutiert. Überall dort, wo sie auftauchen, lösen sie Emotionen und Diskussionen aus – und Verunsicherung. Denn die heutigen Menschen haben längst vergessen, wie es ist, mit Wölfen einen Lebensraum zu teilen. Der letzte Wolf im Odenwald wurde vor mehr als 150 Jahren erschossen. Daher begegnet man dem neuen Nachbarn mit gemischten Gefühlen, mit Angst, Freude und Neugier.

Ende 2017 gab es in der Region bereits mehrere Wolfssichtungen. Einmal wurde ein Tier in Wald-Michelbach im September gesichtet. In Mossautal und Kailbach wurden im November 2017 einige Schafe und eine Ziege gerissen. Erst vor ein paar Wochen wurde ein Wolf bei Neckargerach gesehen, der kurze Zeit darauf bei Öhringen auf der Autobahn überfahren wurde.

Was bedeutet die Rückkehr der Wölfe? Wie kann sich eine solche Nachbarschaft gestalten? Welche Erfahrungen haben Menschen mit Wölfen bereits gemacht? Diese und mehr Fragen beantwortet der Kulturgeograph Sebastian Ehret in seinem Vortrag „Wie können wir mit Wölfen zusammenleben?“. Er hält diesen am Samstag, 30. März um 19 Uhr im Langbein-Museum Hirschhorn.

Sebastian Ehret ist ein Experte in diesem Thema. Im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Kiel forschte er über das Zusammenleben von Menschen und Wölfen. Er besuchte die Wolfsgebiete der Lausitz und sammelte Einblicke in die verschiedenen Positionen und Erfahrungen von Menschen, die seit fast 20 Jahren mit, gegen oder einfach neben dem Wolf leben.

Im Rahmen eines lebendigen Vortrags wird er im Langbein-Museum über seine Forschungsarbeiten berichten und schildern, wie es sich mit unserem neuen Nachbarn auskommen lässt. Ehret stellt sich im Anschluss den Fragen aus dem Publikum. Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen.

 

Evangelische Kirchengemeinden in der „Südkurve“ arbeiten zusammen

Die Kirchengemeinden müssen mit der Zeit gehen, sonst gehen sie mit der Zeit. Auf diesen Nenner lassen sich die Bestrebungen der Protestanten von Rothenberg, Hirschhorn, Neckarsteinach und Darsberg seit nunmehr 20 Jahren bringen. Die drei Pfarrer und Kirchenvorstände arbeiten immer intensiver zusammen, um das Feld für die Zukunft zu bestellen. Denn mittelfristig dürften nur noch zwei statt bisher drei Geistliche die „Südkurve“ mit ihren derzeit 3300 evangelischen Gläubigen (Tendenz abnehmend) betreuen, erläutert Rothenbergs Pfarrer Reinhold Hoffmann.

Die drei Gemeinden sind in Sachen seelsorgerischer Betreuung „überbesetzt“, erklärt er. Im Schnitt werden pro Pfarrer 1500 Schäfchen kalkuliert, weiß Hoffmann. Da der Rothenberger Gottesmann bereits Anfang 60 ist und sein Hirschhorner Kollege Jörg Awischus stramm auf dieses Alter zugeht (Norbert Feick aus Neckarsteinach ist der jüngste im Bunde), ist absehbar, wann der erste in Rente gehen wird. Er macht aber auch klar, „dass derzeit nicht gekürzt wird“.

Das Trio treibt seit zwei Jahrzehnten die Zusammenarbeit auf verschiedenen Feldern voran. „Besser jetzt agieren, wenn wir es in Ruhe tun können, als später unter Druck zu reagieren“, betont Hoffmann. Den Geistlichen geht es darum, ihre Pfarrgemeinden für potenzielle Nachfolger attraktiv zu gestalten. In ein paar Jahren, blickt er voraus, „werden jedes Jahr 100 Pfarrer in den Ruhestand gehen und nur 30 kommen nach“. Was im Umkehrschluss bedeutet, dass 70 Pfarrhäuser leer stehen werden.

„Es ist nicht einfach, junge Pfarrer aufs Land zu locken“, sagt der Rothenberger. Dazu müssen schon die Rahmenbedingungen passen. „Wir schätzen unsere liebenswerten Gemeinden“, betont er, „und wollen, dass sie weiterhin gut versorgt sind“. Hoffmann bezeichnet dies „als den eigentlichen Motor fürs Zusammenwirken“.

Start der Kooperation war vor 20 Jahren mit der Urlaubsvertretung in den südlichsten hessischen Ecken von Odenwaldkreis und Bergstraße. Es folgte der „Kanzeltausch“ an hohen Feiertagen. „Weil es so gut funktionierte“, wurde vor ein paar Jahren das Projekt Sommerkirche ins Leben gerufen. „Einer für alle“ heißt es dann an drei aufeinanderfolgenden Sonntagen, sodass die Kollegen zwei Wochenenden frei haben.

Darauf aufbauend folgte laut Hoffmann der „Nachbarschaftsgottesdienst“. Dieser läuft übers ganze Jahr. Hierbei hält ein Pfarrer an einem Sonntag alle Gottesdienste in den drei Orten, sodass die anderen beiden ein Wochenende im Monat frei haben. Das hat den Vorteil, „dass jeder von uns in den Kirchengemeinden bekannt ist“, hebt er hervor. Das sei gerade bei Beerdigungen von Vorteil.

Als neuste Entwicklung findet jetzt im zweiten Jahr der Konfirmations-Unterricht teilweise gemeinsam statt. Der demographische Wandel beförderte diese Entwicklung. Waren es früher 20, sind es in diesem Jahr gerade noch acht Rothenberger Konfirmanden. In Hirschhorn sogar nur noch fünf. So wenige werden es den Prognosen nach auch bald in der Odenwald-Gemeinde sein.

Für den Rothenberger Pfarrer bringt das auch ganz praktische Vorteile mit sich. Im Zusammenwirken mit den anderen „macht der Unterricht noch mehr Spaß“, sagt Hoffmann. „Das hat mehr Drive gegeben.“ Er empfindet es „als großen Gewinn für die Jugendlichen“, dass sie drei Ansprechpartner haben.

„Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, muss sich alles ändern“: So prophetisch hieß es bereits Giuseppe Tomasi di Lampedusas „Leopard“. Für die Kirchengemeinden gilt Ähnliches: Bei der Gestaltung der Zukunft werden die eigenen Möglichkeiten genutzt. Eine Fusion soll es nicht geben, beruhigt Hoffmann. Denn man weiß um die Unterschiede in Tradition und Geschichte. Jedoch wird das Büro für alle drei Kirchengemeinden in Hirschhorn konzentriert. Die Kirchen selbst „sind nicht aufgebbar“, macht er klar. Aber bei den anderen der insgesamt elf kirchlichen Gebäude in den drei Kommunen „muss man schauen, welche man braucht“.

Die unterschiedlichen Kompetenzen der drei Kirchengemeinden sind in der Region verteilt. Kinder, Jugend- und Familienarbeit sind eher in Neckarsteinach angesiedelt, Besuchsdienst, Kontemplation und Lesungen in Hirschhorn, Hospizarbeit in Rothenberg, Kirchenmusik in Neckarsteinach und Rothenberg. „Das hat keinen Sinn, wenn jeder alles einzeln machen wollte“, sagt Pfarrer Hoffmann,

Hirschhorn Mal wieder von den Neckarfluten getroffen

Hirschhorn dieses Mal nicht am Neckar, sondern im Neckar. Die starken Regenfälle der vergangenen Tage ließen den Fluss auch im hessischen Neckartal kräftig anschwellen. In Hirschhorn wurde die Uferstraße samt den angrenzenden Altstadtgassen einmal wieder überschwemmt. Das zweijährliche Hochwasser sollte aber laut Vorhersagen bereits heute Nachmittag seinen Scheitelpunkt am maßgeblichen Pegel Gundelsheim erreicht haben. Somit ist für morgen bereits wieder mit einem Abflauen der Fluten zu rechnen. Für die Anwohner im hessischen Neckartal ist ein solches Hochwasser allerdings business as usual. Sie sind bei weiterem Schlimmeres gewöhnt. Zuletzt vor zweieinhalb Jahren gab es ein 20-jährliches hochwasser, das etliche Keller in den Altstadthäusern unter Wasser setzte. Somit sind es nicht die braunen Fluten, die am meisten Sorgen machen, sondern die unappetitlichen Hinterlassenschaften, die der Bauhof nach jedem neuen Hochwasser wieder von den Straßen kratzen muss. Wie auch im benachbarten Neckarsteinach, wo der Neckarlauer unter Wasser stand.

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=2090977487657650&id=430825950339487

Evangelischer Kindergarten in Neckarsteinach brannte – keine Verletzten

Der evangelische Kindergarten war nicht mehr zu retten. Das einstöckige Gebäude im Rosenweg brannte in der Nacht zum Donnerstag nieder. Verletzte gab es keine. Über 100 Feuerwehrleute aus der gesamten Umgebung waren im Einsatz, die jedoch den Brandherd in einer Zwischendecke nicht richtig erreichen konnten. Deshalb wurde von den Verantwortlichen beschlossen, die „Schatzinsel“ kontrolliert abbrennen zu lassen. Der Schaden dürfte in den siebenstelligen Bereich gehen. Genaue Angaben – auch zur Brandursache – gab es allerdings noch nicht.

Wie Bürgermeister Herold Pfeifer sagte, wurde der Brand von einem vorbeilaufenden jungen Mann bemerkt, der sofort an einem Haus klingelte. Dessen Besitzer riefen dann die 112. Pfeifer, gerade bei einer Vorstandssitzung des Bürger- und Heimatvereins, eilte an den Brandort. Dort trafen dann nach und nach die Feuerwehren aus Neckarsteinach und den Stadtteilen, Hirschhorn, Schönau und Neckargemünd sowie der Messtrupp aus Wald-Michelbach ein. Die Eberbacher Brandschützer lösten gegen Morgen die Hirschhorner ab und überwachten das kontrollierte Abbrennen. Pfeifer lobte die „tolle Zusammenarbeit aller Wehren“.

Der Brand brach laut dem Bürgermeister gegen 19.30 Uhr in der Deckenkonstruktion zwischen Zimmerdecke und Dachhaut aus. „Das war nicht zu löschen“, sagte er. Pfeifer, Kreisbrandmeister Sven Falter, der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares und Clemens Englmeier von der Brandschutzaufsicht des Regierungspräsidiums Darmstadt entschieden sich dann zusammen mit den Feuerwehr-Leitungen für ein kontrolliertes Abbrennen. „Zum Glück war es windstill und es gibt keine Häuser in der Nähe“, so Pfeifer.

Er betonte, dass die Abwägung aller Möglichkeiten ergab, dass Personal-, Material- und Wassereinsatz keine Wirkung gehabt hätten. Denn: „Das Wasser hätte den Brandherd nicht erreicht. Wir konnten das Gebäude nicht retten.“ Selbst jetzt seien noch Glutnester drin, sagte der Bürgermeister. Pfeifer hob hervor, dass bei einem Feuerausbruch im laufenden Kindergartenbetrieb genug Zeit gewesen wäre, alle Personen zu retten.

Die 42 Jahre alte Kindertagesstätte wurde in Holzständerbauweise errichtet. Sie wurde vor einigen Jahren saniert und brandschutzrechtlich auf den neusten Stand gebracht. Auch heutzutage würden Gebäude noch auf diese Weise errichtet. Baurechtlich sei alles in Ordnung, so der Rathauschef. Die Suche nach der Brandursache wurde von der Kripo übernommen.

Übergangsweise sind die 55 Kinder der dreigruppigen Einrichtung für zwei Tage im Martin-Luther-Haus untergebracht. Aktuell werden in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde alternative Standorte für die kommende Woche, erst einmal bis zu den Weihnachtsferien, gesucht. Pfeifer zeigte sich optimistisch, schnell sagen zu können, wie es weitergeht. „Wir sind dabei, eine Lösung für Eltern und Kinder zu finden“, betonte er.

Es gibt derzeit eine große Welle der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung. Wer etwas spenden möchte, solle sich unter E-Mail ev.kita.nst@gmail.com an die Kita-Leitung wenden, bat er. „Wir müssen das kanalisieren“, sagte der Bürgermeister. „Eine Garage ist schon voll.“ Am ehesten sei der Kirchengemeinde wahrscheinlich mit Geldspenden gedient, um Neues anschaffen zu können. Neben dem materiellen Schaden ist auch der ideelle kaum bezifferbar. Spielzeuge, Kuscheltiere oder gerade gebastelte Weihnachtsgeschenke verbrannten.

Info: Am Sonntag, 16. Dezember, findet um 10.30 Uhr ein Dankgottesdienst in der evangelischen Kirche Neckarsteinach statt, der auch der Aufarbeitung des Geschehenen dient. Zu ihm sind neben Eltern, Kindern und Angehörigen und auch Rettungskräfte eingeladen.

In der Hirschhorner Altstadt wird es weihnachtlich

Nach der erfolgreichen Neuauflage des Hirschhorner Weihnachtsmarktes vor drei Jahren und den gelungenen Fortsetzungen findet die Veranstaltung am dritten Adventswochenende wieder in der Altstadt statt. Jeweils von 14 bis 21 Uhr sind am Samstag, 15., und Sonntag, 16. Dezember, 33 Aussteller in der Hauptstraße zwischen dem Rathausvorplatz und dem Marktplatz zu finden, die allerlei Advent- und Weihnachtliches anbieten. Natürlich kommt auch das leibliche Wohl an verschiedenen Orten nicht zu kurz.

Offizielle Eröffnung ist am Samstag um 16 Uhr am Stadtcafé in der Hauptstraße. An diesem Tag ist ein Holzkünstler vor Ort, der am Rathaus mit der Kettensäge Holzstatuen fertigt. „Der Hirschhorner Weihnachtsmarkt wird von den Besuchern super angenommen“, bilanziert Marianne Heisner, die damals wie heute zusammen mit Christian Grimm die Veranstaltung organisiert. „Alle sind begeistert.“

Nach 23 Jahren Pause gab es 2015 endlich wieder einen Adventsmarkt, der von den Einheimischen zwischenzeitlich sehnlichst gewünscht worden war. „Die Straße war bisher immer voll“, blickt Marianne Heisner zurück. Besucher kommen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus dem Odenwaldkreis, der Region Bergstraße sowie Heidelberg und Mannheim, beobachtete sie. „Wir waren jedes Mal rundum zufrieden.“

Die Teilnehmer stammen natürlich zum Großteil aus Hirschhorn, aber auch aus Weinheim und Aglasterhausen. Es werden selbstgefertigte Strickwaren und Kinderkleidung, Socken, hausgemachte Liköre, selbsthergestellte Weihnachtsdeko, Holzherzen, Lederschmuck, Kerzen, Honig, Pralinen, Blumengebinde, Marmelade und vieles mehr angeboten. Für Essen und Trinken ist bestens gesorgt. Im Gewölbekeller der Hauptstraße 32 gibt es bei Marianne Heisner leckeren Glühwein und Bratwurst.

Den Geschenkideen sind keine Grenzen gesetzt. Das Angebot ist auf dem Hirschhorner Weihnachtsmarkt sehr vielseitig, sodass niemand ohne das passende „Last-Minute-Geschenk“ für die Verwandt- oder Bekanntschaft nach Hause gehen muss. Am Samstag um 16 und 17 Uhr sowie am Sonntag um 15, 16 und 17 Uhr zeigt ein Puppenspieler in der Hauptstraße seine Künste.

 

Kunst „vun do“: Wochenende der offenen Ateliers bei Jens Hafner und Enno Folkerts

Die beiden Hirschhorner Künstler Jens Hafner und Enno Folkerts öffnen am Wochenende des 8. und 9. Dezember ihre Ateliers. Bei Folkerts in Langenthals Waldmichelbacher Straße 2 (alte Pappenfabrik Mayr) ist von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, bei Jens Hafner in Ersheim von 17.30 bis 20.30 Uhr (Brentanostraße 8). Für alle, die schon immer einmal wissen wollten, wo und wie Kunst entsteht, was alles dazugehört und dahintersteckt, ist das ein Wochenende zum Schauen, Genießen, Plaudern und Entschleunigen.

Jens Hafner studierte an der Freien Kunstakademie Mannheim unter anderem bei Konstantin Voit. Stilistisch kann man einen Einfluss der Leipziger Schule erkennen, die die figurative Malerei seit Jahren neu belebt. Typisch sind assoziative Blicke auf eine ganz persönlich erlebte Realität, die in mehreren Bildebenen auf der Leinwand vereint werden. Die Welt erzählt sich wie in einem Traum, der rational nie ganz aufgelöst werden kann und geheimnisvoll bleibt. Man könnte fast von einer romanischen Weltsicht sprechen, die Hafner phantasievoll und mit großer Lust am Malen in unsere Zeit herüberholt.

Enno Folkerts verfügt über ein auffallend vielseitiges Repertoire an Themen und Techniken. Dazu gehören Fassaden- und Fenstermotive in fotorealistischer Manier, aber ebenso seine „metaphysischen Bilder“, in denen die Themen Zeit, Dekadenz und Untergang eine wichtige Rolle spielen, in denen jedoch auch die morbide Schönheit der Motive offenbart wird. Er arbeitet ebenso an Bildern im abstrakt-expressionistischem Stil, Collagen, Assemblagen oder Akte – „Kunst halt“, schmunzelt er. Arbeiten von Folkerts waren schon auf über 80 Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Seine Intention ist die pure Lust auf das Bild.