Beste Stimmung und bestes Wetter beim 25. Rock im Hirschhorner Klosterhof

Wenn die katholische Kirchenmusik zu ihrem Klosterrock ruft, kann sie sich (fast) immer des Beistands von oben sicher sein. Dieses Jahr, zum 25. Jubiläum der Kultveranstaltung im Innenhof, bildete das gute Wetter zum Glück wieder mal keine Ausnahme. Ein lauschiger Sommerabend führte gefühlt mehr Gäste als 2016 in die altehrwürdigen Mauern des Karmeliterklosters. Die feierten mit der Band „Art Donuts“ eine rauschende Party bis nach Mitternacht.

Dann war zwar mit der Musik Schluss, aber noch lange nicht mit der Fete. Karibische Cocktails taten ein Übriges dazu, dass neben den von den Vereinsmitgliedern ansonsten vorgehaltenen Speisen und Getränken das richtige Sommerfeeling aufkam. Die Musik hatte ihren Anteil dabei. Funk und Soul, der kräftig in die Beine ging, fand sich vor allem im Set der „Art Donuts“ aus der Wieslocher Ecke.

Frontfrau Indra Wahl war es, die musikalisch dem Sextett ihren Stempel aufdrückte. Ihre wandlungsfähige, voluminöse und raumgreifende Stimme kam auch im letzten Winkel des Klosterhofs, ebenso ganz oben auf der Balustrade, bestens an. Sie wurde nicht müdem die etwas Klatsch- und Tanzmüden kräftig in Fahrt zu bringen. Uli Himmelmann am Bass und Frank Amler an der Gitarre bildeten das Animations-Dreigestirn, das dem Publikum kräftig einheizte.

Jürgen Winkler (Keyboards), Tom Schubkegel (Drums) und Uwe Eisinger (Percussion) steuerten ihren Teil dazu bei, dass die Band die Songs sehr routiniert und mit einem fetten Sound runterspielte. Ein paar Ausflüge in aktuelle Popsongs, aber auch ein paar Rockkracher sorgten dafür, dass trotz aller Funklastigkeit praktisch alle Besucher auf ihre Kosten kamen. Seit 15 Jahren mischt die Band die Region mit Disco-, Pop-, Rock- und Soulnummern aus den 70ern, 80ern und 90ern auf.

„Ain’t Nobody“ war so ein Klassiker von Chaka Khan, der durch den Klosterhof knallte, aber ebenso Loverboy und AC/DC kamen ebenso zu ihrem Recht. Nicht nur vor der Bühne wurde kräftig abgetanzt, auch oberhalb auf dem Rundgang waren die Zuschauer am Abrocken. Hier bot sich ein ganz besonderes Ambiente mit der beleuchteten Bühne unten und der Klosterkirche im Hintergrund. Im Publikum waren wie auch bei der Musikauswahl alle Generationen vertreten. Bei der KKM war man mit dem guten Vorverkauf und dem Besuch am Abend zufrieden. Alles bewegte sich mehr oder weniger auf Vorjahresniveau.

„First Echo“ hieß die 2015 gegründete Support-Band von vier Musiker aus Heidelberg, Hirschhorn und Eberbach. Musikalisch verbanden sie rauen Thrash Metal der 80er Jahre mit modernem Progressive Metal, variierten dabei Taktarten und spielten selbstbewusst mit mehrstimmigen Gitarrenriffs. Fans von Metallica bis Dream Theater kamen auf ihre Kosten. An Gitarre und Gesang war Julian Best zu erleben, Bass spielte Gustav Schneider, Gitarre Tim Staat und Schlagzeug Maximilian Geller.

25. Rock im Klosterhof mit First Echo und Art Donuts findet am 23. Juni in Hirschhorn statt

Das silberne Jubiläum steht an: Zum 25. Mal veranstaltet die Katholische Kirchenmusik Hirschhorn am Freitag, 23. Juni, den alljährlichen Rockevent „Rock im Klosterhof“ – mit neuen, tollen Bands, die Musik für jedermann im Gepäck haben. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr. Karten kosten an der Abendkasse zwölf Euro.

Als Topact spielen die „Art Donuts“, eine sechsköpfige Formation, die sich dem Rock, Pop und Soul der 70er, 80er und 90er Jahre verschrieben hat. Aber auch topaktuelle Hits aus den Charts sind im Programm. Bei verschiedenen Auftritten in Heidelberg, Rauenberg, Wiesloch und Walldorf wurde die Band mit besten Kritiken gelobt. Mit Frontfrau Indra Wahl ist die Gruppe bestens im Gesangsbereich aufgestellt. Sie bildet mit ihren weiteren fünf Bandkollegen eine ausgereifte, tolle Einheit.

First Echo nennt sich die 2015 gegründete Support-Band von vier Musiker aus Heidelberg und Umgebung. Musikalisch verbinden sie rauen Thrash Metal der 80er Jahre mit modernem Progressive Metal, variieren dabei Taktarten und spielen selbstbewusst mit mehrstimmigen Gitarrenriffs. Fans von Metallica bis Dream Theater kommen definitiv auf ihre Kosten und sollten sich dieses lang gereifte Debüt keinesfalls entgehen lassen.

Info: http://www.rock-im-klosterhof.de

Viele Radler bei herrlichem Wetter zwischen Rothenberg und Beerfelden unterwegs

Volles Haus auf dem Rothenberger Metzkeil. Das herrliche Wetter bescherte dem Familien-Inliner- und Radtag auf der L 3410 zwischen den beiden Oberzent-Gemeinden einen großen Andrang. Etliche Mountainbiker, Freizeit- und Rennradler machten sich auf die etwa acht Kilometer lange Strecke. Inliner bilden inzwischen nur noch eine Randgruppe. Jeweiliger Ziel- und Startpunkt war in Beerfelden am Parkplatz „Deltaparcours“ und in der Rothenberger Ortsmitte am Metzkeil.

Zum 13. Mal stellten beide Orte die an diesem Tag für den Autoverkehr gesperrte Straße der Bevölkerung zur Verfügung. Auch aus dem Tal kamen viele Radler, die sich zuerst den Berg hinauf abstrampelten, um dann kilometerlang die zwei Räder ohne große Anstrengungen einfach laufen zu lassen. Die Kinder hatten ebenso ihren Spaß, endlich mal Fahrrad fahren zu können, ohne dass gleich wieder ein paar Höhenmeter zu bewältigen waren.

Die fast ebene Strecke, die durch einen der landschaftlich reizvollsten Teil des Odenwalds führt, eignet sich besonders gut für Familien mit Kindern, die stressfrei einen bewegungsreichen Sonntag erleben wollen. Denn ansonsten ist es schwierig, in der Oberzent eine längere Straße zu finden, auf der man sich ohne Autoverkehr in Ruhe fortbewegen kann. In Beerfelden übernahm der SV Gammelsbach und in Rothenberg der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVR) die Bewirtung.

Für den VVR ist es der größte Event im Jahreslauf, etliche Helfer sind ab 8 Uhr morgens im Einsatz. Pünktlich zur Mittagszeit bildeten sich kleine Schlangen an den verschiedenen Ständen. Das stete Kommen, Gehen und Fahren zauberte nach der Anstrengung ein Lächeln auf die Gesichter der Vereinsmitglieder. Denn der Erlös fließt in die Vereinskasse und wird unter anderem für die Instandhaltung der Ruhebänke und Schutzhütten verwendet.

Natürlich bilden ebenso immer die Einheimischen eine feste Bank unter den Besuchern. Die kommen auch ohne zweirädrigen Untersatz vorbei und essen an einer der Buden zu Mittag, nutzen das große Kuchenbüffet und trinken gemütlich ihren Kaffee. Das Angebot war denn auch reichhaltig genug. Inliner-Pfanne mit Geschnetzeltem und Gemüse als eher deftige Kost oder Waffeln und Eis für die Schleckermäuler fanden einen guten Absatz.

Neben dem Bierwagen mit der flüssigen Nahrung hatte der VVR einiges aufgeboten, damit die Teilnehmer am Aktionstag gut gesättigt wieder zurück nach Beerfelden radeln – oder einfach ein paar Straße weiter nach Hause gehen – konnten. Schattenplätze waren heiß begehrt, als die Sonne nach dem Mittag immer kräftiger vom Himmel brannte. Eilends wurden Tische und Bänke herbeigeschafft, damit die große Besucherzahl ein lauschiges Plätzchen finden konnte. Spätestens auf der Rückfahrt Richtung Beerfelden spendete dann der Wald wieder Schatten.

Die Radler waren eindeutig in der Überzahl. Nur vereinzelt ließ sich noch ein Inline-Fahrer ausmachen. Diese frühere Trendsportart hat scheinbar immer weniger Anhänger. Für den Verkehrs- und Verschönerungsverein bedeutete die Bewirtung keinen großen Aufwand im Vorfeld. Nur die Wurstbude werde schon am Vortag aufgestellt, „der Rest läuft morgens zwischen 8 und 10 Uhr“. 30 Mitglieder und Freuende in zwei Schichten sind den Tag über aktiv, um die Gäste zu bewirten.

Die touristische Bedeutung der Veranstaltung für die Höhengemeinde ist laut dem Gemeindevertreter-Vorsitzenden Horst Schwinn nicht zu verachten. „Viele kommen aus Erbach oder Michelstadt“, weiß er. Auch Richtung Neckartal macht der Event Rothenberg bekannt. Denn auf der ebenen Strecke auf 400 Metern Höhe lassen sich die Vorzüge der Region mit schönen Waldstrecken und tollen Ausblicken bestens genießen. „Wo kann man in der Oberzent völlig ohne Autoverkehr sonst so schön radeln“, sagte er.

Wasserballonwerfen und Knatterbootrennen am 18. Juni beim „Lebendigen Neckar“ in Hirschhorn

Der Freundeskreis des Langbein Museums beteiligt sich am Sonntag, 18. Juni, ab 11 Uhr bereits zum dritten Mal bei der Veranstaltung „Lebendiger Neckar“ und präsentiert dazu passend das Thema Hochwasser. Bekanntermaßen kommt das Wort Neckar aus dem Keltischen und bedeutet so viel wie „reißender, wilder Fluss“, was die zahlreichen Hochwassermarken an der Stadtmauer eindrucksvoll unterstreichen. Vereinsvorsitzender Dr. Ulrich Spiegelberg belegt dies mit einer Bilderausstellung von Hochwasserereignissen ab etwa 1900 und Zeitungsberichten der neueren Zeit am Museumsstand auf dem Festgelände im Bereich der Slipanlage. Treffend dazu hat das Vorstandsteam sich zwei Aktionen für Kinder und Familien ausgedacht: Gegen einen Obolus darf man auf die Neckarnixe Anna-Lena mit wassergefüllten Ballons werfen und kann sich an einem Wettbewerb im Planschbecken für Miniknatterboote messen. So ähnlich muss früher ein Kettenschlepper geklungen haben, wenn er sich von Neckarhausen flussaufwärts näherte. Der Probelauf eines Knatterbootes fand bereits statt und die komplette Vorstandsriege hatte dabei ihre helle Freude.

Ritter Friedrich führt am 17. Juni durch die historische Altstadt von Hirschhorn

Am Samstag, 17. Juni, führt Ritter Friedrich alias Jürgen Waibel durch die schmalen Gassen der romantischen Altstadt mit ihren bezaubernden Fachwerkhäusern und den Zunftzeichen. Die Gäste erfahren mehr zum Rittergeschlecht, zur historischen Altstadt und zu einigen Besonderheiten, die es nur in Hirschhorn gibt. Sie hören unter anderem, wie Hirschhorn entstanden ist, was die Stadtrechte für Ritter und Bürger bedeuteten, wo sich der erste Marktplatz befand und welche drei Häuser den Großbrand im Hinterstädtchen überstanden. Treffpunkt ist um 10 Uhr vor der Tourist-Information. Anmeldung ist nicht notwendig. Es wird um einen Kostenbeitrag erhoben.

Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Neckarsteinach mit sehr gutem Besuch – MdB Christine Lambrecht ehrte und referierte

So gut wie schon lange nicht mehr war der Besuch der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins. „Wir hatten offen eingeladen und ich bin froh, dass sich dieser Versuch gelohnt hat“, freute sich Neckarsteinachs SPD-Vorsitzende Sabine Wegehingel. Sogar einige Nicht-Mitglieder fanden den Weg ins Sportheim. MdB Christine Lambrecht war nicht ohne Grund in die Vierburgenstadt gekommen, gab es doch Anlass zu zahlreichen Ehrungen. Die zu Ehrenden berichteten lebendig und engagiert, wie sie ehemals zur SPD fanden.

Lambrecht überreichte Urkunden mit dankenden Worten für 40 Jahre an Karin Schindelbeck und Margot Hofherr. Seit kurzem zählt Prof. Dr. Walter Mühlhausen zum Ortsverein. Der geschäftsführende Direktor der Friedrich-Ebert-Stiftung in Heidelberg wohnt mittlerweile im hessischen Neckarsteinach. Er fand vor 40 Jahren in Nordhessen zur SPD. Geehrt wurde auch Bürgermeister Herold Pfeifer für 25 Jahre Mitgliedschaft. Sie alle hätten, so Lambrecht, an vielen Stellen für die Entwicklung der SPD gearbeitet und sich mit der Übernahme von Mandaten in der Kommunalpolitik Respekt und Anerkennung verschafft.

Groß war dann das Interesse am Bericht der Ersten Parlamentarischen Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und Unterbezirksvorsitzenden, lebhaft und engagiert die Diskussion nach ihrer Rede. „Wir haben sehr viele Themen, die uns als Sozialdemokraten wichtig sind, in langen und zähen Verhandlungen im Koalitionsvertrag durchsetzen können. Und Punkt für Punkt haben wir sie dann abgearbeitet – teilweise auch gegen den erbitterten Widerstand der Union“, zog Lambrecht Bilanz der vergangenen Regierungsjahre. Beispielhaft nannte sie die Erhöhung des Mindestlohns, die Rente ab 63 nach 45 Beitragsjahren und das Lohngerechtigkeitsgesetz zur Beseitigung der Lohnlücke zwischen Frauen und Männern.

Ein wichtiges Ziel für die SPD war es, so Lambrecht, dass die Kommunen in dieser Legislaturperiode erheblich entlastet wurden. „Nur finanziell handlungsfähige Kommunen können eine gute soziale Infrastruktur wie Schulen, Kitas oder Schwimmbäder bereitstellen.“ Deshalb habe man Städte und Gemeinden in Milliardenhöhe entlastet.

Bei den Sozialabgaben waren es jeweils eine Milliarde in den Jahren 2015 und 2016, dann 2,5 Milliarden Euro im Jahr 2017 und 5 Milliarden ab 2018, erläuterte die Abgeordnete. Sie fügte hinzu: „Der Bund hat das Geld bereits gestellt. Es ist nun die Aufgabe der Länder, das Geld schnell weiterzugeben. Das könnte gerade in Hessen deutlich besser laufen“, sagte Lambrecht.

Mit Blick auf den anstehenden Wahlkampf verwies Lambrecht darauf, dass die SPD klare Forderungen habe. Im Bundestagswahlkampf geht es um viel. Das Thema soziale Gerechtigkeit stehe ganz eindeutig im Mittelpunkt, denn Gerechtigkeit ist die zentrale Voraussetzung für Zusammenhalt und Wohlstand. „Wir haben sehr klare Vorstellungen: Bildung ist die wichtigste Investition in unsere Zukunft und muss von der Kita bis zum Studium oder Meisterabschluss kostenlos sein. Ebenso müsse die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverträgen verboten werden. Sie machte aber auch klar, dass zum Thema soziale Gerechtigkeit auch ein gerechtes Steuersystem gehöre, das kleinere und mittlere Einkommen entlaste.

In der folgenden lebendigen Diskussion gab es auch viele kritische Fragen, die von Christine Lambrecht geduldig angehört und ausführlich beantwortet wurden. Die Themen waren vielfältig: von der Vermögenssteuer über Erbschaftssteuer, Rente und Flüchtlinge bis zu Martin Schulz, Bundestagswahl und Europa wurde das weite Spektrum aktueller Politik berührt.

 

Einwohner von Finkenbach, Hinterbach und Raubach wehren sich „ganz oben“ gegen die Einkesselung durch Windräder

Das Wort von der „Einkesselung“ geht um. Was sich sehr militärisch-martialisch anhört, passt zur sich verschärfenden Diskussion um die Windkraft, die immer härtere Züge annimmt. Der Widerstand gegen den Entwurf des Regionalplans Südhessen, der vor allem im südlichen Odenwald eine Unzahl Windräder zulässt, wird immer heftiger. Nun tragen Finkenbacher, Hinterbacher und Raubacher den Protest ganz nach oben, unter anderem zum hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier.

Letztendlich, so Matthias Heiß als Sprecher der Initiative, werde vom Regierungspräsidium (RP) Darmstadt als zuständiger Behörde eine politische Entscheidung getroffen, wenn es um die Genehmigung von Windparks im Odenwald gehe. Deshalb lag für die Einwohner der drei Rothenberger Ortsteile der Schluss nahe, mit ihrem Anliegen an die Spitze der Entscheidungsträger zu gehen, um dort mehr Rücksichtnahme auf ihre Belange einzufordern.

„Wir sehen wenig direkte Einflussmöglichkeiten auf den Regionalplanwurf“, betonte Heiß. Die entsprechende Stellungnahme werde sowieso vom Odenwaldkreis und seinen zugehörigen Kommunen erarbeitet und beim RP eingereicht. Jedoch wollen die Finken-, Hinter- und Raubacher nicht warten, „was man über Kreis und Gemeinde machen kann“, sondern selbst die Initiative ergreifen.  Es geht laut Heiß um „möglichst viel Sperrfeuer von allen Seiten“. Die Planungen hätten „Ausmaße angenommen, die nicht mehr tragbar sind“. Es sei wichtig, dass sich Städte und Kommunen kurzschließen.

Neben dem WGR-Gemeindevertreter gehören weitere in den drei Ortsteilen wohnhafte Mandatsträger und Gemeindevorstände zu den Unterzeichnern des parteiübergreifenden Schreibens: Rainer Flick (WGR-Gemeindevorstand), Volker Schindler, Alexander Link (beide SPD), Martin Menges (CDU/BuLiRo) und Christa Helm (WGR). „Wir wehren uns nicht gegen Windkraft per se“, hob Heiß hervor. Sondern eben speziell gegen die „Einkesselung“.

Diese ist für die politischen Vertreter „nicht tragbar“, da sie eine deutliche Verschlechterung zur Lebensqualität zur Folge hat. Der neue Regionalplan-Entwurf habe „die bisherige Odenwaldplanung ad absurdum geführt“. Im Entwurf ist nicht nur der Höhenzug zwischen Finkenbach und Olfen enthalten, sondern einige weitere Gebiete im Bereich Rothenberg, Beerfelden, Etzean und Airlenbach. Und das nur im Odenwaldkreis.

Richtung Überwald ziehen sich die möglichen Windvorranggebiete wie an einer Perlenkette die Hügelkette vom Greiner Eck hoch bis nach Aschbach. Dazu weist der Eberbacher FNP im Badischen mehrere mögliche Rotoren oberhalb von Brombach aus, die sich auf hessischer Seite im Flockenbusch fortsetzen. Mittels einer Grafik wird klar, dass alle drei Ortschaften auf 360 Grad von Windrädern umzingelt wären.

Heiß macht darüber hinaus aber deutlich, dass sich die Gemeinde und ihre Vertreter „seit einigen Jahren konstruktiv und aktiv an den Diskussionen für die Platzierung von Windkraftanlagen im Odenwald“ beteiligten. Zusammen mit dem Odenwaldkreis habe man eine annehmbare Lösung erreicht, die auch in den Flächennutzungsplan (FNP) des Kreises aufgenommen wurde. „Allerdings wurde nach Fertigstellung des Plans dieser vom RP zurückgewiesen.“

Neben den hohen Kosten, die somit vergeblich waren, war auch „das bisherige lösungsorientierte Engagement obsolet“. Erneut müsse man nun dagegen ankämpfen, „nicht eingekesselt zu werden“. Das Schreiben betont, die Umstellung auf erneuerbare Energie müsse zusammen mit den Bürgern erfolgen. „Wir haben unseren Teil konstruktiv eingebracht.“ Die Verwaltungen von RP, Land und Bund „haben dies jedoch in keinster Weise gewürdigt“, obwohl der Plan bereits während der Erstellung abgestimmt wurde.

Für die Unterzeichner ist deshalb klar: „Wir fordern eine Rückkehr zum ursprünglichen FNP sowie eine Abkehr von der Einkesselung der Bürger.“ Ausdrücklich werden die Adressaten um Unterstützung gebeten und darum, „sich persönlich für unser Anliegen einzusetzen“. Bei einem Ortstermin, so bieten die Mandatsträger an, könne man die Folgen der aktuellen Planung gerne erläutern.

Verteiler des Schreibens: Peter Altmaier, Chef des Bundeskanzleramts, Ministerpräsident Volker Bouffier, Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Landtagsmitglieder Rüdiger Holschuh und Judith Lannert, Bundestagsmitglieder Patricia Lips und Jens Zimmermann, Landrat Frank Matiaske, Landrat a.D. Horst Schnur, Harald Buschmann, Mitglied der Regionalversammlung Südhessen.