Hirschhorner Ritter zündeten drei Mal ein närrisches Feuerwerk

„Unser Motto kurz und knapp, bei uns regiert die Narrenkapp“: Unter diesem Motto veranstalteten die Hirschhorner Ritter drei feurige Sitzungen. Sechs Stunden wurde im ausverkauften Bürgerhaussaal ein unterhaltsames, abwechslungsreiches und sehenswertes Programm geboten.   Präsident Klaus-Jürgen Ehret begrüßte nach dem Auftritt der Fahnenschwinger und Trommler die Gäste und übergab das Mikrofon an die drei Moderatoren Ulli Schnetz, Martin Dudium und Horst Kern.

Die „Wonneproppen“ wirbelten als leuchtende Strichmännchen über die Bühne. Nachwuchstalent Bastian Zink wusste so einiges über seine zickige ältere Schwester zu berichten. Eine besondere Ehrung wurde Sonja Schreyer zuteil, die seit 44 Jahren in der Ritterfastnacht aktiv und seit 33 Jahren als Trainerin engagiert ist. In der zweiten Sitzung wurde sie an dieser Stelle vom Vorstand und ihren „Milleniums“ mit einer Tanzdarbietung der Deutschen Meister im Paartanz, Selina Hoffmann und Alexej Balzer, überrascht. Die Minigarde begeisterte das Publikum mit einem flotten Gardetanz.

Viel Beifall erntete wie immer Dieter Johann König als „Deutscher Michel“, der der Politik wieder mal tüchtig die Leviten las. Der „Showblock“ entführte tänzerisch in die zauberhafte Welt von Peter Pan, Käpt’n Hook und das Abenteuerland. Bettina Gärtner erzählte von der Midlife-Crisis und war sich sicher, dass der Klimawandel schuld sei für ihre körperlichen Temperaturschwankungen. Wahre Begeisterungsstürme entfachten die fünf Tanzmariechen und das Tanzpaar des Solistenblocks, die akrobatisch und gekonnt über die Bühne wirbelten.

Aus Bella Italia kam der Pizzabäcker Camillo alias Uwe Fellhauer, bei dem sogar schon Jogi Löw anrief und eine Pizza „Endstazione“ bestellte. Die Showtanzgruppe „Rhythmix“ hatten das Kriegsbeil ausgegraben, weil der weiße Mann Feuerwasser ausschenkte, und zeigte als Indianer tänzerisch die Schönheiten der Natur. Im Massagestudio der frustrierten Masseusen klagte der „Parodie-Express“ nicht nur über die Männer im zweiten Frühling, sondern verdeutlichte auch, wie man auf einen Schlag 90 Kilo los wird.

Die stimmgewaltigen Sänger von „Da Capo“ präsentierten dann Lieder über aktuelle Themen. Sie sangen von der Umleitung in Neckarhausen, von Kim Jong Un, Jamaika, Katalonien und über den Frieden. Nach der Pause animierte die „City Sound Group“ mit heißen Klängen zum Mitsingen und Mitfeiern. Die „Rasselbande“ heizte mit ihrem schmissigen Gardetanz noch weiter ein. Liebevolle Sticheleien verteilten die Zwillingsschwestern Claudia Schück und Susanne Konrad.

Einen Höhepunkt der Tanzdarbietungen bot Funkenmariechen Kristina Predikant, die elegant über die Bühne wirbelte. Das Publikum bog sich vor Lachen bei Günther Gärtner aus Görlitz, alias Lutz Schmidt, der zum Bademeister umgeschult hatte. Es folgte ein wahrer Augenschmaus: Der fetzige Gardetanz der Prinzengarde zu Ehren des Prinzenpaares. Von seinem Ausflug in die Südsee wusste Waldemar Böhm zu berichten.

Das Männerballett unternahm unter anderem mit „Flashdance“ eine Reise in die Vergangenheit und begeisterte das Publikum. Ein Highlight des Abends boten die 50 Tänzerinnen der „Millenniums“, die unter der Leitung ihrer Trainerin Sonja Schreyer die Zuschauer mit einem Beitrag zur Völkerverständigung, „Tanzen verbindet Kulturen“, begeisterten.

Tränen flossen bei der Verabschiedung des Prinzenpaares Tina I. und Lothar II. Nun endlich war es so weit, das lang gehütete Geheimnis um das neue Prinzenpaar wurde gelüftet. Prinzessin Sandra I. (Kübler-Link) und Prinz Manuel I. (Link) mit Funkenmariechen Kristina Predikant wurden von Herolden und Garden auf die Bühne geleitet. Nach der Proklamation durch Klaus-Jürgen Ehret begrüßte das neue Prinzenpaar das närrische Volk.

Widerstandslos rückte Bürgermeister Oliver Berthold den Rathausschlüssel raus – mit dem Hinweis, in der Stadtkasse sei eh nichts zu holen. Abordnungen befreundeter Karnevalsvereine sprachen dem Prinzenpaar Glückwünsche aus. Nachdem Blumensträuße, Präsente und Kampagneorden übergeben worden waren, versammelten sich alle Aktiven des Abends zum großen Finale nochmals auf der Bühne. (Bilder: Verein)

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Verletzter Jungschwan ist wieder bei seiner Familie auf dem Neckar

Ende gut, alles gut. Der bei einem Autounfall kurz vor dem Jahreswechsel verletzte junge Schwan ist bei wieder bei seiner Familie im Neckar. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hatte bei Ralf Kabel in Kortelshütte abends das Telefon geklingelt. Am Apparat: die Polizei. Auf der Hirschhorner Uferstraße war in der Nähe des ehemaligen Debo-Restaurants ein Jungtier von einem Auto angefahren worden. Es saß verletzt am Straßenrand. Da Kabel Jagdmitpächter im Hirschhorner Dammberg-Stadtwald ist, ist er für solche Fälle zuständiger Ansprechpartner.

„Ich habe erst einmal überall rumtelefoniert“, erzählt der 43-Jährige. Denn die ihm gemeldeten Wildunfälle sind in der Regel solche mit haarigen kleineren und größeren Vierbeinern. Schwäne waren eher Neuland. Die Tierkliniken in Sinsheim und Heidelberg winkten ab, sagt er. Für das Federvieh ist man dort nicht gerüstet. Bei der Tierhilfe Forst, von Heidelberg empfohlen, stieß er auf offene Ohren. „Um 19 Uhr sind wir Richtung Bruchsal gefahren“, berichtet der Immobilienmakler.

Bei der Untersuchung stellte sich dann heraus, dass das im vergangenen Sommer geschlüpfte Tier den Fuß gebrochen hatte. Es blieb zur Betreuung dort. War es zwischenzeitlich mal kritisch und wurde übers Einschläfern nachgedacht, so wuchs der Fuß dann doch wieder gut zusammen und verknorpelte. Wenn es um die Schwanenbehandlung geht, hat die Tierhilfe zum Glück eine anonyme Gönnerin im Hintergrund, die alle anfallenden Kosten übernimmt. Die hatte, erfuhr Ralf Kabel, auch einmal ein verletztes Tier dorthin gebracht.

Als nach dem Aufpäppeln die Tierhilfe das Okay zur Abholung gab, machte sich die ganze Familie auf den Weg, um den gefiederten Gesellen in Forst abzuholen und wieder am Neckar auszusetzen. Kabels Frau Melanie sowie die beiden Kinder Jill und Jule waren gespannt, wie es dem jungen Schwan ging. Der war sehr lebendig. Auf der Rückfahrt wurde er in ein Handtuch eingewickelt und in eine Ikea-Tasche verfrachtet, damit er sich möglichst nicht bewegen kann. Dann ab in die Hundebox und es konnte losgehen.

In Hirschhorn unterhalb des Fußballplatzes angekommen, stand das Empfangskomitee schon bereit. Während die Elterntiere trotz eines sehnsüchtigen Piepsens noch etwas fremdelten, schwamm das Geschwistertier gleich auf den verloren geglaubten Bruder zu. „Den habe ich auch jedes Mal an der Straße gesehen, wenn ich dort vorbei gefahren bin“, berichtet Ralf Kabel. Als ob er nach dem Verschwundenen suchen würde.

Der Kortelshütter vergewisserte sich immer, ob die Schwanenfamilie noch an der Laxbachmündung in den Neckar anzutreffen ist, damit er das Jungtier wieder problemlos auswildern kann. Dass es sich mit dem genesenen Fuß gut schwimmen lässt, zeigte der Schwan gleich bei seinem ersten Ausflug auf dem Hochwasser führenden Neckar. Der Fluss hatte eine kräftige Strömung, gegen die er aber gut anpaddelte. Während das Geschwistertier gleich hinschwamm, taten sich die „Erwachsenen“ noch etwas schwer. Aber das Jungtier ließ nicht locker.

Warnstreik bei Meto in Hirschhorn: Flucht aus Tarifvertrag sorgt für Ärger bei Beschäftigten

Die Geduld ist am Ende. Seit mehr als einem halben Jahr bemühen sich der Betriebsrat der Meto International und die IG Metall um konstruktive Gespräche mit der Geschäftsführung des größten Hirschhorner Arbeitgebers. Jedoch bisher vergeblich. Denn dieser wechselte zum Jahresende in eine „Ohne-Tarif-Mitgliedschaft“ im Arbeitgeberverband. Deshalb gab es nun einen ersten Warnstreik vor dem Unternehmen.

In dessen Mittelpunkt standen nicht nur die „internen“ Meto-Forderungen, sondern auch die in der aktuellen Tarifauseinandersetzung von der IG Metall propagierten nach sechs Prozent mehr Entgelt und dem Anspruch auf eine Reduzierung der Arbeitszeit. Betriebsratsvorsitzender Gernot Walter und Ulrike Köhler von der IG Metall Darmstadt zeichneten vor den etwa 65 Warnstreikenden die bisherige Entwicklung nach.

„Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen“, betonte Köhler. Denn bisher weigere sich die Geschäftsleitung um Peter Sperl, mit der Gewerkschaft zu verhandeln. Diese fordert einen Anerkennungstarifvertrag, damit sämtliche bisherigen Errungenschaften erhalten bleiben und die Mitarbeiter auch in den Genuss der künftigen Verhandlungsergebnisse kommen.

Gernot Walter bezog sich in seinen Worten sowohl auf den aktuellen Tarifstreit als auch die Meto-spezifischen Punkte. „Wenn wir uns die Tarifbindung nicht erkämpfen, ist alles, was in Zukunft ausgehandelt wird, nicht mehr für uns gültig“, betonte er. Ohne einen Anerkennungstarifvertrag sieht er über kurz oder lang auch früher erkämpfte tarifliche Leistungen gefährdet.

Seit über einem halben Jahr setze man sich dafür ein, dass der Betrieb nicht in die Ohne-Tarif-Mitgliedschaft wechsle – aber ohne Erfolg. Die Geschäftsleitung verweigere sich Gesprächen. „Freundliches Bitten half nichts“, sagte Walter. Erst als der Betriebsrat Überstunden verweigerte, gab es Bereitschaft. „Glaubt bitte nicht, dass es uns Spaß macht, Überstunden abzulehnen“, meinte er.

Alles schien seinen Worten zufolge nach eine Gespräch Köhler/Sperl Ende Oktober auf einem guten Weg, als dann kurz vor knapp Mitte Dezember die Geschäftsleitung den anberaumte Verhandlungstermin platzen ließ. Danach schlug die Gewerkschaft den offiziellen Weg ein. Seitdem lehnt der Betriebsrat laut seinem Vorsitzenden Mehrarbeit auch wieder kategorisch ab. Darauf folgten laut Walter Drohungen, „Arbeit wegzugeben und Investitionen nicht zu tätigen“.

Der BR-Vorsitzende wie auch Köhler machten weiterhin ihre Gesprächsbereitschaft deutlich, hoben aber gleichzeitig hervor, dass ein Anerkennungstarifvertrag eine elementare Komponente ihrer Forderungen ist. Walter zitierte den Spruch „Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren“. Seiner Meinung nach lohnt es sich zu kämpfen – auch im Hinblick auf weitere Einschnitte, die folgen könnten. Je mehr sich am Ausstand, umso schwerer werde es für die Geschäftsleitung, „ihre Verweigerungstaktik weiter zu betreiben“.

Ulrike Köhler warf Geschäftsführer Sperl vor zu taktieren. Im Gespräch mit ihm habe sie mehrere Optionen aufgezeigt, der Betriebsrat habe sich kompromissbereit gezeigt. Die Absage von Verhandlungen habe sie ernüchtert. Sie befürchte deshalb nun, sagte die IG-Metall-Sekretärin, dass es dem Unternehmen um mehr als nur die Abfederung von Tariferhöhungen gehe. Denn der Manteltarif ist derzeit offen, erläuterte sie. Deshalb könne die Geschäftsleitung ohne Tarifmitgliedschaft an der Arbeitszeit oder Zuschlägen für Mehrarbeit herummachen.

Der Warnstreik sei ein erstes Zeichen dafür, „dass man mit uns nicht so umspringen kann“, betonte Köhler. Leider, bedauerte sie, „versteht die Geschäftsleitung wohl nur Druck“. Es ist ihren Worten zufolge nicht prickelnd, draußen zu stehen und zu streiken. Wenn das aber die einzige Sprache sei, die der Arbeitgeber verstehe, dann sei man dazu bereit. „Wir reichen die Hand, aber die Geschäftsführung muss sich bewegen und mit uns an einen Tisch setzen“, hob die IG-Metall-Sekretärin hervor.

Die Anfänge der Firma Meto reichen genau 100 Jahre zurück. Sie wurde 1918 in Köln gegründet. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Hirschhorn verlegt. Inhaber Oskar Kind entwickelt 1959 den ersten Handauszeichner „Jedermann“ und läutet damit die Geburtsstunde der Handauszeichnung ein. 1999 wird der Betrieb an den amerikanischen Warensicherungsspezialisten Checkpoint Systems verkauft. 2016 erfolgte die Übernahme durch den kanadischen CCL Industries. Meto wird als eigenständige Abteilung weitergeführt. Waren vor 25 und mehr Jahren noch 600 Mitarbeiter am Standort Hirschhorn tätig, so sind es heute noch um die 150. Von diesen sind 65 Prozent gewerkschaftlich organisiert. Meto ist aber weiterhin größter Gewerbesteuerzahler und Arbeitgeber in der 3500-Einwohner-Stadt am Neckar

Hirschhorner Neujahrsempfang: Mit Ruhe die wichtigen Entscheidungen angehen

Es ist wieder Ruhe eingekehrt im Städtchen – eine Aussage, die sich wie ein roter Faden durch die Reden beim Neujahrsempfang im evangelischen Gemeindehaus zog. Nimmt man den Besuch der Veranstaltung, so wirkte sich diese Rückkehr zum gefühlten normalen Umgang miteinander extrem positiv auf den Besuch aus. Der Saal platzte aus allen Nähten, was die Redner sehr erfreut feststellten. Umrahmt wurde der Empfang von Hirschhorner Musikschülerinnen.

Hausherr Pfarrer Jörg Awischus lobte das ehrenamtliche Engagement. Es sei beileibe kein Selbstläufer und nicht selbstverständlich, dass sich Menschen politisch, sozial oder kulturell einbringen. Sie tun dies, um zur Lebensqualität im Ort beizutragen und ihren Mitbürgern ein Umfeld zu schaffen, in dem sich diese wohlfühlen. „Wir leben in einer Zeit, in der das, was früher selbstverständlich war, es nicht mehr ist“, sagte er.

Für die anstehenden Zukunftsprobleme gibt es keine Patentlösungen, stellte der Geistliche fest. Ihm machte Mut, dass zum Neujahrsempfang „so viele gekommen sind“. Veränderungen wird es immer geben, betonte der Pfarrer. Man könne die Zukunft zum Wohl der Mitmenschen entwickeln, wenn man im Gespräch bleibe, forderte er.

Die Rückkehr der Ruhe stimmte den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher Martin Hölz zuversichtlich für die kommende Zeit. Er sah darin das beste Fundament, um zur Sacharbeit zurückzukehren. Hölz pflichtete Awischus in dessen Worten grundsätzlich bei. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, schloss er mit einem bekannten Buchtitel von Erich Kästner.

In der heutigen Zeit sei jeder gefragt, „die Fahne der Demokratie hochzuhalten“, betonte Bürgermeister Oliver Berthold. „Demokratie braucht Menschen, die Demokratie leben, sie braucht Demokraten, damit sie gut funktioniert und stabil bleibt“, meinte er mit Blick auf so manche Entwicklungen. Das gelte es aber auch fürs eigene Land zu beherzigen. Protest wählen zeige nicht, „dass die da oben“ etwas was ändern müssen. Vielmehr verhindere es, dass etwas geändert werden könne, weil keine vernünftige Regierung zustande komme.

Berthold nannte die Entscheidungen der hessischen Landesregierung aus dem vergangenen Jahr erfreulich. Er bezog sich dabei auf Hessenkasse und eine Teilübernahme der Kindergartengebühren. Erstere dient dazu, die Kommunen bei der Tilgung ihrer Kassenkredite zu unterstützen. Das Land übernimmt die Hälfte, die andere Hälfte müssten die Städte mit etwa 25 Euro/Einwohner/Jahr selbst aufbringen. Für Hirschhorn bedeutet dies, dass innerhalb von 16 Jahren 1,4 Millionen Euro getilgt werden müssen.

Ab August übernehme das Land die Kosten für sechs Stunden Kindergartenbetreuung eines drei- bis sechsjährigen Kindes, führte er weiter aus. Das sei aber nur der Anteil, den eigentlich die Eltern bezahlen müssen, sagte Berthold. Früher war alles schlechter, drängte sich der Eindruck nach den weiteren Worten auf. Das vergangene Jahr habe man dazu genutzt, „wieder Struktur in die Verwaltung zu bringen, Altlasten aufzuarbeiten und zerrissene Bande neu zu knüpfen“, so der Bürgermeister.

„Die Verwaltung habe viele Fehler der vergangenen Jahre aufgedeckt, ist ihren Ursachen auf den Grund gegangen und hat Lösungsansätze erarbeitet“, meinte er. Er sei guter Hoffnung, dass die wichtigen politischen Entscheidungen in 2018 „im offenen Dialog zum Wohle Hirschhorns getroffen werden“, schloss Berthold.

Ehrungen

  • Jugendgruppenpreis für die katholische Kirchenmusik mit ihrem Jugendorchester. Das Ensemble ist vielfältig bei Veranstaltungen in der Stadt aktiv: 150 Euro
  • Silberne Ehrennadel für Arnt Heilmann, seit 15 Jahren Vorsitzender des Gewerbevereins
  • Goldene Ehrennadel für: Marlis Flachs, seit 1991 Vorsitzende, Dieter Klement, seit 1991 Präses des Kolpingvereins; Achim Heiduk, 1980-83 und seit 2008 Notenwart, 1992-2005 Schriftführer der katholischen Kirchenmusik; Karl Neidig, seit 1985 zweiter Vorsitzender, Klaus Zentler, seit 1985 Kassenwart und Vorsitzender des Akkordeon-Orchesters Langenthal.   

Hirschhorner Weihnachtsmarkt war in seiner dritten Neuauflage wieder ein sehr schöner Erfolg

„Der Weihnachtsmarkt war wieder sehr schön“, zeigte sich Mitorganisatorin Marianne Heisner mehr als erfreut über den Verlauf der dritten Veranstaltung nach neuer Hirschhorner Weihnachtsmarkt-Zeitrechnung. Vor zwei Jahren hatte sie ihn zusammen mit Christian Grimm nach 23 Jahren Pause erstmals wieder auf die Beine gestellt. In der Fußgängerzone mit den beiden Fixpunkten Rathausvor- und Marktplatz herrschte an beiden Tagen reger Betrieb. Das Wetter hätte besser sein können, meinte sie. „Aber am Sonntag war schon einiges los.“

„Den Besuchern hat es gut gefallen, die Händler waren auch wieder zufrieden und würden gerne nächstes Jahr wieder dabei sein“, bilanzierte Heisner. Auch die „Neuen“, aus Rothenberg ein Stand mit weihnachtlichen Holzfiguren sowie Energetikschmuck und aus Finkenbach Monika Jung mit ihrer selbstgestalteten massiven Holzdeko, wollen wieder dabei sein, wenn es im kommenden Jahr die vierte Auflage gibt. „Christian Grimm und ich werden den Weihnachtsmarkt wieder veranstalten“, kündigte sie schon jetzt an. „Zwei neue Anfragen für 2018 haben wir schon.“

Die Besucher kamen ihren Worten nach aus der gesamten Odenwald-Umgebung. Sie waren vom Ambiente in der Hirschhorner Altstadt begeistert. Der Gewölbekeller, den Marianne Heisner selbst betrieb, „war an beiden Tagen brechend voll“. Manchmal kam die Anregung, den Markt doch nur an einer Stelle zu veranstalten, um die lange Hauptstraße mit nur wenigen Buden zu vermeiden. Einige konnten sich die Veranstaltung rund um den Marktplatz, andere wiederum im vorderen Bereich der Hauptstraße mit Rathaus- und vielleicht Chateau-Landon-Platz vorstellen – ähnlich wie beim Ritterfest.

Von den Standbetreibern kamen viele positive Rückmeldungen. Das Langbein-Museum war an beiden Tagen bei freiem Eintritt geöffnet. Die Aktiven des Museumsvereins erwarteten die Besucher bei kleinen Leckereien auch zu einer vorweihnachtlichen Sonderausstellung im Erdgeschoss. Der Rathausvorplatz mit historischer Glühweinbude war gegen Abend immer stark belagert.

Den Geschenkideen waren keine Grenzen gesetzt. Seien es nun Weihnachtsgestecke, selbst Gehäkeltes und Gestricktes, Laubsägearbeiten, Kerzen, Räucherwaren, feine Tropfen oder auch Marmeladen, Honig, Tee, Schmuck, Engelsfiguren oder Krippen: Das Angebot war auf dem Weihnachtsmarkt sehr vielseitig, sodass niemand ohne das passende Präsent für die Verwandt- oder Bekanntschaft nach Hause gehen musste.

Der Nikolaus fand für seine Lebkuchen zahlreiche Abnehmer. Die hatte Christian Grimm auf einen überdimensionierten Bollerwagen geklebt, mit dem der Mann im roten Mantel und mit Rauschebart mehrmals an beiden Tagen durch die Hauptstraße unterwegs war. Natürlich erzählte er zu diesem Anlass auch die Legende des Heiligen aus dem türkischen Myra.

Abwechslungsreiches und kurzweiliges Konzert von Hirschhorns katholischer Kirchenmusik

Ein gelungenes, abwechslungsreiches und kurzweiliges Kirchenkonzert bot die katholische Kirchenmusik (KKM) den Besuchern in der Hirschhorner Pfarrkirche. Begonnen wurde es von der Jugend unter Leitung von Katharina Weber mit „Siyahamba“, einem traditionellen Südafrikanischen Lied der Zulu-Bevölkerung, und dem Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“ von Martin Luther. Dabei wurde deutlich, wie die gute Jugendarbeit Früchte trägt. Danach begrüßte der Vorsitzende Karl-Ludwig Motzer die Gäste.

Im Anschluss spielte das Orchester der KKM unter Leitung von Kerstin Obert die Musikstücke „A Festige Tribute“, ein Arrangement des Chorsatzes „Auf, schmetternde Töne der munter’n Trompeten“ von J. S. Bach, und das „Ave Maria“, ein Arrangement des Songs aus dem Film „Enrico IV“ von Astor Piazzolla. An der Solo-Trompete entlockte Alexander Hess seinem Instrument wahrlich die höchsten Töne.

Mit Anerkennung würdigte dann Bernhard Frey vom Diözesanverband im Bistum Mainz die Leistungen des Vereins und ehrte verdiente Mitglieder des Orchesters für ihre langjährige Treue: Karl-Ludwig Motzer, Bernhard Weber und Wolfgang Weber für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft sowie Heinrich Grad, der 60 Jahre aktiv in der KKM ist. Laut Frey ist dies im gesamten Diözesanverband einmalig.

Nach den Ehrungen trug das Klarinettenensemble, bestehend aus Alfons Flachs, Heinrich Grad, Heinz Hess und Bernhard Iberl, die Musikstücke „Moment Musical Nr.3, D.958“ von Franz Schubert und „Canzona Teruza“ von Giovanni Gabrieli vor. Nun kam das Orchester wieder zum Einsatz und präsentierte „Lenas Song“, ein Arrangement des Songs „Fly with me“ aus dem Film „Wie im Himmel“ von Stefan Nilsson, arrangiert von Thiemo Kraas.

Die Ballade „Candle in the Wind“ von Elton John erinnerte die Anwesenden an den Tod von Lady Diana. Peter I. Tschaikowsky steuerte im Anschluss seine „Romance op.5“ bei nach einer Bearbeitung von J.G. Mortimer bei. Die Musikstücke „I will follow him“ aus dem Film „Sister Act“ und das „Hallelujah“ von Leonard Cohen rundeten das Konzert ab.

Nach dem Dankeschön durch Karl-Ludwig Motzer war natürlich noch nicht Schluss. Die Besucher wurden von Kerstin Obert aufgefordert, zusammen mit Jugendorchester und den „Großen“ nochmals das „Siyahamba“ erklingen zu lassen: ein spontanes Gemeinschaftswerk der Besucher und der Aktiven. Das letzte Zugabestück, „I will follow him“, rundete einen tollen Konzertabend ab.

Zum 32. Mal findet auf dem Kirchplatz am ersten Adventssonntag der Heddesbacher Weihnachtsmarkt statt

Der 32. Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz beginnt am Sonntag, 3. Dezember, um 14 Uhr mit der Eröffnung durch Bürgermeister Hermann Roth. Veranstaltet wird er von der Gemeinde und den Ortsvereinen. Neben einer großen Tombola findet ein Verkauf von Basteleien und Leckereien der örtlichen Vereine statt. Um 16.30 Uhr kommt St. Nikolaus mit seinem Engel vorbei vorbei und bringt den Kindern süße Sachen.

Der romantische Weihnachtsmarkt in der kleinsten selbstständigen Gemeinde des Rhein-Neckar-Kreises ist einmalig in der Region, weil von den örtlichen Vereinen nur Selbsthergestelltes zum Verkauf angeboten wird. Darunter ist auch der Heddesbacher Dorfkalender. Gäste können hier nach Herzenslust bummeln, etwas Köstliches essen und trinken. Sie finden sicher unter den angebotenen Basteleien und Handarbeiten, Gebäck und Leckereien, Marmeladen und Getränken sowie Adventskränzen und -gestecken etwas Schönes für sich und ihre Lieben zum Advent und für das bevorstehende Weihnachtsfest.